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Full text of "Die deutschen Volksbücher 7 (1850)"

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— — — 























Die 


deutfchen Polksbücher 


Gefammelt 


und in ihrer urfprünglichen Echtheit wieberhergeftellt 


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4 


a —R8 
Karl Simrod. . 


von - 


Fünfter Band. 


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Frankfurt a. M. 
nu Drud und Verlag von Heinr. Ludw. Brönner. 
ru 1846, 
Ni. Ä 











Borwort. 


Dem Bolt zu geben was des Volkes ift, durfte man ihm 
feine Sprichwörter am wenigſten vorenthalten, dieſen feit tau⸗ 
jend Jahren gehäuften Schatz, zu welchem es felbit feinen ge⸗ 
funden Berftand, feine Sinnes- und Anfchauungsweife, feine 
Rechtsgewohnheiten und Zebenserfahrungen, ja einen Xheil 
feiner Lebensſchickſale in goldenen Sprüchen ausgeprägt hat. 

Nur allzufehr ſchwindet aus der heutigen Bücher- und 
Rednerſprache die felbwachfene, Eörnige Kraft des ſprichwoͤrt⸗ 
lichen Ausdrucks; eine abfirakte, verfchliffene, blaſſe Redeweiſe 
bat jene finnliche, bildreiche, marfige Sprache unferer Alt 
vordern verdrängt, bie nationale Färbung geht immermehr 
verloren, Alles fieht fahl und verwaſchen aus, im beiten Fall 
wie aus dem Franzoͤſiſchen uͤberſetzt. Darüber Plage ich nicht 
zuerit; aber laßen wir es nicht bei der Klage bewenden: 
geben wir dem Volke was des Volkes iſt und was ihm feine 
Schriftfteller vorenthalten. Der Zag wird Tommen, wo es fel- 
ber reden wird, und Dann wird e& ja hoffentlicy deutſch reden. 


IV 


In mehren der gangbaren Volfsbücher, ald Bürger: 
luft, Sinkenritter, finnreicher Hirnfchleifer, Her— 
309 Ernft (Anhang) fanden fich ſchon Sprichwörter und 
Sprüche zufammengeftellt; in feinem aber war man auch 
nur darauf auögegangen, den ganzen, freilich unermeßlichen 
Schak auf einen Haufen zu bringen, wie dad andere nicht 
zunaͤchſt für das Volk beftimmte Sammlungen feit Heinrich 
Bebelius, Sohann Agricola, Sebaftian Frank ſich zur Auf: 
gabe machten. Die deutfchen Volksbuͤcher enthielten alfo 
ftatt Einer Sprichwörterfammlung mehre, ſtatt einer, die 
auf Bollftändigfeit ausgieng und fie einigermaßen erreichte, 
deren drei bis vier, die durchaus nicht darauf ausgiengen 
und fie noch viel weniger erreichten. Es Fonnte nicht fehlen, 
daß manche Sprichwörter fich in allen diefen Sammlungen 
fanden, während fo viel taufend andere in Feiner derfelben 
zu finden waren, Alfo Unvollftändigkeit und Wiederholungen! 
Um leßtere wo nicht ganz zu vermeiden Doch möglichft zu 
vermindern, bedurfte es hier nur der Verſchmelzung der 
vorhandenen Sammlungen in eine; der Unvolftändigkeit 
mufte aber auch dann noch durch fleißiges Nachfammeln 
— feines Fleißed darf fich Jeder ruͤhmen — nad) Kräften 
abgeholfen werden. Unbedingte Vollftändigkeit wird man 
niemals verlangen dürfen: alle Sprichwörter aufzufchreiben, 
ift fo wenig möglich als die Sterne zu zählen oder die See 
auszufhöpfen; man darf ſich nicht einmal einbilden, Feind 
der vornehmften und gangbarften vergeßen zu haben; aber 
wer nach einem goldenen Rade trachtet, dem wirb Doc) we⸗ 








V 


nigſtens eine Speiche davon; wer thut was er kann, iſt werth, 
daß er lebt; wer redlich ficht, wird gekroͤnt und uͤberdieß: 
Allzuviel zerreißt den Sack. 


Drum, lieber Leſer, nimm vorlieb 

Mit dem was ich hier niederſchrieb. 
Schreib du hinzu, was noch gebricht, 
Machs beßer aber zürne nicht. 

Wieviel hier fehlt, all dieſer Fehler 

Bin ich kein Dieb noch auch ein Hehler. 
Dazu macht mich das Sprichwort dreiſter: 
Wer am Wege baut hat viele Meiſter; 
Und muß Ich gleich mich ſchelten laßen, 
Sei Du nicht Hans in allen Gaßen. 





Deutfche Sprichwörter. 


a. 


1. Wer a fagt muß auch B fagen. 
2. Wer den Aal hält bei dem Schwan, 
Dem bleibt er weber halb noch ganz. 
3. Wer einen Aal fangen will, macht erſt das Waßer trüb. 
4. Beter en Aap 
As en Schaap. 
5. Wo Aas iſt, ba ſammeln ſich die Adler. 
6. Biſt du ein Geier, ſo warte aufs Aas. 
7. Kein greulicher Aas denn von Menſchen. 
8. Abbitte ift die befte Buße. 
9. Richt mehr thun ift die befte Abbitte, 
10. Abends wird der Faule fleißig. 
11. Abends putzt fi) des Kuhhirten Frau. 
12. Abends vull, 
Morgens null, 


13, Beßer ohne Abenbeßen zu Bette gehen als mit Schulden 
aufſtehen. 


14. Wer ſich Abends den Magen nicht übertäbt, bem thut Mors 
gend ber Kopf nicht weh. 


15. Ze näher der Abend je weiter nach Haus. 
16. Je fpäter der Abend je fchöner die Leute. 


11. Es if noch nicht aller Tage Abend. 
Dtſche Wolksb. 5r Bd. 1 


Abend — Abt. 


. Wer weiß was ber Abend bringt? 
. Abendroth 


Bringt gut Morgenbrot. 


. Abendroth 


Gutwetterbot, 


. Der Abend roth, der Morgen grau 


Bringt das fchönfte Zagesblau. 


. Abendfegen, Morgenfegen. 

. In wichtigen Dingen fol man nicht abenteuern. 
. Alles wär gut, wär kein Aber dabei. 

. Aber, Wenn und Gar - Ä 


Sind des Zeufeld Waar. 


. Nichts ift fo gut, es habe denn fein Aber. 

. Es kann nicht Jeder um Ablaß gen Rom ziehen. 

. Das heißt Ablaß gen Rom tragen. 

. Abrechnen ift gut bezahlen. 

. Abficht ift die Seele ber That. 

. Abfchlag ift gute Zahlung. 

. Freundlich abfchlagen if beßer ule mit Unwillen geben. 
. Kurz abfchlagen ift Freundſchaft. 

. Umführen und nicht abfchlagen heißt mübe machen. 

. Wie der Abt fo bie Möndhe. 

. Demüthiger Möndy, hoffärtiger Abt. 

. Wo der Abt die Würfel legt, da dobbein die Mönche. 
. Wenn der Abt bie Würfel auflegt, hat das Convent Macht 


zu fpielen. 


39. Ei, wer wollte bad nicht? ſprach der Abt von Pofen. 
. Sieh dich vor, daß e8 dir nicht ergehe wie dem Abt von Fuld. 
1. Die Moͤnche verneigen fi nicht vor dem Abt, fondern vor 


feinen Schüßeln. 


Abt — Aden 3 


42. Biele Stimmen machen ben Abt. 
43. Gott ift ein Herr, der Abt ein Moͤnch. 
44. Der Abwefende muß Haar lafen. 
45. Wer acceptiert muß bezahlen. 
46. Wer fi Acciforen ſetzen läßt, braucht Feine Blutegel. 
47. Dan findet manchen Zropf, der nie nach Achen kam. 
48. Das gefhhieht, wenn der Teufel von Achen kommt. 
49. Nordwind, 

Achner Kind, 

£ütticher Blut 

hut felten gut. ” 
50. Da hatt er zu thun wie Meibom zu Achen. 


51. Läßt bu dir auf den Achfeln fisen, fo ſigt man bir gar auf 
dem Kopfe. 


52. Wer auf beiden Achſeln trägt, fest ſich mwiſchen zwei Stüh⸗ 
len in die Aſche. 


53. Beßer in Acht als in Hacht. 
54. Acht und Aberacht macht ſechzehn. 
55. Gieb Acht iſt mehr als Reue. 
56. Gieb Acht, es ſind Schindeln auf dem Dache! 
57. Achteſt du mein, 
So acht ich dein. 


58. Es ſoll ein Jeder Achtung haben: 
Der Kaufmann, wenn die Waare geht; 
Der Schiffer, wenn ber Wind ſich dreht; 
Der Winzer, wenn bie Zraube fchwillt, 
Der Bauer, wenn der Roggen gilt. 
59. Es ift ein Ding wie mans adıtet. 
60. Wer feinen Ader mit Fleiß baut, fol Brot genug haben. 


61. Wer ben Acker pflegt, den pflegt der Ader. 
1* 





Ader — Abel. 


. Ungebauter Ader trägt felten gut Korn. 
. Soll fi) der Acer wohl Löfen, fo muß man ihn auch wohl 


gürten. 


. Wie man den Ader beftellt, fo trägt er. 


65. Wer den Ader nicht baut, 
Dem wädft Unkraut. 
66. Was der Ader nicht trägt, muß der Buckel tragen. 
67. Das ift mein Ader und mein Pflug. 
68. Man foll den Ader nicht zu wohl büngen, 
69. Aderömann 
Schlackersmann, 
Ich lobe mir den Handwerksmann. 
70. Ackerwerk 
Wackerwerk. 
71. Es gehen viel Stierbuben auf Einen rechten Ackersmann. 


. Kein Aderömann fo gut, er ziehe wohl krumme Furchen. 
. Die Pfarrer bauen den Ader Gottes und die Aerzte den 


Gottesader. 


. Al8 Adam hackt' und Eva fpann, 


Wer war da ber Edelmann? 


. Adam muß eine Eva han, 


Die er zeiht was Er gethan. 


. Der Hofenteufel findet Statt 


Seit Adams grünem Feigenblatt. 


. Keiner, der nicht nad) Adam fchmede 


Und der Eva Unterröde. 


. Ade, Welt, ich geh ins Klofter! 
. Abe, Welt, ich geh ind Tyrol! 
.Ade, Lieb, ih kann nicht weinen: 


Verlier ich dich, ich weiß noch einen. 


. Abel, 


Zabel, 





We — Adler. 5 


82. Aller Adel hat einen Mifthaufen zum Bater unb bie Fäuls 
nifs zur Mutter. 


83. Abel fist im Gemüthe, 
Nicht im Geblüte. 


84. Die Tugend adelt mehr als das Geblüt. 
85. Tugend macht edel, aber Adel giebt keine Tugend. 
86. Adelig und edel ſind zweierlei. 
87. Adelig was ehrlich. 
88. Eines Adels ſind wir Alle. 
89. Adel hat kein Erbrecht. 
90. Geloben iſt adelig, Halten baͤuriſch. 
91. Fromm, klug, weiſ und mild 
Gehoͤrt in des Adels Schild. 


92. Die Soͤhne ſind adeliger denn die Vaͤter, denn ſie haͤben ein 
Glied mehr. 


93. Adelsbrief und Hofſuppen 
Sind gemeiner denn ein Bauernjuppen. 


94. Ein Jude lieh' keinen Pfennig auf alten Adel. 


95. Adel, Tugend, Kunſt 
Sind ohne Geld umſunſt. 


96. Er iſt von dem Abel, der die Naf am Aermel wiſcht. 


97. Wer Einem zu Aber laßen will, der muß ihn auch verbin⸗ 
ben koönnen. 


98. Man muß Jedem laßen nachdem er Adern hat. 


99. Den erſten mäßig, 
Den andern fräßig, 
Den britten toll und voll, 
So bekommt uns das Aderlaßen wohl. 


100. Adler fängt nicht Fliegen. 
101. Adler fängt keine Müden. 
102. Der Abler heckt Teine Zeislein. 


6 Adler. — Alchemie. 


103. Adler brüten Feine Tauben. 


104. Küh und Schafe gehen mit einander, aber der Adler ſteigt 
allein. 


105. Der Adler ſieht das Luder wohl, aber nicht den Jaͤger. 
106. Ein alter Adler ift ftärker als eine junge Krähe. 
107. Adler haben große Flügel aber auch ſcharfe Klauen. 


108. Advocaten, 
Schadvocaten. 


109. Advocaten und Soldaten 
Sind des Teufels Spielkamraden. 


110. Ein Advocat und ein Wagenrad wollen geſchmiert fein. 
111. Der befte Abvocat, ber ſchlimmſte Nachbar. 
112, & geht Einem fo glatt ein wie dem Teufel eine Xbvocatenfeele. 


“4113. Ein Aff bleibt Aff, 
Werd er König oder Pfaff. 


114. Affen bleiben Affen, wenn man fie auch in Sammet leidet. 
115. Affen und Pfaffen 
Laßen fih nicht flrafen. 
116. Affen find Affen, wenn fie ſchon Chorroͤcke tragen. 
117. Der fchönfte Aff ift ein Unflat. 
118. Affen fängt man mit großen Bundfchuhen. 
119. Ze höher ber Affe fteigt, 
Ze mehr er den Hintern zeigt. 
120. O Xeffin, was find eure Jungen ſchoͤn! 


121. Lieber Aff, fieh erft auf dich, 
Dann lobe oder fchelte mich. 


122. Afterreden und Zorn gehören fi nicht über Tiſch. 

123. Es wird fhredlich über Aegypten regnen. 

124. An dem Halm erkennt man noch wie groß die Achre war. 
125. Beßer albern und feft als fchön und kraus. 

126, Der Alchemie ift Niemand werth. 





127. 
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22 


Alefanz — Alles. 7 


Alefanz 

Macht die Schuhe ganz. 
Alexander der Große 

War klein zu Roſſe. 

Allein iſt Einem am Beſten. 


Beßer allein 
Als in boͤſer Gemein. 


Als Chriſtus allein war verſuchte ihn der Teufel. 

Wenn du allein biſt, ſo denke, daß Gott und dein Gewißen 
bei dir ſind. 

Man iſt nie weniger allein, denn allein. 


Wer allein ſchlaͤft, bleibt lange kalt, 

Zwei wärmen ſich einander bald. 

Allein gethan, allein gebüßt. 

Was du allein willft wißen, das fage Niemand. 

Ber ed allen recht maden will, muß früh aufftehen (fol. 
noch geboren werben). 

Wer thun will was Allen gefallt 

Muß Athem haben warm unb kalt. 

Wer Allen genügen Tann, | 

Der löfche mich aus und fchreibe fi an. 

Wer Aller Leute Stichblatt iſt, kann gut parieren. 

Wer Allen dienen will, fommt immer am Schlimmften weg. 

Wer Allen dient macht ſich Keinem verbindlich. 

Mit Allen eben, mit Keinem es halten. 

Was Allen gefällt ift ſchwer zu behalten. 


Wer Alles will verfechten, 
Der bat gar viel zu rechten. 


Ber Alles verfechten will, darf nie das Schwert einfteden. 
Wer Alles will, befommt nichts. 


Alles verzehrt vor feinem End 
Macht ein richtig Teſtament. 


Allerlei — Almoſen. 


. Allerlei ift zweierlei. 
.Allgemach kommt auch weit. 
.Allgemach 


Kommt wohl nach. 


. Gottes Allmacht iſt allzeit ausgenommen. 

. Allmannd Freund, Jedermanns Geck. 

. Was Allmann fagt ift gerne wahr. 

. Almanns Rath ift gute Zheilung. 

. Auf Allmende zu weiben ift Niemand verboten, 
. Wenn Allzu dazu kommt, taugt Nichts was. 

. Allzubehend hats oft verfehlt. 

. Alzufrüh kommt auch unrecht. 

. Allgugemein macht verachtet (dich klein). 
Allzugerecht 


Thut unrecht. 


. Allzugut iſt liederlich. 
.Allzuklug iſt dumm. 

. Algumild Hilft zur Armut, 
. Allzufcharf macht fchartig. 

. Alzufpis wird leicht ſtumpf. 
. Allzuſpitzig 


Iſt nicht wißig. 


. Allzufpisig ſticht nicht. 
.Allzuweis iſt thöricht. 
Allzuwitzig 


Iſt unnüͤtzig. 


.Almoſen iſt des Reichen beſter Schatz. 
. Almofen, das von Herzen kommt, 


Dem Geber wie dem Rehmer frommt. 





173. 


174. 
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177. 


178. 
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180. 


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185. 


186. 
187. 


188. 
189. 


190. 
191. 


Almofengeben — Alte. 9 


Almofengeben armet nicht, 

Kirchengehen faumet nicht, 

Wagenſchmieren hindert nicht, 

Unrecht Gut wudert nicht, _ 

Gottes Wort trügt nid. 

Beßer nichts geben ald geraubtes Almofen. 

Wer dem Altar dient foll auch vom Xitar leben. 
Wer vom Altar lebt fol auch dem Altar dienen. 


Man fol nicht einen Altar entblößen, um den andern zu 
deden. 


Umfonft wird kein Altar gebedt. 

Wer alt will werben, thue bei Zeiten dazu. 

Werbe jung alt, fo bleibft du lang alt. 

Wer nicht alt werben will, mag fich jung hängen laßen. 


Keiner fo alt, der nicht noch ein Jahr leben will, und kei⸗ 
ner fo jung, der nicht heute fterben kann. 


Es ift Niemand gern alt, und doch will Jedermann gern 
alt werden. 


Altklug 

Nie Frucht trug. 
Wird man grau und alt, 
Giebts allerlei Geſtalt. 


Was alt wird, brummt gern. 


Alte Leute ſind wunderlich: das nimmt ihnen Niemand als 
die Schaufel. 

Alte Leute ſind wunderlich: wenn es regnet wollen ſie Heu 
machen. 

Alte Leute werden pumplich. 

Alte Leute ſind zweimal Kinder. 

Alte Leute ſind boͤs jung machen. 


10 Alte — Alten. 


192. Auf den Winter folgt ein Sommer, aber alte Leute werben 
nie wieder jung. 
193. Alte Leute, alte Ränte, 
Zunge Füchſe, neue Schwänte, 
194. Alte Leute, - 
Alte Häute, 
195. Alte Leute, alte Pferd 
Hält Niemand werth. 
196. Alte Leute müßen ihre Stärke aus der Schüßel nehmen. 
197. Alte Leute figen gerne warm. 
198. Alte Leute fehen am Belten in die Kerne. 
199. Man fol das Alte nicht ab, das Neue nicht aufbringen. 
200. Das Alte 
Behalte. 
201. Das Alte klappert, das Neue klingt. 
202. Alte fol man ehren, 
Zunge foll man lehren, 
Weife fol man fragen, 
Karren vertragen. 
203. Bom Zeufel das Gelüfte, ° 
So Wer bie Alte Lüfte 
Und eine Junge wuͤſte. 


204. Die Alten 
Sind gut zu behalten. 


205. Bei den Alten 
Wird man gut gehalten. 


206. Die Alten find der Jungen Spott. 
207. Die Alten find auch feine Narren gewefen. 


208. Was die Alten gebaut, Tönnen die Jungen nicht unter 
Dach halten, 


309. Die Alten müßen bie Jungen lehren. 


. Wie bie Alten fungen, 


So zwitfchern bie Jungen. 
. Was bie Alten fündigten, das büßen oft bie Zungen. 


. Die Alten zum Rath, 


Die Jungen zur That. 


. Mit den Alten fol man r rathſchlagen und mit ben Jungen 


fechten. 


. Gebare jung und thu als ein Alter. 
. Ein Alter ſieht beßer hinter fi als ein Junger vor ſich. 
. Will unfer Herrgott einen Narren, fo macht er einen alten 


Mann zum Wittwer. 


. Ein Alter fo ein jung Weib heiratet, läbt ben Tod zu 


Gaſte. 
Heirat der Alten iſt ein Ladſchreiben an den Todtengräber. 


Ein junges Weib bei einem alten Mann iſt des Tags eine 
Ehefrau und des Nachts eine Wittwe. 


. Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im 


Ohr. 


. Alter Mann und junges Weib, gewifle Kinder, 


Zunger Mann und altes Weib, nur arme Sünder, 


. Alter Mann und jung Weib, befer als alt Weib und juns 


ger Mann. 


. E& nimmt fein Weib einen alten Mann um Gotteswillen. 
. Zanzt ein Alter, fo macht er großen Staub. 

. Des Alten Stab find feine Zähne. 

. Dfen, Bett und Kanne 


Sind gut dem alten Manne. 


. Die Alten find zäh, 


Geben thut: ihnen weh. 


. Die Alten reden von altem Käs. 
. Alter Mann, guter Rath. 


244. 
245. 
246. 
247. 
248. 
249. 
250. 
251. 
252. 
253. 


. Auf alten Mann bauen ift miſslich. 
. Der alte Dann fchmedt nad) dem jungen. - | 
. Der thut dem Alten nicht Unrecht, der ihm eine Abende 


U Iter. 


malzeit fliehlt. 


. Schwere Arbeit in der Jugend ift fanfte Ruhe im Alter. 
. Wo das Alter einzieht, da zieht es nicht wieder aus. 
. Das Alter fol man ehren, 


Der Sugend foll man wehren. 


. Alter wünſcht Sebermann und fo es kommt, haft mans. 


. Alter 
Iſt ein ſchweres Malter. 


. Alter kommt mit Mandıerlei. 
. Alter bilft vor Thorheit nicht. 
- Alter ſchadet der Thorheit nicht, 


Jugend ſchadet der Weisheit nicht. 


. Alter macht .zwar immer weiß, aber nicht immer weife. 
. Im Alter ’ 


Kommt ber Pfalter. 


3. Als David kam ins Alter, 


Da fang er fromme Pfalter. 

Das Alter ift an ſich felbft eine Krankheit. 

Das Alter ift eine Krankheit, daran man fterben muß, 
Das Alter ift ein Spital, das alle Krankheiten aufnimmt. 
Das Alter hat den Kalender am Leib, 

Das Alter erfährt alle Tage eine neue Zeitung. 

Ein gut Alter ift beßer denn eine böfe Tugend. 

Das Alter macht aus Blumen Wade. 

Dem Alter foll man nicht ind Maul fehen. 

Wer im Alter jung fein will, muß in der Jugend alt fein. 


Wers Alter nicht ehrt, 
Iſt des Alters nicht werth. 


⸗ 


25 


dm 


258. 
259. 
260. 


261. 


262. 
263. 
264. 
265. 
266. 
267. 
268. 
269. 
210. 
21. 
212. 


— 


213. 


Alter — Aemter. 13 


. Das Alter gebt vor. 
255. 
256. 
257. 


Man kann dem Alter vorlaufen, aber nicht vorrathen. 
Das Alter gehört in den Rath. 

Das Alter in den Rath, 

Die Frau ins Bad, 

An Höfen fällt es fchwer, hohes Alter zu erreichen. 
Jedes Alter bat feine Weiſe. 

Se länger je ärger, 

Ze älter je kärger. 

Wer altet, 

Der Taltet. 

Der Amboß ift des Laͤrms gewohnt. 

Der Amboß fragt nad) Teinem Streich. 

Der Amboß erfchridt vor bem Hammer nicht. 
Ameifen haben auch Galle. 

Amen ift bes lieben Gottes großes Siegel, 

Das ift fo gewiſs als Amen in der Kirche, 

Du haft Ammenmweife: was das Kind nicht verzehrt, ißeft du. 
Soll die Ampel brennen, fo muß man Del zusichen. 
Amt ohne Sold macht Diebe, 

Kein Aemtchen ſo klein, es iſt Henkens werth. 

Es iſt kein Aemtlein, 

Es hat fein Schlaͤmplein. 

Aemtchen bringt Kaͤppchen. 


2714. Wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch Verſtand. 
2715. Das Amt lehrt den Dann. 

2716. Das Amt macht wohl fatt, aber nicht ug. 

2771. Verkauft der Fürſt das Amt, fo hält ber Amtmann offenen 


% 


Martt. 


218. Aemter und Zünfte müßen fo rein fein als wären fie von 


Zauben gelefen. 


Aemter — Ammann. 


. Was unehrlich ift, das können die Aemter nicht leiden. 
. Aemter wären fon gut, wenn nur das Rechnungthun nicht 


wäre. 


. Sedermann will ben Amteſchimmel reiten. 
. Wer ein Amt bekommt, bleibt nicht wie er iſt, Lung und 


Leber kehren ſich um. 


.Ueberkommt Einer ein Amt, fo redet er nicht mehr feine 


Sprache, er hebt an fchwäbifch Chochdeutfch) zu reden. 


. Neue Schuhe und neue Beamten liegen härter an ale die 


alten. 


. Weil die Obrigkeiten in der Schrift Götter heißen, fo meint 


jeder Amtmann, er wär ein Oelgoͤtz. 


. Mancher Amtmann giebt feinem Herrn einen Nutzen vor, da 


fieben Schäden hinter find. 


. Amtleute geben dem Deren ein Ei, 


Und nehmen ben Unterthanen zwei, 


. Amtleute follen die Baucrn hegen und nicht fegen, 


Sich ihrer erbarmen und fie nicht verarmen, 
In Roth erfreuen, nicht mit Strafe bebreuen, 
Ihre Arbeit ehren und nicht beſchweren. 


. Der Menſch ift eher geboren als der Amtmann. 
. Die Aemter find Gottes, die Amtleute des Teufels 
. Dan foll die Aemter mit Leuten, nicht bie Leute mit Aem⸗ 


tern verfehen. 


- Zu Aemtern braucht man nicht Landeskinder, fonbern Männer, 


. Das Amtskleid ift der Deckſchalk. 
. Amt wird Keinem zur Ehe gegeben, drum fol mans brauchen 


weit mans bat. 


. Haft du kein Geld, fo werd ein Amtmann, fagte jener Hof: 


narr zu feinem Fürften. 





396. 


315. 
. Anfang ift kein Meifterftüd. 


Amt — Anfang. 15 


Wer ein Amt genommen, 
Iſt der Freiheit verkommen. 


. Warte deines Amtes. 

. Was beined Amtes nicht ift, da laß beinen Fürwitz. 

. Wer anbeißt, läßt. felten davon. 

. Spar deine Andadht nit bis aufs Aandau⸗ und deine 


Faſtnacht nit bis zum Karfreitag. 


. Er liegt in der Andacht wie der Pfaff ver dem Palmeſel. 
. Andere fehen zu, Er hat zugegriffen. 
.Frage nicht, was Andre machen, 


Acht auf deine eignen Sachen. 


. Andrer Mann, andres Glück. 
. Auf andre Leute Jeder ficht, 


Doc Niemand merft was Ihm gebricht. 


. Wer fi auf Andre verläßt, der ift verlaßen. 
. Mit Anderer Sachen muß man behutfamer umgehen ald mit 


feinen eigenen. 


. Aendern und beßern find zwei. 
. Was man nicht kann ändern, 


Das muß man laßen fchlendern. 


. Was du nicht ändern kannſt, das nimm geduldig bin. 
.Es muß ein Ding einen Anfang haben. 

. Aller Anfang ift ſchwer. 

. Aller Anfang iſt ſchwer, ſprach ber Dieb und ſtahl zuerſt 


einen Amboß, 


. Anfangen ift leicht, 


Beharren ift Kunſt. 
Der Anfänger (Erfinder) ift aller Ehren werth. 


317. 


318. 
319. 
320. 


321. 
322. 


323. 
324. 
'325. 
326. 
. Suter Anfang ift halbe Arbeit. 

. Wers links anfängt, dem gehts linke. 

. Was Einer angefangen oder zugefchnitten, fol ein Anderer 


Anfang _ Angel. 
Schlechter Anfang 

Gewinnt Krebsgang. 

Böfer Anfang, böfes Ende. 

Schlimmer Anfang bringt wohl gut, Enbe. 
Guter Anfang, gut Behagen, 

Das Ende muß bie Laft tragen. 


Es liegt nicht am wohl anfangen, ſondern am wohl enden. 
Anfang und Ende 

Reichen ſich die Hände. 

Wo ein Anfang iſt, muß auch ein Ende fein. | 

Wer viel anfängt, endet wenig. . 
Anfang heiß, Mittel lau, Ende Halt. 

Beßer nicht anfangen, denn erliegen. 


nicht ausmachen. 


. Dem Anfang muß man wibderftreben. 
. Anfechtung madht gute Chriften. 
. AÄngeboren 


Iſt unverloren. 


. Wer nichts an bie Angel ftedt, der fängt nichts. 
. Angle, willft du Fifche fangen. 

. Ein Angler muß wißen wann er ziehen foll. 

. Wenn du die Angel ziehſt zu früh, 


So fängft du nie. 


. Man muß bie Angel einwerfen und bie Fiſch herauszichen, 
. Die Angel zieht auch wohl- ummillige Fifche. 
. Wer allzeit angelt, 


Dem nimmer mangelt. 


340. 
341. 


342. 
343. 
HA. 
345. 
346. 
347. 
348. 
349. 
350. 
351. 


352. 
353. 


354. 
355. 
356. 
357. 
358. 
359. 


360. 


361. 


Angerũhtt — Anfehen. ' 17 
Angerübrt, 
Deimgeführt, 
Angefidht 
Falſcher Wicht. 
Das Angeſicht verräth den Mann. 
Das Angeſicht iſt der groͤſte Verraͤther. 
Das Angeſicht macht die Rechnung. 
Das Angeſicht weiſets aus. 
Freundlich Angeſicht iſt halb Zugemüſe. 
Schoͤnes Angeſicht verkauft einen grindigen A —. 
Man muß die Sache angreifen, wo man fie faßen kann. 
Angft und Schreden bringt den Lahmen auf die Weine. 
Angſt madt auch ben Alten laufen: 
Kur nicht ängftlich, fagte der vr sum Regenwurm, da 
fraß er ihn auf. ; 
Anſchauen macht Gedanken. 
Anſchauen macht Liebe, 
Gelegenheit Diebe. 
Anſchlaͤge gehen mit der Sonne auf und nieder. 
Biel Anſchläge geben zurück in Einem Jahr. 
An Anfihlägen verliert man am Meiften. 
Große. Anfchtäge haben bleinen Nachbruck. 
Die hölzernen. Anſchläͤge find bie beflen. 
Die Anfchläge der Zimmerleute halten am laͤngſten. 
Eichene Anfchläge rotten nicht. ' 


Gr hat einen anfchlägigen Kopf, wenn er die Treppe her: 
unter fällt. 


362. Das Anfehen bat man umfonft. 


363. 


Das Anfehen ſchlaͤgt die Leute. 


Dtſche Sprichwoͤrter. 2 


+8. 
364. 


365. 
366. 


367. 
368. 
369. 
370. 
371. 
372. 


373. 
374. 
375. 
376. 
317. 
378. 
379. 


380. 
381. 
382. 


383. 
384. 
385, 
386. 


387. 


Anfehen — Apfel, 


Waͤchſt das Anfehn fpannenlang, 

Waͤchſt die Thorheit ellenlang. 

Anfehen macht gebenten, | 

Was wohl anfept, 

Laͤßt gute Letzt. 

Wer ſich anſpannen laͤßt, der muß ziehen. 

Wer nicht angeſpannt hat, dem kann man nicht vorſpannen. 

Keine Antwort iſt auch eine Antwort. 

Es gehoͤrt nicht auf alle Fragen Antwort. 

Gute Antwort bricht den Zorn. 

Wer antwortet auf unnuͤtzes Geſpei, 

Der macht aus Einem Unglück zwei. 

Anwerbung macht keine Verbindung. 

Anweifung ift feine Zahlung. 

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, 

Gin fauler Apfel ſteckt hundert an, 

Ein fauler Apfel macht zehn. 

Ein Apfel der runzelt, fault nicht bald, 

Ei, beim Big! 

Das ift ein füßer Apfelfchuig! 

Der Apfel ſchmeckt füß, um ben man bie Wade beträgt. 

Es find füße Aepfel, welche der Hüter überficht. 

Wer in einen ſauern Apfel gebißen hat, bem ſchmeckt der 
füße .defto beßer. 

Schöne Aepfel find auch wohl fauer, 

Rothe Aepfel find auch faul, 

Der Apfel fieht roth, doch figt ein Wurm barin, 

Iſt in fhönem Apfel Fein Wurm, fo wäre doch gern einer 
drin. 

Der Baum trägt fich felbft keine Apfel. 


Apfel — Arbeit. 10 


388. Wer fonft. nichte hat, der giebt Aepfel und Birn. 
389. Wenn Aepfel und Nüße kommen, ſoll man ſchäckern. 
390. Man muß ſich nicht Aepfel für Citronen verkaufen laßen. 
391. Da ſchwimmen wir Aepfel, ſprach ber Roſsdreck und 
ſchwamm unter Aepfeln den Bach hinab. 
392. Dem Apotheker traue der Teufel, beide haben viel Büchfen. 
393. So Fauft mans in ber Apotheke. 
394. Uebel gefprochen iſt wohl appelliert, 
395. Der Appetit kommt, wenn man was Gutes vor ſich hat. 
396. Am erften April 
Schickt man die Narren wohin man will. 
397, April . 
Shut was er will. 
398. Iſt der April auch noch fo gut, 
Schneits dem Bauern auf ben Hut. 
399. Aprilen Bluth 
Thut felten gut. 
400. Trockner April 
Iſt nicht des Bauern Will; 
Aprilen= Regen 
Sft ihm gelegen. 


41. Der April 


Seht das Korn wie er will. 


408. Wenn April bläft in- fein Horn, 

So fteht es gut um Heu und Korn, 
403. Aprilfloͤcklein 

Bringen Maiglödlein, 
404. Arbeit ift bei Armut gut. 
405. Wo Arbeit das Baus bewacht, kann Armut nicht hinein. 
406. Arbeit ift des Ruhmes Mutter. 

2* 


418. 


421. 
422. 
423. 
424. 


. 425. 
426. 


427. 
428. 


Atbeit. 


. Arbeit bat bittere Wurzel aber füße Frucht. 
. Arbeit 


Gewinnt allezeit. 


. Arbeit gewinnt allezeit etwas. 

. Arbeit gewinnt Feuer aus Steinen, 

. Arbeit gebiert Ruhe. 

. Nach gethaner Arbeit iſt gut ruhen. 

. Wer nicht arbeitet fol auch nidt ehen. 


Wer nicht arbeiten will, 
Der laß das Brod auch liegen ſtill. 


. Arbeiten bringt Brot, 


Faullenzen Hungersnoth. 


. Arbeit hat allezeit Borrath. 
. Um Arbeit ift Alles feil. 


An Gotted großem Kram find ale Maaren um Arbeit feil. 


. Dem Arbeiter hilft Gott. 
. Die Arbeit ift unfer, das Gebeihen Gottes. 


Willſt du nicht arbeiten, fo Hilft die Bein Beten, 

Wer treulich arbeitet, betet zwiefältig. 

Jeder Arbeiter ift feines Lohnes werth. 

Die Arbeit auf den Rüden trägt 

Den Lohn, wie man zu fagen pflegt, 

Schmuhige Arbeit, blankes Geld. 

Wer vorher nicht reich gewefen, dem thut die Arbeit nicht 
webe. 

Ungewohnte Arbeit bringt Beulen. 

Arbeitfamkeit ift die befte Lokterie. 


429. Arbeitäfchweiß an Händen hat mehe Ehre als ein golbener 


Ring am Finger. 


« &rbeit — Argwohn. 5 


430. Wer nicht gerne arbeitet, hat bald Fejerabend gemacht. 
431. Dem Arbeiter ein Brot, dem Felerer zwei. 
432. Ein Arbeiter muß zwei Feieter haben. 
433. Arbeit und Sparen macht reiche Knechte. 
434. Arbeiten und Sparen macht zuſehends reich. 
435. Wer Arbeit liebt und ſparſam zehrt, 
Der fih in aller Welt ernährt, 
436. Arbeit ohne Vortheil wird ſauer. 
437. Bon großer Arbeit farben die Pferde, 
438. Es ift bös arbeiten und Waßer trinken. 
439. Wer fchießen foll muß laden, wer arbeiten fol muß eßen. 
440. Pferdearbeit, Beifigfütter, 


441. Der Eine hat Arbeit und Flieiß, 
Der Andre Nugen und Preis. 


442. Wer ber Arbeit zuficht, wird bavon wicht mübe. 

443. Zuviel Arbeiter richten wenig aus 

444. Wer nad) großer Arbeit trachtet, dem wird fie zu Theil, 
445. Arg läßt ärger Kind, 

„446. Wer Arges thut, der ſcheut das Licht, 

447. Dem Xergften giebt man das deſte Theil, 


448. Es gilt Leine Arglift, 
Wo fich findet, Merkliſt. 


449. Arglift ift nicht Weisheit. 

450. Argwohn ißt mit dem Teufel aus Einer Schüßel. 
451. Argwohn ift des Teufels Hure. 

452. Argwohn ift ein Schalt. 


453. Der Argwohn ift ein Schalt und wie er ift, verdenkt er 
Jedermann. 


454. Argwohn betrügt den Mann. 
455. Argwohn ift kein Beweis. 


410. 


411. 
412. 
413. 
4714. 


475. 
476. 


477. 


Argwohn — Armen. 


. Dem Argwohn gehört ein Beil. 
. Argmwohn riecht ben Braten ch das Kalb gefchlachtet ift. 
. Argwohn ſieht einen weißen Hund für einen Müllerss 


knecht an. 


. Beßer den Arm brechen. als ben Hals. 

. Armfchmalz thute. 

. Da weiß ich keinen Aermel anzuſetzen. 

. Wenn man bie Armbruft überfpannt, fo zeefpringt fie. 
. Arm oder Reich, 


Der Zod macht Alles gleich. 


. Arm und Reid: Schlimm und Schlemm. 

. Beßer arm in Ehren als reich mit Schanden. 

. Es wirb keiner arm als ber nicht rechnen Tann. 

. Arm fein ift eine Kunft, wers kann! 

. Arm unb fromm war nur bei Joſeph im Stalle. 

. Arm ift nicht wer wenig ‚hat, fondern wer viel bedarf. 


Lang arm, lang unfelig. 

Arme haben die Kinder, 

Reiche die Rinder. 

Der Arme behält feine Hühner, ber geiche ſeine Tochter 
nicht lange. 

Reicher Leute Krankheit und armer Leute Braten riecht 
man weit. 


Es gilt mir gleich eine Arme oder eine Reiche, wenn ſie 
nur Geld hat. 


Die Armen müßen tanzen wie bie Reichen pfeiffen. 

Der Reihen Schatzung ift: die Armen müßen die Haut 
hergeben. 

Die Armen helfen die Füchſe fangen, 

Die Reiche in den Pelzen prangen. 


478. 


Armen — Armer. 23 


Die Armen helfen Alle, 
Das kein Reicher falle. 


479. Laß dem Armen auch fein Brot. 


480. 
481. 


482. 
483. 
484. 
485. 


486. 


487. 
488, 


489. 
490. 
491. 
492. 


493. 


494. 
495. 


..Der Arme gehört hinter die Thür. 
.Es iſt beßer die Armen fißen vor deiner Thür, als du vor 


Der Arme ißt wann er was hat, ber Reiche wann er will, 

Wer den Armen leiht, dem zahlt Gott die Binfen. 

Wer einem Armen hilft, gedentt an ſich felber. 

Dem Armen gegeben ift wohl gefät. 

Armen geben iſt gewiflfe Einnahme. 

Wer Armen giebt wird nimmer arm. 

Mer den Armen fein Ohr verftopft, 

Den hört St. Peter nicht, wenn er Hopft. 

Der Armen Herberg ift bei Helfdirgott. 

Der Arme 

Heißt Gott erbarme. 

Arme mag man haben, Bettler nicht. 

Dem Armen bilf, den Bettler verjag. 

Btödigkeit ift dem Armen wenig nüß. 

Armer, der fi ſchaͤmt, bekommt nichts, 

Bekommt der Arme ein Stüd Brot, fo reißt ed ihm der 
Hund aus der Hand. 

Arme Leute kennt Niemand. 

Armer Dann, unwerther Gaſt. 


“ 


ihrer. 


. Dee Arme muß in ben Sad, 

. Arme Leute follen nicht leder fein. 

. Arm Mann leder hat feinen Willen nicht, 
. Ein armer Mann ift felten ein Graf. 


24 


502. 


524. 


Armer — Armut. 


Armer Leute Pracht 

Währt über Nadıt: 

Zween Zage weiß Brot, 
Darnach Jammer und Roth, 


3. Armer Leute Hoffart währt nicht. lange. 
. An armer Leute Doffart wifcht der Teufel den A —. 
. Armer Leute Hoffart und Kälbermift, 


Verriechen gern in kurzer Friſt. 


. Arme Leute Eochen dünne Grüße, 

. Es iſt viel Speife in den Furchen der Armen. 

. Arme Leute fchlafen für wohl eßen. 

. Arme Leute haben bald abgefpeift. 

. Armer Leute Säfte gehen früh nach Haus. 

. Gift findet man nicht in armer Leute Küchen. 

. Arme Leute find in ihrem eignen Haufe nicht daheim. 
. Arme Leute haben weit heim. 

. Armer Leute Reben gilt nicht. 

. Armer Leute Reben gehen viel in einen Sad. 
. In armer Leute Mund verdirbt viel Weisheit. 
. &8 verdirbt viel Weisheit in eines armen Mannes Zafche. 
. Armer Leute Wig gilt nicht, Waßerkrug ift nicht Hug. 

. Es gebührt fi wohl, daß ein armer Mann Konrad heiße. 
. An armer Leute Bart lernt der Zunge fcheeren. 

. Der Arme fchläft in Sicherheit. 

. Armen bat nie kein Gelb gebrochen, 


Als den Sonntag und die ganze Wochen. 


. Sch wollte, wer gern arm wäre, daß er fein Lebtag müfte 


arm fein. 
Armut und Hunger 
Haben manchen Junger. 


525. 
526. 
527. 


528. 
529. 


530. 
531. 


532. 
533. 
534. 


535. 
536. 
537. 


538. 


539. 


540. 


541. 


542. 
543. 


544. 


-Armat. 25 


Armut ift des Reihen Kuh. 

Armut ift des Reichthums Hand und Fuß. 

Was die Armut ſchwer macht, macht auch den Reichthum 
ſchwer. 

Zwiſchen Armut und Reichthum iſt das deſte Leben. 

Armut ſtudiert, 

Reichthum bankettiert. 

Wer Armut ertragen Tann, ift reich genug. 

Fröhliche Armut 

Iſt Reichthum ohne But. 

Armut ift ein fröhlid) Ding. 

Armut ift nicht Armut, fie fei denn nicht fröhlich. 

Armut macht nicht arm, 

Sie fei denn, daß Gott erbarm. 


Der Armut geht wenig ab, dem Geize Alles. 

Armut ift angenehm. jr) | 

Armut : . 

Iſt fürs Podagra gut. sg u 
Armut ' | “ | —F 
Iſt für Thorheit gut. | er 
Armut 

Sf der Taſchen gut. 

Armut 


Aller Thür zuthut. 


Wenn die Armut gur Thür eingeht, fliegt die Liebe zum 
Tempel hinaus, 


Armut ift ein unmwerther Saft. 

Armut ift eine Lafl, » 

Alter ein unwerther Gaſt. 

Armut und Alter, das find zwei ſchwere Bürden, es wär | 
an einer © genug. 


Armut. 


. Armut thut dem Alter weh. 
. Junges Blut, 


Spar bein Gut, 
Armut im Alter wehe thut. 


. An ber Armut will Jeder den Schuh wiſchen. 
. Armut erfährt viel, 
. In der Armut lernt man Freunde kennen. 


. Armut ein Schalt n 


Macht fetten Balg. 


. Armut macht unverſchaͤmt. 

. Armut ift eine Haderkatz. 

. Armut geht nicht betteln. 

. Armut hat allenthalb Geleit. 

. Armut bütet wohl. 

. Armut lähmt nicht. 

. Armut ſucht net Wege. 

. Armut findet alle Weg und Stege. 

. Armut findet Alles auf den erften Griff. 

. Armut fucht Eifl, 

. Armut hat einen Sinn mehr — die Roth. 
. Armut ift der fechfte Sinn. 

. Armut lehrt Künfte. 

. Armut der Künfte Mutter. 

. Wär Armut nicht, fo wär keine Kunft. 

. Armut ift eine Kunft, wers kann! 

. Armut lehrt geigen. 

. Armut bat Städte gebaut. 

. Armut ift liftig, fie fängt auch einen Fuchs, 
. Armut ift keine Sünde, 








571. 
572. 
673. 
574. 
575. 


587. 


590. 
. Neuer Arzt, neuer Kirchhof. 


Armut — Aut. 27 


Es ift keine Sünde denn Armut. 

Bas aus Armut gefchieht, fol man leicht vergeben. 

Armut ift feine Schande noch Unehre. 

Armut ſchaͤndet nicht, aber Lafter fehänben. 

Armut ift keine Schande, aber ein leerer Sad fteht nicht 
gut aufrecht. 


. Armut ift auslagefrei. 
. Armut kann nicht verlieren, 


Armut kann nicht regieren. 


. Es taugt Fein U... ohne Bezwang. 
. Paulus fpricht zu Peter: 


Reib den A—, fo geht er. 


. Faule Hunde reiten auf dem A—, wenn fie jagen follen, 
. Wer felten reitet, bem -thut der A— weh. 

. Aus einem verzagten A— fährt kein fröhliher S—. 

. Art läßt nicht von Art 


Der Bol nicht feinen Bart, 
Das Sped nicht von ber Schwart. 


. Was artig ift, ift Hein. 
. Es geht zu wie an König Artus Hof: bie Hunde tragen 


ganze Köpfe davon. 


. Arznei 


Iſt galgenfrei. 
Theure Arznei hilft immer, wenn nicht dem Kranken doch 
dem Apotheler. 


. Eine Arznei dient nicht für allen Schaden. 
, Arznei hilft, wenn Gott will, 


Wo nicht, fo iſts des Lebens Ziel, 
Arzt, hilf dir felber. 


592. 
. Gelinder Arzt bei fanlem Schaden macht Uebel ärgee, 
594. 
595. 
896. 
. Der ficherfte Arzt ift Vetter Knochenmann. 

. Die Aerzte müßen alt, die Apotheker . und bie Bar⸗ 


Art — Kuge: 
Junger Arzt, hödriger Kirchhof. 
Weichlicher Arzt macht faule Wunden... 


Tröfte Gott den Kranken, der den Arzt gum Erben fegt. 
Aerzte find unferes Herrgotts Menſchenflicker. ' 


bierer jung fein. 


. Ach vor, Aſch nad. 

. Bon der Afchen in bie Gluth. 
601. 
. Man btäft fo lang in die Afche, bis einem bie Funken in 


Man fiehts an der Afche noch, wo ber Topf geflanden bat. 


bie Augen ftieben, 


. Mander hat mehr in ber Aſchen 


Als ein anderer in der Taſchen. 


. Er fammelt die Afche und verfireut dad Mehl. 


605. Einen böfen Aft Toll man leiden bes Baumes willen. 
606. Auf einen Enorrigen Aſt gehört ein derber Keil. 
607. Böfem Afte fcharfe Art. 
608. Er ift am kurzen Athem geftorben. 
609. Was man nit aufhalten kann, foll man laufen laßen. 
610. Aufrecht hat Gott lieb. 
611. Aufſchieb 
Iſt ein Tagedieb. 
612. Aufgeſchoben 
Iſt nicht aufgehoben. 
613. Man muß früh aufftehen, wenn man früh fertig werben will. 
614 


.Früh aufftehen macht nicht eher tagen. 
615. | 


Aug um Auge, Bahn um Zahn. 





‚Augen. 39 


616. Das Auge ift des Herzens Zeuge. 
617. Was die Augen fehen glaubt das Herz. 


618. 


Bas die Augen fehen betzägt das Herz nicht. 


619. Was das Auge nicht ſieht, beſchwert das Herz nicht. 
620. Das Auge ſiehts, 


621. 


Im Herzen glühts. 
Ein Auge iſt Nothdurft, zwei Hoffart. 


622. Mancher ficht mit einem Auge mehr als. ein Anderer mit 


637. 


638. 


zweien. 


. Mander ſchlaft mit offnen Augen wie ber Haſe. 

. Draußen bat man hundert Augen, daheim kaum eins, 
. Zwei Augen fehen mehr als eins. 

- Bier Augen fehen mehr ald zwei. 

. Mit vielen Augen it beßer fehen denn mit Einem. 

. Zwei Augen, zwei Ohren, nur Ein Mund! 

. Um Ein Auge wär die Kuh blind! | 
. Wer nur Ein Auge bat ift allzeit ange bafür (wiſcht es 


genau). 


. Ein Aug ift lieb. 
. Wenn das Aug nicht fehen vi, 


So helfen weder Licht noch Brill. 


. Wer feine Augen im Brillenfutter hat, der Tann viel übers 


feben. 


. Wer die Augen bei ſich hat, ſtolpert nicht. 
. Wer die Augen nicht aufthut, muß ben Beutel aufthun. 
. Wer eintauft bat hundert Augen nöthig, wer verkauft nur 


eins. 


Wem die Augen in der Jugend ausgeſtochen ſind, der ſieht 
ſein Lebtag nichts. 


Boͤſe Augen ſehen nie nichts Gutes. 


661. 


Auge — Auskehren. 


. Ein bös Auge verberbt das andere. 

. Man muß hinten und vorn Xugen haben. 

. ®er mit fremden Augen ſieht, fiebt je länger je weniger. 
. Die Augen find Keinem von Butter gemacht. 

. Die Augen find größer als der Bauch. 


Das Auge fieht fi nimmer fatt. 


. Den Geiz und bie Augen kann Niemand "erfüllen. 

. Die Augen glauben ſich ſelbſt, die Ohren andern Leuten. 

. Ein Augenzeuge gilt mehr denn zehn Ohrenzeugen. 

. Angenfcgein ift aller Welt Zeugniſs. a 

. Aus den Augen, aus dem Sinn. - 
. Die Augen find der Liebe Pforten, 

. Blaue Augen, Himmelsaugen 


Braune Augen, Liebesaugen, 
Schwarze Augen, Diebesaugen. 


. Augenblid 


Giebt das Süd. 


. Im Augenblid Tann fi) begeben, 


Was man nie gebadht im Eeben. 


. Augendienen thut nie kein Gut, x 

. Augenfreund, Rüdenfeind. | 

. Augenfreunde, falfhe Freunde. 

. Was der Auguft nicht kocht, läßt der September ungebraten. 
. Der Ausgang wirds lehren. 

. Weibern und Jungfrauen war ausgehen nie fo gut, das 


heimbleiben war beßer. 


. Aushordher und Angeber 


Sind des Teufels Netzeweber. 
Beim Auskehren wird ſichs finden — wer in die Stube 
bofiert hat, 








Auslacht — Baͤchlein. 31 


662. Wer mich auslacht, kann mich auch wieder anlachen. 
663. Jeder hüte ſich vor der erſten Auslage. 

664. Jeder iſt feiner Worte beſter Ausleger. 

665. Viele wißen viel, aber keiner hat ausgelernt. 

666. Was man ausleiht, befert fi nicht. 

667. Sute Ausrede ift drei Bagen werth. 

668. Wer austheilen will, muß auch einnehmen. 

669. Wer ausgiebt, muß auch einnehmen. 

670. Ausweichen muß man zur Rechten. 

671. Wer nicht auszieht, Tommt nicht heim. 


672. Außen fir, innen nix, 
Außen nir, innen fir. 


673. Wenn es aufs Xeußerſte kommt, ſo brichts. 


B. 


674. Vor Geld fallen Baals Brüder 
Wie vor dem goldnen Kalbe nieder. 


675. Bacchus der Vater, Venus die Mutter, Se bie Hebamm, 
Erzeugen das Podagram, 

676. Wenn Bacchus das Feuer fchärt, fo ſigt Venus beim Ofen. 

677. Ueberm Bach wohnen aud Leute. 

678. Mancher flieht einen Bad und Fällt in ben Rhein. 


679. Aus dem Saͤchli wirb ein Sad, 
Aus dem Rünsli wirb ein Bad. a 


680. Mer dem Büchlein nachgeht, Tommt zu dem Brunnen. 
681. Viel Bächlein machen auf einen Strom. . 
682. Die Heinen Bächlein kaufen: in bie großen, 


Baden — Balk. 


. Die, Baden aufgeblafen, der König kommt! 

. Baden und Brauen geräth nicht ‚allzeit wohL.., 

. Was Einer nichk bedt, das braut ber andre. 

. Gegen den Badofen it übel, gaffen. 

. Vor dem Badofen machfen keine Kräuter, unb eb fie da 


wüdhfen, fie würben doch durch, bie Hitze nerbrennen, bie 
daraus geht. 


. Bad, Wein und Weiber 


Erquiden unfre Leiber. 
Bad, Wein und Weiber " 
Verderben unfre Leider. 


. Wer viel ind Bad geht, der wird viel gewafchen. 
. Mandher reift trägig ind Bad ‚und kommt raͤudig wieder 


heim. 


.Es Hilft kein Bad an einem Juden oder Raben. 
. Baben 


Wendet nicht allen Schaden. 


. Bas zu Beben geſchieht, muß man zu Baden liegen laßen. 
. Wer ertappt wird, muß dad. Bab austragen. 
695. 


Man foll das Kind nicht mit dem Bade verfchütten. 


696. Bott ift Fein Baier, 


697. 


Die Edelleute in Baiern mögen jagen weit ih das 
Blaue am Himmel erfiredi. - 


. Bald tft angenehm. 


. Bald geben iſt doppelt ‚geben. 
. Sieb bald, 


&o wirb der Dank alt 


. Bald gethan iſt viel: gethan. 
. Was bald wird, vergeht auch bald wieder. 
. Wer bald anfängt, muß balb aufhören. 





Bald — Barnabas. 33 


704. Bas bald auffliegt, fliegt bald ab. 

705. Baid angerannt ift halb gefochten. 

706. Bald aufgezudt, bald Hingeworfen. 

7107. Bald reich, bald arm, bald gar nichts 

7108. Ber den Balg verliert, muß den Schwanz brein geben. 
709. Er hat mehr auf dem Balg als das Fleiſch werth iſt. 


710. Dan fieht den Spiitter im fremden Kuge, im eignen den 
Ballen nicht. 


7111. Wir wollens an den Ballen fehreiben, wo's Geißen und 
Kälber nicht ableden. 


7112. Ein gut gefpielter Ball findet immer fein Lo. 

713. Verbeßert durch Johann Ballhorn. 

714. Trachte auf die Bank, bu konnnſt wohl darunter. 

715. Wer unter die Bank will, den ſtoͤßt man bald darunter. 
716. Unter der Bank neidet man Keinen. 

717. Auf ungewiſchter Bank iſt gut finden. 


7118. Wer auf der Bank ſchläft, ben ſticht weber zeder noch 
Stroh. 


119. Guter Bankettier, guter Bankerottier. 

720. Bär und Büffel können keinen Fuchs fangen. 

7231. Allen Ihieren ift Friede gefegt außer Bären und Wölfen. 

722. Man fol die Bärenhaut nicht. verkaufen ehe der Bär ge⸗ 
ſtochen iſt. 

723. Du ſuchſt den Bären und ſtehſt vor ihm. 

124. Es iſt beßer einen Bären loslaßen als einen Bäaͤren an- 
binben. 

7235. Die Bären brummen. 

726. Barmherzigkeit macht viel Freunde. 

1237. Regnets auf St. Barnabas, 

Rehren die Trauben bis ind Faß. 
Dtſche Volksb. 5 Bd. 3 





7142. 


Bart — Basen. 


. Der Bart ziert den. Mann. 
129. 
130. 
7131. 
. Bärte fchlagen bie Leute nicht. 
133. 
734. 
135. 


Der Bart wadert den Mann. 
Der Bart war früher als der. Mann... 
Wo kein Bart, da ift. auch Tein Verſtand. 


Machte der Bart heilig, fo wär ber Geißbock Dig Bater. 
Niemand fpeit in ben. eignen Bart. 

Wer fid) im Bart grafen läßt, dem boflert man zulegt ins 
Maul. 


. Wafch mir den Bart, fo waſch ich dir die Hand. 
. Laß dir darum keinen Bart wachlen. 
138. 


Wer den Bart läßt wachfen, der hat eine Schalkheit ges 
than, ober hat eine im Sinn, . 


). Man fol nicht um bed Kaifers Bart fireiten. 
740. 


Schwarzer Kopf, rother Bart, 
Böfe Art. 


. Schlägft du mi mit der Barte, f ſchlag ich dich mit dem 


Beile. 
Wie ſich Bartelmaus Hält, 
So iſt der ganze Herbſt beſtellt. 


.Bartelmies 


Spart Botter onn Kies, 
Lingen⸗Hoſen onn Strüh⸗Höt. 


. Bartel weiß ſchon wo er den Moſt delt, 
. Hört up, Liefmann: 


Kennt gy nit de grote König Bafan? 


. Er fieht aus wie der Tod zu Bafel. 
. Keine Mutter trägt einen Baflard, 
. Ein Baftard bringt fo groß Brot für einen Pfennig als ein 


Ehekind. 


. Ein boͤſer Batzen, ber feinen Herren nicht loͤſen will. 








750. 
. Ein guter Basen, ber einen Gulden erfpart. 
752. 
753. 
154. 
755. 
756. 
157. 
158. 


75 


— 


159. 


760. 
i61. 
762. 
763. 
764. 
165. 
766. 
767. 
768. 
769. 


770. 


111. 


TT2. 
773. 


| Basen — Bauch. 35 
Fünfzehn Basen um Einen Gulden. 


Beßer ein gefchiwinder Basen ald ein langſamer Gechfer. 

Der Bauch ift ein großer Schaft. 

Der Bauch macht Huren und Buben. 

Der Bauch iſt ein boͤſer Rathgeber. 

Der Bauch macht uns alle zu Schelmen. 

Man füllt leichter den Bauch als die Augen. 

Der Bauch iſt ein Wirthshaus, 

Die Gäſte gehen ein und aus. 

Voller Bauch 

Ein fauler Gauch. 

Voller Bauch ſtudiert nicht gern. 

Mit vollem Bauch iſt gut Faſtenpredigt halten. 

Voller Bauch lobt das Faſten. 

Bon Worten wird ber Bauch nicht voll. 

Der Bauch läßt fich nichts vorlügen. 

Der Bauch Hat keine Ohren. 

Wenn der Bauch voll ift, ift das Haupt blöde, 

Auf vollem Bauch fteht ein fröhlich Haupt. 

Iſt der Bauch fatt, fo ift das Herz froh. 

Bolle Schläuche, 

Dide Baͤuche. 

Bauchknecht 

Iſt ein groß Geſchlecht. 

Wenn der Bauch ſchwillt, 

Sieht man wo e8 gilt. 

Beßer in die weite Welt ald im engen Baudı 

Der Teufel greift die Leute am Bauch an, wo fie am 
Weichſten find. 


3” 





774. 
775. 
176. 
777. 
778. 
779. 


780. 


781. 
782. 
183. 
784. 
785. 
786. 


187. 
188. 
189. 
790. 
791. 
7192. 


793. 
794. 


795. 
796. 


Bauch — Bauern. 


Der Bauch ift Ihm fo weich wie mir, 

Bauen kann nur Hab ih nicht Hättidh. 

Bauen macht ben Beutel ſchlapp. 

Bauen ift eine Luft, nur. koſtet es Geld. 

Wer bauen will muß zwei Pfennige für einen rechnen. 


Willſt du um den Bau nicht weinen, 
Baue nur mit eignen Steinen. 


Viel Bäue fcheue: 

Häufer foll man flügen, 

Gelder fol man nügen. 

Mer baut, findet Gelb, 

Wer hinter mir baut, muß hinter mir wohnen. 
Wer nad) mir fommt, ber mag nad) mir bauen. 
Laß dem Bauern fein Schwein, 

Lieber, laß Bauern auch Leute fein, . 

Der Bauer und fein Stier 

Sind Ein Thier. 

Caute! die Bauern verftehen auch Latein. 
Gemad ins Dorf, die Bauern find trunken! 
So lernt man ben Bauern die Künfte ab, 
Bauern fagen auch etwan wahr, 

Die Bauern lehren Einen Mores. 

Bauern machen Fürften. 


Den Bauern erfennt man an ber Gabel, 
Den Advokaten am Schnabel. 


Der Bauer ift nicht zu verderben, man hau ihm denn 
Hand’ und Fuß ab. 
Wer einen Bauern plagen will, nehme einen Bauern dazu. 


Ber einen Bauern betrügen will, muß einen Bauern mits 
bringen. 


815. 
816. 


.Giebt der Bauer, 


(27 


Bauern. 37 


. Bil man Bauern verderben, fo feße man einen über ben 


andern. 


. Wenn der Bauer nicht muß, 


Rührt er weber Hand no Fuß. 


. Den Bauern gehört Haberſtroh. 
. Rüben in bie Bauern, Heu in bie Ochfen. 
. Weiden und Bauern muß man alle drei Jahr befchneiden, 


fonft werben fie zu geil. 


. Wenn fi der Bauer nicht buͤckt, ſo adert er nicht gut. 
. Der Bauer 


Iſt ein Lauer. 


. Es ift ein Meßer, das fchärfer fchiert 


Als wenn der Bauer ein Edelmann wirb, 


. Wird der Bauer ein Edelmann, 


So gudt er den Pflug mit Brillen an, 


. Wenn ber Bauer aufs Pferd kommt, reitet er ſchärfer als 


der Edelmann. 


. Ein reicher Bauer kennt feine Verwandten nicht. 
. Der Bauer bleibt ein Bauer, auch wenn er fchläft bis 


Mittag. 


% 


So fieht er fauer. 


. Wenn man einen Bauern bittet, fo fchwellen ihm die Stiefel. 
. Bittet man den Bauern, fo ſchwillt ihm der Bauch. 
. Wenn man ben Bauern bittet, wird er um eine Spanne 


länger. 


. Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht. 
. Was weiß der Bauer von Gurkenſalat? Er ißt ihn mit der 


Miſtgabel. 
Was verſteht ein Bauer von Saffran? 
Auch der Bauer ißt nichts ungefalzen. 





Bauer — Baum. 


. Der Bauer glaubt nur feinem Vater. 
. Ein verborbener Bauer giebt einen guten dof⸗ und Schirr⸗ 


meiſter ab. 


. Der Bauer muß dienen wie er beſpannt iſt. 
. Laß dem Bauern die Kirmefs, fo bleibt bu ungefihlagen. 
. Selbft gefponnen, felbft gemacht, 


Rein dabei, ift Bauerntracht. 


. Wer ein Edelmann ift gilt als ein Bauer. 
. &8 Eoftet den Bauern was, fo er ber Edelleute Gevatter 


. » fein will. 


838. 


. Die Bauern ſchlagen einander tobt, aber bie Edelleute 


machen einander die Kinder, 


. Ein Bauer kommt fo bald in den Himmel als ein Edelmann. 
. Beßer ein reicher Bauer denn ein armer Edelmann. 

. Beßer ein gefunder Bauer benn ein kranker Kaiſer. 

. Bauerndienſt, Bauernlohn, 


Herrendienſt, Herrenlohn. 


. Den Bauern iſt gut pfeiffen. 
. Hinter fi hinaus tragen bie Bauern bie Spieße. 
. Er fährt hinein wie der Bauer in die Stiefeln. 


. Die Bauern find alle zulünftiges: Jahr reich. 
. Bauern hätten gut leben, wenn fie’s wüften. 
. Der Bauer ift ſtolzer als der Barbier, er barf auf fein 


. Werk hofieren. 


. Wenn de Bur wat bat, 


Hat he teen Fatt. 


. Wie der Baum fo bie Frucht. 
. @ie der Baum, fo die Birne, 


Wie die Frau, fo die Dirne. 
Den Baum erkennt man an den Früchten. 





839. 


840. 
841. 
842. 
843. 


844. 


845. 


846. 
847. 
848. 
849. 
850. 
851. 
852. 
853. 


854. 
855. 


856. 
857. 
858. 
859. 


860. 


Baum. | 39 
Den Baum an ber Frudıt, 
Den Buben an der. Zucht. 
Aud ein guter Baum bringt ungleiches Ohſt. 
Wer den Baum gepflanzt hat, genießt. felten feine Frucht. 
Der Baum genießt feiner Aepfel nicht. 
In Beinften Raum 
Dflanz einen Baum 
und pflege fein, 
Er trägt dirs ein, 
Gute Bäume tragen zeitig. j 
Krumme Bäume tragen fo viel Obſt als bie "geraden, 
Große Bäume geben mehr Schatten als Fruͤchte. 
Man ehrt den Baum bed Schattens wegen, 
Man neigt dem Baum, der Nugen bringt. 
Den Baum, darunter man ſchauern will, fol man ehren. 
Unter altem Baum ift gut ſchauern. 
Den Baum muß man biegen weil er jung iſt. 
Alte Baͤume ſind bös biegen. 


An jungen Baͤumen, wenn ſie gerade wachſen ſollen, muß 
man immer etwas abhauen. 


Ein alter Baum iſt ſchwer verpflanzen. 


Es iſt dafuͤr geſorgt, daß die Baͤume nicht in den Himmel | 
wachfen. 


Hoher Baum fängt viel Wind. 
Ze höher der Baum, je fchwerer fein Aal. 


Es iſt ein Baum, ber nicht zuvor ein Straͤuchlein ges 
wefen. 


l 


Man muß um Eines Baumes willen nicht ben ganzen Wald 
außrotten. 


iegt der Baum, fo Haubt Jedermann Holz. 


v 


880. 
881. 


882. 
883. 


Baum — Bebharrlichkeit. 


.Es faͤllt kein Baum auf Einen Hieb. 

. Es iſt nicht allen Bäumen Eine Rinde gewachſen. 

. Zm Becher erfaufen mehr als im Meer. 

. &8 ertrinten mehr im Becher als in der Donau. 

. Man muß Beckerskindern keine Stutten geben. 

. Er machts wie der Beder, der ſteckt dad Brod in den Ofen 


und bleibt felber draußen. 


. Bedente warum du bier bift. 
. Was hilft gut bedacht, 


Wirds nicht gut gemacht? 


. Beßer bedient werden als bienen. 

. Bedingen bricht Landrecht. 

. Wer wohl befichlt, dem wird wohl gehorfamt. 

. Wem viel befohlen ift, von dem wird viel gefordert. 
. Wer nichts begehrt, dem geht nichts ab. 

. Wer viel begehrt, dem mangelt viel, 

. Begierde fest Sporen in bie Haut. 

. Begierde ift Kaifer. 

. Des Menſchen Leben nimmt immer ab, aber feine Begierden 


nehmen täglich zu. 


. Borm Beginnen 
Sich befinnen 


Macht gewinnen, 


. Erft befinng, 


Dann beginne. 


Wer weiß wer den andern begräbt? 


Begrabner Schag, verborgner Sinn 
Bringen Riemand Gewinn. 


Behändigkeit ift Leine Hexerei. 
Beharrlichkeit trägt den Sieg davon. - - 











884." 
885. 


886. 


887. 
888. 


889. 


8%. 


Beharrlichkeit — Beklagten. 4 


Beharrlichkeit überwindet Allee. 

Behaupten iſt nicht beweifen. 

Beicht | 

Macht leicht. 

Wer recht beichtet, dem giebt man vechte Buße 
Wie man beichfet, wird man abfolviert. 
Beichte fonder Neu, 

Freundſchaft fonder Treu, 


Gebet ohne Innigkeit, 
Iſt verlorne Arbeit. 


Dem. Beichtvater, Arzt und Aboolaten darf man nichts 
verſchweigen. 


. Wirf das Beil nicht fo ‚weit hinweg, daß bus nicht wieder 


boten koͤnnteſt. 
un. Wa 


. Beinahe Bringt feine Müde um, ET, 
. &8 Auũſten ſtarke Beine ſein, die gute Tage ertragen —— ; 
. Mit kranken Beinen ift fhlimm nad Rom laufen. Pen 
. Es koſtet auch Beine, wenn man auf Steden reitef.. “ 
. So gut mit beiden Beinen im Stod ald mit Einem. 
. Wer gute Beine hat, hat oft fchlechte Stiefeln. 

. Beine giebt man nicht zu Hofe. 

. Du haſt dem Kind die Beine noch nicht gefehen. 

. Er hat was um und an, zu beißen und zu broden. 

. Böfes Beifpiel verderbt gute Sitten. 

. Beimohnung macht Freundſchaft. 

. Bekannte Bahn und alte Freunde find bie beften, 

. Ganz bekannt, halb gebüßt. 

.Bekennen bricht den Hals. 

. Dem Beklagten gebührt das lehte Wort, 


922. 


923. 
92. 
925. 
926. 
927. 


926. 
929. 


Beladen — Befcheert. 


. Den Belabenen fol man nicht meiden. 
. Man muß Belzebue mit Belzebue vertreiben. 
. Einer macht Bendel, ber andre fchneibet fie ab. 


910. Ze Höher Berg, je tiefer Thal. 

911. Ei war kein Berg fo boch, dad Thal war fo niedrig. 

"912. Lobe die Berge und bleib in ber Ebene. 

913. Berg und Thal kommen nicht zufammen aber Menfchen. 

-914. Man muß nicht alle Berge ebnen wollen. 

915. Kommft du nicht auf den Berg, fo bleib doch nicht in der 
Ebene. 

916. Wenns auf dem Berg gereift hat, fo ift im Thal Alles 
erfroren. 

917. Hinter dem Berge wohnen auch Leute. u 

918. Die Alten follen das Bergfteigen den Sungen befehlen. 

919. Gemach fährt den Berg hinauf. 

920. Bergab Leite mich, Bergauf fchone mid, in der Ebene 


brauche mid, fagt das Pferd. 


. Bergauf fachte, 


Bergab, achte, 

Gradaus trachte. 

Steile Berge hinan fleigen, fordert im Anfang Yangfame 
Schritte, 

Sprich nit Hut, eb du über den Berg kommſt. 

Biel Bergleute, viel Arfchleder. 

Ein Bergmeifter fol von Schlegel und @ifen herkommen. 

Viele find berufen aber Wenige auserwählt, - 

Bas Gott befcheert, 

Iſt unverwehrt. 

Was befcheert ift, entläuft nicht. 


Was ich nicht bekomme ift mir nicht befcheert gewefen. 





930. 


931. 
932. 


933. 
934. 
935. 


936. 


9317. 


Beſcheert — Beber. 43 


Bas einem nicht befcheert ift, das führt eine Mäde auf 
dem Schwanz bahin. 

Es ift Alles befcheert Ding. 

Dem ift oft nichts befcheert, 

Der allzuviel begehrt. 

Es ift oft dem Einen (zu) gedacht unb dem Andern beſcheert. 

Man muß beſcheert fuͤr bedacht nehmen. 

Wenn Beſcheerung iſt, ſoll man den Sad aufthun, und das 
Zuknuͤpfen nicht vergeßen. 

Beſcheidenheit 

Das ſchoͤnſte Kleid. 


Wir wollen es heunt beſchlafen. 


938. Beſch — Kinder ſoll man nicht wegwerfen. 


939. 


940. 
941. 


942. 


943. 
944. 
945. 


946. 


947. 
948. 
949. 
950. 
951. 


Das Befshen bat man umfonft. 
Neue Beſen kehren gut. ! 


Neue Beſen Tehren gut, aber die alten fegen die Hütten 
rein. 


Wenn ber Befen verbraucht ift, jo fieht man erft wozu er 
gedient hat. 

Wenn der Befen verbraucht ift, fo muß er in den Ofen. 

Aus Ginem Reis wird Tein Befen. 

Die Beſen Tann man am wohlfeilften geben, bie man fertig 
ſtiehlt. 

Jenachdem man Einem will, ſteckt man cbm Maien ober 
Beſen. J 

Biſt du beſeßen, ſo 1aße dich bannen. 

Die Beſiegten dürfen nicht muckſen. 

Glücklich wer im Beſiztz iſt. 

Wer viel beſitzt, hat viel zu ſtreiten. 

Beßer ift beßer. 





44 


952. 


953. 
954. 
955. 


Beer — Belte. 
Beßer ift beßer, fagte Kobefien Steffen, da gieng er hinter 
der Scheuer weg zwifchen die Nelken figen. 
Es Tommt Fein beßerer. 
Beßer kommt felten nad. 


Man fpricht es wird böfer oder beßer; weil aber das s Glie 
rund ift und das Beſte felten nachkommt, fo begiebt es 
ſich eher, daß es böfer als beßer wird, 


. Beßern ift oft böfern. 
957. 
958. 
959. 
. Aendern ift nicht beßern. 

. Beßer madyen, die befte Buße, 

. Wer fich heut nicht beßert, wird morgen ärger. 
. Das Beßere ift ein Feind des Guten. 

. AU Ding, das fich beßert,. ift gut. 

. Beßerung ift Niemand verboten. 

. Wer Beßerung ins Alter fpart, 


Böfern ift nicht beßern. 
Beßern und böfern fteht in gleicher Wage. 
Man ändert fich oft und beßert fich felten. 


Dat feine Sache ſchlecht verwahrt. 


. Er beßert ſich wie der Pelz im Wafchen. 

. Er beßert fi) wie Kolers Moft, der ift Eſßg worben. 

. Er beßert ſich wie fauer Bier, 

. Er beßert fi wie junge Wölfe, 

. &8 ift hart, ein Beßeres riechen und ein fchlechteres kriegen. 
. Das Befte kauft man am Wohlfeilften. 

. Das Befte ift was man in der Hand hat. 

974. 


Vergiß das Befte nicht! 


975. Das Beſte part man auf die Letzte. 


976. 


Der Mann ift weif und wohlgelehrt, 
Der alle Ding zum beften Zehrt. 





997. 





Beſte — Beteng. 45 


. Das Befte wirb gebacht,. das Boͤſeſte geredet. 
. Das Befte gehört in den Pfaffen. 

. Beten ift kein Kabengeſchtei. 

. Beten | 


Lernt man in Nöthen, 


. 3um Beten 


Kann man nicht nöthen, 


. Roth lehrt beten. 
. Kurz Gebet, tiefe Andacht. 
. Beten ohne Andacht, 


Heißt dem Teufel ein Opfer gebracht. 


. Gebet ohne Innigkeit 


Iſt verlorne Arbeit. 


. Bete und arbeite. 
. Recht beten, halbe Arbeit, 


. Bete als hülfe kein Arbeiten, arbeite als hanfe kein Beten. 
. Biel Gebet und wenig Werke. 


. Wohl gebetet ift halb ſtudiert. 
. Das Gebet ift ein Ranchwerk, das dem Teufel Kopfweh 


macht. 


. Wie Einer betet, fo wird er erhoͤrt. 
. Was brauch ich zu beten? ſagte Kunz, hab ich doch das 


Eßen vom Schloß. 


.Beten gehoͤrt für die Pfarrer. 
. Dem Betrübten ift übel geigen. 
. Betrug 


Iſt der Krämer Wagen und Pflug. 


Ber dic) einmal betrögen hat, dem traue bein Lebtag nicht 
wieder, 


998. Wenn Semand mid) einmal betrügt, fo verzeih ed ihm Gott, 


betrügt er mich zum zweitenmal, fo verzeih es Mir Gott, 


Betrug — Betteln. 
. Der erfte Betrug ift_ärger als der legte. 


. Wer den andern betrügt der madıt einen Get, darin er 


ſich felbft fangen wird. 


. Betrug währt nicht länger als der Soldaten Hoffart und 


der Wittwen Andacht. 


. Betrug hat Jacobs Stimme und Eſaus Hand. _ 
. Betrügen ift ehrlicher denn Stehlen. 
. Wer einen Betrüger. betrügt und einen Dieb beftiehlt, 


erhält hundert Jahr Ablaß. 


. Sm Bett 


Iſt Alles wett. 


. Wie man fic bettet, fo ſchlaͤft man auch. 

. Wie du dir gebettet haft, fo liege. 

. Wie Einer fein Bett macht, fo mag er drauf liegen. 
. Auf harten Betten liegt man fanft, 


Auf weichen Betten liegt man hart, 


.Wer fein Bett verkauft, muß auf Stroh liegen. 
. Zunge Bettfchwefter alte Betfchweiter. 
. Wer fein Bett maht am Morgen, 


Braut am Zag nicht zu forgen. 


. Früh zu Bett, früh wieber auf 


Macht gefund und reich in Kauf. 


. Iſt das Bett befchritten, 


Iſt das Recht erftritten. 


. Wer im Bett Liegt, ift ein braver Mann. 
. Bettel hat langen. Zettel: man trägt aller Welt Garn 


darin. 


. Wer fi des Betteld nicht ſchaͤmt, nährt ſich reichlich. 
. Es find viel reiche Bettler auf Erben. 
. Betteln ift ein Orben, 


Darin Biel zu Herrn find worden. 


1020. 


‚Bettler. _ 47. 
Der wahre Bettler ift der wahre" König. 


1021. Bettler find Freiherrn. 


1022. 


Kein Bettler ift je Hungers geſtorben. 


1023. Bettler faſten felten. 


1024. 
1026. 
1026. 
1027. 
1028. 
1029. 
1030. 


Bei Bielen bekommt der Bettler viel. 

Bettel und Geiz kann Niemand erfüllen. 

Der Bettler hat vollauf ohne Müh und Arbeit. 
Beim Bettlechandwerk verdirbt Niemand. 
Betteln iſt beßer als fehlen. 

Bon Betteln wird man nicht arm, nur unwerth. 


Je ſchwaͤcher der Bettler, je ſtaͤrker die Krüde, 
Ze ärger der Schall, je größer das Güde. 


. Am Tag ein Bettler, Nachts ein Dieb. 
. Was ber Bettler fifcht, kann man nicht Alles auf ber Wage 


wiegen. 


. Der Bettler greift nie fehl. 
. Bettelbrot, theuer Brot. 
. Schwerredenden Kindern hilft es, Bettelbrot zu eßen. 


Bettelfad ift bodenlos, 


. Bettelfad fagt, ich habe nie genug. 

. Betteln Viele in Einen Sad, fo wird er balb voll. 
. Bettelfad fteht allzeit Leer. 

. Bettelfad hat ein gähnend Maul. 

. Der Bettler fagt nie: es tft zuviel, 

. Kein Bettler erfchridt vor einem großen Städ. 


N 


Wem ber Bettelſtab einmal in ber Hand erwarmt, der 
thut nimmer gut zur Arbeit. 


. Der Bettler treibt das goldne faule Handwerk, davon er 


ſechs Tage feiert und ben fiebenten vor. ber. Kirche fit. 


Bettelmantel — Beutel. 


. Geht ed an bie Steuer zum gemeinen Rutzen, ſo ſucht 


Jedermann den Bettelmantel hervor. 


. Bettler und Krämer find nie vom Weg ab. 

. Betteln und Brotheifchen geht in einen Sad, 

. Ein Bettler neidet den andern. 

. Einem Bettler iſt es leid, wenn-er den Andern betteln fieht. 
. Die Bettler find den Dunben feind und die. Hunde ben 


Bettlern. 


. Es ift ein ſchlechter Bettler, ber nit Eine Shüre meiben 


tann. 


. Wenn ein Bettler aufs Pferd kommt, ſo kann ihm kein 


Teufel mehr voreilen. 


. Kommt der Bettler auf den Gaul, 
So wird er ſtolz wie König Saul, 
. Weh den Efeln ober Pferden, - F 


So die Bettler reiten werden. 


Wenn der Bettler nichts * Son; fo verliert er das 


"Brot aus der Taſche. 


. Unverfhämt wird ein guter Bettler. 


‚Mehr her, 
Gebt mir, 


1058. 
1059. 
1060. 


1061 


Mangelt Ihr: | | 

So läuten der Bettler Glocken. 
Es hat wohl mehr denn Ein König gebettelt, > 
Man fol die Beute nicht vor dem Siege theilen. “ 
Atte Beutel fchließen übel. | " 


. Aus fremden Beuteln ift gut blechen. 
1062. 
1063. 


Aus andrer Leute Beutel ift gut zehren. 
Thu ben Beutel nicht weiter auf als er gefchligt iſt. 


Beutel — Bier. 40 


1064. Nach dem Beutel richte den Schnabel: 
1065. Wer nichts im Beutel hat, muß mit ber Haut zahlen. 
1066. Beutelfchneiberei ift bie beſte Kunft. 
t067. Wer in feinen Beutel lügt, 
Niemand als ſich felbft betrügt. 
1068. Wo mein Beutel aufgeht, da raucht meine Küche. 
1069. Wenn der große Beutel kommt, fo verwirft man den Heinen. 
1070. So geht es in der Welt, N 
Der eine hat den Beutel, der Andre hat das Gelb. 
1071. Wer zu viel beweift, beweift nichts. 
1072. Klingende Beweife überführen am Beten. 
1073. Es ift Keinem zu verdenken, ber bezahlt fein will, 
1074. Wer gut begahlt, mag wieder borgen. 
1075. Gleich wieder, ift die befte Bezahlung. 
1076. Wo kein Bezwang, ba ift keine. Ehre. 
1077. Bibel, Babel, Bubel. 
1078. Im Munde Bibel, , 
Sm Herzen übel, 
1079. Wie einer lieft bie Wibel, 
So fteht feines Haufes Giebel. 
1080. Ich ſtrafe mein Weib mit guten Werten, fagte jener Bauer, 
da warf er ihre die Bibel an’ den Hals. 
10861. Biber und Otter haben Teine Hege. 
1082. Biedermanns Erbe liegt in allen Landen. 
1083. Es muß Biegen ober brechen! . 
1084. Lieber biegen ald brechen. 
1085. Eine Biene ift fo. gut als eine Hand vol Ziegen. 
1086. Bier und Wein folgt dem Zapfen. 
1087. Es war gut Bier, aber der Bapfen tft ab. 
Dtſche Voltsb. 5: Ob. 4 


50 Bier — Vitte. 


1088. Das Bier ſchmeckt gern nach dem Faß. 
1089. Er bietet es aus wie ſauer Bier. 
1090. Bier auf Wein, 
Das laß ſein; 
Wein auf Bier, 
Das rath ich dir. 
1090. Achternao loͤpp dünne Beer. 
1091. Bieten und Wiederbieten macht ben Kauf. 
1092. Was kein Bildftod werden will, dad wird ein Sautrog. 
1093. Bildſtock weift Andern den Weg und geht ihn felbft nicht. 
1094. Was billig und recht ift, ift Gott lieb, 
1095. Billigkeit muß das Necht meiftern. 
1096. Bims bringt felten Wasßer. 
1097. Wenn bie Birne reif ift, fällt fie vom Baum. 


1098. Geräth der erfte Wurf nicht, Io fällt die Birne beim 
zweiten. 


1099. Kleine Birne, langer Stiel. 
1100. Er weiß was Bifam ift und was Marberbred. 
1101. Bifchof oder Bader. 


1102. Wir Tönnen nicht Alle Biſchof werben, man muf auch 
Bader haben. - 


1103. Ieder Biſchof iſt Pabſt in feinem Gprengel und jeber 
Pfaff Bifchof in feiner Parochie. 

1104. Man muß den Bißen nicht größer machen ald das Maul, 

1105. Es ift ein abler Bien, daran man erftidt. 

1106. Auf einen guten Bißen gehört ein guter Trunk. 

1107. Bitten ift lang, Befehlen fur. 

1108. Bittens und Wünfchens geht viel in einen Sad. 

1109. Großer Herrn Bitten iſt Befehlen. 

1110. Guter Herzen Bitte if Mordgeſchrei. 





1111. 
1112. 


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1119s. 
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1330. 
1131. 

1132. 


1133. 
1134. 


Bitte — Blicke. 4 


Die Bitte ift immer heiß, der Dank kalt. 

Ber vergagt iſt im Bitten, macht ben Anderen beberzt im 
Abfchlagen. 

Wie gebeten, abgefchlagen, 

Man fol Niemand feine erfte Bitte abfchlagen. 

Wer für den Andern bittet, (betet) eriöft fich felbft. 

Bittkauf, theurer Kauf. 

Wer fie bäte, 

Wer weiß was fie thäte? 

Bitter im Mund, 

Dem Herzen gefund. 

Wer nicht Bitter gekoftet hat, weiß nicht was Süß iſt. 

Bes du geck, Sting, dä Blaffert ed got. 


Außen blant, 
Innen Stan. 


Blafen und Schluden zumal ift ſchwer. 

Es if bö8 blafen mit vollem Munde, 

Beper hart geblafen als den Mund verbrannt. 
Wenn die Blafe zu vol ift, gerplagt fie. 
Behalt dir ein gut Blatt auf die Lettt. 

Er nimmt kein Blatt vord Maul, 

Das Blättchen hat ſich gewandt. 

Nach den Blättern fallen die Bäume, 

Ih habe ſchon mehr Blaͤtter raufchen hören. 
Wenn bie Blatter voll ift, fo zerfpringt fie. 
Mancher fchießt ind Blaue und trifft ins Schwarze. 
Wer nicht kann blechen, 

Der laße das Zechen. 

Er verkauft Blei fuͤr Gold. 


Er bleibt bei dem Mann wie der Has bei dem Hunde. 
4* 


1135. 
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Blinden — Blod. 


Er bleibt lang aus, ber nicht kommt. 

Es giebt Blide, es wären ihrer neun genug zum Tode. 

Unter Blinden ift der Einäugige König. 

unter Blinden Tann audy der Budlige König fein. 

Beßer einäugig ald gar blind. 

Ein Blinder fpottet des Hinkenden. 

Wenn der Blinde ben Lahmen trägt, Tommen ſie beide 
fort. 

Ein Blinder weift dem andern den Weg. 

Wenn ein Blinder den andern führt, fallen fie beide in 
den Graben. 

Ein blinder Dann ſchoß einen Vogel. 


Wenn Blinde und Schele zufammen kommen, ftoßen fie 
einander über den Haufen. 


Wir wollen fehen, fagt der Blinde, 

Er überfiehts wie der Blinde das Dorf. 

Was foll der Blinde mit dem Spiegel?. 

Blinder Mann ein armer Mann; 

Noch ift das ein ärmrer Mann, 

Der fein Weib nicht zwingen Tann. 

Blinder Mann ein armer Mann, 

Hätt er auch Seid und Sammet an, 

Beßer blind an ben Augen als blind am Gemüth. 

‚Wenn ih Dich nicht hätte und meine Augen nicht, fo wär 
ich blind. 

Du urtheilft wie der Blinde vom ber Karbe. 

Es fchlägt nicht immer ein, wenn es blißt. 

Iſt kein Blod im Wege, fo fällt man über einen Span. 

Bon großen Blöden haut man große Späne. 

Zum groben Blod gehört eine Bauernart. 

Man muß manch äftigen Block ungefpalten laßen. 


-1159 


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Bloͤdes — Bol. 63 


. Blödes Herz buhlt Feine fchöne Frau. 
1160. 


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1164. 
.1165. 


Wo man blöden hört, ba find auch Schafe im Lande. 
Gemalte Blumen riechen nicht. - 

Schöne Blumen ftehn nicht lang am Wege, 

Nicht alle Blumen taugen zum Sträußdhen. 

Eine Blume madıt feinen Kranz. 


Iſt die Bluͤthe abgefallen, To haut man barum ben Baum 
nicht um. 


Es wird ihm in die Blüthen regnen. 

Blut fordert Blüt. 

Blut ift dider als Waßer. 

Blut kriecht, worin es nicht gehen kann. 

Blut rinnt zufammen, hat der Geißbock gefagt. 


Der Nächſte am Blut, 
Der Erfte zum Gut. 


Der Bock weiß, daß er Hörner hat. 

Alte Boͤcke, fteife Hörner. 

Ze älter der Bock, je härter das Born. 

Ich hatte mich drauf verlaßen wie der Bock auf die Hörner. 
Die Welt lohnt wie der Bock, wenn er Hörner kriegt. 
Der Bod läßt wohl von Bart, | 
Aber nit von Art. 

Wider ftößigen Bod wird kein Procefs erkannt. 

Man muß ben Bod nicht zum Gaͤrtner fegen. 

Er fest den Bod auf die Haberfifte. 


Iſt gleich der Bock aus dem Haufe, fo bleibt ber Geſtank 
doch barin. 


Ein grindiger Bock ift einer golbenen Ziege werth. 
Ein Bol zeigt den andern an. 


Barbati praecedant, fagte Magifter Fuchs, da ftieß er einen 
Bod die Treppe hinunter. 


64 


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Bock — Borgen. 


Er will den Bed melken. 

Er ziert die Sefellfchaft wie der Bock ben Marftall. 

Wer den Boden im Waßer nicht fieht, der Taße den Fuß 
heraus. 

Wenn ber Boden zu fett if, fo erftidt bie Frucht. 

Bon Bobmerei ift man’ keine Haverei ſchuldig. 

Der jüngfte Bobmereibrief geht, allen andern dergleichen vor. 

Der Gelb auf Bobmerei giebt, läuft Riſiko bafür. 

Spann ben Bogen nicht zu ftrenge, 

Sol er halten in die Länge, 


Man fol den Bogen nicht überfpannen, noch den Eſel 
übergürten. 


Wer den Bogen überfpanut, ber fprengt ihn. 

Was gute Bohnen find, bie fchneiden fich von ſelbſt. 
Das gebt über das Bohnenlieb. 

Es laͤßt fich nicht, alles Holz gu Bolzen drehen. 

Man muß nicht Alles zu Bolzen drehen. . 
Der Bolz findet die Meiſe wohl, 

Er dreht die Bolzen und laͤßt Andere fchießen. 


Bona dies 
Nur wegen ber lieben quies. 


Was man über Borb wirft, madıt keine Zungen mehr. 
Borgen 

Macht Sorgen. 

Borgen macht Sorgen, Wiebergeben macht Sauerfehen. 
Wer gern borgt, bezahlt nicht gern. 

Der Borger muß auf den Zahler denken. 

Borgen thut nur einmal wohl, 

Borgen und Juden thut nur eing Weile wohl. 





1209. 
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‘Bergen — Böfe. 65 
Wer will borgen, 
Der komme morgen. 
Laß Die forgen, 
Die uns borgen. 
Lang geborgt ift nicht geſchenkt. 
Ber borgt ohne Bürgen und Pfand, 
Dem fist ein Wurm im Verftand. 
Borchhard ift Lehnhards Knecht. 


Mer will verderben, 
Der borge Gelb und kaufe Erben. 


Wer borgen will fol nicht viel Dingen. 

Bös ift was nicht zu befern iſt. 

Mancher verböfert und glaubt er verbeßert. 

Bon böfer Art fol man auch Feine Jungen laßen bleiben. 

Des Böften 

Soll man ſich getröften. 

Böfes Hört man immer mehr als Gutes. 

Böfes erfährt man zeitig genug. 

Das Böfe glaubt man gern. 

Des Böfen denkt man lange. 0 

Das Böfe Tchreibt man in Stein, dad Gute in Staub. 

Böfes muß man mit Boͤſem vertreiben. 

Böfed muß man mit Böfem überböfen. 

Wenn er noch fo böfe ift, er muß ſich doch Telber aus⸗ 
ziehen. 

Der Böfe ift nimmer böfe, denn fo er ſich fromm ſtellt. 
Wer Böfes thut, daß Gutes draus komm, 

Iſt er kein Schatl, if er dech nicht Fromm. 

Boͤs und Bös vergleicht fich gern. 

Das Böfe lernt ſich von ſelbſt. 


— 


* 


56 Bosheit — Branch. 


1232. Bosheit ift bald gelernt. 
1233. Böfes kommt geritten, 
Geht aber weg mit Schritten. 
1234. Boͤſes läßt fich leicht verrichten, 
Aber nicht Leicht wieder fchlichten. 
1235. Ein Ding ift nit bös, wenn mans gut verfteht. 
1236. Keine Kunft eine gute Sache zu gewinnen, fondern eine 
böfe. 
1237. Böfes bleibt nicht ungeftraft. 
1238. Thu nichts Boͤſes, fo widerfährt dir nichts Vöſes. 
1239. Bosheit thut fich felbft den gröften Schaden. 
1240. Der Böfen Wohlftand ift der Frommen Iammer. 
1241. Wer des Böfen fchont, fchabet den Frommen. 
1242. Ein böfer Menfh ift wie eine Kohle: er brennt ober 
ſchwaͤrzt. 
1243. Es iſt nichts fo boͤs, es ift zu etwas gut. 
1244. Die Bosheit ſteht dir in den Augen. 
1245. Unmilliger Bote, guter Prophet. - 
1246. Ueble Botfhaft kommt immer zu früh. 
1247. Wer ſchlechte Botfchaft bringt, kommt früh genug. 
1248. Ueble Botfchaft verdient Fein Botenbrot. 
1249. Wenn man felbft geht, fo beträgt Einen der Bote nicht. 
1250. Der hinkende Bote kommt hinterbrein, 
1251. Botmäßigkeit ift nicht flugs Gerichtsbarkeit. 
1252. Ea beißt kein Brad eine Braͤckin. 
1253. Die Bratwurfi fucht man nicht im Hundeſtall. 
1254. Es ift ein magerer Braten, davon nichts tropft. 
1255. Wos ber Brauch if, fingt man den Pumpernickel in der 
Kirche, 





1256. 
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1280. 


Brauch — Brei. . 87 


Wos der Brauch ift, legt man bie Auh ine Bett. 
Brauche was du willft und gewarte mas Bott mill 
Beim Brauen gelungen, geräth das Bier. 

Das Brauen bringt den Bürgern eine goldene Rahrung. 
Brauwerk iſt keine Kaufmannſchaft. 

Wo ein Brauhaus ſteht, kann kein Backhaus ſtehen. 


Braunſchweig, wärſt du waßerreich, 


Kim nicht leicht ein Land dir gleich. 
Seden deucht feine Braut die "Schönfte. 


Werd Glüd hat, führt die Braut heim. 


Brautleute Find vor Gott ſchon Eheleute. 

Weinende Braut, lachende Frau. - "- er 
Der glüdtihen Braut regnet e8 in den Schooß. Br . 
Auf der armen Braut Geldbnife trinkt der Schenk zurvſt. 
Iſt die Braut nicht reich, fo hat fie Doch ihr Mittertiche⸗ 


Bitte die Braut, 
So ſchreit ſie laut. 


Sachte mit der Braut am Sande! 

Das iſt die Braut um die man tanzt. 

Für einen Bräutigam tft gut Büͤrge fein. 

Den Brei, den bu angerührt, muſt du audeben, . 
Iß den felbft gekochten Brei, 

Iß deinen Brei und halt bein Maul. 

Man geht fo lang um den Brei bis er. kalt wird. 


Der Brei wird nicht fo ve genchen als er aufgetragen 
wird. 


Es kann Niemand zwei Breie in Einer Hanne kochen. 


Man muß den Brei nicht weiter treten als er von ſelbſt 
fließt. 


. Wenn e8 Brei regnet; hab ich keinen Löffel 
.Es ift fo breit als es lang ift. 


. Er hat ſich breit fchlagen lafen. 


. Die Bremen haben die Gerechtigkeit von. Alters her, daß 


fie Blut faugen. 


. er fehlen will und nicht hangen | 


Geh nad Bremen und laße fidy fangen. 


. Bas did; nicht brennt, blafe nicht. 

. Was dich nicht brennt, follft du nicht Löfchen. | 

. Wenn Heu und Stroh beifammen find, ‚fo brennt es gern. 
. Ein Brand alleine brennt nicht lange. 

. Gebrannte Kinder feheuen dad Feuer. 

. Wer fi einmal verbrannt hat, bläft hernach die Suppe. 


Als Alles rannte, brannte dad Waßer nicht. 


. Dan foll das Brett bohren wo es am bünnften ift. 
. Wer reich werben will, muß zuerft bide Bretter bohren. 


. Wer ein Schreiner werben will, muß au harte Bretter 


bohren lernen. 
. Bricht ein Ring, fo bricht die ganze Kette. 


. Die Welt ift nirgend mit Brettern vernageit, 

. Er ann durch ein Brett fehen, wenns ein Loch hat. 

. Briefe find beßer denn Zeugen, 

. Die älteften Briefe gehen ver. 

. Kurze Briefe, viel Glaubens; lange Briefe, wenig Glaubens. 
. Sin Brieflein wäre gut babei. 


. Die Brieg und die Breg 


Bringen bie Donau zumeg. 


. Gr bedarf keiner Brille, der wohl burdy bie Finger ſieht. 


Ich will ihm eine Brille auf die Raſe ſetzen. 


Brille — Brot. 59 


1306. Dazu muß man bie hölzerne Brille auffegen. 

1307. Wer bringt, ift willlommen.. ’ 

1308. Die Broden geben. fette Vögel. 

1309. Da bring ichs, fagte Paul, und fiel damit zur Thür hinein. 
1310. Es ift ein fhlimmer Brocken, daran man würgen muß. 
1311. Er brockt mehr ein ald zehn auseßen können. 

1312. Was du einbrodft, muft bu auseßen. 


1313. Brode nit mehr als du eßen magft. ’ 


1314. Ein Stüd Brot in der Taſche iſt beßer als eine Feder 
auf dem Hut. 


1315. Wer Brot hat, dem giebt (leiht) man Brot, 


1316. Eigen Brot nährt am beften. 
1317. Wer lange Brot ißt, der wird alt. 


1318. Wer fein Brot allein ißt, muß auch fein Pferd‘ allein 
ſatteln. 


1319. Kein Mal taugt ohne Brot. 
1320. Es iſt ein theures Brot, das einen Kuchen Pot, 
1321. Vorgegeßen Brot 
Bringt Roth. 
132%. Vorgegeßen Brot macht faule Arbeiter. 
1323. Gegeßen Brot fol man gebenten. 
1324. Fremd Brot (Schwarzes Brot) 
Macht Baden roth. 
1325. Fremd Brot ſchmeckt wohl. 
1326. Gebetteltes Brot fchmedt füß. 
1327. Brot badt man nicht ohne Mehl, 
1328, Wer will werben reich, 
Schneid das Brot fein gleich. 
1329. Spar dein Brot, ed kommen Eier! 


1330. 
1331. 
1332. 


1333. 
1334. 
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1336. 
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1348, 


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1351, 


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Brot — Brunnen. 


Wes Brot ich eße, des Lied ich finge. 
Die in Eines Brot find, müßen aud in feinem Beften fein. 


Man ißt fo lange weißes Brot bie man nad ſchwarzem 
verlangt. 


Man muß fi mit Brot behelfen bis man Fleifch befommt. 
Werd feine Brot vorißt, muß das grobe nacheßen. 
Man fol ihm den Brotkorb höher hängen. 
Anderwärts ift auch gut Brot eßen. 

Ueberall badt man das Brot im Ofen. 

Ungegönnt Brot macht auch fatt (wirb auch gegeßen). 
Brot und Wein giebt auch eine Suppe. 

Das Brot fei leicht, der Käfe fchwer. 

Dazu gehört mehr ald Brot eßen. 

Der Tag ift ihm eher im Haufe denn Brot. 

Gluͤcklich über die Brud 

Verlacht man Nepomud. 


Von Brüdengelb ift Niemand frei, . 
Gleiche Brüder, gleiche Kappen. 
Bruberzorn, Höllenzorn. 
Bruderzwift 
Sar heftig iſt. 
Brüder haben Ein Geblüte, 
Aber felten Ein Gemüthe. 


Bruderliebe 

Sieht oft trübe. 

Biel Brüder 

Machen fehmale "Güter. 

Je mehr der Brunnen gebraucht wird, je mehr giebt er 
Waßer. 

Wenn der Brunnen troden ift, fhägt man erſt das Waßer. 


1353. 
1454. 
1355. 


1356. 


1357. 
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1370. 
1371. 


1372. 


Brunnen — Bube. 61 


Trinke, wenn bu am Brunnen. bift. 
Ze näher dem Brunnen, je frifcher das Waßer. 


Wenn man ben Brunnen verſtopfen will, muß man die 
Quelle ſuchen. 


Aus kleinen Brunnen trinkt man ſich eben ſo ſatt als aus 
großen. 


An kleinen Brunnen loͤſcht man auch den Durſt. 
Kleine Brunnen ſind leicht erſchoͤpft. 

Von lautern Brunnen fließen lautre Waßer. 

Wenn das Kind ertrunken iſt, deckt man den Brunnen. 
Die Hoffnung iſt in den Brunnen gefallen. 

Böfer Brunnen, in ben man bad Waßer tragen muß. 


Wenn Alle in ben Brunnen fpringen, würbeft du nach⸗ 
ſpringen? 


Man bohrt leichter einen Brunnen als daß man verfallene 
aufdeckt. 

Brunze nicht gegen den Wind. 

Große Brüfte verheißen viel und geben wenig. 

Ein Bube macht mehr Buben. 

Gott ftraft Buben mit Buben. 

Die Buben haben Luft zu reiten und zu kriegen, 

Die Mädchen zu Doden (Puppen) und zu Wiegen. 

In Rams fticht der Bub die Dame, 

Wenn dich die böfen- Buben loden, fo folge ihnen nicht. 


Man kann Bären und Bauern zähmen, warum nicht auch 
böfe Buben? 


1373. Es macht oft ein Bube, daß fein viel fromme deute ent⸗ 


1374. 


gelten müßen. 
Der Bube bleibt ein Bube auch unter dem Chorrock. 


62 Buben — Bohiſchaft. 


1375. Gieb einem Buben eine Frau und einem Kind einen Vogel, 
es iſt beider Schade. 
1376. Bücher geben keine Handgriffe. | 
1377. Sn fchönen Büchern blättert man gern. 
13772 Er lieft gern in Büchern wo man bie Blätter mit bem 
Knie ummwendet. 
1377b-Er bat ein Buch dur. ein Rachbarloch geſehen. 
1378. Er hat drei Buchſtaben auf einem Lebkuchen gegeßen. 
1379. Der Buchſtabe tödtet, der Geift macht lebendig. 
1380. Hält der Buchſtab dich gefangen, | 
Kannft du nicht zum Geift gelangen. 
1381. Der Buchſtabe ift ein Sclave. 
1382. Drei Buchftaben machen une eigen und frei (Eva; Ave). 
1383. Dazu hat Buchholz Fein Geld. 
1384. Wer aus vielen Buͤchſen ſchießt, trifft felten die Scheibe. 
1385. Oft ift auch eine roftige Büchſe geladen. 
1386. Bücden muß man ſich, wenn man dutch die Welt will. 
1387. Büde dich eher dreimal zuviel ald einmal zu wenig. 


1388. Er mag ſich nicht büden: | 
Iym fett ein Schelmenbein im Rüden. 


1389. Es ift gut hinter dem Buckler fechten. 
1390. Ein Büffel ift ein groß Thier, boch kann er keinen Fuchs 
fangen. 


1391. Buhlen 
Verberbt die Schulen. 


1392. Buhler geben fehlechte Krieger, | 
1393. Buhlen bauen felten große Bäufer. 


1304. So manches Gras aus ber Erde fprießt, fe manche Ge⸗ 
fahr aus Buhlſchaft. 


1395. 


1396. 


1397. 


1398. 
1399. 
1400. 
1401. 
1402. 
1403. 
1404. 
1405. 
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1408. 


1409. 
1410. 


1411. 
1412. 


1413. 


1414. 


1416. 
1416. 


Bubler — Büfche. 63 


Der Buhler Zorn 
If der Liebe Sporn. 


Buhlſchaft 

Leidet keine Geſellſchaft. 

Buhlſchaft 

Iſt mit Galle behaft. 

Buhlſchaft ſchlaͤgt zu den Augen heraus. 

Die Buhler wißen allezeit wie viel es geſchlagen hat. 
Bündnifs macht die Schwachen ſtark. 

Mein Buhl die ſchoͤnſte. 

Wer nicht Buntge heißen will, muß keine Flecken haben. 
Es giebt mehr als Eine bunte Kuh. 

Gleiche Bürde bricht keinem den Rüden. 

Leichte Bürbe wird in die Länge ſchwer. 

Gleiche Bürde hält fefte Freundſchaft. 

Bürgen 

Soll man würgen. 


Bürger und Bauer 
Scheibet nichts denn bie Mauer. 


Wenn die Bürger zu Rathhaus gehen, fo geht ber Bauer vor. 

Wollen die Bürger mit Furſten gehen, ſo müßen ſie Geld 
oder Haar laßen. 

Einmal Buͤrgermeiſter, allzeit Bürgermeifter. 

Wo der Bürgermeiſter ſelbſt ein Beck iſt, da badt man 
das Brot zu Elein. 


Reicht der Buſch dem Reiter an bie Sporen, . 

So hat ber Bauer fein Recht verloren. 

Der Eine klopft auf den-Bufch, der andre fängt ben Vogel. 
Büſche haben Ohren und Felder Augen. 

Wer alle Büfche ſcheut, kommt ſelten zu Holze. 


64 


1417. 
1418. 


1419. 
1420. 
1421. 
1422. 
1423. 
1424. 
1425. 


1426. 
1427. 


41428. 


: 1429. 


1430. 
1431. 


1432. 


1433. 
1434. 
1435. 
1436. 


Bufen: — Capelle. 


Greif in den eignen Bufen. 

Buße gehört auf bie Sünd 

Wie die Laus in den Grind. 

Richt wieder thun ift die befte Buße, 

Es giebt viel Büßer, aber wentg Lafer. 
Mancher büßt was Andere verbrochen haben. 
Der Büttel löft das Gebot’ auf, das der Amtmann fchließt. 
Butter verberbt Feine Koft. ö 
Butter bei die Fiſche! 

Gelbe Butter am Spunde 

Sft nicht immer gut auf dem Grunde. 

Das ift Butter an den Galgen. 

Er fteht wie Butter an der Sonne. 


‚Seine Butter muß immer oben Tchwimmen. 


Es geht nichts für ein gut Butterbrot, es Mm -beßer als 
den ganzen Tag gar nichts, | 


Es will nicht buttern! 
Bylbrief geht vor Bodmereibrief. 


©, 


Der Calendermacher macht den Galender, aber unfer Herr: 
gott das Wetter, 


Er macht Galender fürs verwichne Jahr. 
Ein Santor gäb einen guten Küchenmeifter. 
Die Canzelet ift eines Fürften Herz. 

Keine Capelle fo Hein, 
Des Fahre muß einmal Kirmes drin fein, 


Gapelle — Ghriftas. | 6 


14368. Wo Gott eine Capelle hat, baut ber Teufel eine” Kirche 
daneben. 


1436b. Es gefchieht oft daß bie Sapuyiner Haarbentel tragen. 
1436e. Er weiß wie man die Caſtanien aus den Kohlen nimmt. 


1437. Caſtrat iſt ein Kammerherr, dem man beide Knoͤpfe ab⸗ 
geſchnitten und nur den Schluͤßel gelaßen hat. 


14372. An dem iſt Chriſom und Tauf verloren. 
1438. Chriſten und Könige ſollen wißen was fie glauben. 
1439. Se frommer der Chriſt, je größer Kreuz. 
1440. Des Chriften Herz auf Rofen geht, . . 
Wenns mitten unterm Kreuze fteht. j 
1441. Chriftus hat viel Diener, aber wenig Nachfolger. 
1442. Wer Chrifto nachfolgt, ber kommt an den Galgen. 
1443. Ghriften find dünn gefät. 
1444. Chriftenthum vererbt ſich nicht. 
1445. Chriftus wirb noch täglich gefreuzigt. 
1446. Ehriftus laßt wohl finten, 
Aber nicht ertrinten. 
1447. Chriftus ift unfer Zleifh und Wir fein Gebein. 
1448. Chriſtenthum ein ewiger Feiertag. 
1449. Antichriftus kann Chriftum nicht prebigen. 
1450. Shriften haben Feine Nachbarn. 
1451. Wir haben ein ganz ander Chriftenthum ats Chriftus. 
1452. Was nicht nimmt Chriftus, 
Das nimmt Fiscus. | 
1453. Der Edelleute Hefte fallen fetten in ben Sheiftmonb. 


1454. Iſt es Sorporis Ehriftt Mar, 
Bringt ed uns ein gutes Jahr. 
1455. Wenns dem Herrn Ehriſtus ins Grab regnet, siebte einen 
teodenen Sommer. ‘ 
Difche Volksb. Sr Bd. 5 


66 CEhriſtnacht — erax. 


14558. Helle Chriſtnacht, finftre Scheuer, 
Finftre Chriftnacht, helle Scheuer. 
1456. Ehresdag an der Dühr, 
Oftern dm et Für. 
1457. Grüner Ehrifttag, weiße DOftern. 
1458. Er hat einen Ehriftoffel, der ihn übers Waßer trägt. 
1459. Die Herren von der Gleriſei, 
Verfalzen uns gar oft ben Brei. 
1460. He id van Clev, 
He hätt lever alt dat he geef. 
1461. Bor einem Collegen behüt uns der liebe Herrgott. 
1462. Cumpanei 
Iſt Lumperei. 
1463. In Complimenten iſt Sparſamkeit höflich. 
1464. Laß dich ein auf Compromiſs, 
So verlierft du gewiſs. 
1465. Keine ſchoͤnere Concordanz, denn ſo Herz und Mund zu⸗ 
ſammen ſtimmen. 
1466. Concilium hin, Concilium her, 
| Iſts Menfchenlehr, fo gilts nicht mehr. 
1467. Mein Vater ift der Höchfte in Gonſtanz, ſprach die Tochter 
des Thurmwarts. | 
1468. Eonftanz das gröfte,. Bafel das Tuftigfte, Straßburg das 
ebeifte, Speier das andächtigfte, Worms bad ärmfte, 
Mainz das wuͤrdigſte, Trier das ältefte, Köln das reichfte 
Dochſtift. 
1469. General oder gar Corporal. 
14692. Ein ſchlechter Corporal, der nicht denkt General zu werben. 
1470. Cras, cras ift der Raben Sang. 
1471. Credit ift beßer denn baar Gelb. 
1472. Wer den Eredit verloren hat, der iſt tobt für die Welt. 
1473. Er ftirbt sine Iux sine crux. 





Dot — Danken. 67 


D. 


1474. Putzen wollen alle ben Dacht (Docht) aber keiner will 
Del zugießen. 
1474. Dachten find Feine Lichter. 
1475. Daheim bin ich König. 
1476. Daheim, 
Geheim. 
1477. Daheim iſt Ein Mann zwei. 
1478. Oft und Weft, 
Daheim das Bet. 
1479. Daheim muß man beiwanbert fein. 
1480. Draußen hundert Augen, baheim ein Maulwurf. 
1481. Der Weife ift daheim, wohin der Wind ihn weht. 
1482. Daheim ift gut gelehrt fein. | 
1483. Daheim gilt unfer Kreuzer einen Batzen. 


1484. Daheim erzogen Kind 
Sft in der Fremde wie ein Rind. 


1485. Was Einer daheim hat, das braucht er nicht außen zu 
ſuchen. 

1486. Der Fiſch iſt gern im Waßer, der Vogel in der x kafı daß 
brave Weib daheim. 

1487.. Eine Mühle, die nicht unigeht, ein Badofen, der nicht 
heizt und eine Mutter, die nicht gerne baheim ift, find 
unwerth. 

1488. Wer die Dame berührt, muß bed Spieles pflegen. 

1489. Danken koſtet nichts und gefaͤllt Gott und Menſchen wohl. 


1490. Wenn Danken einen Batzen koßtete „ behielt? es Mancher 
zurück. 


5* 


1491. 


1492. 


1493. 
1494. 


1495. 


1496. 
1497. 


1498. 
1499. 
1500. 
1501. 


1502. 


1503. 


1504. 
1505. 
1506. 
1507. 
1508. 
1509. 
1310. 


1511. 


Dankbae — Daumen. 


Dankbar fein, 

Bricht Fein Bein. 

Dankbarkeit gefällt, 

Undank haßt die ganze. Welt. 

Mit „Dant hab'“ fchmalzt man feine Suppe. 
Bon leerem Dant 

Wird die Küche man. 


Was bu mit Gelde nicht bezahlen Tannft, bezahle wenigs 
fteng mit Dank. 


Später Dank, ſchlechter Dank. 


Wo ich aß und nicht trank, 
Da weiß ich feinen Dank. 


Er darbtd am Halſe und frißts felber. 
Es gehen viel Wege nah Darbftett und Mangelburg. 
Einmal müßen wir Alle bran. 


Lieber leeren Darm 


Als müben Arm. 


Lieber einen Darm im Leibe gefprengt, 
Als dem Wirth‘ ein Tröpfchen gefchentt. 


Darna Einer beit, 

Darna idt im geit. 

Darnach es mich anfieht, darnach thu ich. 
Darnach wards Tag. 

Worauf Einer ſein Datum ſetzt, das lernt er. 
Wenns gehen ſoll, muß man ben Daumen rühren. 
Er hat was nor dem Daumen bergeht. 

Sr hat bie. Gicht im Daumen. 


Ich Tann mit dem Daumen nicht mehr fo recht nach⸗ 
kommen. 


Er haͤlt ihm den Daumen. 


1512. 


1513. 
1514. 
1515. 


1516. 


1517. 
1518. 
1519. 


1520. 
1521. 
1522. 
1523. 


1524. 
1525. 


1526. 
1527. 


1528. 
1529. 


Daus — Demuth. 6 


Daus Eſae hat nichts, 

Sechs Zink giebt nichts, 

Quatuor brei 

Helfen frei. 

Daus Efs, haft bu mein Pferd nicht gefehen? 
Wer davor ift, muß hindurch. 


Man muß fi fireden 
Radı der Deden. 


If die Dede über den Kopf, fo find die Eheleute glei 
reich. 

Jeder Degen hat feine Scheide, 

Ein anberes ift ber Degen, ein anderes bie Feder. 


Jeder Degen bat feine Scheide, aber nicht jede Scheib 
ihren Degen. 


Es giebt mehr Scheiben als Degen. 
Wenn bie Scheibe nicht will, ann ber Degen nicht hinein, 
Haft du ein Schwert, fo hab ich einen Degen. 


Man foll einen Degen fechzig Iahre lang tragen um einer 
einzigen böfen Stunde willen. 


Was nicht bein iſt, Yaße liegen. 

Auf deine Weiſe magft du eßen, aber auf anderer Leute 
Art muft bu dich Beiden. 

Deinetwegen wird kein Ochfe kalben. 


Demuth . 

Iſt zu allen Dingen gut. 

Demuth tft eine Mutter ber Ehre, 

Kein Gewand Heidet fhöner als Demuth. 


1530. Demuth, diefe ſchoͤne Tugend, 


1531. 


Biert das Alter wie die Jugend. 
Zuviel Demuth if Hochmuth, 


TO 


Demäthig — Deutſch. 


1532. Beßer demüthig gefahren als ſtolz zu Fuß gegangen. 


1633. 
1534. 
1535. 
1536. 
1537. 
1538. 
1539. 
1540. 
1541. 


1542. 


1543. D 


1544. 
1545. 
1546. 
1547. 


1548. 


1549. 
1550. 


Den? nicht daran, fo thuts nicht weh. . 

Ich denks, fagt Faulenz, moͤcht er nicht Sa Tagen. 
Ich denke mein Theil, 

Er denkt länger als feine Mutter. 

Er denkt drei Meilen hinter Gott. 

Er denkt nody, daß St. Peter in bie Schule gegangen. 
Den? auf den alten Mann. | 

Man muß immer weiter denken als man kommt, 
Um Denten 

Kann man Keinen Eränten. 

Was ich dent und thu, 

Trau ich Andern zu. 


Denk nichts was nicht alle Leute wißen Dürfen, 

Rede nichts, was nicht alle Leute Hören bürfen, 

Thu nichts, was nicht alle Leute fehen dürfen, 

Es ift viel an einem guten Deuter gelegen. 

Deutfher Mann, Ehrenmann, 

Gott laͤßt keinen Deutfchen verbergen. 

Gott verläßt Teinen Deutfchen: hungert ihn nicht, fo 
bürftet ihn doch. 

Wer im Krieg will Unglüd han, 


Fang es mit den Deutichen an. 


Die Deutfchen Eriegen mit Eifen, nicht mit Gold. 


Deutſcher Sinn ift Ehrenpreis, 
Deutfcyes Herz Vergißmeinnicht, 


- Deutfche Treue Augentrofl, . 


1551. 


1552. 


Richt zu flarr und nicht zu zart, 
Iſt fo deutſcher Schlag und Art. 
Deut und gut. ' 





Deutſch — Dieb. 71 


1553. Das befte Deutſch ift, bad von Herzen geht. 
1554. Wenn id) nicht das liebe Bißchen Deutfch könnte, fo koönnt 
ich nichts. 
1555. Was macht der Deutfche nicht fürs Geld? 
1556. Sorg für did 
Und dann für mid. 
1557. Sich erft auf Dich und die Deinen, 
Dann ſchilt Mic) und die Meinen. 
1558. Blick erft auf dich, 
Dann richte mid. 
1559. Wie dir um Mid 
If mir um Did, 


1560. Nicht Alle koͤnnen bichten, 
Doc wollen Alle richten. 


1561. Dichten und Malen find freie Künfte, 

1562. Reimfchmiede genug, aber wenig Dichter. 

1563. Dickthun ift mein Reichthum, zwei Pfennige mein. Vermögen. 

1564. Dickthun ift mein Lebenz Bruder leih mir einen Sechſer. 

15642. Es gebt nicht wie bei ber Aepfelfrau, daß man fich den 
Dickſten herausſucht. 

1565. Kleine Diebe hängt man, Große (äft man laufen. 


1566. Kleine Diebe hängt man ins Feld, 
Die großen ins Geld. 


1567. Gin Heiner Dieb an Galgen muß, 
Bon großen nimmt man Pfennigsbuß. 
1568. Kleine Diebe hängt man, vor großen zieht man ben Hut ab. 


1569. Kleine Diebe hängt man an den Galgen, die großen an 
goldene Ketten. 


1570. Große Diebe hängen die Heinen. 
1571. Der Dieb meint, fie fehlen Alle. 


72 Dieb. 


1572. Jeder ift ein Dieb in feiner Nahrung. 
1573. Ein jeder Dieb: 

Stiehlt Frauenlieb. 
1574. Zeitiger Dieb verräth ſich ſelbſt. 


1575. Wenn der Dieb zum Galgen zeitig iſt, ſo bringt er den 
Strang ſelbſt mit. 


1576. Einen zeitigen Dieb erläuft ein hinkender ocerge. 
1577. Wer einmal ſtiehlt, heißt allzeit Dieb, 


1578. Den Dieb foll man henken, 
Die Hur ertränten. 


1579. Dem Diebe will fein Baum gefallen, daran er haͤnge. 
1580. Einem Diebe iſt nicht gut ſtehlen. 
1581. Nicht alle ſind Diebe, die der Hund anbellt. 


1582. Schaͤlt' ein Dieb den andern Dieb, 
Das wäre den Nachbarn lieb. 


1583. Wenn ſich zwei Diebe fchelten, fo Triegt ein ehrficher 
Mann feine Kuh wieder. 


1584: ° Wohin ber Dieb mit bem Strang, 
Pahin gehört der Hirſch mit bem Bang. 
1585. Ein Dieb hat viel Rechte. 
1586. Ein Dieb ift nirgenb beßer als am Gelgen. 
1587. Waͤre kein Dieb, ſo waͤre kein Galgen. 
1588. Es giebt mehr Diebe als Galgen. 
1589. Hieng' man alle Diebe heuer, 
Die Galgen wuͤrden theuer. | 
1590. Bedarf man eines Diebes, Jo nehme man ihn vom Balgen; 
hat man ihn gebraucht, ſo henke man ihn wieder dran. 
1591. Wer einen Dieb laufen läßt, den. fängt man an feiner 
Statt, 
1592. Wenn der Dieb fi nähren (retten) möchte, käm er 
nicht an den Galgen. 


Died — Dienfl. 13 


1593. Junger Dieb, alter Galgenſchwenget. 
1594. Man hängt keinen Dieb ch man ihn hat. 
1595. Er zoͤg einem Dieb bie Hofen vom Balgen au, wie Kunz 
Zwerg. 
1596. Kommt der Dieb zum Eide 
Und der Wolf zur Haide, 
Gewonnen Spiel für beide. 
1597. Kluger Dieb hält fein Neft rein. 
1598. Ein Dieb ftichlt ſich felten reich. 
1599. Sie verftehen einander wie Diebe beim Jahrmarkt. 
15998. Getreuer Diener ift ein verborgner Schar, 
1599. Zreuem Diener fpart Gott ten Dank zufammen. 


1600. Getreuen Dienft lohnt Gott. ae 
1601. Guter Dienft bleibt unverloren. ' *:. 


1602. Getreuen Diener findet man nicht auf dem Troͤdelmarkt. 


1603. Was man einem treuen Diener giebt iſt Alles zu wenig, 
was man einem untreuen giebt, Alles zu viel. 


1604. Wenn der Diener reich wird und der Herr arm, ſo taugen 
beide nichts. 


1605. Alte Diener, Hund und Pferd 
Sind bei Hof in gleichem Werth. 
1600. Der Diener Ehre, der Herren Ehre. 
1607. Wer vernünftig gebieten Tann, dem ift aut dienen. 


1608. Diener find wie. Rechenpfennige: wie fie der Herr legt, fo 
gelten fie. 


1609. Dienft um Dienft ift, keine Kuppelei. 
1610. Dienft wird um Dienft zu Haus geladen. 
1611. Ein Dienft ift des andern werth. 


1612. Dienft um Gelb 
Iſt Welt. 


» RT) 


74 


1613. 


1614. 


1618. 
1616. 


1617. 


1618. 
1619. 
1620. 


1621. 


1622. 
1623. 


1624. 


1625. 
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1 6237. 


1628. 


1629. 
1630. 
1631. 


1632. 
1633. 
1634. 


1635. 
1636. 


Dienft — dingen. 


Geld um Dienft iſt nicht dankenswerth. ’ 
Wer dient ift fo gut als wer lohnt. 

Es if Keiner fo.geoß, er braucht Dienſte. 
Gezwungner Dienft hat keine Kraft. 
Ungebetner Dienft hat keinen Dan. 
Angebotner Dienft ift unwerth (halb umfonft). 
Angebotner Dienft ift henkenswerth. 
Saurer Dienft, Heiner Gewinn. 

Lebe für dich: 

Dienſt hat Müh auf ſich. 

Wer keinem Herrn dient, iſt halber Herr. 
Wer fein felbft fein Tann, diene Keinem. 


Niemand wird au bienen gebrungen, der zu erben bereit 
iſt. 

Dienſtjahre ſind keine Herrenjahre. 

Es iſt eine Schande, lange dienen und doch ungeſchickt bleiben. 

Diez verläßt ſich auf den Kiezen, 

Kiez verläßt ſich auf den Diezen. 

Jedes Ding hat zwei Seiten. 

AU Ding iſt nur eine Weile ſchoͤn. 

Es ift ein Ding wie man ed adıtet. 

Könnte man jedes Ding zweimal ‚machen, 

So ftünd es beßer um alle Sachen. 

Wer alle Dinge wüfte, wärbe bald reich. 

Es gebt nicht mit rechten Dingen zu. 

Die Dinge fcheinen, 

Die Menfchen meinen. 

Ein Jeder dingt fo genau ald er kann. 

Genau gebungen und richtig bezahlt. 





Dingen — Donnerleber. 75 


1637. Was Hilft genau gebingt, 
Wenn man bas Geld nicht bringt? 


1638. Bas Hilft Dingen, wenn man nicht Taufen Tann? 

1639. Wer in Dinkel fällt, kommt ftaubig heraus. 

1640. Das Dintenfaß fleht auf bed Kaiſers Tiſch. 

1641. Man disputiert mehr über die Schale als über den. Kern. 
1642. Difteln find des Eſels Salat, 

1643. Difteln tragen Teine Trauben. 


1644. Ein Doctor und ein Bauer wißen mehr benn ein Doctor 
alleine. 


1645. Mit einem Fiſcherbuben von neun Jahren ift befer über 
ben Rhein fahren als mit einem Doctor von fiebzig. 

1646. Ein Doctor Tann wohl ein Narr, aber ein Narr kein 
Doctor fein. 

1647. Es fällt kein Doctor vom Himmel. 

1648. Es find nicht Alle Dostoren, bie rothe Hüte tragen. 


1649. Habe den Doctor zum Freund und ben Apotheker zum 
Better, fterben muft du doc, 


1650. Er ift Doctor, Sie ift Meifter. 
1651. Dohlen hecken Feine Tauben. 
1652. Dondu und Rhein fließen nicht zufammen. 
1653. Die Donau iſt noch nicht verbrennt. 
1654. Auf Donner folgt gern Regen. 
1655. Den Sommer fhändet fein Donnerwetter. 
1656. Früher Donner, fpäter, Dunger. 
1657. Donner im Winterquartal 
Bringt Eiszapfen ohne Zahl. 
1658. Es fchlägt nicht immer ein, wenn es bonnert. 


1659. Donnerleber! fagte der Bauer, der bie vierzehn Nothhelfer 
angerufen hatte, weil er nicht auf fein Pferd Eonnte: 


76 


1660. 
1661. 
1662. 


1663. 
1664. 
1665. 
1666. 
1667. 
1668. 
1669. 
1670. 


1671. 


1672. 


Doppelt — Dotter. 


Donnerleder, daß fie auch alle vierzehn kommen mußten! 
da war er von ber andern Seite wieder. herabgefallen. 

Doppelt genäht hält gut. oe “ 

Auf den Dorf ift guf predigen. 

Wenn das Dorf brennt, fo: fteht bes pfaffen Haus in 
Rauch. 

Im Dorfe Frieden, iſt beßer als Krieg in der Stadt. 

Dörfer haben auch Weichbild. 

Kein Dorf fo Hein, es has jährlich feine Kirmefe, 

Der viel Dörfer hat, ift edel. 

Leichter ein Dorf verthan als ein Haus erworben. 

Ich komme doch noch ins Dorf, fagt ber Rolf. 

Unter Bornen wachſen Rofen. 

Daß man der Dornen adıt, u 

Daben die Rofen gemacht. 

Fürchte nicht dee Dornen Stechen, 

Willſt du ſchöne Roſen brechen. 

Dorn und Diſteln ſtechen ſehr, 


Falſche Zungen noch viel mehr. 


1673. 


1674. 
1675. 
1676. 
1677. 
1678. 


Beßer in Dorn und Diſteln baden 

Als mit falſchen Zungen ſein beladen. 

Ein Dorn ſticht, ein Degen durchbohrt. 
Bon Dornen kann man feine Trauben leſen. 
Was ein Dorn werden wit, ſpitzt fich früh. 
Unter ben Dornen leg Schuh an. 


St. Dorothee . 
Bringt den meiften Schnee. ' . 


16788. Doft, Harthau und meiße Baib 


1618. 


Thun bem Zeufel viel Leib. 
Beßer einen Dotter als bie .eitie Schale, 





Draht — Drei. Y7 


1680. Langer Draht 

Giebt eine faule Naht. 
1681. Draußen Ruhm erlangen bedarf Schnaufens. 
1682. Bon Dreuen flirbt man nicht. 


1683. Wer von Dreuen fticht, den ſou man mit -Sfelöfürzen zu 
Grabe läuten. 


1684. Es ift dir gebroht wie einer fetten Gans, . 
1685. Wer droht 
Macht dich nicht todt. 
1686. Die Einem drohen, wollen Einem nichts thun. 
1687. Wer droht, warnt. 
1688. Die beften Feinde finb bie zuvor drohen. 
1689. Mancher droht und zittert vor Furcht. 
1690. Bedrohter Mann lebt dreißig Jahr. 
1691. Dreck muß den Miſthaufen mehren. 
1692. Jemehr man den Dred rührt, jemehr ſtinkt er. 
16928. Was foll der Dred als ftinken! 
1693. Wer den Dred rührt, muß ihn auch riechen. 
1694. Berrochnen Dred Toll man nicht rütteln. 
1695. Der Hat feinen Dres nicht weggethan, der ihn unter fein 
Fenſter fegt. 
1696. Das heißt dem Dreck eine Ohrfeige geben. 
1697. Wenn der Dre Mif wich, will er gefahren fein. 
1698. Er denkt nicht daß Dreck ſein Vetter iſt. 
1699. Dreckdorf, 
Speckdorf. 
1700. Wenn es ſchneit in den Dreck, 
So friert es, daß es baͤckt. 


1701. Wenn es friert in den Dreck, 
Iſt der Winter ein Geck. 


78 Dred — Ducaten. 


1702. Schneit e8 in den Dred, 
So geht man drüber weg. 


1708. Aller guten Dinge find drei, 
1704. Drei ift uneben. 
1705. Das dritte Haupt trägt ſchwer. 
1706. Was Dreie wißen erfahren bald dreißig. 
1707. Was zweien zu weit, ift dreien zu enge. 
1708, Dreie leben friedlich, wenn zweie nicht daheim find, 
1709. Behüt euch Gott vor drei Gabelſtichen, ſie machen neun 
Löcher. 
1710. Dreimal iſt Bubenrecht. 
1711. Gieb dem Buben einen Dreier und thu es ſelbſt. 
17112. Hier iſt ein Dreier: kauf dir einen Strick. 
1712. Dreitaͤgiger Gaſt | 
Sft eine Laſt. 
Dreitägiger Fiſch 
Zaugt nit zum Tiſch. 


1713. Drei Dinge find nicht zu ermüben: ein Knab auf der 
Gaßen, ein Maͤdchen beim Tanz, ein Pfaff im Opfer. 
1714. Drei Dinge tragen was man ihnen auflaͤdt: Eines Weibs⸗ 
bild Kopf, eines Eſels Rücken, eines Moͤnchs Gewißen. 
1715. Dem Dreiſten und dem Schalk gieb gleiches Stüd, 


1716. Wenn die Drefcher Feierabend haben, liegen die Flegel 
auf dem Tiſch. 
1717. Dem Dreſcher gehoͤrt ein Flegel in die Hand. 
1718. Wenn man ihm rufet: Driſch! 
Verſteht er gern: Zu Tiſch. 
1719. Heimlicher Druck iſt unertraͤglich. 
1720. Halt Du dich wohl, ich kann es nicht. 
1721. Ducaten werben beſchnitten, Pfennige nicht. 


Dud — Düfter. 79 


1722. Dud dich, Seel, es Eommt ein Plapregen! 
1723. Dulden und Hoffen ift ber. Ehriften Lofung. 
1724. Dulden, Schweigen, Lachen 

Hilft viel böfen Sachen. 
1725. Ze dummer der Menfch, befto größer das. Stüd. 
1726. Hans kommt durch feine Dummheit fort. 


1727. Die Dümmften 
Sind überall bie Schlimmften. 
1728. So dumm als ein Hinterviertel. vom Schafe. 
1729. Zuviel Dünger düngt nicht wohl. 
1730. Im Dunkeln 
Iſt gut munkeln, 
Aber nicht gut Floͤhe fangen. 
1731. Dünkel geht auf Stelzen. 
1732. Meiſter Gutduͤnkel iſt aller Ketzerei Großvater. 


1733. Wo Dünkel über den Augen liegt, da kann kein Licht 
hinein. 


1734. Laßdünken macht den Tanz gut. | 
1735. Am Dünten und gefpanntem Tuch gebt viel ein. 


1736. Wer ein Ding anfängt mit Dünfen, dem geht es aus 
mit Neuen. 


1737. Dünn gefchlagen ift bald gefchliffen. 
1738. Auf ein ſchief Düppen gehört ein fchiefer Dedel. 
1739. Dürr Holz unten im Feuer frißt dad grüne oben auf. 
1740, Nach großer Dürre großer Regen. 
1741. Dürr und gefund 
Läuft hindurch wie ein Jägerhund. 
1742. Sm Duftern 
Iſt gut Schmuftern. - 
1743. Im Düftern ift gut flüftern, aber nicht gut Flöhe fangen. 


- 


80 Dufer — Ebel. 


1744. Im Düftern mauft die Katz am Beften. 

1745. Quidvived em Düftern, halt de Pure em Dag öm. 
1746. Durft kommt von Dürre. 

1747. Durft if der befte Kellner. 

1748. Dur macht aus Waßer Wein. 


1749. Man fagt wohl von vielem Saufen, aber wide von großem 
Durft. 


1750. Wer nicht Waßer mag, den duͤrſtet nicht. 
1751. Wer nicht duͤrſtet, ift dem Durftigen hart. 
1752. Du bift von Düttigheim, da, die Tannenzapfen wachfen. 


&, | 


1753. So eben wie ber Weg über den St. Gotthart. 


1754. Es ift eben Vieh wie Stall, Gurr wie Gaul, Dann wie 
Rofs, Dedel wie Hafen, Maul wie Salat. 


1755. Im Klofter Ebrach liegt ber Teufel und feine Mutter 
begraben, 


1756. Der getreue Edart warnt Jedermann. | 
1757. Ebel macht das Gemüth, 
Nice das Geblüt, 
1758. Edel iſt, der edel thut. 
1759. Edel fein iſt gar viel mehr 
Als adlig von den Eltern her, 
1760. Geburt macht nicht edel. 
1761. Wer edle Thaten thut, 
Der ift edel Blut. 


1762. Der ift recht ebel in ber Welt, 
Der Tugend liebt und nicht das Gelb. 


Edel — Ehe. 81 


1763. Edel werden iſt viel mehr 
Als adlig ſein von Eltern her. 
1764. Geh ins Beinhaus 
Und lies eines Edelmanns Kopf heraus. 
1765. Edelleute | 
Schlüpfen oft in Bubenhäute,. 
1766. Wenn man manchem Edelmann die Baueenaber auffchnitte, 
müfte er ſich zu Tode bluten. 
1767. Gut ebel, Blut arm. 
1768. Er ift der erſte Edelmann von feinem Geſchlecht. 
1769. Da man ſchrieb der Edel und Veſt, 
Da ſtund die Sach am allerbeſt; 
Da man ſchrieb Hochgeboren, 
Da war Hopf und Malz verloren. 


1770. Wo Edelleute ſind, da ſind auch Haſen. 


1771. Man laße den Edelleuten ihr Wildbraͤt, den Bauern ihre 
Kirmeſs und den Hunden ihre Hochzeit, ſo bleibt man 
ungerauft. 

1774. Haft du einen Edelmann zum Meier, 

So belommft bu weder. 3infen, Sühner noch Eier. 

1773. Der Edle zürnt nicht lange. 

1774. Ein Edelftein gilt fo viel 

Als ein reicher Narr dafür geben wil. 

1775. Der Egel läßt nicht ab, er fei denn Blptes voll. 

1776. Was die Egge beftricyen und die Hade bedecket, das folgt 
bem Erbe. 

1777. Graf Ego baut ben Ader wohl und hat. fhöne Pferde. 

17718. Was geht das Graf Ego an? 

1779. Gegwungene Ehe, | 

Des Herzens Wehe. . 
Dtſche Volksb. Sr Bd. | 6 ⸗ 


82 Ehe. 


1780. Eheftand, 
Ehrenftand, 
1781. Eheftand ift der heiligfte Orden. 
1782. Wer entbehrt der Ehe, 
Lebt weder wohl noch wehe. 
1783. Wie wohl und wie wehe 
Wird manchem in der Ehe! 
1784. Die Ehe ift Himmel und Hölle, - 
1785. Selten wohl und allzeit wehe 
Iſt das täglich Brot der Ehe, 
1786. Eheftand, 
Weheſtand. 
1787. Fruͤh Eh, 
Früh Weh. 
1788. Eheſtand iſt kein Geſchleck. 
1789. Die Ehen werden im Himmel geſchloßen, und die Thorhei⸗ 
ten auf Erden begangen. 
1790. Haben Ehleut Einen Sinn, 
So iſt das Unglüd ſelbſt Gewinn. 
17908. Solcher Ehmann iſt der beſt, 
Ders Herz bei der Frauen läßt 
1791. Gefellens Treue nicht befteht, 
Ehweibs Treu über Alles geht. 
Brüder und Mütter lieben fehr, 
Aber ein Ehweib noch viel mehr. 
1792. Viel Gaben 
Muß der Ehftand haben. 
1793. In der Ehe mag Fein Frieden fein, 
Regiert darin das Mein und Dein, 
1794. Aus dem Ehbett foll man nicht ſchwatzen. 
1795. Sollten alle Ehebrecher graue Röde tragen, ro würbe das 
Tuch theuer. 








ii — 
. 


Ehre. | | 83 


1796. Ehre dem Ehre gebührt. 
1797. Chr \ 
Iſt zu hüten fchwer. 
1798. Ie mehr Ehr, 
Se mehr Befchwer, 
1799. Ehren 
Beichwerenz 
Würden 
Sind Bürben. - 
1800. Zu große Ehre ift halbe Schande, 
1801. Uebrige Ehr ift. halbe Schande, 
1802. Ehre vor ber Welt ift Schaden im Beutel, 
1803. Zu Ehren foll man nichts fparen. 
1804. Was man zu Ehren erfpart, das führt der Teufel fonft 
bin. 
1805. Ehr und Geld 
Zreibt alle Welt, 
1806. Ehre macht Künftler. . 
1807. Geld verloren, nichts verloren, 
Muth verloren, viel verloren, 
Ehre verloren, Alles verloren, 


1808. Verloren Ehre 

Kehrt nimmermehr. 
1809. Ehre, Glauben, Augen vertragen keinen Spaß. 
1810. Wenn bie Ehre einen Riß belommt, fo Haft fie. 


1811. Ein Riß in die Ehr 
Heilt nimmermehr, 


1812. Ehr und Eid 
Gilt mehr ald Land und Leut. 
1813. Ehre geht doch billig vor Gut. 
6 * 


84 


1814. 
1815. 
1816. 
1817. 
1818: 


1819. 
1820. 
1821. 
1822. 
1823. 


1824. 


1825. 
1826. 
1827. 


1828. 


1829. 


1830. 
1831. 


1832. W 


1833. 
1834. 


1835. 


- Ehre. 


Ehre und Hoffart find Zwillinge, 
Ehre ift ber Tugend Schatten. 
Ehre ift der Tugend Lohn. 

Eine Ehre ift der andern werth. 


Wenn mandher Mann wüfte, wer mandjer Mann wäre, 
Thät mandyer Dann manchem Dann manchmal mehr Ehre. 


Ehre geht den Ehren vor. 

Mer zu Ehren kommen will, muß zuvor leiden, 

Eitle Ehr ertrintt bald. 

Eitel Ehr überlebt den britten Zag nicht. 

Eitel Chr 

Iſt ein boͤs Geſchwär. 

Eitel Ehr iſt fahrende Hab, 

Heute lieb, morgen ſchabab. 

Ehre folgt dem, der ſie flieht und flieht den, der ſie jagt. 

Flieh Ehre, fo läuft fie dir nach. 

Die fich oft der Ehre wehren, 

Wollen fih ber Ehre näh’ren. 

Viel Demüthige fliehen ſcheinbar die Ehre, wünfchen aber 
nichts mehr, ald daß man fie damit jagte. 

Waͤchſt die Ehre fpannenlang, 

Wächft die Thorheit ellenlang. 

Ehr und Lohn machen getreue Diener. 

Es ift Feine Ehre, fo man im ſchlimmen Wege vorangehen 
muß. 


Wer Ehre verdient, hat ſie nicht und wer ſie hat, verdient 
ſie nicht. 


Wer mich nicht ehren will, laße mich ungeläſtert. 
Wer feine Ehre zum Pfande fest, dem iſt übel borgen. 
Ehrenworte binden nicht. 


Ehre. 85 


1836. Ehrenwort ift drum kein wahr Wort. 
1837. Ehrgeiz lebt vom Wind. 
1838. Ehrhunger ift auch ein Hunger. 
1839. Ehrkauf, 

Reukauf. 


1840. Ehrſucht, 
Ehrflucht. 
1841. Ehrbar ftolz ift neunmal ſtolz. 
1842. Ehrbar und fromm dringt durch bie Wolken, bas Andre 
muß zurüd bleiben. 
1843. Ehrlich währt am längften. 
1844. Ehrlich währt am längften, 
Scuftig lebt in Aengften. 
1845. Ehrli währt ewig. 
1846. Ehrlich oder tobt. 
1847. Ehrlich macht reich, aber langſam gehts her. 
1848. Ehrlich fcheut Fein Licht, 
1849. Wer ehrlich ift, braucht nicht viel Heimlichkeit. 
1850. Wer fi ehrlich will ernähren, 
Muß viel fliden und wenig zehren. 
1851. Zwiſchen ehrlichen Leuten bedarf Eeiner Rechnung. 
1852. Lieber zehn ehrlich machen ald Einen zum Scheim. 


1853. Beßer ehrlich geſtorben 
Als ſchaͤndlich verdorben. 


1854. Ehrliche Leute, aber ſchlechte Muſicanten. 


1855. Der Mann iſt ehrenwerth, 
Der alle Dinge zum Beſten kehrt. 


1856. Beßer gutlos berm ehrlos. 
1857. Beßer gottlos denn ehrlos. 


86 


1858. 


1859. 
1860. 
1861. 


1862. 


1863. 
1864. 
1865. 
1866. 
1867. 


1868. 


1869. 
1870. 
1871. 
1872. 
1873. 
1874. 
1875. 
1876. 
1877. 
1878. 
1879. 
1880. 


1881. 
1882. 


Eier. 


Jedem ein Ei, 
Dem braven Schweppermann zwei. 


Beßer ein halbes Ei ald gar keins. 

Beßer halb Ei als eitel Schale. 

Beer heut ein Ei als morgen ein Küchlein. 

Ein faules Ei 

Verderbt den ganzen Brei. 

Faule Eier und flintende Butter gehören zufammen. 
Wer viel Eier bat, der macht viel Schalen. 

Ein Ei geht in vierundzwanzig Stunden durch drei Leiber. 
Man wirft nicht mit Eiern nad) Sperlingen. ' 

Man giebt nicht viel Goldes um ein Ei. 

Auf ein Ei gehört ein Trunk, 

Auf ben Apfel ein Sprung. 

Wer viel Eier hat, badt viel Kuchen. 

Eier in der Pfanne geben Kuchen, aber Feine Küchen. 
Aus gebratenen Eiern kommen feine Hühner. 
Kümmre did nicht um ungelegte Eier. 
Ungelegte Eier geben ungewiſſe Küdlein. 

Aus ungelegten Eiern werben ſpät junge Hühner. 
Boͤs Ei, boͤs Küchlein. 

Das Ei will Eüger fein als- die Henne, 

Er wartet des Eis und läßt die Hernme fliegen. 
Seine Eier follen mehr gelten als andrer Leute Hühner. 
Er legt gern Eier in Andermanns NRefter. 


Er Tann Pferdes Eier eBen, wo unfer Eins mit Hühners 
Eiern vorlieb nehmen muß. 


Daben wir nit Eier, fo braten wir das Neft. 
Ver Eier unter den Füßen hat, muß leife auftreten. 








Eier — Eid. 87 


1883. Wenn Gott bie Eier zerbrechen will, fo ſetzt er Rarren 
darüber. 

1884. Wenn man einen Wagen mit Eiern umwirft, fo kann man 
die ganze Zahl nicht mehr zufammenbringen. 

1885. Dan darf die Eier nicht wannen, man ißt fie wohl mit 
dem Staube, 


1886. Alte Gier, 
Alte Freier, 
Alter Saul, 
Sind meiftens faul. 


1887. Seine Eier haben allzeit zwei Dotter. 
1888. Ei ift Ei, fagte der Küfter, aber Er nahm das Gansei. 


1889. Auf Eiern tanzen und mit Weibern umgehen muß gelernt 
werben fieben Jahr und Einen Zag. 


1890. Man muß mit ihm umgehen wie mit einem weichen Ei. 


1891. Dat fall wahl wat hefchen, ſädd et Niktöschen, do feel et 
‚met der Röz Eier den Hartberg heraf. 


18912. Thu den Eierkuchen unter dem Arm hinweg. 


1892. Es fällt feine Eiche 
Vom erften Streiche. 


1893. Den Eichbaum vor die Stadt, Eichenlaub ftintt. 
1894. Braune Eicheln bie beften. 
1895. Eid madıt mündig. 


1896. Gezwungner Eib 
Iſt Gott leid. 


1897. Der Eid ift ein End alles Habers, .. 

1898. Lieber Land und Leut verloren 
As einen falfhen Eib geſchworen. 

1899. Sid ſchwoͤren iſt nicht Rüben graben. 


1900. Staͤch ein Eid wie ein Dorn, 
Es würde nicht fo viel geſchworn. 


88 Eid — Gigenliebe. 


1901. Wer einen Eid bricht, läftert Gott. 
1902. Die Hand fo den Eid aufnimmt, kann ihn auch erlaßen. 
1903. Ein Eib hebt den andern auf. 
1904. Du magft nicht mit Einer Tochter zwei Eidame machen. 
1905. Blinder Eifer ſchadet nur. 
1906. Ohne Eiferſucht keine Liebe. 
1907. Eiferſucht iſt eine Leidenſchaft, 
Die mit Eifer ſucht was Leiden ſchafft. 
1908. Wohl dem, der ſich mit Ehren 
| Am eignen Heerd mag nähren. 
1909. Gigen Heerd 
Iſt Goldes werth; 


Iſt er gleich arm, 
Haͤlt er doch warm. 


1910. Eigen Feuer kocht wohl. 
1911. Eigen Reſt 

Haͤlt wie Mauer feſt. 
1912. Eigen Kohl 

Schmeckt wohl. 

1913. Wir verachten das Eigne und lieben das Fremde. 
1914. Eigne Hühner, theure Eier; | 
Eigne Stoden, theur Gebeierz 
Eigne Pferde, theure Fracht; 

Eigne Hunde, theure Jagd. 
1915. In eigener Sache ift Niemand klug. 
1916. Wer fein eigner Herr kann fein, 

- Geh Beinen Dienft bei Derren ein. 

1917. Sud in bein eigen Haͤfelein. 
1918.. Sieh in dein eigen Spiel. 
1919. Eigenliebe 

Weckt bes Haßes Triebe. 














Gigenliebe — Gile. 89 


1920. Eigenlieb J 
Iſt Niemand lieb. 
1921. Eigenliebe 
Macht die Augen trübe. 
1922. Eigenlieb 
Iſt ein Dieb. 
1923. Eigennutz 
Ein ſchlechter Putz. 
1924. Gottes Wort waͤr nicht ſo ſchwer, 
Wenn nur ber Eigennutz nicht wär, 
1925. Eigennügig 
Keinem nüglich. 
1926. Eigenruhm ift ſcheltenswerth. 
1927. Eigenruhm ift Neides Same, 
1628. Eigenruhm fleht Niemand wohl an ‚denn dem Alter. 
1929. Sei nicht eigenfinnig wie Sand, der follte an ben Ga 
und wollte nicht. De eE 
1930. Er ift eigen, wie Johann Fink, der wollte nicht, am Digte 
ger fteben. rer 
1931. Eigenwille brennt in ber, Hölle, Ba 
1932. Eil 
. Bringt im Kriege Heil, 
1933. Eile 
Bringt Weile. N 
19338. Eile . 
Mit Weile. 
1934. Eilefehbr brach den ‚Hals. ' 
1935. Wer zu fehr eilt, kommt lanyfam heim. 
1936. Eile thut nicht gut, fagte jene Magd, und brach ein Bein 
über einem Strohhalm, als fie vier Wochen war aus 
geweſen zur Kirmeſs. 


90 Eilen — Eine 


1937. Wer zu fehr eilt, wird langfam fertig. 


1938. Nichts übereile, 
But Ding will Weile, 


1939. Eilen 
Verführt die Eulen. 


1940. Eilte der Hund nicht, fo brädt er nicht blinde Jungen 
zur Welt. 


1941. Ein Gott, Ein Rod, Ein Weib. 
1942. Beßer Ein Uebel als zwei. 


1943. Hab Einen Pfennig lieb wie vier, 
Fehlt dirs an Wein, ſo trinke Bier. 


1944. Für Ein gut Stüd am Menſchen fol man fünf böfe 
abrechnen. 


1945. Auf Einem Beine fteht (geht) man nicht. 
1946. Eine Stunde nad) zwölf ift es Eins, was man thue. 


1947. Eines Mannes Rede ift keine Rebe, 
Man fol fie billig hören beede. 


1948. Was dem Einen recht ift, ift dem andern billig. 
1949. Der Einen beleidigt, dreut Vielen. 
1950. Wer Einen erwürgt, darf zehn ermorben. 


1951. Eines Mannes wegen bleibt Tein Pflug ſtehen. 
19518.Einer kann nidyt Alles. 
1952. Ein Dann, kein Mann, 
1953. Ein Mann Tann keinen Tanz machen. 
1954. Der Eine fät, der Andre fchneibet,. 
1955. Der Eine giebt mir Geld, ber Andre bezahlt mid. 
1956. Einer läßt fich eineßen und einarbeiten, 
1957. Liegt Einer im Bette bei Giner im Kiofter, 
&o beten fie ſchwerlich ein Paternofter, 
1958. Dan fol das Eine thun, und das Andre nicht laßen. 


- 


Ein — Einfach. 9 


1959. Man muß das Eins und Andre fagen. 

1960. Eins nad) dem andern, fo wird man kahl. 

1961. Eins nad) dem Anbern, fo ift der Bauer feine Wurft. 
1962. Eins ums Andre, nichts umfonft. 

1963. Einem wie dem Andern, fo geſchieht Keinem Unrecht. 
1964. Man muß Eins in Anbre rechnen. 

1965. Eins madıt Keine, 

1966. Eins macht Keine, was fih aber paart, das breit fich gern. 
1967. Eins ift beßer denn uneins. 


1968. Was einem zu weit ift, ift dreien zu eng und nur zweien 
gerecht. 
1969. Einen für Einen, fo fängft du fie Alle. 
1970. Wir ziehen alle an Einem Joche. 
1971. Wir ziehen alle Ein Seil. 
1972. Wir gehen durch Ein Thor in bie Kirche, 
1973. Ich und du tragen Waßer an Einer Stange. 
1974. Unfere Kleider find von einerlei Faden. 
1975. Wir haben nit Alle Einen Kopf, fonft müften wir Alle 
. &inen Qut haben. 
1976. Hat er Keine, fo will er verzagen, 
Dat er Eine, fo ift er gefchlagen. 
1977. Ein Pfennig in der Sparbühfe macht mehr Geraßel als 
wenn fie voll wäre. 
1978. Ein Pfennig Mingt nicht. 
1979. Einbildung vor der Zeit 
Hindert Gefchidlichkeit. 
1980. Einbildung (und Furcht) ift ärger als die Peftilenz. 
1981. Einfach aber niedlich, fagte ber zeufel, und ſtrich ſich den 
Sterz erbſengrün an. 


2001. 


2003. 


Einfalt — Einmal. 


. Einfalt 


Dat Tchöne. Geftalt. 


. Einfalt 


Wird alt. 


Die Einfalt meint, wenn es vor, ihrer Thüre naß ift, fo 
regnets allenthalben. 


. Einfalt hat einen Zeufel betrogen. 
. Einfältig 


Iſt neunfältig. 


. Eingebradht Gut ergreift- auch Erbgut. 

. Eingenoß baut, Zweigenoß reißt nieder, 

. Das befte Einkommen ift Redlichkeit. 

. Keine feftere Mauer denn Einigkeit. 

. Wo Einigkeit iſt, wohnt Gott. 

. Vereint find auch bie Schwachen mächtig. 
. Einigkeit ein fefte® Band, 


Hält zufammen Leut und Land, 


. Einmal, Keinmal. 

. Einmal geht hin. 

. Einmal geht bin, komm aber zum andernmal nicht wieder. 
. Einmal ift keine Gewohnheit. 

. Einmal des Jahrs ift nicht oft. 

. Einmal ift nicht immer, 


Zweimal ift fchon fchlimmer, 
Dreimal ift nicht wohlgethan, 
Viermal fängt die Sünd an. 


. Einmat ift genug, das zweitemal ift ber Tod. 


Einmal betroffen, neunmal gethan. 


. Einmal erröthen macht zehnmal erblaßen. 


Einmal gegeben, einmal genommen, 
Den dritten Tag in bie Hölle gekommen. 





2004. 


Einſamkeit — Eile, 9 
Einfamkeit 


- Bringt Traurigkeit. 


2005. 


2024. 


2025. 
2026. 
2077. 


Einfamteit 
Sft eine Schule der Weisheit. 


. Der Einfame iſt entweder ein Engel oder ein Teufel. 
. Was man nit am Einfchuß bat, das hat man am Zettel. 


. Einfiedler find nicht alle fo fromm als fie fich flellen. 
. Eintradht | 


Bringt Macht. 


. Eintradt trägt ein. 


. Einziger Sohn, liebes Kind. 
Auf dem Eife ift nicht gut geben. 
. Eifen west Eifen. 


. Kalt Eifen brennt nicht. 
. Eifen Talt und hart 


Sm Feuer fchmeidig ward, 
. Wenn. das Eifen glüht, foll mans ſchmieden. 


. Man foll das Eiſen ſchmieden weil ed heiß iſt. 

. Ein Eifen macht das andere fcharf. 

. Eiferner Hafen und irdener Topf ift ungleiche Gefellfchaft. 
. Eifern Vieh 


Stirbt nie. 


. Wer efel ift, entbehrt manch guten Bißen. 
. Eitelkeit - 


Ein ſchlimmes Kleid. 


Es ift Alles eitet. 

Bift du leer im Beutel, 
So ift Alles eitel. 

Elend tft unbegrabner Tod. 


Das gröfte Elend ift, kein Elend tragen Tännen. 
Die Elle dauert länger ald ber Kram, 


94 Ele — Enke. 


2028. Mit kurzer Elle Tann man viel meßen. 
2029. Mit gleicher Elle wirb dir gemeßen, 
2030. Erlenholg und rothes Haar - 
Sind auf gutem Grunde rar. 
2031. Drei Schlößer auf Einem Berg, 
Drei Kirchen auf Einem Kirchhof, 
Drei Stäbt in Einem Thal, 
Hat gang Eifaß überall. 
2032. Die Eifter laͤßt ihr Hüpfen nicht. 
2033. Zunge Eifter lernt ihr Hüpfen von ber alten. 
4034. Keine Eifter hedit eine Zaube. 
2035. Wer eine Elfter ausfchidt, dem kommt ein bunter Vogel wieber. 
2036. Durch Gefchwäg verräth die Eifter ihr Neft. 
2037. Der Elfter ift ein Ei geftohlen!. 
2038. Man fliehlt auch wohl der Eifter ein Ei. 
2039. Eltern verachten ift ein Stüd von einem gottlofen Menfchen. 
2040. Wer den Eltern nicht folgen will, muß endlich dem Büttel 
folgen. 
2041. Wer den Eltern nicht folgt, hat einen bummen Muth. 
2042. Böfe Eltern machen fromme Kinder. 
2043. Nachläßige Eltern ziehen keine guten Kinder. 
2044. Die Eltern haben die Kinder lieber als die Kinder bie 
Eltern. 
20448. Eltern follen den Baum fo lange fie leben nicht aus den 
Händen geben. 
2045. Oft eßen die Eltern Holzäpfel, Davon ben Kindern bie 
Zähne ftumpf werden. 
2046. Wer die Eltern ehrt, ben ehrt Gott wieder. 
2047. Wer empfleng, ber rede; wer gab der ſchweige. 
2048. Ende gut, Alles gut. 








Ende — Enten. 95 


2049. Das Ende bewährt alle Dinge. 

2050. Am Ende fol man ein Ding loben. 

2051. Am Ende weiß man wie viel es gefchlagen hat. 
2052. Am Ende ſieht man cujus toni. 

2053. An ben Enden ertennt man bie Naht. 

2054. Am Ende kennt nian das Gewebe. 

2055. Das Ende muß bie Laft tragen. 

2056. Das didte Ende kommt nad). 

2057. Was du thuft, bedenk das Ende. 

2058. Bedenk bad Ende, fo wirft du nimmermehr Böfes thun. 
2059. Wohl anfangen ift gut, wohl enden tft befer. 

2060. AU Ding hat ein Ende und die Mettwurft hat zwei. 
2061. Endlich bleibt nicht ewig aus. 

2062. Endlich ift nicht ewig. 

2063. Was bir zu eng iſt, das leg nicht an. 

2064. Eng und wohl ift beger als weit und wehe. 

2065. Schöner Engel, vorn mit einem B! 

2066. Ein Engel flog durchs Zimmer. 

2067. Zunger Engel, alter Teufel. 

2068. Einer ift des Andern Engel oder Teufel 


2069. Schreib auf bes Zeufels Horn: guter Engel und Viele 
glaubens. 


2070. Halte Jeden für einen Engel und ſchließ die Sachen vor 


ihm als vor einem Diebe. 

2071. England iſt der Weiber Paradies, der Knechte Fegfeuer 
und der Pferde Hoͤlle. 

2072. Die Eule trägt ihr Recht auf dem Buckel. 

2073. Ich rede von Enten und bu antworteft mir von Gänfen. 

2074. Wie kommen die Enten aus, die doch fo breite Schnaͤbel 
haben? 


96 


2075. 
2076. 
2077. 
2078. 


2079. 
2080. 


2081. 
2082. 
2083. 
2084. 


2085. 


2086. 
2087. 
2088. 
089. 
2090, 
2091. 
2092. 
2093. 
2094. 
2095. 


2096. 
2097. 
2098. 
2099. 


Entbehren — Erben. 


Entbehr und genieße. 

Wer wohl entbehren Tann, kann wohl haben. 
Mancher muß entgelten was er nie genoßen hat. 
Schneller Entſchluß 


"Bringt Verdruß. 


An Entfhuldigungen wird es Niemand leicht fehlen. - 

Entfehuldigen Sie, fagte ber Teufel und gab Einem einen 
Fußtritt. 

Entweder, oder! 

Entzwei und gebiete! 

Niemand ſtirbt ohne Erben. 


Wer will wohl und ſelig ſterben, 
Laß ſein Gut den rechten Erben. 


Wer ſich verläßt aufs Erben, 
Mag als ein Narr verſterben. 


Viele Erben machen ſchmale Theile. 
Der nädjfte zur Sippe, der nächfte zum Erbe, 
Erfnifs is gein Winfte, 

Erbherr, Oberherr. 

Die blutige Hand nimmt kein Erbe. ’ 
Erbſchaft ift oft fein Gewinn. 

Wer einen Heller erbt, muß einen Thaler bezahlen. 
Die Schulden find der nächſte Erbe. 

Der Tod, erbt den Lebendigen. 


Auf Allzuviel und Zwerge 
Stirbt weder Lehn noch Erbe. 


Die nächfte Niftel erbt die Gerade. 

Suter Wille ift kein Erbe, 

Der Erben Weinen ift heimlich Lachen. 

Du haft noch kein Erbe mit ihnen getheilt! 


= 








Erbitten — Emte. j 97 


2100. Nichts ift theurer als was man erbittet. 
2101. Der Teufel hat Erbfen auf ihm gedroſchen. 


2102. Drei Erbfen in der Hülfe. machen mehr Lärm als wenn 
®fie voll wäre, 


2103. Was bie Erde giebt, das nimmt fie wieder. 
21038. Die Erde Tann gegen den Himmel nicht pochen. 


21035.3H bin über die Erbe erhaben, fagte ber Dieb, da hieng 
er am Galgen. 


2104. Erfahren 
Kommt mit den Jahren. 
2105. Erfahren wird nicht neu, fo erfahren wirs doch alt. 
2106. Erfahrung ift .Meifter. 
2106*. Erfahrung ift die befte Lehrmeiſterin. 
2107. Ein Erfahrener iſt beßer als zehn Gelehrte. 
2108. Ein Erfahrener iſt über einen Studierten. 
2109. Ein unerfahrener Mann iſt ein ungeſalzenes Kraut. 
2109*. Erfahrung macht Hug 
2110. Erfahrs, fo weift bus! 
2111. Erfahrung iſt ein langer Weg. 
21112. Erfahrung ift eine theure Schule, 
2112. Erfahrung ift ber Karren Vernunft, 
2113. Wer viel erfährt, muß viel leiden. 
2114. Beßer Erhalten ald Vorbehalten. 
2115. Erhalten ift fo Löblich als Erwerhen. 
2116. Eine gute Erinnerung kann nicht ſchaden. 
2117. Ernft mit She 
Trifft das Herz. 
2118. Scherze nicht mit Ernſt. 


2119. In der Ernte find bie Hühner taub. 
Dtſche Volksb. Sr Bd. 7 


2120. 
2121. 
2122. 
2123. 
2124. 


2185. 
2126. 
2127. 
2128. 
2129. 


2130. 
2131. 


2132. 
2133. 


2134. 
2135. 


2136. 
2137. 


2138. 


2139. 


2140. 


Ernte — Efel. 


Wie du fäft, fo wirft bu ernten. 

Nach böfer Ernte faͤe. 

Man muß fchneiden wann Ernte ift. 

Lebe wie du Ernte haft. 

In der Ernte ift zwifchen Pfarrer und Bauern Fein Un= 
terfchied. 

Die Ernte ſteht noch in weiten Felde, 

Der Erfte fängt an. 

Wer zuerft kommt, malt zuerft. 

Der Erfte beim Heerd fest feinen Topf wohin er will. 

Der Erfte beim Feuer fest ſich am nächſten. 

Die Erſten follen bie Lesten fein. 

Wer fi ertränlen will, der fol fi in einem lautern 
Waßer ertränten. 

Ermwägs, dann wags. 

Wer nicht erwirbt, 

Der verdirbt. 

Erziehft du dir einen Raben, 

So wird er bir zum Dank die Augen ausgraben. 

Wohl erzogen 

Hat felten gelogen. 

Mer erzieht, der regiert. 

Wo man ben Efel Trönt, 

Da ift Stadt und Land gehöhnt. 

Den Efel kennt man bei ven Ohren, 

Am Angelicht den Wohren 

Und bei den Morten ben Thoren. 


Man kann einem Efel wohl den Schwanz verbergen, aber 
die Ohren läßt er vorguden. 


Man findet manchen @fel, ber nie Saͤcke trug. 











Eſel. 99 


2141. Man ruft den Eſel nicht zu Hoſe, denn daß er Saͤcke trage 
2142. Wer fi zum Eſel macht, der muß Gäde tragen. 


2143. Wer fi zum Efel macht, dem will Jeder feine Säde aufs 
legen. 


2144. Den &fel will Jedermann reiten. 

2145. Biel Säde find des Eſels Tod. 

2146. Ein Efel ſchimpft den andern Sadträger (Langohr). 

2147. Der Efel ſchimpft das Maul Langohr. 

2148. &o lange ber Eſel trägt, ift er dem Müller lieb. 

2149. Wenn ber Efel in die Mühle kommt, fo fagt er I—a. 

2150. Beßer Efel treiben als felber Säde tragen. 

2151. Gezwungen trägt ber Eſel Säde, ledig thät er keinen 
Schritt. 

2152. Wenn der Efel nicht will, fo muß er. 

"2153. Der Sad trägt den Efel zur Mühle. 

2154. Er fchlägt auf den Sad und meint den Efel. 

2155. Er fchlägt einen Efel heraus und zehn hinein. 

2156. Der Efel und fein Treiber denken nidyt überein. 

2157. Wenn der Efel feine Tracht Hat, fo weiß er wie er ge: 
ben ſoll. 

2158. Wenn dem Efel zu wohl ift, fo gumpet er. 

2159. Wenn dem Efel zu wohl ift, fo geht er aufs Eis und 
bricht ein Bein, 

2160. Es ift Efelsweisheit wieder auf das Eid zu geben, auf 
dem man gefallen ift. 

2161. Wer ift efelweis, 

Geht nur einmal aufs Eis, 
2162. Den Eſel führt man nur einmal aufs Eis. 
2163. Wo fich der Efel einmal ftößt, da nimmt er ſich in Acht. 
7* 


100° 


2164. 
2165.. 
2168. 


2167. 
2168. 


2169. 
2170. 
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2186. 


2187. 


Eſel. 


Der Eſel hat von Jugend auf graue Haare. 

Ein Eſel bleibt ein Efel, Tim er auch nad Rom, 
Zieht ein Efel über Rhein, 

Kommt ein S—a wieder heim. 

Wenn der Efel weit Läuft, ift er barum nicht gelehrt. 


Wenn zwei Eſel einander unterrichten, wird Keiner ein. 
Doctor. 


Er ſchickt fi) wie ber Sfel zum Lautenſchlagen. 

Was thut der Efel mit der Sadpfeife? 

Die Welt bat fi umgekehrt, 

Drum hab ich arme Efel pfeifen gelehrt. 

Som kraͤhenden Hahn zum Eſel gehen, heißt Einen Ges 
fang hören. ' u 

Eſel fingen fchlecht, weil fte zu hoch anflimmen. 

Es iſt mehr als Ein Efel, der Martin heißt, 

Ein Efel frißt Eeine Feigen. Warum? 

Vom Efel fann man nidyt Wolle fordern. 

Wo ſich der Efel wälzt, dba muß er Haare laßen. 

Brauch einen Efel, wenn du Fein Pferd haft. 

Er ziert fein Geſchlecht wie der Efel den Rofsmarkt. 

Er kommt vom Pferd auf den Efel, 

Man fol den Eſel nicht übergürten. | 

Er reitet einen böfen Efel: das Gedenpferb! 

Der Efel hat lieber Stroh, denn Gold. 

Dem Efel Haferftroh, dem Pferd ben Hafer. 

Dem Efel, ders Korn zur Mühle trägt, wird bie Spreu. 


Der Efel trägt das Korn in bie Mühle und befommt Dis 
fteln. 


Eſel dulden ſtumm: 
Allzugut iſt dumm. 








2188. 


2189. 


2190. 
2191. 
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2193. 


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2196. 
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2200. 
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2207. 


2208. 


Eſel — Ehen. | 101 


Sfelsarbeit und Zeifigäfutter . 
Sf des Ueberbrußes Mutter, 

Es geht ihm wie dem Efel, ber zwei Brüdern diente: jed⸗ 
weber meinte, er fei beim Anbern gefüttert worben. 
Es ift ihm fo leid, ald wenn bem Efel der Sad entfällt. 
Wir wollen ihn bitten wie man den Efel thut! 

Auf einen Efelstopf find Laugen umfonft. 


Ein Efel follte immer auf ber Weide fein; denn wo er 
frißt, da waͤchſt es, wo er fh —, ba düngt ers, 
wo er feidht, da wäßert ers, unb wo er ſich wälzt, da 
zerbricht er die Schollen. 


. Er ſucht den Efel und fiht darauf. 
2195. 


Een und Trinken hält Leib und Seele zufammen. 
Ehen und Trinken muß fein und wären alle Bäume Balgen, 
Wo Sechſe eßen, fpürt man den Siebenten nicht. 
Es ift boͤs eßen wo Fein Brot iſt. 

Bor Eßens wird kein Tanz. 

Eß ich mit, fo Tchweig ich. 

Bor dem Een hängt mans Maul, 

Rach dem Eßen ift man faul. 

Nach dem Eßen follft du ſtehen 

Oder taufend Schritte gehen. 

Es ift Tein Thierlein jo vergeßen, 

Es ruht ein Stünblein auf fein Eßen. 

Je weniger man ißt, je länger ißt man. 

Biel Eßen, viel Krankheit, 

Wie Einer ißt, fo arbeitet er auch. 

Zäglich eben, täglidy arbeiten. 

Wer mit will eßen, 

Muß auch mit brefchen. 


102 


2209. 


Eher — Ewig. 


Selber een macht feißt: 


2210. Glüdlicher, der gern äße und hats nicht, als ders hat und 


mags nicht: 


2211. Eßet was ihr findet und denkt was ihr wollt. 


2212. 
2213. 


2214. 
2215. 
2216. 
2217. 
2218. 
2219. 
2220. 
2221. 
2222. 
2223. 
2224. 
2226. 
2226. 


2227. 


Ich eße was ich mag und leide was ich muß. 

So du das Eßen mitbringſt, brauchſt du nur den Wein 
zu bezahlen. 

Wo man ißt, geh hinzu, wo man Geld zaͤhlt, geh hinweg. 

Geſchenkter Eßig iſt beßer als gekaufter Honig. 

Niemand ſieht gern in ein Eßigfaß. 

Auf ein Etcetera folgt eine Ohrfeige. 

Etwas iſt beßer als gar nichts. 

Eulen hecken keine Falten. 

Eine Eule heckt keinen Blaufuß. 

Jeden duͤnkt ſeine Eule ein Falk. 

Beßer bei einer Eule geſeßen als mit Falken geflogen. 

Die Eule gewinnt Adlersfedern. 

Baize mit Eulen, wenn bu keinen Schuhnu haft. 

Ro Eulen und Kauze einander gute Nacht fagen. 

Es ift keine Eule, die nicht ſchwuͤre, fie hätte die fchönften 
Jungen. 


Es gefällt ihm wie ben Eulen das Tageslicht und den 
Dieben die Laternen. 


2228. Die Eule lobt den Tag nid. 


2229. 


2230 
2231 


2232. 


2233 


Die Eule weiß nichts vom Sonntage. 

Spotte nicht mit der Eule, das ift auch ein Vogel. 
Ewig ift ein langer Kauf, 

Es währt nicht ewig, daß Zweie Einen raufen. 


Bas nicht eine beflimmte, gemeßene und gewibmete Zeit 
hat, dad wird alleweg auf ewig verftanben. 





2234. 


2235. 
2236. 


2237. 


2238. 


2239. 


2240. 
2241. 
2242. 
2243. 


7244. 


2245. 


2246. 
2247. 


2248. 
2249. 
2250. 


2251. 


22.52. 
2253. 
2234. 





Greution — Falſch. 103 


Kommt ed zur Erccution, ' 
So fuht man Dilation. 


Ein Erempel madıt keine Regel. 
Gut Erempel, halbe Prebigt. 


F. 
Fabian, Sebaſtian 
Läßt den Saft in die Bäume gahn. 


Was die Fackel verzehrt iſt Fahrniſs. 

Des Menſchen Leben hängt an einem Faden. 

Wer zu feinen Faden ſpinnt, dem bricht er leichtlich. 
Nichts erhöht des Mannes Schild als Fahnlehn. 
Fahr nur her, ich bin ſchon da. 

Eine Fahre, 

Eine Ahre. 

Laß fahren was nicht bleiben will! 

Fahrende Hab acht nicht für eigen. 

So Eins nicht Falken hat, muß es mit Eulen baizen. 


Mancher entfleucht dem Falken und wird vom Sperber 
gehalten. 


Fallen iſt keine Schande, aber liegen bleiben. 

Fallen iſt menſchlich, liegen bleiben teufliſch. 
Darnach es fällt! 

Wer da fällt, 

Ueber den läuft alle Welt. 

Es fällt wohl ein Pferd und hat. bo vier Füße. 
Wer nicht fällt, braucht nicht aufzuftehen. 

Falſch Lieb, falfch Freund, falſch Waar, falſch Geld 
Findt man jest in aller Welt. 


104 Falſchheit — Fa. 


2255. Brennte Falfchheit wie Feuer, 
So wär das Holz nicht. halb fo theuer. 


2256. Vor Augen gut, falſch Hinterräd, 
Das nennt die Welt ein Meifterftüd. 
2257. Fang an Deinem Weinberg an zu fehneiden. 
2258. Kangpielan richt wenig aus. 
2259. Zreib einen Karren nah Montpellier, 
Kommt er heim, er bleibt ein Stier. 
2260. Fæs und Wünfchens halber darf Niemand aus dem Bette 
fleigen. 
22602. Wer zu viel faßt, läßt viel fallen. 
22606. Leere Faͤßer klingen hohl. 
2261. Volle Faͤßer klingen nicht, leere deſto mehr. 
2262. Ze voller das Faß, je gelinder der Klang. 
2263. Was zuerft ins Faß kommt, darnach fchmedt ed immer. 
22638. Alte Käßer rinnen gern. 
2264. Fülle ein leer Faß, ſo ſiehſt du wo es rinnt. 
2265. Wenn das Faß rinnt, muß man die Reifen treiben. 


22652. Man klopft fo lang an den Reifen, bis dem Faß der Bo⸗ 
den ausſpringt. 

2265b. Man trinkt wohl aus Einem Faß, aber nicht All aus Ei⸗ 
ner Kanne. 

2266. Es ift noch nicht in dem Fafe, worin es gähren fol. 

2267. Wenn nicht viel im Faß ift, kann man nicht viel daraus 
zapfen. 

2268. Leeres Faß 

Macht nicht naß. 

2269. Wenn das Faß leer ift, fo wifchen die Freunde das Maul 
und gehen. 

2269. Was man in ein unfauber Faß gießt, das fäuert bald. 








Faſten — Faul. 105 


2270. In den Faften 
Leeren die Bauern Keller unb Kaften. 
22711. Jeder Faſttag bat drei Freßtage. 
2272. Heute ein Fafter, morgen ein Zreßer. 
2273. Lange faften iſt nicht Brot fparen. 
22374. Wo Faften ift und Beten, da bleibt Teine Die im Haut, 
2275. Wer übel ißt, der faftet genug. 
2276. Laß ihn eine Weile faften, fo vergeht ihm das Tanzen. 
2277. Der Vollbaudy lobt das Faften. 
2278. Nach Faften kommt Oftern (Pafchen). 
2279. Nach der Faſtnacht immer die Faſten. 
2280. Man ruft fo lange Faftelabend, bis bie Kafte kommt. 
2281. Es ift nicht allzeit Faſtelabend. | 
2282. Grüne Faftnacht, weiße Oftern. 
22828. Halte Faftnacht, daß du gute Oftern habeft. 
2283. Es geht Alles mit dem Faftelabend durch, 
2284. Wenns nad) Faſtnacht lange Eidzapfen, sicht, wird ber 
Flache ſchoͤn lang. 3 
2285. Trockne Faſten, gutes Jahr. ” 
2286. Faule haben allzeit Feiertag. 
2237. Faule Leute haben lange Tage. 
2288. Faule Leute haben faule Anfchläge. 
2289. Der Faule trägt, der Fleißige läuft fich zu Tode. 
2290. Dem Faulen gefällt Fein Block, ven er Moben fol. 
2291. Faulert bohrt nicht gerne dide Breiter. 
2292. Faulert muß zerrißen gehn. 
2293. Wer mit faulen Leuten haushält, dem gnabe Gott. 
2294. Der faulften Sau gehört allweg der gröfte Dreck. 
2295. Beßer ein fauler Dieb als ein fauler Knecht. 


106 ZFaulenz — Fechtſchule. 


2296. Der Faulenz und das Lüderli, 

Sind zwei Zwillings⸗Brüderli. 
2297. Dem Faulen wächft das Seine unter ber Stauden, 
2298. Dem Faulpelz geht die Arbeit von der Hand 

Wie das Pech von ber Wand. 


3299. Der Faule fucht einen Herrn, ber ihm in ber Woche ſi eben 
Feiertage giebt. 


2300. Der Faule ſpricht: es will nicht Nacht werden. 
2301. Die Faulen kehren ſich lang im Bett und wenden dem 
Teufel den Braten. 

23012. Der Faule hat keine Faͤrbung. 
2302. Sei nimmer faul, 

Das Jahr hat gar ein großes Maul. 
2303. Der Faulen iſt es ein guter Schutz, daß ſie ein Kindlein hat. 
2304. Er iſt nur eben ſo viel geſalzen, daß er nicht faule. 
2305. Nach Faulheit folgt Krankheit. 
2306. Kaulheit lohnt mit Armut, 
2307. Faulheit ift der Schlüßel zur Armut, 
2308. Man foll keine Fauſt im Sade machen. 
2309. Beßer in die Kauft als ins Geſicht lachen. 
2310. Das paſst wie bie Kauft aufs Auge 
2311. Er hats fauftdid hinter den Ohren. 
2312. Fauftrecht J 

War nie ſchlecht. | 
2313. Wer fechten will, muß der Streiche warten. 
2314. Die beften Fechter werben erichlagen, 
Die beften Schwimmer Triegts Waßer beim Kragen. 

2315. Wer reblich ficht, wird gekrönt. 
2316. Es ſtinkt in der Fechtſchule. 








Feder — Feiertagen. 107 


2317. Febern zieren den Vogel, 
2318. Das Anfehen ift in den Federn. 
2319. An den Federn erkennt man den Vogel. 
2320. Die Feder läßt ihm gut — 
Hinter dem Ohr, nicht auf dem Hut, 
2321. Die Feder auf ben ‚Hut, das Schwert an bie Seite. 


2322. Die Feder regiert das Schwert, brum ftedt man fie auf 
den Hut. 


2323. Die Feder ſchwimmt obenan. 
2324. Mancher will fliegen ch er Federn bat. 


2325. Wer höher fliegt als er Federn hat, 
Der kommt zum Lohn in Spott und Schad. 


2326. Willſt du nicht lernen mit der Keber fchreiben, fo fchreib 
mit der Miftgabel. 


2327. Biel Federn machen ein Bett. 


2328. Wenn der Wind in einen Daufen Federn ftößt, fo find fie 
bald zerftreut. 


2329. Ich will eine Feder aufblafen. 

2330. Beßer umkehren denn fehl gehen. 

2331. Anderer Fehler find gute Lehrer. 

2332. Niemand fieht feine eigenen Fehler. 

2333. Wer feinen Fehler nicht erkennt, kann ihn nicht verbeßern. 

2334. Wer keinen Fehler hat, muß im Grabe liegen. 

2335. Wir fehlen Aue, fprad die Aebtiffin, als ihr der Bauch 
ſchwoll. 

2336. Wer zeitig feiern will, muß fleißig arbeiten. 

2337. Wer alle Tage feiert, der fragt nichts nach dem Sonntag. 

2338. Feiertag, Fülltag. 

2339. Biel Feiertage machen fchlechte Werkeltage. 

2340. Nach viel Feiertagen kommt felten ein guter Werktag. 


108 


2341. 
' 2342. 
2343. 
2344. 


2345. 
23346. 
2347. 


2348. 
2349. 
2350. 


2351. 
2352. 
2353. 
2354. 
2355. 
2356. 
2357. 
2358. 
2359. 
2360. 
2361. 
2362. 
2363. 


2364. 


2365. 


Jeierabend — Feinde. 


Wer nicht gerne arbeitet hat bald Feierabend gemacht. 
Wer nichts recht thut hat nie Feierabend. 


Die zu ſehr eilen haben ſpaͤt Feierabend. 


Heute haben wir einen Feiertag, aber zu Caſtell miſtet 
man bie Ställe, 

Am Feiertage gefponnen hält nicht. 

Feiertagskleider werben bald Alltagshofen: 

Es war noch Fein Beiertteid, bas nicht Ailtagstteib ges 
worden. 

Man lieft Feine Zeigen von Dornheden. 

Wer bie Feigen frift, muß fie wieder fpeien. 

Wer reife Feigen eßen Tann, 

Seinen Daumen ledt berfelbe Mann. 

Dem Feigen weift das Glüd den Rüden. 

Es ift alle Tage der dritte Theil der Welt feil. 

Der viel feilfcht hat wenig Gelb. 

Man fol nicht feilfchen was man nicht Taufen will. 

Was ich vom Feinde befomme, das ift mein. 

Je mehr Feinde, je mehr Ehre; viel Feinde, viel Beute, 

Erſchrockner Feind ift auch erfchlagen. 

Ein geſchlagener Feind ift noch nicht überwunden, 

Den Feind ſchlaͤgt man eher mit Rath ald mit That. 

Dem fliehenden Feinde baue goldne Brüden. 

Außer den Marken muß man ben Feind angreifen. 

Dem Feinde mit Gift nadhftellen ift auch unehrlich. 

Feindes Gaben gelten nicht. 


Feindes Gefchente 
Haben Ränte. 


Wer drei Feinde hat, muß fich mit zweien vertragen. 








Zeindſchaft — Ferkel. 109 


2366. Alte Feindſchaft wird leicht neu. 
2367. Verſoͤhntem Feinde traue nicht. 


2368. Verföhnter Feindſchaft und geflickter Freundſchaft iſt we⸗ 
nig zu trauen. 


2369. Beßer offener Feind als zweideutiger Freund. 
2370. Fleuch lachende Feinde und kitzelnde Freunde. 


2871. Wer Feinde ſchont und Freunde erzürnt, iſt ſich ſelbſt 
feind. 

2372. Ein Feind iſt zuviel und hundert Freunde nicht genug. 
2373. Meines Freundes Feind iſt oft mein beſter Freund. 
2374. Wenn Einer keinen Feind hat, ſo gehts ihm übel. 
2375. Feindes Mund ſpricht ſelten gut. 
2376. Geſchwaͤtziger Feind iſt ſchlimmer denn der da ſchweiget. 
2377. Der Feinde Fehler ſoll man kennen, aber nicht nennen. 
2378. Kleine Feinde und kieine Wunden verachtet kein Weiſer. 
23379. Das Feld hat Augen, der Wald Ohren. 
2380. Wenn Feinde gute Worte geben, haben ſe Boͤſes im Sinne. 
2381. Ein ſtinkend Fellchen 

Giebt klinkend Geldchen. 
2382. Sieb nie dad Fell wo du mit ber Wolle zahlen kannſt. 
2383. Es fist ihm noch zwifchen Kell und Fleifch. 
2384. Beßer ein Fenfter aus als ein Haus ein. 
2385. Fenfter brechen alle von felbft. 
2386. Was man ferne holt ift füß. 
2387. Willft du was finden, ſuchs nicht fern. 
2388. Wer in ber Kerne pocht, fchweigt in der Nähe. 
2389. Wem bad Ferkel geboten wird, fol den Sad bereit haben, 
2390. Wenn bad Ferkel träumt, fo iſts von Trebern. 


110 Ferkel — Feuer. 


2391. Ferkel find Ferkel, und zieht mean ihm eine Chorkapp an, 
legt es ſich doch in den Dred, 


2392. Wenn das Ferkel fatt ift, ftößt ed ben Trog um. 

2393. Wo ber Ferkel viel find, da ift das Gefpühl bünn. 

2394. Er ift fertig bis aufs Leimen. 

2395. Ze größer das Feft, je ſchlimmer der Teufel. 

2396, Man muß die Fefte feierh wie fie fallen. 

2396. Zu feft hält nicht, zu los bindet nicht. 

2397. Das Fett will allzeit oben ſchwimmen. 

2398. Bett Schwimmt oben und ift es auch nur Hunbsfett. 

2399. Fett ſchwimmt oben, fagte Barthel, da lebte er noch. 

2400. Fett wird leicht ranzig. 

2401. Fette Kuchen, mager Erbe. 

24012. Je fetter der Ochs, je ſchlechter das gen. 

2402. Manchen haͤlt man fuͤr fett und iſt nur geſchwollen. 

2403. Feuer fängt mit Funken an. 

2404. Wer ind Feuer bläft, dem fliegen bie Zunten in die Augen. 

2405. Wer des Feuers bebarf, fucht es in der Afche. 

2406. Wer ein Feuer will löfchen, muß Anfangs die Funken ers 
ſticken. 

2407. Feuer hoͤrt nicht auf zu brennen, man thue denn das Holz 
weg. 

2408. Wers Feuer austhun will, ziehe den Brand Bine. 

2409. Geſpalten Holz fängt leicht Feuer. 

2410. Löfche das Feuer eh es ausfchlägt. 

2411. Berfireutes Feuer brennt nicht lange. 

2412. Das Feuer, das mich nicht brennt, loͤſch ich nicht. 

2413. Wer Anderer Feuer fchürt, dem verlöfcht bad eigene, 

2414. Fremdes Feuer ift nie fo heil als der Rauch daheim. 


2415. 
2416. 
2417. 
2418. 


2419. 


2420. 


2421. 


2422. 


2423. 
2424. 
2425. 


2426. 


2427. 


2428. 


2429. 


2430. 


Jeuer — Fides. 111 


Wer das Feuer haben will, muß den Rauch leiden. 
Wo Rauch aufgeht, muß Feuer ſein. 
Feuer im Herzen giebt Rauch in den Kopf. 


Wenn das Feuer in der Küche ausgeht, ſo loͤſcht es auch 
in den Herzen aus. 


Feuer bei Stroh 


Brennt lichterloh. 

Kommt Feur und Stroh zuſammen, 

So giebt es gerne Flammen. 

Gelindes Feuer giebt ſuͤßes Malz. 

Klein Feuer 

Gicht füß Malz dem Bräuer. 

But Feuer macht fertigen Koch. 

Wärme dich weil das Feuer brennt. 

Feuer, Huften und Kräge laßen fich nicht verbergen. 

Feuer und Waßer find zwei gute Diener, aber ſchlimme 
Deren. 


Es ift ſchwer, Feuer im Schooße tragen. 

Wo man mit Beuerbränden wirft, da blaͤſt ber Zeufer in 
bie Aſche. 

Mit Feuer und Blut wird auch getauft in Märtyrerzeit. 


Fides ift gefchlagen tobt, 

Justitia lebt in großer Noth, 
Pietas liegt auf dem Stroh, 
Humilitas fchreit morbio, 

Superbia ift auserkoren, 

Patientia hat den Streit verloren, 
Veritas ift gen Himmel geflogen, 
Treu und Ehr über Meer gezogen, 
Betteln geht die Frömmigkeit, 
Tyrannis führt das Scepter weit, 


112 


Filial — Finger. 
Invidia ift worden los, 
Caritas ift nakt und bloß, 
Zugend ift des Lande vertrieben, 
Untreu und Bosheit drin verblieben., 


. Filial gehört zur Mutter wie bie Küchlein zur Henne 
. Die Filialiften gehören der Mutter todt und lebendig. 
Finanz 


Verliert die Schanz. 


. &8 findet wohl auch ein Blinder ein Hufeiſen. 

. &8 findet wohl auch ein blindes Huhn ein Weizenkorn. 
. Wer findet eh verloren ift, ber flirbt ch er krank wird. 
. Gefundenes verhohlen 


Iſt fo gut wie geftohlen. 


. Der erfte Binder ift auch der erſte Wuther. 
. Findeſt du * was nad) ihm, fo iſts nicht Sünde es aufzu⸗ 


heben. 


. Wir haben es alſo gefunden, wir mäßen es .alfo bleiben 
laßen. 


Finbellinder, arme Kinber., 


. Man muß bisweilen durch die Finger feben. 
. Die ungeraden Finger werben eben, ſobald man bie Hand 


fließt. 


. Wer bem andern ben Finger ins Maul fledt, der will 
gebißen fein. 


. Drei Finger im Salgfaß ift ber Bauern Wappen. 
. Fünf Zinger find fo gut als ein Bootshaken. 

. Fünf Finger faßen mehr als zwei Gabeln. 

. Seine Finger heißen Greifzu, 

. Zft der Finger beringt, 


So ift die Iungfrau bedingt. 





Singer — Fiſche. 113: 


2450. Wenn man Einem den Finger bietet, will er gleich die 
ganze Hand haben. 

2451. Wer bie Kinger zwifchen Thür und Angel fledt, der klemmt 
ſich gern. 

2452. Der Finger lehrt den Hintern — 


2453. Wer feine Finger in alle Löcher ſteckt, der zieht fie oft 
übel heraus. 


2454. Daß hat er nicht aus ben Fingern gefogen. 
2455. Mein Heiner Finger hat ed mir gefagt. 
2456. Sein Bleiner Finger ift gefcheiter ald du mit daut und 
Haar. 
2467. Er leckt die Finger darnach bis an den Ellenbogen. 
2458. Im Finſtern iſt gut mauſen. 
2459. Die Finſterniſs ſei noch ſo dicht, 
Dem Lichte widerſteht ſie nicht. 
2460. Wer im Finſtern doppelt, verliert die Würfel. 
24608. Firnen Wein, 
Bretzeln drein. 
2461. Friſche Fiſche, gute Fiſche. 
2462. Dreitägiger Fiſch 
Taugt auf keinen Tiſch. 
2463. Wenn gekochter Fiſch ins dritte Waßer kommt, wird er 
ungeſund. 
2464. Geſottenem Fiſch hilft das Waßer nichts. 
2465. Der Fiſch faͤngt am Kopf an zu ſtinken. 
2466. Fiſche und Frauen ſind am Beſten am Sterz. 
2467. Der Fiſch will dreimal ſchwimmen, im Waßer, im Schmalz 
und im Wein. 
2468. Die Fiſche haben gut leben, ſie trinken wann fie wollen. 
2469. Große Fiſche freßen die kleinen. 
Diſche Volksb. Sr Bd. | 


114 Fiſchen. 


2470. Von kleinen Fiſchen werden die Hechte groß. 
2471. Beßer ein kleiner Fiſch 
Als gar nichts auf dem Tiſch. 
2472. Ein Meiner Fiſch auf dem Tiſch iſt beßer ala ein großer 
im Bad. 
2473. Kleine Fiſche machen ben großen den Markt. 
2474. Fifhefangen, Vogelftellen 
Verdarb ſchon manden Iunggefellen. 
2475. Fifchen un Jagen 
Sit hungrige Magen 
Un fludrige Blagen. 
2476. Halb Fifch, halb Fleiſch ift Fiſch noch Fleiſch: 
Gar Fiſch ift Fiſch, gar Fleiſch if Fleiſch. 
2477. Lehre mich die Karpfen nicht kennen, mein Vater war ein 
Fiſcher. 
2478. Kein Fiſch ohne Gräte, kein Menſch ohne Mängel, 
2479. Fiſche fängt man mit Angeln, Leute mit Worten. 
2480, Wer Fiſche fangen will, muß vorher bie Netze flicken. 
2481. Dem Fiſch den Köder, der Maus ben Speck. | 
2482. Dan fol nicht rufen: Holt Fifche, eh man fie hat. 





2483. Rufe nicht Fiſch, du habeft ihn denn bei ben Kiefern. 

2484. Wenn mans am Wenigften denkt, liegt ein Fiſch in ben 
Reufen. 

2485. Mancher denkt zu fiſchen und Treböt nur. 

2486. Nach Fifchen Näß’, nad) Fleiſch ig Käfe. 

2487. Der Fiſch will ſchwimmen. 

2488, In ſolchen Waßern fängt man foldhe Fiſche. 

2489. Hier ftehn wir Fifche, fagt ber Stichling zur Schnede. 

2490. Fiſche wenn bu beim Waßer biſt. 


2491. Bon Fiſchen und Engeln ift nicht gut prebigen (denn es 
weiß Niemand, welches Er oder Sie find). 


giſchteich — Bil. 118 


2492. Da kannſt mir Teinen Fiſchteich in Brand ſtecken. 
2493. Sr ift nicht zu kühn der nicht fiften darf auf freiem Zelb. 


2494. Dben ‘ fir, 
-Unten nir. 


2495. Kurzer Flachs giebt auch langen Faden. 
2496. Wer nicht fpinnt behält feinen Flache. 


2497. Flachs und Reben 
Geben nichts vergeben. 


2498. Man muß ben Flachs nicht loben, 
Man hab ihn denn am Kloben. 


2499. Es geht fo blutig her wie im Fiadenkrieg. 
2600. Lieber aus der Flaſchen 
Algs aus der Taſchen. 
25008. Er findet jeder Flaſche den Stoͤpfel. | 
3501. Man plägt nicht neue Flecke auf alte Juppen. 
2502. Bom $iede | 
3um Zwecke! . 
2503. Wo ein fhöner led ift, da ſchmeißt der Teufel ein Klo⸗ 
ſter hin oder einen Edelmann. 
2504. Auf das ſchoͤnſte Fleiſch ſizen gern Schmeißfliegen. 
25040. Schön Fleiſch iſt ſchwer vor den Fliegen zu bewahren. 
2505. Kein theurer Fleiſch als Roſs⸗ und Weiberfleiſch. 
2506. Man bekommt kein Fleiſch ohne Beilage. 
2507. Je näher dem Bein, je ſüßer das Fleiſch. 
2508. Altes Fleifch giebt fette Suppen. 
2509. Es ftedt ibm im Fleiſch und nicht im Haar, man ſchoͤr 
es ſonſt ab. 
2510. Faul Fleiſch muß man mit Aetzen 
Ergetzen. 
2511. Krank Fleiſch, kranker Geiſt. 
8 % 


DE A 





116 


2512. 


Kieif — Bliden. 


Wegen einem Stück Fleiſch geben die Hunde bie Freund: 
fehaft auf 


52122. Wenn der Fleifcher füttert, will er mäften. 


2513. 


2514. 


2515. 


2516. 


2517. 


2518. 
2519. 
2520. 
2521. 
2522. 


2523. 


2524. 
2525. 


2526. 
23527. 
2528. 
2529. 
2530. 
2531. 


Fleiß . 
Bricht Eis, 


Fleiß 

Geht ſicher auf dem Eis. 

Zuviel Fleiß 

Faͤllt auf dem Eis. 

Fleiß 

Wird gelehrt und weis. 

Hans ohne Fleiß 

Wird nimmer weis, 

Fleiß überwindet Alles. 

Fleiß und Uebung machen gute Schüler. 

Fleiß iſt des Glüces Vater, 

Der Jugend Fleiß, des Alters Ehre. 

Fleiß bringt Brot, 

Faulheit Noth. 

Um Fleiß und Mühe 

Giebt Gott Schaf und Kühe, 

Viel Fleiß und wenig Gewißen macht ben Weutel voll. 

Dem Fleißigen gudt ber Hunger wohl zuweilen ind Fen⸗ 
fter, aber ins Haus barf er nicht kommen. 

Fleiß hat immer was übrig. 

Der Fleißige thut ſich nimmer genug. 

Seines Fleißes darf ſich Jeder rühmen. 

Fleißiger Herr macht fleißige Diener. 

Fleißig, wie der Hund den Flöhen wehrt. 

Beßer ein Zli denn ein Filed. 


2532. 
2533. 
2534. 
2535. 
2536. 
2537. 
2538. 
2539. 
2540. 
2541. 
2542. 


2543. 
2544. 
2545. 
2546. 
2547. 
2548. 
2549. 
2550. 
2551. 
2552. 


2553. 
2554. 
2555. 
2556. 
2557. 
2558. 


Kliden — lichen. 117% 


Beßer ein Flid als ein Loch, 

Er hat den Fliden neben das Loch gefeht. 

Der Flicken muß allemal größer fein als das Loch. 

Was Fliegen lodt, das lodt auch Freunde. 

Fliegen und Freunde kommen im Sommer. 

Hungrige Fliegen ftechen übel. 

Zeifte Fliegen ſtechen minder, 

Die Fliege fest fid) immer auf ein mager Pferd. 

Wer Trank ift, den aͤrgert die Fliege an ber Wand. 

Zwei Fliegen mit einem Schlag, 

Mit Einem Tropfen Donig fängt man mehr Fliegen als 
mit einem Orhoft Eßig. u 

Wenn die Fliege niften will, fucht fie Löcher. 

Er kam gezogen wie die Flieg aus der Buttermilch. 

Man fou nicht eher fliegen wollen als bi8 man Federn bat, 

Er will fliegen eh er flügg ift. 

Richt alle fliehen fo den Rüden wenben. 

Die Flucht fliegt. . 

Beßer ehrlich geflohen, denn ſchaͤndlich gefochten. 

Kannft du fliehen, verfteh mit Ehren, fo fliehe. 

Die auf der fliehenden Seite haben nie gefiegt. 


Fliehſt bu, 


So liegft du. 

Kein Zlüchtiger wird gekroͤnt. 
Flüchtig Dann, fhuldig Dann. 
Den Flüchtigen fol man verfolgen. 
Wer flieht, giebt fich ſchuldig. 
Wer flieht, wird gejagt. 

Wer flieht eh man ihn jagt 

St allzuverzagt. 





2559. 


2560. 


23561. 
2562. 


2563. 


2564. 


2565. 
2566. 


2567. 


2568. 


2570. 
23571. 
2572. 
2573. 
2574, 
2575. 
2576. 
2577. 
2578. 
2579. 


Fliehen — Fracht. 


Wer felber fleucht, 

Den jagt man leicht. 

Nach den Flitterwochen 

Kommen bie Bittermochen. 

Ze fetter der Floh, je magerer der ‚Hund. 

Steigt ber Floh übers Knie, 

&o wird ihm er weiß nicht wir. 

Hungrige Flöhe 

Thun wehe, 

Man fieht die Flöhe beßer auf einem weißen Zuche als 
auf einem ſchwarzen. 

Leichter einer Wanne Flöhe hüten als eines Weibes. 

Er hört die Flöhe huften. 


Auch gut, hat der Bauer gefagt, da hatt er einen Floh 


gefangen; er war aber auf den Läufefang aus, 
Flöten das find fchlechte Pfeifen, Kühren (ſchwatzen) ift fein 
Geld. 
Fluch 
RKuht auf Betrug. 
uUngerechter Fluch trifft nicht. 
Fluchen läutet bem Zeufel zur Meffe. 
Was du mir fluchft, das beftehe bein Hals. 
So weit die Flur geht, fo weit geht auch das Gericht. 
Alle Flüße laufen ins Meer. 
Es ift nicht Noth, daß man ben Bach in den Fluß leite. 
Aus Hattrigen Fohlen werden bie Tcyönften Hengſte. 
Folge, fo bift du felig. 
Drei F — haare zichen ftärker als ein hänfen Seil. 


Alle Frachten lichten, fagte der Schiffer, ba warf er feine 
Frau über Bord. 











Frage — Franzofen. 119 


. Eine Frage fteht frei. 

. Mit Fragen kommt man durch die Welt. 

. Beßer zweimal fragen als einmal irre gehen. 

. Bragen koſtet Fein Geld, und wirb einem kein Zahn da⸗ 


von ftumpf. 


. Mit Fragen fommt man nad Rom. 

. Mit Fragen wird man berichtet. * 

. Wie man fragt, wird man berichtet. 

. Wer viel fragt, ber wird viel gewiefen. 

. Wer fich des Fragens ſchämt, der ſchämt ſich des Lernens. 
. Wer viel fragt, 

. Dem wirb viel gefagt. 

. Durch Fragen wird man Bug aber unwerth. 
. Wer viel fragt, der laße fich auch fragen. 

. Auf eine Frage gehört eine Verantwortung. 
. Nicht auf jede Frage gehört eine Antwort. 

. Sin Rarr Tann mehr fragen ald zehn Geſcheite beant⸗ 


worten. 


. Es ift noch mandye Frage, bie ihre Antwort nicht bat. 

. Ih frage nad) Aepfeln und du antworteft mir von Birnen. 
. &o fragt man bie Bauern aus, 

. Krage nit Wie, fondern Was man redet. 

. Ber lange fragt, giebt nicht gern. 

. Mandyer fragt wie es mir geh, 


Gieng ed mir wohl, es thät ibm weh. 
Einen Franken ſoll man ſich zum Freund, aber nicht zum 
Nachbar wünfden. 


Zu ben erſchlagenen Franken gehört eine große Hölle. 
. Wäre Frankfurt mein, fo wollt ichs in Mainz verzehren. 
. Die Franzoſen fingen vor dem Eßen. 


120 Franzoſen — Frau. 


2605. Ein ledernes Koller und bie Franzoſen find eine cwige 
Tracht. 
2606. Fraß bringt mehr um als das Schwert. 
2607. Der Fraß richtet ſich mit den Zaͤhnen ſein Grab zu. 
26072. An zweien Tiſchen erzieht man einen Fraß. 
2608. Die Frau muß ſelber ſein die Magd, 
Solls gehen wie es ihr behagt. 
2609. Wie die Frau, ſo die Magd. 
2610. Der Frau Augen kochen wohl, die der Magd nicht. 
2611. Die karge Frau geht am meiſten zur Kiſte. 
2612. Wo die Frau wirthſchaftet, waͤchſt der Speck am Balken. 
2613. Was die Frau erfpart ift fo gut als was der Mann ers 
. wirbt. . 
2614. Sechsmal ſechs ift ſechsunddreißig; 
Iſt der Mann auch noch ſo fleißig 
Und die Frau iſt liederlich, 
Geht die Wirthſchaft hinter ſich. 
2615. Wo die Frau im Hauſe regiert, iſt der Teufel Hausknecht. 
2616. Frauen⸗-Rath und Räbenfaat geräth alle ſieben Jahre. 
2617. Die Frau kann mit ber Schürze mehr aus dem Haufe 
tragen ald der Mann mit dem Erntewagen einfährt. 
2618. Wenn der Mann einlöffelt, und die Frau ausfcheffelt, muß 
die Wirthſchaft zu Grunde geben. 
2619. Eine Frau kann mit dem Fingerhut mehr verfhätten als 
ber Mann mit dem Eimer fchöpfen kann. 
2620. Es giebt nur Eine böfe Frau auf der Welt, aber Jeder 
glaubt, Er habe fie. 
2621. Frauenart 
Greift dem Mann an den Bart. 
2622. Wo eine Frau, 
Machts den Mann grau. 





2623. 
2624. 


2625. 
2626. 


2627. 


2628. 
2629. 
2630. 


2631. 
2632. 


2633. 
2634. 


2635. 


2636. 
2637. 


2638. 


2639. 
2640. 


2641. 
26142. 





rauen. 121 


Wird die Frau zur Bübin, fo erfährt es ber Mann am 
legten. 


Wenn die Frauen gut geben und die Kühe gut (Bienen) 
ftehen, kann ber Mann reich werben. 

Kein Kleid ſteht einer Frau beßer ale Schweigen. 

Wenn zwei Frauen zuſammenkommen, 

Wird die dritte in die Hechel genommen. 


Drei Frauen, drei Gänfe und drei Kröfche machen einen 
Jahrmarkt. 


Ein Haus darin zwei Frauen find, wird nicht rein gefegt. 

Zwei Zrauen in Einem Haus, find ihrer Drei zuviel 

Frauenfleifch ift leichter zu befommen denn Kalbfleiſch. 

Wer Einen Fuß im Frauenhaus hat, der hat den andern 
im Spital. 

Frauengunft 

War nie umfunft, 

Frauen haben langes Haar und kurzen Sinn. 

Frauen haben lange Kleider und kurzen Muth. 

An einer Frau und an einer Mühle giebt ed immer was 
zu fliden. 

Wer Frauen hütet, wüthet. 

Willſt du eine Frau nehmen, fo zieh die Ohren mehr als 
die Augen zu Rath. 

Frauen und Jungfrauen fol man loben, es fei wahr oder 
erlogen. 

Wo feine Frau, da gefchieht dem Kranken weh. 

Frauen und Geld . 

Regieren die Welt. 


Beicheidne Frauen haben an den Ohren noch Augen. 
Frauenkleider decken wohl, 


122 - 


2643. 


2644. 
2645. 


2646. 


Frau — Freien. 


Eine Frau mag ihre Ehre wohl kraͤnken. 
Eine Frau figt nit auf Eid und Pflicht. 
Vornehme Frauen gebähren in drei Monaten. 


Fräulein von ber Hutſche, 
Wenn fie fahren will, hat fie keine Kutſche. 


2646°.€8 ift nicht mehr Betrug als an den Frauleuten. 


2647. 
2648. 


2649. 


2650. 


2651. 
2652. 


2653. 


2654. 


2655. 


2656. 


2657. 
2658. 
2659. 


2660. 
2661. 
2662. 
2663. 
2664. 


Frei Mann, frei But. 

Freiheit geht über Silber und Gold. 

Freiheit geht vor Gold, 

Sprad die Wachtel und flog ins Holz. 

Freiheit und eigener Heerd 

Sind großes Geldes werth. 

Freiheit ift lieber al& Aug und Leben. 

Freiheit brüdt den Hut friſch in die Augen und wandelt 
aufrecht. 

Freie Leute fteden in keiner Bubenhaut. 

Freie Leute und treue Freunde ftrafen ins Angeſicht. 

Freiheit wie gering 

Iſt doch ein gut Ding. 

Wer für die Freiheit ftreitet hat zwanzig Hände und noch 
fo viel Herz. * 

Kein ſchärfer Schwert denn das für Freiheit ftreitet! 

Beßer frei in der Fremde ald Knecht daheim, 

Bu frei . 

Bringt Reu., 

Das freie Schaf frißt der Wolf. 

Freiheit giebt Urlaub zur Bosheit. 

Ze mehr Freiheit je mehr Muthwille, 

Freiheit ift von Gott, Freiheiten vom Teufel 


Jung gefreit 
Hat Niemand gereut, 








Sreien — Fremde. 123 


. Bu früh gefreit 


Hat Manchen gereut. 


. Sreien ift fo füße 


Wie gebratne Lämmerfüße, x 


. Freien zu Morgen 


' Bringt zu Abend Gorgen. 


. Freien und Baden geräth nicht immer. 
. Wer freien wi, hat vier Scheffel über dem Geſicht. 
. Freien ift wie Pferbelauf: u 


Freier thu die Augen auf. 


. Uebers Jahr lobt man erft die Zreite. 
.Es freit fi am Beften wo der Keßel über dem Heerde 


hängt. 


. Bum Freien gehört mehr als ein Paar Säube. 
. Wer freien will muß erft auöbienen. 

. Alle Freier find reich und ale Gefangenen arm. 
. Ein Freithaler ift neun Groſchen. 

. Ze mehr es ſchreit, 


Se baͤlder es freit. 


. Des Menſchen Freien 


Sein Verderben oder Gebeihen. . 


. Ungefreit, unverworren. 

. Wo viel Freier find, da find wenig Nehmer. 

. reitagswetter, Sonntagswetter. 

.Fremde macht Leute. | \ 


. In der Fremde ift gut wanten, 


Aber nicht gut kranken. 


. Fremde Sprache, fremde Sitte, 
. Spiel nidyt in der Fremde, ' 


Sonft verlierfi du Rod und Hemde. 


Fremden — Breunbe. 


. Dem Fremben fol man bie Ehre laßen: 
. Wer eilt nach fremdem Gut, 


Auf den wartet Armut. 


. Wer nad fremdem Gute tradgtet, der verliert mit Recht 


das ſeine. 


. Man muß mit fremden Sachen behutfamer umgehen als 


mit ſeinen eigenen. 


. Städte und Lande werben nie fo ſehr verwüſtet, als wenn 


man fremde Leute in den Rath nimmt. 


. Sremde Leute thun oft mehr ala Blutefreunde. 
. An fremden Hunden und Kindern iſt das Brot verloren. 


Freßen, 
Vergeßen. 


. Sreßen und Saufen macht die Aerzte reich. 
Es wird fein Freßer geboren, er wird exzogen. 
. Keine Freud 


Ohne Leid. 


. Rady Freude folgt Leid. 

. Freud und Leid find nahe Nachbarn. 

. Sebe Freud hat ein Leid auf dem Rücken. 

. Freud und Leid find einander zur Ehe gegeben. 


. Bwifchen Freud und Leid 


SM die Brüde nit breit. 


. Wer ohne Freund ift, lebt nur halb. 

. Ein guter Freund ift mehr werth als hundert Verwandte. 
. Freundſchaft ift bed Lebens Salz. 

. Guter Freund, ein edles Kleinod. 

. Gut Freund, gut Pfand. 

7. Freunde thun mehr Roth 


Als Feuer, Waßer und Brot. 


2708. 
2709. 
2710. 


2711. 
2712. 


2713. 
2714. 
2715. 
2716. 
2717. 
2718. 


2719. 


2720. 
2121. 
2722. 


21723. 
2724. 


2725. 
27126. 
2727. 





Freunde. 125 


Sonder Geld iſt beßer denn fonder Freund. 

Ohne Bruder Tann man leben, nicht ohne Freund. 

Die nächſten Freunde, 

Die ärgften Feinde. ' 

Se näher Freundſchaft, je bittrer Feindſchaft 

Ein Freund in der Noth iſt beßer als ein Bruder in der 
Ferne. 

Es ſind nicht Freunde, Die ſerne ſind. 

Freunde ſind gut am Wege. 

Gute Freunde findet man nicht am Wege. 

Alte Wege und alte Freunde ſoll man in Wuͤrden halten. 

Beßer Freund in der Kerne als Feind in der Nähe. 

Es fehlt der Welt noch an Muͤnz, Holz und guten Freunden. 

„Freundſchaft gebt vor allem Ding.“ 

Das lügft du, fagt der Pfenning, 

Denn wo ich kehr und wende 

Hat Zreubfchaft gar ein Ende. 

Bei Dem Freunde halte ſtill, 

Der dic nur, nicht das Deine will. . 

Alter Freunde, alten Weind und alter Schwerter foll man 
ſich tröften. 

Alt Freund, alt Wein, alt Geld 

Führt den Preis in aller Welt. 

Die alten Freunde die beften. 

Alte Freunde fol man nicht verkaufen, denn man weiß 
nicht wie die neuen gerathen. 

Neuem Freund und altem Haus ift nicht viel zu trauen. 

Keuer Freund, neuer Wein, - 


Freundfchaft, die der Wein gemacht, 
Währt wie der Wein nur Eine Nadıt. 





Freunde. 


. Bewährter Freund, verſuchtes Schwert, 


Die ſind in Röthen Goldes werth. 


. Freunde mit dem Mund 


Einer auf ein Pfund; 
Sreunde in ber Roth 
Zaufend auf ein Loth. 


. Freund in der Roth, 


Freund im Tod, 
Freund hinterm Rüden, 
Sind drei ſtarke Brücken. 


. Freunde in der Noth 


Gehn zehen auf ein Loth, 


Und follen fie behuͤlflich fein 


Gehn zehen auf ein Quentlein. 


. Biel Freunde und wenig Nothhelfer. 
. Ein Freund in ber Roth ift ein Freund in der That. 
. Sreunde find gut, aber wehe dem, der ihrer bedarf in der 


Roth. 


. Gtüd macht Freunde, aber Noth bewährt fie. 

. Gläd ifl der Freunde Sommer. ' 5 

. Gluͤck macht Freunde, Unglüd prüft fie. 

.Glück iff der Freunde Sommer und Erndte, Unglüd aller 


Freunde Winter. 


. Siedet der Topf, fo blüht die Freundfchaft. 

. Dem es wohl ergeht, der hat manchen Freund. 

. &8 ift nicht Jeder dein Freund, der dich anlacht. 
Lach mid an, gieb mich hin 


Iſt des falfcyen Freundes Sinn, 


. Wer Freund fei, 


Sagt die Armut frei. 


. Den Freund zu erlennen, muft bu erſt ein Scheffel Sal; 


mit ihm gegeßen haben. 





2745. 
2746. 
2747. 


2748. 
2749. 
2750. 
2751. 
2752. 
2753. 


2754. 
2755. 
2756. 
2757. 


2758. 


2759. 
2760. 


2761. 
2762. 
2763. 
3164. 
2765. 
2766. 


2767. 


2768. 
2769. 


Freunde. 127 


Es gehen viel Freunde in ein kleines Haus. 
Verkehrte Freundſchaft iſt Feindſchaft. 

Eines Freund, 

Keines Feind. 

Jedermanns Geſell iſt Niemands Freund. 

Sei nicht Allerwelts Freund. 

Allerwelts Freund, Jedermaunns Geck. 
Jedermanns Freund, Jedermanns Narr. 

Den Freund ſtrafe heimlich, lobe ihn oͤffenttich. 


Freundes Gebrechen ſoll man kennen und tragen, 
Nicht aber nennen und nagen. 


Freundes Schläge, liebe Schläge. 

Beer ein fauerfehender Freund als ein füßtächelnder Feind. 

Freundes Stimme, Gottes Stimme. 

Ein Sreund ift des andern Spiegel 

Läft du deinem Freund Unrecht thun, fo bift du felbft fein 
Biedermann. 

Freundes Unrecht geftatten ift felber Unrecht thun. 

Will ein Freund borgen, 

Vertröft ihn nicht auf Morgen. 

Wenn ein Freund bittet, da ift kein Morgen. 

Freundes Hülfe reitet nicht auf der Ochfenpoft. 

Was ber Freund belommt tft unverloren. 

Freundfchaft verdirbt durch Schweigen. 

Der Perfon Freund, der Sache Feind. 

Wer zwifchen zwei Freunden Richter ifl, verliert ben Einen, 

Suter Freunde Schelten und Verföhnen findet fi von 
ſelbſt. 

Geflickte Freundſchaft wird ſelten wieder ganz. 

Eine Freundſchaft macht die andre. 


128 


2770. 
2771. 
23772. 


2773. 
2774. 
2775. 


2776. 
2777. 


2778. 


2779. 


2780. 


2781. 
2782. 
2783. 
2784. 
2785. 
2786. 
2187. 
2788. 
2789. 


2790. 
2791. 


27192. 


Freunde — Frieden. 


Der Freunde müßen mindeſtens zwei fein. 


Die beften Freunde fteden im Beutel. 


Gut ift der Freunde Rath, aber ihm wicht brauchen iR 
beßer. 


Freundfchaft und guter Wille macht kein Recht. 
Ein wenig VBerwandtfchaft Halt gute Preundfchaft. 


‚Große Freundſchaft und Geſchlecht 


Machen krumme Sachen recht. 
Guter Freund kommt ungelaben. 


Behüte mich Gott vor meinen Freunden, mit ben Seinden 
will ich fchon fertig. werden. 


Wer als Freund nicht wägt, kann ale Feind viel ſGeder. 
Friede duͤngt den Acker. 


Friede ernaͤhrt, 
Unfriede verzehrt. 


Fried und Einigkeit haben alle Städt erbaut. 

Eine Kuh im Frieden ift beßer als drei im Kriege. 

Beßer ein Ei im Frieden als ein Ochs im Kriege: 

Fried und ein neugebautes Haus find nimmer zu £heuer. 

Beßer ein bäuerliher Frieden ald cin bürgerlicher Krieg. 

Unbilliger Frieden ift beßer als gerechter Krieg. 

Beßer gewiffer Trieben als ungewifler Gieg. 

Des lieben Friedens willen läßt man ſich viel gefallen. 

Man Tann nicht länger Frieden halten als der Nachbar 
will, 

Ber Friede haben wil, muß zum Kriege rüften. 


‚Zriede macht Reihthum, Reichthum macht Uebermuth, 


Uebermuth bringt Krieg, Krieg bringt Armut, Armut 
macht Demut, Demut madt wieder Frieden. 


Der ewige Frieden ift auf bem Kirchhofe. 








2793. 
2794. 


2195. 
27196. 


23797. 


2198, 
3799. 
2800. 
2801. 


. 2802. 
2803. 
2804. 


Trieben. — Frohuch 129 


Wer ausfchlägt, bricht den Prichen. 

Ber Frieden haben will, thut übel, daB er Streit ans 
fängt. 

Jeden friert nach feinen Kleibern. 

Friſch gezüdt 

Iſt halb geglückt. 

Wenn Gott ein Land ſegnet, fo giebt er ihm einen weiſen 
Zürften und einen langen Frieden. 

Friſch gewagt if halb gewonnen, 

Friſch von Leber ift halb gewonnen. 

Friſch gewagt, halb geſchwoncꝛen. 

Friſch begonnen, 

Halb gewonnen. 

Frifch gezuckt iſt halb gefochten. 

Friſch angelaufen iſt halb beſiegt. 

Frifſch draen 

Toödt halb den: Mann. 


. Friſch und fröhlich zu feiner Zeit, 


Fromm und treu in Ewigkeit. = . 


. Fröhlich in Ehren 


Mag Niemand wehren. 


. Fröhlich Gemüth, 


Gefundes Geblüt, 


Froh Gemüth, halb Zehrgeld. 
. Schr fröhlich, gefährlich, 


Sehr traurig, beſchwerlich. 


. Mancher iſt fröhlich und fein Herz erfährts nicht, 
. 3 lebe, weiß nicht wie lang, 


Ich fterbe, weiß nicht wann, - 
Sch fahre, weiß nicht wohin, 
Mi wundert,: daß ich noch froͤhlich bin. 


Dtſche Volksb. Sr Bd. 9 


130 


2812. 


2813. 
2814. 
2815. 
2816. 
2817. 


2818. 


2819. 
2820. 
2821. 
2822. 
2823. 
2824. 
2825. 


2826. 
2827. 
2828. 
2829. 
2830. 
2831. 
2832. 
2833. 
2834. 
2835. 


2836. 


Freeoh — Fromm. 


Wer ſich ſtoßt an ein Stroh, 

Wird fein Leben nicht froh. 

Zmmer fröhlich ift felten reich. 

Fromm fein ift zu allen: Dingen gut. 

Sei fromm, Gott fiehts. 

Fromm fein ift allein Gewinn. 

Es gehört viel zur Haustzaltung, aber noch mehr wur 
Frömmigkeit. 

Niemand Tann frommer fein als «8 ihm Gott hat zuge⸗ 
meßen. 

Es wäre oft Einer- fromm, wenn man ihn fein ließe. 

Fromme Leute figen weit aus einander. - 

Fromme Leute find bünn gefät. 

Der ift fromm, der ungezählt Gelb wieher giebt. 

Fromme Leute müßen täglich Lehrgeld zahlen. 

Fromme Leute lobt Jedkermann und läßt ri betteln. 

Frommer Mann 

Hilft wo er kann. 

Frommer Mann, bös Weib, 

Fromme Leute gürnen nicht lange. 

Ein Ding freundlich auslegen ift eines frommen Gemüths. 

Mit Frommen und Böfen wird bad Haus erfüllt. 

Wer ſich zu Frommen feßt, der fteht bei Frommen auf. 

Bei den Frommen ift man daheim, 

Bei frommen Leuten verliert man nichts. 

Es ift gut wohnen wo fromme Leute find. 

Der Frommen Geſellſchaft ift aller Heiligen Gemeinſchaft. 

Dem Brommen legt man ein Kiffen umter, bem Schalte 
zwei. 

Sinem Frommen gefallen ift befes denn vielen Böfen. 





Isomm — Prüf. 131 


2837. Der Fromme liebt Jeben, der Boͤſe Niemand. 
2838. Wo man viel von Frömmigkeit fagt, da ift man felten 
fromm. 
2839. Ein Stein if auch fromm, doch flößt man ſich übel Daran. 
2840. Der nichts Tann ald fromm fein, muß betteln: 
3841. Die Kröfche find allmeg bes Storchen Speife. 
2842. Wo Fröfche find, da find auch Storche. 
2843. Die Fröfche thun ſich felber Schaden, 
Wenn fie den Storch zu Haufe laden. 
2844. Das Froſch läßt das Duaden: nicht. 
2845. Die Froͤſche gehn dem Bache zu, legt man ſi ie ſchon am 
.- „Ketten. 


2846. Set einen Froſch auf gotdnen Stuhl, 
Er hüpft doch wieder in den Pfuhl. 


2847. Man tritt den Froſch ſo lange daß er pfeift. 

2848. Ein Froſch kann nicht fingen wie eine Nachtigall. 

2849. Was ein Froſch werden will, muß erſt ein „Kuͤhleskopp“ 
gewefen fein. 

2850. Er kann nichts dazu, daß die Froͤſche Feine Schwänze 
haben. 

2851. Die Frucht ift wie der Baum. 

2852. Verbotne Frucht Ihmedt am Beſten. 

2853. Früh aufftehn und früh freien 

hät Niemand gereuen. 


2854. Wer früh auffteht, viel verzehrt, 
Wer fpät auffteht, den Gott ernährt. 


2855. Krüh auf und fpät nieder 
Bringt verlornes Gut wieder. 


2856. Früh nieder, fpät auf 
Hat unlangen Lauf. 
® 9" 


132 


2857. 
2858. 


2859. 
2860. 


2861. 


2862. 
2863. 
2864. 
2863. 
2866. 
2867. 
2868. 
2869. 


2870. 
2871. 


2872. 
2873. 
2874. 


2875. 


2876. 
2877. 


2878. 
2879. 
2880. 


Bra — Zuchs. 


Ber im Ruf ift, früh aufzuftehen, mag lange fchlafen. 
Srühregen und Frühgäfte bleiben felten über. Nacht. 
Früh gefattelt, fpät geritten. 


Dan muß fi) früh auf den Weg machen, wenn man fruh 
ankommen will. 


Frühwitzige Kinder leben nicht lange, aber Spãatobſt liegt 
lange. 


Früher Witz, baldiger Aberwig. ⸗ 

Was früh zeitig wird, fault bald. 

Ze früher reif, je fräher faul. 

Ber immer zu früh zu kommen meint, kommt oft zu fpät. 

Ver im Frühjahr nicht fät, wird im Spätjahr nicht ernten. 

Stirbt der Fuchs, fo gilt der Balg. 

Seder Fuchs pflegt feines Balgs. 

Alter Fuchs kommt nidht ins Garn. 

Der Fuchs geht nicht zum zweitenmal ins Garn, 

Wenn der Fuchs Gaͤnſe fangen will, fo webelt er mit dem 
Schwanze. 

Der Fuchs kann feinen Schwanz nicht bergen. 

Wenn der Fuchs predigt, fo hüte der Gänfe. 

Wenn der Fuchs die Gänſe Lehrt, fo ift ihr Kragen fein 
Schulgeld. 

Wer mit Füchſen zu thun hat, muß den dahnerſtau zu⸗ 
halten. 

Der Fuchs ändert den Pelz und behält den Schalk. 

Der Fuchs verkehrt wohl feine Haut, aber nicht fein Ges 
müth. 

Der Fuchs grüßt den Zaun um des Gartens willen. 

Es ift ein armer Fuchs, der nur Ein Loch hat. 

Man fängt auch wohl den gefcheiten Fuche. 





Zuchs — Bühlen. 138 


2831. Schlafender Fuchs fängt. kein Huhn. 
2882. Zwei Füchfe in Einem Loch. 


2899. 


2900. 


. Den Fuchs muß man mit Füchfen fangen. 

. Man fängt keinen Buchs außer im Fuchöbalge. 
. Man fit Füchſe aus um Füchfe zu fangen. 
.Wer Fuchs mit Züchfen fangen will, 


Bebarf wohl guter Wise viel . 


. Wenn der Fuchs zeitia if, trägt er felber den Balg zum 


Kürfchner. | 


. Alle Liftigen Küchfe kommen endlich beim Kürfchner in der 


Beize zufammen. 


. Wo ber Fuchs liegt, ba thut er keinen Schaden. 
. Wo der Fuchs fein Lager hat, da raubt er nicht. 
. An einem Fuchs bricht man nicht Mildbann. 


. Wenn man den Fuchs nicht beißen will, fo Tann man kei⸗ 


nen Hund finden. 


. Was der Fuchs nicht Farin erfchleichen, 


Da muß des Löwen Klau hinreichen. 
Er ift weder Fuchs noch Hafe. 


. Dan muß Fuchs und Hafe fein, Weiß und Schwarz Eöns 


nen, 


.Fuchsſchwänzer find den Herren lieb, 


Stehlen doch mehr ald ein Dieb, 


Fuchs ohne Züde 


Sft ein Tauſend⸗Glücke. 


. Zug 


Brit und macht ben Krug. 


Wer gäbe fo lange man nähme, ber vergäbe fih vor 


Nacht, wenn er auch breier Fugger Gut bite 
Fühlen lehrt glauben. 


134 Fuhrmann — Zunken. 


2901. Alter Fuhrmann hört noch gerne Klatſchen. 
2902. Wenn ber Fuhrmann nieht mehr fahren kann, ſo knallt er 
mit der Peitfche. 
2903. Fauler Fuhrmann ſpannt lieber aus denn an. 
2904. Es iſt kein Fuhrmann fo gut, er fährt bisweilen aus dem 
Steife. 
2905. Wer gern fährt, fchredt fi nicht am Yuhrmann.- 
2006. Wo e8 eben geht, ift gut Fuhrmann fein. 
2907. Fuhrmanns Zafche ſteht allgeit offen. 
. 2908. Dem Dann ein Vogel, fagte jener Buhrmann, und legte 
die Sand vor ſich. 


2909. Wer Gott läßt Fuhrmann fein, d dem acht fein Fuhrwerk 
wie geſchmiert. 

2010. Unferes Herrgotts Fuhrwerk geht langſam und wohl. 

2911. Boͤſer Leute Fahrt währt nicht lange, denn Gott iſt nicht 
beim Fuhrwerk. 

2912. Es zog fhon Mancher ein. Füllen auf, das ihm ſelbſt vors 
Schienbein ſchlug. 

2913. Neue Fuͤnde kommen von armen Leuten. 


2914. Einen Fund verhehlen 
Iſt fo gut wie Stehlen. 


2915. Gefunden gefunden wiedergieb, 
Geſchenktes Gut nimmer gieb. 


2916. Dein Zund, mein Halb, 

2917. Halb gefunden mein. 

2918. Man muß bisweilen fünf gerabe fein laßen. 
2919. Er wird feine funfzehn Heller ſchon kriegen. 
2920. Funfzehen Basen für einen Gulden. 

29208. Funfzehn, halt ben Sad auf. 

2921. Funken machen Feuer. 











Zankchen — Fürften. 135 


2933. Ein Fuͤnkchen ift auch Feuer. 
29228. Aus einem kleinen Zünktein Tann ein großes geuer werben. 


2923. 


2924. 
2925. 
2926. 
- 2927. 
2928. 
2929. 
2930. 
2931. 


2932. 


2933. 
2934. 
2935. 
2936. 
2937. 
2938. 


Das Feuer fängt vom Funken an, vom Funken brennt 
das Haus. 

Oppenheim gieng an ben Funken an. 

Der Funke glimmt auch unter der tobten Afdhe. 


Wer ſich vor Funken fürchtet, der giebt Keinen Schmied ab. 


Furcht hütet übel. 
Furcht richtet Alles anders an als r gekocht iſt. 


‚Dem Furchtſamen rauſchen alle Blätter. 


Wer fi) fürchtet, der lauf in die Kirche. 

Es kommt mehr Furcht von innen heraus ale von außen 
hinein. 

Der alle Hecken fuͤrchtet, ſoll nicht i in den Wald fahren 
jagen. | 

Sch fürchte mich vor Zehen nicht, wenn ich allein bin. 

Wo Furdt, da Scham; wo Scham, da, Ehre. 

Wo Zurdt, da Ehre. 

Mer fich nicht fürchtet, dem ift keine Webelthat zu groß. 

Fürchte, Die dich fürdıten. 

Zürften follen gebuldige Ohren haben. 


29388. Kürften können Schimpf, aber keinen Schaden leiden. 


2939. 


Kürften haben lange Hände und viel Ohren. 


2940. Die Fürſten haben viel Augen, laßen aber nur zweie 


2941. 


fehen. 
Die den Fürften verführen, vergiften den Brunnen des 
Landes. 


2942. Was die Fürften geigen, müßen' die Unterthanen tanzen. 
2943. Wenn ſich die Kürften an einen Fuß floßen, fo müßen bie 


Unterthanen binten. 


136 


2944. 
2945. 


2946. 
2947. 


2948. 
2949. 
2950. 


2951. 
2952. 


2953. 
2954. 


2955. 


2956. 
2957. 


2958. 
2959. 


2960. 
2961. 


2962. 


2963. 
.2964. 
2965. 


Fürften — Buß. 


Schoͤnem Wetter und Zürftenlächeln iſt richt zu trauen. 


Fuͤrſtengunſt, Aprilenwetter, 
Erauenlieb und Rofenblätter,, 
Würfelfpiel und Kartenglüd 
Wechſeln jeden Augenblid. 


Wenn ber Fürft feinen Unterthanen einen Apfel nimmt, 
fo nehmen feine Diener den ganzen Baum. 


Ein Fürft ift fo felten im Himmel als ein Dirfch in eines 
armen Manned Küche. 


Jeder Kürft ift Katfer in feinem Lande. 

Man ändert nicht die Fürften, es wechſeln nur bie Namen. 

Des Kürften Schatz liegt am Sicherſten in des Volkes 
Haͤnden. 

Unter reihen Fürſten iſt gut ſitzen. 

Neue Fürften, neue Geſetze. 

Fürften und Aerzten find viel Zobte eine Schande. 

Fürwis 

Sft Sungfrauen wenig nüß. 

Fürwitz macht die Jungfrau theuer. 

Eigene F— riechen wohl. 

Alte F— ſtinken. 

Er macht aus einem 5— einen Donnerſchlag. 

Es hinkt Keiner an des Andern Fuß. 

Biſt du übel zu Fuß, fo brich zuerft auf. 

Weil dir die Füße noch los find, fo geb. 

Wenn die Yüße gebunden find, fo läuft bie Zunge am 
Meiften. 

Beßer mit. den Füßen geſtrauchelt ala mit ber Zunge, . 

Man foll Zuß bei Mahl halten. 

Zuß vor Fuß geht man fern... 


Fußſchemel — Galgen. 137 


2966. Fußſchemel fallen auch um, aber nicht hoch. 
2967. Wer ſucht einen Fußſteig, wo die Straße gerade iſt? 
2968. Auf viekbetretenem Fußſteig waͤchſt kein Gras. 
2969. Zutteln (im Spiel betrügen) befindet ſich. 
2970. Wer gut futtert, 
Der gut buttert, 
2971. Dit Füttern wird keine Zeit verloren. 


© 


2972. Die Saben find wie die Geber. 

2973. Alle guten Gaben kommen von ben. 

2974. Schnelle Gaben hat Gott Lieb. 

2975. Ungeitige Gabe verdient Teinen Dante. 

2976. Langfame Babe verliert ben Dan. 

2977. Wer mit ber Gabe. zaubert, hat den Dank fchon einges 
nommen. 

2978. Wer mir gab, der lehrte mich geben. 

2979. Saben macht der Wille gut. 

2980. Mit Gaben fängt man die Götter. 


2981. Mit ver Gabel ifts ein’ Ehr: 
Mit dem Löffel kriegt man mehr. 


2982. Wenn Einer gähnt, fo gähnen fie alle. 

2983. Wenn Ein Giehnlöffel gähnt, fo gähnt audy ber andere. 
2984. Was zum Galgen geboren ift, erfäuft nicht. 

2985. Wer am Galgen vertrodnen foll, erfäuft nicht im Waßer. 
2986. Die Galgen hat man abgefchafft, die Diebe find geblieben. 


Galgen — Bänfe. - 


. Senn du Einen vom Galgen iͤſeſt/ der bracte dich -fels 


ber gerne dran. a 


. Was hilft ein goldener Galgen, fo man dran hängen uf 


2989. Er ſchlaͤgt fi an einen goldenen Galgen. 
2990. Wenn man einen brauchen kann, ſo nimmt: man ibn vom 
Salgen. 
2991. Rur an den Galgen, eh er-umfällt, 
2992. Auf St. Gall 
Bleibt die Kuh im Stall. 
2993. St. Gallen 


3005. 


Läßt den Schnee fallen. 


. Wer nicht Galle verfucht hat, weiß nicht wie Honig 


fchmedt. 


. Kleine Thierlein haben. aud Galle 

. Wer im Galopp lebt, fährt im Trab zum Teufel. 
. Des Bang vermag taufend Gulden. 

. Der fhwächfte Gänger foll voran gehen. 

. &8 flog ein Sändlein über Meer, 


und fam ein Gidgad wieder ber. 


. Wenn Eine Gans trinkt, fo trinken fie alle. 

. Wer kann allen Gänfen Schub machen? 

. Die weiße Gans brütet gut. | 

. Die Gans lehrt den Schwan fingen. | 

. Die Gans geht fo lange zur Küche, bis fie am Spick 


fteden bleibt. 


Wenn die Gans das Waßer fieht, fo zappelt ihr der 
Steiß. 


. Jede Sans hat ihren Kopf. 
3007. 


Wo Bänfe find, da ift Geſchnatter und wo Prauen, ba 
find viel Mären. 





Bänfe — Gaßen. 139 


Die Weiber haben Einen Wit mehr alé bie Gänfe: wenn 
es regnet, fo gehen fie ins Trockne. 


Die Sänfe gehen überall barfuß. 
Mit den Gänfen follen wir trinken, aber nicht eßen. 


Wenn’ man die Gans zum Ganter fest, fo bleibt der Gan⸗ 
ter der Mann, ber es fein fol. 


. Zunge Gänfe wollen bie alten zur Traͤnke führen. 
. Sievven Bönnfe fievven Johr 


Git en Barre (Bette) un noch nit ſchwor. 


. Er halts mit den kurzen Gänfefedern. 


Es ift nicht der Gaͤnſe wegen. 

Es geht an die lehte Garbe. 

Die Welt will grob Garn. 

Er bummelt wie eine fette Gans. ’ 
Garnftellen fängt nicht Vögel, fondern Zuziehen. 


. Wie das Garn, fo das Tuch. 


Saraus ift gut pfalzgräflic. 


. Garaus, 
So wirb ein voller Bruder draus. 


. Saraus macht böfe Hofen. 
. Garten 


Muß man warten. 


. Gartenwerf, 


Wartenwerk. 


. Wer ſeinen Garten verpachtet, darf nicht drin pflücken. 


Es wird bir im Garten wachſen. 


. Sart, wende deinen Namen. 
. Ber in allen Gaßen wohnt, wohnt übel. 
. Stolz auf der Gaße, 


Kein Heller in der Taſche! 


140 Gaßen — Sof. 


3031. Gaßenengel, Hausteufel! 


3032. An dem Gaſte wirds verfpärt 
Wie der Wirth den Handel führt. 


3033. Schlimmer Gaft, der. ben Wirth vertreibt! 
3034. Ungelabener Gaft | 
Iſt eine Laft. 
8035. Ungeladenem Gaft ift nicht geftuhlt. 
3036. Ungebetene Gäfte fegt man hinter ben Feuerheerd. 
3037. Darnach bie Säfte find, brat man die Büdlinge 
3038. Suter Gaft kommt ungeladen. . 
3039. Die liebften Säfte kommen von felbft. 
3040. Darnach der Gaft, 
Darnad der Quaſt. 
3041. Dreitägiger Gaft 
Iſt Iedermann zur Laſt. 
3042. Den erften Zag ein Gaft, 
Den zweiten eine Laft, 
Den britten ftintt er faſt. 
3043. Ein Gaſt ift wie ein Fiſch; 
Er bleibt nicht lange frifch. 
3044. Wenn der Saft am Liebften tft, fol er wandern. 
8045. Laß den Baft ziehen eh das Gewitter ausbricht. 
3046. Bequem dich, Gaft, 
Sonft bift zur Lafl. 
3047. Man empfängt die Gäfte freundlich mit Mund und Hand 
und mit Herzen wie Gott wohl weiß. 
3048. Wenn man Einen zu Gaft ladet, ftößt man ihm bas Maut 
auf den Tiſch. 
3049. Wer Säfte Lädt, gehe vorher hübſch auf den Fleiſchmarkt. 
3050. Geh nicht zu armer Burſch zu Gaſt, 
So du dein Speis nicht bei dir haſt. 





3051. 
3052. 


3067. 
3068. 


3069. 
3070. 


Säfte — Geben. 141 


Neue Säfte HA man gut. 
Sieben Säfte, gute Zahl; 
Neune Kalten böfes Mal, 


Veber neun und- unter drei 
Halte keine Gaſterei. 


. Die Rarren haben Gaſtertien, bie Weiſen eßen ſib ſatt. 
.Arme Säfte ſendet uns Gott zu. 


. Es ift nicht gut Gäfte laden, deren man nicht mächtig ift. 


. Er kann. weder gaben noch Eier legen. 


Einem gefchenkten Saul 
Sieht man nit ind Maul, 


Geſchenktem Gaul fieh nicht ins Baul: nimms, ‚die Haut 


ift dankenswerth. 


. Ein guter Gaul zieht dreimal. 

. Einen guten Saul muß man nicht zu oft reiten. 
. Mit böfen Säulen bricht man. das -Eiß. - 

3. Groß und faul 


Iſt auch ein Saul. 


. Man reitet den Gaul erſt, wenn man ihn hat. 
. Auch der befte Gaul flolpert einmal. 
. Ber dem Gaut feinen Willen läßt, den wirft er aus bem 


Sattel, 
Soller Gaul fpringt. 


Wenn ein alter Saul in Bang kommt, fo iſt er nicht mehr 
zu halten. 


Wenn bie alten Gaͤule gehend werden, fo ift kein Halten, 
Blinder Saul geht grade zu. 


3071. Sch will den Saul gewinnen ober den Sattel verlieren. 


3072. 


3073. 


Du fuhft den Saul und reiteft brauf. 
Geben und Wiedergeben Hält bie Freundſchaft gufammen. 


’ * 





142 


3074. 
3075. 
3076. 
"3077. 
3078. 
3079. 
3080. 
. 3081. 
3082. 
3083. 


3084. 


3085. 
3086. 
3087. 
3088. 
3089. 
3090. 
3091. 
3092. 


3093. 
3094. 
3095. 
3096. 
3097. 
3098. 
3099. 


Seben. 


Mit Geben wuchert man am Meiften. 

Der gewinnt mit Geben, ber Würbigen giebt. 

Einen guten Geber ſegnet Gott. 

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 

Geben iſt ſeliger denn Nehmen. 

Ich gebe wie ichs habe und nehme wie ichs kriege. 

Gieb blind, nimm ſehend. 

Sieb Arſch, nimm Arſch. u Ä 

Mer giebt was er hat, ift werth, daß er lebt. 

Wer Einem was geben will, ſoll nicht er fragen ob ers 
haben wolle. 

Was du Niemand geben willſt, ſoun du u von Nie: 
mand verlangen. 


Geben und doch behalten gilt nichts. ., 
Niemand kann geben und behalten. 

Wer viel fragt, der giebt nicht gerne. 

Wer gern giebt, fragt nicht lange. 

Wer gerne giebt, läßt fich nicht Tange bitten. 

Er ift nicht von Gebingen, fondern von Nehmingen. 
Ich gebs um ein Stüd Brot. 

Mer giebt, 


. Der liebt. 


Wer giebt, der ift lieb. 

Gieb mir hats Genict gebrochen. 

Giebſt du mir, fo geh ich mit bir. 

Sieb, und laß Jedem das Beine. 

Gegeben Gut gehört ſich viel, 

Er giebt mit dem Mund, aber die Bände halten feft. 

Er hat nur zwei Hände, eine zum Nehmen, eine zum Bes 
baltenz die zum Geben fehlt ihm. 





Geben — Sed. 143 


3100. Es giebt Alles gern an ihm, ohne bie Hände. 

3101. Ex giebt gern — feinem Maui, wenn ihn hungert. 

3102. Er gäbe Bott und alten. feinen Heiligen nicht einen Geller. 
3103. Er giebt nicht gerne mehr als er im Auge leiden Tann. 


3104. Wem man giebt, ber ſchreibts ind Sand, 
Wem man nimmt, in Stahl und Eifen. 


3105. Wer gebt nach Giebichenftein, 

Kommt: felten wieber heim. 
3106. Gebet ohne Inbrunft, Vogel ohne Flügel. 
3107. Kurz Gebet, tiefe Andacht. 
31078, Kurz Gebet, lange Mettwurft. 
3108. Das Gebet. macht der Wittwe einen Wal am ihr Hiett⸗ 

lein. 

3109. Wohl gebetet iſt halb ſtudiert. 
3110. Viel Gebet, wenig Werke. | 
3111. Golden Gebiß machts Pferb nicht befer. 
3112. Elendiglich ausgefehen iſt genug gebeten. . 
3113. Gebieten ohne Straf und Macht 

Macht Herren und Gebot veradıt. 


3114. Das eilfte Gebot heißt: laß dich nicht erwiſchen! 
3115. Das eilfte Gebot heißt: laß dich nicht verblüffen! - 
3116. Gebrannt ift nicht gebraten. 


3117. Gebrauch thut mehr 
Als Meifterlehr. 


3118. Eigenes Gebrechen fieht man nicht. 
3119. Geburt ift etwas, Bildung mehr. 


3120. Wie Einer ift geboren, 
So wird er gefhoren. 


3121. Bei jeder Geburt wird eine Leiche angeſagt. 
3122. Geck, loß Geck elanns. 





Geck — Gedulb, 


. Geckewerk gitt Geckegaarn. 
. Se älter ber Geck, je ſchlimmer. 


. Bier einen Gecken ausſendet, dem kommt ein Karı wicher. 


. Es ift kein Mann fo Hug vom Rath, 


Der nichts von einem Geden hat; 
Jedoch iſt ber ein Euger Mann, 
Der feinen Ged verbergen Tann. 


. Wer nicht weiß was das für ein Geck if, der kanns an 


feinem Pferde fehen. 


. Gedanken find zollfrei. 
. Gebanten find zollfrei, aber nicht hollenfrei. 


An Gedanken und geſpanntem Tuche geht viel ein. 


. Die beſten Gedanken kommen hinten nach. 
. Die erſten Gedanken find die beſten. 

. Gebinge bricht Landrecht. 

. Am Geding tft keine Folge. 

. Gedingt Pferd macht kurze Meilen. 

. Dur, Gebränge 


Zum Gepränge. 


.Geduld überwindet Alles, 

. Geduld überwindet Holzäpfel. 

. Geduld überwindet Schweinsbreten. 
. Geduld frißt den Zeufel, 

. Geduld if flärker denn Diamant. 

. Leichter trägt was er trägt 


Wer Geduld zur Buͤrde legt. 


. Geduld ift das befte Pflafter für alte Schwären. 
. Mit Geduld und Zeit 


Wird Maulbeerblatt zum Atlaskleid. 


. Geduld und Batzen gehen viel in Ginen Sad: 








3146. 
3147. 
3148. 
3149. 
3150. 
3151. 
3152. 
3153, 


3154. 


3155. 
3156. 
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3158. 


3159. 


3160. 


3161. 
3162. 
3163. 
3164. 
3165, 
3166. 
3167. 
3168. 
3169. 
3170. 


Geduld — Gehen. 145 


Geduld ift ein edel Kraut, wächft aber nicht in allen Gärten. 
Die Stärke. wächſt im Gebuldgarten. 

Gebuld ift die Seelenſpeis. 

Geduld ift der Seelen Schild. 

An der Geduld erkennt man den Dann. 

Der Gebuldige treibt ben Ungebuldigen aus dem Lande. 
Im Gluͤck find wir alle gebulbig. 

Geduld: lädt Gewalt zu Haus, 


Habt Geduld 


Mit Andrer Schuld. 

Geduld zu hoch geſpannt wird raſend. 

Iſt die Gefahr voruͤber, wird der Heilige ausgelacht. 
Wer ſich in Gefahr begiebt, kommt darin um. 

Gefahr wird nicht ohne Gefahr vertrieben. 

Verachtete Gefahr J . 
Kommt vor dem Jahr. 

Mer Gefahr nicht fliehen kann, 

Stehe tapfer als ein Mann. 

Gefährte munter kürzt die Meilen. 

Beredter Gefaͤhrte iſt ſo gut wie ein Wagen. 

Kein Gefängnifs iſt ſchoͤn und keine Braut häßlich. 
Was man in ein unfauber Gefäß ſchüttet, das verſauert. 
Es hält fo lange geflidt als ganz. 
Die Gegenwart ift unfer, 
Gegenwehr ift nicht verboten. 
Gehorfam iſt beßer denn Opfer. 
Gehorſam macht Fromm. 

Was nicht will gehen, 

Das laß ſtehen. 


> 


Dtſche Volksb. Sr Bd. 10 


146 Sehen — Geitliche. 


3171. Einem gehenden Manne nimmt man tein. Pferd, 
3172. Neben dem Pferb gegangen ift nicht geritten. 
3173. Männer verfchweigen fremde, Weiher eigene Geheimniſſe. 
3173%. Wer befehlen will, muß gehorchen fernen. - 
3174. Was gehörnt.ift, will immer gefloßen haben. - 
3175. Das ift gcehüpft wie gefprungen. 
3176. Wer einen Geier. fchindet, hat einen magern Vogel, 
3177. Alte Geigen bezieht man auch mit neuen Saiten. 
3178. Kleine Geige ift oft mit Einem Fidelbogen nicht zufrieben. 
3179. In vierzig Wochen wird ſichs zeigen 
Wie man gefpielt hat auf der Geigen. 
3180. Nährt die Kidel ihren Mann, 
So nimmt fie ihn zum Geiger an. 
3181. Oft muß man fpielen wie die Geige will. 
3182. Geige den Leuten: wie bu willſt, du geigft felten allen 
recht. ” 
3183. Ein Geiger zerreißt viel Saiten, eh er Meifter ift. 
3184. Geiger und Pfeifer 
Sind Feine Scheerenfchleifer. 
3185. Alle guten Geifter 
Loben ihren Meifter, 
3186. Alle guten Geifter loben Gott. 
3187. Du ſollſt allen Geiſtern nicht glauben, j 
3188. Große Geifter begegnen fidh. 
3189. Man fieht wohl, wes Geiftes Kind er iſt. 
3190. Hoe groter Geeft, 
Hoe groter Beeft. 
3191. Wenn man nad) einen Geift fehlägt, fo verwunbet man 
fich ſelber. 
3192. Die Geiſtlichen ſollen bei ihrer Bibel bleiben, 





3193. 
3194. 
3195. 
3196. 
3197. 


3198. 
3199. 


3200. 
3201. 
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3210. 
3211. 


3212. 
3213. 
3214. 


3215. 


Geiß — Geiziger. 147 


Wer die: Geiß angenommen hat, muß fie hüten. 

Wer die Geiß anbindet w. 0. 

Die Geiß ſoll weiden wo fie angebunben tft. 

Wenn der Geiß wohl ift, fo ſcharrt fie. 

Gott weiß wohl, warum er der Geiß den Schwanz abge: 
hauen hat. 

Die Geiß will auch einen langen Sterz. 

Wer die Geiß im Hauſe hat, dem kommt der Boct vor 
die Thür. 

Die Geiß kriegt früh einen Bart, 

Alte Geiß ledt auch gern Salz. 

Zunge Geiß ledt Salz, alte Geiß frißt Sad und Salz. 

Was recht ift, bat Gott lieb: 

Ber eine Geiß fliehlt, iſt Fein Bocksdieb. 

Der Geiz ift die Wurzel alled Uebels. 

Der Geiz hat einen Boden. 

Den Geiz und die Augen kann Niemand füllen. 

Dem Geiz ift nichts zu viel. 

Der Geiz und ber Bettelfad find bodenlos. 

Se mehr ber Geizige bat, 

Je weniger wird er fatt. 

Der Geiz wächſt mit dem Gelbe, 

Der Geiz will nicht leiden, daß man das Licht bei ihm 
anzünde. 

Der Natur ift wenig, dem Geiz nichts genug. 

Der Geiz ift feine eigene Stiefmutter. 

Der Geiz muß Dunger leiden, weil ber Seufel den Sätäfel 

‚zum Gelblaften hat. 


Man kann einem Geizigen nicht mehr Unglück wuͤnſchen, 
denn daß er lange lebe. 


v 


10° 


148 Geizige — Selb, 


3216. Der Geizige ift das Roſs, das Wein fährt‘ und Waßer 
fäuft. 


3217. Ein Reicher und Geiziger iſt Salomond Efel. 

3218. Geiz ift die groͤſte Armut. 

3219. Dem Armen geht viel ab, dem Geizigen Alles. 

3220. Der Geigige iſt ein reicher Bettler. 

3221. Geiz fucht feinen Himmel im Koth. 

3222. Der Geiz macht ſich feine Höllenfahrt fauer. . 

3223. Der Geizige trägt feine Seele feil, 

3224. Gott giebt dem Geizhals die Koſt, aber der Teufel ift 
ber Koch. 

3225. Geizhalſes Gut, des Teufels Opferheerd. 

3226. Der Geiz hat feinen Gott im Kaften. 

3227. Wenn alle Sünden alt werben, wird ber Geiz jung. 


3228. Alle Lafter nehmen mit ber Zeit ab, nur Geiz und Lüge 
nehmen zu. 


3229. Den Geizhals und ein fetted Schwein 
Sieht man im Tod erft nüglich fein. 
3230. Geiz und Chr IN 
Zreibt über Meer, 
3231. Nicht zu geben, findet der Geizige allweg Urfadh. 


3232. Des Geizes Schlund 
Iſt ohne Grund. 
3233. Gut gelaut 
Iſt halb verbaut. 


83234. Gelb 
. Regiert die Melt. 
3235. Redet Geld, 

So ſchweigt die Welt. 


3236. 


3237. 


3238. 


3239. 


3240. 
3241. 
3242. 
3243. 


3244. 
3245. 
3246. 
3247. 
3248. 
3249. 
3250. 


3251. 
3252. 


3253. 
3254. 


3255. 


Selb. 1 49 


Mit Seh 
Probiert man bie Welt. 


Gelb 

Behält das Feld, 

Spielt den Meifter in ber Welt. 

Geld 

Sft der gröfte Held. 

Hat Einer Geld, 

So ift er ein Helb, 

Und der mit goldnen Aepfeln werfen Tann, behält das Feld. 


Geld ift die Welt und die Welt ift Geld. 
Gelb ift der Meifter, 
Wo Gelb redet, da gilt alle Rebe nicht. 


Geld ift der Mann, 
Ders Tann. 


Geld iſt der Nerv. 

Geld iſt die Loſung. 

Geld macht Schaͤlke. 

Das liebe Geld kann Alles. 

Geld ſchließt auch die Hoͤlle auf. 

Für Geld und gute Worte kann man Alles haben. 
Geld kann den Teufel in ein Glas bannen. 


Geld, das ſtumm iſt, 
Macht recht was krumm iſt. 


Sobald das Geld im Kaſten klingt, 
Alsbald die Seel in Himmel ſpringt. 


Kupfern Geld, hoͤlzerne Seelmeſs. 
Wo kein Geld iſt, da tft auch keine Vergebung ber Sünden. 


Geld her, Gelb ber, Elingen bie Glocken, wenn gleich der 
Pfaff todt ift. 





150 


3256. 
3257. 
3258. 
3259. 
3260. 
3261. 
"3262. 
3263. 
3264. 


&elb. 


Geld kann nicht Unrecht thun. 

Gute Nacht, Tugend: hab ich Geld, fo bin ich lieh, 
Hätt ich Geld, ich wäre fromm genug. 

Hätt ich dein Gelb und du meine Jugend! 

Geld wird nicht gehenkt. 

Geld erklärt den Text und die Gloſſe. 

Geld vor, Recht nad. 

Schimmelig Geld macht edel, 

Die Mutter ein Hur, der Vater ein Dieb, 


‚ Haft du Gelb, fo bift du lieb, 


3265. 
3266. 


3267. 
3268. 
3269. 
3270. 
32711. 


3272. 
3273. 
3274. 


3775. 
3276. 


3777. 


3278. 


Herz, wo Gelb, 


Geld tft der Abel, 
Geld ift ohne Zabel, 


alt Geld macht neuen Abel, 

Geld heißt Junker. | \ 

Geld im Sedel bußt den Wirth, 

Federn machen den Vogel flüd, Gelb den Mann. 

Gefundheit und Geld 

Durchſtreifen die Welt. 

Wo Geld voran geht, da ftehn alle Wege offen. 

Geld fchweigt nicht, wo es ift. 

Geld fährt auf hohen Schlitten, Armut muß zu Fuße 
gehn. ‘ 

Geld im Beutel vertreibt die Schwermut, 

Geld ift Königin, Tugend und Kunſt ihre Schüßelwa⸗ 
ſcherinnen. 

Haſt du Geld, ſo ſetz dich nieder, 

Haſt du keins, ſo ſcher dich wieder. 

Haft bu Geld, fo tritt herfuͤr, 

Haft du keins, fo fuch bie Thür. 





3279. 
3280. 
3281. 
3282. 
3283. 
3284. 
3285. 
3286. 
3287. 
3288. 
. 3289. 
3290. 
3291. 
3292. 
3293. 
329. 


3295. 
3296. 
3297. 
3298. 


3299. 
3300. 


3301. 


3302. 


Selb. 151 


Wer kein Gelb hat, muß mit ber Haut bezahlen. 

Wer kein Geld hat, dem entfällt Beine Delinze, 

Wer kein Geld hat, dem fällt es nicht durch die Finger. 

Wer kein Geld hat, braucht nicht zu Markt zu gehen. 

Gerd ift die beſte Waare, fie gilt Sommer und Winter, 

Geld macht den Markt. 

Für Geld kann man ben Teufel tanzen fehen. 

Baar Geld lacht: 

Baar Geld kauft. 

Baar Geld kauft wohlfeil « 

Baar Geld ift gute Waare. 

Groß Geld, großer Glaube. 

Beßer ein Mann ohne Geld ald Gelb ohne Mann, 

Geld, das thäts. 

Geld führt den Krieg. 

Friſch Geld, 

Frifcher Held. 

Kein Seld, Fein Schweizer. 

Das Geld iſt wo mans in Ehren hält. 

Einer hats, der andere: hats gehabt, ber dritte hätt es 
gern. ' 


Kannft du das Gelb brauchen, fo bift du fein. Herr, wo 
nicht fein Knecht. 


Man muß dem Gelbe gebieten, nicht gehorchen. 


Das Geld zu rechter Zeit veracht, 
Hat Mandem großen Nug gebracht. 


Geld genommen, 
Um Kreiheit gefommen. 


Wer nach Geld heiratet, verliert feine Freiheit. 


152 


3303 


3304. 
3305. 


3306. 
3307. 


3309. 
3310. 
3311. 
3312. 


3313. 


3314. 


3315. 
3316. 


3317. 


3318. 


3319. 
3320, 


3321. 


3322. 


Geib. 


Iſt das Gelb die Braut, fo. taugt bie Ehe felten "was. 

Er freit die Yerfon und meint das Geld. 

Haft du Geld, fo fpiel, 

Haft du. Eeins, fo ſtiehl. 

Das Geld hat Pobagras Art: wo es ift, da bleibte. 

Wo Gelb if, da iſt der Zeufel; wo keins ift, ba iſt er 
zweimal, 

Die Gewaltigen handeln mit Geld, die Schwachen mit Recht. 

Aus viel Beuteln ift gut Geld zählen. _ 

Viel Geld, viel Freunde. 

Rimmer Geld, nimmer Gefell. 


Wo Geld kehrt und wendt 
Dat bie Freundſchaft batd ein End. 


Geld macht nicht reich, 

Es fei denn reich 

Das Herz zugleich. 

Geld will einen guten Vormund haben. 

Was hilft das Geld in der Kifte, wenn der Zeufel ben 
Schlüßel dazu hat? 

Was fol Geld, — 

Das nicht wandert durch die Welt? 


Zwei Schelme braucht Geld und But, 

Einen ders gewinnt und Einen ders verthut. 

Geld hat einen feigen Hals. 

Gelb Hat Feine Zipfel. 

Es hängt Fein Geldſack hundert Jahr vor der Thür, aber 
auch Fein Bettelfad. 


Gelb bringt Gunft, 
Aber nicht Kunft. 


Geld — Gelegenheit. 153 


3323. Wo Geld. und Gut, 

j Da ift fein Muth. 

3324. Geld hat Randhen « an den Galgen gebracht. 

3325. Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient iſt. 


3326. Man muß das Geld von den Leuten nehmen, von Baͤumen 
kann mans nicht fchütteln. 


3327. Klein Geld, Heine Arbeit. | 
3328. Schlechtes Geld kommt immer ‚wieder. 
3329. Es ift alle Tage gut Geld annehmen, 


3330. Bei Geld tft gut wohnen. \ 
3331. Wer Gelb in ber Taſche hat, braucht feinen Staat zu 
madıen. 


3332. Geliehen Gelb fol man lachend bezahlen. 

3333. Was macht man nicht Alles fürs. Geld! ſprach der Narr, 
da fah er einen Affen. 

3334. Schon wieder Geld, das die Frau. nicht weiß, 

3335. Sein Geld ift fo bumm wie Er. 

3336. Er bat Geld wie Heu, nur nicht fo lang. 

3337. Es Eoftet ja. kein Geld, hat der Bayer gefagt, da wallte - 
er feinen Zungen durch. 

3338. Man kann fi doch Fein Geld aus den Rippen ſchneiden. 


33388. Geldhunger, 
Wen machſt du nicht zum Unger? 
3339. Geldfüchtig 
Waperfüchtig. 
3340. Gelegenheit macht Diebe. 
3341. Wer Eine Gelegenheit hat, ſoll auf die andre nicht warten. 
3342. Wer die Gelegenheit verfäumt, dem weift fie den Hintern. 
3343. Man muß die Gelegenheit am Stirnhaar faßen. 
3344. Gelegenheit hat vorn langes, hinten kurzes Haar. 








154 


3345. 
3346. 
3347. 


3348. 


3349. 
3350. 
3351. 
3352. 
8353. 
"3354. 
3355. 
3356. 
3357. 
3358. 


3359. 


3360. 
3361. 
3362. 


3363. 


3364. 
3365. 


3366. 
3367. 


Gelegenheit — Geloben. 


So die Gelegenheit grüßt, foll man ihr danken. 

Wenn man keine Gelegenheit hat, muß man eine machen. 

Die Gelehrten, . 

Die Berkehrten. 

Je gelchrter, 

Se verkehrter. 

Es ift kein Gelehrter, er hat einen Schiefer. 

Gelehrte Leute find auch oft große Narren. 

Die Gelehrteften find nicht immer bie Klügſten. 

Gelehrten iſt gut predigen. 

Mit gelehrten Worten überredet man Bauern. 

Bon den Gelehrten leidet Ehriftus am Meiften. 

Gelehrte Leute wißens, tapfre thuns. 

Gelehrte fagen, ich habs gelefen, Soldaten, ich Habs gethan. 

Es fällt kein Gelehrter vom Himmel. 

Man ſchlaͤft ſich nicht gelehrt. 

Gelehrte Leute und Bienen müßen wohl in Acht genoms 
men werben. 

Das wollen wir den Gelehrten befehlen. 

Die Ladung bringt dad Geleit mit fich. 

Wer des Geleits will genießen, muß fich geleittih halten. 

Wer des Geleites will genießen, 

Muß nicht neue Böde ſchießen. 

Worte brechen kein Geleit. 


Wer will daß ihm gelinge, 


Sch felbft zu feinem Dinge. 
Wenn es wohl gelingt, find alle Hebammen gut. 


Geloben ift ehrlich, 
Dalten befchwerlidh. 


Setübde — Gemein. 155 


3368. Gelübbe bricht Landrecht. 


3369. Wer etwas will gelten, 
Der Eomme felten. 


3370. Gemach geht aud) weit. 
3371. Gehgemach und Lebelang find Brüder, 


3372. Gemach in die Kohlen geblafen, 
So fährt dir kein Staub in die Nafen. 


3373. Gemach ins Dorf, die Bauern figen über ben Giern. 


3374. Wer will haben gut Gemach, 
Bleibe unter Dach und Fadı. 


3375. Willft du haben Gemach, 
Bleib unter deinem Dad; 
Willſt du haben Ruh, 
&o bleib bei deiner Kuh. 
3376. Thu gemach, wir haben Gemach. 
3377. Klein Gemach, groß Gemach. 
3378. Gemalte Blumen riechen nicht. 
3379. Nicht gemalt hat ers gefchn. 
3380. Gemein 
Iſt felten ein. 
3381. Gemein 
Iſt unrein. 
3382. Wer dient ber Gemein et similibus horum, 
Der bat Undank in fine laborum. 
3383. Wer ber Gemeinde dient, hat einen übeln deren, 
3384. Gemeines Gut geht zumeift verloren. 
3385. Hilfts nicht allein, 
So hilfts doch im Gemein. 
3387. Gemein Gebet und gemeiner Fluch vermögen viel, 
3388. Gemein Geplärr 
Iſt nie gang leer. 


156 


3389. 
3390. 
3391. 
3392. 
3393. 
3394. 
3395. 


3396. 
3397. 
3398. 


3399. 
3400. 
3401. 


3402. 
3403. 
3404. 
3405. 


3406. 
3407. 
3408. 
3409, 
3410: 
3411. 
3412. 


Gemein — Genug. 


Gemein Gerücht ift felten exlogem. 

Gemeine Berzeihung bat keine Kraft. 
Gemeines Unglüd ift leicht verfchmert. 

Hätts nicht gemeint, ift der Welt Sprudy. 
Gemfen fteigen hoch und werben doch gefangen. 
Das Gemüth if. rei und arm, nicht die Kiſte. 
Beßer genährt 

Ald- gelehrt. . 

Genäaͤſch will Streiche. 

Wo es genau iſt, da muß mans genau nehmen. 
Wer will mit genießen, 

Muß auch mit ſchießen. 

Der Eine hat den Genuß, 

Der andre den Verdruß. 


Du haſt den Genuß, 
So hab auch den Verdruß. 


Drei Dinge leiden keinen Genoßen: Regiment, Liebe, Ge⸗ 
heimniſs. 

Genug iſt beßer als zuviel. 

Genug haben iſt mehr als viel haben. 

Reich genug, wer ſich genügen läßt. 

Mir genügt, 

Wie's Gott fügt. 

Es ift genug, fo man ſich genügen läßt. 

Genug ift genug, hat der Geiger gegeigt. 

Genug macht Unruhe 

Was man genug hat, deffen wird man fatt. 

Allzuviel ift nicht genug. 

Genug gebt viel in einen Sad, 

Genug ift über einen Sad voll, 





3413. 


3414. 


3415. 

3416. 
3417. 
3418. 
3419. 
3420. 
3421. 
3422. 
3423. 
3424. 


3425. 


3426. 


3427. 
3428. 
3429. 
3430. 
3431. 
3432. 


3433. 


3434. 
3435. 








Georg — Geredt. 157 
St. Georg und St. Marke. 
Drohen viel Args. 
Auf St. Guͤrgen 
Soll man die Küh von der Weide fly 
Klein Gepäd ift groß Gemach. 
Manches wird befer gepfiffen ald gefagt. 
Gerade hat viel Ungerabe. 
Die Gerade geht nicht über die Brüde. 
Gerabegu giebt guten Renner. 
Gerabezu giebt gute Schützen. 
Gerabezu tft der naͤchſte Weg. 
Geradedurch, das hält den Stich. 
Geradeweg, wie der Teufel die Bauern holt. 
Es geräth nicht Alles und miferäth nicht Alles. 


Man fchimpft ben Gerber nicht, fo man ihn fchäbigen Kerl 
nennt. 


Man darf dem Gerber dad Leder nicht fehlen, um den 
Armen Schuhe daraus zu machen. 


Der Gerechte muß viel Leiden. 

Für Gerechte giebt es Leine Gefede. 

Gerechte thun das Rechte recht. 

Der Gerechte erbarmt fid) feines Viehs. 

Ein Gerechter ift Gottes Augapfel, 

Wenn man die Gerechtigkeit biegt, fo bricht fie. 

Du arme Gerechtigkeit, 

Liegſt im Bett und Haft Fein Kleid! 

Erf gerecht, dann wohlthätig. 

Gerebt ift gerebt, man kanns mit Teinem Schwamm aus⸗ 


wiſchen. 


158 Inhaber — Gerücht. 


3436. Gerhaber (Wormünder) find Gernhaber. 
3437. So weit die Flur geht, fo weit geht auch das Gericht. 
3138. Biel Gerichte machen viel eßen. 
3139. Beßer ein Gericht Kraut mit Liebe ald ein gemäfteter Ochs 
mit Daß. 
3440. Biel Gerichte, viel Krankheiten. 
3441. Wer geringe Dinge wenig acht’t, 
Sih um geringre Mühe macht. 
3442. Kein Ding ift fo gering, es ift einer Bitte werth. 
3443. Wer gerne krank if, der lacht den. Arzt aus. 
3444. Wer gerne trägt, dem. läbt Iebermann auf. 
3445. Was man gerne thut tft Feine Arbeit. 
3446. Gern gefehn kommt ungebeten. 
3447. Wo ich gerne bin, 
Da barf ich nicht hinz 
Aber was ich nicht mag, 
Das hab ich alle Tag. 
3448. An den Ort, wo ich gerne bin, 
Bieht man mid an Eim Häärlein hin. 
3449..®a8 man gerne thut, kommt Einem nicht ſchwer an. 
3450. So gern als bie Fuͤchſe Birnen eßen. 


3451. Gerfte mit gutem Aufgang 
Wird ſelten lang. 
3452. Die Gerſte wird vor dem Hafer reif. 
3453. Er waͤchſt wie bie reife Gerſte. 
3454. Gerüchte ift der Klage Anfang. 
3455. Er hat mit St, Gertrud einen Wettlauf gethan. 
3456. Das Gerücht tödtet ben Dann. 
3157. Das Gerücht ift immer größer denn die Wahrheit. 


Gerungen — Geſchah. 159 


3458. Wie gerungen, 
So ‚gelungen. 
3459. Gefammt Gut, 
Verdammt Gut. 
3460. Zheilung bricht gefammte Hand. 
3461. Mutfchierung bricht keine gefammte Hand. 
3462. Der gefammten Band muß man Folge leiften. 
3463. Der Gefandte ift unverleglid. 
3464. Am Gefang tennt man den Vogel. 
3465. Süßer Gefang hat mandyen ‚Vogel betrogen. 
3466. Gefchehen ift gefchehen. 
3467. Es ift gefhehen, man kann nichts mehr daran verderben, 
fagte die Maib. 
3468. Was gefchehen fol, 
Das fügt ſich wohl. 
3469. Geſchiehts, 
Man fiehte. 
3470. Zu gefchegenen Dingen fol man dad Beſte reden. 
3471. Gefchehened zum Beften wende, 
Daß Schaden fich mit Rusen ende. 
3472. Gefchehene Dinge leiden keinen Rath. 
3473. Man fagt fo lange von einem Dinge, bis es gefchieht. 
3474. Nachdem ein Ding gefchehen ift, find alle Graben voll 
Meisheit. 
34742. Es ift bald um einen Menfchen geichehen, und Xoftet fo 
viel zu erziehen. 
3475. Das geſchah in dem Jahr, da Karfreitag auf einen Mitte 
wod fiel. 
34752.Do bat geſchach, 
Do bramıt de Bach, 
Do leſchte be Buure met Strüb. 


160 


3476. 


Geſcheidt — Geſchrei. 
Der Geſcheidtere giebt nach. 


34768. Der Geſcheidte ſoll den Narren auf dem Rüden tragen, 


3417. 
3478. 
3479. 


3480. 


3481. 


3482. 
3483. 
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3490. 


3491. 


3492. 


3493. 


3494. 
3495. 


Geſcheidte Hahnen frißt der Fuchs aud). 

Gefcheidte Hündlein trägt der Wolf ins Holz. 

Geſchenke 

Haben ihre Schwänke. ’ 

Geſchenke 

Bringen Raͤnke. 

Geſchenke 

Machen dem Wort Gelenke. 

Geſchenk macht leibeigen. 

Geſchenke halten die Freundſchaft warm. | 

Geſchenke müßen ſich gleich bleiben oder wachfen. 

Geſchenkt und wieder genommen iſt ſchlimmer als geftohlen. 

Was nichts taugt, iſt gefchenkt zu theuer. 

Er hat weder Geſchick noch Gelenk, 

Es iſt kein Gefchledht, barin es nicht Huren unb Buben 
giebt. 

Geſchleck will Streiche haben. 

Geſchrei macht den Wolf größer als er ift. 

Geſchrei hat oft gelogen, 

Richt immer betrogen. 

Wenns über einen ber gehen fol, ift jedes Gefchrei gut 
genug. 

Wie dad Gefchrei, 

Iſt auch das Ei, 

Viel Gefchrei und wenig Wolle. 


Viel Gefchrei und wenig Wolle, ſprach ber Teufel, da 
fhor er ein Schwein. 


3496. 


349. 
3498. 
3499. 


3500. 
3501. 
3502. 


3508. 
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3505. 
3506. 
3507. 
3508. 
3509. 


3510. 


3511. 


3512. 


3513, 
3514. 


Geſchrei — Geſeßen. 161 


Biel Geſchrei und wenig Wolle, ſagte der Teufel und zog 
ſeiner Großmutter die Haare eins nach dem andern aus 
ben H—. 


Boͤs Geſchwatz verderbt gute Sitten, 

Man thut geſchwind was lange reut. 

Geſchwindigkeit iſt keine Hexerei. 

Geſchwind wie der Wind, 

Wer nicht ſieht, der iſt blind. 

Geſchwind! eh die Kat ein Ei legt, und bie Büdlinge 
lammen. 

Beßer geſchworen 

Als verloren. 

Wohl geſeckelt, wohl gehalten. 

Ein böſer Geſelle 

Führt den andern zur Hölle. 

Geſellen⸗Sitten und Räuben erben. 

Böfe Geſellſchaft verberbt gute Sitten. 

Geſellſchaft malt Einen am Beſten. 

An den Geſellen erkennt man den Geſellen. 

Suter Geſell, böfer Kindvater. 


Gefellentreue ſelten beſteht, 
Ehweibstreu über Alles geht. 


Niemands Geſelle 
Komme nicht über deine Schwelle. 


Wer einen Geſellen bei ſich hat, der hat auch einen Meiſter 
bei ſich. 

Er ziert die Geſellſchaft wie der Eſel den Roſsmarkt. 

Gut geſeßen 

Iſt halb gegeßen. 


Dtſche. Volkoͤb. 5r Bo. 11 


162 
3515. 


3516. 
3517. 
3518. 


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3520. 
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35218, 


3522. 
3523. 
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3528. 


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3530. 


3531. 


3532. 
3533. 


3534. 
3535. 
3536. 


Gefeg — Sefinde. 


Reu Geſetz machen ift leicht, aber bie Hantpaben daran 
fehlen immer. 

Geſetz ohne Strafe, Glocke ohne Klöppel, 

Neuem Geſetz folgt neuer Betrug. 

Sobald Gefeg erfonnen,. 

Wird Betrug gefponnen. 

Es ift fein Geſetz, es hat ein Loch, wers finden Tann. 

Mer ein Gefeg giebt, muß darüber wachen. 

Ze mehr Gefege, je mehr Sünde. 

Ze mehr Geſetze, je weniger Recht. 

Mit wenigen Gefegen regiert man wohl. 

Geſetze macht man nicht wie Garnidel. 

Viel Geſetz, viel Uebertretung. 

Ber das Geſetz giebt, ift nicht daran gebunden. 

Geſetz muß Geſetz breden. 

Geſetz weicht der Gnade. 

Roth, Perfon und Zeit. 

Machen die Gefege eng und weit. 

Das Geſicht 

Verräth den Wicht. 

Ein freundlich Geſicht 

Das befte Gericht. 

Schöne Gefichter 

Haben viel Richter. 

Niemand fhändet fein sigen Geſicht. 

Niemand hat ein fo ſcharf Geficht, daß er bem andern in 

. den Beutel fieht. 

Er hat ein ſcharf Geficht, er fieht durch eine eichene Thür. 

Geſinde fol weder finden noch verlieren. 


Das Gefinde foll arbeiten; was im Haufe zu feiern ift, 
das können Herr und Frau felber verrichten. 








3537. 


3538. 
3539. 


3540. 
3541. 
3542. 
3543. 
3544. 


3545. 
3546. 
3547. 
3548. 
3549. 
3550, 


3551. 
3552. 
3553. 


3554, 


Sefinde — Geſunde | 163 


Das ift redht Hudelmanns Geſind, 

Das langfam fchafft und trinkt gefchwind. 

Was das Gefinde einbrocdt, muß der Hausvater auseßen. 
Man ftraft gern am Gefind 

Was verbrochen hat das Kind, 

Wie Einer gefinnt ift, fo ift er auch gefchnäbelt. 
Gefpalten Holz fängt gerne Feuer. 

Gefpalten Geſchirr Happert. 

Wo ein Gefpenft ift, ift der Teufel nicht weit, 
Gefpenfter muft du nicht citieren, 

Du wolleft. did) denn felbft verieren. 


Wie das Gefpinnft, 

So der Gewinnft. 

Es ift nichts fo fein gefponnen, 

Es kommt doch endlich an die Sonnen. 


Geſpoͤtt 

Zerreißt dir kein Bett. 
Gut Befpräd 

Kürzt den Weg. 
Schöne Geſtalt 
Berliert ſich bald. 


Schöne Geftalt 
Hat große Gewalt. 


Die Geftalt im Spiegel, bad Herz im Wein. 
Man kauft den Wein nicht nach der Geftalt des Faßes. 
Der ift ein Geftreichter, fo mit dem Engel geftritten hat. 


Wenn ein Geftüte vergeben foll, beißt Gin Pferb bem 
andern ben Schwanz ab. 


3555. Gefundheit ift der gröfte Reichthum. 


3556. 


Der Geſunde weiß. nicht wie reich ex iſt. 
" . 11* 


164 


3557. 
3558, 


3559. 
3560. 


3561. 
3562. 


3563. 
3564. 


3565. 


3566. 
3567. 


3568. 


3569. 
3570. 
3571. 
ß 
3572. 
3573. 


3574. 
3575. 


3576. 


Geſundheit — Bewalt. ‘ 


Gefundheit ſchaͤzt man erfl, wenn man krank wird, 


Die Gefunden und Kranken 
Haben ungleiche Gedanten. 


Der Gefunde kann dem Kranken wohl rathen. 


Ein Gefunder ift gefhidt zu wandeln, ein Weiſer zu 
banbeln, ein Sanftmüthiger zu überkommen. 

Geſund' und arbeitsfam vergehrt das Seine nimmermehr. 

Drei Dinge find gefund: 

Fülle nicht den Schlund, 

uebe dich allftund, 

Lauf nicht wie ein Hund. 

Gevatter übern Zaun, Gevatter wieder herüber. 


Wer einen Wolf zum Gevatter hat, ber ſchenk ihm unterm 
Mantel einen Hund ins Kinbbett. 


Was mir Einer gewähren muß, das Tann er mir nicht 
entwehren. 


Vor Gewalt iſt man zu gewähren nicht fehulbig. 


Gewalt geht vor Recht 
(Das klagt manch armer Knecht). 


Wo Gewalt gebt vor Recht, 
Bin ich lieber Herr denn Knecht. 


Wenn Gewalt kommt, ift Recht tobt. 

Wo Gewalt Recht hat, hat das Recht Feine Gewalt. 

Eine Hand voll Gewalt ift beßer als ein Sad voll Recht. 
Wo Gewalt Derr ifl, da ift Gerechtigkeit Knecht. 


Läßt Gewalt fi bliden, 
Geht das Recht auf Krüdten. 


Wo Gewalt Richter ift, da ift boͤs rechten. 


Es ift beßer der Gewalt mit dem Recht widerftehen als 
mit dem Eiſen. 


Wer zur Gewalt fehweigt, verliert fein Recht, 


Gewalt — Gewinn. ' 165 


35717. Lieber Gewalt, denn Unrecht. 
3578. Gewalt 
Wird nicht alt. 
3579. Gewalt und Lügen 
Nicht lange trügen. 
3580. Was mit Gewalt erhalten wird, hat feine Wehre. 
3581. Gewalt macht ſchnellen Vertrag. 
3582. Gewalt kann man mit Gewalt vertreiben. 
3583. Gewalt wirb leicht vermeßen. 
3584. Bei großer Gewalt ift große Narrheit. 
3585. Mit Gewalt Tann man eine Violine an einem Eichbaum 
entzweifchlagen. 
3586. Gewalt fol gütig fein. 
3587. Hier bin ich gemefen, her komm ich nicht wieder. 
3588, Wo er hinkömmt, da iſts gut gewefen oder will fchlimm 
werben, 
3689. Wahre deines Gewerbes, fo wahrt es dich. 
3590. Gewinn wagt Alles, 


3591. Böfer Gewinn 
Fährt bald hin. 


3592. Böfer Gewinn ift Schaden. 
3593. Böfer Gewinn fafelt nicht. 
3594. Gewinnen ift bet Abend vor Verlieren. | 
3595. Gewinn ift nicht Gewinn, er fei denn gerecht. 
3596. Es ift felten ein Gewinn ohne des Andern Schaden. 
3597. Allzeit gewinnen macht verdächtig, 

Allzeit verlieren macht verächtlich. . 
3598. Bei großem Gewinn ift großer Betrug. 


3599. Gewinn fdhmedt fein, 
So klein er mag fein. 


166 Gewinn — Gewißen. 


3600. Ein Heiner Gewinn und oft ift beßer als ein großer und felten. 
3601. Kleiner Gewinn hält den großen Hauptſtuhl beiſammen. 
3602. Gewinn riecht. gut und wenn er aus dem Abtritt käme. 
3603. Gewinn will Beine haben. 
3604. Wer gewinnen will, muß einfegen. 
3605. Der gewinnt übel, der Alles verthut. 
3606. Der zuerft gewann, 
Wird zulegt ein armer Mann. 
3607. Gewinn ich nichts, fo verlier ich nichts. 
3608. Er kann vor Gewinn nicht reich werben. 
3609. Solchen Gewinn ſchmiert man an die Peitſche! 
3610. Er gewinnt das Kragen hinter ben Ohren. 
3611. Er wirft überzwerg und gewinnt kreuzweis. 
3612. Gewifs geht vor Ungemwifs. 
3613. Ein Gewiſs ift beger ald zehn Ungewiſs. 
3614. Ein gut Gewißen ift ein guter Bruſtfleck. 
3615. Ein gut Gewißen 
Iſt ein fanftes Ruheliffen. 
3616. Gut Gewißen macht tin fröhlich Geficht. 
3617. Gutes Gewißen ift täglich Wohlleben. 
3618. Am Ende ift nichts ohne Furcht als ein gut Gewißen. 
3619. Gut Gewißen und armer Heerd 
Sft Sott und aller Ehren werth. 
3620. Das Gewißen ift des Menfchen Bott. 
3621. Das Gewißen ift des Menſchen Schuldbuch. 
3622. Eigen Gewißen ift mehr benn taufend Zeugen. 


3623. Das Gewißen fagt und wohl 
Was man thun und meiden foll. 


3624. Dem Gewißen kann man keinen Affen drehen. 


3625. 
3626. 
3627. 
3628. 
3629. 


3630. 
3631. 


3632. 
3633. 
3634. 
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3636. 
3637. 
3638. 
3639. 
3640. 


3641. 
3642. 
3643. 
3644. 


3645. 


3646. 


3647. 


Gewißen — Sewonnen. . 167 


Man entgeht wohl ber Strafe, aber nicht dem Gewißen. 

Das Gewißen verführt Niemand, 

Ein bös Gewißen hat Wolfszähne. 

Ein bös Gewißen ift die Hölle auf Erben. 

Bös Gewißen, böfer Gaft, 

Weber Ruhe noch Raſt. 

Böfes Gewißen verrathen die Angen. 

Mancher bat ein fo enges Gewißen, man möchte mit eis 
nem Fuder Heu hindurchfahren. 

Mancher hat ein weites Gewißen - wie Franziskanerärmel. 

Gewohnheit ift die andere Natur. 

Zung gewohnt, alt gethan. 

Gewohnheit bat Leichte Bürde. 

Gewohnpeit -lindert Alle Ding. 

Gewohnheit ift wie ein eifern Pfaid (Hemd). 

Gewohnheit wächft mit den Jahren. 

Gewohnheit will Recht haben. 


Nimmt Gewohnheit überhand, 
Kommt fie über al das Land. 


Alte Gewohnheit ift ſtaͤrker als Brief und Siegel. 
Alte Gewohnheit foll man nicht brechen. 
Gewohnheit entſchuldigt nicht, fondern erfchwert. 
Sewohns, fo kommts dich nicht hart an. 


Gewohns, Mudel, gewohns, ſprach ber Bed, ald er mit 
ber Kate den Dfen auskehrte. 

Bas doch die Gewohnheit thut, fprady ber Eqhreider, 
da warf er einen Lappen von ſeinem eigenen Tuch in 
die Hoͤlle. 

Wie gewonnen, 

So zerronnen. 


168 


3648. 
3649. 
3650. 
3651. 


3652. 
3653. 


3654, 
3655. 


3656. 
3657. 


3658. 


3659. 
3660, 


3661. 
3662. 


3663. 
3664. 
3665. 
3666. 


3667. 


Gewonnen — Glauben. 


Gut gewonnen ift gut zu halten, 

Gewonnen wo Gelb fteht! 

Er weiß weder Gicks noch Gads. 

Am Giebel und am Dad 

Spürt man des Wirthes Hausgemach. 

Bießen ift ein Schleifftein. 

Gift wirkt nicht in Gift. 

Jeder gilt fo viel er. hat. 

Haft du den Gipfel‘ des Thurmes erlangt, fo gebente nicht 
über die Spike. 

Köftiihe Male heißen Giſelmale. 

Giſſen 

Iſt Miſſen. 

Wer durchs Gitter ſieht, ſieht oft was er nicht gerne 
ſieht. 

Es ertrinken mehr im Glas als in allen Waßern. 

Wer ein gläfernese Dach hat, muß nicht mit Öteinen 
werfen. 

Glatt gefchliffen ift bald gewest. 

Glauben, Auge, Slimpf 

Leiden keinen Schimpf. 

Der Glaube macht felig. 

Der Glaube madıt felig, der Tod ftörrig. 

Wie man glaubt, fo gefchieht Einem, 

Wie man glaubt, fo lebt man; 

Wie man lebt, fo ftirbt man; 

Wie man ftirbt, fo fährt man; 

Wie man fährt, fo bleibt man. 

Hätten wir Alle Einen Glauben, 

Gott und das gemeine Befte vor Augen, 

Guten Frieden und redht Gericht, 

Eine Elle, Maß und Gewicht, 


3668. 
3669. 


3670. 


3671. 
3672. 
3673, 


3674. 
3675. 
3676. 


3617. 
3678. 


3679. 
3680. 


3681. 


3682. 
3683. 
3681. 
3685. 


3686. 
3687. 
3688. 


Glaube — Gleichheit. 169 


Bleihe Münze und gutes Geld, 
So ftünd es wohl in aller Welt. 


Glaub ift von Dingen, die man nicht fieht. 

Wo weder Glauben an Dimmel noch Hölle, 

Da zieht der Teufel alle Gefälle, 

Das ift ber ärgfle Glaube, der nichts glaubt ald was ihm 
gefällt. | 

Der Glauben empfängt, bie Liebe giebt. 

Wers nicht glaubt, ift drum kein, Ketzer. 


Wer leicht glaubt, 
Wird leicht betaubt. . 


Wer leichtlich glaubt, wird leichtlich betrogen. 
Glaube, wenn du's in der Hand haft. 


Wo du beinen Glauben gelaßen haft, da muft du ihn wies 
derfuchen. 


Glaube ift beßer denn baar Gelb. 


Dem Bläubigen wird der Schuldner an Hand und Halfter 
gegeben. 


Gleich und Gleich gefellt ſich gern. 


Gleich und gleich gefellt fi) gern, ſprach der Zeufel zum 
Köhler. 


Gleich und gleich gefellt ſich gern, ſprach der Teufel, da 
wifcht” er den A— an einem alten Weibe. 


Der Zeufel wirft gern ein Gleiches. 
Gleich ſucht ſich, gleich findet ſich. 

Das Gleiche ſucht ſich, das Rechte findet ſich. 
Es iſt nichts ſo gering und klein, 

Es will bei Seinesgleichen ſein. 

Gleich geſinnt macht gute Freunde. 

Gleich und gleich fängt keinen Krieg an. 
Gleichheit bringt keinen Krieg. 





170 


3689. 
3690. 


3691. 
3692. 


3693. 


3694. 
3695. 
3696. 
3697. 
3698. 


3699. 


3700. 


3701. 
3702. 
3703. 
3704. 
3705. 


3706. 
3707. 
3708. 
3709. 


Gleich — Glocke. 


Gleich bei Gleich macht langen Frieden. 
Gleichheit macht Freundlichkeit. 


Gleiches mit Gleichem. 
Gleiche Fladen 
Macht gleich Aufladen. 


Gleiches Gut, 

Gleiches Blut, 

Gleiche Jahre 

Giebt die beſten Paare. 

Gott führt gern Gleiches und Ungleiches zuſammen. 
Ein Gleiches und ein Ungleiches machen ein Gerades. 
Alle Gleichniſſe hinken. 

Bleib im Gleiſe, ſo fährſt du nicht irre. 

Gleiſsnerei 

Hat bös Geſchrei. 


Stimpf 
Wird oft belohnt mit Schimpf. 


Glimpflich Mann 

Führt gern an. 

Glimpfius ift nicht daheim. 

Slimpf ift beßer denn Recht. 

Se höher bie Glocke hängt, je heller fie Klingt. 

Diefelbe Glode läutet zu Gewitter und Hochzeit. 

Die Glocken klingen weit anders, wenn Einem fein Freund 
ftirbt. 

Die Glode ruft zur Kirche, kommt aber felbft nicht hinein. 

Wo gefchellt wird, find Glocken. 

Gefpaltne Glocke hat böfen' Laut. 


Wenn eine Slode an Einer Stelle geborften ift, if fie 
ganz untauglid). 


Gloden — Gtüd. 171 


3710. Jeder meint was er im Sinne hat, das laͤuten alle 
Glocken. 


3711. Glocken und Narren laͤuten gern. 


3712. Wo die Glocke von Leder iſt, und’ der Kloͤppel ein Fuchs⸗ 
ſchwanz, da hoͤrt man die Schlaͤge nicht weit. 


3713. Das Glück iſt kugelrund, 
Läuft Einem in den Mund, 
Dem Andern in den Strund, 
Veraͤndert ſich allftund. 


3714. Das Gluͤck iſt kugelrund, 
Es trifft wohl manchen Pudelhund. 


3715. Das Gluͤck iſt rund, halt dich an bie Tugend. 
3716. Das Glück und der Sieg geht um wie die Wadıt. 


3717. Das Glück kommt von Ungefähr 
Wohl über neunzig Meilen ber. 


3718. Das Glüd kommt über Nadıt. 


3719. Glück kommt alle Tag, 
Wer warten mag. 


3720. Das Stüd hat Flügel. 


3721. Des Glücks Gewalt 
Hat Monde Geſtalt. 


3722. Schnell Glück, ſchnell Unfall. 

3723. Kommt Einmal Glück, fo Tommen fünf Sturmwinde dar⸗ 
nad. 

3724. Iſt die ein Glück befcheert, p gaukelt es querfeldein. 

37235. Slü und unglück wandern auf Einem Steig. 

3726. Stud und Unglüd find zwei Eimer im Galgenbrunnen. 

3727. Glück und Unglüd tragen einander auf dem Rüden. 

3728. Glück und Anglüd find zwei Nachbarn. 


3729. Des Einen Gluͤck, 
Des Andern Ungeſchick. 


172 


3730. 
3731. 


3732. 
3733. 


3734. 
3735. 
3736. 
3737. 


3738. 
3739. 


3740. 
3741. 
3742. 


3743. 
3744. 


3745. 


3746. 
37147. 
3748. 
3719. 


Glück. 
Des Einen Glück, des Andern Ungläd. 
Glüͤck und Unglück 
Iſt aller Morgen Frühſtuͤck. | 
Der Cine hat Süd, der Andre fät darauf. 


Das Glück hat Weiberart, liebt bie Jugend und wechfelt 
gern. 


Gluͤck und Glas, 
Wie bald bricht bag! 


Glück und Gras, 
Wie bald wächſt das! 


Glück 
Hat Tüͤck. 


Stud ohne Mangel, 
Nicht ohne Angel, 


Groß Glück, große Sefahr. 

Wem dad Glüd die Hand bietet, dem ſchlaͤgts gern ein 
Bein unter. 

Wenn das Glück groß if, muß man das Unglüd fürchten. 

Durch Glückes Rühmen kam Unglüd ins Haus. 

Wen das Glück verderben will, den zärtelt ed wie eine 
Mutter. 

Wen das Glück in die Höhe hebt, den willd werfen. 


Ben das Glück zärtelt, dem will e8 den Strid um ben 
Hals werfen. 


Wenn das Glück dir Küchlein badt, fo will es dich faßen 
und erbrüden. j 

Das Glück ift ein Nehmer und ein Geber. 

Das Glück ſchenkt nichts, leiht nur. 

Groß Glück Hält nicht lange Farbe. 

Das Glücksſsrad geht um. 





- 3750. 
3751. 


Glac 173 
Glück iſt blind und macht blind. 
Groß Glüͤck gebiert Narren. 


3752. Wem das Glück zu wohl iſt, den machts zum Narren. 


3753. 
3754. 
3755. 
3756. 
3757. 
3758. 
3759. 
3760. 


3761. 


3762. 


3763. 


8764, 
3765. 
3766. 


31767. 
3768. 
376 9. 


3770, 
3771. 


Glück und Weiber haben bie Rarren lich, 

Dem Süd ift Niemand ſtark genug. 

Wo Glül aufgeht, da geht Demuth unter. 

Glück macht verrudht und Siegen vermwegen. 

Stüd ift der Dummen Vormund. 

Gluͤck geht über Wit. 

Ein Quentlein Glüuͤck ift befer als ein Pfund Weisheit. 
Wenn das Glück will dem Mann, 

So gilts glei was er Tann. 


Haͤtt ih Glück und guten Wind, id führ in einem Schů⸗ 
ßelkorb über den Rhein. 


Wer Glück hat und eine Nußſchale voll Witz, der kann 
die halbe Welt regieren. 


Glück bedarf keines Rathes. 

Wem das Glück wohl will, dem will Riemand übel. 
Wers Glück hat, dem fliegen die Enten gebraten ing Maul, 
Wers Glück hat, dem kalbt ein Ochs. 

Glücks kann fidy Niemand erwehren. 

Wer kein Glück hat, dem verbrennt dad Brot im Ofen. 
Das Glüuͤck Hilft den Kuͤhnen gern, 

Von weißer Leber bleibt es fern. 

Des Gluͤck muß man erobern. 

Das Gluͤck fliegt: werd fängt, der hats. 


3772. Wer fein Süd nicht fucht, der verfäumt es, 


3773. 


Wenn das 'Gluͤck anpocht, foll man ihm aufthun. 


3774. Es kommt Manchem dad Gluͤck vor bie Thür, wenn er 


nur aufthäte ch es weiter läuft. 


174 


3775. 
3776. 


37177. 


3778. 
3779. 
3780. 


3781. 


3782. 
3783. 
3784. 
3785. 
3786. 


3787. 
3788. 


3789. 
3790. 
3791. 
3792. 
3793. 
3794. 
8795. 
3796. 
3797. 
3798. 


Glũck. 

Man muß dem Glück ein Pförtchen öffnen. 

Zanze, wenn das Glüd bir ‚pfeift. 

Wem das Süd den Finger reicht, ber ron ihm die Hand 
bieten. 

Das Glück iſt ein Heufchober: rupfe davon, ſo haſt du. | 

Wo Einer hin will, ba thut ihm das Glüd die Thür auf, 

Dem ift kein Glück befcheert, 

Der fein ſich wehrt. 

Wirb, 

Das Glück ift mürb. 

Das Glück Hilft denen nicht, die fich nicht felbft helfen. 

Hilf die felber, fo hilft dir das Glück. 

Seder ift feines Glüdes Schmied. 

Wie die Aufführung, fo das Glüd, 

Darnach ſich Einer fchidt, 

Darnach es ihm glüdt. 

Glückt es Einem, fo glüdt es hunderten nicht. 

Das Glück muß den Mann, nidt ber Mann das Glück 
fuchen. 

Beſchaffen Glück ift unverfäumt. 

Das Recht ift des Wachenden, das Glüd des Schlafenden. 

Es hat Mancher mehr Glück als Recht. 

Glück fragt nicht nad Red. 

Das Glück ift dem Frommen feind. 

Glück ift willlommen, vorher wie nachher. 

Glüuͤck laͤßt fidy finden, behalten ift Kunſt. 

Das Süd läßt ſich eher erfchleichen denn erlaufen. 

Das Glück muß man regieren, das Unglüd überwinden. 

Mer kein Unglüd gehabt bat, der weiß von keinem Glück 
zu fagen. 





Glück — Gnade. 175 


3799. Ander Mann, ander Glüd. 

3800. Wo dad Glüd anfest, da regnet ed Glück. 

3801. Wer weiß wer naß wird, wenn das Glüd regnet. 

3802. Wenns Glüd regnet, hab ich meine Schüßel zu Haus, 

3803. Glück bei Glück macht guten Frieden. | 

3804. Wem das Glüd pfeifft, der tanzet wohl. 

3805. Wenn das Glüd den Menfchen fucht, fo hilft er fih wohl. 

3806. Ich wart des Glüds, 

Hilf Sott und ſchicks. 

3807. Wer weiß wo mir das Glüd nod blüht? Das Zuchthaus 
ſteht noch offen. 

3808. Glück bringt Neibder. 

3809. Slül und Heil find Neidharts Speife. 

3810. Wer fi über des Andern Glüd freut, dem blüht fein 
eigenes. 

3811. Das Glück giebt Vielen zu viel, aber Keinem genug. 

3812. Miß dein Glück nicht nad) fremder Elle. 

3813. Klein Glüd das befte. 

3814. Südlich, wer im Duntel bleibt. 


3815. Glüdlidy ift, 
Mer vergißt 
Was nicht mehr zu ändern ift. 
3816. Behüt uns Gott vor großem Glüd, gnädigem Derrn und 
gefunder Speis. 
3817. Mehr Glück als Verſtand. 


3818. Es wirb bir glüden 
Wie den Schwaben bei Lüden. 


3819. Dem Glücklichen ſchlaͤgt keine Stunbe. 
3820. Die Glüdfeligen fterben bei Zeiten. 
3821. Gnade ift beßer denn Recht. 


176 Gnade — Gott. 


3822. Gnade geht vor Recht. 

3823. Gnabe hat fein Warum, ift Ebbe und Flut. 

3824. Gnade ziemt wohl bei der Macht. 

3825. Wer auf Gnade dient, den Iphnt man mit Barmherzigs 
keit, 


3826. Ex ſteht in Gnaden, wie ber Veihrehel hinter der 
Thür. 


3827. Gold macht taub, Glüuͤck macht blind. 

3828. Wo Gold vorregnet, da regnet es Laſter nach. 

3829. Gold liegt tief im Berge, aber der Koth am Wege. 
3830. Es ift nicht alles Gold was da gleiſst. 

3831. Wenn Gold redet, ſchweigt alle Welt. 

3832. Wo Gold redet, da gilt all andre Rede nicht. 

3833. Ein Quentlein Gold wiegt mehr als ein Eentner Recht. 


3834. Wo man mit goldenen Büchfen fchießt, da hat bad Recht 
fein Schloß verloren. 


3835. Gold geht durch alle Zhüren ausgenommen durch bie 
Himmelsthuͤre. 
3836. Gold iſt Sold, 
Dem iſt man Hold. 
3837, Gold 
Macht Menfchen holb. 
3838. Großen Frieden trennt ein Hein Sädlein mit Golb. 
3839. Was hilft ein goldener Galgen, wenn man dran hängen muß? " 
3840, Das Gold wird probiert durchs Feuer, die Frau durchs 
Gold, der Dann durdy bie Frau. 
3841. Er weiß, wo bad Gold im Rheine liegt. 
3342. Wie mans Einem gönnt, fo giebt mans ihm, 
3843. Was Bott thut, iſt wohlgethan. 








Gott. 177 


3844. Was Gott thut 
Iſt Alles gut. 


3845. Gott giebt Schultern nach der Bürde. 
3846. Gott giebt nicht mehr Froſt als Kleider. 
3847. Gott giebt die Kleider nach dem Regen. 


3848. Gott giebt letfen Wind, 
Wenn bie Schafe geſchoren ſind. 


3849, Gott läßt der Ziege ben Schwang nidyt laͤnger wachſen als 
ſie ihn brauchen kann. 
3850. Wen Gott naß macht, den macht er auch wieder trocken. 
3851. Gott läßt uns wohl ſinken, 
‚ Aber nicht ertrinken. 
3852. Was Gott will erquiden, 
Das läßt er nicht erftiden. 
3853. Was Gott will erhalten, 
Das kann nicht erhigen noch erkalten. 
3854. Giebt Gott. Häschen, 
So giebt er auch Gräschen. 
3855. Befcheert Gott ben Hafen, 
Beſcheert ee auch den Rafen. 
3856. Wer Gott vertraut, 
Hat wohl (nit auf Sand) gebaut, 
3857. Auf Gott vertran, 
Arbeit nicht lau, 
Leb genau. 
3858. Welt, wie du willt, 
Gott ift mein Schild. 
3859. Die Welt fchaltet, 
Gott wealtet. 
3860. An Gottes Segen 
Iſt Alles gelegen. 
Difche. Volksb. Sr Bd. 12 


178 | Gott. 


3861. Wer Gott zum Freunde hat, dem ſchadet keine Ereatur. 
3862. Wen Gott nicht Hält, 
Der fällt. 

3863. Gott verläßt die Seinen nicht. 

3864. Gott giebts. den Seinen im Schlafe. 

3865. Gott befcheert über Nacht. 

3866. Wems Gott vergönnt, der wird fchlafend reich. 

3867. Der alte Gott lebt noch. 

3868. Gott ift mit im Schiffe. 

3869. Gott walts ift aller Bitte Mutter. 

3870. Will Gott ift ein gutes Wort von Alters ber. 

3871. Helf Gott! bricht Keinem den Sad. 

3872. Gott läßt ſich allenthalben finden. 

3873. Wer Gott finden will, muß fich felbft verlieren. 

3874. Ehe du Gott fuchft, Hat dich Bott ſchon gefunden. 

3875. Eh man noch ein Wörtchen Tpricht, 

Weiß ſchon Gott was ung gebricht. 

3876. Gott begegnet dir überall, wenn bu ihn grüßen möchteft. 
„3877. Wen Gott grüßt, der fol es ihm danken. 

3878. Gott grüßt alle Welt, aber Wenige danken ihm, 

3879. Gott grüßt Mandyen, Eönnt er ihm nur banten. 

3880. Fuͤrchte Gott, thue Recht, ſcheue Riemand. 

3881. Laß Gotted Waßer über Gottes Land Taufen. 
. 3882. Laß Gott einen guten Mann fein. 

3883. Trink und iß, 

ı Gottes nicht vergiß. 
3884. Gott hat mird gegeben und ber zeufel.foll es mir nicht 
nehmen. 
3885. Hat mir Gott befcheert, fo nimmt mirs St, Peter nicht. 








Gott. 179 


3886. Will uns Gott ernähren, 
So kanns St, Peter nicht wehren. 


3887, Wem Gott wohl will, dem will St. Peter nicht übel. 

3888. Wen Gott erhöhen wii, fo legen alle Heiligen die Hände 
an bie Leiter. 

3889. Gottes Gewölbe fteht feft und hat doch keine Ballen. 


3890. Wo Menfchenband zu kurz if, da ift Gottes Hand noch 
lang genug. 


3891. Wenn Gott will, 
So grünt ein Befenftiel. 


8892. Wenn Gott will, 
So Eräht ein Artftiel. 


3893. Wenn Gott will, fo tagt es. 

3894. Wider Gottes Gewalt kann Keiner. 

3895. Wills Gott, wer wendets? 

3896. Es geſchieht doch was Gott will. 

3897. Alles ſteht in Gottes Hand. 

3898. Gott iſt uͤberall, außer in Rom, denn da hat er ſeinen 
Statthalter. 

3899. Bei Gott iſt kein Ding unmoͤglich. 

3900. Gott hat mehr denn er je gab. 

3901. Gott ſieht das Herz an. 


3902. Man Tann Gott belügen, 
Aber nicht betrügen. 


3903. Schens die Menfchen nicht, fo ſieht es Gott. 


3904. Gott richtt, 
Wenn Niemand fpricht. 


3906. Botted Wille hat Fein Darum. 
3906. Sottes Wille fei mein Ziel. 
3907. Niemand fleigt in Gottes Canzlei. 
12* 


180 


3908. 
3909. 
3910. 
3911. 
2912. 
3913. 
3914. 
3915. 
3916. 


3917. 
3918. 
3919. 
3920. 
3921. 
3922. 
3923. 
3924. 
3925. 


3926. 
3927. 


3928. 


3929. 


3930. 


3931. 


Gott weiß bie Zeit. 

Gott läßt ſich feine Uhr von keinem Menſchen ſtellen. 
Gottes Zeiger geht langfam aber richtig. 

Gottes Rechnung fehlt nicht. 

Gott rechnet anders ald ber Menſch. 

Bott fommt langfam, aber wohl, 

Gott bleibt nicht aus, wenn er gleich verzieht. 

Gott kann wohl eine Zeche borgen. 


Gott iſt nicht ein fo ſchlechter Wirth, daß er nicht eine 
Zeche follte borgen können. 


Gott fieht durch die Finger, aber nit ewig. ° 
Gottes Mühle malt langfam aber Elein, 

Gottes Mühle fteht oft Lange ftill. 

Mit Gott läßt ſich nicht fpotten. 

Der muß viel Fönnen, der Gott will blenden. 
Gott ift Fein Baier, er läßt ſich nicht fpotten. 
Gott läßt fidy nicht auf den Arm malen. 

Gott laͤßt fich keinen flächfernen Bart flechten. 


Du muft ein guter Kerzenmader fein, wenn bu Gott 
eine wächferne Nafe drehen willft. 


Wenn Gott Einen ftrafen will, thut er ihm die Augen zu. 
Will unfer Herrgott Ginen ftrafen, fo läßt er ihn zuvor 
blind werden. 


Wenn Gott ein Land ſtrafen will, ſo nimmt er den Herren 
die Weisheit. 

Was Gott ſpart in bie Länge, 

Das ſtraft er mit Strenge. 


Ueber des Gottloſen Haus 
Streut Gott Schwefel aus. 


Gott findet den Schuldigen. 





3932, 
3933. 


3934. 
3935. 


3936. 
3937. 


3938. 


8939. 
3940. 
3941. 
3942. 


Gott. 181 


Gott läßt ſich keinen Baum in den Himmel wachſen. 


Wenn Gott ein Ding verdrießt, fo verdrießt es auch bald 
die Menfchen. 

Was ale Welt verbrießt, verbrießt auch Gott. 

Gott windet aller Menfchen Miflethat auf Einen Knäuel. 

Zu Gottes Hülfe gehört Arbeit. 

Gott beſcheert wohl die Kuh, 

Aber nicht den Strid dazu. 

Gott giebt Einem wohl den Ochfen, aber nicht bei den 
Hörnern. 

Hilf dir ſeibſt, fo Hilft dir Gott. 

Dan muß mit Gott in die Hände fpeien und anfangen. 

Gott hilft dem Fleiß. 

Zhäten wir nur was wir follten, 

zhäte Gott au, was wir wollten: 

Weil wir nit thun was wir follen, 

Thut auch Gott nicht was wir wollen. 


3943. Was recht ift, hat Gott lieb. 


3944. 
3945. 
3946. 
3947. 
3948. 


3949. 


3950. 


3951. 


3952. 


Gott Hilft dem Stärkften. 

Gott hilft dem Schwachen. 

Ben Gott fhidt, den macht er gefchidt. 
Bott it der Dummen Bormunb. 

Gott läßt fih nicht erlaufen. 


Mit Leib und Blut kommt man in bed Kaifers Reich, 
mit Glauben und Gewißen in Gottes Reich. 


Der Menfd kann arzneien, 
Gott giebt das Gebeihen. 


Gott macht genefen, 
Und ber Arzt holt die Spefen. 


Gott macht giſund und ber Doctor kriegts Selb, 





182 


3953. 


Gott. - 


Gott Hilft und dem Arzte dankt man. 


3954. Gottes Gewalt und Herrengefchäfte müßen borgehen. 


3955. 
3956. 
3957. 
3958. 
3959. 
3960. 
3961. 
3962. 


3963. 


3964. 
3965. 


3966. 
3967. 
3968. 
3969, 
3970. 
3971. 
3972. 
3973, 
3974. 


3975. 


3976. 
3977. 
3978. 


Gottes: Dienft geht vor Herren: Dienft, 

Was man Gott giebt, armet nicht. 

Was Gott geopfert wird, ift meift ſchon halb verloren. 

Was man Gott nimmt, das holt ber Teufel wieder. 

Was Gott nur halb ift, ift ganz bes Teufels. 

Gott und den Teufel Tann man nicht in Ein Glas bannen. 

Zu Sott hinten die Leute, zum Teufel laufen fie. ’ 

Gottes Wort trügt nicht. 

Für Gottes Wort und Vaterland 

Nimmt man mit Zug dad Schwert zur Hand. 

Man foll mit unferm Herrgott vorlieb nehmen. 

Gott fügt, 

Daß mirs genügt. 

Gott und genug. 

Gott verfüßt den Waßerfrug und würzt ben Haferbrei. 

Wo Gott fünf fegnet, da fegnet er auch feche. 

Gott giebt, Gott nimmt, 

Gott flug nie einen Schlag, er ſalbt' ihn wieber. 

Wenn Gott Eine Thüre zumacht, macht er bie andere auf. 

Wen Gott betrügt, der ift wohl betrogen. 

Gott muß man nicht einreden. 

Was Bott zufammenfügt, das foll ber Menſch nicht fcheiden. 

Gottes Brot verfchmähe nit und wär es aud in Eßig 
geweidht. 

Zrag Gott mit Freuden, die Welt mit Gebulb. 

Gottesfurcht tft aller Weisheit Anfang. 

Gottesfurdyt lebt lang. 








Gott. 183 


3979. Gottesfurcht fündigt nicht. 

3980. Wer Gott fürchtet hat nichts Anders zu fürchten. 
3981. Gott lieben ift die fchönfte Weisheit. 

3982. Gottios, lieblos. 

3983. Gottes Freund und aller Menſchen Feind. 

3984. Gottes Freund, der Pfaffen Feind. 

3985. Wer Gott liebt, der ehrt auch feine Boten. 
3986. Unfer Herrgott hat wunderliche Koftgänger. 
3987. Gott führt feine Heiligen wunberlid. 

3988. Unfer lieber Herrgott bat viel Spielleut und Muficanten. 
3989. Das Reich Gottes Hält Beine Pauler und Geiger. 


3990. Gott nimmt Einen Schalt unb ſchlaͤgt damit den andern, 
3991. Gott pflegt Schälke mit Schälken zu firafen. 

3992, Gottes Wunder erben nicht. 

3993. Gott läßt alle Jahr eine neue Welt werben. 


3994. Wo ber liebe Gott eine Kirche baut, da baut ber Zeufel 
eine Sapelle daneben. 
3995. Alle Welt lebt Eines Gottes, aber nicht Eines Menfchen. 
3996. Gott felbft kann es nicht Allen Recht machen. 
3997. Wen Gott am liebften hat, den führt er jung heim. 
3998. Sich kennen ift viel kennen, Gott kennen ift Alles kennen. 
3999. Den Menfchen giebt man mit Geben, Gott mit Nehmen 
und Danten. 
4000. Gott ift der rechte Kriegsmann. 
4001. Bei Gott gilt ber Bauer fo viel als der Junker. 
4002. Gott giebt nit Einem Allee. 
4003. Help Gott in Gnaben, ⸗ 
Hie wird ok Seepe geſaden! 


184 Sott — Graben. 


4004. Bei: Sott ift Rath und hat. 


4005. Was man mit Gott anfängt, bas führt man mit Gott 
hinaus, 


4006. Aller Anfang mit Gott. 


4007. Mit Gott fang an, mit Gott Hör auf, 
Das ift der fchönfte Lebenslauf. 


4008. Mit Gott den Anfang, 
Sonft gehts den Krebögang. 


4009. Der Rame Gottes muß fih zu allem Anfängen brauden 
’ laßen. 

1010. In Gottes Namen fängt alles Unglück an. 

4011. In Gottes Namen, fo beißt dich kein Schaf. 

4012. In Gottes Namen fchlug der Mann feine Frau todt. 


4013. Es ift etwas Großes, Gottes Wort und ein Stüd Brot 
haben. 

4014. So kommt Gottes Wort in Schwung, fagte der Zeufel 
und ſchmiß die Bibel über ben Zaun. 

4015. Alfo hat Sott die Welt geliebt, und ber Pfaff feine Köchin. 

4016. Selig wer Gott täglich fieht und feinen Erbherrn einmal 
im Jahre. \ 

4017. Er ift Gott einen armen Mann fhulbig. 

4018. Er hat ein Leben wie Gott in Frankreich. 


40188. Sie kriegen unfern Herrgott bei den Füßen und taugen 
dem Zeufel im — — nidt. 


4019. Ein Tuch ins Grab, 

Damit ſchabab. 
4020. Wer im Grabe liegt, bem ift wohl gebettet. 
4021. Riemand will das heilige Grab umfonft hüten. 
4022. Rufe nicht Juch! bis bu über dem Graben bift. 


4023. 


4024. 

4025. 
4026. 
4027. 
4028. 
4029. 
4030. 
4031. 


4032.. 


4033, 
4034. 


4035. 


4036. 
4037. 
4038. 


4039. 


4040. 
4041. 
4012. 
4043, 


4044. 


4445. 


Graben — Greifen. 185 


Graben unb Daden 
Macht ſchmale Baden. 


Es iſt fein Granatapfel fo ſchoͤn, er hat ein boͤſes Kernlein. 

Begoßen Gras wächſt am beiten. 

Wo man das Gras hegt, da waächſt es. 

Wenn das Gras wädlt, ift der Hengſt tobt. . 

Indeffen das Gras wächft, verhungert ber Gaul, 

Bon Heinem Grafe wäclt ein großes Thier. 

Er ift fo klug, er hört das Gras wachſen. 

Ze grauer, | 

Je fchlauer. 

Graues Haar wähft auch auf jungem Kopf. 

Graue Haare ftehen gut auf einem jungen Kopf. 

Graue Haare find Kirchhoföblumen. 

Graue Haare machen Niemand alt, die Haut thut es, 
wenn fie runzelt. 

In grauen Haaren ftedt auch ein guter Hengſt. 

Alle grauen Mäntel haben grau Tuch. 

Mir graut, rief Reupel, da fand er ein fremd Unterkleid 
an feinem Bettftollen hängen. 

Sraufamkeit 

Hat nicht viel Leut. 

Seine Hänbe heißen Greifzu. 

Greif zu, eh dir die Hände gebunden find. 

Greift zu, ihr follt Gevatter werden. 

Er hat e8 im Griff, wie der Bettler die Laus. 


Der Greis 
Verkehrt felten feine Weis. 


Des Greifen Stab find feine Kinnbaden, 


186 Greift — Grun. 


4046. Mancher greift 
Eh er weißt. 


4047. Gries Tennt den Gramen. 
4048, Der Grindige tragt fich leicht blutig. 
4049, Ein Grindiger tragt den andern.’ 
4050. Obenhin — wie man den Grindigen lauft. 
4051. Grobheit und Stolz 
Wachen auf Einem Holz. 
4052. Was grob ift, Hält gut. 
405%. Für einen groben Aft gehört eine fcharfe Art. 
4053. Grobe Säde muß man nicht mit Seide zunähen. 
4054. Groben Leuten und tollen Hunden fol man aus dem 
Wege gehen. 
4055. Ihr Groſchen galt ehmals einen Batzen. 
4056. Wer den Grofchen nicht ehrt wie den Gulden, 
Kommt bald zu Schulden. 
4057. Das Große ift allweg eine Ellelang faul. 
4058. Groß und faul ift doppelter Schaden. 
4059. Die Größe thuts nicht, fonft überliefe die Kuh ben Hafen. 
4060. Große Leute fehlen auch. 
4061. Kein großer Mann begeht eine Kleine Thorheit. 
4062. Den Großen weichen ift keine Schande, 
4063. Was Großhans fündigt, muß Kleinhans büßen. 
4064. Großthun ift Feine Kunft. 
4065. Wer Andern eine Grube gräbt, fällt felbft hinein. 


4066. Grübken im Kinn 
Heft Schelmken im Sinn. 


4067. Wer ſich grün macht, den freßen die Biegen. 
4068. Es ift wohl fo grünes ald das über Nacht zu Heu ges 
worden. 








4069. 
4070. 


4071. 


4072. 
4073. 
4074. 
4075. 


4076. 


4077. 


4078. 
40788, 
4079. 


4080. 
4081. 


4082. 
4083. 
4084. 


4085. 


4086. 
4087. 


4088. 


Grund — Bunft. 187 


Schwarzer Grund trägt gute Frucht. 

Mer Grundeln fängt, der fängt auch Fifche. 
Beßer eine Grundel auf dem Tiſch | 
Als im Teich ein großer Fiſch. 

Biel Gründlinge machen den Salm wohlfeil. 
Guter Gruß, gute Antwort. 

Wie du grüßeft, fo dankt man dir. 

Wie man dich grüßt, fo ſollſt du danken. 


Suter Gruß 
Iſt vieler Krankheit Buß. 


Suter Gruß, halbe Speife. 


Gruß freut den Gaft und ehrt ben Wirth. 

Gruß kommt von Hofe. 

£eerer Gruß 

Seht barfuß. 

Wenn der Gudud Eier legt, fo muß ein fremdes Neft 
herhalten. 

Wir wollen dabei bleiben — wie der Gudud bei feinem 
Gefang. 

Guck herüber, gud hinüber. _ 

Es ift Niemand gar gülben. 

Es ift ein guter Gulden, der hundert erfpart. 

Zehn Gulden wohl gerathen, find befer denn hunbert übels 
gerathen. 

Gunſt geht vor Recht. 

Ein Quentchen Gunft thut mehr denn ein Pfund Ges 
rechtigkeit. 


Gunſt 
Geht vor Geſpunnſt. 


188 


4089. 


40%. 
4091. 
4092. 
4093. 
4094. 


4095. 


4096. 
4097. 


4098. 
4099. 
4100. 


4101. 
4102. 


4103. 


4104. 


4105. 
4106. 
4107. 
.4108. 
4109, 


Bunft — Sut. 


Menfchengunft 
Macht Dunft. 
Die Gunft ift. beßer als die Gabe. 


Man muß bie Gunft für die Gabe nehmen. 
Es ift eben Gurr wie Gaul, 

Süße machen Flüße. 

Ließen wir die Güße, 

So ließen uns die Flüße. 


Mit dem Guten wird man gut 
Und bos mit dem, der übel thut. 


Gute Leute find nicht Nachbarn. 


Das Gute lobt Mancher und thuts nicht; das Böfe thut 
Mancher und fagts nidt. 


Allzugut ift lüderlich. 
Allzugut ift Andermanns Narr. 
Allzugut 


4 


Fördert Armut. - - 


Zuviel gut ift böfe. 

Güte macht ungütige Knechte. 

Wer fagt, er hab Ei’m Guts gethan, 
Der möcht es gerne wieder han. 
Mit Abtheilung der Güter 
Zertrennen fi) auch die Gemüther. 
Güte bricht Einem kein Bein. 

Der Gutgenug machts ſchlecht genug. 
Es ift gut genug bis es beßer wirb. 
Der Gutgenug hat fein Lebtag nichts getaugt. 
Nehmt für gut 

Wie man euch thut, 

Iſt altes Tafelrecht. 


4110. 
4111. 


4112. 
4113. 
4114. 


4115. 
4116. 


4117. 
4118. 


4119. 


4120. 
4121. 


4122. 


4123. 


4124. 


4125. 
4126. 
4127. 
4128. 
4129. 
4130. 


4131. 


‚But 189 


Wenig und gut. 

Wenig Gut, 

Leichtes Blut. 

Man foll des Guten nicht zuviel thun. 

Des Guten fann man nicht zu viel thun. 

Man Tann des Guten nicht zu viel thun, fagte jene Frau, 
da ertränkte jie ſich im Weihkeßel. 

Gutes Spiel mag wohl zuviel fein. 

Gutfchmede N 

Macht Bettelſaͤcke. 

Gut Ding will Weile. 

Für ein gut Stück am Menſchen muß man fünf böfe abs 
nehmen. 


Zu einem lebendigen Menſchen muß man fi Gutes und 
Böfes verfehen 


Das Gute thu gut, das Rechte recht. 
Keiner hat es fo gut, der andre hab es fo übel, 
Gut kommt nicht von Geuben. 


But 

Braucht Hut. 

Güter 

Brauchen Hüter. 

Güter müßen ſich felbft vertheidigen. 
Großes Gut, große Sorge. 
Anderleut Gut ift anderleut Sorge. 
Gutlos ift beßer denn ehrlos. 
Geftohlen Gut liegt hart im Magen, 
Gut 

Macht Muth. 


Wie einem wächſt das Gut, 
So wählt ihm aud der Muth, 


190 


4132. 


4133. 


4134. 


4135. 
4136. 
‚4137. 


4138. 
. 4139. 


4140. 
4141. 
4142. 
4143. 
4144. 
4145. 
4146. 


4147. 
4148. 


- But — Haare: 


Gut macht Muth, 
Muth macht Uebermuth, 
Uebermuth thut felten gut. 


Gut macht Uebermuth, 
Armut macht Demut. 


Gut macht Muth, Muth macht Hochmuth, Hochmuth macht 
Neid, Neid macht Streit, Streit macht Armut, Armut 
macht Demuth. 


Groß Sut 
Wil flarten Muth. 


Gut ift gut, 
Wenn man gut mit thut. 


Gut 

Hilft nicht für Armut. 

Geſchenkt But ift ehrlich Sut. 

Weltlich Gut laͤßt fich geiſtlich machen, aber geiſtlich Gut 
nicht weltlich. 

Er ftirbt kein Gut zurüd, fondern vorwärts. 

Dat Goot mot gan van dar et gefommen ie. 

Wo Einer fein Gut findet, da fpricht er es an. 

Das Sut folgt feinem Herrn. 

Ein Jeder ift feines Gutes mächtig. 

Das Gut löſt feinen Herrn. 

Gut will zu Gut. 


9. 


Haare und Schaden wachſen alle Tage. 
Unglüd, Nagel und Baar 
Wachen durchs ganze Jahr. 








4149. 
4150. 
4151. 
3152. 


4153, 
4154. 
4155. 
4156. 
4157. 
4158. 
4159. 
4160. 


4161. 


4162. 
4163. 
4164. 
4165. 
4166. 


4167. 


4168. 


4169. 
4170. 
4171. 
4172. 
4173. 
4174. 


Haar — Haben. 191 


Immer nur Ein Haar und der Mann wird Zahl.’ 

Kein Haar, fagt der Kahlkopf. 

Auch ein Haar bat feinen Schatten. 

Jedes Haar hat feinen Schatten und jede Ameife ihren 
Born. 

Kurzes Haar ift bald gebürftet. 

Kraufes Haar, kraufen Sinn. 

Haar und Unglüd wädhft über Radıt. 

In langem Haar fteden auch Fechter. 

Man muß Haare fheren wo fie find. 

Was will man fämmen wo fein Haar ift? 

Es ift bös raufen, wo fein Haar ift. 

‚Keinem gelüftet es, fein Haar zum Raufen herzugeben. 

Der Mann muß Haar laßen, er mag eine alte ober junge 
heiraten. 

Sin Frauenhaar zieht ftärker als ein Glockenſeil. 

Wie leicht kommt nicht ein Haar in die Butter! 

Die Hab tft wie der Haber. | 

Fahrende Hab acht nicht für eigen. 

Daben ift haben; aber kriegen, das ift die Kunft! 


Wer will haben, , 
Der muß graben. 


Der. Alles will haben fol Nichts haben. 

Je mehr. man ‚hat, je mehr man haben will. 

Wer es hat, muß es gebraudıen. 

Wer nichts hat, muß mit der Haut bezahlen. 

Ich weiß wohl was ich habe, aber nicht was ich kriege. 
Ich gebe wie ichs habe, und nehme wie ichs Triege. 
Haben ift befer als gehabt haben. 


192 


4175. 
4176. 
4177. 
4178. 
4179. 


4180. 


4181. 
4182. 
4183. 
4184. 
4185. 


4186. 


4187. 


4188. 


4189. 


Haben — Hader. 


Ein Haben ift beßer ald zwei Kriegen. 

Hab ich ift ein beßerer Vogel als Hätt ic. 

Ein dürrer Hab ich ift beßer als ein fetter Hätt ich. 
Hab ich ift ein fchöner Vogel, Hätt ich nur ein Neftling. 
Beßer ein bürrer Hab ich als ein fetter Hätt ich. 


Dabe gehabt ift ein armer Dann, Habs gemwuft ein dum⸗ 
mer. 


Wen der Daber fticht, der iſt fchwer zu halten. 
Der Haber wird nicht vor ber Gerfte reif. 

Er Eauft den Haber von der Gans. 

Haber und Zinſen fchlafen nicht. 


Es verliert Mancher feinen Daber, ch er zum Acker 
tommt. 


Sie leben in Saus und Braus unb thun als äßen fie 
Haberſtroh. 

Wo man den Habicht über die Hühner ſetzt, da iſt ihr 
Tod gewiſs. 


Ei, ſchlag das Wetter die Hacke, rief der Rarr, als ihr 
Stiel ihm an die Naſe ſchlug; vorher wuſt er ihren Na⸗ 
men nicht. 


Man kann der Hacke bald einen Stiel finden. 


41890. Wie dir gehn die Backen, 


So gehn dir die Hacken. 


41896. Wo man Haͤckſel ſaͤt, wird kein Korn geerntet. 


4190. 
4191. 


4192. 


4193. 


Mit Habern gewinnt man nichts als Hadern. 


Mit Hadern verliert Zebermann außer Papiermacher und 
Advocaten. 

Wer da habert um ein Schwein, 

Nehm eine Wurft und laß es fein. 


Wer viel hadert, wirb oft gefchlagen. 


Habder — Hahn. 193 


4194. Alter Hader ift bald wieder neun. ' 
4195. Wer die Häfen macht, darf fie auch jerbrechen. 


4196. Iſt der Hafen nerbrochen, to wiift man die Seherben in 
den Koth. 


4196e. Wenn der Hafen bricht, 
Spart man: ben Scherben nicht. 
4197. Geborſtener Hafen bricht zuletzt. 
4198. Wenn ein Hafen auf den Andern flößt, ſe zerdrequ⸗ beibe. 
4199. Den Hafen am Klang, 
Den Karren am Saug. - 
4200. Es iſt Bein veſen re ſchoͤn, man me einen. fo fchönen 
Deckel. 
4201. Kleine Häfen laufen bat über, 
4201. Kleine Häfen haben auch Ohren, 
4202. Mancher verbaut den Hafen, ein Andrer uw das Mus, 
4203. An alten Häfen. und Schälten iſt das Waſchen werloren. 
4204. In alten Häfen kann man auch Fleifch kochen. 


4205. Was zuerft in einen neuen Hafen kommt, darnach ſchmeckt 
er allweg. 


4206. Er richtet gern an — aus 8 Häfen. 
4207. Dem der Hagen, dem if auch ber‘ Graben. 


4208. Wer mag jagen, 
Darf. aud) hagen. 


4309. Hagel und Brand 
BVegnet Gott mis milder PO 


4210. Der Hahn iſt Konig auf ſeinem Miſte. 
4211. Der Hahn kraͤht am 'Tühniften auf eigenem MR. 


421%. Wenn de Hahn Ereihet op dem Kell, 
So bliv dat Wiär ad et eb. " 
Dtſche Volksb. Ir Bd, 13 





194 Dahn — Halb. 


4213. Biel beßer Träht der Hahn, 
So er bie Kehle, feuchtet an. 

4214. Ein guter Hahn kraͤht auch zweimal. 

4215. Der Hahn Träht, fo er die Henne getreten. 

4216. Eh der Hahn Eräht, fchlägt er wit ben Fittichen. 

4217. Der Hahn fließt bie Augen, eh er kradt — weil ers 
auswendig kann. 

4218. Benn er redet, kraͤht ber Sahn auf dem irchtharm. 

4219. Zwei Hahnen auf einem Miſt vertragen ſich nicht. 

4220. Ein guter Hahn wird felten fett. 

221. Was zum Dahn werben fol, vöthet bald ben Kaztm. 

4222. Alle Hahnen müßen einen Kamm haben, 

4223. Ein Jeder will Hahn im Korbe fein. ' 

4224. Ein Hahn hat fo viel’ Flügel als der Belt‘ und kann dech 

nicht ſo hoch fliegen. 

. 4225: Gin Kahn zwingt zwoͤlf Hennen, ein Weib. halb fo viel 
Männer. 

4226. Der Hahn Tann nicht fo viel zuſammen tragen als die 
Henne verſcharren mag- 


412262. Ich nähm ein Gerſtenkorn für die Perle, ſprach der Hahn. 

4227. Errare humanum, fagte ber Hahn und trat die Ente. 

42272. Er geht daruͤber Hin wie der Hahn Über die Kohlen. 

4228. Hahnreiſchaft ift die vornehmfte Zunft. j 

4229. Rach drei Königen wachſen bie Sage ı um einen Bahnen: 
ſchritt. 

4230. Der Schatz hebt ſich ale Jahre am einen Hahnenfchritt. 

4231. Halb und halb, wie man die. Hunde ſchiert. 

42332. Halbgeburt tritt. ein Glied weiter. 

4233. Das Halbe ift oft beßer, ald das Ganze. 

4234. Halb ift oft mehr denn Gar. 





Halb — Dand. 195 


4235. Ein ehrlich getheiltes Halb frommt mehr denn ein Ganzes. 

4236. Halb gelb halb ſchwarz, nach der Reichsfarbe. 

4337. Von einem Halme kommt ein Feuer. 

4238. Mit dem Halfe bezahle man Allee. 

4239. Nach gelben Birnen und braunen Nüßen faͤllt ſich Einer 
den Hals ab. 

4240. Halt den Mann, die Kuh will beißen. 

4241. Dan fol Einen nidyt halten wie man ihn anfieht. 

4242. Was man nicht halten Fann, muß man laufen laßen. 

4243. Was man nicht halten kann, fol man nicht geloben. 

4244. Wozu ſich Einer hält, des befommt er fein Lebtage genug. 

42448. Wer ba hält, bem hält man wieder. 

4245. Der Hammer und der Amboß 

' Geben harten Widerftoß. 


4246. Wer Elug ift, legt bie Hand nicht zwifhen Hammer unb 
Amboß, 

4247. Lieber Hammer ald Amboß. 

4248. Goldener Hammer bricht eiſernes Thor. 

4249. Was ein Haken werden will, kruͤmmt ſich bei Zeiten. 

4250. Dem fleißigen Hamſter ſchadet der Winter nichts. 

4251. Hand muß Hand wahren. 

4352. Eine Hand wäfcht die andere, 

4253. Wenn eine Hand die andre waͤſcht, werben fie beibe rein. 


4254. Gemeine Hand 
Bat dad Land. 


4255. Herzhafte Hand 
Naͤhrt Leut und Land. 


4256. Bereite Hand 
Lobt alles Land, 


13* 





106 HDaub. 


4257. Treue Hand u 
Geht durchs ganze Eank, 

4258. Kunftreiche Hand 
Bringt viel zu Stand. 


4259. Wehrender Hand wird immer Rath. 

4260. Wehrende Hand ſchuf Gott. j 
4261. Die unfreie Hand zieht bie freie nach ſich. 
4262. An fchmierigen Händen bleibt viel bangen. 
4263. Mit leeren Händen fängt man feinen Falten. 
4264. Mit leerer Hand ift ſchwer Voͤgel fangen. 
4265. Feuchte Hand bedeutet Eiche. 

4266. Kalte Hände, warme Liebe. 

4267. Trockne Hand giebt ungern, 

4268. Die linte Hand geht von Bergen, 

4269. Zaulen Händen giebt Gott die Drüfen. 
4269. Faule’ Hände müßen ein böfes Jahr haben, 
4270. Magre Hände machen feifte Füße. 

4371. Biel Hände im Haar raufen hart, 
4272. Biel Hände machen bald Feierabend, 


4273. Biel Hände 

Machen bald ein Ende. 
4274. Viel Hände machen leichte Bürde. 
4275. Viel Hände heben leicht eine Laſt. 
4276. Viel Hände 

Zerreißen die Wände. 


4277. Biel Hände machen kurze Arbeit, aber der Ze⸗nfel faͤhrt 
in die Schuͤßel. 


4278. Wer keine Hand hat, macht keine Fauſt. 


4279. Schwiele an ben Händen hat mehr Ehre als ein goldener 
Ring am Finger. 


Händen — Handwerk. 197 


4280.. Mit ben Händen giebt man Eeute sufamen und mit bem 
Füßen gehen fie auseinander. 

4281. Sich Ihm auf die Bände, du brauchſt ihm auf bie —* 
nicht zu ſehen. 

1282. Wer bie Hand im Biute babet, muß fie mis Thraͤnen 
wafchen. 


4283. Greif ehrlich zu, eh dir die Hände gebunden werben. 
4284. Die Hand vom Sacke! das Mehl ift verlauft! 

4285. Die Hand von ber Buttet es find Weinbeeren drin, 
4286. Band von det Butter! 

4287. Mit der Einen Hand Heben, mit der andern nehmen. 
4288. Bon der Hand zum Bunde verfhättet Mancher die Suppe. 


4289. Aus der Hand in ben. Mund 
Sicht ſchlechte Nebrung kund. 


4290. Wem man eine. Handbreit giebt, bee nimmt eine Ellen 
. lang. 


4291. Jedes Ding bat feinen Handgriff, nur. das Miſtſoreiten 
hat ſeinen Schludder. 


4292. Handkauf lacht. 

4293. Das Handwaßer iſt das füßeſte. 

4294. Handwerk hat goldenen Boden. 

4295. Handwerk iſt eine tägliche Gült. 

4296. Ein Handwerk ein taͤglicher Gülben. 

4297. Mit einem Handwerk kommt man weiter als mit taufend 
Gulden. 

4298. Ein Handwerker follte zehn Rentner überzehren. 

4299. Ein Handwerksmann kann einen Rentner ausziehen. 

4300. Ein ſchlechtes Handwerk, das feinen Meifter nicht nähert. 

4301. Es ift ein gut Handwerk, es lohnt aber übel. 

4302. Seines Handwerks fol fih Niemand ſchaͤmen. 


. 


198 


4303. 


4804. 


Handwerk — Handel 


Es if sin ſchlechter Arbsitömann, 

Der nit vom Handwerk reden Tann. 

Wer dad Handwerk verfteht, verraͤth (eſchamt) den Mei⸗ 
ſter nicht. 


. Wer viel Banbwertg, ‚zugleich. lernt, der lernt ſelten eins 


wohl. 


Viel Handwerke verderben den Meiſter. 
. Bwanzig Handwerke und ein halb Brot. 
.Neunerlei Handwerk, achtzehnexlei Unglüd, 
. Vierzehn Handwerke, fünfzehn Ungläde. 

. Biel Handwerke, Betteln das Beſte. 


. Behn Handwerke, das eilfte. ber. Bettelftab, 

. Des Handwerks, des Mangels, 

. Gott ehre das Handwerk! ſprach ber Sqinder zum Richter. 
Handwerksſachen gehören vor ben Rath. . " 


. So weit Hanbwerlögewohnheit geht, fo weit Tann fi ein 
Handwerksmann helfen. 


. Handel 


Dat Wandel, 
. Handel und Wandel Teibet Eeine Freundſchaft. 
. Handel und Wandel muß getrieben ſein. 


. Am Handel 
Lernt man ben Wandel. 


. Seder Handel will feinen Mann. ganz haben, 
. Ein ſchlechter Handel, wo Niemand gewinnt! 


. Geht der Handel nicht fo wie Du wii, fo geh wie Er 


will. 


. Am: Handel erkennt man die Waare. 
. Auch die beften Händel find nichts nütz. 
25. Wie Einer handelt, fo fagt man ihm nad, 


4326. 
4327. 
4328. 
4329. 
4330. 
4331. 
4332. 
4333. 
4334. 


4335. 


4336. 


4337. 


4338. 
4339. 
4340. 
4341. 
4342. 
4343. 


4344. 


4345. 
4346. 


Hängen — Harnlſch. 199 


Man hängt Keinen zweimal, - e 

Ber hängen fol, erfäuft nicht. 

Hänge weg, eh das ‚Holz vergeht. 

Eh man lernt bangen, tft man halb todt. 

Eh mans Hangen Iernt, ift man halb erwürgt. 

Ei, wie laufig gehts zu, fagte Jener, als man ihn hängte. 

Dangen thut nicht weh, fo es Ehren halber gefchieht. 

Hans, prale ſachte! 

Dans in allen Gafen! 

Dans ohne Sorgen lebt mit der wilden Gang und Laßt 
bie Walbuöglein forgen. 

Er heißt und bleibet Hans, 

Lebt mit der wilden Gans | 

Ohn Sorgen um bie Wette, 

Spät auf und früh zu Bette. 

Siebenundfiebzig Hänfe, 

Siebenundfiebzig Gänfe. 

Beißen mid nicht die Gänfe, 

Mas fcheeren mid) die Hänfe! 

Hans kommt durch feine Dummheit fort. 

Was Hänschen nicht lernte, lernt Dans nimmermehr, 

Dänschen, lern nicht zu viel! | 

Hänschen, lern nicht zu viel, du muſt fonft zu viel thun. 

Wer weiß wo Dans ifl, wenns Gras waͤchſt. 

Das hätten wir gehabt, ſagte Hans, ale er feinen Bater 
begrub. 

Es Mingt nicht wohl auf der Harfe, wenn man Gott lä- 
ftert. 

Wer die Barfe nicht fpielen Tanz, der werd ein Pfeifer, 

Der Harniſch ift gut, wer fein zu brauchen weiß. 





200 


4317. 
4348. 
4349. 
4350. 


4351. 


4352. 
4353. 


4354. 


4355. 
4356. 
4357. 
4358. 
4359. 
4360. 
4361. 


4362. 


4363. 
4364. 


4365. 
4366. 


Harniſch — Dal. 
Kein‘ Harnif ſchützt wider den Tod. 
Harr ift des Zorns Argnei. a 


Dem: Hungrigen iſt harr ein hartes Bat. 


Mit Harren uns Hoffen - 
Hats Mandyer getroffen. 
Es fteht gefchrieben : 
Sechs oder fieben 

Sollen nicht harren 

Auf Einen Narren, 
Sondern chen 

Und des Narren vergeßen. 


Darren ift langweilig, macht aber weife. 

Hart gegen hart 

Nimmer gut warb. 

Hart gegen hart, fagte der Teufel, da ſch— er gegen ein 
Donnerwetter, 

Bart verbient Geld geht zäh Heraus. 

Harz ift gut zum eigen. 

Dem Hafen ift nicht wohler ald wo er geworfen ift. 

Mo der Das gefent ift, will er bleiben. 

Rufe nicht Hafe! er liege denn im Barne. 

Der Eine fängt den Hafen, der Andre ißt Ihn. 

Wer zwei Hafen zugleich hesen will, fängt gar einen. 

Der Haſe geht ſelbander zu Buſch und kommt ſelbfünf⸗ 
zehnter wieder. 

Gelehrte Hafen fängt man im Schulgarn. 

Kein Häslein, 

Es findet fein Gräslein. 

Ber einen Hafen tm Bufen trägt, ber fliche. 

Es iſt ihm ein Has über den Weg gelaufen. 


Hafen — Bat. 201 


4367. Mancher ſchlüft den Dafenfigtaf (mit offenen Fam). 
4368. Iraue dem Hafen das Faͤhnlein nit. an. ; 


4369. Sähft du einem Hafen fo ähntid als einem Rarren, die 
Hunde hätten dich längſt zerrißen. 


4370. Er ſteht bei der Wahrheit wie der Has bei der Pauke. 


4371. Wer weiß wo ber Haſe laͤuft, fagte Jener, v und legte das 
Garn auf dem Dache aus. 


4372. Wenn der Haſe läuft über den Weg, 
So ift das Unglüd fon auf dem Steg. 
4373. Niemand kann hadpeln und fpinnen zugleid. 
4374. Haß und Neiden 
Muß ber Biedermann leiden. 
4375. Daß und Neid 
Macht die Hölle weit. 
4376. Mögen fie mid) haßen, wenn fie mid nur fürchten. 
4377. Viel Voͤgel find, die haßen mid, 
Ich bin ein Kauz und adıt es nicht. 


4378. Daft ift meift ohne Vortheit. 

4379. Nichts mit Haft — als Flöhe fangen. 

4380. Große Haft kommt oft zu fpät. 

4381. Ze größer Haft, je minder Sput. 

4382. Haft hat nicht Sput. 

4383. Hafliger Mann war nie Verräther. 

4384. Haftiger Mann fol trägen Efel reiten. 

4385. Die zu haſtig vorwärts treiben 
Müfen endlid; hinten bleiben. 

4386. Darnach du Haft, darnach gieb. 

4387. Man fragt nicht was haft du verfchlemmt, fondern was 

baft du? 
4388. Wer nichts hat, dem entfällt nichts, 


202 


4389, 
43%. 
4891. 


4392. 


4393. 
4394. 
4395. 
4396. 
4397. 
4398. 
4399. 
4400. 
4401. 


4402. 
4403. 
4404. 


4405. 


4406. 


4407. 


Hat — Haus. 


Wer nichts bat, mas kann ber verlieren ? 
Wer hat, dem wird gegeben. 

Wer hat, ber behalt, 
Die Liebe wird kalt, 
Unglück kommt. bald. 


Datt ich ift ein armer Wann. 

Hätt ich ift ein böfer Vogel, Hab ich ein guise. 
Die Haue will einen Stiel Haben. 

Es ift nicht gehauen und nicht geftochen. 

Mer über ſich haut, dem fallen die Späne in die Augen. 
Biel Körnlein machen einen Daufen. 

Wer dem Haufen folgt, hat viel Gefellen. 

Das Haupt regiert, nicht die Füße 

Wie das Haupt fo bie Glieder. 

Wenn das Haupt Trank ift, fo fiechen bie Glieder, 
Freudiger Hauptmann, luſtiges Kriegsvolk, 

Ein Haus kann nit zwei Hunde nähren. 

Kein Haus " 

Ohne Maus, 


Keine Scheuer ohne Korn, 
Keine Rof ohne Dorn. 


In alten Häufern viele Mäufe, 

In alten Pelzen viele Läufe. 

Daft du ein Haus, 

So dent nicht hinaus. 

Zern von Haus ift nah bei Schaden. 


44072. Ein Haus, ein Brand. 


4408. 


4409. 


Bauft du ein Haug, 

So bau es vollends aus. 
Mancher baut ein Haus 
Und muß zuerft hinaus, 


4410. 
4411. 
4412. 


4413, 


4414. 


4415. 


4416. 


441. 
4418. 


4419. 


4420. 
4421. 


4422. 


4423. 


4424. 


4425. 


4426. 


Haus. 203 


Narren bauen Häuſer, ber Kluge kauft fie. 

Wer ein Haus kauft, findetö; wer eins baut, bezahlt es. 

Wer ein Haus kauft, hat mandyen Balken unb Ragel uns 
fonft. 

An alten Häufern und alten Weibern if ſtaͤts was zu 
flicken. 

Wer ein alt Haus hat und ein jung Weib, hat genug zu 
thun. 

Wer verderben will und weiß nicht wie, 

Kauf alte Häuſer und baue ſie. 

Wer in ſeinem eigenen Hauſe beſchneit oder beregnet, des 
will ſich Gott nicht erbarmen. 

Halb Haus, halbe Hoͤlle. 

Beßer in Haͤuſern 

Als in den Reiſern. 

Hausgemach 

Iſt über alle Sach. 

Jeder iſt Koͤnig und Kaiſer in ſeinem Hauſe. 

Es iſt kein Haͤuslein, 

Es hat ſein Kreuzlein. 

Was du haſt in deinem Haus, 

Das plaudre nicht vor Herren aus. 

Volles Haus, tolles Haus, 

Speit den eignen Wirth hinaus. 

Drei Dinge ſind nicht eins im Haus: 

Zwei Hahnen, und bie Katz und Maus; 

Die Schwieger jagt die Schnur hinaus. 

Eine zornige Frau, ein Camin voll Rauch und eine löche⸗ 
rige Pfanne ſind ſchaͤdlich im Haus. 

Haſt du gern ein ſauber Haus, 

Laß Pfaffen, Moͤnch und Tauben draus, 


Haus — Hausfrieden. 


. Wer fein Haus will haben Tauber, 


Hüte fi vor. Pfaffen und Lauben, 


..Alte Affen, . 


Junge Pfaffen,. 


. Wilde Bären, 


Soll Niemand in fein Haus begehren. 


. Haus ohne Mann, Haus ohne Rath; 


Haus ohne Frau, Haus ohne Staat, 


. Wie Haus fo Saft, wie Saft jo Koft. 
. Läft du einen ins Haus kommen, er kommt bir bald in 


die Stube. 


. Hohe Häufer find gewöhnlich unterm Dad leer. 

3. In leeren Häufern regieren Poltergeifter, 

In goldnen Häufern hoͤlzern Leben. 

. Ein Haus iſt leichter angezündet als gelöfcht. 

. Wenn ein Haus hebräifch lernt, fo frißt es der Wucher. 
. Es wird dir zu Haus und Hof kommen. 

. Die Hausehre Ilegt am Weibe. 

.Hauseid foll man verhalten, nicht halten. 


. Hauszank und: Hauseid 


Machen nit groß Leid. 


. Brave Hausfrau bleibt daheim. 
. Eine Hausfrau, 


Sei keine Ausfrau. 


. Eine fleißige Hausfrau ift die befte Sparbüchſe. 
. Es find nicht alle gute Hausfrauen, die gut fpinnen koön⸗ 


nen. 


. Der Hausfriede kommt von ber Daudfrau. 
. 9. Hausfriede ift Hausfreude. 


. Was thut man nicht des lieben Harafrieben⸗ willen? 


Haushalt — Haut. 208 _ 


4448. Haushalt hat ein groß: Maul. 
‚4449. Es gehört viel zur Haushaltung, der Tage ſind viel im 
Jahr und, der Malzriten noch mehr. 

4450. Mancher haͤlt Haus als müſt er über Nacht verderben. 
4451. Mit Bielem kommt man aus, 

Mit Wenig bält man Haus, 
4452. Wie einer Ham hält, alfo hat fein Haus eimen Glebel. 
4453. Ein rediter Hausvater iſt ber erſte auf, ber lehte nieder. 
4454. Fleißiger Hauspater macht. hurtig Geſinde. 


4456. Ginem Hausvater ſteht es beßer an zu. verlaufen als au 
taufen. 


4456. Hausmannskoſt Komet wohl, . 
44568. Biel Hausrath, viel Unrath. 
4457. Hautzank . 
Waͤhrt nicht lang- Ä 
4458. Haudzins schläft nicht. oo 
4459. Es ift in der Haut, wärs im Kieibe, r könnte mans abe 
- wachen (ausklopfen). 
4460. Wo Haut und Haar nicht gut ſind, da giebt es keinen 
ſchoͤnen Pelz. 
4461. Auf heiler Haut iſt gut ſchlafen. 
4462. Aus andrer Leuten Däuten If gut Riemen ſchneiden. 
4462*.&r bohrt gern Löcher in anbrer Leute baut. 


4463. Daß man in eine andre Haut fehlüpfe, Hilft nicht in den 
Simmel. 


4464. Als der Bauernbub in eine andre Haut ſchluͤpfte, gewann 
die Magd ein Kind. 
4465. Ledige Haut 
Schreit überlaut. 
4466. Die Haut ift Fein Narr: wenn fie alt ieh, fo’ ven 
fie ſich (runzelt fie). 





206 Saute — Hebler. 


4467. Alte Häute find zäh und‘ bebärfen viel Gerdens, dag fie. 
aber nicht leiden. . 

4468. Jeder muß feine Haut zw Markte tragen. 

4468: Dan muß feine Haut fo theuer als möglich verlaufen. 


4470. Dan muß die Haut nicht. Ser fait bieten als bis ‚man 
den Bären hat. ! 


4471. Was du nicht heben Tannft, laß legen. 

4472. Steht: das Kind wohl, fo iſt jede Hebamme gut. - 
4473. Vom Hecht den Schwanz, vom Karpfın ven Kopf; 
4474. Wer ben. Hecht gut. eßen will, muß ‚bie Belle wegwerfen. 


4476. Hechtenzuͤnglein, Barbenmäullein, 
Bringen den Reiter unr fein Gaͤullein. 


4476. Die Hechte werben von ‚Heinen Fiſchen greß. 


4477. Die Hechte werden deswegen in die Teiche are, damit 
die andern Fiſche nicht faul werden. 
4478. Es iſt leichter zwei Heerde bauen als auf ainemn immer 
Feuer haben. 
4479. Wo ber Keßel überm Gr hangt, freit Pr ih am 
Beten. 
4480. Es ift keine Heerde fo Elein, fe hat ein ini Schaf. 
4481. Dem Gottlofen die Hefen. 
4482. Wer ben Wein getrunken, der trinke aud die ‚deren, 
4483. Nach großem Deger . 
‚Kommt ein großer Feger. 
4484. Der Hehler ift fhlimmer als der Stehler, 
4485. Hebler 
Sind Stehler. 
4486. Der Hehler 
Macht den Stehler. 
4487. Kein Hehler, 
Kein Gtehler. 


Heiden — Seiligthum. 207. 


HAM. Woher haben die Heiden bie Hemben? 


4488. 
4469. 


4490. 
4491. 
"4492. 
4493. 


4494. 


4495. 
4496. 
4497. 


4498. 
. 4499. 
4500. 


4501. 
4502. 


4503. 


4504. 
45095. 
4506. 
4507. 
4508. 
4509. 


4510. 
4511. 


Junger Deiliger, alter Zeufet. : 

Wil der Zeufel Deitige. fangen, 

So ftedt er Heilige am die Angeh 

Die Heiligen laßen nicht mit ſich ſpaßen. 

Große Herren dürfen mit Heiligen fdjergen. 

Die Heiligen reden nicht und rächen. ſich dennoch. 

Die Heiligen holen ihr Wachs wieder. 

Arme Leute machen reiche Heilige. 

Unfelige Leute machen bie Heiligen reich. 

Niemand ift aller Heiligen Knecht. 

Es find nicht alle beilige, die in aller ‚Heiligen Kirchen 
gehen. 

Es iſt nicht alles Heilthum was die Bauern raſen. 

Ich will dir nicht alle Heiligen hertragen. 

Wenn Gott nicht hilft, ſo sehn auch die ‚Helilgen feinen 
‚Strang an. 


Wem bie Heiligen hold. Ab, ber mag leiſe beten. 

Wie der Heilige, fo ber Feiertag. 

Es ift kein Heiliger ſo Klein, er will ſeine eigene Kerze 
- Yaben. 

Wenn ein nenet Heiliger Tommt, fo vergißt man der alten. 

Ich 'fetete keinem Heiligen, dem Ich nicht : gefaftet. 

Man glaubt an keinen Heiligen, er zeichne denn. 

Man glaubt an Keinen fh —den Heiligen. 

Kleine Heilige thum auch Zeichen. 

Je heiligen Zeit, 

Se heftiger Streit, 

Je heiliger das Feſt, je gefchäftiger der Teufel. 

Wer ſich felbft ein Hetligthum iſt, iſt Andern ein Greuel. 


208 Seimlihleit — Hätfe. 


4512. Heir, vertraut mie. was ihr wollt, mur Beine Peiniäne 
„4513. Heirat ift ein verbedt EßkLen. - . ' 
"4514. Heiraten ift nicht Kappenkauſchenn.. 
4515. Zum Heiraten und Seefahren W 
Muß man die⸗ Morte ſparen. Me 
4516. Heiraten iſt Sotterie. 
4517. Hetraten in Eile En 
Bereut man mit Weile, - WW 
4518. Es luͤſtet fie Alle zu heiraten. 
Wie den Hund nad Oßerbraten. 
4519. nebereilte Heirat faut fetten gut aus. 
4620. Wer heiratet thut wohl, wer ledig bleibt thut beher. 
4521. Heiraten ift leicht, Haushalten ſchwer. 
4522. Hrirat ins Biut a 
Thut ſelten gut. 
4523. Heirate über. ben Miſt, 
So weift bu wer fie ift. 
4524. Dis erfie Heirat ift ein Eh, 
Die zweite ein Weh, 
Die dritte nichts meh. _ ur 
4525. Es traͤgt Manche ihr Heiratsgut unter den Kugen. 
4526. Die ‚nicht helfen wollen, binbern gern. 
4527. Wer. fich aufrichten will, bem ſoll man aan 
4528. Hilf bei Zeit . 
Eh es kommt weit. 
4529. Rechter Mann 
Hilft wo er kann. 
4530. Einer Hilft dem Andern über ben Zaun. 
4531. Angebotene Hülfe hat Esinen Lohn. 
4532. Bieler Hülfe, Weniger Rath 


EN 


4533. 
4534. 
4535. 


4536. 


4537. 
4538. 


4539. 
4540. 
4541. 
4542. 
4543. 
4544. 
4545. 
4546. 


4551. 


4552. 
4553. 
4554. 


4555. 


Hilft — Denker. 209 


Hüfts (Bats) nicht, fo ſchadts nicht. 

Es hilft kein Bad an einem Mohren (Juden) oder Raben. 

Häler, ſteh auf, laß den Gulden niederfigen. 

Wer den Heller nicht ehrt, 

Iſt des Guldens nicht werth. 

Wer ben Heller nicht fpart, wird keines Pfennings Herr. 

Was man nit braucht, ift zu theuer, wenn «8 nur einen 
Heller Eoftet. 

Viel Heller machen auch Geld. 

Ein ungerechter Heller frißt einen Thaler. 

Boͤſer Heller, ſo einen Gulden ſchadet. 

Es iſt ein guter Heller, ſo einen Thaler bringt. 

Wer zum Heller gemünzt iſt, wird nie ein Groſchen. 

Mit einem Heller kauft man keinen Ochſen. 

Mit einem Heller kann man kein gut Mus kochen. 

Zwei böfe Heller finden fi gern in Einem Beutel, 


. Fehlt dir ein Helmzeichen, fo kauf bir ein Paar Hörner. 
. Das Hembe tft mir näher als der Rod, 

. Wer keine Hemden maden Tann, muß bie alten fliden. 

. Was der Henker mit feinem Schwert erreichen Tann, ift 


fein. 


Lieber henken 
Als ertränten, 


Die Nürnberger henken feinen, fie. hätten ihn denn. 


Man hentt Leinen Dieb wider feinen Willen. 


Mer fich nicht beßern will, ven mag der Henker in bie 
Schule nehmen. 


Der Henker ift ein fharfer Barbier. 


Dtſche Volksb. Sr Bd. 14 


210 Denker — Denne 


4556. Wer dem Henker entläuft, entläuft deshalb dem Zeufel 
nicht. 

4557. Im Haufe des Gehentten fol man nit vonP Stride 
reden. 

4558. Der Henker ſchlägt dem fo vor ihm ift, den Kopf ab und 
dreut denen, bie hinter ihm find. 

4559. Er lohnt ihnen wie der Henker. 

4560. Eine Henne kann mehr aus einander ſcharren als fieben 
Hähne. | 

45608. Wenn die Henne nicht fharrt wie der Hahn, 

Kann der Haushalt nicht beftahn.. 

4561. Wo die Henne Träht und der Hahn ſchweigt, da gehts 

lüderlich zu. 


4562. Wenn bie Henne träht vor dem Hahn 
Und das Weib redet vor dem Mann, 
So foll man die Henne braten 
Und das Weib mit Prügeln berathen. 


45628. Kregget de Henne und ſchwigt be Haan, 
Dann is't Huus’r üümel an. 


4563. Die Henne trägt das Handlohn (Hauptrect) auf dem 
Schwanz mit fi. 

4564. Keine Henne fliegt über die Mauer 

4565. Iſt die Henne mein, fo gehören mir auch die Eier. 

4566. Viele Eriegen um das Ei und laßen bie Henne fliegen. 

4567. Hat die Henne ein Ei gelegt, fo gadert fie. 

4568. Wenn die Henne ihr Gadern ließe, fo wüfte man nicht, 
wo fie gelegt hat. 

4569. Wer Eier haben will, muß der Henne Sadern leiben. 

4570. Die Henne, bie zu früh gadert, legt auf den Tag ein 
Winde. 

4571. Was von ber Henne kommt, das gadert, 


Hennen — Der. 211 


4572. Hennen, die viel gadern, legen wenig Eier. 

4573. So lange die Henne Eier legt, jo lange legt man ihr 
auch. 

4574. Ueble Henne, die in Nachbars⸗Häuſer legt. 


4575. Wenn man taufend Dennen über feste, fo möchten fie in 
acht Zagen Fein Ei audbrüten. 


4576. Wenn man ber Henne nicht bald ein Neft macht, legt fie 
unter die Neßeln. 

4577. Es legt wohl auch eine Eluge Denne in die Neßeln, 

4578. Eine blinde Henne findet auch wohl ein Korn. 

4579. Wenn die Henne zum Hahn kommt, vergißt fie ber Küuͤch⸗ 
lein. 

4580: Eine Henne hat das Recht über neun Säune. 

4581. Alte Dennen geben fette Suppen, haben aber zähes Fleiſch. 

4582. Fette Dennen legen nicht. 

4583. Keine theurere Henne als bie gefchentte. 

4584. Man muß bie Henne rupfen ohne daß fie fchreit. 

4585. Dem Hennengreifer ift eine rechte Frau nicht hold. 

4586. Was heraus ift, fchwiert nicht mehr. 

4587. Herberge kann Niemand bei fih führen. 

4588. Herberg fchön, ber Wirth ein Schalt. 

3589. In ſchoͤner Herberg verzapft man auch fauern Wein. 

4590. Wie näher der Herberg, wie länger ber Weg. 

4591. Man foll herbften fo lang Herbftzeit iſt. 

4592. Den guten Wein und den tapfern Mann ſoll man nicht 
nach ſeinem Herkommen fragen. 


4593. Ein ſchlechter Hering giebt einen guten Büding. 
4594. Herodes und Pilatus find gute Freunde. 
4595. Wie der Bert, fo der Knecht. 
4596. Getreuer Herr, getreuer Knecht. 
14* 


- - ne — 


212 


4597. 
4598. 
4599. 


4600. 


4601. 
4602. 
4603. 
4604. 
4605. 
4606. 


4607. 


4608, 


4609. 


4610. 


4611. 


4612. 
4613. 
4614. 
4615. 
4616. 
4617. 
4618. 
4619. 
4620. 


Der. 


So lange kein Herr, ſo lang au Fein Knecht. 

Der Kerr foll von Linden fein, der Knecht von Eichen. 

Ein lindener Herr überdauert einen, eichenen Knecht. 

Keiner mag Herr fein, er fei benn zuvor Knecht ge⸗ 
weſen. 

Wenn der Herr kurzſichtig iſt, ſo iſt der Knecht gar blind. 

Se blinder der Herr, je heller der Knecht. 

Zröfte Gott den Herrn, den ber Knecht lehren muß. 

Frühe Derren, fpäte Knechte. 

Lieber vom Herren gekauft ald vom Knechte. 

Beer Heiner Herr ald großer Knecht. 

Wenn es auf ben Herrn regnet, fo tröpfelt ed auf ben 
Knecht. 

Der Herren Sünde, der Bauern Buße. 


Wenn die Herren ſich raufen, müßen die Bauern Haar 
laßen. 


Die Herren ſind ſchon gut, nur die Diener ſind des 
Teufels. 


Der Herr ſieht mit Einem Auge mehr als der Knecht mit 
vieren. 


Das Auge des Herrn ſchafft mehr als ſeine beiden Hände. 
Des Herrn Auge füttert das Pferd wohl. 

Des Deren Fuß büngt den Ader. 

Des Herren Ritt über die Saat läßt goldenen Huf. 
Herr nicht zu Haufe, Niemand zu Haufe, 

Ein Herr beißt den andern nicht, 

Niemand kann zwei ‚Herren bienen. 

Welchem Herrn bu bienft, deſſen Kleider du traͤgſt. 

Ein Herr, fein Herr; zwei ‚Herrn, ein Herr. 


4621. 
4622. 


4623. 
4624. 


4625. 
4626. 
4627. 


4628. 


4629. 
4630. 
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4632. 
4633. 


4634. 
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4636. 
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4638. 
4639. 


4640. 


Dreimal felig ift der Mann, 

Der Herrendienſt entrathen Iann. 

Wer fein eigner Herr dann fein, 

Geh keinen Dienft bei Herren ein. \ 
Keines Mannes Herr, keines Herren Mann ! 


Wer fi) in Dervendienften gu Tod arbeitet, den holt der 
Teufel. 

Herrendienſte ſind keine Ehgeluͤbde. 

Herrendienſt erbt nicht. 

Lieber Rock, reiß nicht, 

Herrenhuld erbt nicht. 


Herrengunſt und Lautenklang (Lerchenſang) 
Klinget wohl und währt nicht lang. 


Großer Herren Huld und Nelkenwein verriecht über Nacht. 
Herrn und Heilige geben über Alles. 


Es ift beßer einem Herren dienen, der eine Herrichaft ver- 
thut, als der eine gewinnen will. 


Herren wollen Bortheil haben. 


Herrengeld 
Schreit vor aller Welt. 


Man ſoll der Herrn genießen, daß ſie auch bei Brot 
bleiben. 


Der Herren Sachen 
Sind Sorgen und Wachen. 


Die künftigen Herren machen die vorigen Frauen. 

Herren und Narren haben frei reden. 

Herrenfeuer waͤrmt und brennt. 

Bei großen Herren kann man ſich wohl wärmen aber auch 
verbrennen. 

Wer den Herren zu nahe ift, der will erſticken, und wer 
zu weit von ihnen iſt, der will erfrieren. 


214 


46411. 


4642. 
4643. 
4644. 
4645. 
4646. 
4647. 
4648. 
4649. 


4650. 
4651. 


4652. 
4653. 


4654. 
4655. 
4656. 
4657. 


4658. 


4659. 
4660. 


4661. 
4662. 


4663. 
4664. 


Herren. 


Großen Herrn und fchönen Frauen 
Soll man wohl dienen, body wenig trauen. 


Klarem Himmel und lacdyendem. Herren iſt nicht zu trauen. 
Er ift gut großer Herren müßig gehn. 

Mit großen Herren ift nicht gut Kirchen eßen. 

Mit großen Herren fol man feibne Worte reden. 

Große Herren maden nicht viel Worte, 

Große Herren müßen viel von fich reden laßen. 

Bei großen Herren muß man fünf gerade fein laßen. 
Große Herren benten lange. 

Große Herren haben lange Hände, 


Herren Hand 
Reicht in alle Land, 


Großer Herren Hennen legen Eier mit zwei Dottern. 


Herren lagen ſich die Müden abwehren, aber nicht bie 
Ohrenbiäfer. 


Großen Herren ift übel borgen. 

Großer Herren Leute dünken ſich was. 
Unter großen Herren iſt gut reich werden. 
Große Herren laßen ſich nuͤtzen, 


unter reichen Fuͤrſten iſt gut ſitzen. 


Große Herren kommen am ſicherſten in den Himmel, wenn 
ſie in der Wiege ſterben. 


Große Herren, große Sorgen. 

Wer mit Herren umgehen will, der fliehe vor ihnen, ſo 
laufen ſie ihm nach. 

Geſtrenge Herren regieren nicht lange. 

Viel Herren, übel regiert. 

Ein jeder Herr iſt Kaiſer in ſeinem Lande. 

Ein jeder Herr iſt Pabſt in ſeinem Lande. 


4665. 
4666. 
4667. 


Herren — Herz. 215 


Bo Herren find, da find Decklaken. 
Sch bin Herr, fagte ber Mann, da faß er unterm Zifche. 
Neue Herren, neue Fünde, 


46672. Annere Heerens fettet annere Suulen. 
4667b. Neue Herren machen neue Wetten, 


4668. 
4669. 
4670. 
4671. 
4672. 
4673. 


4674. 


4675. 


4676. 
4677. 
4618, 
4679. 
4680. 
4681. 
4682. 
4683. 
4684. 
4685. 
4686. 
4687. 
4688. 


Neue Herrfchaft, neue Lehrzeit. 

Herren Eönnen wohl Schaden aber Keinen Schimpf leiden. 

Herrſchaften haben viel Augen und Ohren. 

Man findet eine Herrſchaft vollkommen. 

Unfer Herrgott kanns nicht Allen recht machen. 

Unfer Herrgott will nicht, daß das Weißbrot auf den Bäu- 
men wachſe. 

Sch muß es haben und follt ichs unſerm Herrgott unter 
den Füßen wegnehmen. 

Er grüßt gern, wo unfer Herrgott einen Arm heraus⸗ 
ſtreckt. 


Es waͤre gut Herrgotte nach ihm ſhniten. 
Herrlichkeit bedarf viel. 

Vergiftete Kirſchen bringen einen Herzog um. 
Das Herz lügt nicht. 

Ein Herz iſt des Andern Spiegel. 

Wes das Herz voll iſt, des geht der Mund uͤber. 
Wo dein Herz wohnt, da liegt dein Hort. 

Wo dein Herz, da dein Gott. 

Was dem Herzen gefällt, das fuchen die Augen. 
Es ift ihm nicht ums Herz wie ums Maul. 
Was nicht von Herzen kommt, dad geht nicht zu Herzen. 
Das Herz ift reich oder arm, nicht die Kiſte. 
Reines Herz und froher Muth 

Stehn zu allen Kleidern gut. 


216 


4689. 
4690. 


4691. 
4692. 


4693. 
4694. 
4695. 


4696. 
4697. 
4698. 
4699. 
. 4700. 
4701. 
4702. 
4703. 


47038. 


4704. 


Deren — Heuchelmann. 


Von Herzen gern, fagen die Bauern, wenn fie müßen. 

Es giebt der Schlupfwintel nirgend mehr ald im menſch⸗ 
lichen Herzen. 

Herz, was begehrft du? 

Im Lande Heffen 

Giebts große Berge und nichts zu eben, 

Große Krüg und fauern Mein; 

Wer möchte wohl in Heſſen fein? 

Wenn Schiehn und Bolzäpfel nicht gerathen, 

So haben fie weber zu fieden noch zu braten. 

Wo Heffen und Holländer verderben, 

Wer könnte da fein Brot erwerben? 


Wo ein Hefle in ein fremd Haus kommt, fo zittern bie 
Nägel an ben Wänden, 


Hüte dich vor dem Landgrafen von Heflen, 
Wenn du nicht willft werben aufgefreßen. 

Die Deffen können vor Neun nicht fehn. 
Drauf 108 wie ein blinder Heffe! 

Drauf los! es ift ein Heſſe! 
Man muß Heu madhen, weil die Sonne fcheint. 
Was man nicht am Heu hat, das hat man am Stroh. 
Man darf feinem Heu Stroh fagen. 
Unter einem Fuber Deu erftidt Feine Maus. 
Uebermorgen, wenns Heu blüht, 

Wer nicht gabelt, 

Wenn die Heufchred zabelt, 


Der nimmt im Winter ein Seil 
Und fragt wo Heu feil. 


Heuchelmann 
Iſt am Beſten dran. 


Heute. 217 


4705. Heute mir, 
Morgen dir, 
4706. Sehr ungleich gehts auf Erden zu, 
Ich heut, der geftern, morgen bu. 
4607. Heute mein, 
Morgen dein, 
So theilet man die Huben. 


4708. Heute roth, 
Morgen tobt. 


4709. Heute König, morgen todt. 


4710. Heute was, 
Morgen Aas. 


4711. Heute Blume, morgen Heu. 


4712. Heute reich, 
Morgen eine Leidh. 


4713. Heute Zrab, 
Morgen im Grab. 


4714. Deut im Putz 
Morgen im Schmutz. 
4715. Heut oben, morgen unten. 
4716. Heute groß, morgen klein. 
4717. Heute Herr, morgen Knecht. 
4718. Heute Freude, morgen Leid. 
4719. Deut ift der Tag. 
4720. Der heutige Tag iſt des geftrigen Jünger. 
4721. Heut erfährt man, was man geftern nicht gewuft. hat. 
47122. Heute und morgen iſt audy ein Tag. 
47123. Beßer heut als morgen. 
4724. Ein Heut ift beßer denn zehn Morgen. 


4725. Heut foll dem Morgen 
Nichts borgen. 


218 


4726. 
4727. 
4728. 
4129. 
4730. 
4731. 
4732. 
4733. 
4734. 
4735. 
4136. 
4737. 


4138. 


4139. 
4740. 


4741. 
4142. 
4749. 
4744. 
47448, 
4745. 
4746. 


4747. 
4748. 


4749. 


Heute — Himmelreich. 


Was du Heute thun kannſt, verſchiebe nicht bis Morgen. 
Heut faſten kocht morgen die Suppe ſüß. 

Wer heute mit rudert, ſoll morgen mit fahren. 

Heute für Geld, morgen umſonſt. 

Heut iſt ein Kaufmann, Morgen ein Bettelmann. 

Wenn Gott ſagt Heute, ſagt der Teufel Morgen. 

Heut will ich ihn nicht um ſeine Tochter bitten. 

Hexen weinen nicht. | 

Er Tanne Heine Hexenwerk — unds große treibt er. 


Hierum und darum — gehn die Gänfe barfuß. 


Mas vom Himmel fällt, ſchadet Keinem. 

Wenn der Himmel einfällt, fo find alle Zöpfe und Bäume 
zerfchlagen. 

Wenn der Himmel einfällt, fo Tönnen die Voͤgel keine 
Nefter mehr bauen, 

Wenn der Himmel einfiele, bliebe Tein Zaunfteden ganz. 


Wenn der Himmel einflele, zerfchlüg er mehr Kacheln als 
Defen. 


Unter freiem Himmel biegt fi fein Balke. 

Der Himmel ift uns überall gleich nahe. 

Der Himmel iſt hoch, man Tann fich nicht dran halten. 
Mit den Beinen läuft man nicht in den Himmel, 

Er will mit Stiefeln und Sporen in den Dimmel, 
Mer nicht in den Himmel will, braucht feine Predigt, 


Wer zum Himmel ift geborn, 
Den ſticht alle Tag ein Dorn. 


Der Weg zum Dimmel gebt durch Kreuzborn. 


Der Himmel ift fchwer zu verdienen, ſprach der Abt, als 
er vom Bette fiel und die Ronne ein Bein bradı. 


Das Himmelreich gehört den Gänfen nicht zu. 


4750. 


4751. 
4752. 


4753. 
4754. 


47155. 
4756. 
4757. 


4758. 


4759. 
4760. 


4761. 
4762. 
2763. 
4764. 
47165. 
4766. 
4667. 
4768. 


4769. 
4770. 


4171. 


Himmel — Diet. 219 


Der Himmel iſt nicht für die Gänfe erbaut; für die Gott- 
lofen aber auch nicht. 

Ihm hängt der Himmel voll Bafsgeigen. 

Man meint oft, der Himmel hängt voll Geigen; fieht man 
recht zu, fo find es kaum Nußfchalen. 

Hin ift hin, ba leiht Fein Jude mehr drauf. 

Din ift bin; wär fie nicht hin, 

&o wär ich jünger denn ich bin. 

Niemand hinkt an eines Andern Fuß. 

Wenn Alle hinten, meint Jeder, er gehe recht. 

Hinkebein fpielt den Mann, 

Die Hinterthür laß offen ftehn 

Und ben Doctor feiner Wege gehn. 


Eine Binterthür verderbt dad Haus. 


Hintenaus 
Verderbt das Haus. 


Hintenaus hat keine Ehre. 

Was hintennach kommt, ſchlaͤgt die Ferſen nicht entzwei. 

Was hintennach kommt, das freßen die Hunde. 

Hinz hat es angezettelt, Kunz muß es ausbaden. 

Von Hinz zu Kunz, von Pontius zu Pilatus. 

Hiobs Plage war ein böfes Weib. 

Die Hiobspoft kommt nad. 

Das Hirn- 

Sieht man nicht an der Stirn, 

Wie der Hirſch in die Brunßt tritt, fo tritt er auch wie: 
der heraus. 

Er traf den Hirſch — mit- einer Kugel in bie hintere 
Klau und durdy beide Ohren hinaus, 

Ein Hirt muß feine Schafe kennen. 


Hirten — Hoch. 


. Des Hirten Roth, 


Der Schafe Tod. 


. Wie der Dirt, fo bie Heerde. 
. Irrender Hirt, irrende Schafe. 
. Was dem Hirten zu Leibe gefchieht, gefchieht den Schafen 


zum Schaden. 


. Biel Hirten, übel gehütet. 
. Ein guter Hirte ſchiert feine Schafe, ein übler zieht ihnen 


das Fell ab. 


. Wenn bie Hirten ſich ganten, hat der Wolf gewonnen 


Spiel. 


. Was der Dirt in. feiner Hut verliert, das foll er ent 


gelten. 


. Wenn der Hirt nicht mehr Freiheit hätte ald das Schaf, 


fo müfte er auch Gras eßen. 


. Wie fie der Hirt zum Thor hinaus treibt. 
. Digig 


Iſt nicht wißig. 


. dm, fagte Steffen, da wuft er nichts anders zu fagen. 
. Man muß dem Hobel nicht zu viel Eifen geben. 

. Er frißt Hobelfpäne und ſch— Tannenbord. 

. Wer body fteht, den fieht man weit. 

. Wer hoch Elimmt, der fällt hart. 

. Wer nicht zu hoch ſteigt über ſich 


Braucht nicht zu fallen unter ſich. 


.Mancher ift hochgeboren und nicht hocherkoren, Mancher 


hocherforen und niedergeboren. 


. Hoch genug macht alte. Kriegsleut. 


Die nicht hoch genug find, muß man höher ober kürzer 
machen. 


906 — Hof. 221 


4792. Was dir zu body ift, das laß fliegen. 
4793. Hoch ſchwoͤren zeugt tiefe Lügen. 
4794. Wenn ein Ding aufs Höchfte kommt, fo nimmts wies 
ber ab. \ 
4795. Es kommt alles aufs: Höchfte, fagt der Bettler, wenn ihm 
bie Läufe am Hut herum kriechen. 
4796. Hochmuth 
hut nimmer gut. 
4797. Hochmuth kommt vor dem Falle, 
4708. Wenn Hochmuth aufgeht, geht Gluͤck unter. 
47199. Hochmuth 
Kommt nicht von Armut. 


4800. Eine Hochzeit wirb nicht Leicht vollbracht, 
Eine andre wird babei erdacht. 


4801. Eine Hochzeit macht die andre, 
4802. Frühe Hochzeit, lange Liebe. 
4803. Deftre Hochzeit hat nicht Ehre. 
4804. Nach der Hochzeit erkennt man des Weibes Bosheit. 
4805. Es ift nicht Jedermann auf die Hochzeit geladen. 
4806. Wer bittet den Armen zur Hochzeit? 
4807. Hochzeitgehen (Kinderheben) ift ein Ehr, 

Macht den Beutel aber leer. 
4808. Hochzeit haben 

Sft beßer als Todte begraben. 
4809. An Höfen giebt e8 mehr Achitophel als Joſephe. 
4810. Bei Hof ift Gunft im Maul, Mifstrauen im ‚Herzen. 
4811. Bei Hof giebt man viel Hände, aber wenig Herzen. 
4812. Bet Hofe giebt man Feine Beine. 
4813. Lang zu Hofe, lang zur Hölle, 
4814. Weit von Hof hat wenig Verdruf. 


222 


4815. 
4816. 


4817. 
4818. 
4819. 


4820. 


4821. 


4822. 
4823. 
4824. 


4825. 


4826. 


4827. 
4828. 
4829. 


4830. 
4831. 


4832. 
4833. 
4834. 
4835. 
4836. 


Hofe — Hoffart. 


Wer zu Hofe fein will, muß bald oben bald ı unten liegen. 


Alte Diener, Hund und Pferd 
Sind bei Hof in. Einem Werth. 


Wer zu Hofe wohl dient, ber hat bald Neider und Hafer. 

Verklappern ift das tägliche Brot bei Hofe. 

3u Hof Tann man fi) wohl wärmen, aber auch ver- 
brennen. 

Wer lange will zu Hofe reiten, 

Hänge den Mantel nach beiden. Seiten. 

Als Petrus zu Hofe kam, verleugnete er feinen Herren 
und Meifter. 

Zu Hofe dienen alle ber Suppen, nicht ber Herren wegen. 

Wenn zu Hofe. gegeßen tft, find die Schüßeln leer. 

Wer zu Hofe tauglich ift, den treibt man zu Tode. 

Wer zu Hof tüchtig if, der muß Waßer und Holz tragen 
oder ein Narr fein. 

Zu Hof gilt gleich der "hinter die Thür hoflert und’ ders 
auskehrt. 

Hans Schenk hat Gnade zu Hofe. 

Die krumme Hand kennt man zu Hofe. 

Hofmanier 

Führt irr. 

Gold auf den Hofen und Feind darin, ift Hof: Art. 

Hoffart 

War nie guter Art. 

Hoffart will Zwang leiden. 

Hoffart will Pein haben. 

Hoffart ift ein füßes Leben. 

Die Luft bläht die Sacpfeifen auf und Hoffart den Narren. 

Hoffart meint, Stühl und Bänke foilten vor ihr aufftchen. 


4837. 
4838, 
4839. 
4840. 
4841. 
4842. 
4843. 


4844. 


4845. 
4846. 
4847. 
4848. 
4849. 
4850. 
5851. 


4852. 


4853. 
4854. 
4855. 
4856. 
4857. 
4858. 


4859. 


4860. 
4861. 


Hoffart — Hofzucht. 223 


Hoffart ſteckt den Schwanz uͤbers Reſt. 

Hoffart und Armut halten uͤbel Haus. 

Hoffart iſt leicht zu erlernen, koſtet aber viel zu erhalten. 

Wenn Hoffart aufgeht, ſo geht Glück unter. 

Hoffart loͤſcht das Feuer in der Küchen aus. 

Wer zur Hoffart borgt, trägt am Ende geflidte Schuh. 

Hoffart ift allenthalben Sünde, aber in Augsburg ift fie 
Wohlſtand. 

Hoffart iſt allemal Suͤnde, fie habe ein Helmlein oder 
trag ein Faͤhnlein. 

Die Hoffart mifst fidy nach der langen Elle. 

Hoffart ift des Dünkels Waßerfucht. 

Gott widerfteht den Hoffärtigen. 

Kein hoffärtiger hier, denn fo eine Magd Frau wird. 


Wäre Hoffart eine Kunft, fo hieß er längft Doctor. 


Röche Hoffart wohl, fo wär er lauter Bifam. 
Höflichkeit ift nicht Schuldigkeit. 

Höflichkeit und Treue 

Bringt nimmer Reue. 

Höflichkeit ziert den Mann und Eoftet nichte. 
Höflihe Worte vermögen viel und koſten doch wenig. 
Eine Höflichkeit ift der andern werth. 

Gar zu höflich ift bäuriſch. 

Zu höflich wirb tölpelig. 

Wo Hofluft weht, ift nicht gut wohnen. 

Wenn ber Fuchspelz abgezogen, 

Steht der Höfling nadend ba. 

Es darf mir Keiner ein Hofrecht in die Stube machen. 
Die Hofzucdht bringt die Franzoſen. 


2724 


4862. 
"4863. 


4864. 
4865. 


4866. 


4867. 
4868. 
4869. 


4870. 
4871. 


4872. 
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4874. 
4875. 
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4877. 
4878. 
4879. 


4880. 
4881. 
4882. 


Hoffen — Holland. 


Hoffen und Darren 
Macht Manchen zum Narren, 


Ich Hoffe noch 
Und zweifle doch. 
Wer von ber Hoffnung lebt, flirbt an ber Faften. 


Die Hoffnung ift das Seil, daran wir uns Alle zu Tode 
ziehen. 


Wer auf Hoffnung traut, 

Hat auf Eis gebaut. 

Wer mit der Hoffnung fährt, hat die Armut zum Kutſcher. 

Wer auf Hoffnung jagt, der fängt Nebel. 

Sn Hoffnung fchweben, 

Macht füßes Leben. 

Es ift kein füßer Leiden als Hoffen. 

Wenn Hoffnung nicht wär, 

So lebt ich nicht mehr. 

Man muß das Befte hoffen und das Böfe gemarten. 

Man muß das Befte hoffen, bad Schlimme kommt von 
ſelbſt. 

Hoffnung laͤßt nicht zu Schanden werden. 

Hoffnung braucht man nicht zu kaufen. 

Hoffnung erhält, 

Wenn Unglüd fällt. 

Die Hoffnung ift unfer, der Ausgang Gottes. 

Die Hoffnung ift mir in den Brunnen gefallen. 

Hohl 

Bis auf die Fußſohl. 

In allen Landen find hohle Faͤßer und Kübel, 

Hohn für Lohn, Stank für Dank. 

Nun ift Holland in Noth. 


dene — Hei 223 


. Wer ver ber Hoͤlle wobet, ud DER. Beufel au. Gevatter | 


bitten. . t 


. In die Hölle kommt - man mit. geöfree 2 denn in den 


Himmel. 


In die Hölle iſt es überall gleich weit. 
. In dee Hölle gilt kein Stimmenſammeln. 


Wenn eine Hoͤlle iß, ſo ſteht Rom darauf. 


. Wo ein Ort auf ber Hölle ſteht, tritt man dem Teufe!l 


leicht auf den Kopf. 


. Die Holften vertheibigen ihr Recht. mit dem Schwert. 
. Bor Hollunder ſoll man ben. Hut abziehen und ‚vor Ba 


holder die Knie. beugen. 


. Das Holz muß pfleglich gehalten werden, 

. Zebed Holz hat feinen Wurm und jedes Mehl feine Kleie, 
. Im Holz wachen Würmer, die es freßen. | 

. Ze krummer das Holz, je. beßen bie Kräde- 


(3e.größer der Schelm, je beßer das Glüde). 


. Krumm Holz hat viel Gluth. 

. Krummes Dolz brennt jo aut wie gerades. 

Krummes Holz giebt auch gerades Feuer. 

. &8 iſt wohl eher ein krumm Holz zum Loͤffel gerathen. 
. Mein Holz Tann mir Niemand verbrennen. 
Alt Holz brennt beßer als junges, 

Alt Holz giebt gut Feuer. 

. Grünes Holz, große Hizhe. 

. Richt jedes Holz - 


F 


Giebt einen Bolz. 


Richt aus jedem. Holz kann man Pfeifen ſchneiden. 
. Das Holz iſt gut, wenn es nur zum rechten Zimmermann 


kommt. 


Dtſche Volksb. Sr Bo. 16 


4906. 
4907. 
4908. 


: 4909. 


4910. 


4911. 


4912. 
4913. 
4914. 
4916. 
4916. 
4917. 
4918. 


4919. 
4920. 
4921. 
4922. 
4923. 
4924. 
4925. 
4926. 


4997. 
4928. 
4929. 


4930. 
4931. 


on. — Heeiz. 


Aus Holz macht man ‚große und. Heine Heilige. 

Wo Holz gehauen wird, dba füllen Späne - 

Gicht man ihm viel Holz, fe macht er viel Spaͤne. 

* im Holz arbeitet, wird nicht reich. 
er beim Holzhauer ſteht, der hat einen Span am Kopf 
zu Lohn, 

Wie man ins Holy ſchreit, fo ſchreit ea zuruck. 

Der gut ins Holz ruft, kriegt eine gute Antwort. 

Auf ein hoͤlzern Geſchirr gehört ein hölgerner Deckel. 

Wer allerlei Holz auflieft, bat Bald einen Arm voll. 

Holz, Haar und Unglül wachen über Nacht. 

Es führt mehr denn Ein Weg ins Holz. 

Gerade — wie grün Holz hinter dem Ofen getrocnet. 

Waͤre Holzhauen ein Orden, 

Wär nicht fo Mancher Moͤnch geworden. 

Ein Holzapfel ſchmeckt wie der andere. 

Kannſt du regnen, kann ich auf Holzſchuhen gehen. 

Honig im Munde, Galle im Herzen. | 

Honig im Mund, Schermeßer in der Hand. 

Eitel Honigrede ift nicht ohne Sift. 

Kein Honig ohne Gift. 

Wer Honig will, muß ber Bienen Sumſen leiden. 

Wer Honig leden will, mu ber Bienen Stachel nicht 
ſcheuen. 

Der Honig iſt nicht weit vom Stade. 

Theurer Honig, ben man aus Dornen muß lecken. 

Honig efen ift gefund, zuviel macht fpeien. 

Ber viel Honig ſchleckt, muß viel Wermut freßen. 

Mit einem Löffet Honig fängt man mehr Stiegen ale mit 
einem Faß voll Eßig. 


4932. 
4933. 
4934. 
4935. 
. Da ift Hopf und Malz verloren. 


4937. 


4936 


4938. 


4939. 
4940. 
4941. 
4942. 
4943. 
4944. 


4945. 


4946. 
4947. 


4948, 
4949. 


veus — Syenump. B3T 


Honig iſt Her Muͤcken Tod. 

Wer ſich zu Honig macht, den benaſchen die zuegen. 
Es iſt zu gewinnen — wie: Honig von Wespen. 
Biel Hopfen, viel Roden. 


Der Horder an der Wand 
Hört feine eigne Schanb. 


Hör und fei nicht taub, 

Aber langfam glaub. 

Ber nicht hören will muß fühlen. 

Du hörft übel, ich muß dich einmal zum Babe führen. 

Dan muß hören und nicht hören. 

Man muß hören eh ein Ohr abfällt. 

Höre viel und rede wenig. 

Wer fchlecht hört, reimt leicht. 

Wer nicht rechtmaͤßig gehoͤrt iſt, wird nicht rechtmäßig 
verbammt. 

Hörenfagen ift halb gelogen. 

Vom Hörenfagen kommen bie Lügen ins ans, 

Bom Hörenfagen leugt man viel. 


Vom Hörenfagen und Wiederfagen - 
Bard Mancher ſchon aufs Maul geſchlagen. 


4950. Das kleine Horn ſpricht zum großen Horn: 


Haͤtt ich die Macht wie du 
Ließ ich erfrieren das Kalb in der Kuh. 


4951. Kurzer Hornung, fagt ber Bauer, - 


4952. 


IR gemeiniglich ein Lauer. 


Wenns ber Hornung gnaͤdig macht, 
Bringt der Mai den Froſt bei Nacht. 
15* 


4973. 


. Hühner und Hahnen 


Hornung — Hühner. 


. Wenn im Hornung die Mücken fhwärmen, 


Muß man im März die Ohren wärmen. 


. Halte, dich and Hornvieh, 2: 


Aber nicht ans Kornvieh. 


Man ſiehts an den Hoſen, wo das Bein entzwei if. 

. Er lebt im Stand der geflicten Hoſen. 

. Die Frau hat bie Hoſen an. 

. Wer fubtil iſt, dem entfallen die Hofen. 

Biſt du nicht hübſch, fo thu hübſch. W 

. Eine hübfche Seele will aud) einen hübfchen Leib haben. 

. Eines Hufeifens willen verdirbt oft ein Pferd, 

. Bügel werfen Berge nicht um. 

. Zeittft du mein Huhn, ſo wirſt du mein Hahn. . 

. er mit den Hühnern zu Bette geht, kann mit den Hab 


nen aufftehen. 


N 


. $rüh mit den Hühnern zu Bette 


Und auf mit ben Bahnen zur Wette. 


Bleiben Geſpanen. 


. Kein Huhn’ hält ſich zum Kapaunen, waden zum Goͤckel⸗ 


hahn. 


. &8 ift kein Hühnchen noch ſo Hein, 


uebers Jahr wills eine Henne fein. 


. Das Huhn legt gern ins Neſt, worin ſchon Eier Ans. 
. Bereitet man ben Hühnseen nit bei Zeiten. ein Bett, fo 


legen. fie in bie Neßeln. 


. Kluge Hühner ſch— au in bie. Neßeln, 
. Hühner, ‚bie baheim een und anderswo legen, fol man 


am Bratfpieß ziehen. 
Sieh auf die Hühner und. nidht.auf die Neſtor. 


4974. 


4975. 


4976. 
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4991, 


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4993. 


4994. 
4995. 


4996. 


4997. 


Huhn — Hund. 538 


Kein Huhn ſcharrt umſonſt. 
Was zum Huhn geboren ift, ſcharrt nimmer vor fich. 


Sind die Hühner brütig, fo hätten fie gern Eier. 


Seine Hühner legen Eier mit zwei Dottern. 

Weſſen Huldin ſchielt, der fagt, fie tiebäugelt. 

Ich brauche Feine Hummeln in meinen Bienentorbe. 

Die großen Humpler maden. die meiften Späne 

Hund, fo nidht auf Einer Spur bleibt, fängt weder Hirſch 
noch Hafen. | 

Guter: Hund, fo nur Einem Wilde nachjagt. 

Guter Hunb, fo die Fährte nicht verliert. 

Mit altem Hunde ficherfte Jagd. 

Man fol Hund um Eberkoͤpfe geben. 

Viel. Hunde find des Hafen Tod. 

Der Hund, der den Hafen auefpärt, ift ſo gut als der ihn 
fängt. 

Waͤhrend der Hund — läuft der Haſ in den Buſch. 

Wenn ber Hund hofiert,.fo kann ex nicht bellen, 

Wenn die Hunde gähnen, ift die befte Jagd vorbei. 

Ber nit Hundslauch riechen kann, ſoll auch kein Wilb- 
brät eßen. 


Wenn der Hund nicht Luft hat zu jagen, reitet er auf 
bem Hintern. 


Alte Hunde reiten auf dem A—. 


Wenn ber Hund wacht, mag der ‚Hirte fhlafen. 
Wenn bie Hunde fchlafen, hat der Wolf gut Schafe ftehlen. 


Ich will feinen Hund beißen, denn ih muß meinen Bahn 
für den Wolf paren, fagt der Schafhund. 


Der Hund wird nicht lebig ob er gleich in die Kette beißt. 


230 


4998. 


4999. 
- 5000. 
5001. 
5002. 
5003. 
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6017. 


5018. 


5019. 


5020. 
5021. 


Hand. 


Wer fremden Hund anbindet, gewinnt nichte als den 
Strick. 


Wenn ein alter Hund beit, fou man. Giausfähonen. 
Ließe der Dieb fein Stehlen, ber Hund ließe Sein Bellen. 
Bellet Ein Hund, fo Haffen fie alle. 

Bellende Hunbe beißen nicht. 

Stumme Bunde und flille Waßer find gefährlid. - 
Scweigender Hund beißt am erfien. 

Verzagter Hund bellt am meiſten. 58 

Laß die Hunde bellen, wenn fie nur nicht beißen. 


Schäͤtze den Hund nicht mach den Haaren, ſoandern nad 
den Zähnen. 


Alte Hunde ift fchwer bellen lehren. 
Alte Hunde find bös ziehen. 


Wer nad) jedem beilenben Hunde werfen will, muß viel 
Steine auflefen. 


Ber mag den Hunden das Bellen verbieten ? 


Es iſt Chryſam und Zauf an alten Hunden verloren. 


Was vom Hunde kommt, bellt. gern. 


Der Hund weiß feines Herrn Willen wohl. 

Wer dem Hunde nicht wehrt, ber best ihn. 

Zu einem böfen Hunbe gehört ein Knüppel. 

Der Knüppel liegt beim Hunde. 

Wenn man unter die Hunde wirft, weldgen es trifft, ber 
ſchreit. 

Gemeiniglich wenn man unter die Hunde wirft, ſo trifft 
man einen. 

Ein Hund ſchnappt nach einer Flkege. 

Es iſt nicht Noth, daß man den Hund mit Bratwuͤrſten 
werfe, fo lange man noch gute Bengel hat. 


dund. 291 


5022. Schwerlich eßen die Hunde Dratwarſe/ Be fehlen. fie 
denn. : 

5023. Der Hund iſt tapfer auf feinem Mi. 

5024. Ein Hund iſt nicht fang an eine Bratwurſt gebunden, 

5025. Den Hund ſchickt man nit nach Bratwürfen. . 

65026. Er Fam bazu wie der Hund zur Bratwurſt. 

5026°: Wenn man felber nicht bangen will, muß ber Hund bie 
Wurſt geſtohlen haben. 

5027. Liſtige Hunde haben zerbißene Ohren , bvoͤſe Sande zer⸗ 
bißen Fell. 

5028. Wirfft du den Hund mit einem feiſten Bein und den 
Bettler mit einem Pfennig, ſo kommt er wieder. 

5029. Es geſchieht ihm wie dem Huͤndchen von Bretten. 

5030. Schlafende Hunde ſoll man nicht wecken. 

5031. Ein wüthiger Hund läuft nur neun Tage. 

5032. Kein toller Hund läuft fieben Jahr. 

5033. Wenn man dem Hunde an bie, Haut wi, fo ſagt man, 
er ſei wüthig. 

5034. Wenn man ben Hund fdhlagen will, ſo hat er Leber ges 
freßen. 

5035. Kein Hund Täßt fih ein Bein nehmen, er knurre denn. 

5036. Zwei Hund an Einem Bein 

Kommen ſelten überein. 

5037. Ze mehr Hunde, je weher dem Bein. 

5038. Man lafe dem Bunte ben Knochen, fo bleibt man unge⸗ 
bißen. 

6039. Der Hund Tennt fein Bein. 

5039. Hunde, die einen Braten gerochen haben, ı woilen ihn auch 
gerne belecken⸗ 

5040. Es iſt dem einen Hunde leid, 

Daß der andre in bie Küche geht (geit). 


252 Hunden —Hundsbiß. 


5044. Man giebt den. Hunden nicht fo. viel‘ 
As fie heiſchen mit des Schweifes Spiel. 
5042. Damit lodt man feinen Hund nom Ofen. J 
5043. Der Hund frißt wieder was er geſpieen hat. 
5044. Es wird dir bekommen wie dem dunde das Gras, 
5045. Ein blöber Hunb wird felten fett. : 
5046. Je magrer.ber Hund, je größer die zidhe. 
5047. Wer mit Hunden au Bette geht, fteht mit giohen wie⸗ 
der auf. 
5048. An fremden Hunden riechen die andern. 
5049. Ein Hund riecht am andern, ob er den Pfeffer nicht habe. 
5050. Hunde piſſen und Weiber weinen wann ſie wollen. 


5051. Hat der Teufel den Hund geholt, fo hol er auch den 
Strick. 


5052. Komm ich über den Hund, fo komm ich auch über ben 
Schwanz. 
5053. Er .ift ein Hund, wenn er nur einen Schwanz hätte. 
5054. Beßer ein lebender Hund als ein tobter Löwe. 
5055. Liegt ber Hunb, fo beißen ihn alle. 
5056. Zodte Hunde beißen nicht, 
5057. Da liegt bee Hund begraben. | 
5058. Begoßne Hunde fürdhten das Waßer. 
5059. Er fhüttelt e8 ab wie ber Hund ben Regen. 
50598. De Hund, de bött (biß), 
De liecht vergätt (vergißt), 
Aberfcht de, de warb gebeten 
Kerr dem oͤſs fchwar to vergeten. 
5060. Ein Dann ann machen, daß ihm feine eigenen Hunde 
beißen. 
5061. Hundsbiß heilt Hundshaer. 


Sund — Hondstage. 238. 
5062. Er muß es hinnehmen als wenn ihn ein: Hund: gebißen 
hätte. 

5063. Er ift mit allen Hunden gebest. 
5064. Ich habe den Hund lieber zum Freund ale ganı geind. 
5065. Laß einen Hund ſorgen, ber bedarf vier Schuhe, 
5066. Man hält einen Hund in Ehren feines Herrn wegen. 
5067. Edelleute und Hunde laßen die Thür auf. — 
5068. Eilte die Huͤndin nicht, ſo würfe ſie nicht blinde Jungen. 
5069. Einen Mann hungerte manche Stund: 

Er gieng und kaufte ſich einen Hund. 
5070. An der Hunde Hinken, 

An der Huren Winken, 

An der Weiber Zaͤhren 

(Und der Krämer Schwören) 

Sol fi Niemand Tehren. 


5071. Wenn ber Hund will ſch— gehn, fs 
So fieht man ihn gekrumpen ftehn, 
5072. Es giebt mehr ald Einen bunten Yunb. 
5073. Hunde die Zebermanns Gefellen find, hat man nidjt gern. 
5074. Du wirft noch Hunde führen müßen. 
5075. Er muß Hunde führen bis Baugen, 
5076. Er fieht einen weißen Hund für einen Beckersknecht an. 
5077. Er treibt die Hund aus und geht felbft mit. 


5078. Das wär bad Rechte, dann Zommft du vom Hund auf den 
Bettelfad. 


5079. Greift man den Hund beim Schwanz, fo Tnurrt er. 


5080. Hundstage hell und Klar 
Deuten ung ein gutes Jahr. 
5081. Halt dein Maul, 
Halt deinen Gaul, 
Halt deine Tuͤck: 





234 


Qundorud — Huren. 
Sonft tommft du nit mit Städ 
Vom Hunsrüd, 


. Dunger iſt ber befte Koch. 

. Hunger ift das beſte Gewärz. 

. Hunger macht Saubohrien zuderfüß. 

. Hunger macht rohe Bohnen zu Mandeln. 

. Hunger macht hart Brot zu Lebkuchen. 

. Dem hungrigen Bauch ſchmeckt Alles wohl. 

. Der Hunger madıt alle Speiſe 158, allein ſich ſelbſt nicht, 
. Dunger lehrt geigen. 

. Hunger ift ein guter Redner. 

. Der Hunger findet den Doctorhut. 

. Hungerleibden ift ein gewiſſes Einkommen. 

. Hunger und Durft fingen keinen Alt. 

. Hungriger Bauch fingt einen böfen Alt. 

. Hunger lehrt die Kagen maufen. 

. Der Hunger treibt den Wolf aus dem Buſch. 
. Der Hunger treibt den Wolf über Schnee und Eis, 
. Den Hungrigen iſt nicht gut predigen. 

. Hunger leibet Teinen Verzug. 

. Einem hungrigen Bauch Tann Riemand lügen. 
. Hunger ift ein fcharf Schwert. 

. Wen nicht hungert, der faftet Leicht. 

. Lange bungern ift kein Brot fparen. 

. Der Hunger koſtet wenig, ber Ueberdruß viel. 


. Dar Bunger 


Iſt ein Unger. 


. Hungern und Darren ſtinkt übel in die Nafe. 
. Huren find Kohlen, die Ihwärzen und brasmen. 


5108. 
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5129. 


Hurenlieb — Huren. 238 


Hurenlieb fo lange währt — 
Als das Feuer auf dem Heerd. 
Wer die Hure nimmt zur Eh, 

Bedarf keines Unglücks meh. 

Aus einer argen Hur wird ſelten ein gut Eheweib. 


Wer die Hure zur Ehe nimmt, iſt ein Schelm oder will 
einer werden. 


Die Hure kommt ſchnell ins Haus 
Aber langſam heraus, 


Kommt die Kur ins Herz, fo kommt fie auch in den 
Seckel. 


Hurenthraͤnen, Säckelzieher. 
Judenzins und Hurendeuer 


Sind gemeiniglich ſehr theuer. 


Wer von einer Hure ſcheidet, macht eine gute Tagreiſe. 

Arm wie eine Hur in der Karwoche. 

Huren und. Buben verſtehen ſich bald. 

Huren und Buben kommen ungerufen. 

Huren und Buben, Ein Geſpann. 

Wer mit Huren zu Ader fährt, der eggt mit Buben zu. 

Huren und Hafen find ſchwer zu zaͤhmen. 

Es ſind nicht alle Huren, die einem Manne zu Wilen 
ſind.“ 


Eine Hure nimmt lieber mit, Einem Aug verlieh, als 
mit Einem Buhler. 


Es wird Feine eine Hur von Eined Mannes wegen. 
Zunge Hure, alte Betſchweſter. 

Junge Hure, alte Kupplerin. 

Alte Huren find der Buhler befte Boten. 

Zunge Duren, alte Wettermacherinnen. 


236 


5130. 
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5132. 


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5151. 


Hure — Hut: 
Einmal Hure, immer Hure. 
Huren haben Mausfallen mit Spree darauf. 


Was von Huren geboren 
Iſt zu huren erkoren. 


. Was von Huren fäuget, 


Das ift zum Huren geneiget. 

Mutter eine Hur, Tochter ein Hürlein. 

Auch eine Hur hat oft ein fromm Kind. 

Es ift keine Hur fo böß, fie zöge gern ein fromm Kind, 

Wer Einen Fuß im Hurenhaus dot hat ben andern im 
Spital. 

Bon Huren gefhah nie einem Dam Butes, denn Ei 
nem, der warb gehängt: da Fam er der Marter ab. 

Wenn die Huren fchimpfen, fo bricht bie Schand aus, 

Wenn Huren fpinnen, fo ift die Nahrung ſchwach. 

Es gilt mir gleich ob eine Hur mid lobt oder ein Dieb 


ſchilt. 
Schöne Hur iſt ein Lebenbiger Sarg. 
Einer Hure Sroft ift, daß fie die erfte und letzte nicht: ei. 
Hufaren beten um Krieg und der Doctor ums Fieber, 
Wenn man fagt Hufch, fo meint man die Hühner. 
Trockner Huften ift des Trompeters Tod. 
Hut bei Schleier und Schleier bei But. 
Hut in der Hand 
Hilft durchs ganze Land. - 
Gefhwinde zum Hut und lIangfam zum Beutel, 
Gute Hut madt guten Frieden. 
Weile Hut 
Behält ihe Gut, 


5152. 


Hut-— Ice. 337 


Keine Hut ift fo gut, - on . 
Als die ein Weib fich felber. put. 


51522. ift ſchwer zu hüten, waß Jedermann gefaut. 


5153. 
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5169. 


5170. 


Hüte dic) vor dem, ben Gott. gezeichnet hat. . 


Wen Gott und die Ratur zeichnet, vor. ben foll nn: Roſs 
und Mann hüten. 


Hüte dich vor denen, die Niemand leiden kat, 


Hüte dich vor dem Hinterften, ber Vorderſte thut Keinem 
was. 


Schöne Hätten, ſchlechte Sitten, 
Andre Hütten, andre Sitten. . 


x 


J. 


Ja und Nein iſt ein langer Streit. 
Ja und Rein ſcheidet die Leute 5 


Bill er Sa, fo will fie Rein, 
Bill er Bier, fo will fie Wein. 


Zaherr, vor Augen füß, zu. Rüden bitter. 

Jacobs Stimme, Eſaus Hände. 

Jacta 'est alea, ich habs gewagt. 

Auf Einer Jagd fängt man nicht alles Wild. 

Es find nicht alle Jaͤger, bie das: Horn gut blafen. 

Es find nicht alle Zäger, die Hörner führen. 

Man muß oft die Jagd abblafen,' ob man gleidy nichts 
gefangen hat. 


Sageft du, 
So faheft du. 


Nicht Jeder, der jagt, hat Waidmanndglüd. 








238 


5171. 
6172. 
5173. 
5174. 


5175. 


54176. 
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5188. 
5189. 


5190. 


5191. 
5192. 


vSast — Ir. 


Ber nicht jagt, ber fahet nicht. 

Es ift allweg Iagetag, aber nit allweg Fahetag. 
Sagen und wicht fangen macht verbroßne Shoe. 
Ein Jäger unverdroßen 

Hat es oft genoßen. 

Ein Jäger und fein Hund 

Ehen zu jeder Stund. 


Naße Iäger, trockne Fiſcher, tötet Geſchatt. 


Jaͤger, Fiſcher und Hahnreie müßen viel Gedutd haben. 

Ein guter Jaͤger läßt ſich nicht aufs Rohr ſehen. 

Wer den Andern jagt, wird auch müde. 

Wer Andre jagt, muß felber laufen. 

Ein Zäher giebt keinen guten Jäger. 

Ein Jaͤher u . 

Iſt kein guter Maͤher. 

Jahr und Tag ift die rechte Gewähr. 

Jahre lehren mehr als Bücher. 

Ein Jahr beiehrt dad andre nicht. 

Jahre bringen Verfland, aber auch ‚graue Haare. 

Ander Jahr, J 

Ander Haar. 

Wer ein Kraut hätte Jahrab, mit dem würde es beher. 

Das Jahr hat ein weites Maul und großen Magen. 

Ale Jahr Ein Käs, wenig Käs; alle Jahr ein Kind, viel 
Kind. 

Das Jahr bringt Getreid, und nit ber Ader. 

Sonnjahe, 

Wonnjahr; 

Kothjahr, 

Nothjahr. 


Jahr — Jahrmarkt. 239 


5198. Das vorige Jahr war immer beßer. . 

5194. Das Jahr hindurch kann viel Vaßer den Berg hinab 

laufen, 

5195. Es hat noch nie ein gut Zungen + usd Hunde » Jahr. ges 

geben, 

5196. Ein Jahr böfe, Hundert Jahr böfe, 

5197. Wer vor zwanzig Jahren nit fehön wird, vor dreißig 
Sahren nicht flark, vor vierzig nicht wißig, vor funfzig 
nicht reich, an dem ift Hopfen und Malz verloren. 

5198. Wer im breißigften Jahre nichts weiß, im vierzigften nichts 
ift, im funfzigften nichts hat, der lernt nichts, wirb nichts 
und kommt zu nichtd. 

5199. Zehen Jahr ein Kind, 

Zwanzig Jahr ein Tüngling, 
Dreißig Jahr ein Dann, 
Vierzig Jahr wohlgethan, 
Funfzig Jahr ftille ſtahn, 
Sechzig Jahr gehts Alter an, 
Siebzig Iahr ein Greis, 
Achtzig Jahr nimmer weis, 
Reunzig Jahr der Kinder Spott, 
Hundert Jahr genade Bott. 
5200. Alle eben Iahr ein Flohjahr, 
Alle fieben Jahr ein Raupenjahr, 
Alle fieben Jahr ein Käferjahr, 

5201. Neun Jahr im fiebenjährigen Krieg! 

5202. Es ift nicht alle Tage Jahrmarkt. 

5203. Ein Jahrmarkt ohne Diebe, 

Schön Mädchen ohne Liebe, 
Eine Scheuer ohne Mäufe, 
Ein Bettler ohne Läufe, 
Eine Vettel ohne Schelten: 
Die fünfe find’t man felten. 


a 


240 Iehrmastt — Jebet. 
5204. Auf einen ante Jahrmarkt folgt ein a Veg⸗ 


markt, 
5205. Zammer ſteht vor der Thare und Elend (läge. bie rommel. 
5206. Januar warm, ner 
Das Gott erbarm! ü “ 
5207. Wenn Gras wädhft im Ianuar, - — 


Baͤchſt es ſchlecht das ganze Jahr. 
5208. Iſt der Januar nicht naß 
Fuͤllt ſich des Winzers Faß. 
5209. Nebel im Januar 
Macht ein naßes Frühjahr. 
5210. Das Ih und Mich, das Mir und Mein 
Negiert in diefer Welt allein. 
5211. Und Ich! fagt der Rarr. u 
52118. Jetzt komm Ich dran, fagt ber Hanswurft. 


5212. Ich und der Efel find zufammen die Trepp herunter ge: 
fallen. 
t 


52122.3ch und Du, 
Und Müllers Kuh! . 


5213. Erft fomm Ich und wieder Ih und nochmals Ich und 
dann Tommen bie andern noch lange nicht. 


5214. Sedem das Seine iſt nit zu viel. 

5215. Jedem das Seine, fo bat der Zeufel nichts. 

5216. Hätte Jeder das Seine, fo wärft du fo arm wie ein Anbrer. 
5217. Ein Jeder warte das Seine und laufe nicht weiter. 

5218. Ein Jeder für fih und Bott für ung Alle. 


5219. Jeder nur zu oft vergißt, 
Dog Er allein nicht Jeder ift. 


5220. Jeder iR ſich ſelbſt der Nächſte. 
5221. Jeder fege vor feiner Thür. 
5222. Zeber fchaue in feinen Rinnftein. 





Axuer — Ateruſſen. Bud 
FARB. Was Jeder thun ſoll, thut Keiner. od 
5224. Wo Yedermann geht, wählt kein Gras. 
5225. Ein Jeder bat feinen Wurm. a 
52236. Ein Jeder hat feinen Zwickel. a 
5227. Seder zeugt Seinesgleichen. 
5228. Jedermann fagt es, Niemand weiß es. 
5229. Es iſt nicht gar ohne, was Herr Jedermann ſagt. 
5230. Lieber, ſag, wo iſt der Mann, 
Der Jedermann gefallen kann? 


Niemand iſt er genannt, 
Nusquam iſt ſein Vaterland. 


5231. Wer von Jena kommt ohne Weib, 
Von Wittenberg mit heilem Leib, 

Von Helmſtaͤdt ungeſchlagen, 

Der hat von Sluck zu ſagen. 
5232. Lieber Bruder Sefu, zu Zerufalem empfieng m man did ſchon, 
wie ergieng es dir aber hernach? 
5233. Wenn man den Igel anrührt, ſo boͤrſtelt ſich. 
5234. Aus einer Igelshaut macht man fein Bruſttuch. 
5235. Ueber den Igelbalg gehört eine Fuchshaut. 
5236. Hans Widerborſt iſt Igelsart, 

Hält Iedermann das Widerpart. 
5237. Sind wir gleich im Joch 

Illuminieren wir dod. 
5238. Durtig zur Arbeit, hurtige zum Imbiß. 
5239. Immerdran 

Verderbt am Ende NRofe und Dann. 
5240. Zu Ingolftadbt zeigt man Kinem die Zeige. 
6241. Intezeffen . 

Täglich mit aus der Schüßtl eßen. 

Dtſche Volksb. Sr Bd. 16 








.n ——— 


5242. Das Interim ! nm trade Teer a. de 
dat den Schalhinter Hm: 1. 9... sehneste.o ya 


5243. Johannes Segen und Stephans Wk: 1338. 


Soll gut für die Baͤrmutter ſein. sur. mak, Aa. 
5244. Regnets auf Iohannistag; —* die var und ges 
j rathen die Humes. DEE FL FE PER De 17 7 
5945. Jqkele geh: b.morenlın, > oa un Ben 


2 Du haft Stiefel und Sporen an, 


Daß dich ber. One nicht beißen fan. J 


5246, Seren iſt menschlich. . 
5247. Irrthum iſt Bein Betrug. 


5248. Axbeit ift Irrthums Bohn. - 


5249. Ein Irrthum bringt ben andern. ' 

5250. Daß Viele irren gehn ˖ macht den Weg nicht richtig. 

5251. Er irrt fi, wie Sohann Riklas ſein Kater: als er meinte 
er ſaͤß auf der Katte, ſaß er anf einem Torfkuchen. 

5252. Dan ißt im zu leben und lebt nicht um zu chen, 


5253. Iß, trint und hats; 
Mit dem Tod ift Alles aus. 5 
5254. IB was gar iſt, 
Trink was klar iſt, 
Sprich was wahr iſt. 
5255. Iß was du magſt und leibe was du muß. 
5256. Ein Vogel den andern ißt, 
Ein Thier bas andre frißt,. 
Ein Fiſch den andern jchlindet, 
Ein Menſch den andern findet. 
5257. Juden und Borgen thut wohl, body nicht lange 
5258. Wens judt, der Trage ſich. 
5259. Mens juckt, der muß. fich kratzen, käm auch das Blut heraue. 
5260. Was dich nicht justt, das kratze nicht, 


Auckt — Zunge. 348 


5361. Wo es mich jndt, da darf ich nicht Nanen. A 
5261°. Mandyer geht mit Iuden ind: Badund Tommt mit ber 
Kräge woieben.. E " Tg: ir gr 


‚5262. Wäre Judas zwier ‚getauft, j 

u InsGpihätte. doch Ken :Deren nerlauft,., 

5263. Setaufter Jude, befchnittener Chriſt - 
5264. Willſt Bu einen Juden betrügem, muſt du ein Zube fein, 


5265. Es gehören neun’ Juden dazu um einen Baſeler und neun 
Bafeler um einen Genfer zu betrügen. 


5266. Trügt ein Jude den andern, ein Pfaffe den andern, ein 
Weib das andre, fo lat Bott im: Himmel. 


5267. Wer einen Juden beſch—, ſundizt wie einer, det ur die 
Würfel Hofiert. 5 we 

5268. Juden und Edelleufe halten yufanımen. 

"5269. Verloten — mig eine Indenfeclel 

5270. Geht alles links, wie bei den Juden. 

5271. Er ift fo willfommen wie ein Ferkel im Judenhaus. 

5272. Schlaͤgſt du meinen Juden, ſchlag ich beinen. 


5273. Wormfer Juden, fromme Juben! 28 
5274. Jugend wild, 
Alter mild. . 


5275. Faule Jugend, lauſig Alter. 

6276. Die Jugend muß ſich austoben. ee 

5277. Sugenb | = 
Hat nit allzeit Tugend: J 

5278. Jugend fängt wie Zundex. 

5279. Iugend fragt nicht was bad Brot gilt. 

5280. Der Jugend ift man von Natur hold. 


5281. Ein Junger muß fieben Jahre nacheinander narren: wenn 
er eine BViertelftunde davon verfäumt, ro muß er die 


Narrenjahre von born anfangen, 16* 





Zum. 


. Ein junger Mann kann neummal derderben and doch nicht 


ſterben (und dennoch wiederum geneſen). 


. Ein junger Dann muß viermal verberben eh er hauſen 


lernt. 


. Was man in ber -Iugenb wünfcht, das hat man im Alter. 
. Zugendfleiß belohnt ſich im Alter, 
6. Am Ttängften behält man was man-ıin ber Yugend..ge: 


lernt hat. 


. Der Jugend Lehre, 


Der Eiten Ehre. 


. Zugend ſchont, 


Alter lohnt. j 


. In ber Jugend Säde, 


Im Alter Röde, 


. In der Jugend verzagt im Alter verzweifelt. 
. Zung gebogen, rg 


Alt erzogen. 


. Wer jung nichts taugt, bleibt auch aite ein Taugenichts. 
3, Jugend ſei Rauſch ohne Wein, Alter Wein ahne Rauſch. 
. Die Jugend ſoll erwerben was das Alter, oerzehts 

. Wie die Alten. ſungen, tm 


So zwitſchern bie Jung . T ae FE "Ep 


. Der Junge fleigt, wenn ber Alte ‚fällt. , 

. Der Zunge Tann fterben, Her Alte muß fterben, 

. Jung ein Engel, alt ein Teufel. , \ 

. Sung gewohnt, alt gethami.- a 

. Wenn der Junge⸗würſte was ber Mise sat wäre er fe 


den Sedel zubaßen. 


. Zunges Mut, 


Spar bein Gut. 


. Junger arme, aiter ——* 


Amnge — Jangernlieb 345 


5903. Junge Reiter, alte Vecer om 

5304. Zunger Springer, atter Stelzer. 

5305. Die Zungen dringen den. Xiten feiteir‘ was, 

5806. Danger. wäre jung gerug, wenn er re nicht ſo ein. alt ou 
ſicht Hätte... 

5897. Zung an Jahren kann alt an Berfiinh, fein 

5308.. Iugend fihabet. ber Weisheit nicht. 

5309. Jung und weiſe fiten nicht auf Einem Stuhle, 

5309*. Jungens fin? Iungend und Sn mie. 


5310. Der Jungen Thet, 
Dar Alten Rath, 
Der Männer Muth 
Sind allzeit gut. 
5311. Junges Böglein, weiches Schnäblein.“ 
5312. Zu jung iſt ein Fehler, der fi) täglich' veßert. | 
5313. Es foll kein Junger reden, man niefe bean, ſo fol er e fagen: 
Gott heif! 
5314. ung genug, ſchoͤn genug. 
5315. Jung, " — ” 
Schön genung. 
6316. Ich will es hinfort den. Jumgen befehlan 
5317. Es iſt nicht allweg gut, die Jungfer zu küſſen. 
5318. Eine Jungfrau ſchwaͤchen 
Iſtt wie eine Kirch erbrechen. 
5319. Wer eine Jungfrau ſchaͤndet, ſtirbt übeln Todes. 
5320. Jungfernſchaͤnder ſchaͤndet Gott wieder. 
5321. Einem Jungfernſchaͤnder gehts nimmer wohl 
5322. Jungfer von Flandern 
Giebt Einen um den Anden. NM 
5323. Zungfernlieb ift fahrende Hab, a Ze 
Heute lieb, Morgen fehadab; rn 


|.rct on 





. 5331 


Mso 


Jungferniherz — Jauker. 


5324. Jungfernherz ein Taubenhaus, Ti > 
PFliegt Einer ein, der Ander aus; " 


5325. 
5326. 
5327. 
5328, 


5329. 


5330. 


5332. 
5333, 
5334. 
5335. 
5336. 


5337, 


5338. 
5339. 


5340. 
5341. 


5342. 
5343. 
5344. 
5345. 


Manche ift Jungfrau und im Herzen Weib, 

Wenn eine Jungfrau reif ift, jo hätte fie gern einen Mann. 
Es find nicht alle Jungfern, die Kränge tragen. 

Alle Mädchen find Sungfern, fo lange der Bauch fchweigt. 


Er muß ein ſcharf Geſi icht haben, ber eine Sungfrau ken⸗ 
nen ſoll. 


Jungfern und Gläſer ſchweben in ſtäter Gefahr. 


. Zungfern und Herren koſtet Vernunft viel Seufzer. 


Auf die Jungfernſchaft Tann man keine Semmel borgen. 
Sungfernfleifh ift kein Lagerobſt. | 

Die Sungfer giebts bilig und willig. 

Eine Jungfer wie du willſt, eine Wittwe wie fie will. 
Schöne Jungfer trägt ihr Heiratögut im Angeſicht. 
Die Jungferſchaft ift ehrenwerth, 

Doch nimm vorlieb, was Gott befcheert. 

Es ift armer Jungfern Schande, daß fie fhön find. 
Schöner Zungfer ohne Geld 

Sind der Freier viel beftellt. 

Wenn eine Zungfer fätkt, fo fält fie auf den Rüden. 


Wenn fi die Zungfer aufs Küffen legt, fo legt fie fich 
auch aufs Kiffen. 

Meble Iungfer, die gern Scheren macht. 

Von gewanderten Sungfern hält man nicht viel. 

Eine Jungfer ſteht für einen Mann. 

Junkerſchaft will Gelb haben. 


53458. Je kahler der Junker, 


Je groͤßer der Prunker. 


Junker — Keifer.. . ML 


5346. Die Bauern bitten nichts fo fehr von Gott, als daß den 
Junkern die Roſſe nicht: ſtexben, Tat ‚würben fie. bie 
Bauern mit Sporen reiten. 


5347. Zuriften 
Sind böfe Chriſten. 


5348. „ Neufe Surift muß einen neuen Galgen haben. 


F Im 


K ht 
we. — 


05 


5349. Die Hausfeau hat fünf Sy zu beſorgen: Kinder, Kammer, 
Küche, Keller, Kleider, 


5350. Hüte dih vor drei &: der Kanne, den Karten, dem 
Kaͤthchen. 

3351. Was ben Kafern entrinnt, freßen die Raupen. 

5352. Sin Kaſicht dernt der Vogel ſingen. 

5363. Wo es kahl iſt, kann man nichtt ausraufen. u 

5354. Was nutzts, wen fich der Kahlkopf kaͤmmt? 

5365. Biſt du kahl, fo bocke mit keinem Widder. 

63652. Ein Kahler ſchilt den andorn Glatzkopf. 

5356. Kaiſer bringt das Geleit niito ſich - 

5357. Sie find nicht alle gleich, die mit dem Kaiſer zeiten. 

358. Wo ‚der Kaiſer hinkommt, da fteht, ihm das. Recht ‚offen. 

5359. Wenn ber Kaifer ſtirbt, fegt ſich ber König in den Sattel, 

5360. Wen ber Kaiſer ‚abelt, der aerießt des Kaiſers nu 

5361. Rur Einer Fan, Koffer Mein... our 

5362. Gieb dem Kaiſer was des Saiten, und m Pr Bot 

tes if, F 
5363. Er hat wohl was, wenn "er arme Kaifer nu nur Er pätte, 
5364. Der Kaifer iſt aller Eltern Bormuab., . 


Ja 1 25 


348 Katfergut — 


Sa Es raßt ſtch wohl ein Katſergut vergehen. 
8366. Kaiſer Karls warmes’ Bad 
Iſt des Einen Nus, des Andern Sched: 


5367. Wer ein großes Haus hat, der beherbergt ben Kalfer. 

5368. Der alte Kaifer lebt noch. | 

5369. Er zecht auf den alten Kaifer. 

5370. Das Kalb folgt ber Kuh. 

5371. Das Kalb lernt von ber Kuh. 

5372. Wer ein Kalb ftiehit, ſtiehlt eine Kuh. 

63720. Eins folgt aus dem Andern wie das Kalb aus der Kuh. 

5373. Kalbfleifch und Kuhfleiſch kochen nicht zugleich. 

5374. Es kommen eben fo viel Kalbshaͤute zu Markt als Kuh⸗ 

haͤute. 

5375. Wer wird auf den Kalbskopf laden eh bie Kuh gekalbt hat? 

5376. Wenn man das Kalb flicht, wird Kein Ochs daraus, 

5377. Zuvor ein Kalb, jest ein Oche: 

5378. Mit fremdem Kalb ift wohlfeil pflügen. 

5379. Ein Kind merkt ed, daß ein Kalb ein Vieh ift. 

5380. Wenns Kalb geftohlen ift, beßert der Bauer den Stall. 

5381. Kalbfleifh . 
Halbfleiſch. 

338 10. Kalbfleiſch h hängt man nicht" in den Rauch. 

X drende gairer leden ‚auch einander. 

6383. Man muß der Kalbzeit ihr Recht laßen. 

5384. Wer keinen Kalk hat, muß mit Gift ‘(eefm) mauekn. “ 

5385. Er blaͤſt kalt und warm aus Einem Munde. 

5386. Es iſt ſo kalt, daß die Eiſter auf dem Zaun flötet. 

5887. Gas find alte Raniellen, die riechen nicht mehr. 


5388. Wir wollens in ben Kamin ſchreiben, wos bie Hühner 
nicht austragen. » 


mn 





Roms — Kans AR. 


5389. Man fieht zeitig. : Aamme, mas ein ‚Dep. werben will. 
5390. Selten gelämmt, fcharf gelämmt,. 

5391. Warum kaͤmmen ſich die Fein Haur haben? 

5392. Volle Kammern machen Enge Frauen. 


5393. Wer Kammerjungfern freit und gern Kalbaunen ißt, 
Der frage nicht nachher was drin geweſen if, 


5394. Beßer Kampf als ben Hals antzwei. 


5395. Kandel und Andel 
Bringen einen warmen Mantel. 


5396. Fein Ding um einen Mann, 
Der etwas Tann. 


5397. Wer etwas Fann, den hält man werth, 
- Des Ungefchicten Niemand begehrt. 
5398. Wer nichts Tann ‚und nichts weiß, was jagt ber, wenn er 

Freien geht? 
5399. Wer viel kann, muß viel thun. 


53998. Wer wenig Tann 
Iſt am Beten dran. 


5400. Zreibe Ieder was er kann, 

54008. Wer nichts Tann ift des Grämens frei. 

5401. Jeder kann fo viel er thut. 

5402. Werd kann, dem kommts, wie dem alten Weide dad Zangen. 

54022. Wers Tann, dem kommts, ſprach der Schneider, da brachte 
man ihm auf Oſterabend ein Paar Hoſen zu fliden. 

5403. Thu wie du kannſt. 

5404. Ein Jeder thut fo viel er Tann. 

5405. Wer thut was er Tann, tft werth, daß er lebt. 

5406. Wer thut was er Tann, thut fo viel als ber Pabſt zu Kom. 

4407. Wer baß Tann, der thue baß. 

5408. Der wohl kann, ber wohl mag. - 


a 


2 





250 


5499. 
5410. 


5411. 


Kann — Kamen. 
Wers reitrlann, macht ich lange: Bord. - 
Hüte dich vor Kann nit. tan an 
Mancher ift ein Mahn, des kant, : Kun Ba: oo. 
Doch Behr man ihen wicht And near anal noſt 


. Banden med man ui, Et WÄR NE er .  iede 
. Man muß leben wie man Tann, nicht wie manuwill. 

. Wer nicht Yan wie er will, muß wellant wienen anne © 
. Kannft dus, fo treib es; weiſt us, ſo ub' ass io "- 
. Es Tann oft einer was er nitcht wei” | BL ze 

. Auf ber Kanzel iſt der Moͤnch tkuſch. er 
. &s ift nit Roth, DAR man’ bie Kapaunen ihn 

. Die Kapaunen oerben doch keine Hahnen mehr, darum 


muß man ihnen das Krahen mit dem Bratfpich dei» 
treiben. und 


. Ein alter Kapaun- ift gut bei ben Küchlein. n 
5421. Kappen machen keine Mönche. „ re 
5422. Kappen, Kleider und Kalk ’ no a 

Berbeden manchen Schal... - +. - ” 
5423. Lauter Lappen 2 oe 


Sieht neue Kappen. * a 


. Es geſchieht oft, daß die Kapuziner Hegrheute. tragen. ⸗ 
. Das fällt weg, wie dem Kapuziner ber Daarbeutel 
. Rach Karfreitag. kommt Dein + ou un-  : weim 
. Lehr du mich Karpfen Tonnen! mein, Hater war ein if: 


. Alte Karren mu: Hm Re id Air 


Gerne —* enAna ut vom Abe 


. An allksu Rarueaknarct: ſo⸗ Lomge biar anblich kuakchinc ec 
. Wer vend Rareen in den a? geſchobea Hatz ſoll Ahn auch 


a⸗mioder herauszteheno 1.0 nasse MAR nsfts do Schc 


an — Re. | 381. 
5431. Ich babe den Kavren. amgzeworfen, “ waninon Wagenn 


wieder aufrichten. np sta 
5432. Laß den Karren ftehen; er Errekfenge - Pe: TV 
5433. Man Tann Niemand beifen den Karo. ziehen/ twer nicht 
mitzieht. —E 
5434. Haft du nicht wollen den Karrem ziehen, fo zieh aan den 
Wagen um u Ra E17 Ps Ce BREIT f 
5435. Man muß ſich nicht in die Karte. fehen Iofen.- FE 
5436. Willſt du teeiben Kartenfpiel, .. Pam we 
Laß nicht Andre kichen viele. a 
5437. Die Kart und die Kanne . 36 
Macht Manchen zum armen Manne. oo. er 
5438. Kartenfpiel ift des Teufels Gebetbud. ’ 
5439. Die Kopke giebts nicht. on 
5440. Kart aus der Hand, willft du gewinnen. 
5441. Daft dus wohl gemifcht, fo kart es wohl. 
5442. Behalt eine Karte auf den legten Stich. 
54420. Up den Kaarten ſtahet Krüüße, 
5443. Die Menfchen find unfres Herrgotts Fartenfple 
5444. Kaſ und Brot 
Macht Wangen roth. —7— 
5445. Kaͤſ und Brot .... BE VPE ze Ze 
Beßer als der bitte. Bob. ©. ku ber u sh 
5446. Man ißt nicht Brot zu Kaſe, Tondern EM zu BR. 


5447. Käs her, wir find des Fleifches ſatt 0. 
5448. Spar ben Käfe, die Butter iſt theuer. WW 
5449. Je näher der Kuh, je beßer der Rus. 9 " 
5450. Kaſ iſt Morgens Goid, Dlittaps Sehen, bendo ibei.vx 
aabi. Nach dem Kaͤtwaßer Tommi ſelten was Veßeres. 9 ur 
5452. Die beften Kaͤſe werden von ben Maͤuſen angefseßen. 


5ABB. 
5454. 
5455. 
5466. 
5457. 


5458. 
5459. 


5460. 
5461. 


5462. 


5463. 


5464. 
5465. 
5466. 


5467. 


5468. 


5469. 
5470. 
5471. 
5472. 
5473, 
5474. 
5475. 


Kife — Sat. 


Mean ſchabt den Kaͤſe, weil man ähm: sicht zupfen Tann, 
Kaffenfchlüßel ſchließen alle Schläger, 


Es laͤßt ſich Keiner gern in den Kaſten fehen: 

Katharinens Winter ein Plack⸗Winter. i 

Wenn man den Kater fireichelt, fo reckt er’ den Schwanz 
aus. 

Wo man die Kape ftreichelt, da ift fie gern. 


Läßt fi) die Katze ſtreicheln, ft ſte ſchon mehr bei Ernten 
gewefen. 


Man muß Teine Kap im Sacke kaufen. 
Die Kage läßt das Maufen nicht. 

Liege die Katze das Maufen, 

So bliebe der Kater braußen. 

Will die Katze nicht mayfen, 

So laßt fie draußen. 

Katzenkinder lernen wohl maufen. 
Geſtohlne Kasen maufen gern. 

Wer mit Kasen jagt, fängt gern Mäufe. 
Wer nicht ernähren will die Katzen, 
Muß ernähren Mäuf und Raben, 


Es find fo gute Katzen, die die Mäufe verjagen, als bis 
fie fangen. 


+ 


Gute Katzen maufen daheim und in andern Häufern. 
Ueble Katze, fo nicht von felber mauft. 

Kape, die maufen will, wird nie miauen. 

Wenn die Katzen maufen, hängen fie feine Schellen an. 
Dat bie Katze Zunge, fo lernt fie maufen. 

Der Katzen Scherz ift der Mäufe Tod. 

Die Katze fpielt mit den Mäufen, wenn fie fatt ift. 


5476. 


5477. 
5428. 


5479. 
5480. 
5481. 


5482. 
5483. 


5484. 


5485. 
5486. 


5487. 


5488. 
5489. 
5490. 
5491. 
5492. 


5494. 
5495. 


Katze. | 283 
Kap aus dem Baus, m - a 
Rührt ih Die Maus. 


Wenn die Katze aus dem Haufe iſt, —8 die Sie 
über Stuhl und Bänke... 


‚Wenn die Kage nicht ‚gu Haufe, iſt, Hat die Maus fegien 


Lauf. 

Die Katze fängt bie Mäufe wicht in Handfupen. 

Ber mit Katzen zu Acker fährt, der eggt mit. Mäufen zu. 

Hüte dich vor den Kagen, > 

Die vorne Ieden und hinten Fragen.  . nr 

Keine Kage fo glatt, fie hat ſcharfe Nägel. | 

Wer denkt, feine Katze werf ein Kalb, | 

Der verliert feine Mühr' mehr" denn halb. 

Setz eine Kap in ein Vogelhaus, 

Es wird kein Zeislein daraus. " 

Bring eine Kate nach England, fe wirb miauen: 

Wenn die Kag einmal einen Vogel 'frißt, To mus ef im⸗ 
mer Hören „Ras vom-Vogel.“ 

Willſt du lange Teben gefunb, ... er 

IE wie die Kase, trinf wie ber Hund. 

Reiſt eine Kape, fo kommt ein Mäusfänger- wieber. 

Die Kas iſt hungrig, wenn fie and Brot geht. 

Käfige Kate macht achtſame Mägde. 

Der Katze, die den Spieß leckt, vertrau den Braten nicht. 

Es iſt zuviel von der Katze begehrt, daß ſi e bei‘ der Milch 
ſitze und nicht fälede. var 


- Dan gest, di die Kare „su ſpaͤt vom Spedh, wenn er gefre⸗ 


"Fon if. 

So kriegte die Katze den Sped nicht. 

Wenn man bie Rage auf ben safe, bindet, p feise fi e 
nicht. it 


er TEE 


254 Hate — Kaut. 


5496, Das if ber Kay ben Käf anventraut. ıu'c- 
5406*. Das heißt Schmer von ber Katze kaufen 
5497. Die Kate will auch Beatwärfe 3 
5498. Die Kage frißt gern Zifche, fie will aber nicht ins WBaßer. 
5499. Bir gern frißt bie Kape Wurft; wenn fen nur de Haut 
x hätte! 
5500. Yust bie Katze den Bart, fo bedeutet es Fremde. 
5501. Gehrühte Katze ſcheut auch das kalte Safer. 
5502. Grindige Kagen leben lang. i 
5503. Unnüge Katzen leben lange. ' 
5604. Sterbende Kaden leben Lange. 
5505. Eine Katze hat neun Leben, wie die Zwiebel und das Weib 
fieben Haͤute. 
5606. Es gilt der Rabe um ben Schwanz. 
5507. Todte Katzen beißen auch die Maͤus. 
5508. Die Katze lieſt in der Bibel. 
5509. Katzengebet dringt nicht in’ den Himmel (himmelt nicht). 
5510. Darf body die Kage den Kaiſer anfehen. 
5511. Die Kate fieht den Biſchof an, 
Iſt doch sin geweihter Mann! 
5512. Wer wilde Katzen fangen will, muß eiſerne Hanbfihupe 
haben. > 
5513. Heraus mit den wilben. Kagen aus bem Sack! 
5514. Nimm die Augen in bie Hand und die Katz aufs Knie, 
Was Du nicht ſiehſt, das flieht bie. 
5515. Sie weiß wo die Kate den Zeig langt. 
5515®. Gefchäftig wie eine Katze, bie fieben Töpfe zugleich zu 
leden bat. 
5516. Der gut aut, 
Der gut verbaut, 


' € ‚ 


5517. 


Kauf Kaufmannſchaft. Aub 
Senf sfr Befnannig ab Kanbnniiahn. 


5518. Kauf bricht Miethe. ‚a. 


5519. Der erfle Kauf ift bet befte; " r 
5520. Augen auf, 2 * * 
sic Kauf if Kauf. 
5521. Kauf bedarf Hundert Augen, Berfauf Hat an x Einem genus. 


5522. 


6523. 
‚ 5624. 
5525. 
5526. 
5527. 
5528. 
5529. 
5580.- 
5531. 
6632. 
5633. 


Kauf und Badenftzrid, 
Sind ungleich. ee 


Kaufen ift wobhlfeiler denn bitten. . 

Beßer Taufen als betteln.. oo. 

Bittlauf, theurer Kaufe - . a 

Es unterbleibt mand) guter Kauf aus Mangel des Geldes. 


Wer Geld genug hat, ber Tauft was. er will. 

Man muß kaufen, wann es Markt if. - | 

Kauf in ber Zeit, fo haft bu in ber Rats 

Sr kauft bei reihen Jungfern Seide. . .. . 

Wer Laufen will was er fickt, muß verlaufen was er —2* 
Guten Kaufs, leert den Beutel. 


Kaufe was du nicht brauchſt, ſe wirſt du bald went 
müßen was du brauchſt. 


5534 Biel Käufer machen bie Baare. theuer. . 


6535. 
5636. 
5537. 
5538. 
5539. 


5540. 


6541. 


Wie. der Käufer, fo gilt bie Waare. 

Jeder Raufmann lobt feine Waare. 

Der. erfie Kaufmann. her beſte. ; 

Er ift kein Kaufmann, er: "bietet bie vauſſt. 
Kaufmann, 

Glaubmann oder kaufmaan 

Kaufmannſchaft, 

Leidet keine Freundſchaft. 

Eine ſchlimme Kaufmannſchaft, wo Niemeand gewinnt. 


Rärferr — Kerl. 


. Bei Mimern. Teent: Mal uf; mı’u mc awk biee 


Bei Saͤufern lernt man ſaufen. u Bo ern 


Bei Lahmen lerngt man, hinken, or." nn za 


5543. 


5544. 


5545. 
9546. 


5547. 
55474. 
5548. 
1649. 
5550. 
sbsi. 
5661. 


5552. 
5553. 
5564. 
5555. 
5656. 
5557. 
5558. 
5559. 


Bei Trinkern lernt man trinken, no 

Durch Vorkauf und Auskauf, 

Böfer Münze freien Lauf . 

Wird der Arme gefreßen auf. 

Ber ferne lauft u 

Und nicht kauft, Zu 0. on 

Dem wird der Weg lang, ” — 

Ihn reut der Wiedergang. 

So man nicht Kauzen hat, muß man mit Exulen baizgen. 

Er wird ein gelehrter Kauz werben, wenn er -ichter die 
Stoßvögel. Tommt.. - . I 

Wer kegeln will, muß aufſetzen. Ti 

Der heſte Kegler fann wohl einmal einen —* werfen. 


Man muß nie nur bie Hände, auch die Kehle ſamieren. 
Suter Keller, halber Brauee 

Wen ber Kellner liebt, der trinkt,,oft, ; 
Kehre Jeder vor feiner Thür. . 
Ein Jeder kehr vor feiner Thür, 


Er findt wohl Koth genug dafür. 
Kehr erft vor deiner Zhür; kann Hilf bem Rodbarn. 
Ein Keil treibt den andern, 

Kehr dich an nichts, ift au ein rofl. 

Wer dich Tennt, ber kauft dich nicht. 

Kennft du einen, fo kennſt du alle. 

Kerker quält, aber zahlt nicht. 

Wo ein Kerl fällt, da kann ein Kerl aufftehen. 


Sei feldft ein Kerl, aber achte einen andern Kerl auch für 
einen Kurt. 


5583. 


Kern — Eins. a” 


. Ber un Rem «fra wilk, mu bie Ruß Innden. 

. Die Kerze die vorgeht, leuchtet Tchön. 

. Beßer Eine Kerge vor als zum nad. n 
. Die Kerze iſt auf den Nagel gebrannt. 
. Wer ſich on alten Keßeln reibt, der wird gern cajpig. 

. Alte Kegel machen rufig. 

. An ſchwarzen Keßeln kann man ſich nicht weiß brennen, 
Der Keßel file immer ben DOfentopf. 

. Es ißt fih am Beften, wo der Keßel über dem Heerde 


. 
» 


hängt. 


. Kleine Keßel haben Ohren. 
. &8 find nit Alle frei,. die ihrer Ketten fpotten. 
. Wenn die Keufchheit zum Tanze kommt, fo tanzt fü ie ouf 


gläfernen Schuhen. 


. &r darf nicht Kiefen Laufen, fein Weib giebt ibm zu 


. Weihnachten genug. 


. &t. Kilian muß St. Martin den Mantel fliden. 

. Das Kind fällt wieber in der Mutter Schooñ. 

. Das Kind fällt zur ärgern Hand. 

. Das ehlich geborne Kind behält feines Vaters Heerſchilb. 
. Wenns Kind geboren ift, ift das Teſtament fon gemacht. 
. Kindtaufe bricht Cheftiftung. 

. Jedes Kind tft feines Vaters. 

. &o DOftern auf einen Sonntag fällt, ift jedes Kind feines 


Vaters. 


. Es iſt ein kluges Kind, das feinen Vater kennt. 
. Man giebt oft Einem ein Kind, wärs eine Gans, es ig 


keine Feder dran fein. 
Es iſt beßer das Kind weine, denn ber Bater.. 


Difche. Vollsb. Sr. Br. 17 


08 Kt. 


5584. Hätte: Jedes mind feinen. rechten — vn Au. —* 
Peter Goͤtz. 


6686. Wer ſeinen Kindern giebt · dae Bit, — 
Daß er muß ſelber leiden Noth, 
Den ſchlage man mit Keulen todt. 


5586. Es iſt heßer, die Kinder bitten dich als bu fie. . 
5587. Kennte jedes Kind feinen Vater, wo wollteft du deinen 
j finden? 


5588. Wer die Kinder vergärtelt, fest fie ins Leichte Schiff. 


5588®. Ungezogne Kinder 
Gehn zu Werk wie Rinder. 


5589. Lieber ungezogen Kind als verzogen Kind. 
5590. Ein gut erzogen Kind iſt eine Rechnung ohne Probe. 
5591. Jeder Mutter Kind ift fchön. 
5592. Es meint jede Frau, 
She Kind fei ein Pfau. - 
5593. Je lieber Kind, je fhärfre Ruthe. 
5594. Kinder foll man ziehen, daß der Apfel bei der Rutbe liege. 
5595. Fremde Kinder werben wohl erzogen. 
5596. Das Kind fagt wohl, daß mans fchlägt, aber nidt warum. 
5597. Wo's Kind gewöhnt ward, 
So ſchlaͤgts in die Art. 
5598. Wie man bie Kinder gewöhnt, fo hat man fie. | 
5599. Man fragt bie Kinder groß nicht, was fie klein getragen 
haben. 
5600. Wenn man Kindern ihren Willen thut, fhreien fie nicht. 
5601. Waͤren Kinder nicht Lieb, wer möchte fie ziehen? 
5602. Kinder find lieb, denn fie werben fauer. 
5603. Liebe Kinder haben viele Namen. 
5604. Kind macht der Mutter immer Mähe, 


Kinh. ’ 269 


2605. Men gein faugente: Kinde hat, der hat⸗ eine fi ngenbe Beau. 


5606. 


5607. 


5608. 
5609. 


5610. 


5611. Ein Kind wie eine Maus 


5612. 


5613. 
5614. 


Kinder Weinen macht Krauen fingen. 
Kleine Kinder He Sorgime iu 
Große Kinder großa.-Gergenv -- -: + ’ 
Ein Kind, Nothkind. » | 
Ein Kind, Angſtkind; zwei Kinder, Spielkinder. 
Einzkt Kind, Iebes Kind. 

acht einen Hader wie ein "Haus. . 


Ein Kind, Tein Kind; zwei Kind, ein halb Kind; "drei 
Kind, Ein Kind. 


Biel Kinder,’ viel Vaterunſer; viel Vaterunſer, viel Segen. 
So viel Kinder, fo viel Baterunfer. 


. Je mehr Kinder, je mehr Stüds, 

. Wen ufe Herrgott Kinner gift, ben gift he auck Budfen. 
. Wer feine Kinder hat, weiß nicht warum er lebt. 

. Klein: Kinderdr— ift der befte Kitt für Weibertreue, 

. Was nicht Kind, wird nimmer Kind, | 

Nichts lieber ale Kindeskind. 

1. Wohl gerathene Kinder, des Alters Stab. 

. Böfe Kinder machen den Väter fromm. 

. Kinder und Narren fagen bie Wahrheit. 

. Das Kint, das feine Mutter vetachtet, hat einen flintenden 


Athem. 


. Man küſst das Kind oft u um ber Mutter winen. 
. Um bes Kindes willen kuüſſst man die Amme. 
. Was das Kind nicht mag, 


Geht der Amme durch ben Krag. a re 


. Wer dem Kinde bie Rafe wiſqht, ein ber Mutter ben 


Baden. ae Ze} ee re 
17* 





260 

5928. 
5630. 
5631. 
5632. 


5633. 
5634. 


5635. 


5636. 


5637. 


5638. 


5639. 
5640. 
5641. 
5642. 
5643. 
- 5644. 


564 44. 


5645. 


5646. 


5647. 


5648. 


5649. 


Ermber. 


Fruhweiſe Kinder leben nicht kange; ober es were Grtm 
daraus, 

Zrühmigige Kinper werden Toͤlpel. J 

Aus geſcheidten Kindern werben Orten, | 

Kluge Kinder leben nicht lange. | 

Kindern ziemen kindiſche Gebaͤrden. 

Kindeshand ift bald gefüllt, ® 

Kindeszorn ift bald geftilkt. | 

Aus Kindern werben Leute, 

Aus Jungfern werten Braͤute. 

Kindeshand bebt leicht. 

Kinderzeugen iſt keine gwangsarbeit. 

Es iſt beßer zehn Kinber genacht 

Als ein einziges umgebracht. 

Kinder findet man nicht auf dem Miſt. 

Kinder fchöpft man nicht, aus Brunnen. 

Kinder leckt man nicht aus Schnee. 

Kinder wachen Keinem an den Ferſen. 

Kinder find Einem nicht am Schienbein gewachſen. 

Kinder hat man, Kinder kriegt man. 

Kinder und Bienenſtoͤcke nehmen bald ab bald au 


An andrer Leute Kinkern- und. fremben Yunden. Bot. man 


. bes Brot verloren, . .. 


Wenn Kinder Laden wollen wis x große Beute, fo knacken 
ihnen die Aerſche. 


Wenn bie Kinderſchuhe zerbrochen find, legt mon Stie- 
fel an. 


Speilinber, 
Gedeihlinder. - 
Quarrige Kinder geben am m Jängften. 





Dee; 
3 


.5651. 
5652. 


5663. 


5654. 
5655. 
5656. 
5657. 


5658. 
5659. 


5660. 
5661. 


5662. 
5663. 
5664. 
5665. 


5666. 
' 5667: 
. 5668. 
5669. 
5670. 
3671. 


5672. 


5650. 


Kinder — Kirche. yo 
Wenn Kinder wohl ſchreien, ſo leben fle lange. 
So lange kriecht ein Kind bis es gehen lernt. 
Man kann nicht auf einmal aller Kinder Gevatter werben. 
Wenns Kind tobt H, bat die Gevatterfihaft ein Ende. 
Wenn das Kind ertrunken iſt, deckt man den Brunnen zu. 
Kindermaß und Kälbermaß, bas müßen alte keute wißen. 
Man muß dem Kind einen Namen geben. 


Es ift kein Kinderfpiel, wenn alte Leute auf Steden 
reiten. 


Wir find auch Kinder gewefen! 


Wenn Kinder und Narren ® Markte gehen, Wien de 
Kramer Gelb. 

Der Kinder Wille ftedt in der Rute. 

Spiges Kinn, 

Böfer Sinn. 

Der Kinnbaden ift des Alten Stütze. 

Alte Kirchen haben bunte Fenfter. 

Alte Kirchen haben gut Gelaͤute. 

Finſtre Kirchen, lichte Herzen; hölzerne Kelche, goktme 
Dfaffen. 

Goldene Kirchen, hölzerne Herzen. 

Große Kirchen, Heint Heilige. 2 

Se näher der Kirche, je fpäter hinein, 

Je näher der Kirche, je weiser von Gott. 

Es beten nicht Ale, die in bie Kirche gehen, 

Wo Bott eine Kirche baut, fleilt ber. Teufel eine Capelle 
daneben, 

Wo die Kirhe ift, da iſt der eu nicht meit. 


x 


73. Reue Kirihen und neue Wirkhähäufer ſtehen felten leer. 


5874. 


Bern die Kirche voll ift, fingt der Pfaff was er Kann. 





56% 
sbR: 


5676. 
5677. 


5678. 
5679. 
.5680. 
5681. 
3682. 
5683. 
5684. 
5685. 


5686. 
5687. 


. Zr Zr 


. Laß die Kirch im Dorf ſtehen. 
. Vebermorgen iſt Kirmeſs. 
Es iſt nicht alle Tage Kirmeſs. 


Kid Ki 
as ie die — nad) ipeog ler: vu 
er weiße me Ibn IE JE dr IR VOR 


Mer dieKirche Hat’ der Hat auch den Kicker. 
Kirchenzehen macht gt ſelig, aber Nichtgehen maqt: ver 


dammt. eh 
Kirchengehen fäumet nicht. 7. CHR mie hin Yun? 
Kirchenbuße iſt kein Staudben. 4 
Kirchengut hat eiſerne Hagel” >. 0. 98 


Kirchengut hat Adlersfedern Maulit). ze 
Kirchengut kommt wicht anf, ven dritten Erben 
Je höher ber Kirchthurm, je- Schöner Bas Gelaͤute. 


Wo ein Kirchthurm if, da ſteckt aͤuſer drergele feinen 
Finger aus ber Erbe, 


Die Kirche hat in allen Dingen den Vorrang, “ 
Die Kirche wird nicht in Anfſchtag glzracht⸗ tin zeſ 
Er trägt die Kirche ums Dorf. » 


te 39 ana sdyi 


Wo ich hinkomme, da iſt Kirmeſs geweſen oder wird noch 
„len, 


Auf andrer Beute Kirchweih ift gut Gäfte taöen. ” 

. Auf foldher Kirchweih giebt man ſolchen Ablaß· 

. Man ſpricht fo lange von der Kirmefs bis fie tommt. 
. Es „beiert” fo lange bis es endlich gitmeſe wich. 

. Es iſt keine Kirche fo Hein, 


Des Sabre muß einmal, Kirmefd drin fein. 


.Nach ſchwarzen Kirfſchen ſteigt man hoch. 
. ®enn man den Kirſchbaum nicht zerreißt, und den Nuß⸗ 


‚ baum nicht zerſchmeißt, fo ſteht e8 nicht wohl im Lande. 


„Kile — Kleid 263 


5609. Mei ofſener Kiſſe mag, auch ber Fromme ein Schalt merken, 


5700. 


5701. 
5 102. 
5703. 


5704. 
5705. 
6706. 


5707. 


5708. 


5709. 


5710. 
5711. 


5712. 


5713. 
5714. 


5715. 


5716. 


5717. 


5718. 


5719. 


Wer fich ſelber kitzelt, acht wann er will... : 

Der, Kigel iſt der Vettel noch nicht vergangen. 

Die Kitzlein heißen alle wie ihre Mutter, Geiß. 

Klagen 

Fuͤllt nicht den Magen. 

Wo kein Klaͤger, da iſt auch kein Richter. 

Beweiſt ber Kläger nicht, fo iſt der Beklagte frei. 

Wer Hagen will, der klage feft. 

NRadıı dem todten Mund muß ber Kläger feine Klage 
‚wider die Erben beweifen. . , 

Der dem Klöffer nicht in feine Nachrede Fäut, ber beſtellt 
ihn. 

Hör auch was der Andre ſagt, | 

Wenn bu. hörft was Einer klagt. 


Dem Herzen hilfts wenn der Mund bie Noth klagt. 


Klang 
Ueberwindet den Rang. u \ 


Klang 
Gab Rang. 


Der Kläger hats wohl, wenn nur ber Praler etwas hätte! 
Klapp, fagte Knitt, da hatt er eine Fliege gefangen. 
Gott. Hängt jedem ein Kläpperlein an. 

Klappern gehört, zum Handwerk 


Was fi ſoll klaͤren, 
Das muß erſt gaͤhren. 


Das Kleid macht den Mann. 
Ein fremb Kleid macht einen fremden Maun. 


Ei 


5720. Kleider machen ‚Leute, Lumpen machen Läuſe. 


S21. 


‚Das ‚Kleid, macht feinen Mind, 


Kleidern — Ay, 


5722. Bor ſchonen Kleibern gicht man, ben Mb, — 

5723. Man empfängt den Mann nach Tem Rice an: ventiipt 
ihn nad dem Berftande. . ; Bu 

5724. Das Kleid will getragen fein, . „ 


Die Schaben kommen fonft hinein. 
. Kleider fregen die Motten und Sorgen: das: Herq 
. Rein und gang. er 


Giebt dem ſchlechten Kleide San. 


5739. 


Ehrt eure Kleider, ſie ehren euch. wieder 

Das Kleid ziert den Mann, 

Wer es hat, der zieh es an. a E12 
. Was Hilft mir das Kleid, jo ichs nicht anglehen darf? 
. Das reichfte Kleid 

Iſt oft gefuttert mit Herzeleib. 


.Es ift noch nie ein Kleid fo febertüglich geweſen, es ift 


endlich ein Alltagekleid daraus geworden. 


. Lange Kleider, karzer Sinn. 
. Kein Kleid ſteht einer Frau beßer ——8 
.Wer ſich miſcht unter die Kleie, 


e 
Den freßen die Säue. 


. Sind auchh Kleien ta? fragte bie Sau an ber Zafel des 


Löwen. Zn 


. Von Kieien wachfen die Schwienll’aber fie werben nicht 


fett, [4 ur 34 e 2 2 — 


. Gemach wird das Kleine groß, jahlinge das Große klein. 
Ahhte. dich klein, | 


Mit Niemand zu gemein, . . a ' 
So wich bu wohl gelitten ſein. mon 
Made dich klein, 
Aber nicht gemein. 





% 


au Kür: 265 


5740. Der dad Re 'in’ Sn Ya,’ iſt bes Giopen ehe BR 
Bdhın: Alger.adı -A..mid tonı mas“ 
5741. Wer bad Kleine nicht ae? ln 
Hat zum Großen nicht Macht. 7" 
5742. Wer das Kleine nicht acht't, 
Demn wirds Großeo nicht gebracht. 
5743. Wer im Kleinen ſpart, Tann im Großen freigebig | fein, 


5744. Mit Kleinem fängt man ‚an mit Großem hoͤrt man auf. 
5745. Klein, hurtig und Tod tn 
Stößt den Großen in Dreck 


5746. Kiein und unnäs, groß und fant. 
5747. War klein iſt,/ das ift niedlich. 
5748. Klein ift lieblich. 
5749. Klein und did 
Giekt / Quch eintcc,.. 
5750. Kleiner Mann,’ großes Den, nn 
5751. Kleiner Leute halber gieng wie eine Schlacht verloren. 
5752. Kleine, cia mb balbe im sem. 
5783. Kleine Leutlein, BE J 
Holdertreutlein. : 
5754. Kleine Leute müßen ſich mit, dem Maul wehren. 
5755. Die Heinen Leute hat Gott erbeten und WE ‚srofen 
.. Bengel wachſen im Malte a mn: 
5756. Es geht Hein her, fprach der Wolf, ba. er Schnaken fraß. 
5757. Mieinobrei find zur Meinen Roth. 
5758. Hohe Klimmer und tiefe Schwimmer werden nicht alt. 
5759. Klingt es nicht, fo klapperts doch... en 
‘5900. Man klopft immer gu feüh an, wenn man Se einfordert. 


57602. Wo eine Kloppe (Beguine) im Haus iſt, fi f st der Teufel 
im Schornſtein. 


er 


266 
5761. 
5762. 
5763. 


5764. 


5768. 


5766. 
5767. 


Kaoſter — Kracht. 


IJe maͤher deme Aloftera ge ürmer ber autr. m 0 ‚mn 
Das Kiöfter währt länger denn ber dt. 

Kloftermir 7° ° er 

Gilt zwei Eier, BE aorrroen— 

Aber außerhalb TR En FE 

Silt er drittehalb. inne ö 

Er hatt all das Seine zum Kloſter Mautbremu genifiete 
Auf'groben Klotz ein grober Keil, ’ 

Der Klügere giebt nad)... ae 

Bier si" ällein für Hug hält, mag allein zu Grunde gehen. 


57168. Kluge Eeute Fehlen auch. 


5769. 
5770. 
5771. 
gr. & 


3. 


5774. 
5775. 
5776. 
5777. 


5778. 
5779. 


&o ‚ang es, Einem wotl geht, heitt er Hug. 


Allzuklug macht naͤrriſch. na 
Unnüge Klugheit. if boppelte Thorheit, 
Uebrige Klugheit iſt ſchwer verbergen. 


Der iſt ein Kluger Mann, 
Der ſich in Menſchen ſchicken Tann. 


ı 119 1m: 


Er ift in der Kluppe wie eine Laus zmifchen zwei Dau⸗ 
men. 


Aus Knaben werben n geutg, 
Aus Mädchen werben Bräutg. 


Ein junger Knab muß leiden viel, 

Wenn, er zu Ehren kommen will. 

Knab, iß Käs, die Butter ift theuer. 

Vom Knallen: ſtirht; man, ner. 1. An ie . 
Treuer Knecht, ein Shak: m Hayfeı: , 


5780. Zur Knechtſchuft wirb Keiner "gezwungen, ‚ber: ü ſterben 


5781. 


bereit iſt. mb ule 
Halt den Knecht, fp flieht: er. 


WMaecht — Mo⸗ ner 


6782. Einem witzigen Knecht müfen: bie: Edellcute Häenen.6 
5783. Beßer ein fauler Dieb denn ein fauler Knecht. 
5784. Faule Knechte find gute Propheten. 


5785. Allermanns Knecht 
Kanns nicht Iedem machen recht. 


5786. Wieviel Knechte, foviel Feinde. - ——— 

5787. Erſt kaeten, han“ backen. ⁊ u 382 

5788. Mit ſeinen Knochen wollen wir noch Muße v von den 0 
men werfen. 


STE“. Hoſche Knochen kann ich wohl ſachte benagen. 


i 


57886. Der kommt noch nach Haus, und bringt feine Knochen im 
Sacktuch mit. 


57880. Waar Knuakskes find de duüget, 

Daar gift't auch Rüdens de fe mülget. 
5789. Was der Knopf ſieelt, ſoll die Spige vertheidigen. 
5790. Madıt man keinen Knopf. am Faden, ſo geht der der Stich 

verloren. 

5791. Hüte dich vor Kaospen an verStirn, die in der Ehr 
Be 1117 23:12, 
5792. Der Koch muß feines Herren Zunge daben. - 
5792«. Nicht zufehen, probieren rincht den Koch 
5793. Der Koch wird vom Gerudy far" ie 
5794. Biel Köche verſalzen den VBrei: 
5795. Mancher Tann wohl‘ Locheiraber nicht irn 
5796. Wer es kocht, der richte es tiuch an, 
5797. Haft du wohl gekocht; To: riet wehlransun.n oe .o 
5798. Kocht mans wohl, fe ſchmecke mans wohl. 
43897 Daft tu gutagekocht, formagft du gukiefenen, u: „uaTe 
57992. Es Tann nicht heißer als kochen. hrsd 
5800. 3u einem Koch gehören drei. Kellner. J 


[6 





266 206 — Sul 

5801. Wenn ber Koch verhungert, TON inan ihu unter tm Hrerd 
begraben. un 

5802. Ein guter Koch, ein guter Arzt. 

6803. Es find nicht Aue Köche, die lange Weßer Yedgei. 

5804. Man kocht noch am Brei. 

5805. Ohne Köder iſt übel &ifche fangen. 


5806. Wer immerfort rechnet was er koſtet, it ninuner guten 
Kohl. 


5807. Wenn der Kohl am beſten ſchmeckt, fol man aufüären. 


5808. Unfer Kohl 
Schm edt wohl, 


5809. Sacht in die Kohlen geblaſen, 
Soonſt fährt dir die Aſch in die Rofen! 


5810. Er läuft darüber wie ber Hahn über die Rohien. 

5811. Güter’ Kohl, ſchlechtes Heu. 
5812. Köhlers Glauben iſt der beſte. 

5813. Kolben find dem Narren und dem Nußbaum bie beſte Salbe. 
5614. Köln iſt night an Einem Zag gebmıt. 


5815. Was fragen Die von Köln darnach, wenn die von Deuz 
kein Brot haben? 


5816. Was ein Koͤlner fordert, biete die Hälfte, fo wirft bu nicht 
betrogen. 
5817. Das iſt ein kölniſch Gebot! 
5818. Kometen, ae 
Boͤſe Propheten. 
5819. Kommft du heute wicht, fo fommft Hu morgen. ' 
5820. Kommft ba wir fo, fo komm ich bir fo. - 
5821. Kommt men bis dahin, fo Tommt man and) weiter. 
5822. Komm her und thu mir nichts. 
5823. Kommſt bu nicht, fo hol ich did. 


€ 
“ ser 


Kennt — Röyfe: 269 
2824. ie du. tommfl, fo aehfi iu —. 


825, Kaͤms, 
Ich nähme. 


— 


Milch. 
5827, Es kommt ihm — wie den alten Weibe bas Tanzen. 
5828. Es kommt, ſagte der Bauer, da hatt er drei Zag auf bem 
TE Rachtſtuhl' geſeßen. 
58280. Es kommt ihm wie den Bauern das Aderlaßen. 


5829. Kommts, ſo kommts; kommts aber nicht, ſo bmm ung Sin 
gut Jahr nad) dem andern. 


5830. Kommts body nicht aus her Freundfchaft. nr 
5831. Könige haben lange Arme. | | 
583%. Bor Königen, ſchweig, oder, rede wos. fie gern. hören. 
5833. Man muß ein König oder. ein Bacı, ochoren merhen. 
5834. Des Königs Sohn muß König oder ein Narr fein. . _. 
5835. Des Königs Spreu gilt mehr ala andrer Beute Korn, 
5836. Wo ber König figt, da iſt es oben am, 
583%. Es hat wohl mehr benn Ein König gebettelt. 
5838. Neuer König, net Geſeez. 
5839. Der König fann nicht allweg regieren wie er will 
5840. Es muß Einer oft koͤnnen was er nicht Tann, | 
5841. Nichts Tönnen ift Beine Schande, aber nichts lernen. 
5842. Benn ich wollte was ich follte, nn 

Könnt ic Alles was ich wollte 
5842*. 60 viel Köpfe, o. iel Sinue., 
5843. Vier Köpfe, viel Sinne, ſagte der JTaufel: da hott e er ein 

Zuber Fraͤfche geladden. 

5844. Wie viel Köpfe 

So viel Kröpfe. 


” 


778 Köpfe > Kopfarbtit. 


5845. Viel Köpfe gehen Fhwerr unter Binemspt. co... 7? ri: 
. 5846. Eignen Kopf muß man haben, weil.man —* Leihen 
belommt. hylea aaftt #9 si . +, 


5847. Wer felbft einen ‚Repf hat, kracht keinen gu borgen, 
5848. Die Beute leben Eines Gottes, aber nicht Eines Kopfes. 
5849, Wer feinen Kopf verwahrt, verwahrt Zeine taube Nuß. 
5850: Wer Kopf hat, der. hat-ein- Ehrenamt. 
5851. Wer keinen Kopf hat, braucht Feinen Hut. 
5852. Wer einen Kopf hat/ bekomnit leicht einen Hut. 
5853. Was man nicht im Kopfe bat, muß man in den Beinen 
haben. E . 
5854. Wenig: Kopf, viel Schwindek: -: 7 "7. 
5855. Bi mit dem Kopf will oben aus, 
Der thut: viel Schaden und richt?t nichts aus. 
5856. Wer Mäufe im Kopf hat, bem muß -man eime Katze hin: 
ein ſetzen. Era un ee wi 


5857. Auf grindigen Kopf gehört ſcharfe eauge. (Fa Be Par 7 

5858. Wer den Kopf hat, fchiert den Baͤrt. 

5859. Wer nicht da if, dem wird der Kopf nicht gewaſchen. “ 

5860. Der Kopf iſt ſtaͤrker als bie Hände. 

5861. Langfame Köpfe behalten lange. u 

5862. Den Kopf halt Fühl, die Fuß warm, en 
Das macht den beften Doctor arm. ae ur Se Zee 

5863. Der bat einen gelenten Kopf, der ſich bon: und hinten 


flöhen Tann. 
5864. Wenn der Kopf wund m verdindet man vergeblich die 
Füße. J 


5865. Wenn der Kopf ſchmerzt, leiden alle Glieder, 
5866. Der Kopf muß oben, die Füße unten fein. 
5867. Kopfarbeit ift ſchwere Arbeit. 


Bol Kragen, Dir 


5868. Kopf ab iſt eine tädtliche Wunde. 
6 Korn um Balz. 
5870. Das Korn mag wie es will gerathen, 
Die frühe Saat geht wor der fpatenars u. ©: 0: 06 
5871. Gut: Korn z 
: ‚Geht. nicht verlorm. von 


5872. Das ift ein ander Korn,.att. ber Müller, da bi er auf 
Mäufebred, . 


5873, Viel Körner machen einen Haufen. 

5874. Wie das Korn, fo.giebt ed Mehl, . , on wu 
5875. Kein Korn ohne Spreu. 

5876. Man ſoll das Korn nicht eBen ch es geſaͤet ift. 

5877. Er fragt viel darnach was bad Korn gelte 

5878. Wenn das Korn bei vollen San auffchlägt, d dvaun fan 
wir, 08 bei ledigen mieder.. 

58180, Das Korn bleibt auch nicht immer sein. 


6879. Was wir Hier: koſen er pr 
Bleib unter den Roſen. 


5880, Koftgeld Schreit vor aller Welt. | 
5881. Die befte Koft 
Die nicht viel koſt't. 

5882. Was wenig Toftet, taugt nicht: niel. 

5883. Koft moͤt did vör die Bate gahn. 

5884, Wer ſich wie Koth ans Rad hängt, ben läßt man wie 
Koth daran hangen bis ihn das Rad wie Koth weg- 
wirft. 

8885. Lieber Koth ſtinkt nicht. 

5886. Es minbert fich wie ber Koth zu Weihnachten. 


5887. Sammet am Kragen, 
Kleien im Magen. 





272 Kröhe Keant 


5888. Eine Krähe hackt ber andern kein Aug aus. 
5889. Eine Krähe fist gern bei der andern, 
58892. Eine Krähe hecit Ieine Turteltaube. 
5890. Die Krähe wills mit bem Adler wagen. 
5891. Eine Krähe macht keinen Winter. 
5892. Die Krähe läßt ihr Hüpfen nicht. 
8893, Atte Kraͤhen find ſchwer zu fangen. 
5894. Fliegende Krähe findet allzeit etwas. 
5895. Wenn ſich die Krähe vor Maientag im Korn verſtecen 
kann, ſo geräth es wohl. 
5896. Jeder Krämer lobt feine Wuare. 
5897. Schwören muß des Krämerd Gut verkaufen. 
5898. Betruggg 
ZR der Kraͤmer Acker und Bing, | 
5899. Ein Krämer, der nicht Mausdreck für Pfeffer auffännäten 
Tann, hat fein Handwerlk nicht gelernt. 


5900. Der Bettler ſchlaͤgt kein Almofen, der Hund eine Brats 
wurft, der Krämer eine Lüge aus: 


5901. Seh hin und werd ein Krämer, fagt ber Henker zu file 
nem Knecht. 


5902. Der Krämer wird länger leben wie feine Elle. 
5903, Kein Kram ift fo gut, man find’t auch böfe Waare brin. 
5904. Es legt Fein Krämer aus um Eines Käufers willen. 


5905. Es pflegt nicht Leicht ein Krämer einen Markt zu ver⸗ 
fäumen. 


5906. Es find nicht Alle Trank, die Ach und Wehe fchreien. 

5907. Legt den Kranken wohin ihr wollt, fo if ibm doch nicht 
wohl, 

5908. Dan kann gedenken, daß kranken Leuten nicht wohl iſt. 

59082. Nichts iſt ungeſunder als krank fein, 


Krankheit — Kraut. 413 


5909. Lange Krankheit, führer Tod. 
5910. Der Krante hofft, bieweil ihm der Odem augeſt 
5911. Langer Krankheit kommt man ſelten auf. 
5912. Man fol an feinem Kanten verzagen, dieweil er noch 
Athem hoit. 
5913. Krank Fleiſch, kranker Geiſt. 
5914. Den Kranken ärgert. die Fliege an der Band. 
5915, Ein Kranker ift gut fehlagen. 
5916. Der Kranfe part nichts als die Schuhe. 
5917. Krankheit kommt libratim 
Und geht hinweg unciatim, 


5918. Krankheit kommt mit Getrapoſ und —* himeeg wie 
die Schnecken. a en an 

5919. Krankheit komut za Pferde und ch u Zur. -. 

5920, Kein Kranz fügt vor Kopfweh. J 

5921. Wer nach dem Kranze firebt/ hekommt doch eine Blume. 

5922. Wer dich rast, den kraue wieder, 

5923. Kragen tut wohl, Kragen thut meh. | 

5924, Shut bir Kragen wohl, fo laß dich hernach das Beißen 
nicht verbrieden. 

59248, Ber ‚bie Kraͤtze bat, reißt ſich gern. 


5925. Kraue mich, 
So juck ich vich. 
5996. E Arauen ſich Biele, da ſies nicht juckt. 
5927. "Kraufe Haare, krauſer Sinn. 
5928. Rimm das Kräutiein, fo du kenneſt. 
5929. Alle Menſchen wißen nicht, was tin gut Kraut koſtet. 
6930. Beer ein Gericht Kraut mit Ruhe als ein gemäfteter 
Ochſe mit Unruhe. 
Dtſche. Volksb. Sr. Bd. 18 


274 


Kraut — Kreuz. 


5931. Das Kraut Tenn ich, fagte ber Zeufel— da ass er ſich in 


5932. 


5933. 
5934. 
5935. 


5936. 


5937. 


5938. 
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5940. 
5941. 
5942, 
5943. 


5944. 
5945. 
5946. 
5947. 


5948. 


5949. 
5950, 
5951. 


bie Brennneßeln. 


Kraut und Rüben 

Haben mich vertrieben: 

Hätt meine Mutter Fleiſch gekocht, fo wär ich bei ihr 
blieben, 


"Untereinander wie Kraut und Rüben. 


Geſcholtene Kräuter ißt man am liebſten. 
Den Krebs ftraft man nicht mit Erfäufen. 


Die Heinen Krebfe und Fifche find die beften, wenn man 
große nicht haben Tann. 


Krebfe man ißt 


Wenn Tein R im Monat iſt. 


Kreißtage, Kreuztage. 

Man Treucht fo hoch ale man Feucht. 
Zeder meint, Er habe das gröfte Kreuz. 
Der Schwächfte muß das Kreuz fragen. 
Kreuz ift des Glaubens Probe, 


Das Kreuz gefaßt - 
Iſt Halbe Laft. 


Dad Kreuz wohl gefaßt ift halb getragen. 

Kreuz ift nicht bös, were nur faßen und tragen kann. 

Andrer Leute Kreuz lehrt das eigene tragen. 

Ver kein Kreuz hat, muß fidh eins fehnigen, 

Kommft du ans Kreuz, fo träntt man dich mit Efig und 
Gallen. . 

Hinters Kreuz verſteckt fi) der Zeufel. 

Werd Kreuz hat, der fegnet fidh. 


Es find Biele, die mit dem Kreuz geben, aber wenig 
Kreuzträger. 


5952. 


5953. 
5954. 
5955. 


5956. 


5957. 
5958. 


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5960, 
5961. 
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5963. 
5964. 
5965. 
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5967. 
5968. 


5969. 
5970. 


5971. 
5972. 





Kreuze — Krieg. 275 


Die Pfaffen tragen bie Beinen Kreuze hintennachz die 
Bauern die großerf voran. 


Kein größer Kreuz als Hauskreuz. 
Biel Kreuzer machen ben Gulben. 


Wer den Kreuzer nicht achtet, wird keinen Gulden wech⸗ 
feln. 


Kein Kreuzer, 

Kein Schweizer. | 

In der Kreuzwoche fingt man Fein Alleluja. 

Worüber man nicht fpringen Tann, darunter muß man 
wegtriechen. 

Krup ünner, Krup ünner, bie Welt is di gramm, 

Krieg fät Krieg. | 

Krieg ift leichter angefangen als beendet. 

Krieg verzehrt 

Was Triebe beſcheert. 

Zum Krieg gehört Gelb, Geld und wieder Gelb. 

Im Kriege frißt und fäuft man. 

Krieg frißt Gold und ſch— Kiefelfteine. 

Kriegsknecht und Beckerſchwein | 

Wollen fäts gefüttert fein. 

Krieg iſt ein golden Reg: wer damit fängt, hat mehr 
Schaden ald Rupen. 

Wenn man anfängt zu Friegen, 

&o fängt man auch an zu lügen. 

Wer Krieg predigt, ift des Teufels Feldprediger. 

Wenn ed Krieg giebt, fo macht der Zeufel die Hölle um 
hundert Klafter weiter. 

Krieg ift füß, den Unerfahrnen. 

Krieg ift kein Kinderfpiel, 

18* 


276 


5973. 
5974. 
5975. 
5976. 
8977. 
5978. 
5979. 


5980. 


Krieg — Krümmer. 


Krieg Hat viel Gaukelei. 

Im Kriege ſchweigt das Net. 

Lieber Krieg als den Hals gebrochen. 

Beßer Krieg verfucht denn Hals ab. 

Beßer offener Krieg als vermammter Friede. 
Beßer redlicher Krieg denn elender Friede. 
Nach Krieg und Brand 

Kommt Gottes Segen ins Land. 


Ein Krieger, der darnieder liegt, 


Sowohl ein Krieger als der da ſiegt. 


5981. 
5982. 


5983. 


5984. 
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59850. 
5986. 


5987. 


5988. 


5989. 
5990. 
5991. 
5992. 


Nachgeben ſtillt den Krieg. 

Junge Krieger, alte Kriecher. 

Wenn die Krippe leer iſt, ſchlagen ſich die Pferd im 
Stalle. 

Keine Krone hilft vor Kopfweh. 

Voller Kropf, 

Toller Kopf. | \ 

Wer eine Kröte fregen will, muß fie nicht lange befehen. 

Der Krug geht fo lange zu Waßer bie er bricht. 

Faͤllt der Krug auf den Stein, fo zerbricht er, und fällt 
ber Stein auf den Krug, fo zerbricht er aud. 

Die Krume 

Der Muhme, 

Die Rinde . 

Dem Kinde. Pf} 

Krümchen find auch Brot. 

Man Tann nicht alle krummen Hölzer gerabe machen. 

Man kann nicht alle Krümmen ſchlicht machen. 

Je trümmer, 

Se fchlimmer. 


+ 


5993. 


5994. 
5995. 
5996. 


5997. 
5998. 
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6000. 
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6013. 
6014. 


Krumm — Kuh. 277 


Gute Krumm 

Iſt nicht um. 

Unterm Krummſtab iſt gut wohnen. 
Krummftab fehließt Niemand aus. 
Krummftabs Regiment, ' 
Der Faulheit Element. 

Krüppel will immer vorantanzen. 

Der Krüppel Tann nicht hinten. 

Fette Küche macht magern Beutel. 
Fette Küche, magre Erbſchaft. 

Die lateinifche Küche ift die Foftbarfte. 
In andrer Leute Küchen ift gut kochen Ternen. 


Wenn der Hagel in die Küche ſchlägt, dann hat es allent: 


halben getroffen. 

Alle fieben Zahr frißt man bei Hof einen Küchenjungen 
auf, 

Einem Küchenſchmecker hängt man den Kochlöffel an. 

Küchenfleifch ift beßer als Hahnenfleifſch. 

Der Kuckuck ruft ſeinen eignen Namen. 

Jeder meint, ſein Kuckuck ſinge beßer als des Andern 
Nachtigall. 

Der Kuckuck behält feinen Geſang, 

Die Glod ihren Klang, 

Der Krebs feinen Gang, 

Narr bleibt Narr fein Leben lang. 

Nicht alle Kugeln treffen. 

Wenn alle Kugeln träfen, möchte der Zrufel Soldat fein. 

Die Kugel läuft,.e8 kann noch Kegel geben. 

Schieße mit goldnen Kugeln, fo trifft du geroifä. 

Die Kuh ftößt den Kübel um. ! 


278 


6015. 


6016. 
6017. 
- 6018. 


6019. 
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6030. 


6031. 
6032. 
6033. 


6034. 


Kuh. 


Was hilfts, daß die Kuh viel Milch giebt, ı wenn fie ben 
Kübel umftögt? 


Ale Kühe find Kälber geweſen. 
Se älter die Kub, je hübſcher has Kalb. 


Alte Kuh gar leicht vergißt, _ 
Das fie ein Kalb gewefen ift. 


Manch gute Kuh hat ein übel Kalb. 

Die Kub leckt kein fremdes Kalb. 

Die Kuh muß mit dem Kalbe gehen. 

Es ift Niemand fehuldig die Kuh mit dem Kalbe zu bes 
halten. 

Die Kuh milcht durchs Maul. 

Wenn die Kuh nimmer Milch giebt, gehört fie unter ben 
Schlegel. 

Nachbars Kuh ift eine herzensgute Kuh, giebt aber keine 
Mild. 

Schöne Küh geben gemeinlich viel Milch. 

Es iſt gleichniel wie die Kuh beißt, wenn fie nur gute 
Milch giebt. 

Die Kühe, die am Meiften brüllen, geben am Wenigften 
Milk. 

Eine milchende Kuh 

Dedt den Tiſch dazu. " 


Eine Kuh 
Dedt viel Armut zu. 


Man foll die Kuh melken und nicht fchinden. 
Schwarze Kühe geben auch weiße Mild. 
Andrer Leute Kühe haben immer größre Euter. 


Was foU der Kuh Muscaten? 
Sie frißt wohl Haberftroh. 


6048. 


6099. 
6050. 


6051. 


6052. 


Kuh. 279 


. Vier. Kühe gut ‚gewartet, find. beßer als acht fehlecht ge⸗ 


wartet. 


. Der Magd Sonntag ift: der. Kühe fliller Freitag. 

. Küfters Kuh darf auf dem Kirchhof grafen. 

. Dem die Kuh gehört, der faßt fie bei den Hoͤrnern. 

. Dem die Kuh ift, der nimmt fie beim Schwanz, 

. Benn bie Kuh den Schwanz verloren hat, merkt fie erft, 


wozu er gut gewefen ift. 


. Die befte Kuh geht nicht zu Markt. 

. Wenn die alten Kühe tanzen, fo-Elappern ihnen die Klauen. 
. &8 giebt mehr als eine bunte Kuh. 

. Man heißt eine Kuh bunt, fie habe denn einen Fleden. 


. Man fagt nicht zu der Kuh Bläßte, wenn fie nicht wenig⸗ 


ſtens einen Stern hat. 


. Wenig Kühe, 


Wenig Mühe. 


. Der da hat keine Mühe, 


Dem giebt man bie Kühe, 

Und der da hat die Mühe, 

Dem nimmt man bie Kühe 

Und giebt ihm die Brühe, 

Der da hat die Kühe, 

Der hab auch die Mühe. 

Wenn die Kuh geftohlen ift, fperrt man den Stall. 


Schenk man bir die Kuh 


Lauf mit dem Halfter zu. 


Schenkt man Einem die Kuh, 
So ſchenkt man ihm auch den Strick dazu. 


St. Niclas beſcheert die Kuh, 
Aber nicht den Strick dazu. 





6059. 


Kuh — Kundſchaft. 


. Eine Kuh Tann. nicht: auf ben Baum Weingen wie «in 


Eichhorn. 


. Bleib daheim bei deiner Kuh, 


Willſt du haben Fried und Ruh. 


. Er. weiß fo viel davon wis bie Kuh vom Sonntage. - 

. Er fiehtd an, wie bie Kuh sin neu Schenerthor. 

. Beim Loch iſt bie Kuh fett. 

. Er fiehts der Kuh am A— au, was bie Butter.i in Mainz 


gilt. ur 
De gustibus non est Aeputandam.: Eine Kuh net ‚Die 


andre im —. 


60598. Reihet euch, fagte ber. Bauer: da hatt er Eine Kuh im 


Stall. 


60595, Meiner Mutter Kuh Bruder war ein Ochs. 


6060. 


6061. 
6062. 


6063. 
6064. 
6065. 


6066. 
6067. 


6068. 
6069. 
6070. 


Beßer die Hand in einem Kuhfladen denn in fremdem 
Gelde. 

An altem Kuhfleiſch iſt viel Kochens. 

Kuhfleiſch in gelber Bruͤh, 

Ein Ritter ohne Müh, 

An dieſen beiden ift verloren 

Der Safran und die goldnen Sporen. 


Kühner Muth der befte Harniſch. 

Hundert Stunden Kummer bezahlt feinen Heller Schulden. 
Wie der Kummer tritt ins Haus, 

Die Liebe fliegt zum Fenſter aus. 

Bekümmerter Mann erſieht ſelten ſeinen Vorthail. 


Kundſchaft macht Freundſchaft, Freundſchaft macht Kuſſen 
und Küſſen macht Kinder. 


Kundſchaft iſt kein Erbe. 
Kundſchaft thut wohl und wehe. 
Kundſchaft verderbt manchen Mann. 


6. 
6092. 


. NRusbare Kunft 
Giebt Brot und Gunft. 


Künklein — Kunft. 


. Das Kunklein, das du anlegſt, muſt du abſpinnen. 


281 


. Mas hilfts, daß man die Kunkel t anlegt, wenn man fe 


nicht abfpinnt? . 


. Kumft . 


Bringt Sunft. 


. Kunft 
Fiſcht nirgend umſunſt. 


. Kunft geht nach Brot und findets. 

. Jeder fpricht am liebften von feiner Kunft. 
. Se ſchwerere Kunft, je mehr Pfufcher. 

. Die Kunft ift lang, das Leben kurz. 

. Wer die Kunft nicht übt, verliert fie bald. 


Man bricht die Kunft nicht vom Zaune. 


. Kunft Tann man nicht kaufen. 
. Große Kunſt haft men. , 
. Der Kunft ift Niemand gram als der fie nicht tann. Be 
. Wißenfhaft und Kunft . 


Haben nie der Thoren Gunſt. 


. Kunft hält feft, 


Nenn Alles verläßt. ' 


. Kunft ift im Gluͤck eine Bier, 


Im Unglüd eine eiferne Thür. u 


. Kunft geht über Geld. 
. Kunft ift des Alters BZehrpfennig. 


. Kunft ift ein guter Sehrpfennig, man trägt nicht ſchwer 


daran. . 


Kunſt ift gut über Feld zu Kragen. 
Kunft ift leicht zu tragen, aber ſchwer aufzuladen. 


 . 





232 | Kunſtreich — Kuürzen. 


6093. Kunſtreiche Hand 
Geht durch alle Land. 


6094. Jedem iſt zu glauben in ſeiner Kunſt. 


6095. Der Meiſter Einer Kunft nährt Weib und -fieben. Kinber; 
ein Meifter aller fieben Künfte nährt es felber nicht. 


6096. Biel Kunft, vielsZchorheit. 

6097. Kunft macht Narren. 

6098. Künftler find die erften im Rarrenſchiff. 

6099. Kunft ſteckt nicht in dem Kleide. 

6100. Kunft über alle Künfte, feine Kunft verbergen. 

6101. Die fchwerfte Kunft ſich felber Tennen. 

6102. Kunft kehrt Hühner ausbrüten, aber nit Kinder zeugen. 


6103. Die Kunft bedarf des Glücks, und dad Glück bedarf der 
Kunft. 


6104. Kunft will Geräthe haben, fagte Iener, ba kaͤmmt' er ſich 
mit der Miftgabel. 


6105. Seht Kunz hin, fo kommt Hinz wieder. 
6106, Jeder Hält fein Kupfer für Gold. 
- 6107. Blei und Eifen 
Muß den Kupferfchmied fpeifen. 
6108. Dem Kuppler ein Paar Schuh 
Und die Hölle dazu! 
6109. Wer gerne kürbaͤumt, faulbäumt gern. 
6110. Kurz und gut ift angenehm. 
6111. Kurz und did 
Hat kein Gefchid. 
61112. Kurzes Holz 
Iſt des Bauern Stolz. . 


6112. Kürzen Eannft du bein Leben, verlängern Tann es Bott 
allein. 


6113. 
6114. 


6115. 
6116. 
6117. 


6118. 
6119. 


6120. 


6121. 
6122. 
6123. 

6124. 


6125. 


6126. 
6127. 


Kurzweil — Laden. 233 


Kurzweil will verflanden fein. 
Iſt das nicht eine feine Kurzweil, fagte Jener, da warf 
er Weib und Kind zum Haus hinaus, 


Einen Kufs in Ehren 
Mag Niemand wehren, 


Ein Kufd ohne Bart ift wie eine Supp ohne Salz (eine 
Vesper ohne Magnificat). 

Lieben ift nit Suͤnd 

Und Tüffen madıt kein Kind. | 

Die ſich aufs Küffen legt, legt ſich auch wohl aufs Kiffen, 

Man Ihwäst oft Einem von einem Kiffen und fest fi 
an feiner Statt darauf. 


Mancher Eüfst Einen auf den Baden 
Und fchlägt ihn mit der Fauſt in den Raden. 


Das Küffen ift nur ein Abwiſchen. 
Küſſe mich auf die lateiniſche Kunſt! 
Der Küfter iſt des Pfarrers Selfkant. 
Die Kutte macht den Moͤnch nicht aus. 


e. 


Am Lachen und Flennen 
Iſt der Narr zu erkennen. 


Am Lachen erkennt man den Thoren. 
Kinder haben Lachen und Weinen in Einem Sack. 


61272. Wer lacht, thut keine Sünde. 
6127b. Die Lacher hat Bott lieb. 


6128. 
6129. 


Es ift fo leicht gelacht wie gefchrisen. 
Es lacht Mandher, der lieber weinen möchte. 


2 








294 


6130. 
6131. 
6132. 


6133. 
6134. 


6135. 


6136. 
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6139. 


6140. 
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6142. 


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6144. 


6145. 
6146. 
6147. 
6148. 
6149. 


6150. 


6151. 
6152. 


Laden — Landesbrauch. 


Man fieht Manchen lachen, der weinen follte. 

Wer leicht lacht, weint auch leicht. 

Es ift noch weit vom Lachen, fagte die Braut, da -fchrie fie. 

Wer zulest lacht, lacht am Beften. . 

Wenn man einen Las fängt, kann man wohl die Angel 
verlieren. 

Es koſtet mich im Laden mehr, prech der Moͤnch, als 
ihm die Srau,einen Blaffert für die Meſſe gab: 

Du haſt mich geladen, nun muſt du mich fahren. 

Ohne die rechte Ladung iſt der Schuß gefaͤhrlich. 

Bei Lahmen lernt man hinken, 

Bei Säufern lernt man trinten. 

Die Lahmen und die Blinden 

Sind allezeit dahinten. 

Lamparten ift der Deutfchen und Franzoſen Kirchhof. 

Lamm, Lamm! iſt bes Wolfes Vesperglocke. 

Wer ſich zum Lamm macht, den freßen die Woͤlfe. 

Wenn einmal Laͤmmer neben Woͤlfen graſen, ſcheint eine 
andre Sonne. 


Wenn du die Lämmer nicht achteſt, wird die Heerde bald 
zu Grunde gehen. 


Steht er doch da als wenn er lammen wollte. 

Die der Lampe bedürfen, füllen ſie mit Oel. 

Wer eine Lampe braucht, darfs Del nicht ſparen. 

So manches Land, ſo manche Weiſe. 

Laͤndlich, ſittlich. 

Ländlich, ſittlich: wo's der Brauch iſt, fingt man ‚den 
Pumpernidel in ber Kirche. 

Lanbesfitte, Landesehre, 

Landesbrauch ift Landesrecht, 


6153. 
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6155. 
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Land — Lanpfirdße. 285 


Jedes Land 
Hat feinen Tand. 


Nicht jedes Land 
Hat Alles zur Hand. 


Ein Land trägt nicht Alles. 
Dart Land, harte Leute, - 
Feiſt Land, faule Leute. 
Gut Land, feige Leute. 


Boll Land, | 
Zol Land. . 


Bleib im Lande und nähre dich redlich. 


Alle Land 
Sind des Weifen Baterland. 


In andern Landen it man auch Brot. 

Es if ein ſchlimm Land, wo Niemand Ehre findet. 
Biſt du vom Lande, fo geh nicht aufs Meer. 

Beßer auf dem Lande arm ald auf dem Meere reich. 
Wenn bas Land arm ift, ift das Waßer reich. 

Am Lande ift gut ſchiffen. 

Wehe dem Land, wo der ‚Herr ein Kind ift® 

Wen das Land ernährt, der fol das Land fügen. 
Traue dem Landfrisden nicht. 

Wer Landesherr ift, dem gebührt die gandeshuldigung. 
Landeskinder fol man vor Andern befördern. 

Aller Landsknechte Mutter ift noch nicht gefiorben. 

Es find nicht alle Landsknechte, die lange Spieße tragen. 
Landsmann, Schandsmann, weiſt du was, fo ſchweige. 
Landſtraß ift ficher, Holzweg gefährlich. 


Geh die gemeine Landftraße, es kann nicht Jeder auf dem 
Seile gehen. 








286 


6178. 
6179. 
6180. 
6181. 
6182. 


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6197. 
6198. 


Landtag — Laſt. 


Neuer Landtag, gewiffe Steuer. 
Was- lange währt, wird gut. 
Lange geborgt ift nicht geſchenkt. 
Lang iſt nicht ewig. 

Lang und ſchwank 

Dat einen Gang. 

Lang und ſchmal 

Dat kein Gefall; 

Kurz und did 

Hat kein Geſchick: 

Ein Maͤdchen von ber Mittelftrag 
Geht am wackerſten über die Straß. 


Wers lang hat, laͤßts lang hangen. 

Es ift nichts fo lang und breit, man kann davon das End 
abgehen. 

Die Länge hat die Fährbe, 

Wer langfam geht, kommt audy zum Biel. 

Langſam, aber ficher. 

Langfam nährt ſich auch. 

Einem Langfamen ift kein warmer Bißen befcheert. 

Jedem Lapp " 

Sefältt feine Kapp. 

Die Welt ift voll Lappen und Diltappen. 

Beßer ein Lappen denn ein Loch. 

Viel Laͤrmens um Nichte, 

Laß nicht nach, fo kommſt bu hoch. 

Er fagt: Wollt ihre laßen, fo laßts, wo nicht, fo laßts 
bleiben, 

Dem Läßigen geräth der Handel nicht. 


Wer feine Laft erwägt, 
Sie defto ſichrer trägt. 


Säfig — Läufe, 287 


. Drei Dinge find laͤſtig: ein Wurm im Ohr, ein Rauch 


im Aug, ein zäntifch Weib im Haufe. 


. 30 kein Bafter if, da if keine Tugend. 

. Die Lafter ſtehten der Tugend die Kleidung. 

. Ein Lafter Toftet mehr denn zwei Kinder. 

. Wenn man Heine Lafter nicht firaft, fo wachſen die großen. 
. Alles nimmt ab in der Welt, aber die Lafter nehmen zu. 
. Lafter, die man nicht tabelt,. fät man. 


. &8 ift kein Zehl und Lafter, 


Es giebt dafür ein Pflafter. 


. Wer Latein kann, kommt durch die ganze Welt. 
.Wers Latein nicht gelernt hat, der ſoll ed ungebrüht 


laßen. 


. Die Laterne leuchtet Andern, ſich felber nicht. 

. Er läuft mit ber Latte (oder mit dem Hölzchen). 

- Laufen und Kaufen flimmt nicht wohl zufammen. 

. 3um Laufen hilft nicht ſchnell fein. 

. Bas Hilft laufen, wenn man nicht auf dem rechten Weg ift? 
. Es gehört mehr zum Laufen als Antennen. 

. Ber bald läuft, iſt bald geiegt. 

. Wer läuft, ben jagt man. 

. Wen man nicht jagt, ber foll nicht laufen. 

.Wer läuft ch man ihn jagt, 


IR allzu verzagt. 


Beßer da läuft er ald ba hängt er. 

. Laß laufen was bu nicht halten Tannfl. 

Ich bin wohl eher mit foldyer auge gewafchen. 

. Man braucht nit Läufe in ben Pelz zu fegen, fie kom⸗ 


men von felbft hinein. 








288 
8223. 


6224. 
6225. 


622%. 


6227. 
6228. 


6229. 
6230. 


6231. 


6232. 


6233. 
6234. 
62535. 
6236. 
6237. 
6238. 
6239. 
6240. 


6241. 


6242. 
6243. 
6244. 


Laub — Lautern. 
Wenn die Laus einmal im Peize ſiet. fo iſt; fie ſawer 
wieder heraus zu briugen. en 4 


Sie vermachen (ergetzen) ſich wis bie Büuſe im Pelz. 

Die Laus, die erſt tin den Pelz konunt, ik ſchlimmet as 
bie darin gewachſen iſt.. 

Wenn die Laus in ben Grind Lommt, ſo hebt ſie den Hin⸗ 
tern in die Höhe und wird ſtolz. Fu 


Wer laufig ift, der wird bald grindig. 


Die Laus weibet im Grinde, fi fett und gebt, jm alten 
Pelz auf Stelzen. en . 

Er kann einer Laus ein Paar Steigen machen. 

Er prangt wie die Laus auf einem Sammtkragen. 

Marſch in dein Winterquartier, ſprach der Wachtmeiſter 
zu der Laus, als er ſie vom Bart unter die Hemdkrauſe 
ſetzte. 

Viele wollen eine "aus ſchinden und wißen noch nicht wie 
viel Füße fie hat. 

Beßer eine Laus im Kraut als gar kein Fleiſch. 

Er ſchindet die Laus des Balges wegen. 

Man kann einer Laus nicht mehr nehmen als das Leben. 

Läufe und Kinder gerathen alte Jahr. 

Wer hat es den Läufen fo bald gefagt? 

Es geht ihm wie einer aus zwiſchen zwei Batken. 

Er ſitzt wie eine Laus zwiſchen zwei Nägeln. 

Man Eönnt ihr auf dem Fleifh eine Laus Unten. 

Er hat läuten gehört, weiß‘ aber nicht wo bie Glocken 
hangen. 

Er hat Läuten gehört, aber nit zuſammenſchlagen. 

Lang läuten bricht den Donner. 

Bon lautern Brunnen fließen Tautre Waßer. 


u . 


„. 


6245. 
6246. 
6247. 


„. . gaben. 280 


Leben und Leben laßen. 
Wer fromm gelebt, hat lange gelebt. 
Gut leben, lange leben. 


62472. Wer einmal will gut leben, der nehme ein gebraten Huhn 


6248, 
6249. 


6250. 
6251. 


6252. 


6253. 
6254. 
6255. 
6256. 
6257. 
6258. 
6259. 
6260. 
6261. 
6262. 
6263. 


oder. ein hübſches Maidlein; mer zweimal, ber nehme 
eine Sand, am Abend hat er no Kräglemägle; wer 
eine Woche, der ſtech eine Sau, fo hat er Schinken und 
Würfte zu eßen; wer einen Monat, ber fchlacht einen 
Ochſen; wer ein Jahr, der nehm ein Weib — wenn es 
fo lange noch vorhält —; wer aber allzeit gut leben 
will, der werd ein Pfaff. 

Nüchtern Leben, gutes Leben. 

Gut Leben und gefunde Zage 

Stehen nicht in Einem Hage. 

Das Leben ift den Reichen lang, den Armen kurz. 

Des Menfchen Leben hängt an einem Zwirnsfaden. 

Lange leben, 

Lang im Unglüd fchweben. 

Niemand lebt nur ſich felbft. 

Wer für Andre lebt, hat am Beften für ſich gelebt. 

Man muß leben wie man Tann, nicht wie man will, 

Wer das Leben verachtet, fürchtet den Zod nicht. 

Wer lange lebt, der wird alt. 

So bu lange lebft, fo du alt wirft. | 

Ze länger man lebt, je älter man wird. 

Wohl gelebt, wohl geftorben. 

Leben iſt eine Kunſt, Stexben ift auch eine Kunſt. 

Wie das Leben, fo ber Nachruhm. 


Lebe nach ber alten Welt 
und fprich wie's ber neuen gefällt. 


Dtſche. Volksb. 51.80. | 19 


. 450 Leb — ihren. 


6264. Leb wie vor Zeiten, red wie jest. 


6265. Leb ald wollft du täglich Herden, ſchaff als s wo du ewig 
leben. 


6266. Halt es mit den Lebendigen. 

6267. Beßer ein lebendiges Wort als hundert redtu. 

6268. Lebendger Marin, Meder Mann. 

6269. Der Schwabe muß allzeit das Leberlein gegen haben. 
6270. Lecker aus der Küchen! 


6271, Sei Tein Ledermaul wie Dans, der faut’ < an einem alten 
Pflugrad, und meint’ es wär ein Butterkringel 
6272. Er iſt kein Leckermaul, 
Frißt auch roh und faul, 
6273. Schlimmes Leder, ſchlimme Schuhe. 


6274. Man fol nicht. das Leber fehlen und die Schuh um Got⸗ 
te8 willen geben. 


6275. Aus fremdem Leder iſt gut Riemen fchneiden. 
6276. Bon gefchmiertem Leber fcheiben die Hunde nicht gern. 
6277. Friſch vom Leber ift halb gefochten. 
6278. Ledig gehen Eoftet Lehrgeld. 
6279. Ledig, fündiich. 
6279.. Leere Aehren ſtehen hoch. 
6280. Lehen fallen nicht auf die Spindel. 
6281. Lehen tragen keine Schulden. 
6282. Lehenmann 

Kein unterthan. 
6283. Lehenſchaft. zieht keine Unterthaͤnigkeit nach ſich. 
6284. Da kein Lehenmann, da iſt auch kein Handlohn. 
6285. Lehn dich dran, fo muß es gehen. 
6286. Lehren 

Bringt Ehren. 





Lehren — Leicht. 391 


6287. Die allzeit Ichren . 

Sich nimmer befehren, . 

6288. Er muß Lehrgeld geben, fagen die Spieler, 
6289. Lehrjahre find keine Meifterjahre.. 

6290. Lehrwerk ift, fein Meifterftüd, 

6291. Guter Lehrling, guter Meifter, 


6292. Wer fein eigener Lehrmeifter fein will, hat einen | Narcen 
zum Schüler. 


6293. Wer zu früh dem Lehrmeiſter entgangen, der ift auf den 
‚Karren zu kurz und auf den Wagen zu lang. 


6294. Leib an Leib und Gut an Gut, 


6295. Wem ic) meinen Leib gönne, dem gönn ich auch mein 
Gut. 


6295.. Laͤngſt Leib, laͤngſt Gut, 
6296. Leib und Gut gehen mit einander. 
6297. Leibgut ſchwendet Hauptgut. 
6298. Der Leib iſt das Hauptgut. 
6299. Leib und Gut kann Niemand zuſammen verbrechen. 
6300. In ſchoͤnem Leib 
Wohnt freundlich Weib. 
6301. Saufen und Weiben 
Will ſich nicht leiben. 
63012. Was wohl leibt, ſeelt oft übel, 
6802. Lediger Leib iſt Goldes werth. 
6303. Wer Leib und Leben wagen will iſt zollfrei. 
6304. Bei. jeder Geburt wird eine Leiche angefagt. 
6305. Leichenpredigt, Lügenprebigt. 
6306. Das Leichte ſchwimmt oben, 
6307. Leichte Bürben werben ferne ſchwer. 
6307%. Wie leicht kommt nicht ein Haar in die Buster, 


19* 





202 


6308. 


6309, 


6310. 


6311. 


6312. 


6313. 
6314. 


6315. 


6316. 

6317. 
6318. 
6319. 
6320. 
6321. 
6322. 
6323. 


6324. 
6325. 
6326. 


6327. 


Leiden — Beier. 


Was nicht zu meiden 

Soll man leiden. 

Leid und meid, 

Bift du gefcheidt. 

Leid und meid, . 

Das ift die Kreib. 

Bift gefcheibt, fo Leid, nicht ſchilt das fein muß. 


Leid, ſchweig und vertrag; 


Deine Noth Niemand klag. 

Was hilfts fein Leid der ‚Stiefmutter Hagen? _ 
Klag Niemand dein Leid, 

So wird e6 nicht breit. 


Leiden währt nicht immer, 
Ungeduld machts ſchlimmer. 


Man vergißt viel Leid in vierundzwanzig Stunden. 

Leid und Freud, mit fünfzig Jahr ift all Eins, 

Ueberftandner Leiden gedenkt man gern. 

Leiden und Danken ift die befte Hofkunſt. 

Leiden ift heilig, wer’s kennt. 

Wenn es leiblich ift, fo fol mans loben. 

Der Leider behält das Land. 

Leidft du, daß dich einer faße, fo leide, daß ‘er dich zu 
Boden werfe. 

Wer leidet, daß fein Tiſch Enappt; fein Ofen raucht, Kies 
felftein im Schub bleibt, der mag feine Frau herleihen. 

Leid 

Iſt ohne Neid. 

Leidenſchaft 

Nur Leiden ſchafft. 

Beßer geleiert 

Als gar gefeiert. 


6328. 
6329. 
6330. 


6331. 
"6332. 
6333. 
6334. 


6335. 
6336. 
6337. 


6338. 


6339. 
6340. 


6341. 


6342. 


6343. 


6344. 


6345. 
6346. 
6347. 
6348. 


6349. 


Leier — Lernen. 203 


Daß ift die alte Leier. F 
Leihen macht Freunde. 


Leih deinem Freund, 
Mahn deinen Feind. 


Was du dem Freunde leihſt, des mahnt der Feind. 

Leihen macht Freundſchaft, Wiedergeben Feindſchaft. 

Geliehen Gold wird Blei, wenn mans wiederfordert. 

Dem Leiher geht man entgegen bis ans Thor, dem Mah⸗ 
ner ſchlägt man die Thuͤr vor der Naſe zu. 

Frauen, Pferde und Uhren ſoll man nicht verleihen. 

Er geht nicht gern bei: einem Leinfeld vorüber. 

Wäre Leipzig mein, fo wollt ichs in Freiberg verzehren. 

Leipzig liegt haufen, Leipzig liegt beinnen, 

So Tann Leipzig vor Leipzig nicht Leipzig gewinnen. 

Schufter bleib bei deinem Leiſten. 

Wer die Leiter hält, ift fo fchuldig als ber Dieb. 

Wer die Leiter hinauf will, muß mit ber unterfien Sproße 
anfangen. 

Lepſch, laß nicht fchnappen. 

Lerchen laßen fich nicht unterm Hüttein fangen. 


Man lernt cher eine Sprache in der Küche als in ber 
Schule. 


Man lernt fo lange man lebt. 
Zum: Lernen ift Niemand zu alt. 
Wer audgelernt fein will, muß im Grabe liegen. 


Liebes Kind, lernft du wohl, 

Wirft du gebratner Hühner voll; 
£ernft du aber übel, 

So geh mit ben Säuen über ben Kübel. 


Lerne was, fo Tannft du was, 





3 


Lerne — Leute. 


. Lerne, fo Tannft bu was vergeßen. 


. Lerne bei Zeiten, 
So kannft du's bei den Leuten. 


. Das Lernen bat kein Narr erfunden. 


. £efen und nicht verftchen 


Iſt halbes Muͤßiggehen. 


. Wer nicht leſen Tann, muß Butten tragen. “ 
. Biel Lesmeiſter, aber wenig Lehmeifter. . 
. Man Eanır wohl leſen 


Was mon gewefen, 
Über nicht fchreiben EZ 


Was man wird bleiben. 
. Ber viel lieſt und nichts behält ift“ wie Ber fagt und 


niemals fängt. 


. Den Lettten beißen die Bunde, 

. Der Letzte macht bie Thür zu. "" 

. Der Leste hat den Sad geſtohlen. 2 
. Selm und Dieb ber Kehte. E 
. &8 Hat ber Letzte noch nicht geſchoden. rd 
. Er ift nicht der Letzte, wenn er orungeht 8** 

. Wer leuchtete ch Du warſte Ze - 
. Könnte man mit Leugnen davon kommen, ſo wärbe Nies 


. ! 
D 


and aebangen - . .., , 


. Suter Leumund ift ein zweites Erbtheil. 
. Man muß die Leute reden kopen, FZiſche: (Saͤnſe) koͤnnent 


nicht. 1. 


. Laß bie: geute riden und die Bunte hellen. 
. 3ch meinte, e8 wären lauter Eichen was die Leute veben, 


nun finds Taum Linden. 


. Einmal in ber Leute Mund kommt man ſchwer wieder . 


heraus, 


Beute — Eihtwifh, ya 


6371. Wieviel Leute, 
Soviel Häute. 


6372. Wer mit Leuten nichts zu thun haben wid, muß aus ber 
Welt ziehen. 
6373. Man muß nicht allen, 
Doc guten Leuten gefallen. 
6374. Je mehr Leute, je mehr Glück. 
6375. Wer die Leute fehreds, der muß ſich fürchten. 
6376. Leutfreßer findt wohl Eifenfreßer. 


6377. Wer den Leuten aufhilft, dem greift: man gerne an feine 
Buͤrde. 


GATE. Dan ſieht an ben. deutan hin, as Ku in dig dautz 
hinein. 
6379. Vo Ler veran, 
Da Fraus Geſpann. 
6380. Licht iſt Licht, 
Siehts gleich der Blinde nit, 
6381. Setzt man fein Licht zu hoch, ſo Läfchts “s Bein, 
Zu niehen, ſo oöſcht 28 ein Kind, 
6382. Bei Sage darf man kein Licht auffſtecken. 
6383. Wer das Licht zu knapp fehneuzt, der lboͤſcht 48. 
6384. Er put gern das Licht, er wird wollen ein un! Weib 
baben- 
G6386. Lichter Tag, lichte Yugen: 
6386. Ich will euch das Licht halten und zuſebn— 
6387. Man ſoll fein Licht nicht umtern Scheffel fallen: 
6388. Wers Licht ſcheut, hat nichts Qutes im Sien. 


6389. Lichtmifs, 
Winter gewiſs. 


BR 
6A 


6429. 
6430. 


6431. 


6432. 
6433. 
6434. 
6435. 
6436. 
6437. 


Liehs 
Lieb empfindet keine Arbeit. 
Liebe lehrt tanzen. 


Lieb und Noth .... .. 2084 
Hat kein Gebot. 


Wer Lieb erzwingt wo Teime: # 
Der bieibt ein Narr zu aller Friſt. 


Beer wenig mit Liebe als viel mit Faͤuften. 
Wenig mit Liebe, Viel mit Kolbe! ., Be 
Gezwungene Liebe und gemalte Wangen dauern v aicht. 
Die Liebe trinkt nicht Rothwein. 

Wider die Liebe ift Fein Kraut yewachfen. 

Lieb und Gefang | 


- Kennt keinen Zwang. 


6438. 


6439. 


6440. 


6441, 


6442. 
6443. 
6444. 


6445. 
6446: 
6447. 
6448. 


Lieben und Singen 

Laͤßt fich nicht zwingen. 

Lieben und beten 

Laͤßt fich nicht nöthen. 

Liebe, weiß vegborgne Wege. 

Lieb und Rauſch 

Schaut zum Fenſter aus. 

Wer Liebe bergen will, dem kriecht ſie an den Xugen 
heraus, 

Lieb, Feuer, Huften, Kräte, Gicht 

Laßen ſich verbergen nicht. 

Stroh in Schuhen und Lieb im Herzen guden uberan 
heraus. 

Lieben und Huſten laͤßt ſich nicht verbergen. BEE 

Die Liebe macht Lappen. " © - 

Die Liebe iſt blind und "macht: bimb. :- au ae?) Pe Se 

Wo die Liebe binfänt, d da bleibt fe Inn und wär es ein 
» Mifthaufen. on 


6449. Die Liche ift wie ker hau, fie ſallt ar ak vub Ru 
fladen.. 

6450, Liebes geht über Schoͤnes. 

6451. Es geht mehr Liches zur Kirche ala Schönes. 

6452. Was lieb ift, das ift:Tchön. :' 

6453. Wer liebt, weiß wohl was er begehrt, aber nicht was 
es ift: 1*4i Gr 


6454. Benn die die Liber: —9— Brille vu | fo aa du 5 
. dem. Mohren einen: ingel. 


6455. Der Liebe Mund 7. -i 
Käfst auch ben Hund. a 
6456. Keinem ift fein Liebhen ungeftalt.  .. . 
6457. Was thut die Liebe nicht, fagte jener Schneider, ba Tüfate 
er einen Bock zwifchen die Hörner. 
6458. Aus Liebe frißt der Wolf das Schaf. 
6459. Aus Liebe zum Zalg ledt bie Katze den Leuchter. 
6460. Wo Liebe fehlt, erblidt man alle Fehler. 
64608. Waßer geht durch Stiefel, Liebe duch Handſchuhe. 
6461. Die Augen find der Liebe Thür. 
6462. Lieben und Buhlen fängt im Geſicht an. 
6463. Liebe hat ihren Si in den Augen. 


6464. Lieb ohne Geficht a 
Gar leicht zerbricht. I Er Er 
RB: Die Sieb iſt ſ Is LEBE UT 5 ZUR rt — 


Bis ihre wachfen Händb und Fuͤß. ee 
6466. Weber wie noch Immenfob# 1: * 
Iſt der Liebe Loſunggwort. . a ara 
64T. Wenn die LicbsrW zunaͤhme wie fie abnimmt, he frus⸗ 
ſich⸗ die Eheleute vor Liebe. 


6468. Klopft die Noth an, fo thut die Liebe die CHF nf 


"lebe ° 


). Liebe. findet mar nicht auf dem Markte feil: 
. Liebe kann viel, Geld Tann Alles. We 
. Wer aus Liebe heiratet, hat gute Nächte und üble Tage. 
. Bon ber Liebe kann man nicht sin, | 
. Ohne Wein und Brot “ 


J 


Leidet Liebe Noth. 


. Alte Liebe roſtet nicht. 
. Alte Liebe roftet nicht und wenn fie gehn Jahr im Schorn⸗ 


ftein hienge. 


. Der Menſch liebt nur einmal, ' 

. Wo Liebe, da ift Treue. 

. Wo man Liebe fät, da wächft Freude, 

. Wer ohne Biebe Lebt, 'iſt lebendig tobt. 

.Wo man Liebe fäet, da wählt Freud empor. 

. Liebe ift der gröfte Reichthum. 

. Liebe erfüllt die Welt und mehrt den Himmel, 
. Es ift nichts Liebered auf Erden 


Als Frauentiebe, Wems Tann werden. 


. Rechte Liebe wird vergnügt, 


Wenn fie ihres Gleichen Triegt. 


. Auf Lieb und Gewinn " 


Steht aller Welt Sinn, 


. Gekraͤnkte Liebe hat einen Freund im Himmel. 
. Der Liebe Wunden Tann nur heilen, ber fie ſchlug. 
. Liebesftüd 


Sft kein Diebesftüd. 


. Ber Liebe ſtiehlt, ift Fein Dieb. 
. Der Liebe und dem Feuer muß man bei Zeiten wehren. 
. Liebe 


Ergiebt fi keinem Diebe. 


Liebe — VBiedchen. 20 


6492. Liebe, Diebe und Furchtſamkeit machen Goſpenſter. 1-12: 
6493. Es liebt ſich 
‚. Oder es diebt ſich. 
6494. Liebe und Herrichaft 
Leiden nicht Gefellichaft. 


6495. Jaͤhe Liebe, lange Feindſchaft. 
6496. Liebe ift der befte Wächter. 
6497, Siebe ift die. beſte BHut.  ... on 
6498. Liebe hat ein gut Gedächtnifs. 

6499. Liebe kommt der Bitte zuvor. 

6500,. Wenn Lieber kommt, muß Leider weichen. 

6501. Liebe fängt bei fich felber: an, 

6502. Die Liebe geht unter fich, wicht über ſich. 

6503. Du bift mir fo lieb, 

| Wie dem Müller. der. Dieb.. 


6504. Liebe. macht. Loͤffelhalz 
Aus manchem jungen Knaben ſtolz. 


6505. Liebhaber kommen immer der Glade zuvor. 
6506. Einem Liebhaber ift nichts zu ſchwer. 
6507. Was geliebt will werden, muß ſich darnach ftellen. 
6508. Wer dich ungewöhnlich liebkoſt, hat dich beteogen ober 
will dich betrügen. 
6509. Kurzes Bied iſt bald gefungen. a 
6510. Sin gut Lieb -mag man breimal fingen. . | ‚ 
6511. Kein fo gut Lied, 
Man wird fein müb. 
6512. Ein gut Lieb foll men: nicht außfingen.. . 0 ne 
6s 12⸗ Man ſingt auch nicht, alle: Sichchen aber. 5 2, ren 
6513. Wenn man das Lieben zu. eh. arſanst⸗ ro ernent man 
im Singen. :. .2 


38* J ts 





Aeber — Lob. 


ae: Sieber ſingt man gem. : trat 
. Jedermann fingt das Lieblein bem 8* unter ber Ru 


ulies 22.2205. 


. Liedlohn fehreit zu Gott im \ Ofen, 

. Wer da liegt, über ben läuft ae Wett Hin. 
. Wer da liegt, dem Haft Nkemand auf. 

. Wer ftille liegt, der if tobt. 

Da liegt es, fagte jene gute Magb, da entfiel ihr das 


Kind beim Lanze. 


. Liegt er, fo giebt er: Täg er nit, fo gAb er nicht. 
. Er ift fein fo mild, wie St. enrhard feines Eiſens: we 
giebt es Niemand, es ftehl «8 ihm benn ein Dieb, 


. Was die Einte thut, laß die Rechte nicht wißen. 
. Die linke Hand geht von Herzen. 

. Wäre kein Links, fo wäre Tein Rechts, 
. Wir haben auf dich gewartet mit ber linken Hand, 
. Links und Rechts, wie die Carthäufer⸗-Katzen. 
. Lift geht über Gewalt. 

. Lift thut mehr denn Stärke. 

. In Eiften iſt der Einfättige neunfältig. 

. Mannesuift ift behende, 


Weiberlift bat kein Ende. R 


. Lift gegen Lift, oo 
. Lift wird mit Liſt bezwungen. - 
. zift 


Macht guten MIR. 


. Lobemadt einen Anfang zur. Freumiſheft. 
. £oben iſt nicht Lieben. 


Lob wird manchem todten Raun, 


Der Lob im Leben nie gewann. 


Et Re: 8 


6538. sent du gelobt Fein, -fo- Rich, wan du verachttt ſein, ſo 
sn heirate. 
6539. 806 ift leichter zu erlangen als vw erhalten. 
6540. Nichts veraltet «hr, 
Denn Leb und Ehr. 
6541. Lob ohne Maß hat keine Ehre. 
6542. Mer ein Ding. zuviel lobt, dem traue nicht. 
6543. Lobe, daß du Lönneft fchelten, 
Schelte, daß du Tönneft loben. 
6544. Es mag licht, daß Einen ein Bauer lobt, 
6545. Des Poͤbels Lob 
Halt nicht die Prob. ’ 
6546. Es ift eine Sande was ber Poͤbel lobt, 
6547. Lob 
Iſt der Thoren Prob. 
6548. Eigenlob, | 
Narrenprob, 
6549. Eigenlob ftinkt, 
Eigehruhm hinkt. 
6550. Eigenlob 
St zu grob. 
6551. Eigenlob ſtinkt, 
Freundes Lob hinkt, 
HVeinbes Lob klingt. 
6552. Fremd Lob iſt wahr 
Und dauert wohl ein Jahr. 
"6553. Eigenlob riecht nach limburger Kaͤfe. 
0554. Wer ſich fetber Yoht,; muß able Nachbarn haben. 
6555. Er lobt fi, weil feine Nachbarn wi zu Haufe ſind ind. 
W556. Sich ſelber loben Niemand fol 
Den Guten loben Andre wohl. W 


Lob — 20. 


6557. Wer fi felber lobt, heißt der. Läfterlin. 


6558. 
6559. 
6560. 


6561. 


6562. 
6563. 


6564. 
6565. 


6566. 


6567. 


6568. 


6569. 
6570. 
6571. 


6572. 


6573. 


6574. 
6575. 
6576. 


6577. 


Wer ſich felber lobt, den haßen Biele. 

Falſches Lob, gewifler Spott. 

Das Werk Iobt ben Meifter. - 

Man fol Einen da loben, wo er hübfch if. 

Lobe den Narren, fo ſchwillt er. 

Mit Hunden fängt man Hafen, mit Lob die Narren und 
mit Geld die Frauen. 

Jeder lobt das Seine. 

Ein Ding wohl gelobt ift halb verkauft. 

Ber feine Frau lobt und fein Gompoft, ber wär fie beibe 
gerne los. 


Wer Einen lobt in praesentia, 
Und fchimpft in absentia, 
Den hol die Pestilentia. 


Wer alle Löcher will verftopfen, 
Den foll man mit ber Peitiche klopfen. 


Kleine Löchlein machen das Schiff voll Waßer. 
Man foll ed bei den alten Löchern laßen. 


Werd bei den alten Löchern bewenden läßt, braucht nicht 
neue zu bohren. 


Wie mans ind Loc) hinein ſchreit, fo rufts wieder heraus. 


Will Einer zu fchnell mit dem Künkel ins Schloß, fo 
kann er das Loch nicht finden. 


Nifnaf konnt 'sLoch nicht treffen: 

Zu Einem Loche muß es doch heraus, 

Wenn dad Loch unter ber Naſe zu wäre, wie bem Froſch 
nah St. Jacobs Tag, fo bliebe viel unterwegen. 

Ich will dir zeigen wo der Zimmermann ein Boch ges 
laßen hat. . 


6578. 
6579. 


Boch 4 Löffeln zos 


Er hat Ein Loͤch zurück geſteckt. „1.3 Fe uud oo d 
Es ift kein Loch, er weiß einen Nagel bazu. 


65798.88 ift noch eine Beer im Loche nm dan a 


6580. 
6581. 


6582. 
6583. 
6584. 
6585. 


6586. 
6587. 


6588. 
6589. 
6590. 


6591. 
6592. 


6593. 
6594. 
6595. 
6596. 
6597. 
6598. 


6599. 


Ein Lodoogel fingt den andern ins Garn. J 


Ein Löffel‘ voll That 

Iſt beßeg als ein Scheffel voll Rath, : a 

Ein folcher Löffel. gehört in ſolch Futteral⸗ 

Stel deinen Löffel nicht in ambrer Leute Töpfe. 

Wo der Löffel ausreicht, da bebarf es ber Kelle nicht. 

Man fol den Löffel nicht -aus der Hand geben bis man 
ſelbſt gegeßen hat. 

Dieweil der Löffel neu iſt, braucht ihn der Koch; wird er 
alt, ſo wirft er ihn weg. 

Eh man den Loͤffel zum Munde bringt, kann ſich viel be⸗ 
geben. 

Er hebt den Loͤffel auf und zerbricht die Schüßel. 

Lurz leck den Loͤffel. 

Man muß es nehmen, weils der Löffel giebt. 

Man muß mit Einem Löffel nicht zwei Suppen zugleich 
verkoſten. 

Wenn man dich und den Löffel nicht haͤtte, ſo muͤſte man 
die Suppe trinken. 

Sch. bins fo ſatt als hätt ichs mit. eöfeln gegeßen. 

Er hat die Weisheit: mit Schaumloͤffeln gegeßen. 

Wenns Brei regnet, fehle mir der Löffel, 

Er hat keinen Löffel dabei zu waßchen. 

Nun weiß Ich meines Löffels einen Stiel * 


Löffeln und witzig fein 
Stimmen felten übezein, 


Loͤffeln macht Hochzeit. 


Dtſche. Volksb. Sr. WB. 20 





306 Sohn — Lübeck. 

6600. Lohn | 

Macht in der Kirche großen on. 

6601. Guter Kohn macht hurtige Hände. 

6602. Wie der Lohn fo die Arbeit, 

6603. Wer ungebeten zur Arbeit kommt, geht ungelohnt davon. 


6603*. Der Lofer an der Wand . 
Hört feine eigne Schand. 


6604. Löfche bei Zeit, eh das Heuer zum Dad) ausſchagt. 
6605. Das Looß ſtillt den Hader. 


6606. Deinen Lohn folkft du nicht wißen. 

6607. Wie man den Meifter lohnt, ſo wiſcht er das Schwert. 

6608. Lotterielooße find Eingangszettel ind Armenhaus. 

6609. Was der Löwe nicht Tann, das kann ber Fuchs. 

6610. Vo die Löwenhaut nicht ausreicht, da Tnüpft man den 
Fuchspelz daran. 

6611. Iſt der Löwe todt, fo rauft ihn auch der Hafe beim 
Bart. 

6612. Den .todten Löwen kann jeder Hafe an der Mähne zupfen. 


6613. Mancher rauft den todten Löwen beim Bart, ber ihn les 
bend nicht anfehen durfte. 


6613*. Auch der Löwe muß fi vor ber Müde wehren, 
6614. Zu Haufe Löwen, im Treffen Dafen. 
6615. Das Löwenmaul hat ein Haſenherz. 
6616. Ein Löwe geht mit keinem Dafen ſchwanger. 
6617. Der Efel wills mit dem Löwen aufnehmen. 
6618. Wenn der Löwe brüllt, jo zittert der Wald. 
6619. Lübifch Recht, 

Gluͤpiſch Recht. 


6620. Luͤbeck iſt in Einem Tage geſtiftet, aber nicht in Einem 
Tage gebaut. 


Lübel — Lügner. 307 


6621. Lübel ein Kaufhaus, Hamburg ein Brauhaus, Braun⸗ 
ſchweig ein Rüftbaus, Lüneburg ein Salzdaut, Halber⸗ 
ſtadt ein Pfaffenhaus. 


6622. So ſchreibt St. Lucas nicht. 


6623. Es geht heimlich zu, St. Lucas ſchreibt nicht viel davon, 
6624. Draußen ein Luchs, daheim ein Maulwurf. 


6625. Die Luft macht keibeigen. 
6626. Von der Luft kann man nicht- leben. 


6627. Lügen 
Daß fi die Balken biegen. 


6628. Lüg und Trug. 
Iſt der Welt Adler und Pflug. 


6629. Auf eine Lüge 
Gehört eine Fliege. 


6630. Auf eine Lüge gehört eine Maulfchelle. 

6631. Zu grober Lüge foll man pfeifen, 

6632. Auf eine große Lüge gehört eine grobe Ohrfeige. 

6633. Wer lügen will, muß ein gut Gebädhtnifs haben. 

6634. Wer lägen will, vergeße vor Ende nicht feined Anfangs. 

66342. Wer lügen will, der ſolls nicht krumm brehen, damit ers 
auch fiebern koͤnne. 

6635. Die Lüge hängt zufammen wie Sand, man Tann ihn nicht 
ballen. 

6636. Lügen zerſchmelzen wie Schnee. 

6637. Lügen haben kurze Beine. 

6638. Jede Lüge will zehn andre zum Zutter haben, wenn ſie 
nicht flerben fol. 

6639. Zu einer Lüge gehören immer fieben Lügen, 

6640. Eine. Lüge fchleppt zehn andre nad) ſich. 

6641. Der Lügner fängt fich felbft in feiner Lüge. . 

20* 


308 Lügen. 


6642. Es ift feine Lüge oder fie bat einen. Boden, 

6643. Die Lüge bedarf gelehrter, die Wahrheit einfältiger Leute, 

6644. Was man heraus Lügt, kann man nicht wieder hinein lü- 
‚gen. 

6645. Allein Lügen am Beften. 

6646. Aus der Ferne ift gut lügen. 


6647. Wer lügen will, fol von fernen Landen lügen, fo Tann 
man ihm nicht nachfragen. 


6648. Der weit gewandert {ft und alt, 
Mag wohl lügen mit Gewalt. 
6649. Wer von fernen Landen lügt, ber lügt mit Gewalt. 
6650. Großen Herren, Fremden und Alten 
Pflegt man Züge für gut zu halten. 
6651. Wer lügen will, mag Wunder fehen. 
6652. Wer gern Lügt, Tann viel Neues fagen. 
6653. Wer gern lügt, ftiehlt auch gern. 
6654. Wer lügt der flieht, wer ftiehlt der Lügt. 
6655. Wer beginnt mit Lügen, 
Endet mit Beträgen. 
6656. Zeig mir den Lügner, ich zeig bir den Dieb. ’ 
6657., Lügen und Stehlen gehen mit einander. 
6658. Der Lügner und der Dieb wohnen unter einem Dache. 
6659, Lügen, Buhlen und Stehlen hängen an einanber. 
66592. Er lügt wie wenns gedrudt wär, - 
Und fliehlt wie wenns erlaubt wär. 
6660. Der Lügner trägt des Teufels Livre. 
6661. Lüge ift die erſte Staffel zum Galgen. 
6662. Hülfe Lügen, fo würde keiner gehangen. 


6663. Dem Lügner fieht man fo tief ins Maul als dem Wahr: 
. fager. 


Lüge — Lumpen. 309 


6664. Sag eine Lüge, fo hörft du die Wahrheit. 

6665. Wäre Lügen fo ſchwer wie Steine tragen, 

Würde Mandyer lieber die Wahrheit fagen. - 
6666. Lügen in allen Formaten ift eine große Bibliothek, 
6667. Wer viel fchwast, lügt viel, 

6668. Lügen ift der Leber gefund. 


6669. Wenn die Lügner ſchwören, 
Wollen fie dich thören. 


66692. Es gehen viel Lügen in einen Sad. 


6670. Mit Lügen und Liften 
Füllt man Sad und Kiften. 


6671. Wenn die Lüge Ealt wird, fo ſtinkt fie. 

6672. Lügen und Lawinen wachſen immer. 

6673. Mancher lög einen ganzen Tag und fländ auf Einem Bein 
Dazu. i 

6674 Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht 

Und wenn er auch die- Wahrheit fpricht. 

6675. An Bügen gewinnt man nicht, denn daß man ihm näch⸗ 
ſtens deſto weniger glaubt. 

6676. Hätt ihn die erfte Lüge erſtickt, er wäre längft todt. 

6676*. Wenn Lügen lündſch Tuch wäre, wär es nicht ein Wun⸗ 
der, daß er ſchöne Kleider haͤtte. 

66766b. Wenn Lügen welſch wär, er gäb einen guten Dollmetſch. 

6677. Er kann fliegen — ohne f. 

6678. Lumpen gehen dreizehn aufs Dutzend. 

6679. Wenn die Metzen wähnen, es wären Lumpen, ſo ſind es 
Zumpen. 

66798. Es geben nicht alle Lumpen Papier. 

6679. An einem ſchmutzigen Lumpen kann man fidh nicht fauber 
wafchen. 


310 


6680. 


Zump — Luflig. 


Der Lump gilt nichts wo die Leute theuer find. 


66802. Je größer Lump, je größer Gunſt. 
6680. Wenn die Herren bauern und bie Bauern herren, fo gen 


6681. 
6682. 


6683. 
6684. 
6685. 


6686. 
6687. 


6688. 


6689. 
6690. 


6691. 


669. 
6693. 
6694. 
6695. 
6696. 


6697. 
6698. 


6699. 


Lumpen. 


Dem Lümpli 
Das Stümpli. 


Lüneburger Haide 
Armer Wichtel Weide. 


Er hat Lunte gerochen. 
Er ftedt voll Lurren und Schnurreu. 


Luft und Liebe zu einem Ding 
Macht alle Müh.und Arbeit gering. 


Wozu der Menſch Luft hat, dazu hat er auch Andacht. 
Wozu Einer Luft und Liebe hat, das befcheert ihm Gott. 


Wozu einer Luft und Liebe hat, des bekommt er fein Lebs 


tag genug. 

Aus Luft küſst Einer die Kuh wo fie hübſch ift. 

Wenn auf Luft nicht Unluſt folgt, fo ift es eine gute Luft. 

Wer den Lüften nicht das Meßer an bie Kehle fegt, den 
bringen fie um. 

Die Luft baut das Land. 

Luft ſchafft Leute. 

Kurze Luft, lange Reue, 

Zuviel Luft bringt Unluft. 

Keine Luft ohne Unluſt. 

Luftig gelebt und felig geftorben 

Heißt dem Zeufel die Rechnung verborben, 

Luftig in Ehren 

Darf Niemand wehren. 

Luftig fein ift des Weins Gerechtigkeit. 


Luſtig — Maͤchtig. 311 


6700. Luſtig! Morgen haben wie wieder nichts! 
6701. Luſtig! der Vater bat das Paus verkauft, die Mutter bie 
Scheuer abgebrannt. - 
6702. Luſtig! über hundert Sabre And die Heiden hier! 
6703. Doctor Luthers Schuhe find nit jedem Dorſprieſter ge⸗ 
recht. 
6704. Hätte Lyra nicht geleiert, hätte Euther nicht getanzt. 
6705. Haͤtt Lyra nicht über die Bibel gefchrieben, 
So wäre Luther ein Efel geblieben. 
6706. St. Eupen 
Macht den Tag ftugen. 


67068. Luzern fest zu Beromünſter die Chorherrm, Bern giebt 
ihnen ben Unterhalt und Zürich verſteht fe mit fchönen 
Koͤchinnen. 


mM. 


6707. Was Einer ift, das Tann man aus ihm machen. 
6708. Machſt dus gut, 
Daft dus gut; 
Machſt dus fchlecht, 
Geſchieht dir recht. 
6709. Mach dich nicht gemein, 
Willſt du werth gehalten ſein. 
6710. Macht und Will 
Koͤnnen viel. 
6711. Ohne Macht eitler Zorn. 
6742. Vereinte Macht bricht Burg und Strom. 
6713. Dem Maͤchtigern zürnen ift Thorheit. 
6714. Der Mächtige ſteckt den Andern in den Sad. 


312 


6715. 


6716. 
6717. 


bris. 
6719. 
6720. 
6721. 
6722. 


6723. 
6724. 


6725. 


6726. 
6727. 


6728. 


6729. 


‘6730. 


Mächtig — Mädchen. 


Wer maͤchtig iſt, wird auch vermeßene 

Große Fiſche die kleinen freßen. 

Mädchen ſagen Nein und thun es doch. 

Ein Maͤdchen bekommt fo leicht.einen Leck 

Als ein weißes Kleid einen Fleck 

Ein Mädchen muß nicht fo lange müßig hen als eine 
Taube ein Korn aufnimmt. 

Ein Maͤdchen muß von einer Beben | über drei Ziune 
ſpringen. 1: 

Ein gut Pferd fucht man im Ost, ein brav o meben in 
feinem Baus, 

Die Erſte in ber Kirche; die Behte betm Zanz, 

Sind zwei Blumen im Maͤdchenkranz. 

Faule Drädchen, 

Lange Faͤdchen. 

Wenn Mädchen bitten, fo gewähren die Männer. 


Bevor bie Mädchen flüde, 
Sind fie voller Tüde. 


Wen ein Mädchen lachet an, 
Den will fie drum nicht aldbald han. | 


Em Mädchen macht feinen Zanz. 

Bei Mägdlein von achtzehn Jahren " 

Mit ſchwarzen Augen und gelben Haaren 

Mit weißen Händen und ſchmalen Lenden, : : : 

Mag Einer wohl fein Leben enden. 

Friß Dred und ſch— Gold, u 

So werben bir die Maͤdchen Halb... , : » - 

Rüben nach Chrifttag, Aepfel nad -Offern und madchen 
über dreißig Jahr haben den beſten Geföpmad verloren. 

Unter ung Mädchen geſagt. ut 


6731. 


Mag — Magen. 313 


Was ich nicht mag 


. Wird mir alltag. 


6732. 
6733. 
6734. 


6736. 


6737. 
6738. 
6739. 
6740. 
6741. 


6742. 
6743. 


6744. 


6745. 


6746. 
Er.kann Kieſelſteine vertragen. 
6747. 


Gute Magd wird gute Frau. 

Fettes Mögdltin, magere Frau. 

Wenn die Magd Frau wird, jagt fie den Heren aus dem 
Haufe, 

Eine Magd, die giebt, beut aus die Chr, 

Eine Magd, bie nimmt, verkauft die Ehr: 

Eine Magd, die will in Ehren leben, 


Die ſoll nicht nehmen und nicht geben; 
6736. 


Wenn ich dir zu Willen wär, wie wollten wir die Sau 
anbinden? ſprach die Magd, ald ber Kur im Wald 
feinen Antrag ‚nicht mehr wieberholte, - 

Ich habs gefunden wie Archimedes — die Masd beim 
Knecht. 


Erſt der Magen, 

Dann der Kragen. 

Man fieht nicht in den Magen, 
Wohl aber auf den Kragen. 


Nicht Alles dient dem Magen, 
Was angenehm dem Kragen. 


Auf vollem Magen 

Steht ein freöhlicher Kragen. 

Iſt der Magen fatt, wirb das Herze teabuch 

Leichter Magen, ſchwerer Sinn. n 

Hat ſich der Magen geſchloßen, ſo kann noch etwas zum 
Schlüßelloch hinein. 

Der Magen ift ein offener Schaden, 


Er hat einen pommertſchen Magen, 


Es kommt Alles in Einen Magen. 


914 Magern — Mal. 


6748. Dem Magern gehn leicht die Hoſen herunter. 


6749. .Kannft du nicht werben Magifter,: 
So bleib ein Küfter. 


6749. Man giebt Feinem Mäher ben Lohn, ex hab ihn bin ver 
dient. 


67495. Mer zuerft mäht, wohl mäht. ' 

6750. Dan fol ihr ein Mahlſchloß vors Maul legen. 

6751. Scharfe Mahner machen gute Zahler. 

6752. Der Mahner fol nicht gleich den Beutel mitnehmen. 

6753. Je ärger der Mahner, je fchlimmer der Zahler. 

6754. Die beften Mahner find bie ſchlimmſten Zahler. 

6755. Mährrettig ift dem Magen ein Pflafter, den Yugen ein 
Lafter. 


6756. Mai kühl und naß 
Füut dem Bauern Scheur und Faß. 


6757. Maimond kühl und Brachmond naß 
Fuͤllt den Boden und das Faß. 


6757,. Ein kühler Mat 
Gut Geſchrei. 


5758. Maitag ein Rabe, 

Johannis ein Knabe. 
6759. Den Mai muß man nehmen, wann er kommt und kaͤm er 

zu Weihnadten. . 

6760. Wenn ber Mai ein Gärtner ift, iſt er au ein Bauer. 
6761. Kein Mai währt fieben Monate. 
6762. Im Mai gehn Huren und Buben zur Kirche. 
6763. Knappen= und Pfaffen: Chen werben im Mai gemadht. 
6764. Wem man nicht hold ift, bem ftedt man keine Maien. 
6765. Ein gutes Mal ift henkenswerth. 
6766. Beßer ein Mal getheilt als ein Mat verfehlt. 


6767. 


6768. 
6769. 
6770. 


6771. 


6772. 


Malzeit — Männer. 315 


Wer nicht fomme zu rechter Zeit, 
Der ift feine Malzeit queit. 
Zwei Malzeiten fchlagen ſich nicht. - 
Köftlihe Male heißen Sifelmale, 


Kurze Abendmalzeit 
Macht lange Lebenszeit. 


Wer nicht malen kann, muß Farbe reiben. 


Er ift ein kluger Maler, gerathen ihm die Engel nicht, fo 
. macht er. Zeufel daraus. 


6772°,. Maler und Poeten find Freiherrn. 


6773. 
6774. 
6775. 


6776. 
6777. 
6778. 


6779. 
6780. 


Der Maler kennt die Farben am beften. 

Bo der Malzſack fteht, Tann dee Roggenfad nicht ftehen. 
Niemand lebt ohne Mängel, 

Wir find Menfchen, keine Engel. 

Wer wohl mangeln kann, der Tann wohl haben, 

Das Mangelholz hängt ihm vor der Thür. - 


Mann und Weib 
Sind Ein Leib. 


Der Mann ift das Haupt, bie Frau ſein Hut. 


Mann ohne Weib 
Haupt ohne Leib; 


Weib ohne Mann 


6781. 
6782. 


6783. 
. 6784. 


6785. 


Leib ohne Haupt daran. 

Mann und Weib 

Haben kein gezweites Gut zu ihrem Leib. 

Mann, nimm beine Bau, 

Ernähr beine Frau. 

Dem Mann ift es keine Ehre, eine Frau zu ſchlagen. 

Wenn der Dann bie Frau einmal fhlägt, ſchlaͤgt er fie 
mehr. 

Männer follen reden, Frauen ſchweigen. 


316 Mann. 


6786. Der Mann (gehört) in den Rath, 
Die Frau ind Bad. 


6787. Die Männer beim Schmaufe, 
Die Weiber zu Hauſe. 


6788. Der Dann zerbricht die Häfen, die Frau die Schuͤßeln. 
6789. Ich bin Herr, ſagte der Mann, da ſaß er unterm Tiſche. 
6790. Des Mannes Mutter, der Frauen Zeufel, 
6791. Kluge Männer ſuchen wirthliche Frauen. 
6792. Iſt der Mann unvorfictig und bie Frau eine Thoͤrin, fo 
geht Alles den Krebögang. 
6793. Ein Mann wiegt zehn Weiber auf. 
6794. Ein Mann Tann ſich cher zu Tode grämen als eine Frau. 
6795. Der Mann Tann nit fo viel zum Thor herein bringen 
als die Frau zum Dinterpförtchen heraustragen. 
6796. De Mann mott wol Alles eten, 
Aber nig Alles weten. 
6797. Der Mann wird reich, dem die Frauen übel gerathen und 
die Immen wohl. 
6798. Der Männer Ehr ift auch der Frauen Ehre, der Frauen 
Schand ift au der Männer Schande. 
6799. Mein Mann ift auch etwas im Kartenfpiel, fpricht bie 
Frau, wenn er Rathöherr ift. 
67998. Die Lange Haar am Hals hat, befommt einen reihen Mann. 
6800. Alles kommt an den Mann, nur Ich nicht, ſprach das 
Mädchen. 
68008. Mutter, ih muß einen Mann han, oder ich zund 'sHaus an. 
6801. Hätt ich nur erftlich einen Mann, 
Was gehn mid andre Jungfern an? 
6802. Rimmft du einen Mann, 
Um dein Glüd ifts gethan. 
6803. Guter Mann ift guter Seide werth. 


Mann — Mantel. 317 


. Wie der Mann, fo berät man ihm die Wurft. 
. Darnad) ber Mann gerathen, 


Wird ihm die Wurft gebraten, 


. Darnach der Mann if, brät man ihm den Hering. 
. Darnady Mann, darnach Gunſt. 
. VBerzagter Dann 


Kam mit Ehren nie vom Plan. 


. Ein Mann foll immer mehr wollen alö er leiften Tann. 
.Es ift kein Mann, 


Er hat einen Wolfszahn; 
Es ift keine Frau, ' 
Sie bat ihn au. " u 


. Kein Mann ohne Wolfsrahn, kein Roſs ohne Tuͤcke, kein 


Weib ohne Teufel. 


. &8 ift kein Dann fo eine, 


Er hat der Zeufeldabern eine, 


. Der ifi der Mann, 


Der fi felbft regieren Tann. 


.Was der Mann Tann, 


Zeigt feine Red an. 


. Eines Mannes Rede keines Mannes Rede: 


Man fol fie billig hören beede. 


. Des Mannes Sinn 


Iſt fein Gewinn. 


. Männlein hat Manneöherz. 
. Mannlich wehrt fi) unrechter That. 
. Ein Mantel und ein Haus beden viel Schande. 


. Der Mantel iſt des, den er decktz die Welt bes, der ihrer 


genießt. 


. Man foll den Mantel kehren nach dem Winde (wie das 


Wetter geht). 





318 Mantel — Master. 


6821. Wenn die Sonne ſqheint, nimm den Mantel mit auf die 
Reiſe. 
6822. Aus altem Mantel wird ein neues Wemms. 
6823. In Marbach ſind gute Geſellen. 
6824. So lange die Froͤſche quacken vor Marcustag, 
So lange fchweigen fie darnach. 
6825. St. Margarethe 
Pifst in die Nöte (Nüße). 
6826. Mariechen bläft das Licht aus, 
Michel ſteckt es wieder an. 


6827. Maris Himmelfahrt Sonnenfchein 
Bringt guten Wein. 


6828. Alte Markfteine foll man nicht verrücken. 
6829. Markt lehrt kramen. 


6830. Wer den Markt verfäumt, dem Tentägt man feinen neuen 
Kram auf. 

6831. Ein Mann madt keinen Markt. 

6832. Man muß kaufen weil Marft ift. 

6833. Rühme den Markt nicht bevor er gehalten ift. 


5 6834. Später Markt wird gern gut. 


68344. Auf einen böfen Markt gehört ein guter Muth. 

6835. Wie der Markt, fo ber Zoll, 

68358. Dad Nachgeld macht den Markt, 

6836. Wer auf dem Markte ſingt, dem bellt jeder Hund ins 
Lied. 

6837. Auf dem Markte lernt man bie geute beßer kennen ale im 
zempel. 

6838. Der Markt lehrt dichs, nicht der Tempel. 

6839. Nach der Marterwoche kommt Oftertag. 


Marter — Mir. 319 


6840. Die Marterwoch laß ſtill vergehn, 
Dein Heiland wird ſchon auferftehn. 
6841. Des Teufels Märtyrer I leiden viel mehr ald Gottes Mär: 
tyrer. 
684120. Du heiliger St. Martin! Sie opfern bir einen Pfennig 
und ftehlen dir ein Dferd! . 
6842. St. Martin war ein milder Mann, 
Trank gerne Cerevisiam 
Und hatt er nicht pecuniam, 
So ließ er feine tunicam. 
6843. St. Martin 
Macht Feuer im Camin. 
6844. Der März 
Schüttelt den Sterz. 
6845. Nimmt ber März 
Den Pflug beim Sterz, 
Hält April 
Ihn wieder ftil. 
6846. Was der März nicht wilh, 
Das frißt der April. 
6847. Der März 
Nimmt alte Leute beim Sterz. 
68478, Im Maͤrzen 
Spart man die Kerzen. 
6848. Maͤrzenſchnee 
Thut der Frucht weh. 
6849. Naßer Maͤrz 
Iſt Bauernſchmerz. 
6850. Ein Loth; Maͤrzenſtaub iſt einen Ducaten werth. 
6851. Märzenftaub 
Bringt Gras und Laub. 
6852. Märzendonner macht fruchtbar. 


320 Mär — Maß. 


' 


6853. Wenns im Märgen bonnert, fo wirds im Winter fihneien'. 
6853°. So viel Nebel im März, fo viel Wetter im Sommer. 
68536. Trockner März, naßer April, Tühler Mai 

Füllt Scheuer und Keller und bringt viel Dem 
6854. März nicht zu troden, nicht zu naß 
Füllt den Bauern Scheur und Faß. 


68542. Zu Anfang oder End 
Der März fein Gift entfendt. 


6855. März grün, 
Sungfrau kühn. 


6856. Maß trägt aller Tugend Krone. 

6857. Maß ift zu allen Dingen gut. 

6858. Maß und Ziel 2 
Iſt das befte Spiel. 


6859. Halte Maß und geben and Ende! 
6860. Zedem ift fein Maß beftimmt zu trinken und zu buhlen: 
thut ers bald, fo ift er früh fertig. 
6861. Mäßig wird alt, 
Zuviel ftirbt bald. 


6862. . Mäßigkeit ift die befte Arznei. _ 
68620. Mäßigkeit erhält ben Leib. 


68625. Mäßigkeit erhält, Gerechtigkeit nährt, Mannheit wehrt, 
Weisheit regiert. 


6863. Tägliche Maͤßigkeit iſt das beſte Faſten. 


6864. Alles mit Maß, ſagte der Bauer, da trank eine Maß 
Branntwein. 


6865. Alles mit Maß, ſagte der Schneider, da flug er feine 
Frau mit der Elle tobt. 

6866. Wenn das Map voll ift, fo läufts über. 

6867. Wenns Maß voll ift, ſchuͤttelts Gott um. 





6883. 


6884. 


Maß — Diem. 324 


. Mas und Gewicht 


Kommt einft vos Gericht. 


. Mit dem Maße, womit ihr mehet wird euch wisber ge⸗ 


meßen. 


Mattheis 


Brichts Eis; 
Find't er keins, 
So macht er eins. 


. Nah Mattheis 


Geht Tein Fuchs mehr übers Eis. 


. Keine feftere Mauer denn Einigkeit. 

. Die Mauern machen das Klofter nicht. 

. Mauermanns Schweiß Toftet der Tropfen einen Thaler. 
. Mauermanne Schwamm brennt nicht, 


. Maul, richt dich nach der. Zafshe, 
. Dem Maul abgedarbt, ift ſo gut wie der t Pacht von einer 


Wieſe. 


. Wie das Manl, alſo der Salat. 
. Es ift Maul wie Salat, fagt ber er wenn er Den 


frißt. 


. Das Maul iſt des Leibes Henker und Arzt. 
6881. 
6882. 


Was Maͤulchen naſcht, muß Leibchen buͤßen. 

Mit vollem Maul iſt ſchlimm biafen. 

Wer Jedem das Bau flopfen wollte, müfte viel Mehi 
haben. 


Ich hab ein Maul, dem geb ich zu eben, das muß veben, 
wie ih will, 


6884, Sie giebt ihrem Maut nicht umſonſt zu eßen. 
68846. Schweig, Maul, ich geb dir ein Wecklein. 


6885. 


Sen Maul. it froh, daß es Racht if. 


Dtſche. Volköh. Sr. Bd. 24 


322 


6886. 


Maul — Maus. 
Sein Maut fit ſich nicht zu Gallert, es ficht nie File. 


6887. Er läßt fich Teine Spinne uͤberm Maul wachfen. 


6888. 
6889. 


6890. 


Sch mach mirs Maul nicht gern zur Taſche. 

Gr hat ein Maul, man follte beſch — — Windeln brin 
wafchen. 

Ungewafchenem Maul ift Ungläd zum Ziel geſtect. 


6890⸗. Wer fein klaͤfftg Maul nicht hält, 


Muß hören was ihm nicht gefällt. 


68906. Man verfchnappt fig nicht mehr als mit dem Maul, 
6891. Ein geihwägig Maul verwirrt ein ganzes Land. 


6892. 
6893. 
6894. 


6896. 
6897. 
6808. 
. Wenns ein Maul Hätte, fo biß’ es dich. 

. Maulgebet kommt nicht gen Himmel, 

. Auf eine Mautfchelle gehört ein Dolch. 

. Die erfte Maulſchelle tft beßer als zwei andre, 

. Siebft du dem Nachbar eine Mauilſchelle, ſo geb ich bie 


6905. 


Ein böfes Maul ift [härfer denn ein Schwert. 
Ze glatter Maul, je fauler Aas. 


Ber Einmal in die Mäuler Tommt, kommt felten unver⸗ 
letzt heraus. 

Wer ſichs Maul nicht aufzuthun getraut, muß den Beu⸗ 
tel aufthun. 

Freigebig mit dem Maul, karg mit dem Beutel, 

Es hilft nicht Maut fpigen, fondern Pfeifen. 

Das Maut ifi ber Muͤnzer. 


fie wieber. 


. Maulefel treiben viel Parlaren, 


Daß ihre Voreltern Pferde waren. 


Wer über einen Maulefel gefegt ift, haͤlt ſich auch für ei⸗ 
nen Herrn. 


Es iſt eine ſchlechte Maus, bie nur Gin Loch weiß, 


Maus — Meere. - 328 


6807. Die Maus: fall: das Loch ſuchen, nicht das Loch bie: Maus. 
6908. Wenn die Maus fett ift, fchmedt das met bitter. 

6909. Es ift Maus wie Mine. 

6910. Es ift Maus wie Mutter, Sterze haben fie alle. 


6911. In leere Scheuern kriecht Feine Maus, 


6912. Mit Sped fängt man Mäufe, 

6913. Unter einem Fuder Heu erftict feine Maus, 

6914. Beißt die Maus einmal am Käfe, fo kommt fie wieder. 

6915. Hat die Maus einmal ben Sped gekoſtet, ſo kommt ſie 
wieder. 

6916. Wer ſich mauſig macht, den freßen die Katzen. 

6917. Mach dich nicht mauſtg, wir haben Kagtzen. 

6917. Es iſt eine kuͤhne Maus, die ber Katz ein Neft ins Ohr 
darf machen. 

6918. Kleine Mäufe haben auch Ohren. 

6919. Wer felbft maufen Tann, der braucht Feine Kahen, 


6920. Was dir nicht gehoͤrt, das ſtreift ‚eine Maus mit dem 


Schwanze weg. 

6921. Jo driv de Muuſ op’n Pinn onn lihr bie Goiſe piſſen. 

6921*. Da hat's Maͤuſe, hat ber Hagemann gefigt. 

6922. Der Mausdreck will allzeit unter den Pfeffer. 

6923. Dem fchlafenden Fuchs läuft Keine weile Maus in ben 
- Mund. 

6923e. Wenn fich das Geflügel frat maußt, ſo giebts einen fruͤhen 
Winter. 


6924. Medardus bringt keinen Froſt mehr, 
Der dem Wein gefährlich wär. 


6925. Medarbus keinen Regen trag, 
Es regnet fonft wohl vierzig Tag. 


21* 





324 Meint — Meat. 
6926. Es iſt befer daß einem der. Mediut als der Jueif das 


Erben abſpricht. 
6927. Riemand hat fidy übers Meer zu beffagen, dev um. gmei« 
tenmal Schiffbruch litt. er 


6928. Alles Mehl hat Kieien. 
6928. Es gibt Mehl wie Korn. 
6929. Ohne Mehr und Waßer ift übel. baden, 


6930. Wer immer aus dem Mehlfaße nimmt und nichts wieder 
hinein ſchuͤttet, kommt bald auf den Grund. 


6931. Narrheit iſts, das Mehl gegen den Winb beuteln, 
69312. Das Mehr gilt. 
6932. Was man nicht Tann meiden, 
Sol man gebulbdig leiden. 
6933, Die Meile hat der Fuchs gemeßen und den Schwanz 
drein gegeben. 
6934. Eine Meile Wegs bavon iſt ein guter Panzer, 
6985. Dein und Dein iſt alles Zankes Urfprung. 
6986. Mein. und: Dein 
Bringt alles Unglüd herein. 
6937. Mein Buhl die ſchoͤnſte. 
6937. Allein mein 
Dder laß gar fein. 
6938, Die Narren meinen. 
6939. Der Meiner und der Lügner find zwei Brüder, 
6940." An Meinen bindet Niemand fein Pferd an. 
6941. Meinen ift nicht wißen, 
Wers nicht glaubt, wird beſch—. 
6942. Gut Meinen 
Bringt oft Weinen. ' 
6943. Gut gemeint 
Wird oft beweint. 


Meint — Meifter. 328. 


6944. Es meint e8 gut, ed will es aber Niemand gut verſtehen. 


6945. Viel Meinung 
Bricht Einung. 


6946. Klingende Meinung iſt die beſte. 


6947. Meißner, 
Gleiſsner. 


6948. Nicht nach den Meiſten, ſondern nach den beſten. 
6949. Es tft kein Meiſter fo gut, er findet Einen über na 
69498. Es ift Keiner ein Meifter allein. 

6959. Es ift kein Meifter vom Dimmel gefallen. 


69508. Ein Lautenift, 
Bricht. viel Saiten, ch er Meifter if. 
6951. Es ift Fein Meifter geboren, er muß gemacht werben, 
685%. Mancher will Meifter fein, und ift kein Lehriunge ger 
wefen. 


6953. Wenn der Meifter Tommt heran, 
Hat das Meifterhen gethan. 


6954. Kein Meifter fo gut, der nicht noch gu lernen hätte. 
6955. Drei Dinge machen einen guten Meifter: Wißen, Können 
und Wollen, 

6956. Dem Meifter vom Handwerk foll man glauben. 

6957. Meiftersfohn bringt das Recht mit ſich. 

6958. Wie der Meifter, fo das Werf. 

69588. Das Werk fchlägt dem Meifter nad). 

6959. Guter Meifter macht gute Juͤnger. 

69598. Der Jünger ift nicht über feinen Meifter. 

6960. Der feinen ‚Meifter nicht hören will, muß den Büttel 
hören, 

6961. Er ift Meifter, wenn Sie nicht daheim ift. 

6962. Er ift Doctor, Sie Meifker. 


— — 





326 


Meifter — Menſchen. 


6963. Wohlgeklopft und Abel gemacht, 


6964. 
6965. 
6966. 
6967. 
6968. 
6969. 


6970. 
691. 
6972. 


6973. 


6974. 
6975. 
6976. 
6977. 


6978. 
6979. 


6980. 


6981. 


Iſt eine halbe Meifterfchaft. 

Zween find Eines Meifter, drei fein Tod. 
Zuviel Melken giebt Blut. 

Aus Melkgilten ift gut trinken. 

Tief innen liegt der Mendelberg Freudenberg). 
Von der Menge werden die Burgen gebrochen. 


Der Menſch denkt, 
Gott lenkt. 


Des Menſchen Willen iſt ſein Himmelreich. 
Der Menſch kann Alles was er will. 


Wir find Alle Menſchen bis übers Knie, dann fängt das 
Luder an. 


Es ift kein Menfch, er hat einen Wandel, bat er fie nicht 
alle vier. 


Jeder hat ein Hemd von Menſchenfleiſch. 
Er iſt kein Menſch ohne ein Aber. 
Jeder Menſch hat ſeinen Zwickel. 


Auf Erden lebt kein Menſchenkind, 
An dem man keinen Mangel findt. 


Menſchenfinn iſt Menſchenleben. 


Mancher braucht einen neuen Menſchen und kauft nur ei⸗ 
nen neuen Rock. 


Was der Menſch nicht iſt, das kann man nicht aus ihm 
herauskriegen. 


Beßer Ein Menſch ſterbe 


Als das ganze Volk verderbe. 


6982. 


6983. 


Der Menſch iſt zur Arbeit, wie der Vogel zum Fliegen 
gemacht. 
Mit Menſchen Frieden, mit Sünden Krieg. 


Menſchen — Melfe. 887 


6984. Was Menſchen nicht ſtrafen, firaft ‚Gott. 
6985. Was Menfchen nicht lohnen, lohnt Gott, 


6985*. Gottes Weisheit und der Menfihen Rorheit regieren die 


Welt. 
6986. IR der Menſch geboren, fo.fängt er am zu Resten; 


6986:.@3 iſt ˖ bald um einen Menſchen geſchehen, und koſtet ſo 


viel zu erziehen. 
6987. Ein Menſch iſt des andern Teufel. 
69868. Ein. Menſch iſt des andern Gott. 
6988⸗. Ein Menſch iſt des andern werth. 
6989. Des Menſchen Gedicht 

Wird oft zunicht. 
6990. Menſchen und Wind 

Aendern geſchwind. 


6991. Der Menſch lebt nicht vom Brot allein. 
6992. Menſchenantlitz, Loͤwenantlitz. 
6093. Was Menſchenhaͤnde machen, koͤnnen Menſchenhaͤnde ver⸗ 
derben. 
6994. Wo Menſchenhand zu kurz iſt, da iſt Gottes Hand noch 
lang genug. 
6995. Menſchengunſt 
Iſt Erdendunſt. 
6996. Es gilt ihm ein Menſch ſo viel als ein Hund. 
6997. Mergel macht den Vater reich und den Sohn arm. 
6998. Merk und Melde 
Wachſen beib im Felde: 
Pflücke Werk, laß Melde ſtehn, 
So magft mit allen Leuten gehn. 
:6999. Kurge Meſſ ift bald gefungen. 
7000. Dan läutet die Meſſe fo lange ein his fie kommt. 


0 


328 Meben — Milch: 


7001. Beßer zweimab meßen n 
Als einmal vergehen. . J a 

700%, Wie man ausmißt wirb Einem. eingemefen, 

7003. Ein Meßer weht das andre. 

7004. Ein ftumpf Beer ift keiner ſaumtnen Oder werth, 

70046: Das Meßer ſchneidet das Waßer bis auf ben Boden. 

7004. Man muß über Nacht kein Meper auf dem Siſch liegen 
laßen, fonft kann man nicht fchlafen, 

7005. Werd Meer zuerft zudt, muß es auch zuerſt einfaten, 

7006. Er ftedt dad Meßer neben bie. Scheibe, 

7007. Auf dem Meer Eönnte man bis Rom zeiten. 

7008. Er machts wie die Herren von Mes: die laßens gefches 
ben, wenns regnet. 


7009. Metzen 
Sollen nicht viel ſchwaͤtzen. 


7010, Megler tragen mehr Hirn im Sad ald Narren im Kerl. 


79408. Die Metzger fagen, es ift nichts mehr mit ben Bauern zu 
machen, feit fie in der Bibel leſen und die Kinder ſelbſt 
machen. 


70106. Metzger, Gerber und Schinder 
Sind Geſchwiſterkinder. 
7010e. Ein Mesger thut manchen vergebnen Sprung, ein Hund 
nody mehr. 
7011. Es ift mir um Did 
Wie dir um Mid. 


7012. Willſt du firafen Mich und Meine, 
Sieh vorher auf Dich und Deine. 


7013. Wer nicht mit mir ift, der ift wider Mich, 

7014. Ein Miethling achtet der Schafe nicht. 

7015. Süße Milch fol man vor Katzen büten, 

7016. Ber das Einbroden bezahlt, dem ſchenkt man bie Mitch. 





m: 2339 


7917. Die Milch balgt wohl, aber fie talgt nit, 


7018. Melt 
Matt dat Herte weil, 


7919. Es kommt Teine Mitch von befen, es iſt denn eine Maus 
darin erfoffen. 


7020. Ex ficht, daß bie. Milch davon auer wird, 


7021. Sei nicht zu mild, 
j Das Korn gilt 


7022. Zuviel Milde ift verthan. 

7033. Der Strenge bat mid, oft: gereut, der Milbe nie. 

7024. Dee Milde giebt ſich reich, der Geizhals nimmt fi arm. 

7025. Der- Milde dat allein was er gegeben hat. 

7026. Er ift milb auf der nehmenden Seite, auf ber andern 
aber hart, 


7027. Wie du mir, 
So ic dir. 


7028. Miſsbrauch ift keine Gewohnheit. 
7029. Miſsbrauch lehrt den rechten Braud). 
7030. Miſsbrauch frißt ihr eignes Herz, kein fremdes. 
7031. Mifsrechnen ift kein Bahlung. 
7032. Mifstrauen bringt weiter als Zutrauen. 
70328. Mifötrauen 
Macht fleißig Tchauen. 
7033. Kein Miſswachs fo groß, die Pfaffen haben doch Wein 
und bie Eiftern Rüße. 


7034. Mift 
Geht über Lift, 


7034.30. ein Miſtus ift, if ein Ghriftus, 


7035. Wie Jeder ift, 
So macht er Mift. 


330 Di — Mittel. 


"036. Bibre Mift 
Weil du Schößer bift. 
7037. Des Herren Aug ift der befte Miſt. 


7038. Kein Miſt duͤngt beßer als ben. ber ‚Herr mit ben Füßen 
auf den Ader trägt. 


7039. Aus trüben Mifttachen fchöpft man nicht lauter. 
7040. Es ift recht, daß der Mift ſtinke. 
70408. Da fist fie auf dem Mift: 
Rimm fie wie fie ift. 
7041. Man wirb eher von einem Miftlarren überfahren als von 
einem Wagen. 


7042. Wo der Miftwagen nicht hin geht, ba geht auch ber Ernte 
wagen nicht hin. 


7043. Es ift nit auf Seinem Mifte gewachſen. 
7044. Mitgegangen, 
Mitgefangen, 
Mitgehangen. 
7045. Mitgegangen, mitgefangen; 
Mitgeftohlen, mitgehangen. 
70458. Mitgeflogen, mitgehangen. 
7046. Mitgefündigt, mitgebüßt, 
7047. Mitgenommen 
Iſt beßer als darum gekommen. 
7048. Wer nicht mit macht 
Wird ausgelacht. 
7049. Ein Mitnehmer iſt beßer als zwei Nachbringer. 
7050. Wer Mitleid bringt, bietet genug. 
7051. Wer Mittags auffteht, verfchläft ben ganzen Tag nit. 
7051°.3ch fteh früh auf, ich muß helfen Mittag läuten. 
7052. Es ift ein gering Mittel, wer wollt es nicht brauchen? 


Peittes — Monch. 331 


7053. Im Mittel lebt man am beften. 


7054. Mittelſtraß 
Das befie Daß. 


7055. Mittelweg 
Ein fichrer Steg. _ 
7056. Wo's Mode ift, trägt man den Kuhſchwanz ald Halsband, 
7057. Alles ift möglich, aber es regnet Fein Gelb, 
7058. Einen Mohren Tann man nicht weiß wafchen. 
1058. Ein Mohr will den andern weiß wachen. 
7059. Ein Mohr fchwärzt den andern nicht. 


7060. Ein Mohr fchwärzgt nicht, ſprach die Nonne unter bes 
Mönche Kutte. 


7061. Er ift zwifchen dem Brotfchran? und der Moltenfammer 
groß geworden. 


7062. In den Monaten ohne R fol man wenig küffen und viel 
trinten. 


7063. Ein Mönd ift nirgends beßer als im Klofter, 
7064. Mönch ins Klofter, Zifch ins Waßer, Dieb an’n Galgen. 
065. Der Mönch antwortet wie der Abt fingt. 


7066. Wer Mönch und Pfaffen tagen will, ſchlage ſie nur gar 
zu Tode. 


7067. Moͤnche, Mäufe, Ratten, Maden 
Scheiden ſelten ohne Schaden. 

7068. Die Kaputze macht den Mönch nicht. 

7069. Der Moͤnch legt die Kutte wohl ab, aber nicht den Sinn. 

7070. Wenn bie Moͤnche bald reifen, jo kommt Regen. 

7071. Was ein Mönd) gedenkt, das darf er thun. 

7072. Keine Moͤnchskappe fo heilig, der Zeufel kann brein ſchluͤpfen. 


7073. So wollt ich& haben, fagte ber Teufel, da ſich die Moͤnche 
rauften. 


332 


7074. 
7075. 
7076. 


7077. 
7078. 
7079. 
7080. 
7081. 
7082. 


7083. 
1084. 
7085. 
7086. 
7087. 
7088. 
7089. 


70 90. 
7091. 
1092. 


7093. 
7094. 


7095. 


7096. 


Mich — Morgen. 


Moͤnch und Nonnen gehoͤren zuſammen. 

Es find viel Mönche, aber wenige verſchritten. 

Non credo, ſprach der Mönd, als ihm bie Magb ein Kind 
brachte. 


Die Mönche theilen fi in Stadt und Land. 

Was kuͤmmerts den Mond, wenn ihn die Hünde anbellen? 
Der Mann im Monde hat das Holz geftohlen. 

Der den Mond gemadjt hat, weiß wohl wie alt er iſt. 
Dem Mond kann man kein Kleid anmeßen. 
Blauer Montag, volle Kroͤpfe, 

Leere Beutel, tolle Koͤpfe. 

Montagswetter wird nicht Wochen alt. 

Rauher Montag, glatte Woche. 

Eine große Monſtranz und wenig Heiligthum. 

Es bleibt kein Mord verſchwiegen. 

Morgen kommt Rath und That. 

Morgen iſt auch noch ein Tag. 

Spar nicht auf Morgen, was du heute thun kannſt. 
Wer ſein Bett macht am Morgen, 

Braucht den ganzen Tag nicht mehr zu ſorgen. 
Morgen, morgen, nur nicht heute 

Sprechen immer faule Leute. 

Niemand weiß was der Morgen bringt. 

Der Morgen forgt, ber Abend verzehrt. 

Ueberall geht die Sonne Morgens auf. 
Morgenftunde 

Hat Gold im Munde 

(Aber Blei im —). 

Grauer Morgen, fhöner Tag. 





Mongemoth — Mäken. 883 


. Morgenroth 


. Mit. Regen droht. 


1098. 


7099. 


Morgenroth 
Bringt Wind und Koth. 


Der Morgen grau, der Abend roth 


Iſt ein guter Wetterbot. 


7100. 


101. 
7102. 


7103. 
7104. 


7105. 


7106. 


107. 
"7108. 
"109. 
7110. 
1111. 
7112. 


7113. 


7114. 
7115. 
7116. 


Muorgenrouth dat füllt den Pout; 
Owendrouth bat drönget den Pout. 


Alles zur Morgenfuppe verfchlungen ift ein böfer Imbiß. 

Man muß die Morgenfuppe nit zu groß maden, daß 
man Abends auch was hat. 

Morgengäfte bleiben nicht. 

Morgenregen und Alteweibertänge bauern nicht lange. 

Morgenregen und Weiberweh 

Sind um Zehne nimmermeh. 

Morgenröthe kann nicht Lügen, 

Mägbebaud Tann nicht betrügen. 

Iſts nicht Regen, ift es Wind, 

Iſts nicht Schmer, fo iſts ein Kind. 

Die Morgenfonne hat'mehr Anbeter als die Abendfonne. 

Wenn’ nichts im Mörfer ift, giebts großen Lärm. 

Er richt nad) Mofchus, wie der Teufel nach Muscaten. 

Wenn man dem Volk die Ziegel doppelt, fo kommt Moſes. 

Sprich mit Moſen, wenn Aaron den Schnupfen hat. 

Er hat Moſen und die Propheten. 

Lieber bie Motten in den Kleidern als die Ehre in Schuld⸗ 
feheinen. 

Wenn bie Müde ein Sanerei legen will, iſts ihr Tob. 

Auch die Muͤcke dat ihre Milz. 

Dungrige Müden brißen ſchlimm. 


534 wRäden — Mätie. 
7117. Die Müden fehn au einander gleich. 


7118. Die Müde fliegt fo lang ums Licht bis fie fich verfengt. 


7119. Müden feigen, Elephanten verfchluden. 
7120. Man muß nicht nach jeder Muͤcke ſchlagen. 


7121. Drei find nicht müde gu machen: ein Knab auf ber Gafen, 


ein Mädchen im Tanz und ein Priefler im Opfern. 

122. Es giebt Teinen Vortheil ohne Mühe. 
7123. Ohne Muͤhe bringt man es in keiner Sache weit. 
7124. Der Mühe 

Giebt Gott Schaf und Kühe. 
7125. Der Eine bat die Mühe, 

Der Andre hat bie Brühe, 
7126. Müh und Fleiß 

Bricht alles Eis, 


71127. In der Mühle ift das Beſte, daß die Saͤcke nicht reden 


koͤnnen. 
7128. Die beſte Mühle iſt zwiſchen Waßer und Wind. 
7129. Wer nicht mählet, will kein Mehl. 
711298. Wer die Mühle fleucht, der flieht auch das Mehl 


7130. Es iſt noch nicht auf der Mühle, was zum Oſterkuchen 


werden fol, 


131. Mühl ohne Gang, 

Stod ohne Klang, 

Hand ohne Gaben, 

Schul ohne Knaben 

Will Niemand haben, 
7132. In der Muͤhle ift übel harfen. 
1133. Gieb ab ab, gieb ab ab, Eupperts in ber Mühle, - 
1134. Wer nicht beftauben will, der bleib aus der. Muͤhle. 
7135. Wie's auf die Mühle Tommt, fo wirbe gemalen. 


Mühle — Münden. 335 


7186. Wer zuerſt in bie Mühle kommt, mahlt zuerft. 
7136.. Der Erfte auf der Mühle ſchuͤttet. 
11366. Wenn der Mühlgraben troden fleht, ift auch der Mehls 
kaſten leer. 
7137. Ich ſehe fo tief in einen Muͤhlſtein als rin anberer. 
7138. Er läßt nichts liegen als Mühlfteine und heiß Eifen, 
71580. Mählhaufen iſt der Eidgenoßen Kühftall. 
7139. Müller, Schneider und Weber werben nicht gehenkt, bas 
Handwerk gienge fonft aus, 
7140. Müller und Bäder fehlen nicht, man bringts ihnen. 
7141. Der Müller ift feomm, fo Haare auf ben Zähnen (ober in 
der Hand) bat. 
7142. Müller ift nicht eher fromm bis er zum Fenfter ausgudt. 
7143. Nichts kühner als des Müllers Hemb, das jeden Morgen 
einen Dieb beim Kragen nimmt. 
7144. Der Müller mit bee Metzen, 
Der Weber mit der Kreben, 
Der Schneider mit ber Scher, 
Bo kommt ihr Diebe her? 
71440. Müller, Müller, Roggenftehler, 
Kernenbeißer, Hoſenſch — 
7145. Müllers Henn und Wittwers Magb 
Dat felten Hungersnoth geklagt. 
7146. Kür Müllers Henne, Bederd Schwein und der Wittfrau 
Knecht fol man nicht forgen. 
7147. Kein Müller hat Waßer und Kein Schäfer Weide genug. 
1478, Er nährt fih aus dem Stegreif_wie ein Müller. 
1148. Es ift ein Kraut, heißt mulier, 
Davor hüt dich semper. 
7149. München fol mid nähren, 
In Ingolſtadt will ich mich wehren. 





8% Manchen — Diashiwert. 


71150. Das Muncher Kind kennt keinen hoͤhern ae als den 
Zrauenthurm. 


7151. Soviel Diund, 
Soviel Pfund. 


7152. Voller Mund - 
Sagt bed Herzens Grund, 
7153. Trunkner Mund, wahrer Mund, | 
7154. Mit vollem Mund ift bös blaſen. 
1154. Man muß dem Mund nur was bieten. 
7155. Muͤndken wat buͤt, 
. Münden wat gemüt. 
7156. Wie ber Mund, fo die Speife. 
71157. Wer mit dem Munde ſchmandt Schwand a muß mit 
- der Rafe buttern. 
7158. Mund und Herz find eine ganze Spanne von einander. 
7159. Oft Yacht der Mund, wenn das Herze weint. 
7160. Der Mund lügt Alles und nicht das Herz. 
7161. Weife Leute haben ihren Mund im Bergen, 
7162. Der Mund ift bes Bauches Henker und Arzt. 
7163. Den Mund foll man ſchnuͤren. 
164. Es tft nöthiger ben Mund verwahren bean die Kiſte. 
7165. Verfchloßner Mund und offne Augen haben noch Niemand 
geſchadet. 
7166. Reiner Mund und treue Hand 
Gehen wohl durchs ganze Land. 
7167. Was kommt in den dritten Mund 
Wird aller Welt kund. 
1168. Ein Mann Tann nicht mehr benn mit Einem Mund eßen. 
7169. Lang Mundwerk ift ſchlechter Gottesbienſt. 





Mundkoch — Mußiggang. 330 


1170. Mundkoch und Mundräth 
Sind bei Hof in gleihem Werth. 
7171. Gründe aus der Münze geholt überreben-am Beften. 
7172. Mit der Münze, womit du zahlſt, zahlt man dich auch. 
7173. Es gilt nicht überall gleiche Münze. 
7174. Was bald mürbt, 
Bald verdirbt, 
7175. Bezahlen wir die Muſik, fo wollen wir auch tanzen. 
7176. Wir machen Muſik, fagt der Bälgetreter zum Drganiften. 
7177. Bier figen die Mufifanten! 
7178. Das Mus tft noch nicht gar. 
7179. Er muß das Mus eßen. 
7180. Muprift ein böfed Mus, 
71808. Muß (Mus) ift nicht Suppe. 
181. Muß ift härter ald Grübelnuß, 
‚ 71182. Muß iſt ein bitter Kraut. 
7183. Muß tft ein Brettnagel, 
7184. Muß ift Zwang 
Und Kreifchen ift Kindergefang. 
7185. Muß 
Iſt harte Buß, 
7186. Kein Menſch muß müßen. 
7187. Wer muß, hat keine Wahl. 
1188. Muß es fein, 
So ſchick dich drein. 
7189. Mit Muße kommt man aud fern. 
1190. Müßiggang 
Iſt aller Eafter Anfang. 
1191. Müßiggang 
Iſt der Zugend Untergang, 
Dtſche. Volksb. dr. Bd. 22 








238 Mübiggang — Muth 
71192. Mußiggang 

Hat bofen Ausgang. 
71193. Müßiggang 

Dat beſen Nachklang. 


7194. Müßiggang 
Iſt des Teufels Ruhebank. 


7195. Müßiggang iſt eine ſchwere Arbeit. 
7196. Müßiggang in der Jugend, Arbeit im Alter. 
197. Müßiggang macht endli traurige Arbeit, 
7198. Müßiggang bat Armut im Gefolge. 
7199. Müßiggang ift des Zeufels Orden, Arbeit ift Gottes Stand. 
7200. Müßiggang verzehrt den Leib wie Roſt das Eifen. 
7201. Zum Mußiggang gehört hoher Zins oder hoher Galgen. 
7202. Ein Muüßiggänger koſtet mehr denn zehn Arbeiter. 
7203. Einem Müßiggänger allzeit zwei Brote, 
7204. Beßer müßiggehen als nicht arbeiten. 
12048. Beßer Fliegen gefangen 
Als müßig gegangen. 
71205. Müßiggehen mag ich nicht, fagte jene Schweiter, und laufte 
für die lange Weile die Mäufe. 
7206. Muth über Gut. 
7207. Mehr Muth als Gut. 
7208. Guter Muth, halber Leib 
, (Hüt dich, Narr, und nimm fein Weib). 
7209. Guter Muth, halbe Arbeit. 


7210. Guter Muth 
Macht gutes Blut. 


7211. Guter Muth ift tägliches Wohlleben. 


7212. Großer Muth und Eleine Macht 
Wird von Jedermann verlacht. 


Muth — Muiterküce. 339 


7213. Keder Muth ber beſte Harniſch. 
7314. Keiner ift fo gut, 
Er bat wohl zweierlei Muth. 


7215. Reichthum und Armut liegt nit am Gut, fondern om 
Muth. 


1216. Nicht die Muthung, fondern die Findung eines Ganges 
erlangt das Alter im Felde. 
7217. Mutſchierung bridt nicht gefammte Hand. 
7218. Muttertveu 
Iſt täglich neu. 
7219. Mutterfchoß ift arm, aber warm. 
. 1220. Wenns Kind zaknt, ſoll die Mutter den Unterrod verlaus 
fen um ibm Wein zu geben. 
7221. Ift eine Mutter nod; fo arm, 
So giebt fie ihrem Kinde warm. 


7222. Was die Mütter gebären 
Sollen fie ernähren. 


71223. Was der Mutter and Herz geht, das geht bem Bater nur 
an die Kniee. 

72232. Ich bin meiner Muttır nit an den Zehen gewadhlen, 

7224. Die Mutter giebts theuer, und die Zochter nicht wohlfeil, 

1225. Es ift keine Mutter fo bös, fie zöge gern ein fromm Kind. 

7226. Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe. 

7227. Barmberzige Mutter ziehn grindige Zöchter. 

7228. Fleißige Mutter bat faule Zöchter. 


7229. Die Mutter fagts, ber Vater glaubtd und ein Rarr zwei- 
felt daran. 


1230. Mannes Mutter 
Teufels Unterfutter. 


7231. Mutterflüce Eleben nicht und Vaters Zorn fehwärt nicht. 
> 22* 





340 Mütter — Nachbar. 


71232. Mütter lieben Zöchter, aber Söhne noch viel mehr. 

233. Mutter’ dich, liebes Kind, und nimm bes Vaters Weif an. 

1234. Ein Quentchen Mutterwitz ift befer als ein Gentner 
Schulwitz. 

7235. So mancherlei Müutzen, fo mancherlei Narren. 


N. 
7236. Laß nicht nach, ſo kommſt du hoch. 
72364. Es iſt nichts Boͤſeres als nachlaßen. 


72360. Du kommſt hintennach wie die ulte Faſtnacht. 


72360. Beßer Nachbar an der Wand 
Ald Freund und Bruder über Land, 


71237. Outer Nachbar ift beßer als Bruder in ber Ferne. 


1238. Kaufe deines Nachbarn Kind 
Und freie deines Nachbarn Kind, 


7239. Wer fi freit ein Nachbarskind, 
Der weiß auch was er findt. 


7240. Mit guten Nachbarn hebt man den Zaun auf. | 
7241. Zwifchen Nachbars Garten ift ein Zaun gut. 

1242. Liebe deinen Nachbarn, reiß aber den Zaun nicht ein. 
7243. Mit Rahbarn ift gut Scheuern bauen. 

7244. Wer gute Nachbarn hat, belommt einen guten Morgen. 
7245. Nachbar über den Zaun, Nachbar wieder herüber. 
7246. Ein guter Nachbar ift ein edel Kleinod, 

7247. Böfer Nachbar, ewiger Krieg. 

1248. Böfer Nachbar, täglich Unglüd. 

7249. Böfer Nachbar ift Zubenfluch. 

7250. Bon Nachbars wegen foll man etwas leiden. 


Nachbar — Nacht. | . 341 


7251. Ein Nachbar ift dem andern einen Brand fehuldig. 
1252. &8 geht dich auch an, wenn ded Nachbarn Haus brennt. 
7253. Was in des Nachbarn Garten fällt, ift fein. 
7254. Unfere Nachbarn Kinder find allmeg die böfeften. 
7255. Des Nachbarn Braten ift ftäts feifter. 
7256. Schau in Nachbars Küche, allermeift aber in bein Höflein. 
1257. Wenn du deinem Nachbarn die Hand reichft, fo hat dir 
Gott Schon die feine gereicht. 
7258. Wer wohl kann nachdenken, der darf nicht viel nachdenken. 
7259. Nachgeben ftillt den Krieg. 
7260. Beßer nachgeben ald zu Schaden kommen. 
7261. Nachgerade fommt Hans ins Wamms. 
71262. Nachher ift Jeder Elug. 
7263. Behalte dir etwas auf die Nachhut. 
7264. Nachrath, Narrenrath. 
7265. Nach der That 
Finden auch Narren Rath. 
7266. Nachraths gebrach nody Niemand. 
7267. Nachrechnen hat immer das Spiel verloren. 
7268. Nachrede fhläft nicht. 
7269. Nachreue, Weiberreue. 
7270. Wer zu fpät kommt, hat da8 Nachfehen. 
7271. Jeder ift fich felbft der Nächſte. 
72712. Die Nächften treten Einem die Schuhe aus. 
7273. Das Nächfte, das Liebfte. 
72730. Der Nächſte keim Feuer wärmt ſich. 
72374. Kein Nadıtheil, er hat feinen Vortheil. 
7275. Die Naht ift keines Menſchen Freund, 
7276. Bei Nacht find alle Kagen grau. _ 


347 > Naht — Nagel, 


7277. Bei Racht find alle Kühe ſchwarz. 


71278. Es wird nah Nacht no Tag, obgleidy der Hahn nicht 
kraͤht. 


7279. Wer froͤhliche Nacht ſucht, verliert guten Tag. 
7280. Die ganze Nacht geſoffen, iſt auch gewacht. 
7281. Je ſchwärzer die Nacht, je ſchöner der Tag. 


2818. Gott giebt alle Nacht; was er heute Abend nicht giebt, 
giebt er Morgen zu Nacht. 


72815.Du bift ein armer zu Nacht, kommſt erfi am Morgen. 

1282. Die Welt will Nachteulen haben, fi zu verwundern. 

7283. Der Nachteule gefällt auch ihr Junges, 

7284. Wenn die Nachtigall Heuſchober flieht, hört fie .auf zu 
ſchlagen. 

7285. Es hat keine Nachtigall ſo vollauf im Käficht, ſie ſucht ihr 
Futter lieber draußen. 

7286. Wenn du einen Nakten ſiehſt, ſo denk es ſei ein Loch in 
deinem Strumpfe. 

7287. Der Nakte iſt übel berauben. 

7288. Den Nakten kann man nicht ausziehen. „ 

7289. Zehn Straßenräuber Tonnen einem Nakten kein Hemd 
ausziehen. 

7290. Das kleinſte Ding iſt auch zu ehren: 

Eine Nadel mag einen Schneider ernähren. 

72908. Er fteht da wie St. Näf mit dem fteinernen Mantel. 

7291. Einen Nagel fhlägt man mit dem andern aus. 

‚ 7292. Der Mann madıt Nägel mit Köpfen. 

7293. So weh wird dem Nagel als dem Lo. . 

7294. Der Eine fchlägt den Nagel ein, der Andre hängt den Hut 
daran. 

7295. Wenns auf den Nagel brennt, muß man wehren. 


7296 
1297. 
1298. 


71299. 
: 7300. 
7301. 
7302. 
1303. 


7304. 
71305. 


7306. 


7307. 


1308. 


73088. 


1309. 
7310. 
1311. 
1312. 


7313. 


7314. 


7315. 
7316, 


Ragelwurm — Narben. 243 


Er klagt über den Nagelwurm und leidet am Krebs. 
Man ſoll nicht Alles an Einen Nagel henken. 


Wer den Nagel am Hufeiſen nicht achtet, der verliert auch 
das Pferd. 


Ein Ragel erhält ein Eiſen, das Eiſen ein Roſs, dad Roſs 


den Mann, der Mann eine Burg und bie Burg das 
ganze Land, 


Es wird mir zu den Nägeln ausſchwären. 

Nahe ſchießen hilft nicht, es gilt treffen. 

Se näher, je fpäter. 

Nahrung ift kein Erbe, 

Trachte nad der Nahrung, nicht nach der Mäftung. 


Der Eine gewinnt feine Nahrung mit Sitzen, 

Der Andre mit Laufen und Schwitzen. 

Wer die. Nahrung nicht in fein Haus treibt, der jagt fie 
aus dem Haufe, 


Nahrhand und Sparhand 
Kauft Andrer Land. 


Der Name thut nichts zur Sache, 

Man muß dem Kind den rechten Namen geben. . 
Einer beruft des Andern Namen. 

Ein guter Namen ift beßer als Reichthum. 

Ein guter- Namen ift beßer als baares Geld, 

Ein guter Name, bie fehönfte Mitgift. 


Wer fih um den guten Namen nicht wehrt, 
Iſt wenig werth. 


Wer dem Andern ſeinen guten Namen raubt, macht Ihn 
arm und bereichert Sich nicht. 

Mancher hat den Namen und nicht die That. 

Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt. 


344 Narren — Narrenſchiff. 


7317. Rarren wirft man’bald aus der Wiege, - ' 


71318. Ein Narr Tann mehr fragen, 
Als fieben Weife fagen. 


71319. Ein Narr fragt in einer Stunde mehr als zehn Geſcheidte 
in einem Jahr beantworten können. 


7320. Ein Narr Tann mehr verneinen als zehn Gefcheidte be⸗ 
haupten Eönnen. 


7321. Ein Narr, der fragen barf, fieht gefcheidter aus als ein 
Gefcheidter, der antworten muß. 


7322. Gefcheidte Leute müßen feine Narren fein, 

7323. Zumweilen ein Narr fein ift auch eine Kunſt. 

7324. Nichts fieht einem gefcheidten Manne ähnlicher als ein 
Narr, ver dad Maul hält, 

7325. So lange ein Narr ſchweigt, hält man ihn für klug. 


7326. Wären wir Alle gefcheidt, fo gälte ein Rarr hundert 
’ Thaler. 


7327. Wenn die Narren kein Brot äßen, wäre das Korn wohl: 
feil. 
7328. Es ſind nicht alle Narren geſchoren. 
7329. Wäre Narrheit das Zipperlein, man würde wenig Leute 
beim Tanze ſehen. 
7330. Trüge jeder Narr einen Kolben, das Holz würde theuer. 
7331. Jedem gefällt ſeine Weiſe wohl, 
Darum iſt das Land der Narren voll. 


7332. Ein Narr macht zehen. 

73322. Ein Narr macht zehn Narren, aber taufend Kluge noch 
feinen Klugen. 

73326. Es giebt mehr Narren als Hfendbretlein. 

1333. Narren wachſen unbegoßen. 

7334. Narrenſchiff faͤhrt aller Enden an. 





7335 


1336. 


7337 
1338 
71339 


7340. 
1341. 


7342. 


7343. 
1344. 
1345. 
7346. 
1347. 


7348. 


71349. 
7350. 
7351. 


1352. 


1353. 
1354. 


7355. 


7356. 


7357. 


Narrenſchuhe — Narr. 345 


Jeder muß ein. Paar Narrenſchuhe zerreißen. 

Keiner ift fo Elug, daB er nicht ein wenig Narrheit übrig 
hätte. 

Gaͤb es keine Narren, fo gäb es keine Weifen. 

Rarrenfpiel will Raum haben. . 

Karren find aud Leute. 

Der Rarr hat Vortheile in allen Zanben, 

Jeder Narr iſt feines Vortheils gefcheidt. 

Es ift kein Narr, ber einem eine Narrheit zumuthet: es ift 
ein Narr, der es thut. 

Thu wie andere Leute, fo narrft du nicht. 

Es iſt beßer mitmachen als ein Narr allein ſein. 

Zuviel Weisheit iſt Narrheit. 

Wer mit Narren zu Bette geht, ſteht mit Narren auf. 

Wer einen Narren ſchickt, dem kommt ein Thor wieder. 

Schickt man bie Narren zu Markt, fo löfen die Krämer 

. Se, 

Mit den Narren baut man ben Weg. 

Wer mit Narren zu Ader geht, eggt mit Gäuchen zu. 

Wo drei find, muß Einer den Narren abgeben. 

Wer ’nen Narren haben will, der Taufe zwei, fo hat er 
Einen zum Beften. 

Wer einen Narren kauft, muß einen Narren behalten. 

Im Spiel gilt der Narr am meiften. 


Es ift befer mit ’nem ganzen Rarren handeln, denn mit 
’nem halben. 


Kein Narr war je fo dumm, er fand Einen, der ihn für 
klug hielt. 


Ein Narr lobt ben andern. 


346 


1358. 


7359. 
7360. 
1361. 
7362. 


7363. 
7364. 


1365. 
7366. 
1367. 
1368. 
71369. 
7370. 
7371. 
7372. 


1373. 
1374. 
1375. 


7376. 
1377. 


7378, 


1379. 


Narren. 


Wenn man einen Narren im Mörfer zerſtieße, fo Hefe doch 
feine Narrheit nicht von ihm. 


Am Narren hilft weber Chrifam noch Zaufe. 

Rarrenhaut Laßt ſich nicht flicken. 

Narrenhaut hält wohl Stich, laßt ſich aber nicht fliden. 

Dem Narren wäre zu helfen, wenn man bie rechte Aber 
träfe. 

Narren bebürfen der Schellen nicht, man kennt fie an ihren 
Sitten. 

Verbirgt ein Narr fich hinter der Thür, 

Er ftedt die Ohren doch herfür. 

Man braucht keinem Narren Schellen anzuhängen. 

Narrenfchellen Elingen laut, thun aber den Ohren weh. 

Die NRarrenfchellen klingen Vielen befer als Kirchengloden. 

Je größerer Narr, je größere Schelle, 

Jedem Narren gefällt feine Kappe. 

Sedem Narren gefällt fein Kolben wohl. 

Rarren foll man mit Kolben laufen. 

Alte Narren, wenn fie gerathen, find beßere Narren ale 
andere Narren. 

Es find nit Ale Narren, die nicht in ben Rath gehen. 

Es find nicht gar Alle Narren, die im Rathe figen. 

Wollt ihr einen Narren haben, fo laßt ihn euch von Eifen 
madhen. 

Mandyer läßt feine Narrenſchuhe mit Eifen befchlagen. 

Ein Rarr ift genug im Haus, 

Der Kiuge müfte fonft hinaus, 

Zwei Narren unter Einem Dach und zwei Zöpfer in Einem 
Dorf vertragen ſich nicht. 

Zwei Narren in Einem Haus 

Haben allzeit Streit und Strauß. 


7380. 
7381. 


7382. 
71383, 
1384. 
71385. 
1386. 
7387. 
1388. 
71389. 


7390. 


7391. 


1392. 
1393. 
1394. 


7395. 
712396. 
71397. 
7398. 


7399. 
7400. 
7401. 


Narren. 347 


Giebſt du dem Narren einen Finger, fo will er die ganze 
Hand haben. 


Wer Narren und Kindern den Finger in den Mund fledt, 
der wäre gern gebißen. 


Ein Rarr fchüttet Alles auf Einmal aus. 

Narren reden was ihnen einfällt. 

Karren fagen auch etwan wahr. 

Narrenreden, Rarrentanb. 

Narren reden wie Rurren pflegen. 

Er ift ein guter Narr, ich wollte Holz auf ihm Haden. 
Er ift ein Narr, wenn er gleich'die Stube voll Geld hätte, 
Mit Narren muß man Geduld haben. 


Willft du den Narren fahen, 
Muft als Gefell dich ihm nahen, 


Bei einem Narren richtet man nichts au, weder mit Bitten 
noch mit Dreuen. 

Bift du mit cinem Narren befeßen, fo laß dich befchwören. 

Mit Narren ift fhlimm fpaßen. 

Mit albernen Karren foll man nicht ſcherzen. 

Auf einen Narren 

Soll man nicht harren. 


Narren und Affen 
Alles begaffen. 


Rarrenhände 
Befchmieren Tiſch und Wände, 


Narren und Geden 
Reiten auf Scheden. 


Die Narren haben mehr Glück ald Recht. 
Narren haben mehr Fug ald andere Leute. 
Ein Narr läßt fi nicht rathen. 


348 | Narren — Naſchen. 


7402. Den Narren bringt fein eigen Glück um. 

7403. Der Narren Glüd ihr Unglud. 

7404. Mit- einem Rarren läßt ſich Fein. Kind taufen. 

7405. Narren fol man nicht über Eier ſetzen. 

7406. Es ift gut Narren freßen, aber bös verbauen. 

7407. Eines Narren Bolzen find bald verfchoßen. 

71408. Wenn eine Sache gefchhehen ift, verflehen fie aud die 
Karren. 

7409. Der ift ein Narr, der fih nimmt an 

Was er nidyt vollbringen Tann. 

7410. Ein Narr macht eine Thür auf, die er nicht wicber zus 
machen kann. 

7411. Man muß keinem Narren eine unfirtige Arbeit zeigen. 

7412. Was Narren loben, das ift getabelt. 

74123. Kinder unter meinen Beichen geboren müßen andrer Leute 
Karren fein. 

74126. Ich bin gern ein Narr, aber der Narren Narr mag ich 
nicht fein. 

7412°.Du bift ein Narr und Tannft nicht geigen, 

Du haft ein Maul, das fann nicht ſchweigen. 


7413. Rarren und Weibergeſchirr, 
Machen die ganze Welt irr. 


7414. Eine Rarrheit zu unterhalten koſtet mehr als zwei Kinder. 

7415. Rarretei ift Narretei, aber Feuer in der Hofe ift keine 
Narretei. 

7416. Es iſt entweder was Närriſches oder was Herriſches. 

7417. Närriſche Frage, närrifche Antwort. 


7418. Rafchen 
Macht leere Tafchen. 


7419. Genäſch will Streiche haben. 


Naſcher — Ratur. 349 


7420. Aus einem NRafcher wird leicht ein Dieb. 


71421. Lange Naf und fpiges Kinn, 
Da fist der Satan leibhaft drin. 


71422. Wer bie Nafe zu fehr fchneugt, dem biutet fie. 

74222. Ich will die Nafe fchneugen, damit ich ed aud recht fehe. 
74226. Mac) dir einen Knopf in die Nafe. 

71423. Erft Näschen haben, dann Prischen nehmen, 


714238. Wenn fi) Herz und Mund erlaben, 

Will die Nafe auch was haben. 
1424. Wer fi die Raf abfchneidet, verfchimpft fein Angeficht. 
74248. Man muß weiter fehen als bie Nafe reicht, 
71425. Nicht jede Raſe riecht‘ den Braten. 
7426. Ein naßes Land bedarf keines Waßers. 
7427. Es fehlt ihm zwei Finger über der Naſe. 
74272. Er hat ſein Gütlein unter der Naſe vergraben. 
7428. Natur geht vor Lehre. 
7429. Die Natur iſt die beſte Lehrmeiſterin. 
7430. Die Natur iſt Meiſter. 
7431. Natur überwindet Gewohnheit. 
7432. Natur zieht ſtaͤrker denn ſieben Pferde. 
7432°. Man Tann die Natur nicht ändern, 
7433. Die Natur läßt fich biegen aber nicht brechen. 
7434. Natur begehrt wenig, Wahn viel. 
7435. Natur bringt gutes Gold, die Kunft macht falfches. 
7436. Die Natur ift mit Wenigem zufrieden. 
7437. Die Natur läßt fich leicht fättigen, das Auge nimmer. 
7438. Die Natur will geübt fein, fonft wird fie ſchimmlig. 
7439. Die Natur muß den erſten Stein legen. 


350 Natur — Nimmt. 


7440. Wenn Ratur und Kunft die Füße anfegen, fo geht es vor⸗ 
wärts. 


74402. Was die Natur verſagt, kann Niemand geben. 
7441. Ratur läßt nichts unbezeichnet. 
7442. Natur und Liebe laßen ſich nicht bergen. 
7443. Natur hängt überall ihr Schild aus. 
7444. Die Natur weiß ihre Waare wohl zu verkaufen. 
7445. Die Ratur hängt Jedem eine Schelle an. 
7446. Verkehrte Natur bleibt verkehrt, wenn man gleich ein Loc) 
in fie predigte. 
7447. Was die Natur dem Hahn am Kamme nimmt, bas giebt 
fie ihm am Schwanze. 
71448. Seder muß der Ratur feine Schuld bezahlen. 
7449. Wäre Naumburg mein, wollt ichs in Sena verzehren. . 
7449a. Auf Nebel ftark, 
Fült Zod den Sarg. 
7450. Wer Andere neden will, muß felbft Scherz verftehen. 
7451. Wer nicht nehmen will, braucht nicht zu geben. 
7452. Der Nehmer muß dem Geber nachgeben. 
7453. Mancher giebt mit Löffeln 
Und nimmt mit Scheffeln. | 
7454. Einmal geben und wieber nehmen ift ſchlimmer als ſtehlen. 
7455. Nehmen ift das füßefte Handwerk, 
71456. Man foll nehmen wo ift, 
Und geben wo brift. 
7456. Dan muß ed nehmen wie es kommt, 
7457. Rimm was dir werden mag, das Andere laß fahren. 


7458. Wer mehr nimmt als er fol, ber fpinnt fh felbft ein 
Geil, 


Nähdme — Neidhardt. 351 


71459. Er nähme bis an die Hölle zu, und wenn ihm bie Daare 
und die Beine brennten, fo nähme er body. 

714598. Nimms zwiefach, wenns einfach zu lang ift. 

7460. Ein „Nimm hin” ift beßer denn zehn Helfgott. 

7461. Uebernommen ift nicht gewonnen. 

7462. Daft du mid genommen, fo muft du mid; behalten. 


71463. Reid 
Iſt des Teufels Kreid. 


71464. Reid 
Iſt des Narren Leid. 


7465. Neid 
Thut ſich leid, 
7166. Wer neidet, 
Der leidet. 
7467. Ein neidiſch Herz 
Hat Qual und Schmerz. 
7468. Der Neidiſche iſt fein eigner Henker. 
7469. Reid ſchlägt ſich ſelbſt. 
7470. Der Neid mag nichts eßen außer ſein Herz. 
7471. Der Neid frißt ſeinen eigenen Herrn. 
7472. Neid iſt dem Menſchen was Roſt dem Eiſen. 


7473. Kleider freßen die Motten, Herzen die Sorge, den Neid⸗ 
hart ber Neid. 


71474. Der Neidhart ift geftorben, hat aber viel Kinder hinter: 
Yaßen. 

14715. Neidhart Tanne nicht leiden, daß die Sonne ind Waßer 
fcheint. 

7476. Reidhart zeudyt nur bei großen Herren ein. M 

71417. Neidhart haßt nur die Zagvögel, | 

7478. Allein Unglüd und Armut ift für den Neidhart gut, 





352 


1179. 
1180. 
1181. 
1482. 
7483. 
71481. 


7485. 


1486. 
7487. 
1488. 
7489. 
1490. 


71491. 


7492. 


14928. 


7493. 
7494. 
7495. 
7496. 
7407. 
7498. 
7499. 
7500. 
7501. 


Heid — Nebel. 


Reid kriecht nicht in leere Scheunen. 

Unter der Bank neidet man Riemand. 

Neid ift ded Glücks Gefährte. 

Geht der Wagen wohl, To hängt fi der Neid daran. 
Glück und Ehre haben Neid zum Gefährten. 

Neider verfolgen Hocdhgefinde, 

Hohe Berg überwehen Winde. 


Beßer Reider “ 
Als Mitleider, - f 


Beßer beneidet als beklagt. 

Mer keine Neider bat, hat auch kein Glück. 

Der Neid will Andern die Brüde ablaufen. 

Neider find Lichtpugen, die Andern ihr Licht auspuben. 
Wenn Neid brennte wie Feuer, | 

Wäre das Holz nicht fo theuer. 


Neid ift zu Dof geboren, im Klofter erzogen und im Spi⸗ 
tal begraben. 


Mad) ed gut, fo haft du Neider, mach es noch beßer, fo 
wirft bu fie befchämen. 

Laß Neider neiden und Daßer haßen: > 

Was Gott mir gönnt muß man mir laßen. 

Der Neid hat noch Keinen reich gemacht. 

Auf der Neige ift nicht gut fparen. 

Was auf die Neige geht, wird gern fauer. 

Dem Oottlofen die Neige, 

Die Neige ift für die Frommen. 

Wer vom Frifchen getrunten, muß auch die Reigen trinken. 

Qui bibit ex neigas, de frischibus incipit ille. 

Des Einen Nein gilt foviel als des Andern Ya. 

Was zur Neßel werden will, fängt zeitig an zu brennen. 


Neßeln — Richts. 383 


7602. Neßeln brennen Freund und Feinde. 

1503. Man fiehts wohl am Neft, was fer Boͤgel darin find. 

7504. && muß ein garſtiger Vogel fein, ber fein eigen Reft ber 
ſchmeißt. 

7505. Wer in fein Neſt hofirt, beſch— ſich ſelber. 

7506. Wie's zu Reſte geht, alſo brütet es Zunge. 

1507. Offenbare Neſter fcheuen alle Vögel, 


7508. Das Neft werben fie wohl finden, aber die Voͤgel find auss 
genommen. 


7509. Mit Nefteln ober mit Rüfen fengt man an zu fpfeten, gu 
fehlen. 
7510. Immer was Reues aber felten was Gutes, 
7511. Gs geſchieht nichto Neues unter ber Sonne. 
7512. Neukommen ift wilklommen. 
7513. Nichts iſt ſo neu aid was laͤngſt vergehen tft, 
7514. Neuerung 
Macht Theuerung. 
7515. Der Neugierigen Gilde 
Führt Böfes im Schilde. 
75 152. Man fange keine Neurung an, 
Weil ſelten Neues gut gethan. 
75155. Man muß nichts Altes abgehen und. nichts Nenes aufs 
tommen laßen, fagt ber Philiſter. 
7516. Wie der Wind am britten, beſonders Aber am Hierten und 
fünften Zag nach Newlicht, 0 ven Hangen. Monet. 
7517. Neutral will auf Eiern gehn und Feines zertreten. - 
7518. Der Neutrale wirb von Oben begoßen, von unten gefengt. 
7519. Nichts braucht keine Schlupfwinkel. 
7520. Mit Nichts bereitet man ſich gut auf die Faſten. 
7521. Nichts iſt gut für die Augen, aber nicht für den Magen, 
Dtſche. Volksb. Sr. Bd. 23 





354 Nichts. 


7522. Hier iſt Nichts und. da ift Nichts: aus Richts bat Bott 
die Welt gefchaffen. 


7523. Aus Nichts wird Nichts, von Nichte kommt Nichts. 
7524. Wer nichts hat, gilt nichts. 
524°. Nichts haben, 

RKuh haben. 


7524. Nichts haben ift ein ruhig Leben, aber etwas haben ift 
auch gut, 


“1525. Wo nichts ift, da rehrt nichts. 
7526. Wo nichts ift, da reißt nichts. 
7527. Wo nichts innen ift, da geht nichts aus, 
7528. Mit Nichts Tann man kein Haus bauen. 
529. Wo Nichts ift, hat ber Katfer fein Recht verloren. 
7530. Wer nichts aus ſich macht, ift nichts, 
7531. Nichts macht arm und Nichts macht reich. 
7532. Keiner Tann Nichts und Keiner Tann Allee. 
7533. Wenn Nichts kommt zu Etwas, traut Etwas ſich felber. 
1534. Als Niet kommt tot iet, 

Dann Tennt tet hem felver niet, 
7535. Wer mir nir geit 

Und nir leiht, 

Der laß mich ungeheit. 
1536. Den mui nir günnt, und nir gift, 

Mot Inien bat mui bat Lieven blift. 
71537. Beßer vet Nichts denn unrecht Was. 
7538. Wer meint er fei Nichts, der iſt Ichts, 

Wer meint er fei viel, ber ift Nichts. 
7539. Beßer Ichts 

Denn gar Nichts, 
7540. Iſts nicht viel, fo iſts doch Ichts, 

Bewahr dich Gott vor gar nichts, 





7541. 
7542. 


1543. 


7544. 


7545. 


7546. 


TAT. 
7548. 
7549. 


Nichte — Noth. 855 


Nichts haben find zwei Teufel, Ichts haben ein Teufel. 

Es iſt beßer Ichts denn Nichts, ſprach der Wolf, da ver⸗ 
ſchlang er eine Mücke. 

Es iſt beßer Ichts denn Richts, ſagte die Frau, und ruberte 
mit einer Nadel. 

Es iſt beßer Ichts denn Nichts, ſagte die Mücke, und piſste 
in den Rhein. 

Es ift beßer Ichts denn Nichts, fagte der Zeufel, und af 
bie Buttermildy mit der Heugabel. 

Rieder und ſchwach 

Kinbet allzeit Gemach. 

Der liebe Niemand ift an Allem Schuld. 

Es liegt da, wo Niemand hin Tann. 

Die nächte Niftel erbt die Gerade. 


7549. Wenn man bie Niffe nicht vertreibt, bleiben die Läufe im 


7550. 
551. 
71552. 
1553. 
1554. 


7555. 


7556. 
7557. 


7558. 


7659. 


Baar. 
Gr fragt, ob mans noch thue. 
Dreisehn Nonnen, vierzehn Kinder. 
Die Nonnen faften, daß ihnen die Bäuche ſchwellen. 
Die Ronne beit fi) gern mit einer fremden Kutte. 
Nonnenf. ... find des Zeufeld Blasbaͤlge. 
Geiſtlich um den Kopf, weltlih um den Bauch, 
War vor Alters junger Nonnen Brauch. 
Nonn oder Hur, Moͤnch ober Bub, 


Du haft mir ein Knie gefehen, bu darfft nun Feine Ronne 
mehr werben. 


Die Rorbfee 
Iſt eine Mordſee. 


Noth 
Hat kein Gebot. 


23* 








356 


7560. 


7561. 


Noth. 


Roth und Tod 
Hat kein Gebot, 


Roth und Tod kommen zu Xiten und Jungen. 


71562. Kommt man aus der Roth, 


1563. 
7564. 


So Tommt der Tod. 8ê 


Roth ſucht Brot, wo ſichs findet. 
Roth lehrt beten. 


75642. Roth macht Füße. 


‚1565. 
1566. 
7567. 
1568. 
71569. 
71570. 
7571. 
1572. 
7573. 


7574. 
71575. 
7576. 


577. 
7578. 
7579. 
7580. 
7581. 
7582. 
7583. 


1584. 


Roth geht nie irre. 

Roth lehrt Künfte, 

Noth Ichrt den Affen geigen. 

Roth lehrt einen Bären tanzen. 

Roth lehrt aud den Lahmen tanzen. 

Roth lehrt alte Weiber fpringen. 

Roth macht ein alt Weib trabend. 

Noth hebt einen Wagen auf. 

Noth lehrt in faure Aepfel beißen. 

Noth hat keinen Feierabend. 

Noth bricht Eifen. 

Die Noth treibt die Ochſen in den Brunnen. 
Zur Noth fledt man blanke Schwerter in roftige Scheiben. 
Folg der Noth; willſt du nicht, fo muſt bu. 
In der Roth find alle Güter gemein. 

Zur Noth ift Niemand arm. 

Die Noth zankt gern. 

Roth vereinigt Herzen. 


In der Noth muß man das Schamhuͤtchen abziehen. 


Wenn die Noth am hödhften ift, ift die Hülfe Gottes am 
naͤchſten. 


7585. 


7586. 


Neth — Nürnberger. 357 


Je größer Noth, 
- De näher Bott, 
Man muß aus ber Noth eine Zugend machen. 


7686°.So manche Noth, fo mancher Rath. 


1587. 
7588. 
7589. 
7590. 


7501. 


7592. 
7593. 
7594. 
7595. 
7596, 
7597. 
71598. 


7599. 


7600. 


7601. 
7602. 


7603. 
7604. 


Bo Teine Roth, ift Hülfe nichts werth. 

Es ift Keiner fo albern, er weiß feine Noth zu Hagen. 
Wem man feine Roth Elagt, ber iſt ſattſam ‚gebeten. 
In der Zeit der Roth 

Ißt man Paſtetenrinden für Brot. 

Noth an Mann, 

Mann voran!- 

In Nöthen fieht man den Mann. 

Die Nothſchlang iſt über alles Geſchütz. 
Nothwehr iſt nicht verboten. 

Eine NRothlüge ſchadet nicht. 

Er hat um eine Note zu hoch gefungen. 
Nüchtern gedacht, vol gefagt. 

Sei nüchtern und alt, 

Willſt du werden alt, 

Niemals nüchtern und niemals voll 

Zhut in Sterbensläuften wohl. 

Qui non habet in nummis, 

Dem Hilft nicht, daß er frumm iſt; 

Qui dat pecuniam summis, . 

Der macht gerade was krumm ifl. 

Was maht man nicht zu Nürnberg ums Gelb! 


Nürnberger Wis und künſtliche Hand⸗ 

Findet Wege durch alle Land. 

Die Nürnberger. henken teinen, fie hätten ihn denn. 
Nach Nürnberger Recht behält Dex die Schläge, ber fie hat, j 


358 Nürnberger — Oben. 


7605. Nürnberger Gebot währt drei Tage. 
76052. Was geht mich Nürnberg an? ich habe kein Haus barin. 


7606. Es will ihm nicht ein, man muß den Rürnberger Trichter 
holen. 


7607. Wäre Nürnberg mein, wollt ichs zu Bamberg verzehren. 
7608. &8 ift nur Ein Nürnberg. 

7609. Eine Nuß rappelt nidht im Sade. 

610. Braune Nüße, füße Kerne. 

7611. Wer den Kern eßen will, muß erft die Nuß knacken. 


7611a.Die erfte Nuß ift nützlich, bie zweite ſchaͤdlich, die dritte 
toͤdtlich. 


7612. Nußbaͤumen und Narren ſind Kolben die beſten Salben. 
7613. Nußbaͤume, Eſel und Weiber wollen geſchlagen fein. 


7614. Wenn man Nußbaͤume und Weiber nicht ſchwingt, fo tra⸗ 
gen ſie keine Frucht. 


7615. Unter Nußbaͤumen und Edelleuten kommt kein gut Kraut 
auf. 
7616. Nußen ift ber gröfte Reichthum. 
1617. Nicht Jeder Tann uns nügen, aber jeder kann uns ſchaden. 
71618. Wem fol der nügen, der ſich felber nicht nügt? 
7619. Rimmer nug, nimmer lieb, 
7620. Nichts iſt nuß, es fei denn ehrlich. 
7621. Wie ein Ding nubt, : 
Wird es gepußt. 


D. 


7622. Oben aus und nirgend an 
Dat noch felfen gut gethan. 


71623. 
7624. 


1625, 
1626. 
1627. 
7628. 


7629. 
71630. 
7631. 
1632. 
1633. 
71634. 
1635. 
7836. 
1637. 


1638. 
7639. 


7640, 
7641 “ 
1642. 


7643. 


71644. 


Dbere — Dchfen. 359 


Der obere Stod fteht öfter Teer als ber untere. 


Obrigkeit, bedenk dich recht, 
Gott ift dein Herr und du fein Knecht. 


Berboten Obſt ift füß. 
Spät Obſt liegt lange. 
Früh Obſt verwelkt bald. 


Ochſen muß man ſchoͤn 


Aus dem Wege gehn. 

Ochſe, wart des Graſes. 

Ochs, ſchau aufs Buch! 

Da ſtehen die Ochſen am Berge! 

Kein Ochſe, er ſei denn ein Kalb geweſen. 

Wo ber Ochs König iſt, find die Kälber Prinzen, 

Wer mit jungen Ochfen pflügt, macht krumme Furchen. 


Ochſen gehen langfam, ziehen aber gut. 
Mer mit Ochſen fährt, kommt auch zu Markte. . 
Der Ochs kann aud) auf vier Füßen laufen wie der Hirſch, 


aber nicht fo fchnell. 
Der Ochs will den Hafen erlaufen. 


Den Ochſen fol man bei den Hörnern nehmen, ben Mann 
beim Worte, die Frau beim Rod, 


Müde Ochſen treten hart. 
Man kauft den Ochſen nicht theurer, weil er bunt ift. 


Dem Ochfen, ber da brifcht, foll man dad Maul nicht ver- 
binden. 


Wenn einem Ochfen die Haut wirb abgezogen, fo ift bie 
gröfte Arbeit am Schwanz. 


Man kann nicht allzeit mit eignen Ochfen pflügen, 


76440. Wo eine Ochfen find, ba ift die Krippe rein. 


71645. 


Er fpapnt die Ochſen hinter den Pflug. 


868 Ochſen — Deffentlich. 


1646. Er ſattelt den Ochſen und roppelt d die Pferde. 


76468. Dculi, 
Da Tommen fie, 
Lätare, 
Das find bie wahre, 
Judica 
Sind ſie auch noch da, 
Palmarum, 
Tralarum. 


7647. Wir ſind hier nicht auf dem Odenwald, ſondern in einer 
loͤblichen Reichsſtadt. 

7648. Ofen, Bett und Kanne 

Sind gut dem alten Manne. 

7649. Man ſucht keinen hinterm Dfen, man habe denn ſelbſt da⸗ 
hinter geftedt. 

7650. Den Ofen heizt man nur, baß er wieder wärme. 

7651. An großen Defen iſt gut fih wärme, fie bedũcken aber 
viel Holzes. 

7652. Ich hätte mich auch gern gewärmt, konnte aber nicht zum 
Dfen Tommen. 

7653. Weffen Ofen geheizt if, der meint, es fei allenthalben 
Sommer. 

7654, In den Falten Ofen ift übel blafen. 

7655. In Falten Defen badt man Fein Brot. 

7656. Mit dem Dfen ift fchwer um bie Wette gähnen. 

7657. Nu, gapp end gegen de Badoven. 

1658. Hinter dem Ofen iſt gut Triegen. 

7659. Er gäb einen guten Kriegsmann ab, hinter dem Ofen. 

7660. Dfen und Frau follen daheim bleiben. 

7660°. Es gligt wie Karfuntelftein im Ofenloch. 

7661. Auf eine öffentliche Sünde gehört eine öffentliche Buße. 


Dfficier — Ordaumg. 381 


3662 Se größer der Dfficier, je größer das Verbrechen. 

7663. Offne Hand macht offne Band. 

7664. Es find nicht Alle krank, die in Ohnmacht fallen. 

7665. Wer Ohren hat zu hören, ber höre, 

7666. Zartem Ohre halbes Wort, 

7667. Achte keinen Ort ohne ein Ohr. 

76672. Es haben alle Tannen Ohren. 

7668. Man kann viel hören, eh ein Ohr abfällt. 

7669. Wer Tein Ohr bat, dem Tann man eins abfchneiben. 

7670. In eines Andern Ohr Tann man ſchneiden wie in einen 
Filzhut. 

7671. Ein offnes Ohr kann Jeder haben. 

7672. Zu einem Ohr hinein, zum andern wieder heraus. 

7673. Man lernt mehr mit den Ohren als mit den Augen, 

7674. Er ift noch nicht troden hinter den Ohren. 

7675. Er hats fauftbid Hinter ben Ohren. 

7676. Einem ehrliden Mann thut Feine Wunde fo weh als eine 
Ohrfeige. 

7677. Ohbrenflüftern gilt nicht. 

7678. Wer vom Delberg kommt, bat den Zod überwunden. 

7679. Der Delberg ift fehrediicher als das Kreuz. 

7680. Herr Omnes hat nie wohl regiert. 

7681. Kein Opfer ohne Salz. 

7682. Oportet if} ein Brettnagel. 

7683. Ordnung ift bad Halbe Leben. 

71684. Ordnung hat Gott lieb. 

7685. Ordnung erhält die Welt. 

7686. Ordnung hilft Haushalten, 

7687. Wer Ordnung zum Geſet madıt, muß fie zuerft halten. 


362 Drdnung — Pabbe. 


7688. Ordnung muß ſein, ſagte Hans, da brachten ſie ihn ins 
Spinnhaus. 
7689. Die Orgel pfeift, ſo man ihr einblaͤſt. 
7690. Es iſt kein Ort, 
Er verraͤth den Mord. 


7691. Oſtern, wenn bie Böde lammen. 
16918. Regnets am Oſtertag, fo regnets alle Sonntag. 
71691. Komm die Oſtern wann fie will, 

So kommt fie doch im April. 
7692. Zwiſchen Oftern und Pfingften heiraten bie Unfeligen. 
7693. Dttern und Bibern haben keine Hege. 


P. 


7694. Wo der Pabſt iſt, da iſt Rom. 
7695. Wir koͤnnen nicht Alle Pabſt zu Rom werden. 
7696. Es kann nur Einer Pabſt ſein. 
7697. um Pabſt zu werben darf man nur wollen. 
7698. Wer den Pabft zum Vetter hat, ift bald Cardinal. 
7699. Er thut als wär der Pabft fein ärmfter Vetter. 
7700. Auch der Pabft ift ein Schüler gemwefen. 
71701. Der Pabft frißt Bauern, ſäuft Edelleute und fh — — 
Mönche. ' 
7702. Ze näher dem Pabft, je fchlimmerer Chriſt. 
7703. Warum thuft du das? Um des Glaubens halber, daß ber 
der Pabſt nicht toll werbe. 
7704. Pack ſchlaͤgt ſich, 
Pack vertraͤgt ſich. 
7705. Wer der Padde den Kopf abbeißt, getroͤſtet ſich des Giftes. 


ng 





Palmfonntag — Patient. 363 


7706. Wenns. am Palmſonntag regnet, fo Hält bie Erbe Teine 
Feuchtigkeit. 

77068. Iſt Palmfonntag hell und Har, 

So giebts ein gut und fruchtbar Jahr. 

7707. Pancratius holt feine Zuffeln (Pantoffein) wieder, 

7707». Yantoffelholz ſchwimmt immer oben. 

7708. Kein Panzer hilft wider den Galgen. 

7709. Panzer, Bücher und Frauen muß man erft verfuchen. 

7710. Wer ſich fürchtet, zieht den Panzer an. 

77111. Ich made mir daraus fo viel 

Als aus einem Papenftiel: 

7712. Das Papier ift geduldig. 

7712». Das Papier läßt druden wad man will, 

7713. Paros hat kalt Waßer aber fhöne Weiber. 

7714. Man ruft fo lange Paſch! bis Oſtern kommt. 

7715. Es paſſt — wie die Fauſt aufs Auge. 

7716. Was der Paſtor nicht will, nimmt der Küfter gerne, 

77168. Wenns auf den Paflor regnet, tröpfelt ed gemeinlich auf 
den Küfter. 

1717. Der Paftor predigt nicht zweimal, 

77178, Der Paftor fingt keine zwei Meffen für Ein Geld, 

7718. Berfpricht fi doch wohl der Paſtor auf der Kanzel, 

7719. Der Paftor ift. kein Has und die Kirche Fein Feldhuhn. 

7720. Wifch dir die Schnute, Zunge, gieb dem Paftor ein Händ⸗ 
hen und fag: „Guten Zag, Lümmel!“ 

7720*. Den Glauben giebt der Paflor. 

7721. Der Pafsbrief zum Spital find Karten und Huren, 

77122. Erft Pater, dann Mater, dann der ganze. Convent. 

77123. Unmäßiger Patient macht unbarmherzigen Arzt. 





364 


7124. 


7725. 
1726. 


7727. 
7728. 
7729. 


7730. 
7731. 
7732. 
7733. 
7734. 
7735. 
7736. 
1737. 
7738, 
7739. 
7740. 
7741. 
7742. 
7743. 


7744. 


7745. 


Pauken — Yeiter. 


Bas man mit Paulen (paucis) ausrichten Tann, bazu 
braucht man Feine Trommeln. 

Paule, bu raſeſt! 

Hat Paulus einen Schaden am Fuß, 

St. Peter drum nicht hinken muß. 

St. Paul klar 

Bringt gutes Jahr. 

Pauli Bekehr: 

Gans, gieb dein Ei her. 


Zu Pauli Bekehr 
Kommt der Storch wieder her. 


Wer Pech angreift, beſudelt ſich. 

Es geht von Statten wie Pech von Händen. 

Mit eigner Peitfche und fremden Roffen ift gut fahren. 
Waſch mir den Pelz, aber mach mich nicht naf. 
Geſucht wie der Pelz im Sommer. 

Er ift mit der Pelzkappe gefchoßen. 

Man fol die Perlen nicht vor die Säue werfen. 
Perlen im Koth Haben Leinen Schein, 

Er hat ihm eine Perle aus der Krone geftoßen. 

Das ift Peftilenz mit Franzoſen geheilt. 

Mit St. Peter ift gut handeln, x 
Petri Schlüßel flüchtet unter Pauli Schwert. 

Man fol nicht dem Peter nehmen und dem Paul geben. 
Frierts auf Petri Stuplfeier, 

Frierts noch viergehnmal heuer. 


Um Petri Stuhlfeier fucht der Stord fein Neft, 
Kommt von Schwalben der Ref, 


Sünte Peiter 
Geut de Winter weiter. 


Peterlein — Pfaffenkohl. 565 

7746. Peterlein 

Muß nicht auf allen Suppen fein. 
77468. Thu Pfad, der Landvogt kommt. 
77465. Pfaff supplex ora, Färft protege, Bauer labora. 
7747. Der Pfaff lebt ein Bahr nach feinem Tode. 
7748. Pfaffen zahlen einander Keine Zehnten. 
71749. Pfaffen ſollen nicht aus ber Beichte ſchwatzen. 
7750. Was der Pfaff nicht will, nimmt der Küfter gern. 
7751. Kannft du nicht Pfaff werden, fo bleibe Küfter. 
7752. In jedem Pfäfflein ſteckt ein Päbftlein, 
77524. Es ift kein Pfäfflein fo Bein, 

Es ftedt ein Päbfllein darein. 
71753. Es ift Fein Pfaff, er hat eine Platte. 
7754. Der Pfaffe predigt nur einmal bed Tags, 
71755. Jeder Pfaff lobt fein Heiligthum 
7756. Es find nicht alle Pfaffen, die große Platten tragen. 
7757. Wenn bie Pfaffen fi in den Haaren liegen, fo lacht der 

Zeufel, r 

71758. Kein Pfaffenrod fo heilig, ber Teufel ſchluͤpft hinein. 
77159. Reitet der Zeufel bie Pfaffen, 

So reitet er fie wehtſchaffen. 
7760. Was Pfaffen und Wölfe beißen ift ſchwer zu heilen. 
7760*. Man muß mit Pfaffen nicht anfangen oder fie tobtfchlagen. 
77606. Was ein Pfaff gebißen wird nimmer gefund. 
7761. Pfaffen und Klaffen 

Dot der Teufel erſchaffen. 
7762. Pfaffen im Rath, Säue im Bad und Hund in der Küche, 

haben nie mas getaugt. 

7763. Pfaffenkohl 

Schmeckt wohl (aber brennt übel). 


366 Pfaff — Pfaffen. 


77164. Wenn ed wahr wäre, was ber Pfaff redet, lebte er nicht 
fo üppig. 
7765. Kein Pfaff giebt ein Opfer wieder. 
7766. Der Winter warb noch nie fo Kalt, 
Der Pfaff ward noch nie fo alt, 
Daß er des Keuers begehrte 
Dieweil das Opfer währte, 
7767. Pfaffen fegnen fich zuerft. 
77168. Gelb ber, Elingen die Gloden, wenn ſchon der Pfaff 
todt iſt. 
7769. Pfaffen⸗Gierigkeit 
Und Gottes Barmherzigkeit 
Waͤhrt in alle Ewigkeit. 
7770. Pfaffengut faſelt nicht. 
7771. Was der Pfaff mit der Zunge und der Soldat mit dem 
Schwerte gewinnt, das faſelt nicht. 
7772. Pfaffengut, Raffgut. 
77720. Pfaffengut, Kloſterbeute. 
77726. Paafgoot, Rafgot, Düvel hält den Sad op! 
71773. Pfaffenknechte eßen im Schweiß; 
, Bon Arbeit werben fie nicht heiß: 
71774. Pfaffen und Weiber vergepen nicht. 
7775. Pfaffentrug und Weibertift 
Geht über Alles was ihr wißt. 
1776. Pfaffen, Moͤnche und Begheinen 
Sind nicht fo heilig als fie ſcheinen. 
7777. Es ift nicht Roth, daß die Pfaffen heiraten fo lange bie 
| Bauern Weiber haben. 
7178. Der Pfaff liebt feine Heerde, doch die Schafe mehr als 
die Widder. 
7779. Die Pfaffen und die Hunde 
Verdienen ihre Brot mit bem Munde, 





Pfaffhuſen — Pfau. 867 


7780. Pfaffhuſen iſtaauch verbrannt. 

77808. Pfaffenköchin fagt zuerfi: des Herrn Küche, dann un⸗ 
fere Küche, zulegt meine Kühe: dann hat der Pfaff 
bei der Köchin gelegen. 


7781. Pfaffenfchnigel find die beften. 
77818. Der Pfarrer hat Feine gute Predigt, der einen langen 
Text hat. 
7782. Pfand 
Giebt oft Land. 


7183. Es ift ein gut Pfand, das feinen Herren löſt. 

17838. Was für die Pfanne gut ift, ift auch für den Stiel. 
77836. Der Heireri fieht nit wohl, hört nit wohl und Tann nit 
recht reden, brum muß er ein Pfarrer werben. 

7784. Halt die Pfanne bei dem Stiel, 
Halt den Pflug bei dem Gterz. 
77848. Die Pfanne ift fo ſchwarz wie der Hafen. 
7784b. Er Hagt ſich wie eine rinnende Pfanne. 
7785. Wer Pfannkuchen eßen will, muß Gier fchlagen. 
7786. Wenns Pfannkuchen regnet, ift mein Faß umgeftülpt. 
7787. Erſt die Pfarre, 
Dann bie Quarre. 
7788. Wohin man pfarrt, 
Da wird man verfcharrt. 
77189. Die Iuftigften Studenten geben die beften Pfarrer, 
7190. Pfau hat ablid Gewand, gleifänerifchen Bang und teuf- 
liſchen Geſang. 
7791. Pfau, 
Schau 
Deine 
Beine. | 
7792. Wenn man den Pfau lobt, breitet er den Schwanz aus, 





77193. Was der Pfau am sort zu wenig Ya det er am Schwanz 


zu viel, 


7794. Pfeffer, Kappe und Katt 
Verdecken mandien Schalt, 


7795. Pfeffer bringt den Mann aufs Pferd- 
Und die Frau unter die Erb, 


7796. Mein Pfeffer ift fo gut wie bein Saffran (Sy). ” 
7797. Wer Pfeffer genug hat, der pfeffert auch feinen Bret. 
779718. Wenn der Dred zum Pfeffer wird, befßt er am ſtärkſten. 


7798. Pfefferkuchen und Branntewein 
Wollen ſtäts beifammen fein. 


7199. Da liegt der Haf im Pfeffer! 
7800. Wie die Pfeife, fo der Zanz. 
1801. Gute Pfeifer, 

Brave Säufer. 


7802. Wer im Rohr fist, hat gut Pfeifen fchneiben. 
7803. Aus fremdem Rohr iſt gut Pfeifen ſchneiden. 
7804. Mit der Pfeife gewonnen, mit ber Trommel verthan. 
7805. Wie fih Einer ftellt, 
Alſo feine Pfeife gellt. | 
7806. Das Pfeiflein muß lauten wohl, 
So man Vögel fangen foll, 
7807. Wer Pfeifen feil hat und kann pfeifen, dem Tauft man 
fie ab. 
1808. Unter den Bauern pfeift auch Corydon wohl. 
7809. Haft bu nicht Pfeile im Köcher, ſo miſch dich nicht unter 
die Schützen. I 
7810. Vorgeſehenem Pfeile kann man ausweichen. 
7811. Ein Pfeil dringt auch wohl durch einen Harniſch. 
7812. Man muß nicht alle. Pfeile zumal vorfchießen, 


7813. 
7814. 
7815. 
7816. 
1817. 
"818. 
7819. 
1820. 
7821. 


71822. 


7823. 
1824. 
7825. 
7826. 
7827. 
71828. 


7829. 
7830. 
7831. 
71832. 
7833. 
7834. 


71835. 


7836. 


Hfeile — Pfennig. . 368 


Der Eisie fiedert die Pfeile, der andere verſchießt fie. 
Pfennig ift Pfennigs Bruber. 

Mein Pfennig ift deines Pfennigs Bruder. 

Der geftohlene Pfennig gilt fo viel als ein anderer, 
Erbettelter Pfennig ift beßer denn geflohlener Thaler. 
Ein erfparter Pfennig ift fo gut wie der erworbene, 

Ein erfparter Pfennig tft zweimal verdient. 

Wer den Pfennig nicht achtet, wird keines Gulden derr. 


Wer den Pfennig nicht achtet, wird keinen Gulden wech⸗ 
ſeln. 


Wer den Pfennig nicht ehrt, 
Iſt des Thalers nicht werth. 


Mit dem Pfennig fängt man an zu ſpielen. 
Ein ungerechter Pfennig frißt zehn andre. 
Boͤſer Pfennig kommt allzeit wieder. 
Es iſt ein böfer Pfennig, der einen Gulden ſchadet. 
Es ift ein guter Pfennig, der einen Gulden erfpart. 
Mancher fucht einen Pfennig und verbrennt ein Dreier⸗ 
licht. 
Der Pfennig gilt nirgend mehr als wo er geſchlagen iſt. 
Pfennigsſalbe ſchmiert wohl zu Hofe. u 
Dante dem Pfennig, daß du nicht biſt finntg. 
Wenn ber Pfennig läutet, Läuft Jedermann zur Kirche. 
Ein Pfennig Klingt nicht. 
Ein guter Hausvater muß drei Pfennige haben: einen 
Egrenpfennig, Behrpfennig und Nothpfennig. u 
nDer Kalfer hat mich lieb und werth, 
Wo wäre Der mich wicht begehrt?” 
fpricht der Pfennig. 
An einem Pfennig fisht man wie ein Gulden gemäm ift. 


Dtſche. Vollsb. 5. Br. 24 


370 


71837. 


7838. 


71839. 
7840. 


1841. 


7842. 


1843. 


7844. 
7845. 


7846. 


7847. 
7848. 


784 9. 


7850. 
7851. 


7852. 


7853. 
71854. 


7855.. 


7856. 


Dferd. 


Das Pferd Toll zur Krippe gehn, Ka bie Krippe zum 
Pferd. 

Ein gut Pferd 

Iſt ſeines Futters werth. | 

Ein Pferd, das zu viel Futter Eriegt, fchupft feinen Herrn. 

Ein ſchlecht Pferd, das fein Futter nicht verbient. 


Wer dem Pferbe feinen Willen läßt, den wirft es aus 
bem Sattel. 


Wer mehr hinter die Pferbe legt, ald vor fie, ber füttert 
nicht lange. 

Das Pferb will wohl den Hafer, aber nicht den Sattel, 

Das Pferd, das den Hafer verbient, kriegt beflen wenig. 


Wer fein eigen Pferd reiten will, muß feinen eigenen 
Hafer füttern. 


Pferde freßen einen Mann, 

Der fie mit Rath nicht halten Tann. 

Das Pferd flirbt oft ch das Gras waäͤchſt. 

Stirb nicht, lieber Henaft, es kommt die Zeit, wo Gras 
wädhlt. 

Wenn das Pferd fatt if, fo trauert es. 

Wenn das Pferd voll ift, To ift es faul. 

Pferde laßen ſich zum Waßer bringen, 

Aber nicht zum Trinken zwingen. 


Pferd ohne Baum, Kind ohne Ruth 

hun nimmer gut. 

Das Pferd beim Zaume, ben Dann beim Wort, 
Man muß das Pferb und nicht den Reiter zäumen. 
Auf ein ungezäumt Pferd gehört ein alter Reiter. 


Ungezäumt Pferd 
Fert heur wie fert (vorm Jahre). 


Pferden. 371 


7857. Ungezäumt Pferd gieng nie wohl. 
7858. Er zäumt das Pferd beim Schwanz auf. 
1859. Gute Worte, Zaum und Sporen machen bas Pferd fromm. 


7860. Fremdes Pferd und eigne Sporen 
Daben bald den Wind verloren. 


7861. Fremde Pferde laufen fchnell. 
78612. Wenn bie Bauern befoffen find, laufen bie Pferde am beften, 
1862. Williges Pferd fol man nicht fporen. 
1863. Rafches Pferd kam oft trank zu Haufe. 
7864. Das Pferd, das am Beften zieht, befömmt die meiften 
Schläge. 
1865. Wenn das Pferd zu alt iſt, ſpannt mans in den Karren, 
7866. Es kommt wohl auch, daß man bie Pferde muß hinter ben 
j Wagen fpannen. 
7867. Zwei Pferde, Ein Kutfcher, vier Beſtien. 
7868. Das Pferd ift oft Hüger als fein Reiter. 
71869. Mancher, ber nie ein Pferd befchritt, 
Singt oft ein Reiterlied. 
71870. Zunge Pferde wollen den Bereiter abrichten. 
1871. Wer weiter will als fein Pferd, der fie ab und N zu. 
Buß. | 
78712. De mi ’t Pierd wifet, bruukt mi be Krüblen nit to wiifen. 
7872. Klein Pferd, Beine Zagereife, 
18713. Langes Pferd, kurzer Ritt. 
7874. Haft bu Fein Pferd, fo brauche ben Eſel. 
71875. Vom Pferd auf den Efel. 
71876. Es Tommt Riemand gern vom Pferd auf den Efel. 
1877. Man muß das Pferd nicht auf den Efel ſetzen. 
7878. Wer mit jungen Pferben pflügt, macht krumme Furchen. 
24* 


372 Dferden — Pflanze. 


71879. Man muß mit ben Pferden pflügen, die man hat. 

7880. Ein ſchäbig Pferd leidet Heinen Striegel. 

1881. Mit böfen Pferden bricht man das Eis. 

7882. Die Fürften haben ber Pferbe Art: fie flallen gern wo es 
ſchon naß ift. 

7883. Wer ein fchelmifch Pferd hat, vertaufcht es feinen Kreunden. 

7884. Buntes Pferb verkauft man gern. 

7885. Laß dich auf keinem fahlen Pferde betreffen. 

7886. Die Pferde verſtehen die Küße im Stall, 

7887. Stolpert doch ein Pferd auf vier Eifen. 


1888. Gut Pferd, das nie flolpert, 
Gut Weib, das nie holpert. 


7889. Dein Pferd, bein Weib und dein Schwert leih nicht ber. 
7890. Bon fchönen Pferden fallen ſchoͤne Kohlen. 
7891. Naße Pfingſten, fette Weihnachten. 
891°. Regnets am Pfingftimontag, 
So regnets fieben Sonntag. 
7892. Pfingftenregen, 
Meinfegen. 
71893. Reife Erdbeeren um Pfingften bringen ein gute Wein⸗ 
jahr. 
78932. Zu Pfingſten 
Gilt das Korn am Mindſten. 
7894. Pfingſten, wenn die Gans auf dem Eiſe geht! 
7895. Zu Pfingſten auf dem Eiſe! 
7896. Pfirfichbaum und Bauernregiment 
Waͤchſt ſchnell, nimmt bald ein End. 
7897. Pfirfiche find nicht getrocknete Birnen. 
7898. Plack lehrt krauen. 


7899. Pflanze, oft verſetzt, gedeiht nicht. 


7900. 
7900°. 
7901. 
7902. 
1903. 
7904. 


7905. 
7906. 


7907. 
7908. 


7909. 
7910. 


7911. 
7912. 


7913. 
7914. 


7915. 
7916. 


. 79168. 
7917. 


Pflanze — Pfründe. 373 


Pflanze mich für Zwei, 

So trag ich dir für Drei. 

Wenn Gott das Gebeihen nicht giebt, fo Hilft unfer Pflan⸗ 
zen und Wäßern nicht. 

Man kann nicht alle Schäden mit Einem Pflafter heilen, 

Ze gefunder das Pflafter, je größer ber Schmerz. 

Hflafterkneter, Zungendreſcher. 

Pflaumen Tann man nicht zu Aepfeln machen. 

Pflaumenftreicher find alle falfch. 

Dflegerlieb 

Iſt falſch und trüb. 

Dflegertreu 

Sft immer neu. 

Gebrauditer Pflug blinkt, 

Stehend Waßer ſtinkt. 

Wo der Pflug bingeht, da geht auch ber Zehent Hin. 

Wo das Pflugeifen raſtet, wird das Land nicht wohl ges 
baut. 

Hflügen und nicht fäen, 

Lefen und nicht verftehen 

Iſt halb müßig gehen. 

Wers mit dem Pförtner hält, findet bald Einlaß. 

uebler Pförtner, der Alles einläßt. 

Mer Linden pfropfet auf den Dorn, 

Hat an Beiden fein Recht verlorn, 

Nimmer Pfründ, nimmer Köchin. 

Daß es Recht fei, zwei Pfründe zu haben, verftehen nur 
die nicht, welche bloß Eine haben, 

Pfründenbrot ift Bettelbrot. 

Man wird ihm eine Pfründe geben, wenn er nicht mehr 
eBen mag. 


- 


874 


7918. 


7919. 


7920. 
7921. 


71922. 


7923. 
7924. 
1925. 


7926. 
71927. 


"928. 


7929. 
1930. 


71931. 
1932. 
1933. 


- 7934. 


1935. 
7936. 


1937. 


‘7938. 


Pfunde — Planeten. 


Wer mit dem Pfunde wägt, bedarf des Eentners nicht. 


Hundert Pfund Sorgen 

Bezahlen kein Loth Vorgen. ' - 

Ein Pfund Febern wiegt fo viel als ein Hans ei, Zu 

Wo ber Pfufcher findet Brot, oo. er 

Muß der Künftler leiden Noth. 

Wenn mans hingießt, wos ſchon naß ift, wird leicht eine 
Pfüge daraus, 

Behn Phantaften geben erſt Einen Narren. 

Philifter über bir! Zu 

Pietift, . Ze 

Bauler Chriſt! von 

Man muß von ber Pike auf gebient haben. 


Pilatus wandert nit aus ber Kirche, er richtet zuvor 
einen Laͤrmen an. . 


Man muß Pilato mit dem Kaifer dreuen. 

Wie kommt Pilatus ind Eredo? 0 

Er ift dazu gekommen wie Pilatus ins Credo. 

Von Pontius zu Pilatus gewiefen. 

Bittere Pillen. vergolbet man. 

Pillen muß man fehlingen nit kauen. 

Pillen muß man verfchluden, 

Richt im Maul zerdrucken. 

Der erfte Pillendreher war ber Geißboa. 

Wo man das Placebo ſingt, ba muß bie Wahrheit zuruͤck⸗ 
ſtehen. 

Wer das Placebo domino nicht wohl ſingen kann, der 
bleibe von Hofe. 


Planeten 
Sind üble Propheten. 


i® 


Ploneten — Pobagram. 375 


1939. Chriften haben keine Planeten 
Sondern Gott zum Propheten, 
1940. Mit aller Pläfir, Tagt der. Bauer, wenn er muß. 
"941. Plat für fieben Mann, es kommt ein. halber. 
7942. Jeder Platz 
Hat ſeinen Schatz; 
Jeder Ort 
Seinen Hort. 
7943. Er hat den Platz neben das Loch gefetzt. 
7944. Wer viel plaudert, luͤgt viel. 
7945. Muß man denn allen Plunder wißen? 
7946. Pluͤndern macht nicht reich. 
7947. Plünderer find feige Soldaten. 
7948. Wer ſich an Pöbel hängt, ift übel Logiert. 
7949. Der Efel will gefchlagen, der Pöbel mit Gewalt vegiert 
fein. 
7950. Der Poͤbel macht die Herren weife, 
7951. Dem Pöbel muß man weichen, 
Wil man ihm nicht gleichen. 
7952. Wer dem Pöbel dient, hat einen übeln Seren. 
1953. Dem Pöbel weicht auch ber Teufel, 
7954. Es ift nicht gar erbicht’t 
Was der Poͤbel ſpricht. 


1955. Hüte dich vor dem Pocher, 

Dir ſchadet nie ber Socher. 

7956. Fürs Podagra hilft Fein Schuh. 

7957. Bei guten Sagen und Wein 
WIN das Vobagra fein. 


7958. Bacchus der Vater, Venus bie Mutter, Son ö bie Hebamm, 
Erzeugen bad Pobagram. 


Poet — Pracht. 


. Es iſt nicht gut, ber Poet im Dorf gu fein, 
. Der Pole ift ein Dieb, der Preuß ein Verräthier, ber 


Böhme ein Ketzer und der Schwab ein Schwäker. 


. Polnifhe Bräde, böhmifher Mönch, ſchwaͤbiſche Nonne, 


welfhe Andacht und der Deutichen Zaften gelten eine 
Bohne. 


. Der Pole würbe eher am Sonntag ein Pferd ftehlen als 


am Freitag Milch oder Butter eßen. 


. Holen ift der Bauern Hölle, ber Juden Paradies, ber 


Bürger Fegefeuer, der Edelleute Himmel und der Frem⸗ 
ben Goldgrube. 


. Wie ein polnifcher Stiefel, an beide Füße gerecht. 
. Es geht zu wie auf dem polnifchen Reichstag. 
.Politiſch ift englifch reden und teufliſch meinen. 

. Erft prächtig, jetzt verächtlidh. 

. Kommt Präcenbenzftreit auf die Bahn, 


So fist der Zeufel obenan. 


. Practica est multiplex, fagte ber Bauer: da zog er ſich 


einen Wurm heraus und band den Schuh damit zu. 


. Practifieren ift die Kunft, fagte die Frau: ba feste fie den 


Lappen neben bad Loch. 


. Poenitet ift ein Impersonale. 
. Wer mit der Poft reifen will, muß eine fürftlicde Börfe 


und eines Laftträgers Rüden haben. 


. Sch achte der Poffen nicht, fagte jener Biſchof, als er eis 


nen Spruch aus ber Bibel hörte, 


. Auf alle Pferde gerecht, wie ein Poſtſattel. 

. Ze poprer ber Pracher, je fetter die Laus. 

. Wenn der Pracher was hat, fo bat er Keinen Rapf. 
.Pracht macht Keinen ehrlich. 


Pracht — Prediger. 877 


7978. Große Pracht, 
Kleine Macht. 
71979. Pracht, Gold und Ehr . 
Iſt morgen oft nicht mehr. 
7980. Praler, 
Schlechte Zahler. 
79808. Pocher und Prahler find keine Fechter. 
7981. Praler, 
Ihrer Shorheit Maler. 
7982. Groß Gepral, 
Bißen ſchmal. 
1983. Prale nicht mit deinem Glüde, 
Willſt du meiden Neid und Züde, 
7984. Pralen wir nit mehr, find wir arme Leute, 
1985. Man Tann auch wohl Prälaten fehn, 
Die nicht in faubern Schuhen ftehn. 
- 7986. Praffer eilen zum Bettelftab. 
7987. Golden die Praris, hölgern die Theorie. 
7988. Predigen macht ben Leib mühe, 
7989. Viel Predigen macht Kopfiveh. 
1990. Kurze Predigt, lange Bratwürfte, 
7991. Wer zuviel prebigt, verjagt die Zuhörer. 
7992. Das kommt vom langen Predigen. 
7993. Eine gute Predigt muß nicht zu breite Treffen haben, das 
Tuch muß nod daran zu fehen fein. 
7994. Der befte Prediger ift die Zeit. 
71995. Prediger haben Gehalt fürs Prebigen, nicht fure Thun. 
7996. Andern iſt gut predigen. 
7997. Viel Prediger ſind, die ſelbſt nicht hören. 


878 Predigen — Proceſs 
7998. Es. iſt nicht Alles Gottes Wort was gepredigt wirb,.es 
bringt auch Mancher feine eigene Waare zu Markt. 
7999. Predigt. hören fäumet nicht, 
83000. Priefter und Schafe haben golbnen Fuß. 
8001. Prieſter bete, 


Füuͤrſt vertrete, u 
"Bauer jäte! 


8009: Prigfter und Weiber fol man chren, 
8003. Priefter fol man ehren, 
Weil fie Gutes Ichren. 
8004. Priefter lehren Gutes, 
Nicht aber Ieder thut eb. 
8005. Auf den Priefter 
Folgt ber Küfter. 
8006. Große Präfenz macht anbädige Prieſter. 
8007. Der Prieſter Zankerei 
Des Teufels Jubilei. 
8008. Priefterkinder, 
Mülerrinder, 
Bäderfchivein on 
Wollen gut gefüttert eh, a 
60969: Prieſterkinder und Mällerih, "0 © 
Wenn fie gerathen, find gutes Vieh. Ze 
8010. Probieren matht 'geläftige Leirte, - 
8011. Probieren macht die Sungfern theuer. 
8012. Probieren Bu 
Geht über Stubieren. 
8013. Jeder Proceſs ift ein bellum civile. 
8014. Den Proceſs mit Wein begießen hilft. 


8015. Wer Procefß um eine denne het set lieber das Ei 
bafür. 


Proceſs — Qual. 879 


8016. Werrzisviel Korn hat, ftelle ſich Mäͤuſe ein, und Wer zu⸗ 
viel Geld Hat, fange Proceſs an. 

8017. Er fieht aus, ale hätt er. ben Proceſs verfpielt. .- 

8018. Er lebt vom. Profit und macht Staat vom Beträgen. 

8019. Das ift das Geſetz und die Propheten! 

8020. Die alten Propheten find todt, den neuen glaubt man 


nicht. 
8021. Der Prophet gilt nirgend weniger als im a feinem Vater⸗ 


lande. 04 
8022. Er ift ein Prophet, der Brot ift. Br: 
8023. Ich habe keinen Prophetendredt gegeßen. 


8024. Du gäbft einen guten Pfaffen, aber einen böfen Pros 
pheten. 


8025. Er iſt ſeiner Protection milder denn ſeiner Gaben. 
8026. Prüfet Alles und das Beſte behaltet! | 


8027. Wer feine Prügel hat, muß mit Btatwuͤrſten um J 
werfen. 


8028. Wer alle Prügel auflieſt, bekommt bald den Arm. von” 
8029. Es hat ihm eine Here aufs Pulver gepiſzßt. 

8030. Beßer heiß gepuſtet als das Maul perbrannt. 

8031. Wo man den Pumpernigei in: der Kirche Arat: a man 


mitſingen. und ne 
8032. Mancher Tann den rechten Poret / zwiſchen 9 frih und. au 
fpät nicht treffen, m. am pad fe hg 


8033. Auf Yurpurbetten liegt man hart. est LAOR 
NT BT II 


a A J ., si 
Wi: 
e j r \ 2 — ı pe 


8934. Die kurze Qual iſt Die beſhtee. es. 
8035. Lange Dual iſt bittrer Tod. 


388 


8036. 
8037. 


8038. 
8039. 
8040. 
8041. 


8042. 


8043. 


8044. 
8045. 


8046. 
8047. 
8048. 
8049. 


8050. 
8051. 


8052. 
8053. 
8054, 
8055. 


Quare — Raben. 


Stelle bir ein Quare, 
Si non vis errare. 


Einen Quaſt im Raden, 

Ein Loch im Haden. 

Er hat Quedfülber im Hintern. 
Aus der Quelle foU man fchöpfen. 
Quer durch geht nicht allemal an, 


Quinquenellen 

Kommen aus ber Höllen. 

Quinten fpringen leicht, 

Wenn man fie zu hart flreicht. 

Propter longam Quoniam — zum Zeitvertzeib. 


N. 


Drei R gehören Gott alleins Rühmen, rächen, richten. . 


Raben zeugen eine Tauben, 
Dornen bringen keine Trauben. 


Es heit fein Rab ein Zeislein. 
Der Nabe hat der Krähe nichts vorzumerfen. 
Die jungen Raben find wie die alten gefchnäbelt. 


Erziehſt du dir einen Raben, 
So wird er bir ein Aug ausgraben. 


Die jungen Raben brauchen Futter. 


Rab auf dem Dad, Fuchs vor ber Thür, 
Hüt fi) Mann und Roſs dafür. 


Die Raben müßen einen Geier haben. 

Was den Raben gehört, ertrinkt nicht. 

Es Hilft kein Bad am Naben. 

Der Raben Bab und ber Huren Berichte ſind unnütz. 


Rache — Raſezeit. 381 


8056. Rache iſt neues Unrecht. 
8057. Rache macht ein kleines Recht zu großem unrecht. 
8058. Rache bleibt nicht ungerochen. 
8059. Einer Rache gebührt die andre. 
8060. Auf Rad 

Folgt Ach! 
8061. Gemach 

Geht Gottes Radı. 


8062. Gemad; 
Zur Rad). 
8063. Zur Rach eine Schnede, zur Wohlthat ein Vogel. 
8064. Der Rache find die Hände ans Herz gebunden. 


8065. Wer Alles will rächen 
Manu bellatoria, 
Die Kraft wird ihm gebrechen, 
Nec erit victoria. 


8066. Die Rache wird nimmer zur Hure. 

8067. Verzeihen ift die befte Rache. 

8068. Das fchlimmfte Rad am Wagen Tnarrt am argſten. 
8069. Rappelige Raͤder laufen am laͤngſten. 

8070. ungeſchmierte Räder knarren. 

8071. Er iſt das fuͤnfte Rad am Wagen. 

8072. Es geht nody manch Rab um, ch das geſchieht. 
8073. Der Rahm ift fchon von der Mitch gefchöpft. 


8074. Der Rank 
ueberwindet den Klang. 


8075. Beßer gerannt 
Als verbrannt, 
| 8076. Wer früh nicht raſt, der raſt fpät. 
| 8077. Ein Jeder hat je einmal feine Rafezeit. 


Raſt — Rath. 
. Raft 
Sieht Maſt. 
. Raft ich, fo roft ich, fagt der Schlüßel. 


. Was nicht raftet und nicht ruht 


Thut in die Länge nicht gut. 


. Rath foll vor ber That geben. 
. AU Ding will vor Rath, dann That haben. 
. Halte Rath ' 


Bor ber That. 


. Rah dem Rath 


Greif zur That. 


. Ohne Rath 


Keine That. 


. Zum Rath weile, 


Zur That eile. 


. Sei eine Schned im Rathen, 


Ein Vogel in Thaten, 


. Hib im Rath, 


Eil in der That 


“ Bringt nichts ald Schad. 


. Zähem Rath folgt Reu und Leib. 
. Zäher Rath hat Reu zum Gefährten. 
. Der Reuling folgt jähen. Räthen. 


. Zäher Rath 


Nie gut that. 


. Säher Rath kommt zu früß. 
. Die nüchternen Raͤthe find die beften, 


. Rath 


Rad) der That 
Kommt zu fpat. 


Kath. 383 


8096. Nach der That 
Kommt Schweizerrath. 


8097. Suter Rath 
Kommt nie zu fpat. 


8098. Suter Rath iſt Goldes werth. 
8099. Guten Rath muß man nidyt ausbieten wie faures Bier. 
8100. Suter Rath ift theuer. 

8101. Guten Rath foll man nit auf alle Märkte tragen. 
8102. Kein Rath ift gut man folge ihm denn. 

8103. Rathe Niemand ungebeten. 


8104. Alle wißen guten Rath, 
Nur nicht Wer ihn nöthig hat. 


8105. Guter Rath kommt morgen. 

8106. Suter Rath kommt über Nadıt. 

8107. Kurzer Rath, guter Rath. 

8108. Wem nicht zu rathen ift, dem ift nicht zu helfen. 
8109. Wer Rath begehrt, dem ift zu helfen. 

8110. Der Alten Rath der Zungen Stab. 

8111. Rathen ift Leichter denn helfen. 

8112. Wer räth, der giebt nichts. 


8113. Wer fi nicht läßt rathen, 
Sitzt am Tiſch und verfhläft den Braten. 0 


8114. Rath ift beßer denn Glück. 
8115. Rathen ift oft beßer denn fechten. 


8116. Ein Löffel voll That | 
Ift beßer als ein Scheffel voll Rath. | 


8117. Niemand ift klug genug, ſich felbft zu rathen. 
8118. Wir können Andern rathen, aber uns felbft nicht. 
8119. Die fig laßen fagen, denen mag man rathen. 
8120. Fremder Rath ift Gottes Stimme. 


Rathet — Rauch. 


. Rathet mir gut, aber rathet mir N ab, ſagt Die Braut. 
. Rathen ift nicht zwingen. 

. Rathen und Ueberreden ftehen nicht gut beieinander. 

. Rathen ift wie Scheibenfchießen. 

. 3u unmwisigem Rath gehört eine hoͤlzene Glock. 

. Wer fich felbft nicht weiß zu rathen 


Schau was Andre vor ihm tbaten. 


. Der Rath fol unter den Händen wachſen. 
. Sm Rathen ſieh mehr auf den Schwanz als auf den 


Schnabel. 


. Mit Vielen in ben Krieg, mit Wenigen in den Rath. 

. Viele zur Hülfe, Wenige zum Rath, . 

. Biel Rath iſt Unrath. 

. Rathgeber bezahlen nicht. 

. Wenn e8 gut geht, find Alle gute Rathgeber. 

. Bei Rathöverfammlungen haben die Wände Ohren. 

. Wenn die Herrn vom Rathhaufe fommen, find fie am 


Elügften. 


. Er will andrer Leute Ratten fangen und fängt ſich ſelber 


nicht die Maͤuſe. 
Raubvoͤgel ſingen nicht. 


. Der Räuber ſchimpft den Mordbrenner. 

. Die groͤſten Räuber find Weiber, Wein und Wuͤrfelſpiel. 
‚ Kein Rauch ohne Feuer. 

. 30 Rauch ift, muß auch Feuer fein. 

.Rauch geht vor dem Feuer her. 

. Kein Rauch ohne Feuer, 


Ohne Mäufe keine Scheuer. 


. Wo Rauch aufgeht, da ift Feuer nicht weit. 


8145. 
8146. 
8147. 


8148. 
8149. 

8150. 
8151. 
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8154. 
8165. 


8156. 


8157. 
8158. 
8159. 
8160. 
8161. 
8162. 
8163, 


8164. 
8165. 
8166. 
8167. 


8168. 


Rauch — Reben. 385 


Man leidet ben Rauch des Feuers wegen. 
Unfer Rauch ift beßer denn des Nachbars Feuer. 


Der Rauch in meinem Haufe iſt mir Lieber als des Nach⸗ 
barn Feuer. 


Er fieht den Rauch und weiß nicht wo es brennt. 
Er flieht den Rauch und fällt ins Feuer. 

Laß dich nicht von jedem Rauch beißen. 

Kleiner Rauch beißt mich nicht. 

Ze mehr der Rauch auffteigt, je mehr verfliegt er. 


Wenn Rau nicht aus dem Haufe will, 
So ift vorhanden Regens viel. 


Kauch vertreibt die Bienen, Sünde die Engel. 


Ein Rauch, ein bis Weib und ein Regen 
Sind einem Haus überlegen, 


Drei Dinge treiben den Dann aus dem Haufe, ein Raul, 
ein übel Dach und ein böfes Weib. 


Man muß das Rauche nad) außen kehren. 

Wer die Räube fürchtet, Triegt den Grind. 

Gin räudiges Schaf ſteckt die ganze Heerde an. 

Wer fi zu Räudigen hält, wird felber Erägig. 

Wer will, daß fig Zweie raufen muß oft die Haare dazu leihen. 

Der Raupen wegen muß man ben Baum nicht umhaden. 

Ruͤhme dich nicht, Räuplein, dein Bater war ein Kohl: 
wurm. 

Beßer ein Rauſch, denn ein Fieber. 

Seit der Rauſch aufgekommen, ſäuft ſich Keiner mehr voll. 

Reben koͤnnen einen Bauer ausziehen, aber auch wieder an. 


Reben laßen einen fallen bis an den Rhein, 
Aber nie ganz hinein. 


tumpenreben geben den beiten: Wein. 


Dtſche. Volksb. Sr. Bd. 25 


386 


8169. 


3170. 


Reben — Reit. 
Zu Johannis aus den Reben gahn 
Und die Neben biähen lahn. 


Den Reben und ber Geiß 
Wird ed nie zu heiß. 


. Auch eine Edelrebe trägt einen Wintertroll. 
. Zunge Rebe, zum alten Baum gefeßt, muß verdorren. 
. Aus den Reben 


Fleußt Leben. 


. Hier geht es durch zwei Rechen. 

. Wie man einen Rechenpfennig fest, fo muß er gelten. 

. Kurze Rechnung, lange Freundſchaft. 

. Richtige Rechnung macht gute Freundſchaft. 

. Was hilft richtige Rechnung, wenn man ſchlecht bezahlt? 
. Man fol die Rechnung nicht ohne ben Wirth machen. 

. Man fol die Rechnung mit feinem Beutel maden. 

. Wenns Gütchen verthan und der Seel leer iſt, rechnet 


man zu fpät. 


. Du muft Recht finden und nicht Recht bringen. 
. Recht findet ſich. 

. Wer Recht thut, wirb Recht finden. 

. Recht muß Recht finden. 

. Wer Recht fordert, muß auch Recht pflegen.. 
.Recht 


Findet allzeit ſeinen Knecht. 


. Recht thun 


List fanft ruhn, 


. Was Recht tft, das hat Bott lich. 
. Was Recht ift, hat Gott lieb, 
Wer Geißen flichtt, if Fein Bockdieb. 








Recht. 387 


8191. Recht thun iſt Gott lieb 
Sprach der Korndieb. 
Haͤtt i nu e Müde gno, 
So wär i beßer fort cho. 
81918. Was Recht ift gefällt Jedermann. 
8192. Recht thun verliegt fi nicht. 
8193. Wer Recht thut, der ift wohlgeboren. 
8194. Thue Recht, fcheue Niemand. 
8195. Thu Recht und fürchte dir übel dabei. 
8196. Thu Recht, Laß alle Vöglein fingen. 
8197. Thu Recht und laß die Leute aufs Kerbholz reden. 
8198. Recht gethan ift viel (wohl) gethan. 
8198. Recht ift über hübfch. 
8199. Was dem Einen recht ift, ift dem Andern billig. 
8200. Was Einem Redt, ift Allen Redt. 
8201. Das Recht ſchiert haarſcharf. 
8202. Das Recht wird weder weiter noch enger. 
8203. Eben Recht iſt weder eng noch weit. 
8204. Eng Recht iſt ein weit Unrecht. 
8205. Strenges Recht iſt oft das groͤſte Unrecht. 
8206. Streng Recht gewiſs Unrecht. 
8207. Das Recht iſt des Wachenden, das Glück des Schlafenden. 
8208. Wer Recht hat, behaͤlt den Sieg. 
8209. Wer den Sieg behaͤlt, der hat Recht. 
8210. Wer Recht hat, hat Niemand zu fürchten. 
8211. Das Recht iſt wohl ein guter Mann, aber nicht immer. 
8212. Das Recht iſt gut, aber die Rechtspractica taugt nichts. 
8213. Das Recht wär wohl gut, wenn mand nicht krumm machte, 


8214. Zuviel Recht 
Dat manchen Herrn gemacht zum Knecht. 
. 25 * 





388 


8215. 


8216. 
8217. 
8218. 


8219. 
8220. 
8221. 
' 8222. 
8223. 
8224. 
8225. 
8226. 
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8228. 


8229. 


8230. 


8231. 
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8233. 
8234. 
8235. 


8236. 


8237. 


Reit. 


Es giebt drei Recht: Recht und Unrecht, und wie mans 
macht ift auch Recht. | 

Wenig mit Recht ift beßer als viel mit Unrecht. 

Das Recht hat eine wächlerne Nafe. 

Das Recht ift an beide Füße gerecht wie ein polniſcher 
Stiefel. 

Die Rechte ſind links und rechts, wie man ſie dreht. 

Die Leute führen das Recht in der Taſche. 

Wer allermeiſt giebt, hat allermeiſt Recht. 

Recht muß doch Recht bleiben. 

Recht bleibt Recht, aber man verdrehts gern. 

Das Recht iſt des Staͤrkſten. | 

Gut Recht bedarf oft guter Hülfe. 

Dem Recht ift öfters Hülfe Roth. 

Dem Recht will nachgeholfen fein. 

Rechten . 

Iſt fechten. Ä 

Rechten ift Kriegen: von beiden weiß Gott bad Ende. 

Wer nicht kann fechten, | 

Geminnt nidts im Reden. 

Mit Rechten und Kriegen gewinnt Niemand viel. 

Recht fcheidet wohl, aber es freundet nicht. 

Rechten ift recht, aber unfreundlich. 

Rechten ift bös, wo Gewalt Richter ift. 

Rechten und Borgen 

Macht Kummer und Sorgen, 


Groß Herr, groß Recht; 
Klein Knecht, Hein Recht. 


Ber Recht nicht will leiden, darf über Gewalt nicht Elagen. 





8238. 


8239. 


8240. 


3241. 
8242. 


8243. 
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8250. 
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8258. 


Recht — Rebe. 389 


Geſchriebenes Recht ift ein breites dünnes Res, die Muͤcken 
bleiben drin hängen, die Bummeln brechen hindurch. 
Geſchriebenes Recht ift eine große Glocke: wenn nur ber 
Schwengel nicht fo leicht herunterfiele, 

Die Rechtlichkeit und der Palmeſel kommen jährtih nur 
einmal ans Licht. 

Kein beßer Recht denn das Gegenrecht. 


Es iſt kein beßer Recht 
Denn ein Mägdlein und ein Knecht. 


Bedingt Recht bricht Landrecht. 


Man könnt es den Leuten nicht recht thun, wenn man ſich 
die Naf abbiße. 


Werd Allen recht machen kann, ift noch nicht geboren. 

Rechtes 

Leidet nichts Schlechtes. ” 

Recht und Schlecht, das ziert den Mann. 

Wenn der rechte Zofeph Eommt, fagt Maria Sa. 

Du haft recht, du fommft neben bie Mutter Maria in 
den Himmel. 

Rede wenig, höre viel, 

Biel und wohl reden 

Will nicht wohl queben. 

Kurze Rede, gute Rede. 


‚Wer viel rebet, Lügt viel. 


Reden iſt Silber, Schweigen ift Gold. 

Reben kommt von Natur, Schweigen vom Verſtande. 
Reden fteht einem Jungen wohl an, Schweigen mehr. 
Rede wenig mit Andern, aber viel mit bir felbft. 


Rebe wenig, rede wahr; 
Zehre wenig, zahle baar. 


390 


8259. 
8260. 
8261. 
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8278. 
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8280. 


8281. 
8282. 


Reben. 


Wenig Reben altert die Frauen. 

Rede, daß ich di fehe. 

An ber Reb erkennt man den Mann. 

An ber Red erkennt man ben Thoren 

Wie den Efel an den Ohren. 

Wie einer redet, fo iſt er. j 

Die Rede ift des Mannes Bilbnifs. 

Die Rede ift des Gemuͤths Bote. 

Rebe iſt das Auge des Gemüths. 

Die Rede verräth das Herz. 

Reden und Sitten verachten das Land. 

Rede, fo lernft du reden. 

Rede nicht wo Fein Ohr ift. 

Freche Rede, zage That. 

Reden ift Leichter ald Thun, und Verſprechen leichter als 
Halten. 

Neden und Halten ift zweierlei. 

Man redet viel, wenn der Tag lang iſt. 

Abendrede und Morgenrede kommen felten überein. 

MWüfte Rede, wüfte Ohren. 

Wer redet was er will, muß hören was er nicht will. 


Wer redet was ihn" gelüftet, 
Muß hören was ihn entrüftet. 


Geredt ift gerebt, man kanns mit feinem Schwamme aus- 
wifchen. 

Gs gehn viel Reden in einen Wollſack. 

Es gehen viel Reben in ein fubrig Faß. 

Veble Nachred ift bald flüd 

Und läßt viel Geſtank zurüd. 


8283. 
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"8294. 
8295. 


8296. 


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8298. 
8299. 


8300. 
8301. 


8302. 


Reben — Rugnen. amt 


Einer kann reden und Sieben Eönnen fingen, 

Redlichkeit lobt Jedermann, 

Jedoch laͤßt man fie betteln gahn. 

Keine Regel ohne Ausnahme. 

Regen und Segen kommt vom Deren. 

Nah Regen kommt Sonnenfcein. 

Wenn es bei Sonnenſchein regnet, ſo tft Kirmeſs in ber 
Hölle. 

Wenns regnet und die Sonne fcheint, fd ſchlägt ber Teu⸗ 
fei feine Großmutter: er lacht und fie weint. 

Wenns regnet bei Sonnenfchein, To bat ber Teufel ſeine 
Großmutter auf der Bleicht. 


Es regnet bei Sonnenſchein: da kommt ein Schneider in 
den Himmel. 

Aus dem Regen in die Traufe. 

Wer dem Regen entlaufen will, faͤllt oft ins Waßer. 

Ein kleiner Regen macht nicht naß. 

Es regnet gern wo es ſchon naß iſt. 

Wenns regnet, iſt Hagel und Schnee verborben. 

Viel Heine Regen machen einen Platzregen. 

Kleiner Regen legt großen Wind. 

Kleiner Negen 

Macht großen Wind legen. 

Regnet es nicht, fo tropft es doch. 

Laß regnen weil es regnen mag, 

Das Waßer will ſeinen Lauf 


Und wenn es ausgeregnet hat, 
So hoͤrts von ſelber auf. 


Wenn es regnet, muß mans machen wie die Rarnberger 
und drunter herlaufen. 


302 


8303. 


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Regnen — Regiment. 


Ja, liebe Frau Bas, 

Wenn ed regnet, wird man naß, 

Wenn es fchneit, fo wirb man weiß. 

Und wenns gefriert, fo giebt es Eis. 

Kann unfer Herrgott regnen, fo Tönnen die Reichen auf 
Stelzen geben. . . 

Regnets am Sonntag vor ber Miſs, 

Regnets die ganze Woch gemils. 

Regnets an unferer Frauen Zag, wenn fie übers Gebirge 
geht (Mariä Sif), fo regnets nocd vierzig Kap. 

Regenbogen am Morgen | 

Macht dem Schäfer Sorgen; 

Regenbogen am Abend 

Iſt dem Schäfer labenb. 

Regenten und Wächter müßen wenig Schlafen. 

Neue Regenten Eönnen eilf Kegel‘ ſchieben. 

Wer regieren will, muß auch koͤnnen durch die Finger 
ſehen. 

Wenig regieren macht guten Frieden. 

Du haft viel zu regieren in andrer Leute Häuſern. 

Wer regieren will, muß hören und nicht hören, fehen und 
nit ſehen. 

Im Regieren ift mehr Laft als Luft, mehr Beſchwer denn 
Ehr. 

Wenn die Füße den Kopf regierten, ſo giengs drüber und 
drunter. 

Regiment lehrt regieren. 

Aenderung im Regiment 

Nimmt ſelten gut End. 


Streng Regiment 
Nimmt bald ein End. 


8319. 
8320. 
8821. 
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3323. 


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8326. 


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Reich — Reiten. 393 


Das Reid, ift nicht einig. 

Der ift reich, des Reichthum Niemand weiß. 

Rechten Reichthum ſtiehlt kein Dieb, 

Reich iſt wer einen gnädigen Gott hat. 

Wir haben einen reichen Gott, je mehr er giebt, je mehr 
er hat. 

Wenn wir alle waͤren reich 

Und einer wär dem andern gleich, 

Und wären all zu Tiſch geſeßen, 


Wer trüge dann uns auf das Eßen? 


Es iſt Keiner noch ſo reich, 

Mit Denken iſt ihm der Arme gleich. 

Reich iſt, wer mit der Armut eins iſt. 

Reicher iſt, der Reichthum verachtet denn der Reichthum 
beſitzt. 

Nicht wer viel hat iſt reich, fondern wer Wenig bebarf. 

Reichthum fei wie Bäders Schurz, 

Nicht zu lang und nicht zu kurz. 

Leg deinen. Reichthum nicht al auf Ein Schiff. 

Reiche eßen wann fie wollen, Arme wann fie was haben. 

Reicher Demuth meinet Gott, 

Armer Hoffart ift ein Spott. 

Stirbt der Reiche, 

So gcht man zur Leiche; 

Stirbt der Arme, 

Das Gott erbarme! 


Reiche ftedt man in die Zafdhe, 

Arme feat man in bie Afche. 

Reichen giebt man, Armen nimmt man. 

Reiche läßt man gehen, Arme müßen an Galgen. 

Die Reichen wißen nicht wie bem Armen zu Muth iſt. 


Reihen — Reichthum. 
. Aus dem reichen Schleder 
Wird ein armer Leder. 


. Reicher Leute Zöchter und armer Leute Kälber werben 
bald reif. ’ 


. Reicher Leute Kinder geratben felten wohl. 
. Wenn die Reichen bauen, haben die Armen zu thun. 
. Reichthum und Armut Tiegt nicht am But, fordern am 


Muth. 


. Mancher ift reich an Geld und arm im Beutel — bei feiner 


Frau. 


.; 


. Wer jählings reich wirb, nimmt Fein gut Alter. 


. Reiche Leute haben das meifte Geld. 
. Reihthum und Schnuppen fallen meiſt auf bie Schwachen. 
. Reich fein und gerecht 


Reimt ſich wie Krumm und Schlecht. 


Reichthum ftiftet Thorheit. 
. Ein Reicher iſt ein Schelm oder eines Schelmen Erbe. 


. Die Reichen haben ben Glauben in der Kifte. 


. Wer rei werben will, muß feine Seele hinter bie Kiſte 
werfen, 


. Erft rei) werden, dann Gott dienen. 

. Ze reicher, je Eärger. 

. Ein karger Reidher ift Salomons Efel. 

. Wenn Einer reich wird, fo fpart er. 

. Reichthum mag Thorheit wohl leiden. 

. Reihthbum hat Adlers Flügel und Hefenherz. 

. Reich werben iſt keine Kunſt, aber fromm bieiben. 
. Reihthum macht nur Muth, 


Wenn mans gebraucht wie hinterlegt Gut. 


8360. 


8361. 
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8383. 


Reihtbum — Reimen 395 


Großer Mrichthum Hilft nicht, 

Wenn nicht Gott ben Segen ſpricht. 

Kleiner Reichthum ift groß, fo mans zufammenhält. 
Reichthum vergeht, 

Kunft befteht. 

Reichthum kommt nicht von Geuden, 

Sondern von Fargen Leuten, 

Wer einem Reichern fhenkt, giebt dem Zeufel zu laden. 


Selig find bie Reichen, 
Alles muß ihnen weichen. 


Reichthum ift allein fromm. 

Beim Reichen ift alles Gold was glänzt. 

Dem Reichen ift Alles verwandt. 

Der Reiche redet eitel Gentnerworte. 

Des Reichen Wort gilt, denn es iſt mit Gold gefüttert. 
Wer reich ift, des Wort ift gehört. 

Ein Reicher muß klug fein, wenn er fehon ein Narr if. 
Reiche Leute find überall daheim. 

Reiche Leute haben fette Katzen. 

MReicher Leute Kinder gerathen felten wohl, - 

Er ift reidy daheim, weiß aber fein Haus nicht, 

Keif und Regen 

Begegnen fidy auf den Stegen. 

Was bald reif 

Hält nicht fteif. 

Was bald reif wird, wirb balb faul 

Er ftedt Reifen auf, wenn Fein Bier mehr im Keller iſt. 
Reim dich oder ich freß did. 

Reim did, Bundfchuh. 

Es reimt fi wie eine Fauft auf ein Auge. 


D 
— — — —— — — — — 


396 


8384. 
8385. 
8386. 
8387. 


8388. 
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8390. 


8391. 
8392. 
8393, 
8394. 
8395. 


8396. 
8397. 
8398. 
8399. 
8400. 


84101. 


8402. 


Keimen — Reifen. 


Es reimt ſich wie eine Haspel in einen Sad. 
Es reimt fi wie bie Igeldhaut zum Küffen. 
Es giebt einen Reim auf alle Dinge. 

Du kannſt gut teimen und renken, 

Es wär dir gut ein Thaler ſchenken. 


Rein und ganz 

Iſt des Armen Glanz. 

Mo nicht rein, 

So body fein. 

Halt dich rein, 

Acht dich Klein, 

Sei gern allein, 

Mit Gott gemein. 

Dem Keinen ift Alles rein. 

Reinlichkeit ift halbes Kutter, 

Reinlichkeit ift eine Hoffart. 

Reinlichkeit verlaß mich nicht. 

Es geht nichts über Neinlichkeit, fagte die alte Krau und 
wandte alle Weihnachten ihr Hemd um. 

Zur Reinlichkeit giebts kein beßer Mittel als Menfchens 
gebein. | 

Könnte Ein Reis das andere ertragen, fo wären fie ſtark. 

Biel Reiſer machen einen Befen. 

Zunge Reiſer pfropft man nicht auf alte Stämme. 

Beßer in den. Reifern 

As in den Eifern. 


Reifen wechfelt das Geftirn, 
Aber weder Kopf noch Hirn. 


Viel Reifen und langes Ausbleiben macht nicht immer 
Aug. 








8403. 
8404. 


8405. 
8406. 
8407. 
8408. 


8409. 
8410. 
8411. 


8412. 


8413. 
8414. 
8415. 
8416. 
8417. 
8418. 
8419. 
8420, 


8421. 
8422. 


8423. 


. Neiſt — Reiter. 397 


Wer reift, muß ben Beutel offen und das Maul zu haben. 


Das Neifen koſt't Geld, 
Doch fieht man die Welt. 


Man weiß wohl wie man ausreift, aber nicht wie man 
zurüdtehrt. 


Wer ausreift weiß wohl feine Ausfahrt, aber nicht feine 
MWiederkunft. 


Er ift fo weit gereift, daß er immer noch gerochen ob 
ſeine Mutter Kuchen buk. 


Er reift wie des Müllers Karren: der kommt allabends 
wieber zu Haus. 


Ein beredter NReifegefährte ift fo gut ald ein Wagen.. 

Zum Reiten gehört mehr denn ein Paar Stiefel, 

Zum Reiten gehört mehr ald zwei Schenkel über ein Pferd, 
hängen. 

Reiten und Rauben ift keine Schande, 

Es thuns die Edelften im Lanbe. 

Ungewohnt Reiten macht den A— Tranl. 

Wer felten reitet hat bald einen Wolf. 

Man kann nicht miteinander reiten und reden. 

Es ift beßer lüberlich' geritten als hoffärtig gefahren. 

Lange reiten richtet ben Trummen Fuß. 

Uebel beritten will immer voran fein. 

Der fehlecht beritten ift, ſoll zuerft fatteln. 

Mer reit’t, der reit’t, 

Wer leit (liegt), der leit. 

Dineingeritten und bineingefahren ift gleich. 

Der Reiter duldet Kalt und Naß, 

Der Schreiber lobt fein Dintenfaß. 

Der Reiter mit der Glenen, ber Schreiber mit der Feder. 


398 


9424. 


8425. 


8426. 


8427. 
8428. 
8429. 


8430. 
8431. 
8432. 
8433. 
8434. 
8435. 


8436. 


8437. 


8438. 


8439. 


8440. 
8441. 
8442. 


8143. 


Reiter — Rhein. .. 


Der Neiter, fo nur Ein Pferd bat, fol nicht Haber neh 
men für zwei. 

Er ſieht ſo ſcharf als ein fränkiſcher Retter: der ſah durch 
neun Kittel wo Geld ſtecke. 

Aus dem Eſel machſt du kein Reitpferd, du magſt ihn 
zäumen wie du willſt. 

Ein guter Reitersmann füttert eh er tränkt. 

Reiterzehrung fchadet nicht, wenn man zu Fuße geht. 

Die Religion hat den Reichthum geboren, aber das Kind 
hat die Mutter verfchlungen, \ 

Ein Iahr Rente ift Hundert Jahr Rente. 

Das Retardat frißt die Kure. 

Wer Rettich ißt, der huftet unten und oben. 

Wo Reue if, da ift auch Gnade. = 

Reue ift ein fauler Schelm. 

Reue ift ein hinkender Bote, fie fommt Tangfam aber ge> 

wiſs. 

Späte Reu 

Iſt ſelten treu. 


Reu und guter Aath 

Sind unnuͤtz nach geſchehner That. 
Spaͤte Reu 

Macht Schaden neu. 

Reu, 

Des Herzens Arznei. 

Reuling wird dich beißen. 

Der Rhein trägt nicht leere Leute. 
Rheinleute 

Weinleute. 

Großer Rhein, faurer Wein; 
Kleiner Rhein, füßer Wein, 


8444. 
8445. 
8446. 
84T. 
8448. 


8449. 


8450. 
8451. 


8452. 
8453. 
8454. 
8455. 
8456. 
8457. 
8458. 


8459. 
8460. 
8461. 


8462, 
8465. 


8464. 
8465. 


Rhein — Niemen. 3” 


En Sinee über den Rhein ſchwimmt, ertrinten zehne. 
Man kann den Rhein wohl fehmwellen, aber nicht flellen. 
Der Rhein will alle Jahr fein Opfer haben, 

Der Rhein wäfcht Einen nicht ab. 

Hätt id den Zoll am Rhein, 

So wär Venedig mein, 

Aller Waßer König, der Rhein, 

Die Donau fol feine Gemahlin fein. 

Was über Rhein zieht, ift Alles Hin. 

Derweil fließt noch viel Waßer ben Rhein hineb, 
Wenn ber Rhein ob ſich läuft. 
Cis Rhenum ſchiede den Krieg. 

Wer dich richtet, tft bein Herr. 

Richtet nicht, damit ihre nicht gerichtet werbet. 
Wer vor dem Richter weint, verliert feine Zähren. 
Richter follen zwei gleiche Ohren haben. 

Richter, ſteh dem Rechte bei, 

Denk, daß ein Richter ob bir fei. 

Rechter Richter, richte recht: 

Gott ift Richter, du bift Knecht. 

Richter, 

Dichter. 


Nichte dich nach den Leuten, fie werben fich nicht nach bir 
richten, 


Richts, 

So geſchichts. 

Richtig 
Mit Leipzig. . 
Richtig, nach Adam Rieſe. 

An kleinen Riemen lernen die Hunde Leder freßen. 


400 Riemen — Rocken 


8466. Aus andrer Leute Haut ift gut Riemen ſchneiden. 
8467. Er beßert fich wie der Riemen im Feuer. 
8468. Es geht um den bunten Riemen. 


8469. Es iſt ein Kind 
Als ein ander Rind. 


8470. Die Ringe tragen, find Geden ober Prälaten. 
8471. Was Hilft ein goldner Ring — in ber Naſe? 
8472. Wer darnach ringt, 

Dem gelingt. 


8473. Anfangen und Ringen 
Iſt ob allen Dingen. 
841738. Er kann gut Rinken gießen. 
8474. Er wird den Rinken auch an der Thuͤre laßen! 
8475. Rinken find krumm, man bleibt oft daran bangen. 
8476. Rips, Raps, in meinen Sack; | 
Der Andre habe, was er mag! 
8477. Ein Heiner Ri ift leichter zu fliden als ein großer. 
8478. Ritterfchaft will Arbeit haben. 
8479. Rittersweib hat Rittersrecht. 
8480. Ein [höner Nod 
Biert den Stod, 


8481. In kurzem Rod 
Springt der Sachſe wie ein Bod. 
8482. Begehre des Rod, es wird bir dennoch kaum das Hemde 
8483. Wenn id den Rod ſchuͤttle, fo fällt e8 ab. 
8484. Du wirft dir damit Teinen grauen Rod verdienen. 
8485. Was du am Rocken haft, muft du abfpinnen.- 
8486. Sie fpinnen zufammen an Einem Rocken. 
8487. Er weiß wohl was er noch am Rocken hat. 


Nagtzen — Km. a 


8488. Roggen gilt alermeil, - 
Wenn man bittet um: den hiigen Be 


8489. Der Gine iſt von Roggenſtroh, 
Der Andre ebenfo, 
8490. Wer im Rohr figt, hat. gut Pfeifen ſchneiden. 
8491. Wer im Rohr ſitzt, ſteckt andre in den Sack. 
. 8492. Er ſchimpft wie ein Rohrſperling. 
8493. Alte Röhren tropfen gern. 
8494. Man follt ihm die. Röhre ins Maul richten. 
8495. Er bleibt aus wie Roͤhrwaßer. 
8496. Rom ward nit an einem Tag erbaut, 
8497. Alle Wege führen nad) Rom, 
8498. Es ift eben wie ber Weg nach Rom. 
8499. Es leben gar Viele, die nimmer nach Rom kommen. 
8500. Es können nidt alle nad) Rom und den Pabft fehen. 
8501. Zu Rom gewefen und ben Pabſt nicht gefchen! 
8502. Was follte mir Rom, wenn ich davor bienge? 


8503. In Rom kann man mit einer Zipfelmuͤtze bis an die Hölle 
graben. 


8504. In Rom ift alles um Gold feil. 

8505. Man fagt viel von Rom, das wahr ifl. 

8506. Zu Rom ift keine größere Sünde, benn kein Geld haben. 

8507. Zu Nom ift Alles frei, außer der kein Geld hat, 

8508. Hüte di vor Rom, 

Willſt du bleiben fromm. 

8509. Ye näher Rom, je ſchümmer Chriſt. 

8510. Wer gen Rom zieht, fuht einen Schall, zum anbernmal 
findet er ihn, zum brittenmet bringt ee ihn mit, 

8511. Wer nad Rom geht, bringt einen Schalt wieder mil wach 
Haufe. 


Difche. Volksb. Sr. Br. 26 


8516. 
8517. 


8518. 
5519. 
8520. 
8521. 


8522. 


8523. 


8524. 
8525. 


8526. 
8527. 
8528. 
8529. 


8530, 


. Rem — Role 


. Rad) Rom zog ein frommer Dann - 


Und kam nad) Haus ein Nequam. 


. Wer nad Rom will, der laße die Froͤmmigkeit zu Baufe. 
. Iſt eine Hölle, fo muß Rom darauf gebaut fein. 
. Es gehn viel Kaifersfahrten aus Deutfjland gen Rom, 


aber wenig wieder heraus. 

Das ift mir eben, ald wenns in Rom bonnerte. 

Mer bi) gen Rom trüge und feste dich Einmal unſanft 
nieder, fo wär Alles verfchüttet. 

Er will nad Rom und fährt den Rhein hinunter. 

Ich wollte lieber hinterfich gen Rom. 

Keine Rofe ift ohne Dornen. 

Wer Rofen nicht im Sommer bricht, 

Der bricht fie auch im Winter nicht. 

Wer die Rofe bricht 

Muß leiden, daß fie ihn flichk. 

Die Finger fticht 

Wer Roſen bricht. 

Man Tann nicht immer auf Rofen gehen. 


Pflück die Roſe, wenn fie blüht, 

Schmiede, wenn das Eifen glüht. 

Keine Rofe fo ſchoͤn, daß fie nicht auch endlich welkte. 

Auf Roſenblaͤtter iſt nicht zu bauen. 

Roſen kann nicht Jedermann brechen. 

Mit ftriſchen Roſen und Jungfern darf man nicht lange. 
ſcherzen. 

Roſen und Jungfern find bald verblaͤttert. 


8531. Die Roſe bie man lang in den Händen trägt und daran 


riecht, bleibt nicht. 


8532. 


8533. 
8534. 
8535. 
8536. 
8537. 
8538. 
8539. 


8540. 


8541. 
8542. 


8543. 
8544. 
3545. 


8546. 


8547. 


NRofemunde — Rotkbart. 403 


Bringt Rofemunde Sturm und Wind, 


So ift Sibylle uns gelind. 

Er hat nody große Rofinen im Sad. 

Wer fein Rofs Hat, der muß zu Fuß geben. 

Gemiethet Rofs und eigne Sporen machen kurze Meilen. 
Es war ein gut Rofe, da wird hatten. 

Schellig Roſs ſoll man nicht jagen, fonbern aufhalten. 
Das Rofs wird nicht nach dem Sattel beurtheilt, 


Wenn man das Rofs nicht ſchlagen barf, ſchlägt man auf 
den Sattel. 


An kurzen Roffen und langen Stieren 
Iſt nichts zu verlieren. 


Bor hungrigen Roffen fol man den Hafer nicht warnen. 

Wer mehr hinter als vor die Roffe legt, wird nicht lange 
fahren. 

Die Rofie freßen den Hafer, die ihn nicht verbienen. 

Fromm Roſs, bas gerne betet. 


Nichte kommt unter den Leuten mehr herum ale alte Rofle. 
und junge Weiber. 


Will das Roſs nicht mehr ziehen, fällt es dem Schinder 
anheim. 


Einem unwilligen coſſe muß man bie Sporen⸗ geben, 


8547°. Mit unwilligen Roßen ift nicht gut zu Ader fahren. 


8548. 


Muthigem Roſſe flarker Zaum. 


8549. Zapfer Roſs achtet nicht der Hunde Bellen. ' 


8550. 
8551. 


8552. 


Wer ein Roſs reitet, erkennt feine Art. 
Roſt frißt Eifen, 
Sorge den Weiſen. 
Rothbart, 
Schelmenart. 
26* 





Nother — Rüden. 


. Rother Bart, 
Untreue Art. 


. Hüt dich vor dem aethoart, 
Rothbart nie gut ward. 


Erlenholz und rothes Haar 


Sind auf gutem Boden rar. 


. Rother Bart und Erlenbogen 


Gerathen ſelten, iſt nicht erlogen. 
. Ein Rother traut dem andern nicht. 
. Roth Haar iſt entweder gar fromm oder gar boös. 


. Der Rothe gäb einen übeln Kaminfeger, er jagte den ro⸗ 


then Bahn zum Dach heraus. ° 
. Roth geboren hat bad Yegfeuer ſchon auf ber Belt. 


. Rothkopf zündet eine Lunte an. 
. Roth Haar, bös Haar! es verräth den Vater. 


Er ift worben roth, 
Nun hat ed keine Note 


Roth ift Sie Farbe der Liebe, fagte der Buhler gu feinem 
fuchsfarbnen Schap. 


. Wollt ihr fprechen Hinter mir, fo muß ich ſchweigen, ſagte 


ber Bürgermeifter von Rothweil, ald ihm vor Kaifer 
Sigismund — —. 


. Wenn «8 heißt Ein Rind geboren, 


Haben die Rüben den Geſchmack verloren. 


. An bummen Leuten finb Rüben und Sack verloren. 
. Rüde nicht, wenn du wohl figef. 

. Binterm Rüden iſt gut fechten. 

. Hinterm Rüden lernt man fi am beften kennen. 
. &8 ſchmerzt ihn ber Rüden, 


Er Tann fi nicht bäden. 


8572. 
8513. 
‚8574. 
8575. 
8576. 
8577. 
8578. 
8579. 
8580. 
8581. 
8582. 


8583. 


8584. 


8585. 
8586. 
8587. 
8588. 


8589. 
8590. 
8591. 
8592. 


Rüden — Rımyein. 406 


Er ift auf dem Rüden zur Kirche gegangen. 

Man muß rüdwärtd gehn, um recht zu fpringen.. 
Wer heute wohl rubert, foll morgen mitfahren. 
Allgemeiner Ruf tft felten grundlos. 

Er hat Rudolfs Redlichkeit. 

Wie man bir ruft, fo antworte, 

Es ruft ſich nicht wohl, wenn Niemand antworten will. 
Ruh ift der Arbeit Zagelohn. 

Jedes Ding will Ruhe haben. 

Er hat fi zur Ruh gefegt und ift Bote geworben. 
Ruh kommt aus Unruh, und wieder Unruh aus Ruh. 
Mug und Haft Ä 
Iſt halbe Saft. 

Wer will haben gute Ruh, 

Der höre, feh und ſchweig dazu. 

Ruhe nicht Bis du Gewißensruhe gefunden Haft. 
Ruhe und Maͤßigkeit Turieren dad Fleber. 

Kühmer find felten gute Fechter. 


Großer Rühmer, 

Kleiner Zhüncr. 

Die fi großer Streiche rühmen, find felten gute echter. 
Biel Rühmens und nichts dahinter. " 

Rühmt man dich, fo halte dich darnach. 

Wer fich felbft rühmt, befommt neidige Nachbarn. 


8592*. Er rühmt ſich, daß er Mitch geben möchte. 


8593. 


Biel Runzeln, wenig Jahre. 


8594. Es ift übel rupfen, wo weder Haare noch Runzeln find. 


8595. 


Was ſich viel rührt, waͤchſt nicht an. 





8609. 


8610. 
8611. 
8612. 
8613. 


8614. 


Rühren — Säen. 


. Ze mehr du ruͤhrſt, je mehr es ſtinkt. 
. An einem rußigen Kefel Tann man ſich nicht fauber 


reiben. 


. Die Ruth 


Macht gut. 


. Die Ruthe macht Feine Beulen. 
. Die Ruthe 


Macht aus böfen Kindern gute, 


. Du liebe Ruth, 


Wie thuft du mir fo gut. 


. Die Ruthe bricht ein Bein entzwei, 

. Die Ruthe, macht fromme Kinder. 

. Es hat fi felber die Ruthe auf den Rüden gebunden. 
. Wenn die Ruthe ausgedient hat, muß fie in den Ofen. 
. Gebrauchte Ruth 


Wirft Gott in die Gluth. 


. Dan fol Niemand mit zwei Ruthen ſtreichen. 
. Viel Rutfchen macht bünne Hoſen. 


©. 


Drei S gehören Bott bem Herrn zu: Sorgen, Segen und 
Seligmachen. 

Wie die Saat, ſo die Ernte. 

Was man an der Saat ſpart, verliert man an der Ernte. 

Wer wird der Voͤgel willen die Saat unterlaßen? 

Wer ſaͤet, 

Der mähet. 

Wie man ausfät, fheuert man ein. 


J 


"8615. 
8616. 
8617. 


8618. 
8619. 


8620. 


8621. 
8622. 


8623. 
8624. 


8625. 


Gin. 408. 


Wie gefät, fo gefchnitten. 

Saͤet Ciner Gutes, fe ſchneidet er nicht Boͤſes. 

Wer da fät, der hofft zu fhneiden; wer nicht fät, ber wire 
nicht. ſchneiden. 

Der. eine fät, ber andre fchneidet, der dritte ſcheuert ein. 


Späte Saat 
Kommt mit Rath, 


Ih habe gefät, 
Ein Andrer mäht. 


Frühe Saat trügt oft, fpäte felten. 

Wegen dichter Saat barf Niemand feine Scheuer: größer 
bauen. 

Mit der Hand muß man fäen, nicht mit dem Sade. 

Si’ Korn Egidii, Haber, Gerften Benebieti, 

Und Flachs Urbani, Rüben Widen Kiliani, 

Erbes Gregorii, Linfen Iacobi Minoris, 

5 Zwiebeln Ambrofii, grün Feldgewächſe Tiburti, 

Sä Kraut Urbani, grab Rüben Sanctt Galli, 

Mach Würft Martini, auf Kaͤſe Bincula Petrt, 

Trag Sperber Sirti, fang Wachteln Bartholomät, 

Kauf Holz Johannis, willft du es haben Michälis, 

Kleid Stuben Sirti, heiz warm Natalitia Chrifti, 

Iß Gäns Martini, trind Wein per circulum Anni. 


Iß Sind Martini, Wurſt in Feſto Nicolai, 

Iß Blafli Lämmer, Häring Oculi mei femper. 

Iß Eier Pasck, Erdbeer Johannis Baptiſtaͤ, 

Von Kisen Carnes find gut Feſto Pentekoftes, 
Zrag Sperber Sirti, fang Wachteln Bartholomäi. 
Kieib wohl Calixti, heiz ſtark Natalitia Chrifti, 
S& Korn Egibii, Haber Gerften Benebieti, 

Grab Rüben Eolomanni, S& Kraut Damiani, 
Heb an Martini, trint Wein per circulum anni. 


Same — Bäde. 


. Guter Same gebt bald auf. 

. Es iſt eine Sache eher zerbrochen als gebaut, ° 

. Der Gast hängt am BendeL 

. Wenn ber Sad voll ift, erſtreckt er den Zipfel 

. Wenn der Sad voll ift, ſtrotzt er fi auf. 

. Wenn der Sad voll ift, redt er die Ohren. 

. Wenn der Sad kommt, wirft man ben Beutel hinter die 


Kifte, 


. Wenn ber Sad voll ift, bindet man ihn zu. 

. Stride den Sad ku, werin er auch nicht voR iſt. 

. Man muß den Sad verbinden eh er voll iſt. 

. Wenn man ben Sad aufbindet, fo fieht man was drin iſt. 
. Wer Meifter wird, ftedt den Anbern in ben Sad. 

. Wer ben Andern vermag, 


Der ftedt ihn in Sad, 


. Boller Sad pfeift. 

. Wenn die Sadpfeife nicht. voll ift, fo girrt fie nicht. 

. Grobe Säde naht man nicht mit. Seide. 

: Aus zwildhenen Säden Tann man keine feidenen Beutel 


machen. 


. Wer wird den Sad mit Seide nähen? 

. Sadleinen kann man auch weiß bleichen. 

. An einem naßen Sad kann man fi nicht trocknen. 

. Dan muß den Sad vom Sad lappen. 

. Es ift kein Sad fo bös, er iſt noch einer- Bitte werth. 
. Man fdjlägt auf den Sad und meint den Eſel. 

. Zuviel Säde des Efels Untergang. - 

. Viel Säde find des Eſels Tod. 

. Was man in alte Güde fehüttet, ift verloren. 


8671. 
8672. 


Sacke — Sagen. 409 


. Wer im Sacke kauft und ſich mit Aheren rauft, iſt tho⸗ 


richt. 


. Wen man im Sacke findet, den ſchütteln man heraus. 
. Es ſucht Keiner den Andern im Sad, er habe denn Rift 


darin geftedt. 


. Der den Sad aufhebt ift fo ſchlimm als der hine inſchottet. 
. Es denkt jeder in Seinen Sack. 

. Zrage Jeder feinen Sad zur Mühle. 

. Es ift beßer ein Sad voll Gunſt als ein Sad vol Beib 
59. Er läuft wie Klaus mit Säden. 

. Wo mein Sädel aufgeht, da raucht meine Küche. 

. Alte Sädel ſchließen übel, 

. Wohlgefädelt, wohlgehalten. 

. Sädel und Stift müßen beifammen fein. 

. Langfam zum Sädel, hurtig zum Hut, 


Hüft manchem jungen Blut. 


. Sage Niemand wer er ifl, 


So fagt man dir nicht, wer du bift. 


. Wer Alles fagt was er will, muß oft hören was er nicht 


will. 


. Sage nichts, bu Tönneft ed denn beweifen. 
. Sagen und Thun ift zweierlei. 
. Dan fol nicht Alles fagen was man denkt, und nicht Alles 


glauben was man fagt. 


. Sag nicht Alles was bu weit, 


Glaub nit Alles was du hörft, 

Thu nicht Alles was bu kannſt, 

Wiß nicht Alles was du Lich. 

Es ift leicht gefagt, aber langfam gethan. 
Wie Einer handelt, fo fagt mans ihm nad). 





410 


8673. 
8774. 
86765. 
8676. 
8677. 
8678. 
8679. 
8680. 
8681. 
8682. 


8683. 
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8685. 
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8687. 


8688. 
8689. 


8690. 
8691. 


8692. 
8693. 
8694. 
8695. 


Sagen — Sammt. 


Jedermann fagt es, Niemand weiß es. 

Sage nirgend als wo du allein bift, ba ſchnauf es. 
Es liegt viel daran, Wer es fagt. 

Eine Sache zu oft gefagt, thut den Ohren weh. 
Manches ift beßer gepfiffen als gefagt. 


‚Kurze Sage, gute Sage. 


Das find Sägen, die fehneiden Fein Holz. 

Wenn dus fügen willft, fo will ich& bohren. - 

Wenn man bie Saite zu hoch fpannt, fo reißt fie. 

Salz und Brot 

Macht Wangen rotb, 

Salz ift die befte Würze. 

Wo kein Salz im Haufe ift, da mangelt ed am beften 
Gewürz. 

Wenn dad Salz dumm ift, womit fol man falgen? 

Traue Keinem, bu habeft denn ein Scheffel Salz mit ihm 
gegeßen. 

Mancher hat mehr Salz in der Frembe gegeßen ald das 
heim, und ift doch ungefalgen wieder heimgelommen. 

Salz kann nichts denn Salzen. 

Halt Map im Salzen, 

Doch nit im Schmalzen. 

Er ift eben nur fo viel gefalgen, baß er nicht faule, 

Samfon war ein flarfer Mann, aber er konnte nicht zah⸗ 
len eh er Geld hatte. 

Man muß fammeln weil Ernte ift. 

Ein Sammler will einen Verſchwender haben. 

Wer fammelt, [parts einem andern Mann. 


Sammt am Kragen, 
Dunger im Magen. 


Sammt — Sub. ' 411 


8696. Sammt und Seide ‚löfchen das ‚Feuer in der Küche aus. 


8697. Wer Gott vertraut, 
Hat nit auf Sand gebaut, 


8698. Aus Sand dreht man keinen Strid. 
8799, Sanft wie die Zauben, dumm wie die Gänfe. 


8700. Sanftmuth . 
Macht Alles gut. 


8701. Sanftmuth gereut nid. 
8702. Sänger und Buhler lügen viel. 
8703. Wenn ein Sänger nieberkniet, fo ſteht ein Bettler auf. 
8704. Gute Sänger, wenn fie fehlen, fangen von vornen an. 
8705. Fehlt ein Sänger, fo huſtet er drein. 
8706. Dem Sänger progt der Bauch, fo man ihn zu ſingen bittet. 
8707. Gute Sänger, gute Schlemmer. 
8708. Der Satte und der Hungrige fingen ungleich mit einander. 
8709. Der Satte glaubt dem Hungrigen nicht. 
8710. Der Satte mag nicht wißen wie dem Hungrigen zu 
Muthe ift. 

8711. Zu fatt 

Wacht matt. 


8712. Wer fi nicht fatt eßen Tann, der kann ſich auch nicht 
fatt Icden. 


8713. Du bift mein Hergblatt, 
Wenn ich dich fehe, bin ich didy fatt. 
8714. Es gehören nicht zwei Sättel auf Ein Rofe. 
8715. Wenn der Sattel leer ift, Tann man auffisen. 
8716. Es ift ein Sattel auf alle Gäule. 
8717. Man muß in alle Sättel gerecht fein. 
8718. Wer gut fattelt, reitet gut. 
8719. Wer feinen Sag gewinnt, hat nicht übel gefpielt. 


412 


8720. 
8721. 
8722. 


8723. 


8724. 


81725. 


8726. 


8727. 
8728. 


8729. 


8730. 
8731. 
8732. 
8733, 
8734. 
8735. 
8736. 
8737. 


8738, 


8739. 


9740. 
8741. 
8742. 
8743. 


8744. 


San. 


Söu find Gäu und bleiben Säu. 

Die Sau muß die Trauben bezahlen. 

Jede Sau hat ihren Martindtag. 

Man achtet nicht, was die Sam auch ſchroit. 

Kraue die San bis fie Liegt, dann gieb ihr den Stich. 


Es ift nicht Noth, daß .man die Sau fchere, weil man fie 
brühen und fengen Tann. 

Die Sau muß Haar laßen. 

Wenn man bie Sau Eigelt, fo legt fie fig in den Dred. 

Wenn man eine Sau aud in Solb kleidete, fo tegte fie ſich 
boch in den Kath. 

Die Sau legt fi nad ber Schwemme wieber in ben 
Koth. 

Sattel eine Sau, es wird kein Zelter daraus. 

Der faulften Sau gehört allmeg der gröfte Dred. 

Man verflagt Feine Sau, bie Einen befubelt. 

Die Sau giebt nicht Wolle wie ein Schaf. 

Die Sau fingt nicht wie ein Zeislein. 

Er wird ankommen wie die Sau im QJudenhaufe. 

Gehe in aller Säue Namen — fo frißt dich fein Jude. 


Die Sau weiß nicht wovon fie fett wird. 


Der fetten Sau ſchmiert man nicht den Balg. 

Der Sau gehören nicht Muscaten. 

Das befte am Schweingkopf ift — die Sau. 

Es ift eine böfe Sau, bie ihre eigenen Ferkel frißt. 
Es ftirbt feine Sau ob einem unfaubern Zroge. 
Was die Sau verbrocden, 

Am Ferkel wirds gerodhen. 

Sieh dich wohl vor, 

Du greifft die wilde Sau am Ohr. 


Sautrog — Saul. 413 


. Haft bu einen Sautrog umgefoßen, fo richt ihn nicht wies 


der auf. 


.Wo viel Säue find, wird bad Gepähl hin. 
. &s ift Eine Sau voll; find fie alle von ſo fahren wir, 


ſprach der Kutſcher. 


. Er hört gern mit der Sauglocke läuten. 

. Wo haben wir mit einander die Saͤne gehütet? 

. Unter breien ift immer Eine Gau, 

. Wenn eine Mutter zwei Kinder hat, fo ift eine Gau dabei, 
. 3e ſchlimmer bie Sau, befto beßer bie Eicheln. 

. Die Sau ſticht den König. 

- Sauer mad Iuftig. 

. Was nicht fauert, füßt auch nicht. 

. Sauer Ende denkt nit an den füßen Anfang. 

. Sauerfehen Hilft nicht. 

. Kann ich nicht mehr, fo will ich doch fauer drein ſehen. 
. Wer immerdar fauer flieht, um den giebt man wichte. 

. Ein wenig Sauerteig burchfäuert ben ganzen Trog. 

. Was fauer anlommt ift lieb. 

. Wer fauber if, braucht ſich nicht zu waſchen. 


Wenn Saufen eine Ehr if, iſt Speien keine Schanze, 
Wer allzeit fäuft und allzeit ſchlemmt, 
Behält zulegt Fein ganzes Hemd. 


. Unter Säufern wird man ein Gchlemmer. 
. Saufbrüber, 


Laufbrüber. 


. Saufs gar aus, halb trunken ift Wettelei, 
. Befoffene Frau ift ein Engel im Bett, 
. Wie kommt Saul unter bie Propheten? 


414 Saulus — Schaben. 


8770. Er iſt aus Saulus worden ein Paulus. 
8771. Saus und Braus 
Hilft Manchem vom Haus. 

8772. Scalieren gehoͤrt nicht auf die Kanzel. 

8773. Das’ Scepter foll Augen haben. . 

8774. Wer im Schad ziehen und ein Bergwerk bauen will, darf 
feine Augen nicht in bie Zafche fteden. 

8775. Er ift verftodt wie der Linke Schäder. 

8776. Schade ſcheidet Freundfchaft. 

8776. Es muß ein: guter Freund fein, der Einen vor Schaden 
warnt. | “ | 

8777. Schade thut weh. 

8778. Schabe mwisigt. 

8779. Durch Schaben wird man Elug. 

8780. Es wird Keiner ug als mit feinem Schaden. - 

8781. Niemand hinkt von fremdem Schaden. 

878%. Mit frembem Schaben ift wohlfeit Hug werben. 

8783. Selig, wen frember Schaden wisig macht. 

8784. Durch Schaden wird man Hug, ift aber theures Lehrgeib. 

8785. Beßer mit Schaden ald mit Schande Hug werben. 

8786. Beßer heimlicher Schaden als offene Schanbe. 

8787. Schaden macht zwar klug, aber nicht reich. 

8788. Beßer durch Schaben klug als durch Vortheil unklug. 

8789. Durch Schaden wird man ſelten klug. 

8790. Beßer ein Schaͤdel als ein Schaden. 

8791. Aus einem Schaͤdlein ſoll man keinen Schaden machen. 

8792. Aus einem Schädel wird ein Schaden, wenn man nicht 
bei Zeiten wehrt. 


8793. Des Einen Schaden iſt des Andern Ruten. 


Scharen — Schafe. 416 


8794. Schaden kann Jeder, aber nicht Jeder nugen. 


8795. 
8796. 
8797. 
8798. 


8799. 
8800. 
8801. 


8802. 


8803. 


Es ift felten ein Schaden, es ift ein Nutzen dabei, 

Wer mir Schaden zufügt, der Tann mir auch dienen. 

Schaden gebiert Schaben. 

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu 
ſorgen. 

Alter Schaden blutet leicht. 

Alte Schaͤden find boͤs heilen. 

Seinen Schaden wendet 

Wer guten Boten ſendet. 

Wer Schaden thut, muß Schaden beßern. 

Wer ſich ſelbſt ſchadet, mag ſich ſelbſt verklagen. 


8804. Schaden, Sorge, Klage 


8805. 
8806. 


. 8807. 
8808. 
8809. 
8810. 


8811. 


8812. 


8813. 


8814. 


8815. 
8816. 


8817. 


Wachfen alle Tage. 

Ein Schaf iſt wohl fromm, es graſt aber genau. 

Wenn die Schafe bloͤcken, fällt ihnen das Futter aus dem 
Maule. 

Ber ſich zum Schafe macht, ben freßen bie Wölfe 

Ein räudig Schaf ſteckt die ganze Heerbe an. 

Wo Ein Schaf vorgeht, folgen die andern nad). 

Es ift nit Noth, daß man die Schafe frage, die Wolle gilt! 

Man foll die Schafe fcheren, aber nicht rupfen. 

Wer die Schafe fdriert, dem wird die Wolle, 

Es ift ihm nicht ums Schaf, fondern um die Wolle. 

Das Schaf trägt fich felbft feine Wolle. 

Es if ein faules Schaf, das die Wolle nicht tragen mag. 

Geduldiger Schafe gehen viel in Einen Stall — ungebuls 
diger noch mehr. 

Die gezählten Schafe frißt der Wolf auch. 


416 Schaf — Bell 


8818. Was mag dad Schaf denken, wenn :bin Haibt befchneit wei 
8819. Das Schaf hat einen goldenen Fuß. 
8820. Wem Schafe ſchwürmen, 
Der darf ſich nicht härmen. 
geri. Er hat fein Schaͤfchen im Sredam. 
8822. Jeder Schäfer lobt feine Keule. 
8823. Schäfer und Schinder 
Sind Gefchwifterkinder. 
-8824. Der Schäfer iſt verbächtig, ber beim Wolfe Gevatter ficht. 
8825. In einem Schafftall Tann ein Kalt König fein. 
8826. Wer fchafft, hat keine Langeweile, 
8827. Er hat viel zu fihaffen und wenig auszurichten. 
8828. Er hat viel zu ſchaffen und wenig ift ihm befohlen. 
8829. Er hat zu ſchaffen wie Meta, bie drei Bohnen auf dem 
Feuer hatte und ſich nicht Zeit ließ, Eine zu koſten. 
8830. Wer nicht hat zu fchaffen 
Der nehm ein Weib, kauf eine Uhr, ſchlag einen Pfaffen 
So kriegt er wohl fchaffen. 
8831. Es ſchafft Alles an ihm bis das, was zum Aermel aushängt, 
nicht. 
8832. en fehlen will und nicht bangen, 
Der laß fi zu Schaffhaufen fangen 
8833. So nah — wie Schaffhaufen dei bem Rhein. 
8834. Mer wend.go, fagt ker Schaffhäufer. 
8835. An ber Schale beißt ſich Wander bie Zähne aus eh er 
zum Kern Tommt. 
8836. Schall trifft den Weg bald, bringt aber felten gute Bot⸗ 
ſchaft. 
SEIT. Wer den Schalt hinter ſich laͤßt, hat eine gute Tagreiſe 
gemacht. 


8839. 
8810. 
8841. 


88412. 


8843, 
8814. 


8845. 


Schalt. aly 


Krin Schalf Ift fo verlogen, 


Er wird wohl ſelbſt betrogen. 
Es iſt Schalk über Schalk gekommen. 
Schätle muß man mit Schälken fangen. 


Willſt du ’nen Schall fangen, fo fick 'aen Schalk in bi 
Lücken. 


Wer cinen Schall fangen voill, muß einen Schalt hünter 
die Thuͤre ftellen. 


Ein Schalt macht (heckt) den andern, 


Einem Schalt brennt man zwei Lichter, dem Frommen 
faum eins. 


Dem Srommen legt man ein Kiffen unter, dem Schalte 
zwei. 


. Ze ärger Schal, je größer Glück. 
. Wer fich auf die Schalffeite legen will, bem muß man das 


Bayer darnach machen. 


. Laßt man dem Schall eine Hand breit, fo nimmt er efne 


Elle lang. 


. Wer fi mit Schallenägeln Eraut, hat keine fromme Hand, 
. Wer cinen Schalt ins Kiofter trägt, bringt einen ‚Buben 


wieder heraus. 


. ever trägt feinen Schalt im Bufen. 
. Ein Schalk weiß, wies dem Andenn ums Herz iſt. 


. Iſt er kein Schal, fo weiß er doch wies einem Bitte un . 
Derz ift. 

Wer den Schalt verbergen Tann 

IE zu Hof ein weifer Mann, 


. & wechſelt ben Balg, 


und behält den Schalk. 


. Kroͤch ein Schalk in Zobelbalg, 


Er bliebe doch darin ein Schalk. 


Dtſche. Voltsb. Sr. Bd. 27 


418 


8857. 


8858. 


Schalkheit — Schande. 


Ber fi) der Schaltheit fleißt, mag ber Buͤberei Meiſter 
werden. 


Scham und gute Sitten weichen der Armut. 


8859. Scham iſt bed Armen Ungläd, 


8860. 
8861. 


Ich ſchaͤmte mid) einmal, ba kriegt' Ich ie 
Scham hindert Schande. 


8862. Scham 


8863. 
8864. 
8865. 


8866. 
6867. 


ft armen Leuten gram. 

Scham 

Nie Tein Brot nahm. 

Scham ift dem Alten eine Schande, dem Zungen eine 
Ehre. 

Wer fich ſchaͤmt, habe den Schaden. 

Wer ſich nicht ſchaͤmt, wirb nicht zu Schanden. 

Wes du dich fhämft vor Andern, das thu auch allein nicht. 


8868. Wes du dic) ſchaͤmſt, das thu nicht. 


8869. 
8870. 
. Wo Scham if, iſt Tugend. 

. Wo keine Scham ift, ift auch Feine Tugend. 

. Bu Tiſch und Bett fol man ſich nicht fchämen. 

. Schäm er fi und nehme Hemde vor bie Augen. 

. Wer ſich nicht Ihämt, macht ſich die Kilbe zu nus. 

. Schamroth ift die befte Farbe. 

„Wenn die Frau ihre Scham verliert, fo gebt fie daran 


Die Scham ift in den Augen. 
Wo Scham ift, da ift Ehre. 


ohne Baum: das heißt den Schemel unters Bette floßen. 


. Schämelworte folgen der Faulheit und Buhlſchaft. 


. Du muſt bie Schaͤmelſchuh zertreten, willſt du etwa⸗ haben. 
. Schande hindert Tugend. 


Schande Schat. 10 


3881. ESchande niſt Schaube, man halte fie dafür oder nicht. 
8882. Ein Schandbrocken iſt bald gegeßen. 
8883. Wer ſich der Sthande eihmt, if nicht der Ehre werth. 
8884. Wer ſich ſelbſt ſchaͤndet, den lobt Niemand, 
8686. Niemand ſchaͤndet fefh eigen Geficht. 
8886. Sag von dir ſelber keine Schand, 

Sie kommt dir doch wohl noch zur Hand. 


8887. Es iſt bald geendet 
Was lange ſchaͤndet. 
8888. Ein wenig Schande wärmt und macht ſchoͤne Farbe. 
8889. Schandthaten laßen fi) mit Schandworten nicht gut mas 
chen. 
8890. Was ſchaͤndlich iſt zu thun, iſt auch nicht fchön zu fagen. 
8891. Das iſt fchaͤndtich: wenn bie Kuh ins Waßer 19, und 
nicht aufs Land, 
8892. In Schandau hat alle meifsnifche Ehr und Reblichkeit ein 
Ende. 
8893. Setze nit Alles auf Eine Schanze, 
8894. Allzufharf macht ſchartig. 
8895. Was nicht zum Schneiden taugt, kann man nicht ſcharf 
ſchleifen. 
8896. Vom Schatten und vom dode wird man weder größer 
noch kleiner. 
8896e. Ein Heiner Mann macht oft einen großen Schatten. 
8897. Wo euer Schag tft, da iſt auch euer Herz. 
8898. Verborgner Scha& liegt ficher. 
8899. Verborgner Schag iſt der Welt nichts werth, 
8900. Begrabner Schat, verborguer Sinn 
Iſt Verluſt ohne Gewinn. 
27* 


AD Schat — SH-iwöhett. 


8901. Aller Schaͤt unter der Erbe, tiefer als ber v. gebt, iR 
Regale. 


8992. Sich dich wohl für, 
Schaum ift fein Bier, 
8903. Was hilft das Anfchauen, wenn ichs nicht brauchen darf? 
8904. Haft dus nicht mit Scheffeln, 
So haft dus dod mit Löffeln. 
8905. Sch will dir auch einmal eine Scheibe einfegen. 
8906. Die Scheide fürchtet keinen Degen. 


8907. Es warb wohl ſchon eher eine üble Scheibe gefunden, 
darin ein guter Degen ftedte. 


8908. Wider Willen Tann man dem Andern das Schwert nicht 
in die Scheide ſtecken. 
8909. Scheiden und Melden thut weh. 
8910. Scheiben bringt Leiden, 
Wiederkehr Freuden. 
EI. Schein trägt. 
8912. Der Schein beträgt, 
Der Spiegel lügk 
8913. Viel Schein, 
Wenig Bein. 
8914. Die Dinge ſcheinen, 
Die Menfhen meinen, 
8915. Was nicht fcheint, das gilt nicht. 
8916. Er trägt ein Scheif im Rüden, 
8917. Was nicht Scheite giebt, ‚giebt Kuüppel, 
8918. Sch— macht Hunger. 
89 182. Sch —, fagte Citero und verfhwanh fm Nebel, 
89 180. Wenn die Bauern Eis ſch—, dann muß es Felt ein, 
8919. Da geht es alle hin, ſagte Sch—inebett. 





Schel — Schelten. 42 


8920. Beßer fchel denn blind. 

8921. Sie reden ein ganz Sefter voll Schelfen, man findet nicht 
drei Nuͤße darunter. 

8922. Jeder hat feine Schelle 

8923. Er ift nicht fo gar voll Schellen als ein Schlittengaul. 

8924. Man meint, er fet fihellig worden. 

8925. Das geht über den Schellenkönig! 

8926. Ein Schelm machts beßer als er kann. 

8927. Ein Schelm giebt mehr als er hat. 

8928. Schelme haben füßes Fleifch. 

8929. Ze ärger Schelm, je beßer Glück. 

8930. Schelm und Dieb der Letzte! 

8931. Salbe den Schelm, fo ſticht er dichz ſich den Schelm, ſo 
ſalbt er dich. 


8932. Lieber ſich zum Schelm ſchlafen als ſich zum Schelm ar⸗ 
beiten. 

8933. Der Schelm hats Schelten auf der Straße verloren. 

8934. Er ift mit Schelm gefüttert. 

8935. Er hat ein Scheimenbein im Rüden. 

89354. Es iſt den Schelmen nicht zu trauen. 

8936. Er kommt vom Schelmen auf den Dieb. 

8937. Er fieht einem Schelm gleicher al8 einem Entvogel. 

8938. Schelten ift erlogen. 

8939. Scheltworte find gemeinlich erlogen. 

8939. Es kann mich Niemand weniger fchelten ald ich bin. 

8940. Schelten und Schlagen hat Fein Recht. 

8941. Schelten ſteht übel wo man helfen ſoll. 


8942. Schelten in Noth | 
Iſt Greuel und Spott. 


42% Schelten — Schenken. 


8943. Es ift leichter geſcholten . 
As vergolten. ? ua 
8944. Beßer ein wenig Schelmen cite UNI Herzeleid. 
8945. Schilt, daß du noch zu töben Gag haſt. 
8946. Schilt und lobe nicht zu geſchwinde. 
8947: Schilt Keinen und lobe bie Geſchieten. Be 


8948. Wer fchilt was er begehrt, 
Iſt keiner Bohne werth. 


8949. Man muß den Schemel brauchen, wo keine Banf if. 
8950. Die Schemel wollen auf bie Bänfe fleigen. ⸗* 


8951. Schenk iſt geſtorben, 
Gebhart verdorben. 


8952. Schenk iſt todt, Gebert hat ein Bein gebrochen. " 
8953. Schent und Umfonft find geftern geftorben., . 

8954. Der Schenk ift tobt, ber Wirth Iebt noch. 

8955. Der Schenker ift geftorben, der Henker lebt noch. 
8956. Schenken und Sch— fängt mit Einem Budjftaben an. 
8957. Schenken reiht nicht. 

8958. Hans Schenk hat Gunft bei Hofe. Ar 

8959. Schenken hat keinen Boben, 

8960. Schenken und Wieberſchenken erhält bie FZreundſchaft. 


8961. Schenken 
CThut Niemand kraͤnken 


8962. Schenken heißt Angeln. 


8963. Das Schenken pflegts mit ſich zu bringen, 
Daß man des Schenkers Lied muß ſingen. 


. 8964. Es iſt Alles gut genug was geſchenkt wird, 


8965. Wer fchenten will, ber ſchenke was Gute, fo weiß mans 
ihm. Dante, 


89658. Geſchenkt und wieder genommen ift geftohlen. 


2 * 
F * 
ft 


)o 


- 2m — — 


Scheakel — Schickelmann. a. 


8966. Die Schenkel. empfindens wohl, wenn man reitet. 
8967. Er traut feinen Schenkeln mehr als feinen Haͤnden. 


8968. Aus ben. Scherben erkennt man ben Zopf — und aus 
dem Weiſch dad Getreide, 


8969. Scherz will Grnft haben. 

8970. Aus Scherz kann leicht Ernſt werben. 

8971. Im Scherz Hopft man an und im Ernſt wird aufa⸗ 
macht. 

8972. Wenn der Scherz am Beſten iſt, ſoll man aufhören. 

8973. Es iſt ein grober Scherz, ber bie Taſchen leert. 


8974. Scherz ohne Salz 
Iſt Bauernfchmalz. 


8975. Scherzen mit Maßen 
Wird zugelaßen. 


8976 In Scherz und Spiel fpricht man oft die Wahrheit. 
8977. Ehre, Glauben und Augen leiden feinen Scherz. 
8978. Wer Scherz ausgiebt, muß Scherz einnehmen. 


8979. Wer ſcherzen will, ſoll auch Scherz verſtehen und aufneh⸗ 
men. 


8979. Beim Scherzen tft keine Ehrerbietung. 
8980. Scherz ſoll Schaf⸗ nicht Hundezähne haben. 
8981. Beßer Scheu 

Denn Reu. 
89812. Was Einer feheut, bad muß er haben. 
8982. In eine leere Scheuer kommt keine Maus, 
8983. Wenn alte Scheuern brennen hilft kein Löfchen. 
8984. Was fein foll, | 

Schickt fi wohl. 
8985. Schi dich in bie Zeit! 
8986. Schidelmann wohnt an ber Strafe. 


8IET. 
8988. 
8989. 
8990. 


8991. 
8992. 


8893. 
8994. 
8995. 


Giibeluntn — Eitifrr. 
Wer. nivgenb. anftaßen will, muß Cdyidskaann fragen. 


Setnen Schirkſal anag. Riemtind: entrinnen. 


Seinem Shidfei fol man’ nicht widerſtreben. 

Ein Bißchen fchief hat Gott Lieb. 

Ein Bißchen fchief bringt unter die Haube, 

Es ſchielt nicht’ Yeder,; der einmal über bie Seite fieht. 
Wer oft ſchießt, trifft eblich· 

Oft ſchießen trifft das Ziel. 

Wer mich' ſchießt, den ſchieß ich wieder. 


8995°. Man kann dies nicht auf einer, Armbruft daher ſchießen. 


8996. 
8997. 


8998. 
8999. 


2000. 
5001. 
9002. 
9003. 


9004. 
9005. 


9006. 
9007. 


9008. 


3009. 


Ein Schiff auf dem Rhein ift ein Nahen zur See. 

Das Schiff hangt mehr am Ruder denn das Ruber am 
Schiff. 

Wenns Schiff gut geht, will Jeder Schiffsherr ſein. 

Kommt das Schiff wohl zu Land, ſo war der Steuer⸗ 
mann gut. | _ 

Das Schiff geht nicht immer wie der Steuermann will. 


Lade nicht Alles in Ein Schiff. 


Die koͤſtlichſten Schiffe find die nächften am Hafen. 

Große Schiffe Finnen in Eee treiben, 

Kleine müßen am Ufer bleiben. 

Kleine Schiffe müßen fi) ans Ufer halten. ur 
Die ärgften Schiffe müßen fahren, 
Die beften will man im Hafen bewahren. 
Was man aus dem Schiffbruch rettet, ifE Gewinn. 


nd 


"Die Sf Einem’ GSchiffe zur See find, find gleich reich. 


Wer nicht beten Tann, 
Werd ein Schiffmamt. 


Gottlob Hier! ſagte der Schiffer, und war noch drei Mei⸗ 
len vom Lande. 


Schiffer — Munde. 428 


9010. Steh feſt, Schiffer! fagte Hinz und ſchmiß ihn über Bord 
9011. Es erhöhet nichts bes Mannes Schild denn Fahnlehn. 
9012. Er möchte wohl dan Schild zu den Brübern hängen, 
9013. Machs wie bu willt,t ı '". v 
Ich hab einen Schild -- 
9014. Wo. ein Scild aushängt, be ift Einkehr. 
9015. Er gehört zur verlornen Schildwache. 
9016. Er ift aus Schilde! ' 
9017. Schimmel trägt fo gut ald Rapp, je nachdem bie Hohl⸗ 
gaße iſt. 
9018. Wenn bu des Nachts reitet, fo nimm einen Schimmel, er 
dient bir zur Laterne. 


9019. Wer viel ſchimmlig Brot ißt, wird alt. 


9020. Schimpf 
Sol haben Glimpf. 


8021. Schimpf will Ernft haben. 

9022. Schimpf will Schaden haben. 
9023. Wenn der Schimpf am Beften ift, foll man aufhören. _ 
9024. Wer ſchimpft, hat verloren. _ | 

9025. Schimpfworte find erlogen. 

9026. Beßer ein alter Schinken denn unreif Kalbfleifch. 

9027. Ich hab einen Schinken bei ihm im Salze. 


90272.&8 wird Feine Schlacht geliefert, es bleibt auch Einer 
übrig. 


9028. Man muß nicht mehr ſchiachten als man ſalzen kann. 
9029. Es nimmt kein Schlächter dem andern eine Wurſt ab. 
9030. Schlaf und Tod find Zwillingsbruͤder. 

9031. Schlaf ift der gröfte Dieb, er raubt das halbe Leben. 


9038, Eine Stunde Schlaf vor Mitternadt m befer als zwei 
darnach. 


sa Schlaf — Schlag 


9083. Der Ghhlaf naͤhrt. en ru 
9034. Was wir am Tage vorgenommen, ı,. 
Pflegt und im Schlafe vorzukommen. 
9035. Früh, ſchlafen gehn und früh aufſtehn, ſchließt viel Frank; 
beiten die Thuͤre zu. 
9036. Wer länger ſchlaͤft als fieben Stund, 
Verſchlaͤft fein Leben wie ein Hund. 
9037. Wer zu lange fchläft, wacht zu fpdt auf. 
9038. Wer viel fehläft, den ſchlaͤfert viel. 
9039. Ein gut Schlafen ift fo gut wie ein gut Epen. 
9040. Es kommt nichts im Schlaf. 
9041. Der ſchlaͤft wohl, der nicht weiß wie übel er Tiegt. 
9042. Wer ſchläft, der fündigt nicht. 
9043. Sie find noch nicht Alle fchlafen, die heute eine böfe Nacht 
haben follen. 
9044. Man fol fi nicht ausziehen ch man fchlafen geht. 
9045. Sie fehlafen nicht Alle, die mit ber Naſe ſchnaufen. 
9046. Ein Ieder fchläft bei feiner Frau auf feine Weife. 
9047. Wir wollens befchlafen? 
9048. Schläge machen weile. 
9049. Kein Schlag zu viel als der daneben fällt. 
9050. Schläge find behaltene Waare, 
9081. Shlägf bu einen Zeufel hinaus, fo magft du wohl fieben 
hineinſchlagen. 
9052. Schla n bat fein Recht. 
9053. Wer ausfchlägt, bricht den Frieden. 
90532. Wer ſchlaͤgt der bricht. ., 
9054. Schlagen iſt verboten, Widerſchlagen nicht. 
90548. Schlag zu, fo wirds Sonntag. 


tr 


u |] 


. Richrs iſt fo ſchlecht, es iſt wu etwas gut, 
9073. 


Seztagen — Schlecht. aM. 


. Bom Schlagen bat Niemand Vortheil als ee Mehger. " 
. Zwei Fliegen mit Eknem Schtage... 
. Schlägerei muß fein, wözu wär fie fonft erfunden? 

. Mancher heiſcht Schläge wie eim Pferd Futter. 

. Wenn der Schlag nicht offen ſteht, Tann ber Vogel nicht 


einfliegen. rote ale 


. Was taugt der Schläget ohne Stiei, 


Wenn man Bloͤcher ſpalten will? 


. Die ſchlagenden Kühe geben auch Dil: “ 
Schlampig 


Macht wampig. In, de AZ vu ze Be Se 


. Seid Mug wie bie Schlangen und | ohne Faiſch wie die 


Tauben. 


. Schlangen ſchleichen, Tauben fliegen. 
. Schlangenherz foll Zaubenaugen haben. 
. Wenn eine Schlange die andre nicht fräße, würde fein 


Drache drats. 


. Schlagaffenianp, Schlaraffenleben! * 
. Er war gut ins Schlaraffenland, da giebt man Einem 


von ber Stund ein Pfund zu ſchlafen. 


. Alter Schlauch hält neuen Moft nicht. 
. Schlecht ift bald gefehliffen« j 
. Br bie pon Andern ſchiecht ſpricht, ſpricht auch Andere 


ſchlecht von bir, 


wo 


Schlecht und recht kommt fetten u vor ben, Ki * 


90713». Schlecht und recht, 


74. 


. 1 un ag! 
Beßer Herr benn Kneätt, az De Te Te 277 
Schlecht .20.. De Tr 285 —WE Ih LET SEIEN} RA EXR 


Macht alle Dinge recht. yo er met 


238 Sechbechten — Schloͤder. 


9075. Dem ſchlechteſten Arbeiter giebt man das brſte Weil, 
90758. Wer mit dem Schlechten fürlich nimmt iſt des Ben 
. wert. 


9076. Aus einem Schlecker 
Wird ein armer Leder. 


9077. Schleck will Streiche haben. 

9078. Schleicher kommt fo weit wie Läufer, 

90788. Der Schleicher kommt mit dem Eiler. 

9079. Es ift fo bald etwas erfchlichen als errannt. 

9080. Hüte di vor dem Schleicher, der Rauſcher thut dir 
nichts. 

9081. Der Schleicher uͤberwindet den Beißer. 

9082. Wo kein Schleier, da iſt keine Freude. 


9083. Alle Menſchen auf Erden koͤnnten noch keinen Schleifſtein 
ſchinden. 


9084. Es iſt 658 ſchleifen ohne Waßer. 

90842. Wenn der Stein umläuft, ſoll man ſchleifen. 

9085. Junger Schlemmer, alter Bettler. 

9086. Nichts ift fo ſchlimm, es ift zu etwas gut. 

9087. Das Schlimmfte kommt erft nad. | 

9088. Schlimm fuht Schlemm. 

9089. Es ift nicht fo leicht, allen Schlingen zu entgehen. 

9090. Man macht kein Schloß für fromme Leute. 

9091. Schloß und Schlüßel macht man nit für treue Finger. 

90918. Jedes Schoß Kann man öffnen, mit. einem goldenen 
Schluͤfſel. 

909 10. Man müſte viel Schloͤßer haben, wenn man allen Leuten 
den Mund zufchließen wollte, 


9092. Mandyer baut Schlößer in die Luft, ber keine Hütte awf 
dem Lande bauen Tönnte, 


9094. 
9095. 


9096. 
9097. 


9098. 
9099. 


9100. 
9101. 


9102. 
9103. 
9104. 
91048. 


9105. 


Gbiucdgen — Sämeeiiiele. us 


Schluchzen ac, .*} , Zu 

Wird oft Juchzen. 

Schlump ift fein Oheim. “a 

Es wär ein Schlump, daß man einen Beten mie der 
Trommel fienge. 

Die Schlüßel hängen nicht alle an Einem Gürtel, 

Wozu Sedermafin den Sciunet hat, das in ſchwer zu 
verwahren. 

Ein Weib hat'nfcht alle Schluͤßel anhangen. 

Gebrauchter Schrüßel ift immer blank. 

er viel Schlüßel trägt, der hat viel Kaſten aufzufchtießen. 

Wo der Schlüßel am Thor haͤngt, da geht man gern aus 
und ein. 

Er hat den rechten Schluͤßel zur Harfe gefunden. 

Schmach ſucht Rache. 

Da iſt Schmalhans Kuͤchenmeiſter. 


Det Smantpoͤtken nich vor de Katten waart, wird 
beſnopert un beflickert. 


Schmarotzer 


Sind Schlogtzer. 


9106. 
9107. 


9108. 
9109. 
9110. 


9141. 


Schmauſereien 

Des Teufels Commtureien. 

Schmeichler, BE 
Heuchler. 


Schmeichler find des Teuſels Ammen. 


Einem Schmeichler und Worf iſt nicht nt trauen. 
Schmeichler find-Kagen, 

Die vorne lecken und hinten kratzen. 

Erft ſchmeicheln dann Irasen, ’ 
Das hit fih für Katzen. 6 


43 Gitter — Scmaxuben. 

9112. Schmeidhler thun den Färften größern Schaden als ber 
eins im Zelle. nu 

9113 Gig ſchmeichelndes Kalb faugt zmei Briktee. aus, 

9114. Wenns am Beten fchmedt, foll man aufhören, 

9115. Schmerz 

Klammert ih and Berg. 

9116. Bo es fchmerzt, da greift man bin. 

9117. Schmede gut, währe lange! 

91172. Schmed wenn ich küchle und if, wenn, ich dir gieh. 

9118. Es ift ein kleiner Drt, wo es gut ſchmeckt. 

‚9119. Vor der rechten Schmiede wirb man recht befchlagen. 

9120. Es ift bös fehmieden ch man gemept hat. 

9121. Da bift bu vor der. rechten Schmiede! 

9122. Schmiede Sohn ift der Funken gewohnt. 

9123. Ein ſchlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen 
kann. 

9124. Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen. 


9125. Schmieren und Salben 
Hilft allenthatben. 


9126. Schmieren macht linde Haͤute. 

9127. Wer gut ſchmeert, 
Der gut faͤhrt. 

9128. Von geſchmiertem Leder ſcheidet her Hund nicht gern. 

9129. Alten Schmutz muß man: nicht aufruͤhren. 

9130. Ie mehr man den Schmug ruͤhrt, je: mehr ſtinkt er. 

9131. Er wegt mehr den Schnabel als den Babel. 

9132. Er ift noch gelb um ben Schnabel. 

9133. Bon Schnad kommt Schnack. ’ 


9134. Das geht daß es fchnaubt, hat der Bauer geſagt; ba ritt 
er auf ber San, 





9135. 


Schnaufen — Sun 4 
Es gilt Schnaufen und Bartpusen. - 


9135*. Er geht drei Heller und ſchnaubt fieben Basen. 
-9136. Die Schnecke trägt ihr Haus. bei fi, weil fie den Rach⸗ 


9137. 
9138. 
9139. 


9140. 


9141. 


9142. 
9143. 
9144. 
9145. 
9146. 
9147. 


9148. 


9149. 


barn nicht traut. 
Das Schnedenieben iſt das befte. 
Laß mich mit dir -faufen, fast bie Schned zum Boten. 
Der Schneck ift fieben Jahr den Baum aufkrochen unb 
doch wieder aba keit. 


Wenn fi die Schnedten früh bedein, fo giebts einen 
frühen Binter. 


Kleiner Schnee, große Waßer; großer Schnee, Pleine 
Waßer. 

Viel Schnee, viel Deu, aber wenig Korn und Hafern. 

Man muß nicht unter dem Schnee mähen, 

Wenn ber Schnee vergeht, wird ſichs finden. 

Der Schnee läßt fi) nicht im Ofen trodnen. 

Wenn ber Schneelönig wieder kommt! 

Es ſchadet Nichts, ſagt der Schneider, wenn er bie Hofen 
verfchnitten, nur neu Tuch ber! 

Es fammelt fi — wie beim Schneidersjungen die Ohr⸗ 
feigen. 

Das wär Einer, ſagte der Teufel, da kriegt' er einen 
Schneider bei den Beinen. 


91492. Der Schneider mit der Scher 


Meint er ſei ein Herr. au 


9149. Fünf Ellen geben ein Paar Handſchuh, wenn ber Gchneis 


9150. 
9151. 


ber fein Schelm ift. 
Schnell genug, was gut genug. 
Zu ſchnell macht müde Beine. 


91512. Was ſchnell eingeht, geht auch ſchnell wieder aus. 


488 Scharf — Schönheit. 
9152. Sage nur Schnepf, fo Haft bus. 
9152. Gute Nacht Schnepf, wir wellen ind Tirol. 
‚9153. Wer den Schnepperer einen großen Schwaͤter beißt, thut 
- feine Sünde daran. 
9154. Wer fi zu lange fihneuzt, der blutet zuletzt. 
9155. Hart Schneuzen macht blutige Nafen. 
9156. Alles Schnidfchnad — ohne Geld! 
9157. Es ift gut, den Schnitt an frembem Tuche lernen, 
9158. Er wollt einen Schnitt machen und hat fi gefdnitten. 
9159. Wers riecht, hat den Schnupfen nicht. 
91598. Man muß die Schnur nicht zu weit richten. 
9160. Er hate am Schnürdhen. 
9161. Der Schöff weifet zurecht. j 
9162. Es ift gut, daß der Schöffen fieben find. 
9162*. Dinger, nem ahlen Brom es got ſchoulen. 
9163. Schön ift, was fchön thut. 
9164. Schön und fromm ftehen felten in Einem Stall. 
9165. Schön und züchtig fein 
Zrifft felten ein, 
9166. Schönheit und Keufchheit find felten ‚bei einanber. 
9167. Schöne Leute find felten keuſch. 
9168. Schöne Leute haben ſchoͤne Sachen. 
9169. Bon der Schönheit kann man nicht Ichen. 
9170. Schönheit brodt man nicht in die Schäßel. 
9171. Schöngeit Tann man nicht efen. 


9172. Schönheit? Ein Kinpbett! 
9173. Schönheit ift kein Erbgut. 
9174. Der Schönheit iR nicht zu trauen, 


Schön — Siweibei, 488 
9175. Es ift leicht eine ſchoͤne Beau zu ocemmen, aber * füner 
ſchön zu behalten. Ä 
9178e. Die Schönheit tft ein guter Enpfiitungsiui 
9176. AU Ding ift nur eine Weile fchön. s 
9177. Das fhönfte Grün wird auch Heu 
9178. Schönheit ohne Zugend ift verdorbener Wein. 
9179. Schönheit vergeht, 
Zugend befteht. 
9180. Schöne Tage lob Abends und höre Weiber früh. 
481. Der Schooß- 
Macht groß. ' nu 
9182. Der Schornftein ſchimpft das Ofenloch. 
9183. Enge Schornſteine ziehen beßer als weite. 
9184. Schragenholz bleibt beim Stammkauf. 
9185. Man muß den Schragen nach dem Markte richten. 
9186. Schrammen muß man nicht mit Wunden heilen. 
9187. Schreiben, Rechnen, Singen 
Soll ein Kind aus der Schule bringen. 
9188. Was man fchreibt, ' 
- Das verbleibt (befleibt). 
9189. Wer nicht fchreibt, | 
Der nicht bleibt. 7187 
9190. Der Schreiber fegt- feine Seele ins Dintenfaß: 
9191. Schreiber und‘ Stübenken Be 
Sirnd der Weit Sezenten, 
Sie fein edel oder nichtt67* 
So find fie von Gott dazu gerichtt; 
Ein Zropf wer damwider fpricht. 
9192.. Ein Schreiber ohne Feder, 
Ein Schufter ohne Leber, 
Difche. Volksb. Sr. Bd, 28 


Schreider — Sub. 


Gin Landetnecht ohne Schwert, 
Sind keinen Heller werth. 


. Die Welt kann der Schreiber und Lumpen nicht entbehren. 
. Guter Schreiber ift aller Ehren werth. 
. Wenn ber Schreiber nichts taugt, giebt. ers ber ZJeder 


Schuld. 
. &8 ift 658 wider Die ſchreiben, 
Die da mögen vertreiben. 


. Man fchreibt lange an, aber rechnet zuletzt. 
. Man muß eher einnehmen als man anfchreibt, und cher 


anfchreiben als man ausgiebt. 


.Es fteht gefchrieben wo es Feine Geiß abledt und Feine 


Krähe aushadt. 


. Wir wollen hinter den Schornftein fchreiben, wo es bie 


Hühner nicht austragen. 


. Dad will ich mit ſchwarzer Kreide an ben Keßelhaken 


fhreiben. 

. Die Schreibfeber will Kaiferin bleiben. 

. Willſt du nicht mit ber Feder fchreiben lernen, fo ſchreib 
mit der Miftgabel. 


Wenn es Noth that, fo Tann der Teufel bie Sehrift für 
ſich eitieren. 


. Wer ein Schriftfaß ift, der hat auch einen Landesherrn. 

. Es wird nicht ohne Schreien heilen. 

. Mit Schreien wirft bus nicht ertrogen. 

. &o fehr fchreit, der nachſcheeit, als vor. 

. Der gröfte Schritt ift der aus ber Thür. 

. Wer nit Schritt halten Tann, muß traben. 

. Wenn ber Schub ba ift, helfen die Zeugen nicht. 

.Es weiß Niemand befer wo der Schuh drüdt als ber 


ihn trägt. 


% v 


Schuh — Schulden. 485 


9213. Gelb weiß am beften, wo der Schuh drückt. 
9214. Man muß Schuhe fuchen, die ben Füßen gerecht find. 
9215. Zu enger Schub drüdt, zu weiter fdhlottert. 
9216. Ein Schuh ift nicht Jedem gerecht. 
9216%. Die neuen Schuhe brüden am meiften.- 
9217. Wer auf des Andern Schuhe wartet bis er todt if, ber 
"geht barfuß. 
9218. Wer feinen Fuß in des Anbern Schuh fteden will, muß 
zuvor das Maß recht nehmen. 
9219. Du ſollſt auch noch Schuhe für deine Füße finden. 
9220. Wozu große Schuhe an Heinen Füßen? 
9221. Verliert man die Schuhe, fo behält man doch die Füße. 
9222. Gott gebe, Gott grüße! 
Bier und Wein ſchmeckt füße, 
Berfauf ih auch die Schuh, fo behalt ich doch die Füße. 
99228. Er flickt andern die Schuh und geht felber barfuß. 
9223. Die alten Schuhe foll man nicht verwerfen, man habe 
denn neue. 
9224. Er ißt keine Schuhnaͤgel. 
9225. Giebſt du mir Geld, ſpricht der Schuſter, ſo geb ich dir 
Schuh. 
9226. Lieber dem Schuſter als dem Apotheker. 
9227. Schuſter, bleib bei deinem Leiſten. 
9228. Der Schuſter hat die ſchlechteſten Schuh. 
9229. Schuld tödtet den Mann. 
9230. Beßer alte Schuld denn alte Fehde. 
9231. Alte Schuld roſtet nicht. 
9232. Die Schulden liegen unb faulen nit. 
9233. Schuiben find Feine Hafen. . 
28* 





436 


9234. 


Schuld, 


Für alte Schulb nimm Haferfirch, 
Sonft machſt nur Abdvocaten froh.  - 


. Schuld läßt fi nicht auf Schuld weifen, 

. Es hemmt feine Schuld die andre. 

. Schuld zahlen macht Hauptgeld. 

. Schulden, Alter und Tod kommen ungngemeldet ind Haus. 
. Die Schuld kommt mit dem Tag, eh denn das Brot, ins 


Haus. 


. Schulden und der Krebs find unheilbare Uebel, 

. Wer ſchuldig ifl, muß bezahlen. 

. Heut ein Schuldner, morgen ein Zabler. 

. Schulden find der nächſte Erbe. 

. Die den Dann fraut, bie traut bie Schuld. 

. Schulden lagen die Lügen hinter ſich auffigen. 

. Scyulbner find Lügner. 

. Böfe Schuldner Eriechen den Weibern unter ben Pelz 
. Böfe Schuldner muß man oft mahnen. 

. Bornehmer Schuldner, ſchlechter Zahler. 

. So lange ber Schuldner mein Gelb braucht, muß er mir 


Bine davon geben. 


. Er iſt Niemand mehr fehuldig als Herrn Jedermann. 
. Bift du fchuldig, 


Sei gebuldig! 


. Er ift lange hier gemwefen und kennt noch keine Gaße, darin 


er nicht ſchuldig iſt. 


. Der Schuldige hat bisweilen das Süd, ſelten die Zuver⸗ 


ficht, verborgen zu bleiben. 


- Dem Schulbigen wadelt das Mäntlein 
. Dem Schuldigen läuft. bie Katze bald über ben Rüden. 
Es träumt einen Schuldigen bald vom Teufel, 





9258. 
9259. 
9260. 
9261. 
9262. 
9263. 
9264. 


9265. 
9266. 
9267. 


9268. 
9260. 
9270. 
9271. 

9272. 


9273. 


9274. 
9275. 


9276. 


9217. 


9278. 


9279. 


9280. 


Schulb — Schulzen. 437 


Dem Schuldigen klopft das Herz. 

Den Schuldigen ſchreckt eine Mans. 

Der Schuldige fürdptet fi vor einem rauſchenden Blatt. 
Dem Schuldigen ſchaudert. 

Dem Schuldigen dottert. 

Der Schuldige ſchielt. 


Beßer zehn Schuldige losſprechen, als Einen Unſchuldigen 
verdammen. 


Man ſoll nicht aus der Schule ſchwatzen. 

Fleißiger Schuͤler macht fleißigen Lehrer. 

Ein fahrender Schüler 

Bleibt ein Spüler. 

Läßiger Schüler bleibt ein Schäler. 

Mancher Schüler übertrifft den Meiſter. 

Man findet mehr Schüler denn. Meifter. 

Er ift mit einer Sau durch die Schule gelaufen. 

Er hat dem Schulmeifter einmal guten Morgen geboten. 

Es is beter bin oolen Mann to fhulen 

As bi en jungen to Huufen, 

Er hat ein Stüd vom Schulfad gefreßen. 

Er würd ein guter Schultheiß, er kannn thum was bie keute 

verdrießt. 

Wer nicht thun kann was die Leute verdrießt, giebt feinen 
Schulzen ab. 

Fahr deinen Mift . 

Zu Felde, weit du Schultheiß biſt 

Des Schulzen Kuh und eines Andern Kuh ſind aweierlei 
Kuͤhe. 

Des Schulzen Kuh iſt ein "Anderes! 


Es iſt dem Schulzen genug, daß er den Bauern vorgeht. 


438 


9281. 
9282. 
9283. 
9284. 
9285. 
9286. 


9287. 


9288. 
9289. 
92%. 
9291. 
9292. 
9293. 
9294. 
9295. 
9296. 
9297. 


9298. 
9299. 


9300. 
9301. 


9302. 
9303. 


Schultheißen — Schwabenland. 


Er hat Schultheißen⸗Ohren. 

Es iſt Schumpe wie Hure. 

Es bat Jedermann freies Schürfen. 

Er nimmt zu — wie ein Schürfteden. ° ug. 

Weit davon ift gut vorm Schuß. 

Viel Schüße gehen nicht fehl, es trifft doch wohl Giner 
darunter. 

Wer protzt (mault) bei der Schüßel, 
Dem ſchadets am Rüßel. 

Ungleiche Schüßeln machen fchiclende Brüder. 

Für die Schüßel die Flafche. 

Der Erfte in der Schüßel, der Lette heraus. 

Drei Schüßeln leer und in ber vierten nichts. 

Schus und Schirmgerechtigkeit giebt keine Landeshoheit, 

Uebler Schüße, der zu früh losdrüdt. 

Biel Schügen — nur Einer wird König. 

Die beften Schüßen find fo da fehlen. 

Ein ſchlechter Schüge, der keine Ausrede weiß. - 

Er fchüttelt mit dem Kopfe als hätte er Waßer in den 
Ohren. 

Schwaben haben nur .vier Sinne. 

Die Schwaben werben vor dem vierzigften Jahre nicht 
geſcheidt. 
Stirbt dem Schwaben die Braut am Karfreitag, ſo hei⸗ 

ratet er noch vor Oſtern. 


Barum fäft du grobe Schwaben und nicht fubtile? Das 
Erdreich trägts nicht, 

Welches Land liefen bie Schwaben nicht aus? 

Schwabenland ift ein gut Land, ich will aber nicht wieder 


beim. 
Mein Vater frißt das Fleiſch und gicht mir bie Wein. 





9304. 
9366. 


9306. 
9307. 
9308. 
9309. 
9310. 
9311. 


9312. 


9313. 


9314. 
9315. 


9316. 
9317. 


9318. 
9319. 
9320, 


9321. 


9322. 


Schwaben — Schmwäger. 439 


Die Schwaben und bös Gelb 
Führt der Teufel in alle Welt. 


Schwabenland ift ein gut Land: es wachſen viel Schlehen 
darin. 

Ein Schwabe hat kein Derz aber zwei Magen. 

Hier flehn wir Helden, ſprach der Froſch zum Schwaben. 

Flieht Schweiger, die Schwaben kommen. 

Die Schwaben fechten dem Reiche vor. 

Gott verläßt keinen Schwaben. 

Es wirb bir glüden 

Wie den Schwaben bei Lüden. 

Schwaben giebt der ganzen Welt Huren genug und Baiern 
Diebe. 

Schwab ein Schwaͤtzer, 

Böhm ein Keper, 

Hol ein Dieb, 

Preuß, der feinen Herrn vertrieb. 

Schwäbiſch ift gäbifch, baieriſch ift gar nichte. 

Suppten bie Schwaben nicht fo fehr, 

Die Rheinleut wären längft nit mehr. 

Sn Schwaben ift die Nonne keuſch, die noch nie ein Kind 
gewonnen. 

Man hört gar bald, wenn Einer ein Schwab oder ein 
Baier ift. 

Ein Schwabe wird doch ſchwäbeln bürfen! 

Schwager, Hund. 

Ein Schwager und ein fahles Pferd, 

Wenn fie beftehn, iſts lobenswerth. 

Schwager find nie beßre Freunde als meit auseinander 
und felten beifammen. 

Der Schwäger Rath 

Nie gut that. 


440 Schwäger — Schwarz. 
9323. Viel Schwäger und Brüder 
Machen ſchmale Güter, 


9324. Schwägerſchaft hindert die Che, fürbert aber «nit zum 
Erben. 


9325. Wenn die Frau tobt ift, bat die Schwägerfdzaft ein Ende. 
9326. Biel Schwäger, viel Spieße! 

9327. So mancher Schwager, ſo mancher Knebelſpieß. 

9328. Das Beſte iſt, daß Riemand weiß, wer fein Schwager iſt. 
93288. Es ift mifslich, wer des Andern ‚Schwager. ift. 

9329. Eine Schwalbe macht keinen Sommer (Flug). 

9330. Wenn die Schwalben fortfliegen, bleiben die Spaten hier. 


9331. Wenn- die Schwalben fliegen, 
So bleiben hier die Fliegen. 


93312. Wenn man Schwalben am Haufe Hat, ſchlaͤgt es nicht ins 
Haus. 


9332 Er hat Schwalben unterm Hute, daß er nicht grüßen 
darf. 


93328. Wenn bie Schwalben nieder fliegen und die Tauben baden, 
ſo bedeutets Regen. 


9333. Mit Recht verliert man das mit Schwaͤnken 
Bad man gewonnen hat mit Ränken. 
9334. Der Schwanz zeugt vom Fuchs. 
9335. Er läßt den Schwanz hängen wie ein begoßener Hund. 
93350. Was aus iſt, ſchwärt nicht. 
9336. Schwarz auf Weiß 
Behaͤlt den Preis. 
9336*. Schwarz auf Weiß redet. 
9337. Schwarz auf Weiß oder gar nicht. 
9338. Schwarz auf Weiß fcheibet die Leute. 
9339. Ift Einer ſchwarz, fo heißt er weiß 


Schwarz — Schweigen. . 441 


9340. Ih kann Schwarz und Weiß wohl unterfcheiben. 
9341. Wer Andre anfhwärzt ift drum nicht weiß. 
93412. Schwarz geboren 
Hats Waſchen verloren. . 
9342. Diefes Jahr wächst wenig Wein — auf bem Schwarzwalb, 
93428. Schwarzbrot und Freiheit! 
93425. Schwarzer Heerd trägt gute Frucht aber der rothe if 
nichts. 
9343. Die Schwarzwaͤlder 
Bringen fremde Gelber. 


9344. Die viel ſchwatzen, lügen viel. 

93442. Wer gern frägelt, ſchwatzt auch gern. 

9345. Wer übel fhwast, verliert ein gutes Schweigen, 
9346. Boͤſe Geſchwaͤte verderben gute Sitten. 

9347. Schweigen ift das Beſte. 

9348, Schweigen ift der Dedel auf dem Hafen. 


9349. Schweigen und Denken 
Mag Niemand Etränken. . 


9350. Schweigen f&habet felten. u 
9351. Mit Schweigen verredt (verräth) fich Niemand, 
9352. Bon Schweigen thut dir bie Zunge nicht weh. 


9353. Schweigen ift Kunft, 
Klaffen bringt Ungunft. 


9354. Schweigen ift für viel Ungläd gut. 
9355. Schweig, Kid und vertrag, 
Dein Unglüd Niemand Elag. 
9356. Harren, fehn und ſchweigen nerhütet manchen Krieg 
9357. Schweigen ift auch eine Antwort. 


9358. Schweigft bu ftille, 
So iftd dein Wille, 


442 


9359 
9360 
9361 
9362 


9363. 
9364. 
9365. 
9366. 
‘9367. 
9368. 
9369. 
9370. 


9371. 
9372. 
9373. 


9374. 


9375. 
9376. 
9377. 


9378. 
9379. 
9380. 
9381. 
9382. 
9383. 
9384. 


Schweigen. 


Wer ſchweigt, bejaht. 

Wer fchweigt, der folgt. 

Schweigend Mann, loben Mann. 

Manches Schweigen ift eine beredte Antıvort. 

Mit Stillſchweigen antwortet man viel. _ 

Schweigen ift oft beßer als fi verantworten. - 

Lern fehweigen, fo kannſt du am Beften reden. 

Der Tann nicht reden, ber nicht Tann ſchweigen. 

Schweig oder red etwas, das befer ift denn Schweigen. 

Könnte der Narr fchweigen, fo wär er weis. 

Es ift Zeit zu reden, Zeit zu ſchweigen. 

Wer zur Schweigenszeit redet, fehlägt den Wind und prer 
digt den Zauben. 

Zwei fönnen wohl fehweigen, fo man Einen davon thut. 

Schweig was du willft, dad Andere fchmeigen. 

Berfchweige was du thun willft, fo kommt dir Ricmand 
dazwiſchen. 

Wie ſoll der andere Leute heißen ſchweigen, der felbft nicht 
ſchweigen Tann? 

Schweigen ſteht den Weibern wohl. 

Kein Kleid fteht den Weibern beßer als Schweigen. 

Für die Weiber ift Schweigen 

Härter ald Säugen. 

Wohl Schweigen tft eine größere Kunft als wohl reden. 

Scyweigen ift gut, beßer reden, wers Tann. 

Schweigen thut nicht allmeg gut. 

Durch Schweigen verdirbt viel Freundfchaft. 

Schweigendem Mund ift nicht zu helfen. | 

Mit Schweigen verfchweigt man bie Freunde. 

Schweig, Herz und rede, Maul.- 


Schweigen — Schwieger. 443 


. Es mag Einer feine Sache verichweigen, wenn er will. 

. Biel Schweine machen den Trunk bünn. 

. Man mäftet das Schwein nidyt um des Schweines willen. 
. Wer wit hadern um ein Schwein, | 


Nehm die Wurft und laß es fein. 


. Schweine kümmern fich’nicht um koͤſtliche Salben, 

. Er giebt gern zu eßen, aber nut feinen Schweinen. 

. Wo haben wir zufammen die Schweine gehütet? 

. Alte Schweine haben harte Mäuler. 

. Schweißwaßer giebt guten Mörtel. 

. Wer feines Schweißes genießen will, muß ihn warm zu⸗ 


deden. 


. Schweizer für Gelb. 
. Als Demuth weint’ und Hoffart lacht', 


Da warb der Schweizerbund gemacht. 


. Stirbt der Schweizer heut, morgen ifl er tobt, 
. Das Schwerfte muß am Meiften wiegen. 

. Ein Schwert west das anbere. 

. Ein Schwert hält bas andre in der Scheibe. 

. Haft du ein Schwert, fo haben wir Hellebarten. 
. Mein Schwert ſchneidet auch. 

. Mehr find verborben 


Ks vom Schwert geftorben. 


. Mancyer hütet fi) vor dem Schwert und kommt an den 


Galgen. 


. Man fol ein gut Schwert nicht in alle Scheiben probieren. 
. Schwieger, 


Ziger. 


. Schwiegermutter, 


Zigermutter. 


444 Schwieger — Schwingen. 


9408. Schwiegermutter, 
Teufels Unterfutter, . 
9409. Die Schwieger liebt nie bie Schnur. 
9410. Eine Schwieger und Sohnsfrau follte man nicht zuſammen 
malen. 
9411. Die Schwieger weiß nit, daß fie Schnur gewefen. 
9412. Die beſte Schwiegermutter auf der Gänfeweide, (oder | bie 
ein grün Kleid anhat). . 
9412. Schwieger und Gefchweien 
Sind krumme Schalmeien. 
9413. Schwiele an der Hand hat mehr Ehre denn ein gotbener 
Ring am Finger. 
9414. Die befien Schwimmer ertrinfen und bie beften Klimmer 
brechen den Hals. 
9415. Tiefe Schwimmer, 
Hohe Klimmer 
Sterben auf den Betten nimmer, 
94152. St. Jan 
Will Einen han, 
Einen Schwimmer 
Oder einen Klimmer. 


9416. Die beſten Schwimmer erſaufen und die beſten Beten 
werden erfchlagen. 


8417. Gute Schwimmer ertrinten gar, ’ 
9418. Wer nicht fhwimmen Tann, gehe nicht ind Waßer. 
9419. Geh nicht tiefer ins Waßer ald du ſchwimmen Eannft. 


9420. Man lernt nicht fhwimmen bis Einem bas Waßer ine 
Maul läuft. 


9421. Neber dem Schiff ift gut ſchwimmen. 
9422. Schwingen wachſen im Fluge. 


n 


N 


9423. 


9424. 
9425. 


9426. 
9427. 
9428. 


9429. 


9430. 


94308. 


Bl. 
9432. 


9433. 
9434. 
9435. 
9436. 
9437. 
94378. 
9438. 


9439. 
9440. 
9441. 
9442. 
9443. 


Schwitzen — Geeifprger. 445 


Wer nicht fchwist, dem foll man reiben, 

Wer nicht arbeitet, den foll man. treiben. 

Hochſchwoͤren zeigt tiefe Lügen. 

Wo du hörft hohe Schwüre, 

Steht Lüge vor der Thüre. 

Mer recht ſchwort, betet recht. 

Dem Teufel braucht man keinen Schwur zu. halten. . 

Ein Scorpion ift gut für Scorpienäftice. 

Der heilige Sebaftian ift gut, Tpradj der Moͤnch: wie ich 
auch mit ihm theile, fo fehmeigt er und ift zufrieden. 

Meiner Sechſe! 

Sechſe find Fein Galgen voll. 

Sechſe treffen, 

Sieben äffen. 

Man muß nit mit Sechſen fahren, wenn man nur Futter 
für Zweie bat, 

Wer auf der, See if, hat. den Wind nicht in der Hand. 

Auf großen Seen find große Wellen, oo. 

Der erfle und ledte, die über ben See gehn, ertrinken. 

Lobe die See und bleib auf dem Lande. 

Um bald ein Bettler. zu werben, muß. man zur See hanbeln. 

Die Seegroppen fterben nic fie exrtrinken. 


Schöne Seele 
Will reine Höhle. 


Schöne Seelen, finden fid, Ä 
Schwarze Seele in Tchönem Körper iſt doppelte Orth 
se mehr Seelen, je mehr Zreube. ' 
Seelſorger, Geldforger. W 
Seelſorger, 
Seelenworger. —— or 


Selbſt — Seraetiuß. 


. Wer füch felbft liebt allaufehr, 


Den haßen Andre: beflo mehr. 


. Wer fein felbft ift, der iſt des Teufels Knecht. 
. Selber thun, felber haben. 

. Gelbe thäte, felbe habe. 

. Selbft eingebrodt, felbft ausgegepen. 

. Was ich felber thu 


Trau ich Andern zu. 


.Sich felber loben ift Thorheit, ch ſelber ſchaͤnden iſt 


Unſinn. 


. Wer fich ſelber ſchaͤndet, den lobt Niemand. 

. Wer fich felbft kitzelt, lacht wann er will. 

. Sich felbft kennen ift die gröfte Kunſt. 

. Selbft eßen madıt fatt. 

. Rede nit mit dir felber, ſonſt möchte man fan, dein 


Zuhörer wär ein Narr. 


. Was felten . 


Muß gelten. 


. Wer was will gelten, 


Der Eomme felten. 


. Selten ift angenehm. 
. Wer Alles haben will was die Augen fehen, der heißt 


Geltenreich. 


Zu Gefchäften braucht man den Senf nicht mitzubringen, 


man wirb ihn finden. 


. Er fieht als hätt er Senf gegeßen; wenn er lacht, fällt 


ein Thurm um. 


. Sequefter 


Macht leere Nefter. 


. Den &t. Servatius 


Begleitet St. Bonifacius. 


Sr — Silber. Mo 


911. Setz an! ſagte Hans mit der wächfernen Nafe. 
9512. Er fpielt Nummer Sicher. 

9513. Sicherheit ift nirgends ficher. 
9514. Sicherheit ift des Unglügs erſte Urſache. 


9515. Es iſt bei jhm verſchloßen 
Wie Waßer in ein Sieb gegoßen. 


9516. Eine böfe Sieben. 

9517. Sie ift aus der fiebenten Bitte. 

9518. Er riecht nad zweimal Sieben. 

o6 18⸗. Im, ſiebenten Grade endet. bie: Sippe. 
9519. Wer von Sieben redet, leugt gern. 

950. Wo Sieben eBen, da ißt auch nod Einer. 


9521. Die Siechen und Gefunden 
Haben ungleiche Stunden. 


9522. Siechbett Ichrt beten. 
9523. Das mögt ihr .fieben ober braten! 


9524..Der Socher 
Ueberlebt den. Pocher. 


9525. Siegen 
Kommt, nicht, vpn Liegen. . 
9526. Sieg liebt. Sorge. 
9527. Aller. Sieg kommt yon ‚Bott. 
9528. Der Sieg ift bei den Ueberwundnen. 
9529. Die Frommen ſieggen 
Im Grliegen. 
9530. Wer unterwegs erliegt, pon bem fingt man, kein Siegertip. 
9531. Der Sieg ift zu grob, 
Der mit Blut liegt ob. 


BSR. Gilber auf ber Fate und, keins drin, iſt des > oe 
Arſchwiſch. 
Dtſche. Volksb. Sr. Bd. 29 


RO 


450 Simon — Sig. 
9533. Simon und Fudä 
Hängt an die Stauden Schnee. 


95338. Wenn Simon und Judä vorbei, 
So rüdt der Winter herbei. 


9534. Er ſcheint fehr fimpel, ift gteich fein Mantel doppelt. 
9535. Singe, fo lernft du fingen. 
9536. Dan Tann nicht zumal fingen und fölingen. 


6537. Singen 
Will im Glaſe fpringen.. 


9538. Singen und wenig fchlingen macht dürren ‚Hals. 


9539. Gute Singer, 
Gute Sclinger. 


9540. Von Singen und Sagen 

Laͤßt ſich nichts zu Tiſche tragen. 
9541. Er kann weber fingen noch fagen. 
9542. Wer nicht fingen Bann, mag pfeifen. 
9543. Wer im Singen zu hoch anfängt, kommt nicht aus. 
9544. Wer wenig Tann, hat bald gefungen. 
9545. Singen kannſt bu? fing. Springen? fpring: 

Zreib was du Tannft, das ift ein fein Ding. 
9546. Allein fingen und allein dreſchen ift eine langweilige Arbeit. 
9547. Hätten wir Alle einen Sinn, wir liefen einen Weg. 
9548. Er hat alle Sinne bis auf fünf. 
9549. Schlechte Sitten machen gut Geſetz. 
9550. Alte Schuhe verwirft man leicht, alte Sitten fchwer. 
9551. Wer wohl figt, der rüde nicht. 
9552. Sitzeſt gut, fo fige feft, 

Alter Sie ift ja ber beft. 
9558. Ich fige wohl, ſagte die Kate, ba faß fie auf dem Speck. 
9554. Nebel geſeßen ift halb gefaftet. 





Siten — Sommer. 41 


"9565. Lieber eine Schüßel mehr und bequem ſitzen. 
9556. Wenn du beinen Sohn mit Füßen treten wiliſt, ſo zieh 
vorher die Schuh. aus. 
9557. Sohmesweib haft Mannesmutter. 
9558. Soldaten: im Frieden find Defen im Sommer. 
9589. Solbaten find des Feindes Tri, 
Des Landes. Schutz. ur 
9560. Wenn Unfried ift in aller Welt, 
Gilt der Soldat das meifte Geld, 
9561. Suter Soldat 
Erwägt feine That. 
9562. Guter Soldat — hinter dem Ofen. 
9563. Soldaten, das find gute Häute 
Haben fie kein Geld, habens anbre. Leute. 
9561. Solbatenzähne thun den Bauern weh. 
9565. Soldaten Eönnen die Bürger und. Bauern. viel unmögliche 
Dinge Ichren. ö 
9566. Soldaten, Waßer und Beuer, wo bie ueberhand nehmen, 
da machen fie wüſte Plaͤtze. 
9567. Soldaten holen nur und bringen nichts. 
9568. Soldaten fehlen nicht, fie beuten nur. 
9569. Soldaten muß man wohl zahlen und wohl henken. | 
9570. Wer mit Soldaten will Ehr erjagen, “ 
Muß fie wohl zahlen und tüchtig plagen. 
9571. Soldatentod 
. Iſt beßer als Bettelbrot. ' 
9572. Wenn die Buben Soldaten fpielen, fo giebts ſries. 
9573. Der Sommer ift ein Naͤhrer, 
Der Winter ein Verzehrer. 
95714. Der Sommer giebt Korn, der: Herbſt sieht Bein; 
Der Winter verzehrt - 
Was beide befcheert. 29* 


432 Sommer — Bone 


9575. Wer im Sommer nicht arbeitet, ig tm Winter Hunger 
leiden. 

9576. Wer im Sommer bie Kleider er, mas im Winter 
frieren. 

9577. Heiße Sommer und caite Winter. bringen ‚Seine böfe:Beit. 

95778. Wenns im Sommer warm ift, fo iſts im Winder kalt. 

95776. Die gefährlichften Sommer find bie fruchtbarſten. 

9578. Den Sommer fchändet kein Donnerweiter. 

9579. Sommerroggen und Biegenmift 

Laßen den Bauern wie er ift. 

9580. Sommerfaat und Beiberrath geräth alle ſieben Jahre ein⸗ 
mal. 

9581. Es iſt nichts fo fein gefponnen, 

Es kommt doch endlich an’ die Sonnen. 

9582. Die Sonne bringt e8 an den Tag. 

9588. Wenn die Sonne aufgeht, wird es Tag. 

9584. Es ift nicht Noth, daß man ber Sonne mit Fackeln helfe. 

9585. Die Sonne ſchneuzen und ein alt Weib befern, find zwei 
vergebne Dinge. 

9586. Ueberall geht des Morgens die Sonne auf. 

9587. Wo die Sonne aufgeht, ba tagt es. 

9588. Wenn die Sonne aufgeht, fo heif- @ott dem. Reif am 
Zaun. 

9589. Die Sonne ſcheint keinen Hunger ins Land. 


9590. Die Sonne hat noch Teinen Bauern: zum Lande hinaus 
geſchienen. 
9590°. Sonnenwarm 
Macht Niemand arm, 


9591. An die Berge Scheint die Sonne zuerft. 
9592. Die Sonne ſcheint ſich felber nicht. 


Sopne — Sorge. - 453, 


9593. Wem bie Sonne feheint, ber fragt nichts nach ben Sternen. 

9594. Wenn bie Sonne: voni Himmel fiele, fäßen. wir Alle im 
Dunkeln. 

9595. Die aufgehende Sonne hat mehr Anbeter ala die, unfer- 
gehende. 

95958. Am Sonntag bet und fing, am Werktag ſchaff dein Sad. 

9596. Was man des Sonntags fpinnt, geräth nicht. 

9596. Sonntagägeminn find Federn. 

9597. Wenn Zwei Sonntage in Einer Woche kommen. 

9598. Sonntag, kommſt du morgen, wie gern wollen wir dich 
feiern ! 

9599. Unferm Herrgott iſt nicht zu trauen, fagte jener Bauer: 
da machte er Heu am Sonntag. 

9600. Er ift eine Sonnenuhr, zeigt nur fo lange die Sonne 
ſcheint. 

9601. Die Sonnenuhr zählt nur die heitern Stunden. 

9602. Sorge fällt nicht um. 

9603. Man forgt ſich eher alt als reich. 


9604. Sorgen macht graue Haare 
Und altert ohne Jahre, 


9605. Sorge frißt den Weifen 
Wie NRoft das Eifen. 

9606. Sorg und Klage 
Waͤchſt alle Tage, 


9607. Alle Morgen 
Neue Sorgen. 
9608. Sorge nicht für Morgen. 
9609. Zu viel Sorge zerbricht das Glas. 


: 9610. Sorge, aber nicht zu viel, 
Es geſchieht doch was Gott will. 


454° Sorge — Sparen. 


9611. Zuviel Sorge’ fällt in den Koth. 
9612. Zu großer Sorge wird liederlich Rath. 
9613. Unnüge Sorge macht früh alt. 
9614. Der ift arm, den’ Sorgen grau machen. 
9615. Ein Pfund Sorgen 
Zahlt kein Loth Borgen. 
9616. Hundert Pfund Sorgen bezahlt kein Loth Schulden. 
96162. Mit bloßen Sorgen kann man keinen Strohhalm zerbreihen. 
9616. Der Sorghaber tft auch die Stiegen binabgefallen. 


9617. Sorgen und Waren 
Sind Herrenfachen. 


9618. Wer über ſich haut, dem fallen bie Gpäne in die Augen. 
9619. Es fallen Feine Späne, man haue fe denn. 
9620. Das kommt mir fpanifch vor! 


9621. Wer felbft nicht anfpannt, dem Tann man ‚nidt vors 
fpannen. 


9622. Es hilft nicht fpannen, man muß abfchießen. 
9623. Sparen ift größere Kunft denn erwerben. 
9624. Erfpart ift auch erobert. 


9625. Der Grofchen, den die Frau erfpart, ift fo gut als den 
ber Mann erobert. 


9626. Ein guter Sparer ift glei einem guten Gewinner. 
9627. Erfpart ift fo gut als erworben. 

9628. Sparen ift verdienen. 

9629. Wer heute fpart, hat morgen etwas. 

96292. Wer fpart wenn er hat, findet wenn er bedarf. 


9630. Sparſchaft 
Giebt Baarfchaft. 


9631. Sparhand und Nahrhand - 
Kaufen andrer Leute Land. 


9632. 


9633. 
9634. 


9635. 
9636. 


9637 


9639. 
9640. 
9641. 


9642. 
9643. 
9644. 
9645. 
9646. 
9647. 


9648. 


9649. 


Sparen. 45 5. 


Sarmund und Uebelleb Taufen Herrn Wohlleb fein Haus. 
“ab, 


Auf Sparen folgt Haben. 


Am Zapfen fparen und am Spundloch heraus taßen, ſpart 
nicht. 


Sparen iſt ein großer Zoll. 
Spar dem Unfall! 


.Wer nicht ſpart zur rechter Zeit, darbt zur unzeit. 
9638. 


Spar dein Brot, 
So haſt du in der Noth. 


Spar in der Zeit, ſo haſt du in der Noth 
Ein Brot. 


Sparen iſt zu ſpaͤt, 

Wenns an die Hofſtatt geht. 

Sparen iſt zu fpät, wenn man im Beutel auf b bie * Rath 
und im Faß auf ben Boben greift. 

Auf den Sparer folgt der Zehrer. 

Der Sparer will einen Behrer Haben. 

Der Bater Alte ein Sparer, der Sohn ein Geuder. 

Der Vater Spir und Spar, ber Sohn Rips und Raps, 

Das Seine ift nicht fein, er fpartd einem Andern. 

Mad man vor den Frommen ſpart, wird den Boͤſen zu 
Theil. 

Was man ſpart für den Mund 

Frißt Katz und Hund. 

Sparmund 

Frißt Kap und Hund. 


9650. Sparſam, ſparſam! ſagte X, den Schwefelſpan in dreil 


9651. 


9652. 


Wer Sparſamkeit, die Mutter, begehrt, 
Dem wirb Reichthum, die Tochter, befcheert. 
Sparwort ift bei Frauen theuer, 


2 oo 
66 ‚Sperren — Spaten. 


9653. Jeder bat einen Sparren und ders nicht glaubt, hat zwei, 
9654. Wo die Sparren faulen, 
J Sturzen bald die Saulen. 

9655. Spaß iſt nicht Ernſt. 

9656. Aus Spaß wird oft Ernft. 

9657. Im Spaß gefagt, im Ernft gemeint, 

9658. Wer keinen Spaß mag verftehn, ng 

Soll nicht umter Leute gehn. " 

9659. Spaß muß fein, fagte Dans und Figelte Greten mit der 
Miftgabel. 

9660. Fleißiger Spaten ift immer blank. 

9661. Beßer ſpaͤt als gar nicht. 

9662. Ein wenig zu ſpaͤt iſt viel zu fpät. 

9663. Wer zu fpät kommt, wird übel Logiert. 

9664. Wer zu fpät kommt, ißt mit ben Gemalten an der 
Bant. 

9665. Ze fpäter, je härter.» 

9666. Es verberben wohl neun Spät, ch Ein Früh zu Srunde 
geht. 

9667. Wens immer allzu früh dünkt, der kommt gemeinlich zu 
fpät. 

96678. Spät nieder, fpät auf 

Iſt aller faulen Leute Brauch, 


9668. Wenn man gefallen ift, beficht man das Plägchen zu fpät. 
9669. Man beficht zu fpät den Stein, 
Darüber man fiel und brady ein Bein. 
9670. A, es ift zu fpät, ſprach bie Frau, als ber Aucht fe 
bei dem Leichenzug ihres Mannes um Heirat angieng. 
96708. Beßer ein Spar im Hafen ald gar kein Fleiſch. 
9671. Spatzenarbeit, Finkenlohn. 


3672. 
9673. 
9674. 
9675. 


9676. 
9677. 
9678. 


9679. 
9680. 
9681. 


9682. 


9683. 


9684. 


9685. 
9686. 
8687. 


9688. 


9689. 
9690. 


Sped — Speiſe. 467 


Sped fol man nicht fpiden. 


Es giebt keinen Sped in die Bratwurſt. 

Der Gped läßt von der Schwärte nicht. 

Sped und Schwart 

Bon einer Art. 

Mit Sped fängt man Mäufe. 

Der Speck ift allzeit feifter in andrer Leute Pfannen. 

Man jagt die Katze zu fpät vom Speck, wenn er gefre⸗ 
ßen iſt. 

Finniger Speck, ſchmierige Butter. 

Das’ it Sped auf die Falle. 

Woas Einer nicht gegeßen hat, das kann er nicht ſpeien. 

Ber Einen voll macht, billig leidt, 

Daß er ihm in den Bufen fpeit. 

Speirer Wind, 

Heidelberger Kind 

und Heffenblut 

Thun felten gut. 

Schlechte Speif und Trank 

Macken Eim das Jahr lang. 

Ze weniger Speife, je mehr Hunger. 

Wenn bie Speife mindert, fo mehrt der Bunger: 

Dem feine Speife ftürgt, Tann fie nicht all aufraffen. 

Thier und Voͤgel die find fo iveis, 

Sie ruhn ein Stämbiein auf ihr' Speis. 

Aufgewärmte Speife wirb leicht zuwider. 

Wie die Speife, fo das Maul, 


9690%. Was Einer gern ißt, das iſt feine Speift. 
96905. Bauen und viel Mäuler fpeifen 


Thut zu großer Armuth reißen. 


458 Sperling — Gpiel. 


9691. Beßer ein Sperling in ber Hand als ein Kranich auf dem 
Dach (über Land). | 

9692. Wenn der Sperling niften will, fucht er. viel Löcher. 

9693. Auch ein Sperling findet ein Haus für ſich. 

9694. Sperlinge fängt man, wenn man ihnen Salz auf den 
Schwanz ftreut. 

9695. Die Sperlinge fingens von ben Dächern, 


9696. Iſt der Kranke genefen, 
So zahlt er ungern die Spefen. 


9696. Das hängt an einander wie Speuzel und Papier. 
9697. Es ftedt nicht im Spiegel was man im Spiegel fieht. 
9698. Der Spiegel lügt, 
Der Schein trügt. 
9699. Im Spiegel fieht man die Geftalt, in Wein das Herz. 
9699. Schau dich zuerft felbft im Spiegel. | 
9700. Wer ſich an Andern fpiegelt, der fpiegelt fich fanft. 
9701. Wenn man Nachts in den Spiegel fieht, uch | der Teufel 
heraus. 
9702. Spiel, warte des Mundes. 
9703. Daß Spiel braucht Auffeher. 
9704. Im Spiel gilt keine Brübderfchaft. - ’ 
9705. Wer des Spiels nicht Tann, foll zufehn. 
9706. Kein Spiel, fo nicht feinen Vortheil hätte. 
9707. Man muß das Spiel verftehen! 
9708. Wer dem Spiele zuficht, Tanne am Beten. 
9709. Sieht mans, fo fpiel ichs, 
Sieht mans nicht, fo ſtiehl ichs. 
9710. Manch Spiel ift der Schenden, manches ber Blinden. 
9711. Mit dem Pfennig fängt man an zu fpielen. 
9712. Spielen ift keine Kunft, aber aufhören. 





9713. 
9714. 
9715. 


9716. 
9717. 
9718. 


9719. 


9720. 
9721. 
9722. 
9723. 
9724. 


9725. 


9726, 
9727. 


9728. 


9729. 
9730. 
9731. 


9732. 


9733. 
9734. 


Spiel. 459: 


Ein gut Spiel ſoll bald aufhoͤren. 

Wenn das Spiel am. Beſten ift, foll mean ablaßen. - 
Das befte Spiel 

Wird ‚auch. zuviel. 

Es fpiclen fi eher zehn arm als Einer reich. 
Viele ſpielen, Einer gewinnt. 


Mancher Spieler verliert in Einer Stunde was er in 
feinem Leben nicht wieder gewinnt. 


Spielen, Fiſchen, Vogelftellen 

Schänden mandyen QJunggefellen. 

Spieler und. Rennpferbe dauern nicht lange. 

Junger Spieler, alter Bettler. 

Reiche Spieler und alte Trompeter find felten. 

Wenn das Spiel aus ift, fieht man Wer gewonnen: hat. 


Sieh wie viel du reicher bift, 
Wenn das Spiel geenbet ift. 


Nach dem Spiel will Jeder wißen 
Wie man hätt ausfpielen müßen, 


Wer gewinnt, der fpielt am Beſten. 


Schnell Spiel 
Ueberſieht viel. 


Wer nicht gern verlieren will, 

Der habe Achtung auf das Spiel. 

Es iſt kein Spiel, es iſt ein Ueberſehens dabei. 

Ueberſehen iſt das Beſte im Spiel. 

Ueberfehn iſt auch verſpielt. 

Haͤtt ich den Stein nicht gezogen, ich haͤtte das ganze 
Spiel verloren. 

Glück im Spiel, Ungluͤck in der Liebe. 

Wer Ungläd im Spiel hat, ift glüdlih im Heiraten. 


Ad Spiel — Spinnen. 


9735. Wer mit fpielen will, muß mit auflegen: 

97358. Wer beim Spiel borgt, gewinnt. 

9135, Wer beim Spiel wegleiht, verliert. 

97350. Heut haben wir Schön gefpielt, fagt ber Balgtreter. 

9736, Ze beßer Spiel je ärger Schalk. 

97137. Es ift kein gut Spiel, das mit krummen Kolben fchtägt. 


38. Es ift ein bos Spiel, va der Eine lacht und der Andere 
weint. 

9739. Darnach das Spiel ift, macht man einen Strohwiſch zum 
König. 

9740. Darnach das Spiel ift, muß man Berg wählen und nicht 
Schellen. 

9741. Darnach das Spiel if, fit die Sau Den Koͤnig. 

9743. Darnach das Spies ift, Micht deu Bub die Dame 

9743. Beim Spiel gilt Allee. 

9744. Schlechter Spielmann, der nur Eine Deiſe kann. 

97448. Der Spielmann gehoͤrt an bie Hochzeit. 

9745. Da liegt ein Spielmann begraben. 

9746. Beßer Spierlinge gefangen als fill gefeßen. 

9747. Der Spierling macht, daß ber Salm abſchlaͤgt. 

9748. Wer Spierlinge fängt, fängt auch Fiſche. 

9749. Der lange Spieß gilt nicht. 

9750. Mit langen Spießen ift gut Triegen. 

9751. Er ift bei der Hand wie der Spieß hinter der Thüre. 

9752. Die Spinne faugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen. 

9753. Spinnen lernt man vom Spinnen. 

9754. Wie fie fpann, 
So hat fie an. 


9755. Selbft gefponnen, ſelbſt gemadht, 
Retn vadei, ft Bauerntracht. 








Gpinmosben — Sorechen. 41 


9756. Es find noch Feine Spinnweben darüber. 
9757. Ich bin in bemfelben Spital gewefen. 


9758. Spiänofe, 
Uebel Bafe. 
 Bäfer Sn. 


9760. Es find nicht Alle Srisbaben, die von Hunden. angebollen 
werden. 


9761. Jeder hat feinen Splitter. 
9762. Der Sporn lehrt das Rofs traben. 
9763. Spott und Schaden reimt ſich wohl zufemmen. 


9764. Spott und Schaden ftehen übel beifammen. 


9765. Spotts Tann ſich Niemand erwehren. 

9766. Spötter eben auch Brot. 

9767. Spöteerthor-fteht Jedem offen. 
9768. Spott ift das Wetterleuchten ber. Verleumdung. 


9769. Das ift ein Spott auf die Waare. 


9770. Wahrer Spott, ſchlimmer "Spott. 


9771. Es thut ihm nichts, er hat Briefe, daß man ‚gein nicht 
fpotten fol. 


977%. Man foll fein nicht fpotten, allein .mit. Worten, 

9773. Du muft lange fpotten, bis du mir ein Die ahfpotteft. 
9774. Biel Spreu, wenig. Korn, 

9775. Sprich wenig mit Andern, viel mit bie felbft. 
97758.Wer viel fpricht, muß viel wißen oder” lügen. 


9776. Wer wenig fpricht, Hatımenig zu: verantworten. 
9777. Zraue nicht 
Dem, der viel mit Bielen fpridt. 


9778. Es wird felten von Samand geſprochen, 28 ifkshund Annan. 


462 Sprichwort — Städte. 


9779. Sprichwort, 
Wahr Wort. 


. 9780. Wir Deutfchen haben viel grobe Sprichwörter, aber gute 
Meinung. 


-9781. Niemand Tann weiter fpringen als fein Springftod lang ifl. ' 

9782. Hätte Mancher einen Stab, fo Tonnte Er auch hinüber 
- fpringen. 

9783. Mancher fpringt über einen Befen und fällt über einen 
Hunbedred. 


9784. Böfe Sprünge gerathen jelten. 

9785. Junger Springer, alter Stelzer. 

9786. Wer einen großen Sprung thun will, geht erſt rückwaͤrts. 
9787. Schnelle Sprünge geratben felten. 

97188. Die Sprigen Tommen, wenn. das Haus abgebrannt if. 
9789. Wenn ed brennt, vermiſst man bie Spritzen. 


9790. Weife Sprüche, gute Lehren 
Sol man thun und. nicht bloß hören. 


9791. Es iſt nicht Alles Spuk in des Töchterleins Kammer. _ 
9792. Wos ſpukt, da liebt oder diebt fiche. 


9793... Sau de Staut (Staat), 
Sau auf de Praut. 


9794. Das Urtheil ift gefprochen, 
Der Stab, der ift gebrochen. 
9795. Auf einem Stabe geritten iſt halb gegangen. 
9796. Es ift Dockenwerk auf Stäben reiten, es ift wohl halb zu 
Fuß gegangen. 
9797. Ohne Stab iſt bös weit fpringen. 
9798. Wider ben Stade iſt boͤs lecken. 
9199. Große Stadt, große Wuͤſtenei. 
' 9800, Große. Städte, große Sünden. 


Städten — Stark, "463 


9801. Wer mit Städten zu ſchaffen hat, bedarf Gluͤck und fons 
derliche Fürforge. 
9801*.Ander Städtchen, 
Ander Maͤdchen. " 
9802. Er fieht die Stadt vor Haͤuſern nicht. 
9803. Stadtrecht bricht Landrecht. 
9803*. In der Stadt gaaet de Klocken jümmer an beeden Bbörden. 
98036. Es iſt eine Stadt wie ſieben Häuſer im Dorf. 
9804. Wer nur über eine Staffel kommt, kommt nie über eine 
Stiege. 
9805. Ein Stahl bridht den andern, 
9806. Wie Stall, fo Vieh, 
9807. Man thut den Stall zu, wenn das Pferd fortgelaufen iſt. 
9808. Miſte vorher deinen Stall. 
9809. Man geht niemals in den Stall, man findet. einen Gro⸗ 
fhen darin, 
98098. Dem Stammelnden ift nit zu trauen. 
9810. Gott hat drei Ständ erſchaffen, 
Adel, Bauernvold und Pfaffen. | 
9811. Jeder halte fich nach feinem Stande, 


9812. Stangenhengft 
Wiehert allerlängft. 


9813. Stant 
Für Dank. 


9814. Stant ' 
Iſt des Teufels Dank, 
9815. Stark bei mild, 
Ein golbner Schild. 
9816. Starke Leute haben ſtarke Krankheit. 
9817. Der Starke fchiebt den Schwachen in ben Sad; 





Rt ‚Start — Stehlen. 


9818.. Starter Leute Spiel ift ſchwacher Leute Tod. _ 
9819. Hilft der Starke dem Schwachen, ſo geſchieht es zum 


Garaus. 
9820. Stärke iſt nicht in den Beinen, fonbern ‚um Gemüth. 
9821. Stärke ohne Rath iſt tobt. - 


98212. So Stärke nicht Hilft, muß. man Liſt verfuchen. 
9822. Es iſt Keiner: jo ſtark, er..findet einen Staͤrkern. 
9823. Willſt bu ſtark fein, fo überminde dich ſelbſt. 

:9824. ‚Stärke waͤchſt im Geduldgarten. 

9825. Der Stärkfte hat Recht. 

9826. Statt und Stunde heißen den Dieb ſtehlen. 

9827. Stapler verftehen einander wohl. 

- 9828. Bei Staglern lerat.man gaben. 

9829. Aus dem Staube in die Mühle, 

9830. Staub bleibt Staub, und wenn er. bis. zum Himmel flisgt. 
9831. Wer den Staub fcheut, bleibe von ber Tenne. 
9832. Wer alle Stauden flieht, kommt nie in einen Wald. 
9833. Außer der Stauden ift gut teibigen (tagebingen). 
9834. Staupenfchlag ift bie Einweihung zum- Selgen. 
9835. Ei, ei! ſagt der Steckbohrer. 


9836. Jeder hat fein Stedenpferb 
(Das ift ihm über,Alles werth). 


9837. Stedtenpferbe find theurer als arabifche Hengſte. 


9838. Wer Einem in Stegreif hilft, den hebt man zu Dank aus 
bem Sattel. 


98388. Das will mehr fagen ald ohne Stegreif in den Sattel 
fpringen. 

9839. Wer ba fleht, fehe zu, daß er nicht falle. 

9840. Stehlen und Sackaufheben ift Eins wie das Anbere. 

9841. Beßer Stehlen benn Anzeigen. 





Gochten — Steine. 465 


9842. Beßer Stehlen bean Zeugen. 

9643. Stehler, Hehler und Befehler Find oͤrei Diebe. 

9844. Wer ſich Stehlens getröftet, getröftet fid; auch des Galgens. 

9845. Wer zum Gteblen ift geboren, 

' SIE zum Hängen auserkoren. 

08416. GEs IM ſchwer fiehlen, wo ber Wirth ein Dieb tft. 

9847. Wer einmal flieht, ift immer ein Dieb. 

9848. Stiehl einmal und bleib dein Lebtag ein Dieb. 

9849. Geſtohlen Brot ſchmeckt wohl. 

850. Geftohlen Waßer ift Malvaſier. 

9851. Wer viel geftohlen : Brot ober Kaͤs ißt, befommt das Schlucken 
davon. 

9852. Das Kleine wird geftohlen, dad Große genommen. 

985272. Wer im Kleinen anfängt. zu fiehlen, bez treibt ind Große, 

9853. Stiehl viel, gieb wenig, fo kommſt du davon. 

9854. Wer das Tuch zum Mantel Richt, dem ſchafft der Teufel 
das Unterfutter - 

9855. Stehlen unb Sägen. if gern beieinander, 

0956. Hohe Steiger Fallen -tief. 

9857. Steige nicht zu hoch, fo fällſt du nicht zu tief 

9858. Alfo geht ed in der Welt, | 

Der Eine fteigt, der Andre Fällt. 


9869. Wer hinauf Reigen will, muß unten aufengen. | 
9860. Bier einem in ben Steigbuͤgel hilft, dem muß man: zum 
Dank aus dem Sattel helfen. 
9861. Der Stein ift fromm, aber man ſtoͤßt ſich übel daran. 
9582. Zwei harte Steine 
Malen felten kleine. 
Dtſche. Volksb. Sr. Bd. 30 





466 Stein — Sierden. 


9863. Großer Stein ift ſchwer zu werfen.- 

9864. Wer einen: Stein, über ſich wirft, bem fällt er: leicht auf 
den Kopf. 

9864. Der Eine rafft die Steine, der andre wirft fie. 

9865. Den Stein, den ich nicht heben Tann, laß idy liegen. 


9866. Den Stein, den man allein nicht. heben Tann, foll man 
felbander liegen laßen. 


9867. Wer ben Stein nicht heben Tann, ber muß ihn wälzen. 
9868. Walzender Stein wird nicht moofig. 


9869. Den Stein nad bem Senkel, und nicht ben Senkel nach 
dem Steine. 


9870. Wenn der Stein aus der Hand iſt, iſt er des Teufels. 


9871. Wer aus einem Stein einen Hoſenbaͤndel machen will, der 
bat’ unnüse Arbeit. 


98712. Nicht alle Steine find ohne Werth. 


98716. Mancher Stein wirb nad einer Kuh geworfen, der ſchae⸗ 
barer iſt als die Kuh. 


9872. Die Steine auf der Gaße reden davon. 
9873. Zwei kalte Steine, die ſich reiben, fangen auch Feuer. 


987320. Ich will dir auch einmal einen Stein in den Garten 
werfen. 


9874. Das möchte einen Stein erbarmen! 

9875. Der Stein ift der Deutfchen, das Zipperlein ber Engländer 
Krankheit. 

9876. Wer bei dem Stelzler dient, lernt bald hinten. 

9877. Kannft bu regnen, fo Tann idy auf Stelgen gehen. 

9878. Sterben ift auch eine Kunſt. 

98784. Sterben ift Fein Kinderſpiel. 

9878°. Im Sterben find wir alle Meiſter und alle Echrjungen. 

9879. Sterben ift mein Gewinn. 


Sterben. — Gtiefmatter. 467 


9880. Niemand ſtirbt vor ſeinem Tage. 
96881. Wohl ſterben 


Iſt nicht verderben, 
Sondern das ewige Leben erben. 


98812. Darnach Einer wirbt, 
Darnach er ſtirbt. 


9882. Die Sterben fuͤr Gewinn achten, ſind ſchwer zu beſiegen. 
9883. Wer ſtirbt, eh er ſtirbt, der ſtirbt nicht, wenn er ſtirbt. 
98834. Werden und ſterben iſt allen Menſchen gemein. 
9884. Sterben und geboren werden 

Iſt des Menſchen Thun auf Erden. 
9885. Es ſtirbt kein Gut zuruͤck, ſondern vorwärts, 


9886. Stirbſt du, ſo begraͤbt man dich mit der Haut: das thut 
man einem Eſel nicht. 


9887. Wem alle Sterne gram ſi nd, den wird der Mond nicht. 


‚ lieb haben. 
9888. Ein Stich ift bald gefchehen in einen nadenden Menfchen. 


9889. Ein Stich, fo nicht biutet, 
Wird mit drei Hellern vergutet. 


9890. Stiche, die nicht bluten, thun weher benn andre. 


9891. Behalt Etwas auf den letzten Stich. 
9892. Das hält Stich wie ber calvinſche Glaube. 
98928. Geftochen ift nicht gehauen. 
9893. Alte Stiefeln bedürfen viel Schmierens, 
9894. An alten Stiefeln mag ber Hund fih ablifeln. 
9895. Er will mit Stiefeln und Sporen in ben Himmel, 
9896. Aus Gtiefeln macht man leicht Yantofeln. 
9897. Stiefmutter - 
Iſt des Teufel Unterfutter. - 
30* 


408 _ pi 
98973. Stiefmutter, Stiefätti 

Mett daß der Tüfel hatti. 
9898. Wer eine Stiefmutter hat, hat auch einen Gtiefräter. 
9899. Stiefmütter find am beſten im grünem Kleide. 
9900. Bon Staffel zu Staffel kommt man die Stiege hinauf. 
9901. Wenn man bie Stiege wiſcht, fo fängt inan oben an. 
"9902. Die Stiege hinauf fallen, Eoftet die Elle brei Basen. 
"9903. Sch Fam nie recht, denn einmal: ba warf man mid bie 

Stiege hinab. 

9904. Wo die Gtiegel nieder ind, bäpfen bie Hunde dräber. 


9905. Der Stiel zur Haue fitibet ne bald, wenn man Ginem 
übel will. 

.9906. Stößigem Stier wachſen kurze Hoͤrner. 

9907. Stillſtand 

| Sft kein Friedensband. | 

: 9908. Wer die meiften Stimmen bat, hat das meifte Reit. 

9909. Die meiften Stimmen gelten. 

‘9910. Die Stimme ift größer als der Mann. 

9911. Wo es nicht ftinfen darf, muß man nit f— —. 

9912. Die Stirn leugt und treugt. | 


9913. Eines Menſchen Thun und Wefen, 
An der Stirne is zu leſen. 


9914. Wenn man fiöbert, fängt man oben an- 

9915. Wer im Stode fist, fingt nicht hoch. 

9916. Im Stod geht man mit beiden Beinen nicht beßer als 
mit Einem. 

9917. Reben dem Stod ift gut Tpringen. 

9918. Man muß es ind Narrenbuch zu Stodach ſchrelben. 

9919. Es ift ein Stodfifch, läßt ſich aber nicht Hopfen. 

9920. Es fteht ihm an wie dem Stoffel der Degen. 


Stolz — Strafe. " 46%. 


9921. Stolz geht voran una Schande sintennad 
9922. Vo Stolz, da Schmach. 
9923. Der Stolz frühftüdt mit dem Ueberfluße, fpeift zu witta 
mit der Armut und ißt zu Abend mit der Schande. 
9924. Daß Stolz Rarrheit, iſt bekannt, 
Denn Stultus iſt von Stolz genannt; 
Auch ſagt man wohl Stultus und Stolz 
Wachſen beid auf Einem Holz. 
9925. Wer ſtolz iſt, der iſt grob. 
9926. Der Stolz meint, fein Ei habe allzeit zwei Dotter. 
9927. Der Stolz meint, feine Würfel würfen allzeit achtzehn. 
9928. Wenn der Stord die Erbfenftoppel fiebt, jagt er bie uns 
gen vom Kefte. 
9929. Die Stördhe fliegen hoch und tragen im Schnabel Kroͤten 
und Schlangen. 
9930. Laß den Storch in ſeinem Neſt zufrieden. 
9931. Dem Storch gefaͤllt fein Klappern wohl. 
9932. Er lobt den Storch, damit er ihm übers Jahr rotbe 
Schuhe bringe. 
993%. Es fagt ein Storch dem andern Langhals. 
9933. Er ift Story und Klappermaul. 
9934. Ein Stoß and Schienbein macht lautre Xugen. 
9935. Er fchlägt nichts aus als Stöß und Schläge. 
9936. Wer ftößig if, dem fagt man Vock. 
9937. Stotterbernd hat Stotterhenneden Lieb. 
9938. Ein Stottrer verfteht einen Stammler. 


9939. Wo Strafe, da Zudt, 

Wo Friede, da Frucht. 
9940. Strafe um Sünde bleibt wicht aus. 
9941. Was Strafen find, die muß man leiden. 








40 Strafe — Streich. 


9942. Wer das Böfe nicht ſtraft, laͤdt es zu Haufe. 
9943. Selber ſchuldig iſt der That, 
Wer nicht ſtraft die Miffethet. 
9944. Des Vaters Strafe ift die rechte Liebe. 
9945. Wer Einen ftraft, ftraft Hundert, 
9946. Ber Andre ftrafen will, muß felbft rein fein. 
9947. Man ſtraft keinen mit doppelter Ruthe. 
‚9948. Strafe im Zorn kennt weder Maß noch Ziel. 
9949. So weit ein Strafgericht, fo weit auch der Forſt. 
9950. Der Strang ift mit fünf Gulden bezahlt. 
9951. Wer da bauet an der Straßen, 
Muß die Leute reden laßen. 
9952. Waͤre Straßburg vom Himmel gefallen, es waͤre nicht 
ſchoͤner zu liegen gekommen. 
9953. Zeug gen Straßburg: da findeſt du den Tiſch gedeckt. 
9954. Die von Straßburg fragen viel darnach, was Die von 
Köln in den Rhein piffen. 
9955. Straßburger Gefchüg, 
Rürnberger Witz, 
Venediger Macht, ’ 
Augsburger Pracht, 
Ulmer Geld 
Bezwingt bie ganze Welt. 
9956. Niemand fledt einen Strauß aus um Eines Safles willen. 
9956*. Die Straubinger laßen fünf gerabe fein. 
9957. Strede 
Dich nach ber Dede. 


9958. Viel Streiche 
Fällen die Eiche. . 


9959. Was Ein Streich nicht kann, das thun zehne, 


Streich — Strop. 471 


9960. Ein Streich 


Macht den Stodfifh nicht weich. 
9961. Von viel Streichen wird ber Stockſiſch gelind. 
9962. Es iſt kein Streich verloren als der nebenbei fällt. 
9963. Verwegne Streiche fol man laßen 

Und fell mit leeren Karten paffen. 
9964. Stein 

Thut verweicheln. 
9964°.Wad Hilft das Streichein? wenn man Ginem den Kopf 

abgebißen hat, kann man ihn ihm nicht ‚wieder aufſetzen. 

9965. Weit vom Streite 

Macht alte Kriegsleute, 


9966. Wenn man einen Streit mit Bein begießt, richtet man 
mehr aus als mit einem Proceſs. 


9967. Man ftreitet mehr um Schalen, Hülfen ‚und Kleien als 
um Kern und Frucht, 


9968. Sie ftreiten um ein Ei und lagen bie Denne fliegen. 
99688. Streithafter Jaͤger macht feiges Wild. 
9969. Zwei Streitlöpfe werben nimmer eins. 
9969.. Wer allzu fireng if, um ben giebt man nichts. 
9970. Man zgerreißt den Strid -wo er am bünnften iſt. 
9971. Wenn der Strid am ftrengften ift, reißt er. 
9972. Mit ſchwachem Strid muß man leife zichem 
9973. Wer einen Strid fordert, erhängt ſich nicht. 
9974. Im Haufe des Gehaͤngten ſprich nicht vom Strid. 
9975. Ze ärger Strid, 

Se beßer Glück. 
9976. Wo alle Stride reißen, ift viel Knuͤpfens. 
9977. Stroh vom Feuer! 


9978. Stroh entbrennt beim Feuer B 
(Borwis macht die Jungfern theuer). 





413 Stroz — Ehe. 


9979. Wer fih zwiſchen Stroh und Feuer Veoh, verbrennt ſich 
gern. 

9980. Viel Stroh, wenig Korn. 

9981. Stroh im Schuh, Spindel im Sack Sur i im Hans 

Gucken allzeit heraus. 

9982. Jeder hält fein Stroh für Heu und des Andern Heu (tr 
Stroh . r 

9983. Wer übel geht, fällt über ein Stroh. 

9984. Fahr wohl, Strohfad, ich dab rin Bett überlommen. 

9985. Wider ben. Strom ift übel ſchwimmen. 

9986. In Strumpf geſch— und Wurft gemadt. 

9986.. Strämpf und Schuh thuns nit an einander. 

9987. Wirf die Stube nicht zum Fenſter hinaus, 


9988, Je ärger das Stüd, 
Je größer das Glück. 
9989. Das ift ein Stüd! fagte Beckmann, dba faß er mit ber 
Biege auf dem Dache. 


9990. Stubentenblut, das edle Gut 
Wenig gewinnt und viel verthut. 


9991. Je ärgrer Student, je frömmerer Paftor. 
9992. Die ärgften Studenten werben bie feömmften Prediger. 
9993. Stubdentengut ift gollfret. 
9994. Es heißt auch flubiert; wenn man das Geld vertban bet. 
9995. Wer zuviel flubiert wird ein Phantaſt. 
9996. Viel eßen macht nicht feißt, 
Viel Studieren nicht fromm und weiß. 
9997. Wer Teinen Stuhl hat, muß auf der Bank figen. 
99972. Der Stuhl gehört unter bie Bank; gehts nicht, fo fägt 
man ihm bie Beine ab. 
9998. Wer auf zwei Stühlen. fisen will, faͤllt oft mitten durch. 


‚9899. 
10000. 


10001. 
10002. 


10003. 


10004. 
10005. 
100086. 
10007. 


10008. 


10009. 
10010. 


Stadle — Cüntn i 418 


Aufgaben Stühlen ist man ſchlechs. 

Der Stumme muß wohl ziehen was ber Unnernumftige 
auflegt. Eu 

Die großen Stümper machen bie meiften Spaͤne. 


Zu aller Stund 
Weint die Frau und piſst der Hund. 


Das Stündlein 
Bringt dad Kindlein. 


Sin Stünbdlein bringt oft, was Jahre nicht bringen. 
Was eine Stunde nicht thut, thun zwei. 
Nach dem Sturme Sonnenſcheis. 


Subtil 
Frommt nicht viel. 


Zuletzt muß man es doch ſuchen wo es iſt. 
Er kann gut ſuchen, aber nicht gut finden. 
Suche, ſo wirſt du finden. 


100108. Wo man mich ſucht, da findet man mich. 


10011. 


10012. 
10013. 


10014. 
10013. 


Was Zeder fucht, das findet er. 
Was du nicht haben willft, das ſuche nicht, 


Er rührtse durch einander wie ber Sudelkoch allerlei 
Brühen. 


Er ſucht und bittet Gott, daß er nicht finde. 
Alle Sünden gefchehen freiwillig. 


100158. Unwißend ‚fündigt nicht. 


10016. 
1001. 
10018. 
10019. 
10020. 
10021. 


Auf Sünde folgt Strafe. 

Sünde büßt fi felbft. 

Sünden werden vergeben, aber bie Strafe folgt nad. 
Steiche Sünde, gleiche Strafe. 

Sünde vertheibigen, heißt felber fünbigen. 

Wer fich feiner Sünden ruhmt, fünbigt doppelt. 





474 Sünde — Suppe. 


10022. Sünden kehren lachend ein und weinend aus. 
100228. Die Sünde geht füß ein aber ‚bitter. wieber aus. - 
10023. AHe vergeßenen Sünden find quitt. 

10024. Der fünbigt zwiefach, der ſich des Frevels rühmt. 
10025. Womit man fünbigt, daran wird man geftraft. 


10026. Wer das Sündigen nicht hindert wo er Tann, der ge 
bietet es. 


10027. Sündegut, Schanbegut. 

10028. Was Sünd ift zu thun ift audy Schande zu reden. 

10029. Alte Sünde macht oft neue Schande. | 

10030. Ade Sünde, Ade Schande ! 

10031. Was keine Sünd ift, ift feine Schande. 

10032. Wir find Alle arme Suͤnder. 

10033. Wären keine Sünder, fo wären feine Heiligen. 

10034. Wer kleine Sünden meidet, fällt nicht in große, 

10035. Suppen machen Schnuppen, 

, Füllen den Bauern nicht die Juppen. 

10036. Biel Suppen maden dünne Baden. 

10037. Wer lange fuppt, lebt lange. 

10038. Es ift feine Suppe fo theuer ald die man umfonft ißt. 

10039. Mit der Suppe muß man nicht artig fein. 

10040. Zwiſchen der Suppe und dem Mund kann fidy Vieles 
ereignen. 

10041. Ein Glas Wein auf die Suppe ift dem Arzt einen 
Thaler entzogen. 

100412.Die Suppe ift verfalzen, bu bift verliebt. 


10041. Man foll die Suppe nicht verfalzen, wenn man gleich 
Salz genug hätte. 


10042. Diefe Suppe iſt ihm. zu fett. 


Suppe _ Tage. F 4715 


10042.. Ich habe noch Feine fo gute ‚Suppe gegeßen, feit ich Se: 


richtsvogt bin. 


10042. Er ift mir verwandt, aus der neunten Suppe ein — 


lein. 


100420. Das Gott erbarm! 


10043. 
10044. 


10045. 
10046. 


10047. 
10048, 


10049. 
10050. 


10051. 
10052. 


10053. 


10054. 


10055. 


Sieben Suppen und feine warm. 

Supplicieren und Appellieren ift Niemand verboten. 
Süß ohne Reu 

Wird alle Tage neu. 

Was füß ift, kommt fauer an. 


Süßes. Eriegt der nicht zu leden, 
Der nicht will das Saure ſchmecken. 


Süß getrunten, fauer bezahlt. 

Haft du Luft zum Süßen 

Laß dich Bittres nicht verbrießen. 

Wer nie bitter gefchmedt hat, weiß nicht was füß ift. 
Süßer Wein giebt fauern Eßig. 


x. 


Es ift leichter tadeln als befer machen. 

Tadeln Tann ein jeder Bauer, 

Beer machen wird ihm fauer. 

Es ift keine Kunft ein Ding tadeln: nachthun thuts, 
wers koͤnnte! 

Wer getadelt ſein will, muß freien; wer gelobt ſein will, 
fterben. 

Wer viel tafelt, macht kurzes Teſtament. 


10055*. Tag und Nacht währt ewig. 


10056. 


Gute Tage wollen ftarte Beine haben. 


Tage. 


2— 


.Gute Tage ſtehlen das Herz. 

.Gute Tage koſten Gelb. 

. Ein guter Tag fängt Morgens. an. 

. Es wird Tag, wenn auch ber Hahn nicht kraͤht. 

Es ift kein Tag, er bringt feinen Abend mit. 

. HE der Tag auch noch fo lang, dennoch Zommt ber 


Abend. 


. Man fol den Zag nicht vor bem Xbend loben. 
. Schöne Tage fol man Abends loben und fchöne Frauen 


Morgens. 


. Auf einen böfen Tag gehört ein guter Abend. 
. Seber Zag hat feine Plage. 
. Zeder Tag hat fein Lieb und Leib. 


Ein Zag lehrt ben andern. 


. Ein Tag ift des andern Lehrmeifter. 

. Ein Zag ift bes andern Schulknabe. 

. Der heutige Tag ift des geftrigen Zünger. 

. Den? auf faule Zage und arbeite drauf los. 

. Ein Harer Zag vertreibt viel düftre Zage. . 

. Ein Zag Tann bringen was ein Jahr nicht bringen mag. 
. Ein Zag verleiht mad das ganze Jahr weigert. 


. Denk oft an ben Tag, 


Den Niemand vermeiden mag: 
Wer ſtaͤts gebentt zu flerben, 
Kann nimmermehr verderben. 


. Am jüngften Tage wirbs erſchaut 


Was Mandher hier für Bier gebraut. 


. Am jüngjten Zage muß man ihn todtſchlagen. 
. Wenn die Zage langen 


Kommt der Winter gegangen. 


Lage — Zanz. am 


10080. Wenn bie Zage längen, 
Fangen fie an zu firengen. 
10081. Werden die Tage länger, 
So wird die Kälte firenger. 
10082. Ze länger der Tag, je Bürger der Kaden. 
10083. Aus Tagen werden Boden, and Monden Iuhre. 
10084. Der Tag verräths Alles, 
10085. Es fommt Altes an den Rag- 
10086. Es kommt Alles an den Tag was man unterm Schnee 
verbirgt. 
10087. Es liegt am Zage, wie Ber Bauer an det Some. 
10088. Alle Werktag um ben Heerd 
If des Sonntags ſchaͤmenswerth. 
10089. Der Tag ift ihm eher im Haufe denn Brot. | 
10089.. Drei Finger vor Tag 
Das hält von elf bis Mittag. 
100%. Zanz und Gelag | 
Iſt des Zeufeld Feiertag. 
10091. Kein Zanz | 
Der Teufel hat dabei den Sawanz. 
10092. Zan 
Iſt der Huren Finanz 
10093. Wenn du tangen willſt, fo ſieh zu, weiche du bei der 
Hand nimmt. 


10094. Beim Tanz zettett man an, was hernach ausgewoben 
wird. 


100942. Wenn die Keuſchheit um Kan tommt, To tanzt fie auf 
gläfernen Schuhen. 

10095. Es gehört mehr zum Tanz als vothe Saub. 

10096. Ein Mann macht keinen Tanz. 


478 Zangen — Tauben. 


10096*. Zangen mag: nit allein, - 
Er muß no öppert bei mir fein. 


10097. Zanzen lernt man nicht vom Pfeifer. 

10098. Wer gern tanzt, bem ift leicht gepfiffen. 

10099. Wer tanzen will, der zieh auf, wenn man pfeift. 

10100. Thaͤt er bag, der Zanz würd ihm nicht halb fo wohl 
anftehen. . 

10101. Er fieht gern tanzen, aber mit den Zähnen nicht. 

10102. Zapfer angegriffen ift hald gefochten. 

10103. Beßer des Zapfern Blick ald des Feigen Schwert. 

10104. Wer ertappt wird, muß bad Bab austragen. 

10105. Ein rechter Zappinsmus ! 

10106. Es ift nichts ſtolzer ald eine volle Taſche. 

10107. Sie hat ihn lieb auf der Seite, wo bie Taſche hängt. 

10108 Man muß dem Zafchenfpieler auf die Hand lugen nicht 
auf die Augen. 


10109. Zauben haben keine Krall (Gall) | 
Und find der Leute überall. 


10110. Wo Zauben find, da fliegen Tauben zu. 
10111. Man fängt nicht zwei Tauben mit Einer Bohne, 
10112. Die gebratenen Tauben fliegen Einem nicht ins Maul. 
10113. Wer fi) zur Taube macht, ben. freßen die Kalten. 
10114. Die Zauben fo unter. Dach bleiben find vor dem Stoß⸗ 
vogel ficher. 

101144. Wer ein Biedermann will fein und heißen, 

Der büte fi) vor Tauben und Geißen. 


10115. Keine Zaube bedi einen Sperber. 
10116. Die Zäublein müßen Federn laßen, 
10117. Wer Feine Taube hat, der hat Müden. 
40118. Keinem Tauben foll man zwei Meffen fingen. 





Zauben — Teufel. 479 


10118%.Den Zauben- ift. gut prebigen. 
10118%. Zauben Ohren ift boͤs prebigen. 


10119. 


Der Mann taub und die Frau Rum, giebt die beften 
Ehen. 


10120. Das heißt einem Tauben ins Ohr gerannt.. 
101208. Wart, e8 ift noch ein Kind zu’ taufen. 


- 10121. 


10122. 


10123. 
10124. 
10125. 
10126. 
10127. 
10128. 


10129. 


10130. 


10131. 
10132. 


10133. 
10134. 


10135. 
10136. 
10137. 


10138. 


10139. 


Wenn dad Kind ‚getauft ift, will. es Jedermann ‚heben. 
Er hat vor der. Taufe genieft. \ 
Der, Zaufftein fcheibet. 

Wer ſich felhft nichts taugt, taugt keinem Anbern. 

Er taugt weber zu fieden noch zu braten. 


Tauſch ift kein Raub. 
‚Getaufcht iſt getauſcht. 


Ehrlicher Tauſch iſt kein Schelmſtück. 

Wer Luſt hat zu tauſchen, hat Saft gu betrügen. 
Beim Zaufchen 

Laß Niemand laufchen. — 

Tauſend koͤnnen mehr als Einer. 
Tauſendguldenkraut thut Wunder. 

Zar läßt fi) machen, aber nicht Käufer dazu. 
Alles verfoffen bis and. End 0 
Macht ein richtig Teftament. . - 
Dem Teufel opfert man am meiften.. 
Dem Teufel muß man bisweilen auch einen Maien fteden, 
Man muß dem Zeufel ein Kerzchen aufſtecken. 


Dem Zeufel muß man zwei Kerzen aufftecen, daß er 
uns ungeſchoren laße. 


Den Teufel muß man anbeten, daß er einem keinen She 
den thut. | 


488 Keufel, 


10140. Ber ben Zeufel zum Freunde haben will, der zündet Ihen 
eine Kadel an. 

410141. Man darf den Zeufel nit zu evatter bitten. 

10142. Man ſoll den Teufel nicht an die Wand malen. 

10142. Auf des Teufels Eis iſt nicht gut gehen. 

10143. Zeufel darf men nicht. rufen, er kommt wohl von felbß. 

10144. Mon fol nicht mehr Teufel zufen als man bannen Tamm. 

10145. Wer den Zeufel bannen will, muß rein fein von Bänden. 

10146. Der Zeufel ift gut laden, aber ſchwer los werben. 

10147. Wer deu Teufel geladen bat, dee muß ibm auch Arbeit 
geben. 

10148. Wer den Teufel im Schiff hat, ber muß ihn fahren. 

10148°. Den Teufel zu beherbergen koſtet einen Eugen Wirth. 

10149. Wo man des Teufels gedenkt, ba. will er fein. 

10150. Der Zeufel feiert nicht. 

10151. Ie mehr der Zeufel hat, je mehr will er Haben. 

10152. Wer mit dem Teufel efen will, muß einen langen Löffel 
haben. 

10153. Laß dich den Teufel bei Einem Haare faßen und du bift 
fein auf ewig. 

10154. Wenn man ben Zeufel in bie Kirche läßt kommen, will 

ü er gar auf den Altar (die Kanzel). 

101548. Der Teufel traue dem Zeufel und feinem Anhang. 
10155. Wer den Teufel ſchrecken will, muß überlaut fchreien. 
410156. Den Teufel jagt man hinaus, ber Sotan tommt wieder 

herein. 

10167. Der Teufel macht Anfangs ſtark und hinterdrein verzagt. 
10158. Der Teufel hinterläͤßt immer einen Geſtunk. 
40159. Wenn der Teufel lebig wird, fo Hüte dich. 


10160. Wenn der Teufel die Leute beträgen will, fo ift ex ſchoͤn 
wie ein Engel. 





eig. | 1 


40161. Her Keufel mar Schön — in feiner. Jugend. 
10162. Der Teufel pfeift ſüß, fol man ihm auf denuKloben ſitzen. 
10163. Der Teufel pfeift. Tüß ch ‚man .auffgt. 
.40464.1Dder Keuſel: iſt artig wenn man ihm ſchmeichelt. 
10164*. Der Zeufel ift ein Schelm. 
10165. Hererei und Schelmerei 
Iſt des Teufels: Liverei. 
40166. Der :Zeufel.iR nicht fo ſchwarz als man ibn malt. 
10167. Der Teufel iſt ſchwärzer als man ihn malt. 
10168. Wer vor der Hoͤlle wohnt, muß den Teufel zum Freunde 
haben. 
10169. Wer den Teufel zum Freund hat, hats gut in der Hölle. 


10170. Wenn der Engel zum 'Zeufel wird, ſo giebt es einen 
boͤſen Teufel. 


‚Pr. Rem ‚ber Taufel einheizt, den friert nicht. 

10172. Wen der Teufel treibt, der muß wohl laufen. 

*0173. Wen der Teufel treibt, der hat Eile. 

10174. Der ift nicht frei, der dem Teufel zu eigen ifl. 

10175. Jedes Land hat feinen Teufel, der von Deutſchland heißt 

uWeinſchlauch und Saufaus. 

10176. Der Teufel iſt unfres Herrgotts Affe. 

10177. Der Teufel hat mehr denn zwölf Apoftel. 

10178. Der Zeufel mags wohl -Teiden, daß Ehriſtus über vie 
Zunge gebt, wenn Gr. barunter: Liegt. 

10179. Du muſt bean :Zeufel bie Herberg ‚auflündigen, wenn 
Gott bei bir. einfehren Toll, 

40180. Was. ber Zeufel gefügt Kat, ſcheidet Gott ‚nicht. 

10181. Er will Gott und Teufel in Ein GSlas bannen. 


10182. Dem Zeufel wehrt.man mit dem Kreuz, den Leuten- mit 
Fäuften. | 
Dtſche. Volksb. dr. Bd. 31 


482 
10183. 


10184. 
10185. 


10186. 
10187. 
10188. 


10189. 
10190. 
10191. 
10192, 
10198. 
10194. 


10195. 


10196. 


10197. 


10198. 


10199. 
. 10200. 


Teufel. 


Bo der Teufel das Kreuz voranträgt, da gehe nicht 
nach. 

Der flieht das Licht wie der Teufel das Kreuz. 

Er ift darauf erpicht wie der Teufel auf eine arme 
Seele. 

Wie kommt der Teufel an eine arme. Eeele? 

Der Teufel holt keine finnige Sau. 

Der Teufel nimmt keine finnige Bau, denn was nichts 
werth ift, wirb ihm ohne bas wohl, 

Der Zeufel holt keinen Zahltag. 

Der Teufel Hofiert immer auf den gröften Haufen. 

Der Teufel gießt gern, wos ſchon naß ifl. 

Der Zeufel wirft gern ein Gleiches. 

Der Zeufel ift alt. 

Wenn man rüdwärts geht, trägt man bem Teufel Waßer 
in die Küche. _ 

Der Teufel will kein Lehrbub und Yin Küchenjung im 
Klofter fein. 

Der Zeufel will Alles werben, nur kein Lehrjung. 

Der Teufel fchlägt feine Mutter, daß fie Del giebt. 

Der Teufel bleicht feine Großmutter. 

Er ift dem Zeufel aus der Bleiche gelaufen. 

Der Teufel hält ben Schwanz barüber, 


102008. Man muß bem Zeufel auf den Schwanz treten, 


10201. 
10202. 
10203. 


Der Teufel hat fein Hütlein drüber. 

Des Teufels Maß ift immer zu kurz ober zu lang. 

Der Zeufel ftelle fi wie er will, immer ragen ihm bie 
Süße hervor. 


10204. Jeder hat feinen eigenen Zeufel. 


10205. 


Einer ift des Andern Zeufel. 


Teufel. 483 


10206. Thu Recht und ſchene den Zeufel nicht. 
10207. Wenn ber Teufel Trank wird, will er ein Mönch. werben. 
10208. Der Teufel ift arm, hat weder Leib noch Seele. 
-10208*. Des Teufels Mehl Wird zu Gruͤſch. 

10209. Was man zu Ehren erfpart, führt der Teufel oft dahin. 


10210. Was man lang erfpart hat, führt ber Teufel auf Eins 
mal hin. 


10211. Wenn der Teufel das Pferd sort, Holt er auch den Zaum 
dazu. 

102112. Daft den Teufel gefreßen, ſo friß bie Hörtier auch 

10212. Er nimmts überhaupt, wie der Teufel die Bauern, 

10213. Das ift, als wenn der Trufel einen BRktafungen Friegt. 

10214. Der Teufel hat fein Spiel. 

10215. Der Teufel hat gewonnen Spiel, 

10215°. Was zum Teufel will, das laͤßt fidy nicht aufhalten. 

10218. Zeufel muß man mit Teufeln austreiben. 

102817. Ihr kommt noch früh genug — in bes Zeufels Küche. 

102172. Wie der Teufel ift, fo tractiert er feine Bäfte, 


102176. Wenn man hinter ſich gebt, frägt man dem Zeufel Was 
Ber in die Küche. 


102170. Wenn man zu Nacht in den Spiegel ſchaut, fo fi ieht der 
Teufel mit hinein. 


10218. Er ſoll Vergebung feiner Sünden finden, wenn ber Zeus 
fel fie erlangt. 

10219. Der Zeufel mag Herrgott fein, rief ber Bauer, ber 
Chriſtum fpielte, und warf bad Kreuz hinweg. 


10220. Schreibe dem Zeufel auf ein Dorn: guter Enge! und 
Mandye glaubens. 


10221. Was der Teufel thut, ba-. drüct er allıweg fein Infiegel 
mit dem A— barauf. 


31* Zu 


484 


10222. 


Teufel — That. 
Der Teufel säptıinflsgit wien böfen: fen bi hunter Ach. 


GLOW Der Teufeb ⸗hat ihv sein Vnar rothe Schuh nähe dao ech 


10223. 


1boutn. 
Bo ber Tenfah- ac iniman rum, ih esıfeinen 
‚Boten (sin,alt Weib). hin. 


| „AB223. Wenn-ber.Zenfel zwiſchen zwei. alten, Weibern fügt, iſts 


4024. 
10226. 


purer Hochmuth. 
Er weiß, wo der. Teuftl fein Neſt hat. 
Den Teufel find wir los, die Böfen find, -gebjieben. 


10226... Es wäre. gut Kepfel nach ihm malen. . . 

10227: Ne varklagſt; den Senßel beifeinen Makter, 
ART UF Eher Zeufel holt Die Haut! 

102275. Was hilfts, wenn ihn; ber Jeufel halt, und. ich mupnhad 


Zuhrlohn bezahlen? 


10228. Rur weiter im Lert! 


10229. 


10230. 
10231. 


10232. 


10233. 


10234; 


Thaler ‚Mappen, 

Worte. lappen. 

Mo. der Thaler gefhlagen iſt, gilt er am ‚Meiften. 

Es ift ein guter Thaler, mit dem man viel Thaler er- 
wirbt. . 

Wenn mit dem Thaler geläutet wird, gehen afle Thüren 

auf. 

Nach der That 

Kommt der Rath 

Allzuſpat. 

Vor der That 

Halte Rath. 


102335 Rach der That 


Weiß auch der Gimpel Bath, 


10958. Huͤt bich:: vorder: That, 


Der Lügen wird ſchon Ruth. 


That — She: - 48. 


10237. Böfe That ’ 
Hat Teinen Rath. 

10238. Halbe⸗That 
Iſt Shorenrath. 

10239. That 
Bringt Rath. 

10240. Die That tödtet den Dann. 

10241. Zeven Heidet feine That, 


10242. Ueble Thaten mehr verkehren 
Als die beften Worte lehren... 


10243. Die Ihat wird es weifen. 
10244, Wie bie That, fo der Lohn. 
10245. Mitthaten, 

Mitrathen. 


10246. Wenn es thaut, fo. kommt an Tag 
Bas unterm Schnee verborgen lag. 


10247. Der Aeltere theilt, der Juͤngern kieſt. 

10248. Gleich Theil macht keinen Krieg. 

10249. ungleich Theil macht ſchele Augen. 

10250. Biele Theile, ſchmale Broden. 

102508. Biel Theile, ſchmal Cigen. 

10251. Man muß beide Theile hören eh, man urtheilt. 
10252. Theuer geſchaͤtzt iſt nicht verkauft. 


10253. Theuer getauft 
Iſt nicht verkauft. 


10254. Was man theuer verkaufen will; muß man theuer fchägen. - 
10255. heuer in den Sad, theuer wieder. hinaus, 
10256, Theuer verkaufen ift keine Sünde, wohl aber. falfch meßen. 


mon. Theuer einbanfen, wenns wohlfekt und mohlfeil, verlaufen 
wenns theuer iſt, macht mit Ehren: neich: 





488- 


10258. 
10259. 
10260. 


Theuer — Thor 
Was theuer, das lieb. 
Thier-Schinder, Leute⸗Schinder. 
Thiere find auch unferes Herrgotts Koſtgaͤnger. 


102608. Alle Thierlein leben gerne. 


10261. 
10262. 


10263. 


10264. 


10268. 
10266. 


10267. 


10268. 
10269. 
10270. 


102371. 
10272. 
10273. 
10974. 
10275. 
10276 
10277. 


10278. 
19879. 


Fremdes Thier bedeutet fremde Gaͤſte. 

Thomas, zweifelſt du noch? n 

So leg deinen Finger in mein Loch. 

Ein ungläubiger Thomas! 

Thor, 

Laß dir machen ein Ohr. 

Thorheit ift die ſchwerſte Krankheit, 
Wer einen Thoren fendet, dem kommt ein Narr wieder. 
Shorheit wohnt bei den Reichen. 

Ein weifer Mann warb nie genannt, 

An dem fi keine Thorheit fand. 

Thorheit zu gelegner Zeit 

Iſt die gröfte Weisheit. 


Suchſt du einen Thoren, 

So fang dich felbft bei den Ohren. 

Anderer Thorheit bemerkt man eher als eigene. 

Anderer Thorheit fei deine Weisheit. 

Kurze Thorheit die befte. 

Kurze Thorheit und kleine Hafen find die beften. 

Man findet fo leicht einen alten Thoren als einen jungen. 


. Der Thor beßert fein Leben wie der Krebs feinen ang, 


Shorheit und Stolz 

Wachſen auf einem Holz. 

Thorheit fhmedt wohl, ift aber ſchwer zu verbauen. 

Wenn das Schiff bricht, fo weiß ein Thor, bag nicht 
vecht gefahren if. 


10280. 


Thraänen — Thun. SE. 
Thraͤnen find des Reidenden Balfam. 


1081. Hitzige Thränen troduen bald. 


10282. 


10983. 
10284. 


10285. 


102397. 


10298. 


Thränen bringen Niemand aus bem ‚Grabe zurück. 
Thu ichs nicht, fo thuts ein Anderer. 

Thu ein Ding, daß ed gethan beißt, 

Thu gemady, 
Willſt du haben Bemad) or 
Thu gemach und lady, | 
& gewinnft alle Sach. 


. Thu gemach, ſieh hinter Wem du ſitzeſt. 
.Thu recht und eile, 


Doch rath mit Weile. 


. Thu ihm recht ober laß ed ungethan. 
. Thu dad Deine, 


Gott thut das Seine. 


. Thu wohl, ſieh nicht Wem, 


Das iſt Gott angenehm. 


. Wer thut was er Tann, thut fo viel als ber Papft gu 


Rom. 


. Shu, was du thuſt. 
. Richts thun ehrt übel thun. 
. Wie du thufl, 


Alſo gewinnft ein Bluſt. 


. Wer Vieles zugleich thut, 


Wacht nicht Alles gleich gut. 
Wer gern zu thun Hat, dem giebt Gott zu Tchaffen. 
Bas Einer thun darf, dürfen Andere fagen. 


10299. VBorgetban und nachbedacht 


10300. 


‚Hat Manchen in groß Leid gebracht. 


Was du nicht willft daß bir gefchicht, 
Das thu auch einem Anbern nicht., 


18 uam — Die 


10801. Was bu ſelbſt nicht thun wurden, begeher icht von Anbei. 
103012. Es thu mit Willen Jedermann | 
Was er am' Atlerbeften kann. 
10302. Wer thut was: ev kann und wi thut oft waß'er nicht 
ſoll. 
10303. Was du thun; muſt, bad thue gern. 
10304. Was man nicht gern thut, ſoll man. querſtthun⸗ 
10305. Was du thun willſt, das thue balb⸗ 
10306. Wer gut thut, der ſolls gußfinden 
10307. Wer mirs thut, dem' thu ichs Witcher)" ſpruch: die Frun; 
als fie ihres Mannes Hemden flickte. 
10308. 's thut nichts hat ſchon Manchen imst@enh' gebett. 
10309. Da haft du denen: Es thut dir nichts: 
10310. Jeder fege vor feiner Zhüre, | 
10311. Fege vor deiner Thür, fo brauchſt du Beſen genug. 
10312. Wenn Jedes vor feiner Thuͤre fegt, ſo wird es uͤbetall 
ſauber. 
16313. Er kehrt vor fremder Thuͤr und hält ſeine eigne nicht ren. 
10314. Vor der Thür iſt draußen. 
10315. Zwifchen Thür und Wand. 
Lege Niemand feine Hand. 
10316. Wer die Finger zwifchen Thür und Anger ſterkt, der klemmt 
ſich gern. 
10316°. Wenn Bott den Angel rührt, fü wird die Uedberthür ex: 
fchüttet. 
10317. Man fucht'Keinen Hinter‘ der Zi, tan habe derm ſerbſt 
dahinter geſteckt. 
10318. Mach Dich nicht zu hoch, bie Shur iſt nlebeet 
10319. Einer giebt denr Andern die Thür in die’ Hanf 
10320. Bor Thüren und Thoren 
Gehn Kinder verloren. 


are — u. 8 


10321. Offene Thüre verfühnt-einen Heiligen, 
10371... rebtk von Herra Tillmams Kappe. 
102216. Er tft wie Herr Zilimann mit: einen Kiffen durch beide 
A— baden geſchoßen. 
10322. Durch Ziefen zu führen maß bee: Knecht voran. 
10323. Er malt Schwarz und" Weiß aus Einem Tlegel. 
108252. Man muß ſich nicht tiefer hinein laßen ats mi Grund‘ 
bat. 

10324. Bei Tiſch und im Witte ſoll man nicht bloͤde fetm. 
10324°. Wer bei Tiſch was vermag, 

Karin au WEERR den · gangen Dası- 
10325 Bei: Tiſch TO man koinet Haders gedenkin⸗ 
10326. Bei Tiſch ſoll Freude den Vorſitz führen: 
10327. Das Tiſchrecht Heißt: Nimm für gut | 

Ste man Die‘ tut. 
10928. Du ſollſt die Füße nicht unter eines Andern Tiſch ftellen. 
10329. Wer bei Tiſch fingt, bekommt ein naͤrriſch Weib, 
10330. Du darſſt nur fagen: Zifchchen deck dich! 
10331. Wer lange tifchelt, der wird alt. 
10332. Wehrt man nicht, fo wachſen die Tannen in: die Zifchlade, 
10333. Wer nicht pafst auf ben Zifch, muß eßen was übrig bleibe. 
10334. Zitel Toftet Tein Geld⸗ 
10335. Was hilft der Titel 

Ohne Mittel? 
10335*. Was hilft der Zitel 

Ohne den Kittel? 
10336. Zitel ohne Mittel find wie ein Haus ohne Dad 
10337. Vom Zitel Tann man nichts herunternagen.- 


10338. Beßer Mittel 
Als Titel, 


499 Titsloe — Te). . 


10339. Er ift zufrisben titulo pro. vitalo. 
10340. Wer die Tochter haben -will, halt es mit ber Mutter. - 


10341. Mit der Mutter fol beginnen 
Ber bie Tochter will gewinnen. 


10342. Willſt Du gern die Tochter han, 
Sieh vorher die Mutter an. 


10343. Die Tochter geht vor der Mutter, aber ber Sogn folgt 
hinter dem Pater. 


103438. Die Töchter find. wie fahrende Habe. 
10344. Die Tochter frißt die Mutter, 
10345. Töchter find leicht zu erziehen, aber ſwer zu verheiraten. 


10346. Reicher Leute Töchter und armer Leute Kälber kommen 
bald an Mann. 


10347. Man darf ihn heut um keine Tochter bitten, 
10348. Er will mit Einer Tochter zwei Eidame berathen. 


10349. Der Tod 
Iſt das Ende aller Not.  " 


10350, Arm ift, wer den Tod wünfcht, aber ärmer wer ihn farchtet. 


10351. Der Tod 
Iſt des Lebens Botenbrot. 


10352. Der Tod hebt Alles auf. 
10353. Der Tod ſcheidet allen Krieg. 
10354. Der Tod macht mit Allem Feierabend. 
10355. Tod ift Todes Ausgang. 
10356. Der Zod macht alles gleich, 
Er frißt Arm und Neid. 
10357. Der Zod zahlt alle Schulden. 
10357..Ra dem Tod gilt bad Geld nicht mehr. 
10358. Der Tod ift ein gleicher Richter. 
10359, Zod macht uns im Grabe gleich, in der Ewigkeit ungleich. 


10360. 


10361. 
10362. 


TJed — Zodten. 404 
Des Einen Tod, 
Des Andern Brot. 
Gedachtniſs des Todes fündigt nicht. 
Niemand Tann dem Tod entlaufen. 


103622. Dem Tod ift Niemand zu flarf. 


10363. 
10364. 


Was geboren ift, ift vom Tod geworben. 
Für den Tod ift ein Kraut gewachſen. 


103648. Wider des Todeskraft 


10365. 


10366. 
10367. 
10368. 
10369. 
10370. 
10371. 
10372. 


10373. 


10374. 
10375, 
10376. 
10377. 


10378. 
18379. 
10380. 
10381. 


Hilft kein Kräuterfaft. 

Der Tod 

AR unvermeidliche Noch. 

Den Tod frißt ein Jeder am erſten Brei, 

Des Todes Pfad iſt ſtaͤts geebnet. 

Es weiß Niemand, wie ihm fein Tod beſchert if. 
Der Tod kommt ungeladen. 

Der Tod will eine Urfache (einen Anfang) haben. 
Der Tod hat keinen Kalender. 


Der Zod kommt als ein Dieb 
Und fcheidet Leid und Lieb. 


Es ift ein gut Ding um ben Lob, 

Er hilft uns ja aus aller Roth. 

Es ift ein bitter Kraut um den Tod. 

Man fol Keinen vor feinem Tode glüdlich preifen. 

Zum Zodesfchlaf ift Keiner müde. | 

Wenn ich todt bin, gilt mir ein Rübenfchnis fo viel als 
ein Ducat, 


Bas todt ift beißt nicht mehr. 
Die Todten find verfchwiegen. 
Ber tobt ift kommt nicht wieder. 
Laßt die Todten vuhen. 


408 Tod Bonnası 


10382. Der Tod und bie Kirche geben nichts zurkd) 
10383. Laß bie Todten unbeftichelt. 

10384. Von Zodten Toll man nichts Uebtes reden: 
10384*, Mit den Todten Tantı'nlan- niche gütnen. 


10385. Zod und Ehrabfehneiben 
Muß ein Faber: leiden.. 


10386. Du Tannft nad: buns Mode nich beßeri ſein als bu. im 
Leben geworden bift. 


10387. Man lobt im Zode manden: Diamey. 
Der Lob im Leben nie gewann. 


10388. Die rechten Todten muß man wid: bewr@räbern fuchen. 
10389. Der ift lange tobt/ der vorm’ Jahre Star: 
10390. Iſt ex tobt, 

So i6t er nimmer Brot. 


10391. Todter Mann macht keinen Krieg. 
10392. BWenn er todt iſt, ſch— ihm der Qunb- auf& Grab. 
10393. Beßer todt denn friedlos. 
10394. Beßer todt gefreßen als tobt gefochten. 
10395. Der Zodte erbt den Lebendigen. 
10396. Nach dem todbten Mund nmuß der Erbe wider den Klaͤ⸗ 
ger bemeifen. 
10397. Dem Einen töbtlid, dem Andern Täglich: 
10397*. Auf einen gottlobigen Tod kommt' gern ein trauriger. 
10398. Er ift gut nad) dem Tode zu fihidfen. 
10399. Toll ift glüdhaftig. 
10400. Zolltühn ergreift das Glück. 
10401. Wer fingt im alten Aon 
Bekommt nur alten Sohn, 
10462. Leere Tonnen geben großen. Mlang.. 


1} 


10403. 


10404. 
10405. 
10406. 
10407. D 
10408. 
10409. 
10410. 


10411. 


10412. 


10413. 
10414. 
10415. 
10416. 
10417. 
10418. 


10419 


30421. 


10422. 
10423. 
10424. 
10425. 


ef — Traun. 083 


Kein Toͤpfchen fo ſchief, es fiabet ‚Ach ein Detelchen 
drauf. 


Auf ſchiefen Topf ein ſchieſer Dedel. 

Auf einen ſolchen Topf gehoͤrt eine foiche Stuͤrze. 

Der Topf lacht überden Keßel. 
Der Topf verwriſt ed dem Eeßel, daß er iſchwarz iſt. 

Kleine Toͤpfe haben auch’ Öhren. 

Kleine Töpfe kochen leicht über. 

Beßer ſtolz am’ irdnen Topfe als bemüthig < am goldnen 
Tiſch. 

Den Narren am Kopf, 

Am Klange den Topf. 

Es wagt Feiner einen Heller an einen Topf, er klopft erft 
an, ob er Elingt. 

Im Heinften Toͤpfchen iſt oft“ die beſte Salbe, 

Wenn ein Topfauf den andern ftößt, fo: brechen beite. 

Ein Zopf hat den andern zerbrochen. 

Man fiehts am Scherben noch, was der Topf gewefen. 

In allen Landen findet man zerbrochene Töpfe. 

Beßer in deinen Topf 

Als in des Nachbars Kropf. 


.Es ift noch nidht in’ dem Topfe worin es kochen ſoll. 
0420. 1 Ach Bott, meine aume. Dreizehn, ſagte der Töpfer, und 


fiel mit zwoͤlf Töpfen vom Boden. 
Torgauer Wier 
Iſtder Armen Malvaſier. 
Trag auf und; zettle.,nicht. 
Traͤgheit geht langſam voran, Armut Holt fie bald ein. 
Zrau, Schau Wem. 
Zu viel Zrauen ift unbequem. 


494 rauen — Zrauern. 


10426, Traue, aber nicht zuviel. 
10427. Trau Niemand, du habeft denn ein Scheffel Salz mit 
ihm gegeßen. 
. 10428. Ginem trauen ift genug, 
Keinem trauen ift nicht Elug. 
10428... Wer nicht traut, bem if nicht zu frauen. 
10429. Trau keinem Wetter im April, 
und keinem Schwörer bei dem Spiel. 
10430. Zraue nicht lachenden Wirthen und weinenden Bettlern. 
10431. Aus Trauen wird leicht Zrauerh. 
10432. Wer leicht traut wirb leicht betrogen. 
10433. Zrau nit 
Iſt Betrugs quitt. 
10434. Trau nicht iſt gut vor Betrug. 
10435. Trau wohl ritt das Pferd hinweg. 
10436. Trau wohl ſtahl bie Kuh aus dem Stall. 


10437. Sich für did, 
Zrauen ift mifslich. 


10438. Eine Traube röthet die andre. 

10439. Die füßeften Zrauben hängen am hödhften. 

104398. Die Trauben find fauer, fagte der Fuchs. 

10440. Die fchwarzen Trauben find fo füß ald bie weißen. 

10441. ind die Trauben geteltert, fo adıtet man nicht der 
Zreftern. 

10442. Wo Trauer im Haus ift, ba fleht Trübſal vor der Thür. 

10443. Langes Zrauern, kurzes Eeben; kurz Zrauern, lang leben. 

10444. Für Zrauern hilft Fein Saitenſpiel. 

10445. Traurigkeit heckt alle Nacht neuen Barm aus, 


10446. Zrauern 
Kann nicht lange bauern. 


Zräume — Zreffen. 495 


10447. Zräume find Gäume (Wahrnehmungen). 

10448. Träume find Fäume. 

10449. Träume find Schäume. 

10450. Die Träume find heute noch fo wahr ald vor hundert. 
Jahren. 


10451. Traum iſt heute noch ſo wahr 
Als er war vor hundert Jahr. 
10452. Ein Traum iſt ein Dreck, 
Wer dran glaubt iſt ein Geck. 
10453. Wenn alle Träume wahr wären, bliebe keine Nonne 
fromm. 


104530. Womit Einer des Tags umgeht, davon träumt ihm des 
Ratchs. | 

10454. Ein Zraum ift ein Trug, aber was man ind Bette macht, 
das findet man wieder. 

10455. Wie mans treibt, fo gehts. 

10456. Treibs, fo gehts. 

10457. Zreib was du kannſt, das ift ein gut Ding! 

10458. Was man treibt, 

Das bleibt. 

10459. Nur ftät! es treibt uns ja Niemand. 

- 10460. Treff ift. Trumpf. 

10461. Mancher triffts wie die Buhler, bie ziglen ind Weiße 
und treffen ins Schwarze. 

10462. Mancher fchießt ins Blaue und trifft ins Schwarze. 

10463. Wer getroffen wird, der regt fi. 

10464. Wer ſich getroffen fühlt, der meldet ſich. 

10465. Das war getroffen, fagte der Jung, da fhmiß er feiner 
Mutter ein Aug aus dem Kopf. 

10466. Alle Leute Tonnten nicht treffen, aber mein Sohn ſchoß 
dicht vorbei. 


ARE NHpe — Maeb 


10467. Wenn man die: Faeppe ſcheugrt, fängt man mei. oben an. 
10468. Zreue wird um Treu erfauf 
10469. Treue ift ein felten Wildhrat. 
10470. Treue iſt ein. ſeltner Gaſt, 
Halt ihn feſt, wenn du ihn def 
10471. Treu ift: Bein, 
Hoffart gemein, 
Wahrheit gefangen, 
Gerechtigkeit vergangen. 
10472. .Da.die Treue warb geboren,. . 
Da kroch fie in ein Jaͤgerhorn; 
Der Zäger blies, fie in ben Wind, 
Daher man feine Treu mehr findt. 
10473, Es ift weder Treue noch Glauben. ‚auf. Erben. 
10474. Treue Dand 
Geht durchs ganze Land. 
10475. Wo Treue Wurzel ſchlägt, macht Bott. einen Baum 
daraus. 


10476. Treu und Glauben ift beßer als banres Gelb. . 
10477. Zreue Tann man nie genug vergelten, Untreue nie genug 

| beftrafen. 

10478. Wer im Kleinen nicht treu iſt, dar iıdaard weniger 
. im Großen. 

10479. Treue hat Brot, 
Untreue leidet Noth. 

10480. Zreu und frank 
Gott und Menſchen zu Dank. 

10481. Durch den Trichter gießt der Wirth in ſein Faß was er 

will. 

10482. Trieb 

Macht lieb. 


Trinfen. 49% 


10483. Zrint und iß, 
Gottes nicht vergiß.-.. 
10484. Trink und iß, 
Der Armen nicht vergiß. 
10485. Trink Wein, befchert dir Gott Wein, i 
10485.. Wer gern trinkt, dem befchert Gott genug; iſts nicht 
Wein, fo ift es Waßer, 
10486. Zemehr Einer trinkt, je mehr ihn dürftet. 


10487. Man fagt mohl von vielem Trinken, aber nicht von gro: 
Bem Durft. 


10487°. Was Einer braut, bad muß man doch trinken koͤnnen. 
10488. Wer trinkt ohne Durſt, ißt ohne Hunger, 

Stirbt deſto junger. 
10489. Es trinken Tauſend ſich den Tod 

Eh Einer ſtirbt von Durſtes Noth. 


10490. Wer nicht trinken kann, der ſoll ins Bad gehen; wer 
nicht beten, aufs Meer; wer nicht ſchlafen, in die 
Predigt. 


10491. Wo Trinken eine Ehr iſt, da iſt Speien keine Schande. 
10492. Je ftärker getrunken, je ſchwaͤcher geworben. 
10493. Zrinfen 

Daß bie Bungen hinken. 
10494. Wollen wir gar austrinken, ſo werden wir zu Narren. 
10495. Trink nicht in die Suppe. 
10496. Dreimal uͤber Tiſch getrunken iſt das Allergeſundeſte. 


10497. Wer mit will trinken 
Muß mit klinken. 


10498. Sachs, Baier, Schwab und Frank, 
Sie lieben alle den Trank. 
10499. Wenn der Trank kommt, iſt die Red aus. 
Dtſche. Volksb. Sr. Bd. 32 


498: Trank — Zrunten. 


10500. Da wir tranten unfern Trank, 
Da wir fangen unfern Gang, 
Da wir trugen unfer Gewand, 
Da flund es wohl in unferm Land. 


10501. Ein Trunk auf einen Salat 
Schadet dem Doctor einen Ducat; 
Ein Zrunt auf ein Ei 
Schadet ihm zwei. 
10502. Auf a Tuͤnkli 
Gehoͤrt a Zrünkti. 
10503. Ein guter Zrunt oo. 
Macht Alle jung. ‘ 
10504. Trunk 2 
Gilt für Sprung. 
10505. Ein Trunk forbert den andern. 
10506. Beim Trunk lernt man feine Leute Tennen. 


105807. Beim Trunk und im Sorn 
" Erkennt man ben Thor n. 


105078. 3ft der Trunk im Manne, . 
So ift der Verfiand in der Kanne. 


10508. Beim Trunk werden Heiraten gemacht. 

10509. Was beim Trunke geſchwatzt wird, ſoll man nuͤchtern 
vergeßen. 

10510. Trunken geſchwatzt, nuͤchtern vergeßen. 

10511. Trunken geſündigt, nüchtern gebüßt. 

10512. Trunken geftohlen, nüchtern gehängt. 

10513. Zruntene Freude, nücdhternes Leib. 

10514. Ztunten Zug, nüchtern närriſch. 

10515. Wer trunken wird iſt ſchuldig, nicht ber Wein. 


10515... Irunkner Mund 
Verräth bes Herzens Grund, 


Zrunten — Trübfal. 499: 
106 166. Das Zrünklein macht Schwagen. | 
10516. Dem trunfnen Dann fol ein Fuder Heu ausweichen. 


10517. Den Armen machet reich der Wein, 
Drum follt er allzeit trunten fein. 


10518. Trunkenbold 
Hat Schimpf zum Selb. 
10519. Zruntenheit Sünde, Schaden, Schande. 
10520. Der Trunk ift geldeswerth. | 
10521. Nach großer Zrodnifs kommt großer Regen. 
105218. Ein trodnes Jahr giebt zwei naßen zu eßen. | 
10522. Trocknes Brod mit Zreuden iſt befer ald Gebratenes 
u mit Kummer. 
10523. Er will überall mit im Troge legen. 
10524. Die Trommel gellt weil fie leer iſt. 
10525. Zur Trommel muß man pfeifen. 
10526. Mit der Trommel gewonnen, mit der Flöte verfpielt. 
10527. Wer einen Tropf ausfchickt, dem kommt ein Narr wieder. 
10528. Stäter Tropfen böhlt den Stein, 
10528°. Wer den legten Tropfen ſchnappen wit, dem fällt der 
Dedel auf den Schnabel, | 
10529. Wenn es aud nur tröpfelt, fo mat es doc naß wo 
es hinfällt. 
10530. &o lang es tropft, verfiegt es nicht. 
10531. Wo es immer tröpfelt, wird ed nimmer trocken. 
10532. Die Weiber nehmen Drefcher für Zröfter. 
10533. Im Zrüben ift gut fifchen. 
10534. Es ift fein Wäßerchen fo Far, es trübt fi) doch einmal, 
10535. Zrübfalimadt gläubig. 
10536. Zrübfal, lehrt aufs Wort merken, 
32 * 


Truͤthun — Tadend. 


. Er machts wie ber Truthahn in Dresdbn⸗ ſpricht er: niqe 


fo denkt er deſto mehr: 


. Nein und ganz 


Giebt dem ſchlechteſten Tuche Gianz. 


. Wie mans fpinnt, fo tucht es ſich. 
. Es iſt gut den Schnitt an fremdem Tuch lernen. 
. Ze mehr Züde, 


Se beßer Glüde. 


. Züdifche Feinde find die böfeften. 

. Tugend ift der befte Adel. 

. Zugend ift der befte Schmud, 

. Ber von der Tugend weicht, det weicht von feinem 


Gluͤcke. 


. Zugend iſt ein Ehrenkleid, drum ſpart es Jidermann. 
. Zugend macht edel, aber Abel macht nicht Tugend. 

. Zugend hat eine tiefe Wurzel. 

. Zugend 


Hat ewige Jugend. 


. Zugend altert nie. 

. Zugend ift auch ohne Gläd Tugenb. 
. Zugend wädft in eitel Unglüd. 

. Zugend kommt nicht um, 


. Zugend leidt oft Noth, 


Aber nicht den Tod: 


. Zugend wirb 'gebrüdt, 


Aber nicht erftidt.. 


. Verdunkelte Tugend feheint heller. 

. Zugend‘ tenmt fich felber nicht. 

- Zugend überwindet Gewalt. 

. Zugend und Gewuͤrz werben, jemehr geftoßen, je ſtaͤrker 


‘ 


Tugend — Uebel. 501 


10560. Der Tugend Lob flirbt nimmermebr, 
10561. Alled vergeht, | 
Zugend befteht., - ’ 
10562. Tugend und Del ſchwimmen immer über Waßer. 
10563. Zugend ftößt Teinen von ſich. 
10564. Zugend und Jugend find felten beifammen. 
10565. Zugend macht und erhält Freundfchaft. 
10565. Wer Tugend hat ift wohlgeboren. 
10566. Die Leute geben ber Tugend die Hände, aber nit das 
Herz . 
10567. Tugend und gute Bitten erben. nicht. 
10568. Die langfamen Zurniere. werben gern gut. 
10569. Zyrannen 
Machen weit wannen. 
10570. Der Tyrann muß einen Pfaffen haben und der Pfaff 
einen Tyrannen. 
10571. Unter den wilden Thieren iſt der Tyrann/ unter den 
zahmen der Schmeichler das ‚gefährlichfte. 
10572. Zyrannen: Gewalt 
Wird nicht alt. 


u. 


10573. Uebel gewonnen, übel verloren, 
105%4. Nebel gewonnen, ‚Abel verfehlungen, 


10575. Uebel gewonnen, 
Uebel zerronnen. 


10576. Uebel gewonnen 
Kommt felten an die Sonnen; 


10576°. Man muß nicht Uebel ärger machen. 





502 Uebel — Ueberlaben. 


10577. Nichts iſt übel oder gut, 

Wenn mans nicht fo nennen thut. 
10578. Uebel gefprocdhen ift wohl appelliert. 
10579. Wenn man Einem übel will, | 

Findt man der Art leicht einen Stiel, 
10580. Bergiß des Hebels, fo bift du genefen. 
10581. Dem Uebel foll man entgegen gehn und ftehn. 
10582. Wer das Uebel flieht, den: verfolgt es, 
10583. Wers Uebel nicht firaft, lädt es zu Hauſe. 
10584. Von zweien Uebeln fol man bas Hleinfte wählen. 
10585. Uebelleb kauft dem Wohlleb fein Haus ab. 
10586. Hüte dich) vor Uebelthaten, : | 

Feld und Wald kann dich verrathen. 
10587. Der Uebelthäter Tod ift des Frommen Gnade. 
10588. Thu übel und wähne nicht Beßeres. 
10589. Niemand nimmt ſich felbft was vorübel. 
10590. Uebereilen | 

Bringt Verweilen. 

10591. Webereilen thut niemals gut. 


10592. Weberfluß 
Bringt Weberdruß, 


10593, Weberfluß 
Macht Verdruß. 


10593». Veberführen ohn Ertraͤnken. 
10594. Es iſt nur ein Hebergang, ſprach der Fuchs, ale man ihm 
den Balg über die Ohren 309. 


10595. Uebergeben, 
Rimmer leben, 


10596. Es übergiebt ſich Niemand leicht. 
10597. Weberladener Wagen bricht Leicht. 


10598. 
10599. 


10600. 


10601. 
10602. 
10603. 


10604. 


10605. 
10606. 
10607. 
10608. 
10609. 
10610. 
10611. 
10612. 
10613. 


‚10614. 
10614». 


10615. 
10616. 


10617. 


10618. 
10619. 
10620. 


Uebermach — Umkehren. 863 


uebermach es nicht. 

Uebermuth 

Thut felten gut. 

Kein Uebermuth 

Entläuft der Ruth. 

Uebernommen ift nicht gewonnen. 

Mer den Andern überfleht, der hat. das beſte Ziel. 
Die hoch ſtehen 

Muͤßen viel überſehen. 


Wer nicht uͤberſehen und überhören kann, ber kann auch 
nicht regieren. 


Man überredet Einen, daß er tanzt, wo er weinen moͤchte. 

Ueberweibe dich nicht. 

Wer überwinden will, lerne vertragen. 

Mebriger Wein macht Durft. 

Mebrige Ehr ift halb Schande. 

Wo recht viel zum Beten ift, ba bleibt nicht viel übrig. 

Uebung macht den Meifter. 

Uebung ift ber befte Schulmeifter. 

Uebung bringt Kunft. 

Ufer halten das Waßer. 

Gebt ihm, er iſt von Ulm. 

Womit man umgeht, das hängt Einem an. 

Womit man bei Zage umgeht, davon träumt man bes 
Nachts. 


Sage mir mit Wem du umgehſt, ſo ſage ich bir, wer 
du biſt. 


Suter Umgang verbeßert fchlechte Sitten. 
Beßer umkehren als irregehn. 
Ohne Umkehren iſt kein Rechtlaufen. 


BR 


10621. 
10622. 


Umkehren — Ungarn. 


Umgelehrt wird ein Schuh daraus. 
Umfonft ift der Tod; aber er koſtet das Leben. 


10622». umfonft ift der Tod, aber er koſtet Leute, 


10623. 
10624. 


10625. 


10626. 
10627. 


10628. 
10629. 


Es ift Alles gut genug, was man umfonft giebt. 

Du wirft noch was von Umftoßen koſten, wenn bu ſtehend 
ſtirbſt. 

Dreimal umgezogen iſt einmal abgebrannt. 

Unausgemachte Sachen ſoll man Riemand verweiſen. 

Unbedacht 

Hat Manches ſchon ans Licht gebracht. 

Unbekannt, unverlangt. 

Unbekannte Kaͤlber lecken auch einander. 


10629. uUnbill ſtößt auf die Thür. 
106296. Unbill thut wehe. 


10630. 
10631. 
10632. 


10633. 
10634. 


10635. 
10636. 
10637. 
10638. 


10639. 
10640. 


Undank iſt der Welt Lohn. 
Man diene wie man wolle, ſo iſt Undank der Lohn. 


Undank 
Macht Wohlthun krank. 


Undank haut ber Wohlthat ben Bapfen ab, 


Undant 
Iſt ein gemeiner Stant, 


Undank fchabet auch dem Unſchuldigen. 
Ein Undankbarer fchadet zehen Armen. 
undank berechtigt nicht zu Undienftfertigteit. 


Wenn man einem Undantbaren trunten macht, ſpeit erꝰs 
Einem in den Buſen. 


Es iſt Alles verloren, was man dem uUndankbaren thut. 
Wo uneinigkeit ſich ſtraußt, da wird das Haus zu enge. 


106408. Ungarn iſt der Kirchhof der Deutſchen. 


[ VE En BE 


Ungefähr — Ungefehen. 505 


10640». Bon Ungefähr, wie die Prebigermönde nad Dießenhafen 
auf die Kilbe kommen. 


10641. Unfall macht weit umſehen. 

10642. Unfall will ſeinen Willen haben. 

10643. Wer ungeheißen zur Arbeit geht, geht ungedankt davon. 
10644. ungeheißen Vornehmen hat kein gut Aufnehmen. 

10645. Ungeduld hilft dem Kreuz nicht ab. 

10646. Ungeduld verſchuͤttet alle Tugend. 

10647. Ungefreit, unverworren. 

106472. Man verſchlaͤft viel Ungemad. 

10647b. Jedes Dach hat fein Ungemach. 


- 106470. Wer das Ungemad; ‚fürchtet, muß daheim bleiben. 


10648. Ungemeßen 
‚Wird aud) gegeßen. 
10649. Je ungelehrter, je hoffärtiger. 
10650. Zwei Schelme will ungerecht But: 
Einen, ders gewinnt und Einen, ders verthut. 
106512. Ungerecht Gut muß zwei Schelme haben: einer muß es 
hinein, der andern muß es hinaus ſchelmen. 
10652. Ein ungerechter Heller frißt einen Thaler. 
10653. Ungeſchaffenes Angeſicht, ungeſchaffene Sitten. 
10654. Ungeſchaffene Weiber hüten das Haus wohl. 
10655. Ungeſchehen mag noch geſchehen. 
10656. Der Ungeſchickte hat bald Feierabend. 
106568. Der Ungeſchickte gehört heiten dran. 
10657. Ungeſchickt ift zu kurz zu allen Dingen, und wenn er auf 
einer Leiter ſtünde. 
10658. Ungeſchliffen ſchneidet nicht. 
10659. Ungefehen macht oft ein Anſehen. 


‚806 


10660. 


10662. 
10663. 
10664. 
10665. 


10666. 


10667. 
10668. 
.. 10669. 


10670. 
10671. 


10672. 
10673. 
10674, 
10675. 


Ungeftüm — Unglück. 


Ungeſtüm will durchdringen 

Und follt es der Nonn ein Kind bringen. 

Ungewohnte Arbeit wird uns ſauer. 

Es müßen allewege zwei Ungleiche zuſammen kommen. 
Zwei Ungleiche machen Ein Grades. 


Ungleich 
Weicht dem Streich. 


Ungluͤck, Holz und Haar 

Wachſen immerdar. 

Ungluͤck trifft nur die Armen. 

Unglüd macht Unglauben. 

Dem Ungläd Tann man nicht entlaufen. 

Es kommt fein Ungläd allein. 

Es ift nicht genug, daß das Haus voll Unglüd iſt, es 
ſteht auch noch ein Wagen voll vor ber Thür. 

Ein Unglüd tritt dem andern auf die Ferfen. 

Unglüd gewinnt bald einen breiten Fuß. 

Unglüd hat breite Küße. 

Kein Unglüd fo groß, es ift ein Gluͤck dabei. 


106752. Kein Unglüd fo groß, 


10676. 
10677. 
10678. 
10679. 
10680. 
10681. 
10682. 


Es hat ein Glück im Schooß. 

Das Unglüd kommt bei Haufen. 

Wer Tann für Unglüd, wenns Haus voll ifl! 

Ein Unglüd, kein Unglüd. 

Wild Unglüd, fo fällt eine Katze vom Stuhl. 

Wer Unglüd haben fol, bricht den Finger im Hirfebrei. 
Wer Unglüd hat, kann einen Finger — — zerbrechen. 


Wenn ein Unglüd fein ſoll, fo kannſt bu auf ben Rüden 
fallen und bie Naf abbrechen, 


10683. 


10684. 
10685. 
10686. 


10686». 


10687. 
10688. 


10689. 
10690. 
10691. 
10692. 
10693. 
10694. 


‚106948, 


10695. 
10696. 
10697. 
10698. 
10699. 
10700. 
10701. 
10702. 


Unglück. 607 


Wer Unglück haben ſoll, ſtolpert im Graſe, 
Fällt auf den Rüden und bricht die Raſe. 


Unglück kommt ungerufen. 


Nach Unglück braucht Keiner viel zu gehen. 

Man darf dem Unglüd keine Boten fenden. 

Wer nad Ungtüd ringt,; dem begegnet es. 

Laß dir kein Ungläd über die Knie gehen. 

Wenn Ungläd dem Reichen bi8 an die Knie geht, fo 
geht es dem Armen bid an den Hals. 

Ungtüd figt nicht immer vor armer Leute Thuͤr. 

Unglüd figt nicht immer vor Einer Thür, 

Ein übler Troſt, im Unglüd nicht allein zu fein. 

Beim Unglüd ift feiern das Befte. 

Das Unglüd muß man überböfen. 

Wer Unglüd gekofter hat, weiß wies einem Andern fchmedt. 

Werd Unglüd nicht verſucht hat, iſt des Glücks nicht 
werth. 

Wer Unglück fät, will Unglück ernten. 

Selbftgefchaffnes Unglüd laſtet ſchwer. 

Alles Unglück ift gut, wenn man Brot dabei hat. 

Gleiches Unglück macht Freunbfchaft. 

Gemeinfam Unglüd rüftet wohl. 


‚Unglüd ift leichter zu tragen als Wohlthat. 


Unglüd hat ein ſcharf Gehör. 
Einem ungewafchenen Maul iſt Ungluͤck zum Ziel geſteckt. 


10702. Unglück beßert die Menſchen. 


10703. 
10704. 


Wider Unglüuͤck Hilft keine Kunſt. 
Wenns Unglüd vorüber iſt, denkt man mit Luft daran. 


10704. Mann kommt zum Ungläd allzeit früh genug. 


808 Ungut — Umath. 


—X 


10705. Nichts für ungut. 
10706. Lieber unhöflich als üͤberläſtig. 


10707. Wer nichts hinauf (auf die Univenfität) bringt, bringt 
nichts herunter. 

10708. Untraut ‚vergeht nicht. 

10708=. unkeuſchheit läßt fi) aus den Augen fehen. 

10709. Unkraut wähft in Jedermanns Garten. 

10710. Unkraut läßt vom Garten nicht. 

10711. Unkraut waͤchſt ungefät. 

10712. Unkraut wächft auch ungewartet. 

10713. Unkraut wächſt beßer ald ber Weizen, 

10714. unkraut verdirbt nicht, ed kaͤm eher ein Platzregen drauf. 

10715. Unkunde macht Unfreundfchaft. 

10716. Unmaß währt nicht dreißig Iahr. 

10717. Unmaß fteht nicht lange. 

10718. Unmäßigkeit ift der Aerzte Säugamme - 

10719. Unmäßigkeit macht arm, träg und Tran, 

10720. Unmögliche Dinge verbieten ſich felber. 

10721. Daß eine Müde follt huften wie ein. Pferd, das ift un⸗ 
möglich. 

107218. Er ift unmäßiger als 's Käterli Künzli, bie faß neun 
Zahr in einer Badſtube gu Haus und hatte nie Zeit 
fi zu waſchen. 

10722. Laß bir keinen Unmuth übers Knie (zum Herzen) geben. 

10723. Sich felber unnüg ift Keinem nütz. 

10724. Wiuft du nichts Unnützes kaufen, 

Muft nit auf den Jahrmaxrkt laufen. 

10725. Unnüg ift ſchaͤdlich. 


30726. Unrath 
Frist Sad und Saat. 


% 


10727. 
10728. 


10729. 
10730. 
10731. 


10732. 


10733. 
10734. 
10735. 


10736, 
10737. 
10738. 
10739. 

10740. 

10741. 
10742. 
10743. 
10744. 


10745. 


10746. 


10747. 


10748. 
10749, 


umath — unſchuld. —X 


unrath nimmt Sack und Samen. 


Unrecht und Klage 
Mehrt ſich alle Tage. 


Unrecht Urtheft teifft den Richter. 

Hundert Jahre unrecht iſt noch keine Stunve Recht. 
Was einmal uUnrecht geweſen iſt 

Bleibt Unrecht zu aller Friſt. 

Beßer klein Unrecht gelitten 

Als vor Gericht geſtritten. 


Auch die Unrecht thun, haßen das unrecht. 
Unrecht himmelt nicht. 


unrecht gewonnen 
Kommt ſelten an die Sonnen. 


Unrecht iſt auch Recht. 

unrecht Gut gedeiht nicht. 

unrecht But faſelt nicht. 

Unrecht Gut reichet nicht. 

Unrecht Gut kommt nicht auf den dritten Geben. 

unrecht Gut ift ein Funken im Kieiderkaften. 

Was unrecht if, nimmt Weberhang. 

Wer altes Unrecht duldet, Lädt neues ins Haus. 

Beßer Unrecht leiden als Unrecht thun. 

Mer das Recht nicht will leiden, darf über Unrecht nicht 
Hagen. 

Denk nimmer dyan i 

Wer dir Unrecht hat gethan. 

Wer dich einmal betrügt, thut die Unrecht; wer zweimal, 
thut dir eben Recht. 

Unfauber macht fett. 

Unfchuld verloren, Alles verloren, 


10750. 
10751. 
10752. 
107583. 
10754. 
10755. 
10756. 
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10764. 


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10766. 
10767. 
10768. 
10769. 


10770. 


10771. 
10772. 


Unſchuld — Untreue. 


Unſchuld ift die flärkfte Baftei. 

Der Unſchuldige muß viel leiden. 

Der Unſchuldige muß das Gelag bezahlen. 

Die Unfchuld muß allemal den Hund heben. 

Der Unfchuldige muß oft mit dem Schuldigen herhalten. 

Der Untergang hat keinen Grund. 

Wenig Unternehmen giebt viel Frieden. 

Auf dem der unterliegt fol man nicht fiden. ° 

Es ift ein großer Unterfchied zwifchen dem König David 
und einem Hutmachergeſellen. 

Es ift ein großer Unterfchied zwiſchen Venedig und Sem⸗ 
pad: Venedig liegt im Waßer und Sempach im Koth. 

Genau Unterfuhen kommt von armen Leuten. 

Wenn bie Unterthanen bellen, foll der Fürft die Ohren 
fpigen. 

Was die Unterthanen beſchwert, thut den Herrn nicht 
weh. 

Wenn bie Unterthanen verderben, 

Kann die Herrfchaft nichts von ihnen erben. 


Untertban und Obrigkeit 
Fehlen öfter beiderfeit. 


Wer unterwegs if, muß fort. 

Untreue ſchlaͤgt ihren eignen Herrn. 

Untreue gebt hin, kommt abtr nicht herwiber, 
Sieh did vor, Untreue geht bir zur Geite. 

Vor Untreue mag fih Niemand bewahren. 
Untreu und böfes Geld 

Findet man in aller Welt. 

Untreu macht bie Herren weis. 
Der Untreue iſt gegen alle Menſchen mifstrauifch. 











10773. 
10774. 
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19788. 
10789. 
10790. 
10791. 
10792, 


10793. 


Untreu — Urban, 511 


Untreu wird gern mit Untreu bezahlt. 
Frau Untreu ift Königin bei Hofe. 
Untreu raͤche mit Bergeßen. 


Unverdroßen 
Hat es oft genoßen. 


Unverhofft 
Kommt oft. 


Unverfchämt 1äßt nicht gut, nährt aber gut. 
Unverfehen 

Iſt bald gefchehen. 

Unverfucht, unerfahren. 

Es taugt nichts unverfudht. 

Unverſucht ſchmeckt nicht. 

Was ſchmeckt unverſucht? ſprach der Abt zur Jungfrau. 
Unverworren iſt das Beſte. 

Unverworren iſt gut haspeln. 

Unverworren giebt gut Garn. 

Unverzagt 

Hat ofts gewagt. 

Unwißenheit iſt kühn. 

Je unwißender je kecker. 

Geheime Unzucht, offene Schande. 

Der Unzufriedene hat oft zuviel, aber nie genug. 


Auf St. Urben 
Iſt das Korn weder gerathen noch verdurben. 


St. Urban iſt auch ein Weinheld. 


512% 


10794. 
10795. 
10796. 


10797. 
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10799. 
10800, 


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108088. 
10809. 


10810. 
10811. 


Bater — Vateruhfer. 


8; . 


Den Vater kennt man an dem. Kind, 
Den Herrn an feinem Hausgefind. 


Wie der Ader fo die Ruben, 
Wie der Bater fo die Buben. 


Was Vater und Mutter nicht ziehen Tann, das zirhe ber 
Henker. 


Wer dem Vater nicht folgen will, der folge dem Kalbsfell. 

Wer feinem Vater nicht gehordyen wil, muß feinem Stief- 
vater gehorchen. 

Der Bater fieht nicht wohl, die Mutter brüdt ein Zuge zu. 


Ein Bater ernährt eher sehn Kinder als zehn Kinder 
einen Vater. 


Wenns der Vater fieht, thuts der Sohn nicht. 
Stiehlt mein Vater, fo hängt ein Dieb. 

Er will feinen Vater lehren Kinder machen. 
Kein Vater kann feinen Sohn fcheiten. 


Wo man Vater und Mutter fpricht, da hört man die 
freundlichften Namen. 


Der Vater muß dem Kinde den Namen geben. 
Was der Vater erfpart, verthut ber Sohn. 


Mein Bater hat mich nicht gelehrt aus einem leeren Glaſe 
trinten. 


Das will idy thun, es iſt des Vaters Wille. 


Vaterſegen baut den Kindern Häufer, Mutterfluch reißt 
. fie nieder. 


Wo mir es wohlgeht, da ift mein Baterland. 


Der Gläubigen Baterunfer und heiße Thränen find wohl 
zu fürchten. 


Baterunfer — Viel. 513 


10812. Baterunfer ift der Armen Zinsgut. 
10813. Es ift ihm fo geläufig wie das Vaterunfer, 
10814. Wer fol ben Vater loben als ein ungerathner Sohn? 


10815, Frau Venus und Geld 
Regieren die Welt, 


10816. Es gilt gleich Vater oder Pater, ſprach die Frau bei Nadıt. 
108168. Benedig liegt im Waßer und Sempach im Koth. 


10817. Ohne Wein und Brot 
Leidet Venus Roth. 


10818. Verachte keinen Andern nicht, 

Du weift nicht was noch dir gefhicht. 
10819. Verachte keinen Feind 

Wie ſchlecht er immer fcheint. | 
10820. Verachtung bes Reihthums ber hochſte Reichthum. 
10821. Verachtete Gefahr 

Kommt vor dem Jahr. 
10822. Beränder eh ‚nich? deinen "Stand 

Bis du Beßres haft zur Hand, 


10823. Was man verbeut 
Das thun die Leut. 


10824. Was man’ einem verbeut, das liebt ihm erſt. 


10825. Verbotene Waßer find oft beßer ald Wein. 

10826. Verbotene Waßer ift Malvafier. 

10827. In verbotenen Zeichen fiſcht man gern. 

10828. Verborgener Schat liegt ficher. 

10829. Wer das Maul verbrannt hat, bläft die Suppe. 

10830. Der VBerdädtige und der Schuldige find einander gleich. 
10830°. Wenn einer verberben fol, fo muß Alles dazu helfen. 


10831. Viel verdirbt, 
Des Niemand wirbt. 
Dtſche Volksb. Sr Bd. 33 


514 


10832. 
10833. 
10834. 


10835. 


10836. 


10837, 
10838. 


10839, 
10840. 


10841. 


10842. 


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10844. 


10845. 
10846. 
10847. 
10848. 


10849. 
10850. 
10851. 


10852. 


Verdienen — Vergeßenheit. 


Es ift nicht fo teicht verdient ald verthan. 

Dem Berbienfte feine Krone. 

Wer feine Verbienfte in Kleidern Hat, dem freßen fie bie 
Motten. 

Wenn dein Verdienſt bei Weiſen gilt, 

Sei ruhig, wenn der Thor dich ſchilt. 

Der Herren Güter ſind nicht denen, die ſie verdienen, 
ſondern denen man ſie gönnt. 

Verdingt bringt nicht Eilwerk aber Weilwerk. 

Mancher verdirbt 

Eh er ſtirbt. 

Beßer ber erſte Verdruß als der letzte. 

Ohne Verdruß 

Iſt kein Genuß. 

Kleiner Verdruß 

Bringt oft großen Genuß. 

Verdroßen 

Hält Alles für Poſſen. 

Man muß feinen Verdruß nidyt merken laßen. 

Wer Alles will verfechten 

Hat allezeit zu rechten. 

Gott, Eltern und Lehrern Tann man nie vergelten. 

Vergeben ift nicht vergeßen. 

Ich will dirs vergeben — aber nicht vergeßen. 

Ich will dird vergeßen, aber Iodeli, denk du daran, fagt 
ber Schwabe. 

Vergeßen ift für Schaden gut. 

Vergiß des Uebels, fo bift bu genefen. 

Zum Verlieren ift nichts beßer als Vergeßen. 

Vergeßenheit 

Hilft für das Leid. 


Verqeßlichkeit — Verluſt. 615 


10853. Vergeplichleit und Faulheit find Geſchwiſterkinder. 
10854. Ein magerer Vergleich iſt beßer als ein fetter Procefe. 


10855. Vergleichen und Vertragen 
Frommt mehr ald Zank und Klagen. 


10856. Iſt deine Sache gut, fo fhreite zum Vergleiche, 
Iſt fie fchlimm, fo fei befonnen. und weiche 

10857. Bergnügt fein geht über reich fein, 

10358. Verheißen macht Schuld, 

10858*. Verheißen macht Schuld und Halten macht ledig. 

10859. Verheißen geht nicht ohne Schaden ab, 

10860. Berheißen bindet den Narren. _ 

10861. Verheiß ihms und giebs einem Andern. 


10862. Iſt man verirrt 
Wird man verwirrt, 


10863. Alles was verkehrt ift, das treib ich, 
Und wo man mich nicht gerne fieht, da bleib ich. 


10864. Wir wollens unterbefjen verfühlen laßen. 

10865. Nichts ift fo fchlecht als ein fchlechter Verlag. 

10866. Wer ſich auf Andere verläßt, der ift verlaßen. 

10867. Mit Verlaub kann man dem Bauern das Pferb aus dem 
Stall ftehlen. 


10868. Met Verlöf 
RE — — de Buuren de Höf. 


10869. Wer dem Verleumbder nicht in die Rebe fällt, beſtellt ihn. 

10870. Der Verleumder fchaber fich, dem BBeleibigten und dem 
Zuhoͤrer. 

10871. Der Verleumder hat den Teufel auf der Zunge und wer 
ihm zuhoͤrt, den Teufel in den Ohren. 

10872. Verletzen iſt leicht, heilen ſchwer. 


10873. Verluſt iſt gut widers Lachen. 
33* 


516 


10874. 
10875. 


10876. 
10877. 


Verlachen — Verſchmttzen. 


Was man verlacht, beßert ſich nicht. 

Verliebte Koͤchin verſalzt die Speiſen. 

Wer nicht verlieren will, der ſpiele nicht. 

Nichts iſt verloren als was man nicht mehr findet. 


108772. Nach verlornen Dingen 


10878. 
10879. 


10880. 


10881. 
10882. 
10883. 
10884. 
10885. 
10886. 
10887. 
10888. 
10889. 
10890. 
10891. 
10892. 


10893. 


10894. 
10895. 


10896. 


10897, 


Sol man zu fehr nicht ringen. _ 

Es ift verloren wie eine Judenſeele. 

Heimlich Verlöbnifs ftiftet keine Ehe, 

Leb mit Vernunft, 

So kommſt nicht in der Armen Zunft. 

Bernünfteln bannt Bernunft. 

Verraths Bann fih Niemand erwehren. 

Der Verraͤther ſchlaͤft nicht. 

Vom Verräther frißt kein Rabe. 

Verrath ift angenehm, Verräther verhaßt. 

Verrechnet ift nicht betrogen. 

Man hat ficy eher verrebt als verfchwiegen. 

Man hat fi fo leicht verredt als verthan. 

Man muß nichts verreden ald das Nasabbeißen. 

Zehn Verfagen find beßer als Ein Lügen. 

Beer freundlich verfagen als unmwillig gewähren. 

Verfage Niemand was bu felbft begehren dürfteft. 

Verfag verjährt nicht. 

Was er verfchentt, ift gut für bie Augen. 

Verfhloßner Mund und offene Augen haben Niemand 
was gefchabet. 

Ein verfhmähter Freund, ein hungriger Bund 

Gehn traurig fchlafen zu mancher Stund. 


Verſchmitzt wie eine Fuhrmannspeitſche. 


10898. 
10899. 


10900. 
10901. 
10902. 


10903. 
10904. 


10905. 
10906. 
10907. 
10908. 


10909. 


10910. 
10911. 
10912. 
10913. 


10914. 
10915. 


10916. 
10917. 
10918. 
10949. 


Berfhoben — Verſprechen. 517 


Berfchoben 

Iſt nicht aufgehoben. 

Wenn der Verſchwender nicht eigene Güter hat, fo nimmt 
er was er findet. 


Berfchwiegenheit bringt ihren Lohn. 

Ber will mag feinen Schaden verſchweigen. 

Berfehen 

Sft bald gefchehen. 

Verſehen ift auch verfpielt. 

Er verfah fi) wie Vetter Lorenz, der wollt ein Pfund 
Tabak kaufen und ſtahl eins. 

Das verfengt mir den Weiher nicht. 

Verfengte Kagen leben lange. 

Man verfpielt auch mit guten Karten. 


Was verfehrt, 
Das lehrt. 


Verfprechen und Halten 
Biemt wohl Jungen und Alten. 


Verfprechen ift Eins und Halten ein Anderes. 
Berfprechen will ein Halten haben. 
Wer nichts verfpricht, braucht nichts zu halten. 


Verfprechen 
Muß man nidht brechen. 


Verſprechen macht Schulden. 

Verſprechen iſt ehrlich, 

Halten beſchwerlich. 

Verſprechen iſt herriſch, halten baͤuriſch. 

Verſprechen füllt den Magen nicht. 

Nichts wiegt leichter als ein Verſprechen. 

Er verſpricht goldene Berge und iſt keinen Heller werth. 





518 Verſtand — Vertraulichkeit. 


10920. Verftand und Nachgedanken kommt nicht. vor den Jahren. 
10921. Verftand ift nicht immer daheim, 


10922. Verfiand muß man mitbringen, man Tauft ihn nicht auf 
dem Markte. 


10923. Viel Verftand hat wenig Glüd. 


10924. Wo ein Verſtand ift, der birgt ſich nicht, er * bricht 
heraus, 


10925. Grober Verftand 
Iſt eine Felfenwand. 


10926. Plumper Verſtand hält feft. 
10927. Verſtand und Schönheit find felten beifammen. 
10928. Wer ficy nicht verftellen Tann, taugt nicht sum Regieren. 


10929. Verſuchs und häng die Angel ein; 
| Was giltd, ed werden Fifche dein. 


10930. Verthun ift leichter ald Gewinnen. 
10931. Es ift leichter ein Dorf verthun als eine Hütte erwerben. 
10932. Biel verthun und wenig erwerben | 
Iſt der Weg zum Verderben. 
10933. Vertrag bricht allen Streit. 
10934. Vertragenen Hader foll man nicht wieder anregen. 
10935. Vertraue, doch nicht zuviel. 
109358. Wer Dirnen vertraut feinen Rath, 
Den Sänfen feine Saat, 
Den Böden feinen Garten, 
Der darf des Glüks nicht warten. 
10936. Mit Iebermann dich freundlich halt, 
Vertrau doch nicht, bie Lieb ift Ealt. 
10937. Jedem vertrauen ift thöricht, Keinem, tyranniſch. 
10938. Vertrauen wedt Vertrauen. 
10939. Vertraulichkeit war in der Arche Noas. 


10940. 


10941. 
10942. 
10943. 


10944. 


10945. 


10946. 


10947. 


10948. 


10949. 
10950. 


10951. 


10952. 
10953. 


10954. 
10955. 


10956. 
10957. 
10958. 


10959. 
10960. 
10961. 


10962. 


} 


Verwahren — Vieh. 519 


Beher verwahrt als beklagt. 

Etwas Verwandtſchaft macht gute Freundſchaft. 
Verzagt hält übel Haus. 

Verzagt Herz freit nimmer ein ſchoͤn Weib. 

Verzehr nicht über Gewinnen, 

Es wird dir fonft zerrinnen. 

Es ift bald verzehrt, was man langfam erworben hat. 


Mer mehr verzehrt ald er gewinnt, der muß nachher mit 
den Mäufen eßen. 


Wer mehr will verzehren 

Als fein Pflug mag erähren, 

Der mag fi nicht erwehren, 

Ihn muß Bettel oder Stegreif nähren; 


Es läßt fi) wohl ein Kaiferögut verzehren. 

Verzeih dir nichts. und Andern viel. 

Eine Viertelſtunde Verzug bringt oft jahrelangen Auf⸗ 
ſchub. 

Unnöthiger Verzug bringt keinen Vortheil. 

Verzweifle nicht, mein frommer Chriſt. 

Das währt von der Vesper bis die Hühner auffliegen! 

Aufgewichſt, der Herr Vetter kommt! 

Stecke dich nicht zwiſchen Vettern und Freunde, ſonſt 
klemmſt du dich. 

Eiſern Vieh ſtirbt nicht. 

Kein Vieh verbuͤßt Gewette. 

Klein Vieh macht auch Miſt. 

Gleich Vieh leckt ſich gern. 

Vieh und Meſchen muß man nicht zuſammen rechnen. 

Das Vieh iſt wie der Stall. 

Giebſt du deinem Vieh, ſo giebt es dir wieder. 


520 


10963. 


109638. 
10964. 


10964«. 


10965. 
10966. 


10967. 
10968. 


10969. 
10970. 
109708. 


10971. 
10972. 
10973. 


10974. 
10975. 
10976. 


10977. 
10978. 


10979. 


Biel — Vogel. 


Viele können Einem helfen. 

Viel und gut ift nicht beifammen. 

Viele können mehr denn Einer. 

Es giebt'viel Händes was die eine nicht kann, macht die an⸗ 
dere. 

Dem Vielen fehlt das Biel. 


Drei Viel und drei Wenig find Thadlidh: 
Biel reden und wenig wißen, 

Viel verthun und wenig haben, 

Viel. ſich dünken und wenig benfen, 


Wo viel ift, da will auch viel hin. 

Vieler Zugriff 

Hält ein Schiff. 

Mit Vielem geubet man, mit Wenigem fpart man. 
Ein Vielfraß wird nicht geboren, fondern erzogen. 
Was man zu Abend um Vieri thut, 


Kommt Eim zu Naht. um Nüni gut. 


Die vierte Frau bringt die Schüppe. 

Das find alte Violen, bie riechen nicht mehr. - 

Nach Der Violine läßt fi) gut tanzen, fagte ber Bauer, 
da kriegt’ er einen Schinken. 

Vinzenzen Sonnenfchein 

Füllt die Fäßer mit Wein. 

Virtus in medio, fagte ber Teufel, da’ gieng er zwiſchen 
zwei Duren. 

Vit 

Bringt die Fliegen mit. 

um Viti kommen die Fliegen ſelbneun. 

Saͤſt du die Gerſte nach St. Vit, 

Biſt du ſie ſammt dem Sacke quit. 

Friß Vogel oder ſtirb. 


10980, 


Bogel. 521 


Den Vogel kennt man am Gefang, 
Den Hafen an dem Klang, 
Den Efel an den Ohren 


Und am Gefang ben Thoren. 


10981. 


10982. 
10983. 
10984. 
109848. 
10985. 
10986. 
10987. 
10988. 
10989. 
10989. 
10990. 


10991. 


10992. 


10993. 
10994. 


10995. 


10996. 
10997. 
10998. 
10999. 


Beßer Ein Vogel in der Hand 
As zehn am Strand. 


Beer ein Vogel im Ned als zehn in der Weite, 

Ein Vogel in der Schüßel ift beßer als zehn in der Luft. 
Man kennt den Vogel an den Federn. 

Man fiehts am Schwanz was e& für ein Vogel ift. 

Laß mir den Vogel und behalt du die Federn. _ 

Was nicht am Vogel ifl, das ift an den Federn. 

Die Vögel, die zu viel Federn haben, fliegen nicht body. 
Die Vögel gefellen ſich zu ihres Gleichen. 

Vögel von gleichen Federn fliegen gern beifammen. 
Einerlei Bögel boden auf einerlei Neft. 


Mit welchen Vögeln man fliegt, mit denen wird man 
gefangen. 


Wer Vögel fangen will, muß füß pfeifen und nicht mit 
Knitteln drein fchlagen. 

Mer Vögel fangen will, muß nicht mit Prügeln brein 
werfen. 

Klopf auf den Buſch fo fliegen die Vögel heraus. 

Man muß den Vögeln richten, wenn fie im Striche find. 

Man muß den Vogel erft im Käficht haben eh man ihn 
fingen lehrt. 

Die Vögel, bie zu früh fingen, holt am Abend die Katze. 

Böfer Vogel, böfes Ei. 

Böfer Vogel, böfer Sefang. 

Mancherlei Vögel, mandherlei Gang. 


. 


522 


11000. 
11001. 
11002. 
11003. 
11004. 
11005. 
11006. 
11007. 


11008. 
11009. 
11010. 
11011. 


11012. 
11013. 


11014. 
11014«. 
11015. 


11016. 


11017. 
11018. 
110188. 
11019. 


11020. 


Vogel — Vogler. 


Zeder Vogel fingt wie ihm der Schnabel gewachſen ift. 
Jeder Vogel fingt feinen Geſang. 

Kein Vogel fliegt fo hoch, er kommt wieder auf die Erbe, 
Jedem Vogel gefällt fein Ne. 

Seder Vogel hat fein Neſt lieb. 

Nach und nady macht der Vogel fein Neſt. 

Kleine Böglein, Heine Neſtlein. 


Alter Vogel, 
Steifer Kogel. 


Alte Vögel find ſchwer rupfen. 
Jung Vöglein, weich Schnäblein. 
Scharrenden Vogel brate fchnell, ſchwimmenden langfam. 


Scyarrenden Vogel brat mit Eile, 
Schwimmendem aber laß die Weile, 


Er hat gewiſs Vögel unterm Hut, daß er nicht grüßt. 
Gemalte Vögel find gut fchießen 

Aber nicht gut genießen. 

Laß die Vöglein forgen, die ſchwache Beinlein haben. 
Mas ben Vögeln gehört wird ben Fifchen nicht. 
Sie leben wie die Böglein im Danffamen. 

Beßer im Vogelgefang | 

Als im Eifengeftang. 

Beßer Vogelfangen ald ganz Stillefigen. 

Bogelfang gehört zum Wilbbann. 

Viel Eleine Vögel geben auch einen Braten. 

Wie es vogelt, fo legt es Eier. 


Vogler und Jäger 


Sind üble Landpfleger. 


11021. 


Jeder Vogler lobt feinen Kauz. 


Bogel — Boll. 523 


11022. Vogelfreier Wicht 

Bedarf des Galgens nicht. _ 
110228. Wo das Volk ift, da tft Nahrung. 
11023. Volkesſtimme, Gottesftimme, 
11024. Voll ift toll, 


11025. Vol Land, 
Zol Land, 


11026. Je voller, 
Se toller. 

11027. Voller Kropf, 
Zoller Kopf. 

11028. Bift du voll, fo leg dich nieder, 
Nach dem Schlafen faufe wieder: 
So vertreibt ein Schwein das ander, 
Spricht der König Aleranber, 

11029. Voll macht faul. 

11030, Voller Mann, fauler Dann. 

11031. Voller Bauch ftudiert nicht gern. 

11032. Der Volle redet fchwer. 

11033. Voller Mund | | 
Sagt des Herzens Grund. 

11034. Einem vollen Dann fol. ein Fuder Heu ausweichen. 

11035. Bei Vollen lernt man Saufen, 
Bei Krämern lernt man Faufen. 

11036.. Voll ift nichts, aber knatſchvoll. 

11037. Böllerei bringt Buhlerei, Buhlerei bringt Buberei. 

11038. Nicht voll und fatt, | | 
Das macht dich matt; | 
Doch auch nicht hungrig, 
Das macht dich lungrig. 

11039, Volle Fäßer Hingen nicht, 





524 


1104. 
11041. 
11041®. 
11042. 
11043. 


11044. 
11045. 
11046. 
11047. 
11048. 
11049. 
11050. 
11051. 


11052. 
11053. 


11054. 
11055. 


11056. 
11057. 


11058. 


11059. 


11059e, 


Boll — Vorrath. 


Voller Sack pfeift. 

Voller Gaul ſpringt. 

Wo eine Völle iſt, kann man ſchon haufen. 
Vorangehen macht Nachgeben. 


Vorbedacht 
Hat Rath gebracht. 


Die Vorderſten thun was die Hinterſten nicht vermögen. 
Kannft du nicht im Vorderzug fein, fo zieh im Troſs nad). 
Unfere Vorfahren waren auch feine Narren. 

Wohl vorgehen macht wohl folgen. 

Wer unrecht vorgeht ift ärger als wer ihm folgt. 

Guter Vorgänger macht gute Nadıtreter. . 

Vorgegeßen Brot macht langfam arbeiten. 


Vorgethban und nachbedacht 
Hat Mandyen in groß Leid gebracht. 


Vorher fhön zum Küffen, 

Nachher zum Anpiſſen. 

Vorher Beſcheid 

Giebt nachher keinen Streit. 

Vormund nimmt ſo viel, daß Nachmund darben muß. 

Der Vormund nimmt oft ſo viel, daß dem Nachmund 
nichts übrig bleibt. 

Es wird kein treuer Vormund gefunden. 

Wenn der Teufel einen Vormund hätte, käm er um die 
Hölle, 

Vorne fir 

Dinten nix. 


Vorrath 
Nimmer ſchadt. 


Laß dich mit wenigem Vorrath begnügen. 


11060. 
11061. 
11062. 
11063. 


11064. 
11065. 
11066. 
11067. 
11068. 
11069. 
11070. 
11071. 
11072. 


110728. 


11073. 
11074. 
11075. 
11076. 
11077. 
11078. 
11079. 
11080. 
11081. 
11082. 

11083. 


Vorrede — Vorwort. 5825 


Vorrede fpart Nachrede. 
So das Vorroſs irrt, verführt es die andern alleſammt. 
Der Weg zur Hölle iſt mit guten Vorſaͤtzen gepflaſtert. 


Vorſicht 
Schadet nicht. 


Vorſorge verhuͤtet Rachſorge. 

Beßer ein Vorſorger, denn ein Nachſorger. 

Alle Vortheile gelten. 

Alle Vortheile helfen, find fie noch fo Hein. 

Vortheil trifft zwei Fliegen auf einen Schlag. 

Bortheil hat bald Zeieraben. 

Vortheil geht vor Stärke, 

Vortheil fchlägt die Leute, 

Mer feinen Vortheil' nicht verfteht, ben will der König 
nicht im Lande wißen, 

Was helfen bie Vortheile wenn man fie nit braucht? 

Vortheil ift nicht allegeit Gewinn, 

Ein wenig Vortheils bringt den Dann aus den Kleidern, 

Kleiner Bortheil macht großen Schalk. 

Kein Vortheil ohne feinen Nachtheil, 

Mer nicht vorwärts geht, der kommt zurüd, 

Vorwärts wie ich, fagt der Krebs, 

Vorwitz macht Jungfern theuer, 

Vorwiztig ift nicht wißig. 

Vorwitzig macht fanlwisig.- 

Vorworten bricht allen Streit. 

Vorworte brechen Rachworte. 





526 B — Wage. 


W. 


11084. ® .madt mir Weh. 


11085. Drei W bringen Pein: 
Weiber, Würfel und ber Wein, 


11086. Drei W find große Räuber: 
Mein, Würfelfpiel und Weiber. 


11087. Wehe dem, der ſich vor dreien nicht hütet: Wolluſt, Wein 
und Würfel. 
11088. Böſe Waare muß man aufſchwatzen. 
11089. An boͤſer Waare iſt nichts zu gewinnen. 
11090. Schlechte Waare wird Jedem angetragen. 
11091. Angebotene Waare ſtinkt. 
110918. Wer die Waare ſchilt, hat Luft dazu. 
11092. An fauler Waar 
Iſt kein gut Haar. 
11093. Gute Waare lobt ſich ſelbſt. 
11094. Darnach Waare, darnach Geld. 
11095. Allzutheuer geboten macht die Waare unwerth. 


11096. Mit Wachen und mit Wagen 
Muß man das Glück erjagen. 


11096. Wachen und Beten 
Laͤßt die Frucht nicht zertreten, 
11097. Alte Wachteln find übel fangen. 


11098. So vielmal als die Wachtel Schlägt, fo viel gilt der Laib 
Brob. 


11099. Wenn ber Wächter nicht wacht, wacht der Dieb, 
11100. Nahe beim Feuer ſchmilzt das Wache. 


11101. Die Wage zeigt ob ſchwer ob leicht, aber nicht ob Gold 
ob Silber. 


Baden — Wahl. 527 


11102. Als man rief Waden, 
Verſtand er Spaben. 


11103. Wagen gewinnt, Wagen verliert. 


111030. Wer nicht wagt, 
Wer nicht winnt. 


11104. Wagemann, Winneman. 


11105. Wer nicht wagt, 
Der nicht nagt. 


11106. Wer nichts will wagen 
Bekommt nicht Pferd no Wagen. 


11106°. Wer nicht wagt, kommt nidyt nach Wehlau. 

11107. Wagen bat Glüd. 

11108. Erft wägs, bann wags. 

111088. Wagen ift beßer ald wägen. 

11109. Ich wage, 

Gott vermags. 

11109*. Wags und laß Gott walten. 

11110. Waghals bricht den Hals. 

11111. Wer nad) einem goldenen Wagen trachtet, befommt doch 
wohl eine Speiche davon. 

11112. Der Wagen muß gehn wie ihn bie Pferde führen. 

11113. Wenn der Wagen fällt, hat er fünf Räder, 

11114. Der leere Wagen muß dem vollen ausweichen, 

11115. Wenn der Wagen im Kothe ſteckt, werben viel Worte 
gemacht. 

11116. Es ift gut neben feinem Wagen geben. 

11117. Kannft bu nicht mit Wagen fahren, fo fahre mit einem 
Karren. 


11118. Wahl 
Macht Dual, 








Wahl — Wahrheit. 


. Wer die Wahl bat, hat die Qual. . 
. Wahn erheifcht viel, Nothdurft wenig. 

. Der Wahn allein ift reih und arm. 

. Wer wohl wähnt, dem ift wohl. 

.Wahnolf ift Trügolfs Bruder. 

. Sprid was wahr ift, 


Trink was Bar ift, 
SB was gar ifl. 


. Wahr, 


Bahr. . 


. Kommts nicht gleich, das Wahr, 


So kommt es übers Jahr, 


. Wahrheit ift der Zeit Tochter. 
. Ungeitige Wahrheit ift einer Lüge gleich. 
. Wenns nicht wahr wär, 


Käms nicht gedrudt ber. 


. Wahrheit leibt wohl noth, 


Dod nicht den Tod. 


. Wahrheit wird wohl gebrüdt aber nicht erftidt. 

. Zulegt ſiegt Wahrheit, Zugend und Muth. 

. Bum Begräbnifs der Wahrheit gehören viel Schaufeln, 
. Die Wahrheit will an den Tag. 

. Wahrheit kriecht in keine Maufelöcher. 

. Mit der Wahrheit kommt man am weiteften. 

. Die Wahrheit nimmt kein Blatt vor den Mund. 

. Wahrheit fagt ben Zert ohne Gloſſen. 

. Wahrmanns Haus fteht am längften. 

. Wer die Wahrheit geigt, dem fchlägt man ben didelbo 


gen um den Kopf. 


Schieb den Riegel vor, fo Einer ſtäts die Wahrheit geigt. 


m 0000000000 — — 
» 


11142. 
11143. 


11144. 
11145. 
11146. 
11147. 
11148, 
11149. 


11150. 
11151. 
11152. 


11153. 


11154. 
11155. 
11155 

11156. 


11157. 


11158, 


11159. 


11160. 


Wahrheit. 529 


Wahrheit findet keine Herberge. 

Wer will die Wahrheit Jagen, 

Muß ſchnell von dannen jagen. 

Wahrheit thut der Zunge weh. 

Mit der Wahrheit kommt man ind Gefchrei. 

Wahrheit muß ins Hundeloch. 

Die Wahrheit iſt der Welt leid. 

Willfahren macht Freunde, Wahrſagen Feinde. 

Wer die Wahrheit auf großer-Herren Tiſch bringen wid, 
muß viel füße Brühen daran machen. 

Wahrheit gebraudht man kaum an Feiertagen, heſchweige 
daß man ſollte Alltagshoſen daraus machen. 

Die Wahrheit hat ein ſchones Angeſicht, aber zerrißene 
Kleider. 

Die Wahrheit iſt ein Kleinob, darum will fie Wander 
nit alle Zage zur Schau tragen. 

Die Wahrheit wird mit Bäder behaͤngt, wie die Altäre 
in den Faſten. 

Mit der Wahrheit ſpielt man alle Tage den Karfreitag. 

Wahrheit giebt kurzen Veſcheid, Lüge macht viel Redens. 


„Die Wahrheit: hat nur Eine Farbe, die Lüge man cherlei. 


Wahrheit iſt ein ſelten Kraut, 
Noch ſeltner wer ſie wohl verdaut. 


Wahrheit iſt ein felten Wildhrät. 


Wahrheit: leidet keinen Schimpf, ſprach der Be als man 
ihn Mehldieb nannte. 

Mich dünkt, ich wähn, ich adıt, ich halt, 

Shut oft der Wahrheit groß Gewalt, 

Mancher befteht bei der Wahrheit wie Butter bei der 
Sonne. 


Dtſche. Volksb. Sr. Bo. 34 


830 Währömeann -- Wanne. 


11161. Gewährsmann haben Hilft. nicht. 
11162, Was lange währt, wird gut. 
11163. Wald hat Ohren, Feld Hat Augen. ’ 
11164. Der Wald hat keinen Baum, 
11165. Er fieht den Wald vor Baͤumen nit. 
11166. Dem reichen Walde wenig fſchadet, 
Daß fi) ein Mann mit Holz beladet. 
11167. Der kommt nimmer in ben Wald, ber jeben Strauch 
fürchtet. . 
11168. Wie man in ben Wald fchreit, fo ſchallt es wieder heraus. 
11169. Wallfahrer Tommen ſelten heiliger nad) ‚Bnufe. 
11170, Regen auf Walburgisnacht 
Hat ftäts ein gutes Jahr gebracht. 
11171. Hüte dich vor einem deutfchen Wälfdhen. 
11172. Vor rothen Wälfchen, weißen Franzoſen und ſchwarzen 
Deutſchen huͤte dich. 
11173. Einen Waͤlſchen zu hintergehen, 
Muß man Morgens früh aufſtehen. 
11174. Wish Blut 
Shut Beinem Deutfchen gut. . 
11174». Man kann durch eine Wand fehen, wenn eig Loch darin iſt. 
11175. Die Wände haben Ohren, 
11176. Einer Wand, bie fallen will, giebt Jebermann Stoͤße. 
11177. Was man nicht erlernt, Tann man erwandern. 
11178. Wenn ber Wanderer getrunten bat, wenbet er dem 
Brunnen ben Rüden zu. 


11179. Der befte Wanderer muß voran gehen. 


11180. Er ift ein gewanberter Gefell, einmal gu Markt, zwei⸗ 
mal zur Mühle und dreimal zu Bade gewefen. 


11181. Wanne ift fein Korb, 





11182. 
11183, 
11184. 
11185. 
11186. 
11187. 
11188. 
11189, 


111%. 


11191. 


11192. 
11193. 
11194. 


11195. 


11196. 


11197. 
11198. 
11199. 
118200. 


Wanzen — Wart. 631 


Wenn das nicht gut für Sie Wanzen iſt! 

Ale Wappen müßen Bold ober Sitder gaben. 
Er hat einen Lappen ald Wappen auf dem A— 
Warm ift dad Leben, Ealt der Tod. 

Er bläft warm und Takt aus Ginem Munde. 
Wer den Unseren warnt, bee iſt fein Freund. 


Gewarnter Mann -ift halb gerettet. | 


Wer ſich warnt, der wehrt fid. 

Es hat gemamt— den Augenbtie wirds Thlagen. 

Es heißt: Auf der hohen Wart, 

Da ißt man übel und liegt hart. 

Lang Warten ft nicht gefchentt. 

Marten veriert.' 

Warten erfreut, wie Eßig die Zähne und Rauch bie 
Augen. 

Die warten Tann, 

Kriegt auch einen Mann, ° 

Wart 


Ueber eine Weile kommt bein Part. 


Wer warten kann, hat viel gethan. 
Wer nicht warten kann, muß laufen. 
Darauf ift gut warten, aber übel faften. 


Mer bis an den jüngften Tag warten Tann, iſt leicht 
Herr der ganzen Welt. 


112008. Wer zu lange wartet, wird übel gewartet, 
112006. Wer wartet, den belangt, 
11200°. Was man gern hätte, mag man nicht erwarten. 


11201. 


Wart a Weil, barr a Weit, fi a Weil nieder, 
Und wenn du Weil gefeßen bift, fo fomm und fag mirs 
wieder, 


34* 





532 


11202. 
11203. 
11204. 
11205. 
11206. 
11207. 
11208. 


11209. 
11210. 


11211. 


11212. 
11213. 


11214. 
11214a. 


11215. 
11216. 


11217. 
11218. 


11219. 
11220. 
11221. 
11222. 


Barten — Waßer. 


Warts ab, fagt Tuckermann. 

Seder warte deö Seinen, und laufe nicht fort. 

Warte des Deinen.’ 

Barum? Darum, 

Kein Warum ohne cin Darum. 

um ber Warzen willen trage ich Handſchuhe. 

Beßer eine Warze auf dem Rüden als eine Sommers 
ſproße im Geſicht. 

Es iſt kein Was ohne Weil. 

Waſch du mich, ſo Waſch ich dich, ſo werden wir Beide 
hübſch. 

Viel in der Waſche, 

Wenig in der Taſche. 


Ich habe kein Hemd in dieſer Waſche. 
Viel Holz, gute Aſchen 

Hilft den faulen Wäſchern waſchen. 
Reine Wäſch und Höflichkeit 

Bieren Einen allezeit. 


Wenn die Frau eine Wafche hat, ſo hat der Mann eine 
feltfame rau und. ein böfes Hemd. 


Das Waßer hat Feine Balken. 

Das Waßer ift nicht gebälkt, fagt der Juͤd. 

Wer auf dem Wafßer fährt, hat den Wind nidht in ber 
Hand. 

Dem Waßer iſt nicht zu trauen, es reißt den Mühlgang 
weg. 

Wenn kein Waßer auf der Mühle iſt, fo tanzt der Eſel. 

Das ift Waßer auf meine Mühle, 

Er weiß woher das Waßer zur Mühle fließt. 

Waßer ift das flärkfte Getränk, es treibt Mühlen. 





Waßer. 533 


11223. Stillem Waßer und fohweigenden Leuten ift nicht zu trauen. 

11224. Stille Waßer find (gründen) tief. 

11225. Stille Waßer, tiefe Gründe, - 

112258. Stillg Waßer freßen auch Grund. 

11226. &8 ift kein Waßer fo tief, man findet ben Grund. 

11227. Alle Kleinen Waßer laufen in die großen. 

11228. Im großen Waßer fängt man große, im Meinen Waßer 
gute Fiſche. 

11229. In Kleinen Waßern fängt man auch gute Fifche. 

11230. Große Waßer, große Kriege. 

11231. Wo Waßer geweien ift, dba kommt Waßer wieder. 

11232. Wer dem Waßer wehren will, muß die Quellen ftopfen. 

11233. Das Waßer will über bie Körbe gehen. 


112384. Wenn dad Waßer über die Körbe geht, ſoll man das 
Schiff öfen. 

112342. Wenn ich guted Waßer habe, laß ich das Bier ſtehen und 
trinke Wein. 


112346. Das Waßer iſt am beſten an der Quelle. 

11235. Das Reunkircher Maͤdlein hat geſagt: kann ich das Waßer 
beim obern Brunnen holen, ſo geh ich nicht zum untern. 

11236. Stehende Waßer werben endlich faul und ſtinkend. 

11237. Kein Waͤßerchen fo klar, es trübt ſich einmal. 

112372. Et es ken Water fo klar, et fleimt fi 

11238. Das Waßer läuft den Berg nicht hinauf. 

11239. Bis dahin läuft noch viel Waßer den Rhein hinunter. 

11240. Das hieße Waßer in den Nhein tragen. 

11241. Ohne Waßer fchleift ſichs übel. 

11242. Wer des Waßers bedarf, ſucht es im Brunnen. 

11243. Es hilft kein Waßer wider die Waßerſucht. 


934 Waßer — Big . 


11244. Bei: Wafer und Brot 
Wird man nicht tobt, 


11245. Trink Waßer wie ein Ochs ums Bein ı wie ein abuis 
112452. Wenn Waßer Wein wäre, wer wüſte, wer Virth wäre? 
11246. Den Waßertrinker geht kein Sci an. 
11247. Es ift ein fhlimm Waßer, das bey Durft nicht Löfcht. 
11248. Waßerkrug 

Sft immer Hug 

(ipricht der Wein). 

112483. Mit Waßer und Brot 

Kommt man durch alle Roth. 
11249. Sut gewäßert ift halb gebleicht. 
11250. Wenn das Waßer über die Steine Täuft, wirb eö rein. 
11251. Man muß unreines Waßer nit eher weggießen bis man 

reines bat. 

11252. Sol ich erfaufen, fo muß es in ſanberm Waßer ſein. 
11253. In unſauberm Waßer mag man ſich nicht rein waſchen. 
11254. Wenn ſich das Waßer bläſert, regnet es bald. 
11254°. Waßer reich, Land arm. 
112545. Mit dem Weed Eann man bad Brot erfparen. 
11255. Der gerade Weg ift der befte. 
11256. Der gelindefte Weg ift ber beſte. 
11257. Der auf halben Weg umkehrt, irrt nur um bie Hälfte. 
"11258. Der auf übelm Weg ift, hat Noth davon zu kommen. 
11259. Was Hilft laufen wenn man nicht auf dem rechten Weg iſt? 
11260. Wer aus dem Weg ift, wär gern wieder drein. 
11261. Gut Weg um 

War nie Erumm, 


11262. Wer ben Weg ans Meer .nicht weiß, gehe nur bem Fluße 
nad). 








Weg . Biber. ü35 


11363. Auf dem Weg, ben Wiele gehn, wächt kein Gras. 
11264. Gemeinen Weg kann Niemand verbieten. 
11264. Alte Wege und alte Freunde fol man In Würden halten, 
. 41365. Alle Dinge ſtehen in einer Wesfcheibe, 
11266. Was man zu weit wegwirft, hätte man gerne, 
11207. Wo es Einem wehe thut, dahin greift man fi oft. 
11268. Was wehe thut, das lehrt. 
11269. Wer nicht fagen darf, daß ihm wehe ift, dem’ ift weh. 
11270. Was man Einem wehrt, 
Das ift ihm werth. 
11271. Wehrender Hand wird immer Rath. 
11272. Der ſich ehrt, | 
Der fich wehrt. 
11273. Biel Wehr, 
Biel Chr. 
11274. Wem zu wohl ift, der nehm ein Weib, 
11375. Guter Muth ift halber Leib: 
Hüte did und nimm Tein Weib. 
11276. Weib und Leinwand Tauft man nicht bei Lichte, 
11277. Es ift beßer Weiber begraben denn zur Kirche führen. 
11278. Es nimmt Keiner ein Weib er fet benn unfinnig. 
11279. Wer nichts zu zanken hat, der nehm ein Weib. 
11280. Dan ficht ed an der Nafe bald, 
Ob Weiber warm find oder kalt. 
11281. Es fol Keiner ein Weib nehmen, er könne denn brei 
ernähren. 
11282. Rimm das Weib, fo wirft bu fie 108. 
11283. Auf Weider und Gewinn 
Steht aller Welt der Sinn, 
11284, Weiber find anfangs Leicht, werben aber Immer ſchwerer. 


536 


11285. 
11286. 


11287, 
11288. 
11289. 


11290. 


11291. 
11292. 
11293. 
11294. 


11295. 
11296. 
$1297. 
11298. 
11299. 


11300. 


11301. 
11302. 
11303. 


11304. 
11305. 


11306. 


Weib. 


Junges Weib ift altem Mann das Poftpferb zum Grabe, 

Junges Weib bei altem Dann ift bei Tag Weib und 
bei Nacht Wittwe. 

Es nimmt Tein Weib einen alten Mann um Gotteöwillen. 

Weiber nehmen ift kein Pferbehandel, 

Nimm ein Weib um das was fie hat, einen Freund um 
das was er thut, und eine Waare um dad was fie gilt. 

Keiner nimmt ein Weib um Gotteswillen: Jeder hat 
gern Fleiſch mit guter Brühe. 

Häßlihe Weiber hüten das Haus wohl, 

Ein haͤßlich Weib ift eine gute Haushälterin. 

Ein haͤßliches Weib ift ein guter Zaun um den Garten. 


Es ift leichter wider den Satan ftreiten als wider ein 
ſchoͤnes Weib, 

Feuer brennt in der Nähe, ein jchönes Weib nah und fern. 

Schöne Weiber machen fchöne Sitten. . 

Schön Weib, viel Stolz. Be 

Jedes Weib will lieber fchön ats fromm fein. 

MWeiberfchönheit, dad Echo im Wald 

Und Regenbogen vergehen balb. 

Schöne Weiber und zerfchnittene Kleider bleiben gern han⸗ 

gen. 

Weiberaugen, Zeuerfpiegel. 

Ein ſchoͤn Weib ift nur ein Bubenſpiegel. 

Schön Weib ift ein zartes Kleid, wenn mans viel anthut, 
verdirbt es. 

Ze ſchoͤner Weib, je ſchlechtere Schüßel. 

&8 giebt nur zwei gute Weiber. auf ber Welt: Die Eine 
ift geftorben, die Andere nicht zu finden. 


Ein Haffend Weib ift felten flumm; 
Ein ftill Weib liebt man um und um, 


Weiber. 537 


11307. Weiber findet man nimmer ohne Rede. » 

11308. Drei Weiber, brei Gänfe und drei Fröfche machen e einen 
Jahrmarkt. 

11309. Dreier Weiber Gezaͤnk macht einen Jahrmartt. 

11310. Ein Weib verſchweigt was ſie nicht weiß. 

11311. Bei Weibern- iſt bes Schwatzens hohe Schule, 

11312. Weiber: Reden, armes Reden, 


11313. Es tft beim Weibe verfchloßen 
Wie Waßer in ein Sich gegoßen. 


11314. Die Weiber führen das Schwert im Maul, barum muß 
man fie auf die Scheide ſchlagen. 

11315. Die Weiber find furchtſam und rufen bald St. Peter zu: 
Ste ein dein Schwert. 

11316. Ein Sad voll Flöhe ift leichter zu hüten als ein Weib, 

11317. Weiber hüten ift vergebliche Arbeit. 

11318. Das befte Weib fchilt des Mannes Hut. 

11319. Schöne Weiber find Irrwifche, verführen bei hellem Tag, 

11320. Ein geil alt Weib ift des Todes Faſtnachtſpiel. 


11321. Man ſucht von Weibern und von Kifchen 
Das Mittelftüd zu erwifchen. 


11322, Viel Weiber tragen offene Kleider um den Milchmarkt 
nicht zu bededen. 


11323. Bitt ein Weib, bu verlierft nichts daran. 


11324. Ein Weib ben Edelknaben küſst, 
Daß fie nicht ihres Manns vergißt. 


11325. Weiber, Glück und Gold 
Sind allen Narren hold. 


11326. Mit Weibern, die das Küffen erlauben, ift man balb auf 
dem Bette. 


‚411327. In der Weiber Kram findet ſich immer etwas feil. 
11328. Weiber nehmen gern Dreſcher für Troͤſter. 


338 meiber. 

11329. Mit einem böfen Weide fienge man ben Teufel im freien 
Feld. 

11330. Wen der Teufel aͤrgern will, ſchickt er boͤſe Weiber ins 
Haus. 

113308, Wer ein böfes Weib bat, braucht Teinen Zeufel. 

11331. Böfem Weibe kann Niemand feuern. 

11332. Wer fi von einem boͤſen Meike ſcheibet, macht eine gute 
Zagreife. 

11333. Ein bö8 Weib iſt der Sqiffbruch des Mannes. 

11334. Gilt die Bogheit hans, fo iſt ein Weib theurer als gehn 
Männer, 

11335. &8 giebt nur ein böfed Weib; aber ein Jeder meint, er 

hätt es. 

11386. Es find nur drei gute Weiber geweſen: die Sine iR aus 
der Welt geloffen, die Andxe iſt im Bad erfoffen, 
die Dritte fucht man noch. 

11337. Weibertieb und Herrengunft 

Sind nicht mehr als blauer Dunft, 

11338. Weibsbild 

Soll nicht fein wild, 

11339. Es ift fhlimmer ein Weib zu reizen als einen bißfgen 
Hund, 

11340. Weiber find Katzen 

Mit glatten Bälgen und fiharfen Zagen. 
11341. Schlimme Weiber, aus denen man nicht fommen Tann. 
11342. Bei Leibe 

Zrau Teinem Weibe 

Obgleich fie tobt iſt. 

11343. Glaub einem WBeibe,. wenn fie auch tobt ift. 

11344, Die Weiber haben drei Haͤute. 

11345. Weibern und Gefchoßen foll Niemand trauen, 


Weiber. 839 
11346. Weiberradhe hat Feine Grenzen. 


11347. Kein Mann ohne Wolfszahn, kein Rofs ohne Tücke, kein 
Weib ohne Teuſel. 
11348. Kein Weib ohne ein nisi, die beſte, die es bedecktt. 
11349. Weiber find des Teufels Kloben, darin er fängt was 
auffigt. 
11350. Der Weiber Schmud if des Teufels auggarn. 
11351. Weiberliſt, 
Nichts drüber iſt! 
11352. Weibertift 
Geht über alte Liſt. 


11353. Brunft, Flut und Weibertücke 
Gehn über alle Stüde. 


11254. In böfen Räthen if das Weib ded Mannes Männin. 

11255. Das Weib ift ein Gefchwinddoctor: fie hat eine Lift er- 
funden fo oft fie auf die Erde ficht. 

11256. Der Weiber Weinen ift heimlich Lachen. 

11387. Weiber find veränderlich wie Aprilwetter. 

11358. Zwiſchen eine Weibes Ia und Rein Iäßt fich keine Na⸗ 
delſpitze ſtecken. 

11359. Weiber haben langes Haar und kurzen Sinn. 

11360. Wenn ein alt Weib tanzt, macht fie dem Tod ein Hof: 
recht, 

11361. Wenn alte Weiber tanzen, machen fie viel Geftäub. 

11362. Es ift fein Kinderfpiel, fo ein alt Weib tanzt. 

11363. Wer ein alt Weib nimmt des Geldes willen, befommt 
ben Sad gewifs; wie es um das Geld fteht, wich ſich 
finden. 

11364. Gehorfam und Gebuld wachſen nicht im Weibergarten. 

11365. Wo Weiber regieren, fleigen die Stühle auf bis Bänke. 


% 


540 Weiber. 


11366. Weiberregiment » 
Nimmt felten gut End. 


11367. Wo Weiber und Dafen zu Felde blafen, | 
Da geht. es ab mit langen Nafen. 


113672. Bieter ’n ſchluuten Wiif as 'n kiiwen Bi. 


113678.n Wiif, dat met 'n Koppe will buawen uut, 
Dat doot viel Schaaen un richtt Nicks uut. 


11368. Wer eine Weiberhaube aufſetzt, den ſchlagen die Pferde. 
11369. Naͤhrt das Weib den Dann, jo muß er ihre Spielball 
fein. 
11370. Wenn die Weiber wafchen und baden, 
| Haben fie den Teufel im Naden, | 
11371. Wenn das Weib die Töpfe zerbricht und der Mann bie 
Kruͤge, fo giebt es viel Scherben im Haus. 
11372. Die Weiber werden niemals fertig. 
11373. Weiber find .unrichlige Uhren. 
11374. Weiber und Roſſe wollen gewartet fein. 
11375. Wer Weib und Kinder hat, darf nicht um Arbeit forgen. 
11376. Karges Weib geht felten zur Kifte. 
11377. Karges Weib geht oft zur Kifte. 
11378. Ein Weib fol weder geben noch nehmen. 
11379. Wenn ein Weib Gefchenke nimmt, fo hat fie fih felbft 
verkauft. 
11380. Dein Weib, dein Schwert und bein Pferd magft du 
wohl zeigen, aber nicht ausleihen. 
11381. Verlichen Weib, Rofs, Laut und Wehr 
Belommft im’ vorgen Stand nicht mehr. 
11382. Das Weib fragt, 
Der Mann fagt. 
11383. Das Weib und der Ofen find eine Hauszierde. 
11384. Es ift der befle Hausrath, der ein fromm Weib Hat. 


11385. 


11386. 


11387. 
11388. 
11389. 
11390. 


113908. 


11391. 
11392. 
11393, 


11394. 
11395. 
11396. 
11397. 
11398. 
11399. 
11400. 


11401. 
11402. 
11403. 


11404. 
11405. 


Weiber. 541 
Ein fromm Weib 


Sft ihres Mannes Leib. 


Fromm Weib, des Lebens Heil, 
Man findet’8 aber felten feil. 


Ein fromm Weib beherrfcht ihren Dann. mit Gehorfam. 
Ein fromm Weib Tann man mit Gold nicht überwägen. 
Fromm Weib hat nur Ein Baterunfer. 

Ein ungeziert Weib tft die befte Hausfrau. 


Wer fein Weib ſchlägt, jagt einen Zeufel hinaus und 


zehn hinein. 
Wer fein Weib fchlägt, macht ſich brei Bafttage und ihr 
drei Feiertage. 
Wer da Schlägt fein Weib, 
Zrifft feinen eignen Leib. 


Wer fein Weib fchlägt, fehlägt mit der rechten Hand 
feine linke, 


Am Weib fhlägt der Mann feine Schande. 
Weiber fchlagen giebt fehlechte Ehre. 

Wer fein Weib einmal fchlägt, ſchlägt ed mehrmal. 
Ein Weib hat nit alle Schlüßel anhängen, 

Ein Weib kann nicht Brot baden ohne Mehl. 
Was ein Weib bei fich felbft gedenkt, ift henkenswerth. 
Verſagen iſt der Weiber Sitte; 

Doch wollen ſie, daß man ſie bitte. 

Löſche das Licht aus, fo find alle Weiber gleich. 
Weiberkteider decken bed Nachts wohl. 

Trunken Weib ' 

Gemeiner Leib 

Ein Weiberſchoppen ift neun halbe, 

Mit viel Weibern zeugt man viel Kinder. 





5423 Weiber — Wein. 


11406. Reiche Weiber machen arme Kinder. 


11407. Weiber, Wein und Würfelfpiel 
Verderben Manchen, werd merken will 


11408. Das meifte Theil am Menſchen iR Weiberfleiſch. 
11408. Wem man weich bettet, ber wich faul. 

11408%. Weiberkrieg gilt nichts. 

11409, Weichſt du mir, fo weich ich dir. 

114098. Es ift beßer weichen als zanken. 


11810. Weichen ift feine Schand, 
Bift du übermannt. 


11411. Wer weicht, kann ein andermal fötagen. 
11412. Ein wenig Weigerns fleht wohl, 
11413. Grüne Weihnachten, weiße Offen. - 


11414. Weihnachten im Klee, 
Dftern im Schnee. 


11415. Der Wein für die Leute, das Waßer für die Gänfe! 
11416. Guter Wein bedarf keines Kranzes. 
11417. Atem Wein gehört Fein neuer Kranz. 
11418. Guter Wein verkauft fich felbft. 
11419. Der Wein ift gut, wenn er aud) den Mann bie Treppe 
hinunter wirft. 
11420. Wer nicht liebt Wein, Weib und Gefang, 
Der bleibt ein Nare fein Leben lang. 
11421. Alle Freude ftedt in der Weinkarte. 
11422. Wein ift ber Poeten heifiger Geiſt. 
11423. Nahe beim Wein und weit vom Schuß. 
11424. Zrint Wein und erwirb, 
Trink Waßer und ftirb: 
Beßer Mein gotrunfen und erworben, 
Ad Waßer getrunten und geftorben. 





Bein A3 


11425. Trink Wein, fo befcheert Gott Wein. 


.. 11426. 


Der Wein ift ein Wahrſager. 


11427, Wein fagt bie Wahrheit. 


11428. 
11429. 


11430. 


11431. 


11432. 
11433. 


11434. 


Wein hat Teinen Riegel vor. 


Wein 
Hat keinen Schrein. 


Wein 
Hat offnen Schrein. 


Das Herz im Wein, die Geftalt im n Spiegel. 
Der Wein nimmt kein Blatt vors Maul, 
Wenn ber Wein eingeht, geht der Mund auf. 
Beim Wein geht die Zunge, auf Gtelgen. 


11434. Senn ber Wein nieberfigt, Schwimmen bie Worte empor. 


11435. 


11436. 
11437. 


11438. 
11439. 


11440. 


11441. 
11442. 


11443. 


11444, 


Guter. Wein 
Lehrt gut Latein. 
Mit Wein macht man den Phettich ſchwatzen. 


Wer redet gut Latein, 
Der trinke guten Wein. 


Wein redt viel; aber boͤs Latein. 

Was der Mann kann 

Zeigt der Wein an. 

Wein 

Hitft dem Alten aufs Bein. or 


Der Wein macht die Alten beritten. 


‚Guter Wein ift der Alten Milch. 


Wien up Melt 
Is vor EIE, 
Melt up Wien 
38 Benien, 


Der Wein ift kein Rarr, aber macht Narren, 


544 


114495. 
11446. 
11447. 
11448. 
11449. 
11450. 
11451. 
11452. 
11453. 


11454. 
11455. 
11456. 
11457. 


11458. 
11459. 
11460. 


11461. 
11462. 
11463. 
11464. 


11465. 


11466. 
11467. 


Bein, 


Wein und Weiber machen alle Welt zu Karren. 

Die Weinreden haben ihren Werth nur beim Wein. 
Was hinterm Weine geredet wird, gilt nicht. 

Se füßer der Wein, je faurer der Eßig. j 

Süßer Wein giebt fauern Eßig. 

Junger Wein ift füß, hat aber viel Hefen. 

Wenn man Wein abläßt, laufen bie Hefen mit. 
Jeder Wein hat feine Hefen, jebed Mehl feine Kleien. 
Wein 

Hält nicht rein. 

Alter Wein, gefunder Wein. 

Wein trinken, Wein bezahlen. 

Wo der befte Wein wächſt, trinkt man den ſchlechteſten. 


Erft guter Wein, und wenn bie Leute trunken find, ber 
ſchlechte, iſt Wirthspractik. 


Der Wein Tann ſchwimmen, darum erfäuft‘ er nicht Leicht, 


wenn die Wirthe Waßer drein fchütten. 
Der Wein erföffe im Waßer, hätt er nit fhwimmen 
gelernt. 


Wer täglich im Wein fehwimmt, muß endlich brin ers 
faufen. 


In Wein und Bier ertrinken mehr denn im Waßer. 
Viele fallen durch das Schwert, mehr noch vom Wein. 
Es giebt mehr alte Weintrinker als alte Aerete. 


Nimmt der Wein den Kopf dir ein, 
Sind auch die Füße nicht mehr dein. 


Wein und Bier ſchmeckt füß; 

Verſauf ich glei bie Schuh, behalt ich doch bie Füß. 
Wo Wein eingeht, ba geht der Witz aus. 

Wo Wein.geht ein, geht Scham aus, 


11477. 


11478. 
11479. 
11480. 
11481. 
11482. 
11483. 
11484. 


Bein, 548 


. Wenn ber Mein :zu wild werb, fo ſchlag ihn mit der 


Waßerſtange, damit er did; nicht ſchlage. 


. Guter Wein macht böfe Köpfe. 
. Suter Wein hat auch Hefen. 
. Der Wein ift ein Raufbold, er ſchlägt einem ein Bein 


unter. 


. Wein, Weiber und Würden ändern den ganzen Menfchen. 
. Wein, Geld und Gut 


Verkehrt der Weifen Muth. 


. Uebriger Wein macht Durft. 
. Bu Bacharach am heine, 


Zu Klingenberg am Maine, 
Zu Würzburg an bem Steine, 
Da wachſen gute Weine, 


. Frankenwein, 


Krankenwein; 

Neckerwein, 

Schlecketwein; 

Rheinwein, 

Fein Wein. 

Der Edelwein am Rhein 

Muß Aller König fein. 

Der Wein fchmedt nach bem Faße. 

Schade um guten Wein in böfem Faße. 

Der Wein gährt, wenn die Trauben blühn. 
Man kauft den Wein nicht nach dem Anſehen. 
Man gießt den Wein nicht in die Schuhe, 
Wein. und Brot giebt auch eine Suppe, 

Im Weinfaß ftet viel Ehr und Freundfchaft. 


114848, Es liegt in einem Eimer Wein viel Ehre 
Dtſche Volksb. 5r Wh, 35 - 


‚B4$6 Wein |, Weiſen “ 


11485. Beim Wein wirb mancher Freund. gentacht, 
Beim Weinen auf die Prob gebradht. 


11486. Zum Weinen hilft kein Saitenfpiel. 

11486*. Sammer lernt weinen. 

11487. Man ſieht Manchen weinen, dem ſonſt d die Fugen nicht 
thränen. 

11487». Wie die Weife, jo der Sang.. 

11488. Jeder hat fo feine Weife. 


11489. Angenommene Weis 
Bergeht wie Eis. 


11490. Jedem gefällt feine Weife wohl, 
Drum ift das Land der Narren voll, 


11491. Weiſe fein ift nicht allzeit gut. 
11492. Weiſem Kind ift man feind. 


11493. Früh weis 
Wird bald greis. 


11494. Weisheit kommt nicht vor den Jahren. 

11495. Die Weisheitszähne kommen fpät und fallen früh wieber 
aus. 

114958. Zur Weisheit gehört mehr denn ein rother Hut. 

11496. Zuviel Weisheit ift Thorheit. 

11497. Zu weife ift Narrei. 


11498. Wer meinet, baß er weife fei, 
Dem wohnt ein Efel nahe bei. 
11499. Bei Weisheit muß eine Thorheit fein. 
11500. Wo Weife find, da finden fi auch Thoren. 
11501. Kein weifer Dann warb je genannt 
Bei dem fich keine Thorheit fand, 
11502. Dem Weiſen wiberfährt keine kleine Thorheit. 


11503. Was in” des Weifen Gedanken ift, das ift in des Narren 
Munde, 


11504. 


11508. 
11506. 
11507. 
11508. 
11509. 
11510. 
11511. 


11512. 
11513. 


11514. 


11515. 
11516. 
11517. 
11518. 
11519. 


11520. 
11521. 


11522. 
11523. 


11524. 


11525. 


‚Weite — Weiß. | 547 


Der Weife thut das am wafeng was der Narr am Ende 
thut. 


Was Weisheit nicht bindet, uf Thorheit leicht auf. 
Weiſer Mann, ſtarker Mann. 

Weisheit iſt des Lebens Auge. 

Der Weiſe allein iſt reich. 

Der Weiſe hat Vortheil in allen Landen. 

Wo Einer weiſe iſt, find Zweie glücklich. 
Der Weisheit Lob und Ehr 

Erſtirbt nimmermehr. 

Der Weiſe trägt: fein Glüͤch bei fich. 

Weif ift der und wohlgelehrt, 

Der alled gern zum Beften Tehrt. 


Die Weisheit läßt ihre Stimme hören “ der Gaße, aber 
Niemand achtet ihrer. 


Weifer Mann hat Ohren lang und Zunge tur. 

Der. Weite: hat feinen Mund im Herzen. 

Man fchüttelt die Weisheit nicht aus dem Aermel heraus. 
Niemand iſt ſich weiſe genug. 


Ein Geſunder iſt geſchickt zu wandeln, 
Ein Weiſer zu handeln. 


Weisheit hat bei Armut Leid. 

Der iſt gar ein weiſer Mann, 

Der von Holdern Abbrech machen kann. 

Er will uns weis machen, Gott heiße Gerhard. 

So lange ißt man Weißbrot, bis man das ſchwarze be⸗ 
gehrt. 


Weiß erkennt man am Beſten, wenn man Schwarz da⸗ 
gegen hält. 


Er malt Weiß und Schwarz aus Einem Ziegel. 
35 * 


548 | Belßdorn — Welt. 


115258, Wenn der Weißborn bläht, hören bie Hechte auf zu laichen. 
11526. Weit davon ift gut vorm Schuß, 
11527. Weit vom Geſchuͤtz macht alte Kriegsleute. 
11528. Wer weit will gehen 
Muß früh aufftehen. 
115282.Gch ich weit auß, 
Hab ich weit nach Hans. 
11529. Weit beherret und nah befreumdet. . 
11530. Die Welt ift blind, 
Laͤpßt fich regieren wie ein Kind, 
11531. Die Welt ift de Teufels Braut. 
11532. Die Welt fpinnt lauter grobes Gern. 
11533. O du dulle Welt, wat krabbelſt du im Düftern. 


11534. Die Welt wäre ſchon gut genug, wenn nur bie Beute was 
nuge wären. 


11535. Die Welt giebt böfen Lohn. 
11536. Wer der Welt am Beften dient, dem lohnt fie am uebelſten. 
11537. Schidk dich in die Welt. 
11538. Welt ift Welt, 

Wer fich dranf läßt, ber fällt. 
11539. Schi did in die Welt hinein, 

Denn dein Kopf ift viel zu Hein, 

Daß die Welt fich ſchicke brein. 
11540. Rimm bie Welt wie fie ift, nicht wie fie fein follte. 
115408. Den Himmel in’n Augen, bie Welt zu'n Füßen. 
11541. Hüte dich, fei witzig, 

Die Welt ift fpigig! 
11542. Ber alle Welt freßen will, muß ein großes Men! haben. 
11543. Ale Welt Hat nur Einen Willen: daß es ihr wohlgehe. 
11544. Eine Hälfte der Welt verlacht die -anbre. 


Welt — Wenn. 549 


11545. Lobe gern die alte Welt: 
Und thu was der neuen gefällt. 


11546. Es giebt zwei Welten; bie Eine zaͤrnt, die Andre ae 
nicht drauf. - 

11547. In Schurken und Narren theilt fi fi bie welt. 

11548. Die Welt betrügt und will betrogen ſein. 

11549. Die Welt iſt unſeres Herrgotts Spielkarte. 

11550. Alle zwanzig Jahr eine neue Weit, 


11551. Die Welt glaubt nicht, bis ihr das Waßer ind Maul 
rinnt. 


11552. Die Welt ift fein Strumpf. . 
11553. Die Welt ift nicht mit Brettern zugenagelt. 
115534. Die Welt ift nun einnial vol Daden und Oeſen. 
11554. Die Welt ift rund und will ſich drehn. 


11555. Wie die Welt auf und niebergeht, fagte der Seufel, ta 
faß er auf dem Brunnenfhwengel, 


11556. Er bat fi der Welt abgethan und zu ben Leuten be: 
kehrt. 
11557. Wenig zu wenig macht zuletzt viel. 
115572. Wenig und oft macht zuletzt viel, 
11558. Wenig ſchadet wenig. 
11559. Mit wenig lebt man wohl. 
- 11560. Weniger Rath und Vieler Hände, 
11561. Was man mit Wenigem Inn lichten, 
Soll man mit Vielem nit verrichten. 
11562. Wenig gebeibt, 
Zuviel zerftreut. 
11563. Es ift ein Weniges, das die Kinder feeut. 
11564. Mandyer föffe das ganze Meer, 
Wenn nur nidt Wenn und Aber wär. 


550 , Wenn — Wetter. 


11565. Wer das Wenn erftiegen, 
Sieht das Aber liegen. 
11565*. Was einer nicht ift, Tann er noch werden. 
115655. Wenns Wenn nicht wär, wär manchet Bauer ein Edel⸗ 
mann. 
115650. Wenns wenn. nicht wär, 
So wär mein Vater ein Rathöherr. 
11566. Immer neu Werg an. ber Kunkel giebt wenig Gefpinnft. 
11567. Wo Der Werg aus dem Haufe trägt, da will ich nicht 
Flachs fuchen. 
11568. Das Werk lobt den Meifter. 
11569. Gut Werkzeug, gute Arbeit. 
11570. Wenn dad Wert gethan ift, ift der Tadel unwerth. 
11571. Werkteute findet man leichter als Meifter. 
11572. Verlaß deine Werkftatt nicht, fo wird fie dich auch nicht 
verlaßen. 
11573. Was Einer werth ift, das widerfährt ihm. 
11574. In Weftfaten geht man durchs Kamin ing Haus, 
11525. Wo ein Weftfale verdirbt und eine Weide vergeht, da 
muß es bürre fein. 
11576. Grob Brot, dünn Bier, lange Meilen: 
Sunt in Westphalia: si non vis credere Lauf dar. 
115768. Schlecht Logement und lange Dteilen, 
Grob Brod, ſchlimm Bier und Schweinekeilen 
Giebts überall in Weftfalen. 
11577. Wo zwei wetten muß einer verlieren. 
11578. Das Wetter ertennt man an dem Wind 
(Den Bater an dem Kind, 
Den Herrn an dem Gefinb). 
11579. Dud dich, laß vorübergahn, 
Das Wetter will feinen Willen han. 


Wetter — Wieder. 554 


11580. Bei ſchoͤnem Wetter nimm ben Mantel mit; regnet es, fo 
halt es wie bu willſt. 


11581. Das Wetter fchlägt gern in die hohen Thürme. 
115812. Wo bie erften Wetter hinziehen, da ziehen auch bie ans 
dern hin. 


115815. Wenn das erſte Wetter hagelt, fo hageln bie folgenden 
auch gern. 


11581°.€8 ift gut, daß die Leute das Better nicht machen. 
11582. Wetterfhaden macht Feine Theurung. 


11583. Wenn fi ber Wetterhahn nicht dreht, zerbricht ihn ber 
Sturm. 


11584. Wetzen hält den Mäher nicht auf. 


11584%.3u Wetzlar an dem Dom, 
Sitzt der Teufel auf der Ronn. 


11585. Der Wesftein Ihärft die Meßer und bleibt felber ſtumpf. 
11586. Arme Leute vernähen das Gold in einen Wetzſtein. 
11587. Was ſoll der Wetzſtein ohne Waßer? 
115872. Wenn man bie Wide zu viel umdreht, fo bricht ber 
Knebel, 
11588. Der Widehopf ift bed Kukucks Küfter, 
11589. Ze mehr Widerftand, je mehr Fortgang. 
11589:.&8 ift gut Lanb und Leute einnehmen, wo kein Wieder⸗ 
ſtand iſt. 
11590. Wie du mir, 
So ich dir. 


11591. Wie du mir, ſo ich dir, ſprach die Frau zu dem Mann 
in der Brautnacht. 

11592. Wie und Wer, nicht Was. 

11593. Wiederkäuen verdrießt, wenn man keinen Magen dazu hat. 

11594. Wiederkommen bat den Krämer betrogen, 


sr Wieder — Mille. 
11505. Wiederſchen madt, . 
Daß man Scheiben nicht achet. 
11596. Wiedernergelten iſt auch nicht vexboten. 
11597. Mit dieſer Wiege bin ih gewiegt. 
11598. Wien ift entweder windig oder giftig. 
11599. Schi ihn gen Wien nad) Beutelbtuch. 
11600. Wiefen und Zehent find leicht unterhalten, 
11601. Wer feine Wiefen verpachtet, darf nicht drauf grafen. 
11602. Die Wiefe geht ins Heu zu St. Georgentag. 
11603. Wo bie Wief ift gemein, 
Iſt das Gras gerne Bein, 
11604. Ic will die auch einmal dein Wieslein waͤßern. 
11605. Wer Wild zu fehr liebt, ber wird wild. 
116058. 3u ſolchem Wild gehört ſolcher Weidmann 
11606. Das Wild frißt armer Leute Brot und der Zeufel ben 
Zäger. 
11607. Diefer jagt das Wild, Jener ißt den Braten, 


11608. Wild in der Jugend 
Bringt im Alter Zugend. 


11609. Aller Will 
Iſt haben viel. 


11610. Die. gröfte Sintracht waͤchſt nicht Ben, wo Jeder wil 
was der Andre. 


11611. Guter Will iſt kein Erbe. 

11612. Guter Wille iſt kein Recht. 

11613. Guter Wille geht vor Goid. Ä 
11614. Man muß den Willen für das Werk nehmen. 
11615. Der Wille gilt oft für bie That. 

11616. Suter Wille erhält dad Regiment, 

11617. Guter Wille thut viel, aber nicht Alles. 


m 


Wilke — Wiltemmen. 383 - 


11618. Guter Wille muß am Ende beiteln gehn. 
11619. Des Menſchen Willen ift fein Himmelreic. 
416230. Der Wille giebt dem Werk den Nämen, 
11621. Der Wille ift des Werkes Seele, 
11622. Der Wille it und thut Alles. 
11623. Der Wille thuts. 
11624. Der Wille thuts, ſprach Iener und’ küſste den Flegel. 
11625. Den Willen giebt Gott, 
Den Zwang die Noth. 

11626. Willſt du nicht, ſo muſt du wohl. 
11627. Man kann Alles was man will. 
11628. Wer nur will, der kann wohl. 
11629. Willſt du mich, ſo hole mich. 
11630. Wer recht will, dem iſt wohl zu helfen. 
116302. Wer will, findet immer was zu thun. | 
11631. Wer thut was er will, thut oft was er nicht fol. 
11631. Wer nicht will, der hat gegeffen. 
116316. Wer nicht will, hat fchon gehabt. 
11632. Wider Willen Tann man Einem nehmen aber nicht geben. 
11633. Willegis, Willegis, 

Deiner Abkunft nicht vergiß. 
11634. Ich will did ſchon ift minder gut, 

Ich hab dich fchon am beften thut. 
11635. Dem Willigen ift gut winten. 
. 11636». Sin Williger ift gut zu bereben. 
11636: Willig Derz macht leichte Füße. 
11637. Wer willig iſt, der Tommt bald. 
11638. Willige Roffe fol mör nicht übertreiben. 
11639. Billlonmen der bringt. 


554 


11640. 


11641. 


11642. 
11643. 
11644. 


11645. 
11646. 
11647. 
11648. 
11649. 
11650. 
11651. 
11652. 
11653. 
11654. 
11655. 
11656. 
11657. 


11658. 


11659. 
11660. 
11661. 


11662. 
11663. 


Billommen — Wenn. 


Willkommen ift ein freundlid Wort, 
Doc bitter lautet Scherbichfort. 


Willkür bricht Stadtrecht, Stadtrecht bricht Lanbrecht, 
Landrecht bricht gemeines Recht. 


Dem Wind und dem Narren laß feinen Lauf. 

Bei ftilem Wind ift gut Hafer fäen. 

Wer allzeit auf den Wind will fehen, 

Der wird nicht fäen und nicht mähen. 

Wer Wind fät wird Sturm ernten. 

Wer wider ben Wind brunzt, macht fich naße Hofen. 

Bei gutem Winde ift gut fegeln. 

Fehlt ed am Wind, fo greife zum Ruder. 

Der Wind läßt fi nicht auf Flafchen ziehn. 

Es weht nicht immer Ein Wind. 

Wenn der warme Wind kommt, fo ſchmilzt das Eis. 

Großer Wind bringt oft nur Eleinen Regen. 

Großer Wind ift felten ohne Regen. 

Große Winde, große Kriege. 

Bom Winde lebt Niemand. 

Mo viel Wind ift, da ift felten Staub. 

Der Wind weht wohl Sandberge zufammen, aber nicht 
bie Baͤuche. 

Der Wind weht wohl Schneeberge zufammen, aber Fein 
dides Eis. 

Der Wind gehört der Herrichaft. 

Windmühlen Tann man nicht mit Blasbaͤlgen treiben. 


Seder Winkel 
Hat feinen Dünkel. 


Später Winter, fpätes Frühjahr. 
Benn ed nicht vorwintert, fo nachwintert es gern. 


Winter — Wirth. 555 


11664. Sm Winter werben bie Bäume fahl, der Stamm bleibt 
barum doch geſund. 


11665. Man merkts von Weitem, daß der Winter kalt iſt. 

11666. Es muß ein kalter Winter ſein, wo ein Wolf den andern 
frißt. 

11667. Ein ſchoner Wintertag macht keinen luſtigen Vogel. 


11668. Der Sommer giebt Korn, 
Der Herbſt leert ſein Horn: 
Der Winter verzehrt 

Was die beiden beſcheert. 


116688. Der Winter iſt ein unwerther Gaſt für alte Beute. 


11669. Wer nicht wirbt, 
Der verdirbt. 


11670. Wirf noch einmal, fo trifft du. 

11671. Wie der Wirth, fo der Gaſt. 

11672. Beige mir den Wirth, ich zeige dir den Gaſt. 

11673. Wie der Wirth, Jo ſchickt ihm Gott die Gäfte. 
11674. Kein Wirth ſteckt den Reif aus Eines Gaftes wegen. 


11675. Wo der Wirth vor der Thüre fteht, da find nicht viel 
Gäſte. 


11676. Der Wirth iſt der beſte, 
Der mehr trinkt als die Gäſte. 


11677. Der Wirth fehiert den Wirth nicht. 
116778. Caute, caute, ihr Sefellen, der Wirth verfteht auch Latein. 


11678. Wo die Wirthe Hahnrei find, da kehren die Gäfte gern 
ein. 


11679. Ift die Wirthin fchön, ift auch der Wein fchön. 
11680. Je ſchoͤner die Wirthin, je fehwerer bie Zeche. 
11681. So die Wirthe lachen, 

Gieb Acht auf deine Sachen. 


11682. Bor lachenden Wirthen und weinenden Pfaffen hüte dich. 


856 Birth — Wißen. 


11683. Beim Wirth muß man für dad Laden bezahlen. 
11684. Ein ſchlechter Wirth, der nicht eine Zeche borgen Tann. 
11685. Beßer beim Wirth als beim Wirthlein. 

11686. Lieber dem Wirth als dem Apotheker. 


11687. Das Wirthehausfchild mahnt andere einzufehren und bleibt 
ſelbſt draußen. 


11688. Was der Wirth ſchenkt, Hängt er am Schild aus. 

11689. Lauf in, wohin du willft, bu wirft überall den Wirth 
baheim finden. 

11690. Wirthe und Huren bezahlt man vor dem Zapfen. 

11691. Wirthen und Huren darf man nichts ſchuldig bleiben. 

11692. Mit dem Wirth ändert fi) das Haus. 

11693. Der Wirth läßt die Weine Hochzeit machen. 


11694. Wie follen die Wirthe in ben Himmel fommen, die un⸗ 
ſerm Herrgott feine Kunft abgelernt? 


11695. Er fragt den Wirth, ob er guten Wein hat. 
11696. Wißen ift leichter als thun. 
11697. Das Wißen hilft nichts, wenn man nicht darnach thut. 
11698. Viel Wißen macht Kopfweh. 
11699. Wuͤſt ein Menſch recht wer er wär, 
Er würbe fröhlich nimmermehr, ' | 
11700. Nicht viel wißen, fondern viel thun ift wohlgethan. 
11700%. Die Alten hatten Gewiffen ohne Wiffen, wir heutzutage 
haben das Wiſſen ohne Gewiffen. 
11701. Biele wißen viel, Niemand Alles, 
11702. Ziele wißen viel, aber ſich felbft nicht. 
11703. Ziele wißen viel, aber fich felbft hat Niemand ausgelernt. 
11704. Sich wißen, ift viel wißen, Gott wißen ift alles wißen. 


11705. Biel Wißen, 
Wenig Gewißen. 


| 11725. Alles hat feine Wißenfchaft, fagte das kleine Mädchen, ba 


Wer — Bisen. 557 


411706. Wer alle Dinge wüſte, ber thäte darnach. 
11707. Dan muß Alles wißen, aber nicht Alles zu Bolzen drehen. 
11708. Wer Alles wißen will, weiß gewöhnlich nichts, 
11709. Wer Alles vorher wüßte, würde bald reich. 
11710. Was du allein willft wißen, das fage Niemand. 
11711. Was breie wißen, wißen hundert. 
11712. Wers wißen fol, erfährts zuletzt. 
11713. Was wir nicht wißen follen, | 

Das follen wir nit wißen wollen. ’ 
11714. Ohne Wißen, ohne Sünde. 
11715. Wißen, Wollen, Können, macht ’nen guten Meifter. 


11716. Wer will wißen was er fei 
Schelte feiner Nachbarn zwei ober drei: 
Werdens ihm bie brei vertragen, 
So wird ed ihm ber vierte fagen. 
11717. Was ich nicht weiß, 
Macht mich nicht heiß. 
11718. Was ich nicht weiß, darf ich nicht verantworten. 
11719. Wer nichts weiß, dem entfällt auch nichts. 


11720. Es weiß Niemand davon als die jungen Kinder und die 
alten Leute. 


11721. Davon weiß Niemand außer Gott und Menſchen. 
117212. Es weiß ed Niemand ald Kirchenmarftleut. 


11722. Das hab ich fhon gewuft, ald meine Schuhe noch drei 
Sechſer Eofteten. 


11723. Wer weiß, wen ber Vater den Schimmel ſchenkt? | 
117232. Man weiß nicht wen der Herr ſchickt. | 


11724. Man warb nig eer weeten 
Eer man is half verfleeten. 


hatt es das Licht mit dem H— auögepuftet. 





558 


11726. 


11727. 
11728. 


11729. 


11730. 


Bitten — Woche. 


Gott kann nicht wittern deß es Jedem gefaͤllt, fonft kann 
er Alles. 

Frei um die Wittwe dieweil ſie noch trauert. 

Einer Wittwe Andacht währt nicht langer ats bis fie 
Einer aufneftelt. 

Ein Wittwer eine Wittwe nahm, 

Der Teufel zu ſeiner Großmutter kam. 

Man ſieht nicht mit einem ſchmutzigen Maul zum Fenſter 
hinaus, man habe denn einen reichen Wittwer gehei⸗ 
ratet. 


117302. Ein Wittwer ift ein Stecken ohne Rebe. 
117306. Eine Wittwe iſt ein niedriger Zaun, worüber Alles 


11731. 
11732. 
11733. 
11734. 
11735. 
11736. 

11737. 


11738. 


11739. 
11740. 


11741. 


fpringt. 

Wis kommt nicht vor Jahren. 

Früher Witz, früher Aberwitz. 

Frühzeitiger Witz iſt Vorwigtz. 

Steif dich nicht auf deinen Witz. 

Bw 

Lie (Wenig), 

Uebler Sig. 

Wie 

Kann für das Unglüd lie, 

Gelehrter Wig 

Sft felten nüß. 

Ber des Tags witig ift, den hält man Nachts nicht für 
einen Narren. 

Man wisigt Einen nur Einmal. 

Es gilt Feine andere Waare, wo Wisbolt bie feine aus: 
legt. 

Die Woche zwier, 

Macht des Jahres hundert vier, 

Schadet weder mir nod) dir. 








Bode — Wohlthat. 559 


11742. Iſt die Woche wunderlich, 
Iſt der Freitag abſunderlich. 


11743. Iſts in der erſten Woche heiß, 
So bleibt der Winter lange weiß. 


11744. Wohl und übel, unter einander, wie es kommt. 
11745. Allen Wohl und Niemand Wehe, 


11746. Es ift beßer zweimal wohl, ald einmal übel. 


117462. Halt did wohl und fürcht dich übel 
11747. Wem wohl ift, der bleibe, 
11748. Wem wohl ift, der fchweige. 
11749. Iſt dir wohl, fo bleib davon. 
11750. Wohlerzogen 

Dat nie gelogen. 
11751. Wohlfeil Toftet viel Geld.” 
117512. Wohlfeil Examen, nichts verfshenten. , 
11752. Wohlſchmack 

Bringt Bettelfad. 
11753. Thu wohl, ſieh nicht Wem, 

Das ift Gott angenehm. 
11754. Wohl oder beßer thun ift Niemand verboten. 
11755. Wer wohlthut, darf nicht umfehen. 
11756. Wer wohl thut, lobt ſich wohl, 


41757. Wohl thun ift bald thun. 


11758. Wohlgethan 
Iſt viel gethan. 


11759. Wer wohl thut, braucht keinen Kranz audzuhängen. 
11760. Wohl thun und übel hören ift koͤniglich. 

11761. Wohlgethan überlebt den Tod. 

11762. Wohlthaten ſchreibt man nicht in ben Kalender. 
11763. Man vergißt nichts fo bald als Wohlthaten. 


660 Wlopitäiit — Wolf. 


11764. Unzeitige Wohlthat Hat Zeinen Dank. 

11765. Wohlthun trägt Zinfen. 

11766. Mit Wohlthun gewinnt man den ärgſten Feind, 
11767. Wohlthat annehmen ift Freiheit verkaufen. 


11768. Wohlthat ift gar bald vergeßen, 
Uebelthat hart zugemeßen. 


117688. Wohlerhalten verliegt ſich nicht. 

4117686. Der Wolf kann nicht ſchmeicheln. 

11769. Der Wolf frißt kein Ziel, 

11770. Es bat noch Fein Wolf einen Winter gefreßen. 


11771. Zrißt der Wolf ein ganzes Schaf, fo frißt er au ein 
Ohr davon. 


11772. Der Wolf frißt auch die gezählten (gezeichneten) Safe. 
11773. Der Wolf beißt das Schaf um eine Kleinigkeit. 


11774. Der Wolf findet leicht eine Urfache, wenn er das Schaf 
freßen will. 


11775. Es tft ein albern Schaf, das dem Wolf beichtet. 
11776. Es grüßt Tein Wolf ein Samm.- 
11777. Lamm, Lamm! ift des Molfes Wefperglode. 


11778. Der Wolf ſchnappt nach dem Lamm noch, wenn ihm die 
Seel ausgeht. 


11779. Wenn das Schaf geftöhlen ift, fo fagt der Schäfer: der 
Wolf hats gethan. 


11780. Dem fchlafenden Wolf läuft kein Schaf ins Maul, 
11781. Ein Wolf im Schlaf 
Fieng nie ein Schaf. 
11782. Wer des Wolfes fdjont, ber gefährbet die Schafe. 
11783. Wölfe rathen den Schafen nicht was ihnen zutraͤglich iſt. 
11784. Wo der Wolf Schafhirt if, da geht es nicht bloß an die 
Wolle, fondern auch and Fell. 


Wolf. 564 


11785. Wo der Wolf wird ber ‚Hirt, 
Da find die Schafe verirrt. ’ 
. 11786. Wo der Wolf weidet die Heerd, 
Sind die Schäflein bald verzehrt. 
11787. Der Wölfe Tod ift der Schafe Heil, 
11788. Dft ift eines Wolfes Herz bebedit mit Schaffellen. 
11789. Wenn der Wolf das Schaf heiratet! 
11790. Wenn der Wolf die Seifen beten lehrt, frißt er fie fürs 
Lehrgeld. 
117908. Wenn der Wolf pfalmobdiert gelüftet ihn ber Schafe. 
11791. Er jagt dem Wolf das gefreßene Schaf ab. 
11792. Beßer es freße mich ein Wolf als ein Schaf. 
117928. Wenn der Wolf gefangen ift, ftellt er ſich wie ein Schaf. 


1179. Nicht um Meinetwillen, fagt der Wolf, aber ein Schaf 
ſchmeckt doch gut. 


11793. Der ſchreit zu langſam, den der Wolf erwuͤrgt. 

11794. Bliebe der Wolf im Walde, ſo wuͤrd er nicht beſchrieen. 

11795. Ließe der Wolf ſein Laufen, das Volk ließe ſein Rufen. 

117958. Der Wolf kreißt nicht, daß er Müden fange. | 

11796. Es muß ein junger Wolf fein, der ein neu Geſchrei ges 
hört hat. 

11797. Wer beim Wolf zu Gevatter flehen will, muß einen Hund 
unterm Mantel haben. 

11798. Zu Wolfsfleiſch gehört ein Hundszahn. 

11799. Man muß zuvor eine Grube maden, wenn man ben 
Wolf fangen will, 

11800. Was ein Wolf gebißen oder ein Pfaffe, das heilt hart. 

11800°. Wen der Wolf rächt ift wohl gerochen. 

11801. Wenn man unter den Wölfen ift, muß man mit ‚ihnen 
heulen. 

Difche. Volksb. Sr. Bd. 36 . 


588 | Bolt, 
11802. Wer mit den Wölfen eßen will, muß mit den Wölfen 
heulen. 
11803. Bei Wölfen und Eulen 
Lernt man heulen. 
11804. Wenn man vom Wolfe fpricht, iſt ee nicht weit. 
11805. Wenn man vom Wolfe redet, guckt ex über die Hecke. 
11805*. Wenn man vom Wolf redet, fo ſieht man ihm den Schwanz. 
11806. Wenn Man ben Wolf nennt, 
So kommt er gerennt. 
11807. Ich ſchweige, — der Wolf ift mir nicht fern. 
11808. Wolf und Fuchs haben ungleiche Stimmen, aber gleihen 
Sinn, 
11809. Wolfes Muth 
Ward nimmer gut: 
Sahre nehmen ihm bie Haar, 
Aber nicht die Bosheit gar. 
11809*. Wie der Wolf behäutet ifl, wird er wohl behaaren. 
11810. Der Fuchs ändert den Balg 
Und bleibt ein Schalt; 
Der Wolf ändert bad Haar 
Und bleibt wie er war. 
118102. Der Wolf wird älter aber nicht beffer 
11811. Sin Wolf und eine Hure beßern nicht. 
11812. Ein Wolf Tennt den andern wohl, 
11818. Wenn ein Wolf den andern reißt, iſt Hungersnoth im 
Walde, 
11814. Ein Wolf befreit den andern nicht. 
118148. Was dem Wolf in die Kehle kommt iſt Alles verloren. 
118146. Es beißt Tein Wolf den andern. 
11815. Man Tennt den Wolf am Gang, 
Die Glock am Klang, 
Den Brancidcaner am Strang, 








Wolf — Worte. u. 


Den Bauer an ber Babel, 
Den Abvocaten am Schnabel. 


11816. Wenn ber Wolf altet, reiten ihn die Arähen. 

11817. Wölfe tragen auch die weifen Hündlein ins Holz. 

11818. Richt alle Wolken regnen. 

11819. Zrübe Wolken find felten ohne Regen. 

11820. Was kümmern uns Wollen und Schnee vom vorigen 
Sahr? 

11821. Wenn nicht wie wir wollen, fo doch wie wir koͤnnen. 

118212. Man muß ſcheeren wo Wolle ift. 


11822, Nach Wohle gieng ſchon Mancher aus, 
Und kam geſchoren ſelbſt nach Haus. 


11823. Wolle Liegt ſich zu Miſt, Flachs Liegt ſich zu Seide, 

11824. Wer nicht auf dem Wollſack liegen mag, dem wird der 
Strohſack. 

118248. Wolluſt hat ein ſchoͤn Geſicht und ein beſch—— Geſaͤß. 

11825. Wolluſt hat keine Ohren. 

11826. Wolluſt pfeift dem Fleiſch zum Zap. 

11827. Woluft nährt Sünde. 

11828. Wolluſt ift der Sünden Köder. 


11829. Wolluſt 
Bringt Unluft. 


11830. Wolluft 
Freud Verluſt. 


11830.. Wolluſt iſt ein boͤſer Zundel. 
11831. Wollt ihr einen Trunk? ſagen Die von Worms. 
11832. Worte thuns nicht. 
11833. Worte füllen den Sad nicht. 
11834. Worte find Feine Zhaler. 
11835. Worte find nicht Stüber, 
36* 


564 
11836. 
11837. 
11838. 
11839. 
11840. 
11841. 
11841a. 


11842. 
11843. 
11844. 


11845. 


11846. 
11847. 
11848. 
11849. 
11850. 


11851. 
11852. 
11853. 
11854. 
11855. 
11856. 
11857. 


11858. 
11859, 


. Worte, 


Ein Wort ift ein Haug, ein Hauch iſt Wind. 
Worte baden nicht Küdlein. " 
An Worten und ungenestem Tuche geht viel ein. 


Worte Schlagen Fein Loch in den Kopf. 


Ein Wort ift fein Pfeil. 
Wörter find auch Schwerter. 


Biel Wort 

Ein halber Mord, 

Worte find gut, aber Hühner legen Eier. 

Dir ift es in Worten, wie Mandyem im Sinn. 

Er bleibt bei feinen Worten, wie ein Pelz; auf dem 
Aermel. ‚ 

Er bleibt bei feinen Worten wie ber Haſe bei der Trom⸗ 
mel (bei feinen Jungen). 

Wär fein Wort eine Brücke, ich gienge nicht darüber. . 

Niemand will ein Sclave feiner Worte fein. 

Von Worten zu Werken ein weiter Weg. 

Biel Worte, wenig Werke. 


In Worten zart, 
Zu Werten hart. 


Folget meinen Worten aber nicht meinen Werken. 
Große Worte, Beine Werke, 

Große Worte und nichts dahinter. 

Große Worte und Federn gehen viel auf Ein Pfund. 
In viel Worten ift viel Sünbe. 

Ze weniger Worte, je beßer Gebet. 

Schöne Worte helfen nicht, 

Wo dad Werk nicht kommt ana Licht. 

Schöne Worte machen ben Geden fröhlich. 

Mit glatten Worten täufcht man die Leute. 








Worte. . 566 


11860. Schöne orte, böfer Kauf. 

11861. Schöne Worte gemadyt ift halb verkauft. 
11862. Schöne Worte machen den Kohl nicht fett. 
11863. Schöne Worte helfen viel und koſten wenig. 
11864. Gutes Wort findet gute Statt, * 


11865. Sut Wort 
Findt guten Ort. 


11866. Ein gut Wort richtet mehr aus als ein Bähntein Lands⸗ 
knechte. 


11867. Mit Worten richtet man mehr aus als mit Händen. 
11868. Worte thun oft mehr als Schtäge. 

118682. Auf Wörtlein folgen Streiche. 

11869. Ein Wort dringt fo tief als fieben Briefe. 


11870. Wer um gute Worte nichts: giebt, bei dem helfen auch 
Schlaͤge nichts. 


11871. Ein Wort iſt genug für den, ders merken mag. 
11872. Was ſchadet ein gut —ort? Darf mans doch nicht kaufen. 
11873. Worte darf man nicht kaufen. 


11874. Freundliche Worte machen die Zaͤhne nicht Rumpf und 
ein helles Anfehen. 


11875. Gutes Wort ift halbes Kutter, 
11876. Worte fpeifen und tränten auch. 
11877. Ein tröftliches Wort ift Arznei dem Zrauernden, 
11879. Ein tröftlic) Wort ift des Gemüthes Speiſe. 
11880. Höflihe Worte vermögen viel und Eoften wenig. 
118804. Ein gutes Wort Eoftet nichts, 
11881. Gute Wort ohne Gunft 
Iſt ein Stüd von Jedes Kunft. 
11882. Die Worte find gut, ſprach der Wolf, aber ich komm ins 
Dorf nicht. 


3008 Worte — Bucher. 


11883. Allzu gute Worte haben wenig Glaubens. 

11884. Dit guten Worten fängt man. die Leute. 

11885. Gute Worte mäßen böfe Waare verlaufen. 

11886. Ein Wort giebt das andere. 

11886*. So manches Wort, fo mandye Antwort. 

11887. Kurze Worte haben Ende. 

11888. Ein Wort ein Wort, ein Mann ein. Mann. 

118880. Ein Mann ein Wort, ein Wort ein Mann. 

11889. Aus Heinen Worten oft großer Zank. 

411890. Man nimmt den Mann beim Wort und den Hund beim 
Schwanz. 

11890%. Man faßt das Pferd beim Zaum, den Mann beim Wort. 

11891. Der Mann fit nicht beßet als fein Wort. 

11892. Wer Einem ind Wort fällt, der wi fich felbft Hören. 

11893. Wider fpise Worte gehören verharrfchte Ohren. 

11894. Die Wahrheit bedarf nicht viel Worte, die Luͤge kann: nie 
genug haben. 

11895. Man muß die Worte nicht auf bie Goldwage legen. 

11896. Es fol Einer neunmal ein Wort im Mund umkehren, 
eh er es fagt. . 

11897. Wenn das Wort heraus ıft, ift es eines Andern. 


11898. — hoͤrt an den Worten wohl, was Kaufmannfchaft ex 
treibt. 2 


11899. An dem Wort erfennt man Thoren tn 
Wie den Efel an ben Ohren. 


11900. Man kennt ben Eſel an den Ohren, . 1. 
An den Worten kennt man Thoren. 


11901. 's ift ärger als ber tolle Wrangel. 
119018. Wucher und Geiz hindern Gottes Segen. 
11902. Wucher greift um. fich. wie Krebäfchaden. . 


11903. 
11904. 


11905. 
11906. 
11907. 
11908. 
11909. 


11910. 
11911. 
41912. 
11913. 
11914. 

11915. 


11916. 
11917. 
41918. 
11919. 


11919. 


11920. 
11921. 
11922. 


Wucher — Wünſchen. V 


Wucher hat ſchnelle Fuͤße, er läuft, eh man ſich umficht. 

Wenn der Wucherer ſtirbt, freuen fi Viere: Der Erbe 
wegen des Geldes, der Gloͤckner wegen der Leiche, der 
Arme wegen des wohlfeilen Brots und der Teufel um 
die Seele. 

Wer ſagt, daß Wucher Sünde ſei, 

Der hat kein Geld, das glaube frei. 

Wer ſagt, daß Wucher nicht Suͤnde ſei, 

Der hat keinen Gott, das glaub mir frei. 

Wer wißen will, was Wucher freßg, 

Der fahr nad) Frankfurt auf die Meſſe. 


Wucher ift mir berbofen, es fehlt mir an der Haupt⸗ 
ſumme. 


Gott und der Erde iſt gut auf Wucher leihen, fe zahlen 
reichlich. 

Alte Wunden biuten Leicht. 

Alte Wunden foll man nicht aufreißen. 

Auch gebeilte Wunden laßen Narben zurück. 

Die Wunden heilen übel, bie man fich felber ſchlaͤgt. 

Was zeitig wund wird, bad fücht fein Lebtage gern. 

Wenn der Kopf wund ift, verbindet man umfonft die 


Füße, 
Wuͤnſchen fördert feine Arbeit. € 


Bon Wünfchen ward nod Niemand reidh. 

Wenn Wuͤnſchen Hülfe, wären Alle reich. 

Mer viel wünfcht, wäre gern reich. 

Wer viel wünfcht, dern fehlt viel. 

Es gehn viel Wünfche in Einen Sad. 

Wünfcher und Woller find Feine guten Haushaͤlter. 


So man in die Eine Hand wünfdt, und in bie andere 
pfeift, Hat man in beiden gleich viel, 





368° 


41923. 
41924. 


11925. 
11926. 


11927. 
11928. 


11929. 
11930. 
11931. 
11932. 


11933. 
11934. 
11935. 


11936. 
11937. 
11938. 


11939. 
11940. 


11941. 
11942. 


11943, 


Wünſchen — Wurf. 


Was man wünfcht, das glaubt man gern. 

Würden, 

Bürbden. 

Der erfte Wurf taugt nichts. 

Trifft der erfte Wurf nicht, fo fällt die Birn vom ans 
dern. 

Wenn der Wurf aus der Hand ift, ift er bed Teufels. 

Das war ein Wurf, fagte Hans, da ſchmiß er feine Frau 
zum Dachfenfter hinaus, 

Viel Werfen bringt allerlei Würfel, 

Würfelfpiel ift nicht Andacht. 

Der Teufel ſchuf das Würfelfpiel. 

Würfel, Weiber, Federſpiel 

Haben ber Treue felten viel. 


Wer im Finftern doppelt, verliert die Würfel. 


Seder hat feinen Wurm, 


Kein Wurm fo Zlein, er Trümmt fi id, wenn er getreten 
wird. 


Wenn man den Wurm: tritt, fo kruͤmmt er fidh. 
Burft wider Wurſt. 


Es heißt immer: Wurſt wider Wurſt und der Magd ein 
Trinkgeld. 


Wurſt wider Wurſt und einen Zipfel zu. 

Wurſt wider Wurft, fagte ber diden Annemaxie ihr Mann, 
ba Tüfste er des Paſtors Köchin. 

Dan muß bie Wurft nad der Spedfeite werfen. 

Brätft du mir die Wurſt, 


So loͤſch ich dir den Durft. 
(fagt ber ‚Kellner zum Koch). 


Bon einer Wurft kammt ein ganz Haus voll Rauch. 











Büurft — Zahlen. 569 
11944. Grabe wie bei uns zu Sand | 
Hängt man bie Wurft auch an die Wand, 
11945. Das giebt nicht Sped in die Würfte. 
119458. Es pafst ihm wie dem Hund die Wurft. 
119455, Eine gebratene Wurft hat zwei Bipfel. 


11946. Die Würtemberger haben die Himmel im Stalle und bie 
Ingel im Hemmel. 


11947. Aus boͤſer Wurzel üble Frucht. 
11948. Wuft heraus, laß den Unflat ein! 
11949. Wüft thut wüft. 


x. 


11950. Laß dir kein X für ein U maden. 


11951. Schreib ein & für ein U, 
So kommſt du mit der Rechnung gu. 


11952. Auf eine ſchwere Reife darf man wohl ein & für ein U 
ſetzen. 
11953. Man darf ein X hinter fein O ſetzen. 


3 
11954. Zachaͤus ift auf allen Kirchweihen. 
119548. Zage haben kein Glück. 
11955. Gin Zager legt nimmermehr Ehr ein. 
11956. Es wird Kein Zager ein Kaufherr. 
11957. Die ungerade Zahl ift eine heilige aa 
11958, Zahltag kommt alle Tag. 
11959. Was zahlt, das gilt. 


11960. Wer nicht denkt zu bezahlen, 
Pflegt von Schenken viel zu pralen. 


57Q gehm — Bank, 
11961. Was zähmt, 
Das lähnıt. 
11962. Gute Zähne haben und nichts zu eßen ik berborben Wert, 


11963. Der Zahn beißt oft die Zunge und doch bleiben fie gute 
Nachbarn. 


11064. Geſunder Zahn 
Kaut Brot zu Marzipan. 


119648. 3wifhen Zahn und Hand 

Geht viel zu Schand. 
11965. Wer den Andern Saures eßen ficht, dem kumpfen die 

Zähne. 

11966. Zähnepein ift große Pein, 

Aber ohne Mann fein 

Iſt noch größre Pein. 
11966. Zaͤhne und Erbe verlaßen thut wehe. 
11966°. Er hat mit guten Zähnen übel zu beißen. 
11967. Kleiner Bank, 

Großer Stant. 


11968. Zänker 
Sind Stäntfer. 


11969. Zaͤnker 

Sind bes Nächſten Kränker. 
. 11970. Wer Bank liebt, Liebt Sünde. | 
11971. Wer Zank und Streit abthut, verwandelt Fluch in Segen. 
11972. Der Bänter faßt immer gern ben fünften Zipfel am Sad. 
11973. Wer gern zankt, findet leicht eine Urſache. 
11974. Banten zwei, fo haben beide Unredt. 
11975. Der Buhler Zank 

Iſt der Liebe Anfang. 
11976. Alter Zank wird leicht erneut, - 


11977. 


11978. 
11979. 


11980. 
11981. 
11982. 


11983. 
119838. 
11984. 
11985. 
11986. 
11987. 


‘11988. 


11989. 


11990. 
11991. 
11992. 
11993. 


11994. 


11995. 
11996. 
11997. 


Sant — Zoche. 874 


Während ihrer Zwei 

Banken um ein Ei, 

Stets der Dritte bei. 

Ein zaͤnkiſcher Menſch richtet nur Unglück an. 

Wo fein Zank ift, da ift auch Feine Ehre, fprach der 
Gloͤckner, und ſchlug feine Heiligen. 

Wein und Bier folgen dem Zapfen. 

Der Zaum geht mit dem Pferde. 


Hat der Teufel den Gaul geholt, ſo nehm er auch den 
Zaum. 


Goldner Zaum macht ſchlechtes Pferd nicht beßer. 

Es iſt ihm nicht um den Zaum, es iſt ihm ums Roſs. 
In den Baum beißen hilft nicht. 

Mo ber Zaun am. niebrigften ift, fpringt Ieber über. 
Wenn der Baun fällt, fpringen die Hunde darüber. 
Hab ich den Zaun zerrißen, kann ich ihn wieber zumachen. 
Wie Einer den Zaun hält, hält er auch das Gut. 


Ein Zaun bazmwifchen, 
Mag die Lieb erfrifchen. 


Man grüßt oft den Zaun bed Gartens willen. 
Was übern Zaun fällt, ift des Nachbarn. 

Außer dem Zaun ift gut Dingen. | 

Große Herren brechen leicht eine Urfahe vom Zaun. 
Ein Zaun währt drei Jahre, 

Gin‘ Hund überwährt drei Zäune, 

Ein Pferd drei Hunde, 

Ein Menſch drei Pferde 

Schrei nit Juchhe! bis bu über ben Zaun bift. 
Bei Zeiten auf die Zäune, fo trodinen bie Windeln. 
Man foll die Zeche nicht: ohne den Wirth machen. 


572 Beben — Seit. 


11998. Si& nieder und rechne ed an den Behen aus, 
11999. Der Zehnte weiß nicht wovon der Eilfte Lebt. 
12000. Der Zehnte weiß nicht, wo den Eilften der Schuh drüdt. 
12001. Beßer eine Kleine Zehent ald eine große Gent. 


12002. Biel Zehren und Baften 
Leert Keller und Kaften. 


12003. Genau Zehrgeld lehrt wohl fparen. 
12004. Alle Zeichen lügen nicht. 
12005. Hüte dich vor denen, die Gott gezeichnet hat, 


12006. Es ift ein ſchlimm Zeichen, wenn die Henne kräht und 
die Frau dad Meifterlied fingt. 


12007. Bier Füße mit einem weißen Zeichen 
Dürfen einen Zoll abreichen. 
12008. Er ift wie der Zeiger an der Uhr, er geht wie man ihn 
ftellt. ” ' 
12009. Wie der Zeiger geht, fo geht auch das Regiment. 
12010. Leichter Zeihen als Beweiſen. 
12011. Es iſt beßer Stehlen als Zeihen. 
12012. Alles hat ſeine Zeit. 
12013. Alles hat ſeine Zeit, nur die alten Weiber nicht. 
12014. Alles zu ſeiner Zeit, ein Buchwaizenkuchen im Herbſte. 
12015. Alles zu feiner Zeit, ſagt der weiſe Salomon: zu feiner 
Beit eßen, zu feiner Zeit trinten, zu feiner Beit an die 
Pump taften. 
12016. Man folls melken wenns Zeit ift. 
12017. Man muß die Zeit nehmen wie fie kommt, fagte Jener, 
und gieng um Weihnachten in die Dafelnüße. 
12018. Zeit zu reden, Zeit zu ſchweigen, Zeit aufzuhören. 
12019. Sperr auf zu rechter Zeit! 
12020. Dan muß ber Zeit ihr Recht thun. 


Beit. 573 


12021. Man muß ſich nach der Zeit richten, die Zeit richtet ſich 
nit nah une, - 
12022. Wer der Zeit nicht thut ihr Recht, 
Der fährt in Gefchäften fchlecht. 
120228. Jeder Zeit ihr Recht 
Macht manden armen Knecht. 
12023. Man muß der Zeit nicht vorgreifen. 
12024. Schi dich in die Zeit. ‚ 
12025. Wenn die Zeit kommt, dann, alsdann! 
12026. Wer auf die Zeit wartet, dem ‚mangelt die Beit. 
12026. Die Zeit giebts. 
12027. Zeit giebt und nimmt Alles. 
12028. Zeit bringt Alles, wer warten Tann. 
12029. Zeit 
Bringt Getreib (nicht der Ader). 
12030. Zeit 
Bringt Beſcheid. 
12031. Die Zeit 
Giebt Befcheid 
Und verräth alle Bosheit. 


12032. Zeit verräth und entdeckt Alles. 
12033. Zeit gebiert Wahrheit. 
12034. Zeit bringt Roſen (nicht der Stod). 
12035. Zeit bringt Rofen, aber auch Dornen. 
12035*. Beit bringt Rofen und nimmt fie wieder hin. 
12036. Zeit macht Heu. 
12037. Zeit und Stroh'macht die Mispeln reif. 
12038. Mit Zeit und Gebuld wird aus dem Hanfftengel ein 
Halskragen. 
12039. Mit Geduld und Zeit 
Wird aus dem Maulbterbaum ein Seidenkleid. 


574 


12040, 
12041. 


12042. 
12043. 


12044. 
12045. 
12046. 
12047. 
12048. 
12049. 
12050. 
12051. 
12052. 
12053. 


12054. 


12055. 
12056. 
12057. 


120578. 


12058. 
12059. 
12060. 


12061. 


12062. 


Seit, 


Mit der Zeit Tommt San im wamme. 


Mit der Zeit 
Kommt Freud und Leid. 


Mit Zeit und Weile lernt ein wilder Ochs das god tragen. 
Mit der Zeit wirb dir Hold 

Was vorher bein nicht gewollt. 

Mit Zeit und Weile kommt man nad) Rom. 
Der Zeit muß man viel befehlen. 

Beit heilt alle Wunden. 

Die Zeit ift der befte Arzt. 

Zeit ift des Zornes Arznei. 

Zeit ftillt den Born. 

Beit macht gefund. 

Zeit verräth und hängt den Dieb. 

Beit, Ebbe und Flut wartet auf Niemand, 
Die Zeit frißt Alles. 

Die Zeit frißt jeden Strid 

Und wär er noch fo did, 

Beit frißt uns das Herz ab, 

Die Zeit ift an Teinen Pfahl gebunden, 
Die Zeit frißt Stahl und Eifen. 

Beit frißt Berg und Thal, 

Eifen und Stahl, 

Die Zeit vergeht nicht, aber wir, | 

Zeit macht und tödtet die Leute, 

Die Zeit hat Flügel, 

Mer nicht Eommt zu rechter Beit, 

Der verfäumt bie Malzeit. 


Beit und Staat 
Bringt manchen Unflat. 


12063. 
12064. 
12065. 


12066. 
12067, 
12068. 
12069. 
12070. 
12071. 
12072. 
12073. 
12074. 
12075. 
12076. 


12077. 


12078. 
12079. 
12080. 
12081, 
12082. 


12083. 
12084. 
12085. 


12086. 


12087. 


Bett. sro 


Zeit gedentt und vergißt aller: Dinge. 

Allet Dinge ſol man mild fein, nur ber Zeit nicht. 

Beit gewonnen, viel gewonnen; 

Zeit verloren, viel vertoren. 

Zeit und Gelegenheit hat Niemand im Aermel. 

Zeit barf man nicht‘ nehmen, Gott giebt fie umfonft. 

Wer fih Zeit nimmt, kommt aud). 

Zeit ift ein gnädiger Gott. 

Zeit iR Schickelmann. 

Die Zeit ift des Menfchen Lehrmeifterin. 

Zeit ift der befte Rathgeber. 

Kommt Zeit, fommt Rath. 

Wer die Zeit ehrt, den ehrt fie wieder. 

Zeit hat Ehre, Zucht hat Zierde. 

Beit hat Ehre, fprah die Magd, als fie zur Mettezeit 
vom Tanz nach Hauſe gieng. 

Laß die Zeit und iß Brot dazu. 

Andere Beiten, andere Sitten. 

Andre Beit, andre Lehre. 

Zur Zeit ein Narr fein ift auch eine Kunft. 

Beit und Stunde find ungleich. 

Es ift nicht mehr bie Zeit, da man Efel fuchte und Kro⸗ 
nen fand. | 

Die Zeit ift vorbei, ba Bertha fpann. 

Die Zeit kann fommen, da bie Kuh ihren Sterz braucht. 

Bu feiner Beit gilt ein Trunk Waßer ein Glas Wein, 
ein Heller einen Gulden, 

Ungleiche Beit 

Macht ungleiche Leut. 

Die Zeit ift unftät -wie ein Rohr, 

Wer ihr vertraut, der ift ein Thor, 


576 Beit — Biel. 


12088. Wer der Zeit dient, bient wohl. 
12088. Es find Leine Zeiten geweſen, fie kommen wieder. 
12089. Die giftigften Zeitlofen find bei Hofe. 
12090. Reue Zeitung hört man gern. 
120908. Die Zeitung ift eine Lügnerin. - 
12091. Wer gern neue Zeitungen hört, dem werben auch viele 
zugetragen. 
121912. Zerrißene Kleider fol man nicht lleich wegwerfen. 
12092. Der Zettel iſt gut, aber der Einſchlag taugt nichts. 
12093. Ein Zeuge 
Iſt einäuge. 
12094. Ein Zeuge, Tein Zeuge. 
12095. Durdy zweier Zeugen Mund 
Wird allerwärts die Wahrheit kund. 
12096, Zeuge von Hörenfagen gilt im Recht nicht. 
12097. Die Zeugen, denen man bad Recht in bie Hand legt, res 
den am Beften. 
12098. Zu gutem Zeug ein wadrer Meifter. 
12099. Alte Ziegen leden auch gern Salz. 
12100. Der Himmel läßt der Ziege ben Schwanz nicht zu lang 
wachen. 
12101. Zohännsten, Johaͤnnsken! Wat faft (wirft) bu ſchlobbern, 
wann ufe Dippe (Ziege) melk waͤt! 
12102. Die Biegen haben es in fid. ‘ 
12103. Den Ziegel und ben böfen Mann 
Niemand rein wafchen Tann, 
12104. So Einer zieht ein, foll man ihm helfen mit Rath, 
So Einer zieht aus, fol man ihm nehmen was er hat. 
12105. Wir zielen nur, das Schidfal fteuert. 
12106. So ber Menſch ſich fest ein Ziel, 
Flugs thut Sort das Wibderfpiel. 


Zielen — Zipfel 577 


12107. 3ielen tft nicht genug, e8 gilt Treffen. 
12108. Mancher zielt weiter als er trifft. 
12109. Gut gezielt und fchlecht getroffen, 
Schlecht gezielt und gut getroffen. 
121098. Ziel und Bolz ift nah beifammen. 
12110. Er ißt das Zicklein, eh die Geiß gelammt hat. 
12111. Die Zicklein heißen alle wie ihre Mutter Geiß. 
12112. Zigeunerleben, Greinerleben. 
12113. Du gäbft einen böfen Zigeuner, du kannſt nicht wahr 
fagen. 
12114. Zimmerleut und Maurer 
Sind die ärgften Laurer: ‘ 
Mit Eben, Zrinten und fih Befinnen 
Geht der Halbe Zag von binnen. 
12115. Wo man zimmert, da fallen Späne, 
12116. Wenn ber Zimmermann ſpielen geht, fallen keine Späne. 


12117. Wenn der Zimmermann lang ums Holz ſpatiert, fait fein 
Span bavon. 


12118. Gute Zimmerleute machen wenig Späne, 


12119. Dem Zimmermann ift im Sommer keine Kanne zu theuer, 
und im Winter keine Rinde zu hart. 
12120. Hier hat der Zimmermann ein Loch gelaßen. 
12121. 3infen machen alt und jung, 
12122. Zins bat ſchnelle Füße, er läuft ch man ſich umfieht. 
12123. Zins und Miethe fchlafen nicht. 
11124. 3ion fol man nicht mit Fleifh und Blut bauen, 
12125. Iſt e8 zu lang, fo fchlage den Zipfel ein. 
12126. Hüte dich vor jenen, fo zwei Zipfel haben. 
12127. Du fuchft den fünften Zipfel am Sad, 
Dtſche. Volksb. Sr. Bd. 37 


578 Bipfel — Bere. 


12128. Welches der vordere Zipfel an der Bratwurſt fei, erführt 
man, wenn man fie auf bie Achfel legt. 
12129. 3irlimirli machen förbert nicht. 
12130. Es Hilft Tein Zittern für ben Froſt 
12131. Wer fein Leib und Gut wagen will, iſt zollfrei. 
12132. Mandher bat Fein Hear am Kopf 
Und kriegt doch einen tüchtigen Zopf. 
12133. Hüte did) vor dem Thier, das Zöpfe hat. 
12134. Zorn gebiert Zorn. 


12135. Zorn 
Macht verworrn. 


12136. Zorn erwürgt den Thoren. 
12137. Am Zorn ertennt man ben Thoren. 
12138. Geringer Leute Zorn 

Sft nit werth ein Daferkorn, 
12138*.Um fchlechter Leute Zorn giebt man wenig. 
12139. Des Armen Zorn ift fein eigen Unheil, 
12140. Ohne Macht ift der Zorn eitel. 


12141. 3orn ‚ohne Macht 
Wird verlacht. 


121412. Der Könige Zorn iſt ein Vorbote des Todes. 
12142. Beßer ein Meiner Zorn denn ein großer Schaden. 
12143. Wer zum Zorn reizt, zwingt Bader heraus. 
12144. Wer im Zorn handelt, geht im Sturm unter Segel. 
12145. Der Zorn wirft blinde Sungen wie bie Hündin. 
12146. Der Bornige hat alle Sinne bei ſich dis auf fünf. 
12146*. Zorn hängt den Narren um. 
121465. 3orn nnb Geld 

Verwirren bie Welt. 
12147. Ein gorniger Kopf ift leicht blutend zu machen. 


Bor — Zucht. rs 


12148. Zorn thut nichts mit Rath. 
12149. Dem Zorn geht die Heu auf den Soden nad. 
12150. Zorn beginnt mit Thorheif und endet mil Neue. 
12151. Des Zornes Audgeng iſt der Reue Anfang; 
12152. Barren iſt des Zornes Arznei (Gegengift). 
12153. Zorn altert langfam. 
12154. Wer feinen Zorn bezwingt, hat einen großen Feind beſiegt. 
12155. Der tolle Zorn thut mehr Schaden als drei Drefchflegel. 
12156. Der Zorn bringt greuliche Gäfte mit fid). 
12157. Dem Zornigen fol man das Schwert nehmen. 
12158. Wer zürnt, dem reiche kein Meer. 
121588. Zapfrer Mann, 

Der den Zorn meiftern Tann. 
12159. Wer leicht zürnt, fündigt leicht, 
12160. Wer langfam zürnt, zürnt fehwer. 
121608. Welche langfam zürnen, die zürnen lang, 
12161. Es giebt zweierlei Geſchlechter der Menfchen: eins zürnt 

gern, das andere giebt nidytd drauf. 

12162. Wie die Zucht, . 

So die Frudt. 
12163. Se früher die Zucht, 

Ze beger die Frucht. 
12164. Zucht ift das befte Heiratsgut. 
12165. Die befte Zucht find gute Worte und harte Strafe, 
12166. Wo keine Zucht ift, ift feine Ehre. 
12167. Die befte Zucht ift, die der Menſch ſich felbft thut. 
12168. Zucht iſt junger Leute beſter Schmuck. 
121682. Zucht der Jugend 

Iſt eins Anzeige der Tugend. 

37* 


580 


12169. 


12170. 
12171. 
12172. 
12173. 


12174. 


12175. 

12176. 
12177. 
12178. 


121788. 
121786. 


12179. 
12180. 


12181. 
12182. 
12183. 
12184. 


12185. 
12186. 


12187. 


Züchtig — Zunge. 


Züchtig, fromm, beſcheiden fein, 
Das ſteht allen Menſchen fein. 


12169.. Züchtiger Mann iſt ein Hort. 


Zuckend, wie der Wolf das Lamm fraß. 
Zucker in der Jugend macht faule Zähne im Alter. 
Zufriedenheit ift der gröfte Reichthum. 

Zufrieden fein 

Wandelt Waßer in Wein, 

Zufrieden fein ift große Kunft, 

Zufrieden fcheinen bloßer Dunft, 

Zufrieden werden großes Glück, 

Zufrieden bleiben Meifterftüd, 


Zufriedenheit wohnt mehr in Hütten als in Palläſten. 
Wer wohl zufrieden iſt, iſt wohl bezahlt. 

Fleißige Zuhörer machen fleißigen Prediger. 

Das Zukünftige iſt ungewiſs. 

Zukünftiges iſt uns Alles verborgen. 

Zuletzt muß doch der Fuchs zum Loch heraus. 

Es muß guter Zundet fein, der fangen ſoll. 

Männer von ber Zunft \ 


Walten mit Unvernunft. 


Die Zunge ift des Herzens Dollmetſch. 

Die Zunge ift der falfcheite Zeuge des Herzens. 

Ale Glieder am Menſchen find Zungen. 

Sind Hände und Füße gebunden, fo läuft die Zunge am 
meiften. 


Lieber mit den Fügen geftrauchelt ale mit der Zunge. 


Vor Schande war nie beßre Lift 
Als wer der Zunge Meifter ift. 


Eine gezähmte Zunge ift ein feltener Vogel. 





ungen — Zufchauer. 581 


12188. Hütet eurer Zungen 
Iſt Alten gut und Jungen. 


12189. Böfe Zungen ſchneiden ſchärfer ald Schwerter, 

121898. Für böfe Zungen hilft kein Harniſch. 

121895. Eine freche Zunge macht keinen fronnımen Mann, 

12189°. Die Zunge foll nicht klüger fein als der Kopf. 

121894, Die Zunge läßt ſich nicht meiftern. 

12190. Wäre die Zunge ein Spieß, fo thäte Mandıer mehr als 
zehn Andere. 

12191. Böfe Zunge, bö8 Gewehr. 


12192. Eine Zunge ift kein Bein, 
Schlägt aber Mandyem den Rüden ein. 


. 12193. Böfe Zunge und böfes Ohr find beide des Teufels. 
12194. 3wo Zungen ftehen übel in einem Munde, 
12195. Die von Zürich leiden eher einen Schaden als eine Schande. 
121958. O Zurich, deine Almoſen erhalten dich! 
121956. Tannaſt, 

Die Züricher fliehen faſt. 
12195°.Wer guten Rath nöthig hat, gehe nach Zürich. 
121954. Die Züricher kennen keine Kreuzer. . 
12196. Wen Gott lieb hat, dem giebt er ein Haus in Zürich. 
12197. Wir müßen eben nicht ins Zurzacher Schiff. 
12198. Zufagen madt Schuld. 
12199. Zufagen iſt eine Brüde von Worten. 
12200.. Zufagen ftehbt im Willen, aber dem Halten ift ein Seil 
, über die Hörner geworfen, 
12201. Böfer Pfennig, zugefagt und nicht bezahlt, Thadet zwei. 
12202. Es ift Keiner fo fein Gold, er hat einen Zuſatz. 
12203. Dem Zufchauer ift feine Arbeit zu viel, kein Spiel zu 

hoch. 

12204. Die Zuſchauer ſind oft ärger als der Taͤnzer. 


582 


12205. 
12206. 
12207. 
12208. 
12209. 


12210. 
12211. 
12212. 
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12220. 


12221. 


12222. 
12223. 
12224. 


12225. 


Bufchlagen — 8wang. 


Ber zufchlägt, trägt fein Haupt feil. 

Zuviel ift ungefund, 

Zuviel zerreißt den Sad, 

Zuviel muß bald brechen. 

Zu wenig und zupiel 

Iſt des Teufels Spiel, 

Zuviel 

Verberbt gut Spiel. 

Zuviel 

Sf Satans Spiel. 

Zu wenig und zu viel 

Sft aller Narren Biel, 

Bu viel und zu wing (wenig) 

st Ein Ding. 

Zuviel ift bitter und wenn es lauter Honig wäre. 
Wer zuviel hoben will, dem wird zu wenig. 


3u wenig Tann einen Bufaß leiden, aber zu viel hat Fein 
Recept. 


Zuviel hat keine Ehre, 
Was zuviel iſt zuviel. 


Nimmt man zuviel unter den Arm, ſo läßt man eins 
fallen. 


Zuviel iſt zuviel, ſagte jener Mann und hatte ſeine Frau 
todtgeſchlagen. 

Zwang 

Waͤhrt nicht lang. 

Zwang macht keine Chriſten. 

Wo kein Zwang iſt, iſt auch keine Ehre. 

Zwang iſt ein Pechpflaſter, das Geld aus dem Sädel 
zieht. 

Zwang ift fein guter Wille, 





Swingen — Broidan. 583 


12226. Zwinge dich felber, als daß du dich zwingen läßeft. 
12227. Wer zwingt, der thut Gewalt, wer überredet, verführt 
den Verftand. 


12228. Gezwungene Liebe und gefärbte Schönheit halten nicht 
Farbe. . 


12229. Zwinge mich, fo thu ich Feine Sünde, ſprach das Mädchen. 
12230. Der Zweck heiligt das Mittel nicht, 

12231. Zweie find Eines Herr, Dreie freßen ihn gar. 

12232. Zwei um ein ift fabenredht. 

122328, 3wei für eins ift Wrakesrecht. 

12233. Zweie thun immer verfdieben. 

12234. Mo ſich zwei zanken, gewinnt ber dritte, 

12235. Was zweien recht ift, ift dreien zu enge. 


12236. Was Einem zu eng ift, ift zweien zu weit; das britte 
Haupt trägt ſchwer daran. 


12237. Was über zwei Herzen kommt, kommt aus. 
12238. Was Zweie wißen erfahren hundert. 
12239. Was fich zweit, das breit fid gern. 


12240. Können zweie fich vertragen, 
Hat ber britte nichts zu fagen. 


12241. Zweimal darf man wohl ausbleiben. 

12242. Ift es einfach zu lang, fo nimms zweifach. 
12243. Zweifel hat viel Deckmantel. 

12244. Dem Zweifler gebührt nichts. 

12245, Wer zweifelt fleht am Kreuzweg. 

12246. Wer zweifelt muß wagen. 

12247. Wer zuviel zweifelt, verzweifelt. 

12248. Einen jungen Zweig biegt man wohin man will. 


122482, Die Zwickauer leben und fterben in Meißen und werben 
im Boigtland begraben. 





584 Zwiebel. Machleſe.) 


12249. Die Zwiebel hat fieben Haute, ein Weib neun. 
12250. Zwiebeln trägt man bin, Knoblauch bringt man wieder. 
12251. Zwietracht 

Oft Freundfchaft macht. 
12252. Wer Zwietracht ſät, arbeitet für des Teufels Scheuer. 
12253. Aus Zwilchſaͤcken macht man keine Seidenbeutel. 


12254. Es ift noch Fein Zwilchſack feiden worden, wenn er au 
voll Thaler war. 


12255. Es hält von Zwölf Uhr bie Mittag. 


12256. Zwiſchen Zwölf und Mittag 
Gar Vieles noch gefchehen mag. 


12257, 8wo Hofen Eines Tuchs. 


12258. Zwölf Stunden find im Tag: was Eine nicht bringt, das 
bringt die andere. 


12259. Wer X fagt, kommt zulegt bis zum 3. 


Nachleſe. 


12260. Biſt du ein Ackerochs, ſo begehr keines Sattels. 

122608. Adams Kinder find Adam gleich. 

12261. Der Adel madıt die Klöfter reich und die Klöfter den 
Adel arm. 

122618. Adel ift von Bauern ber. 

12262. Ein Affe macht viel Affen. 

12263. Es iſt Fein größer Almoſen als das cin Bettler dem an⸗ 
dern gibt. 

12264. Es fällt fein Süßapfel von einem Sauerapfelbaum, 

12265. April 

Frißt der Lämmer viel. 





12266. 
12267. 
12268. 
12269. 
12270. 
12271. 
12272. 


12273. 
12274. 
12275. 
12276. 
12277. 
12278. 


12279. 


12280. 
12281. 


12282. 


12283. 


( Nachleſe) 585 


Zwei Augen deden vier. 

Was das Bad bringt, muß es wieder nehmen. 
Wer unter der Bank liegt, fällt nicht hoch herab, 
Es gehen adıtzehn Basler auf einen Juden. . 
Wer baß mag, der feiert nicht. 

Sch will den Bauern eßen bis auf die Stiefel. 


Bura find Lura, 
Schelme von Natura. 


Der Bauer ift nie ärmer als wenn er eingefammelt hat. 
Es ift fein Baum fo glatt, er hat einen Aſt. 

Man kann fi felbft keine Bäume pflanzen. 

Kein Bericht, guter Bericht. 

Gott ift Bürger worden zu Bern, 

Bern bat ſchöne Gaßen und ein wüftes und wildes Land. 
Die Hufaren beten um Krieg und ber Doctor ums Fieber, 
Binz unb Benz haben einander getroffen. 


Er nimmts an feinen Birnen ab wie andere Leute ihre 
teigen. 


Der Bo traut der Geiß _ 
Mas er felbft wohl weiß. 


Erft Brot und dann Fleiſch. 


122834. Ein nachtalt Brot giebt neun Stärke. 


12284. 


Burſchenſchaft ift Burfchenfhaft, fagt Kampz. 


122842. Bi ein deutfcher Schufter fein Werkzeug beifammen hat, 


12285. 
12286. 


12287. 


hat ein Welfcher ein Paar Schuhe gemadht. 
Herr Doctor kehrt das Blatt um, da ftehts anders, 


Wenn man einen Ader nicht eggt, iſt ſchon das erſte 
Wetter darüber gegangen. 


Man ſoll einem Menſchen die Ehre neunmal verdecken. 


586 Nachleſe. 


12288. Ehr iſt der Tugend Sold, 
Sagt der alte Ebrenholb, 


12289. Wenns Haus brennt, ift Eile. gut, fonft nicht. 

12290. Eingenoß baut, Zweigenoß zerftört. 

12291. Es fieht ein Ei dem andern gleich. 

12292. Gewärmte Een munden nicht. 

12293. Wer heute gegeßen, den hungert morgen wieder, 

12294. Was Einer gern ißt, das ift feine Speiſe. 

12295. Er fällt wie eine Sau ins Eredo. 

12296. Was Farb halten fol, muß man etlihe Mal einftoßen. 

12297. Es ift ihm nicht um die Faſtnacht, es iſt ihm um bie 
Küdhlein. 

12298. Großes Feuer loͤſcht das Kleine, - 

12299. Man muß den Fifh nicht aus bem Garn laßen. 


12300. Man muß den Flegel nicht aufhenken eh man gedroſchen 
hat. 


12301. Wenn die Forellen früh laichen, fo giebt es viel Schnee. 

12302. Man kann fragen, es ift deutſch bis Welfchland. 

12302°. Böfe Frauen maden die beften Käfe. 

12303. Sei mein Freund und leih mir fünf Groſchen. 

12304. Wer frei darf denken, denket wohl. 

123048. Freiheit und Schwarzbrot (geht über Alles.) 

12305. Dem Friedemacher gebührt der Lohn. 

12306. Ueber frifch Fleiſch macht man feinen gelben Pfeffer. 

12307. Wo Füchſe und Hafen einander gute Nacht fagen. 

12308. Es fteden viel Efel in einem Fuchs. 

123088. Der liftige Fuchs wird doch endlih unterm Arm zur 
Kirche getragen. 

123086. Auf fremden Füßen ift fährlich ftehen. 

12309. Wenn eine Gans gaggt, fo gaggt die andre auch. 








Nachleſe.) 597 


12310. Wenn mir einer einmal gitzelt, fo ift er mir eine Geiß. 
12811. Wer Selb in Händen hat, dem bleibt allzeit etwas kleben. 
12312. Sch warte immer bis der Gerbhuften kommt. 
12313. Gertraut . 
Sät Zwiebeln und Kraut. 
123132. Das dritte Theil am Kind ift vom Sevatter. 
11313. Ein Gleichniß Hat nicht alle vier Füße. 
12314. Gott ift alt, aber nicht Trank, 
12315. Gott führt wohl in die Grube,aber auch wieder hinaus, 
12316. Zrag Holz und laß Gott Tochen. 
12317. Haberjahr, 
Schaberjahr. 
12318. Wer keine Hand hat, kann keine Fauſt machen. 
12319. Handwerk haßt einander. 
12320. Wenn der Haſ in den Pfeffer kommt, wird er ſchwarz. 
12320°. Bauft du ein Haus, 
So gudt ein andrer zum Fenfter hinaus. 
12321. Und ale das Haus gebaut war, ba lag er nieder und 
ftarb. 
12322. Sn Heiner Haut fteden auch Leute. 
12323. E8 kann Zeder feine Haut gerben lagen wo er will. 
12324. Man muß dem Alter haufen. 
12325. Hehl du mir, fo hebt ich dir. 
123258. Der Heiligen Gut hat der Wehre nicht. 
12326. Heimat mein, 
Was kann beßer fein? 
12327. Heiraten iſt kein Bauerndienſt. 
12328. Herrendienſt geht vor Gottesdienſt. 


12329. Neue Herren und neue Schuh hat man lieber als die 
alten. 


2 


890 Nachleſe.) 


12369. Bon den Lumpen maß man ben Wein kaufen. 
123698. Die Mädchen beten gern vor dem Spiegel. 
12370. Die getheilten Mate find die beffen. 
12371. &8 ift fein Haus 
Ohn eine Maus. 
12372. Merzenluft, Aprilemdind 
Schaden mandem Mutterkind. 
12373. Michelswein, ſüßer Wein. 
123732. Auf einen guten Montag folgt ſtäts ein böfer Samſtag. 
12374. Man kann nicht zwei Mus in einem Hafen kochen. 
12375. Gute Leute, aber ſchlechte Muftkanten. 
12376. Müßige Leute haben feltfame Gedanken. 
12377. Man Tann nicht umſonſt Narr fein, 
12378. Bift du ein Narr, fo laß bir eine Kappe machen. 
12379. Wenn die Pfaffen reifen, fo regnet es. 
12380. Hätte die Pfalz Wiefen und Holz, 
So wär fie aller Länder Stolz. 
123808. Es kommt allzeit Pharao, der Zofeph nicht Fennt. 


12381. Es ift beßer ein Pferd an einen fremden Zaun binden, 
als an feinen eigenen. 


12382. Die Raben 
Wollen einen Geier haben. 


12383. Der Teufel ift Abt in der Welt und feine Brüber find 
alzumal Bruder Raufd. 

12384. Die Reben erfordern einen Herrn. 

12385. Recht haft du, aber fehweigen muft bu. 

12386. Schnell reichen thut nicht weh. 

12387. Wenn ber Ruß an der Pfanne brennt, fo giebtd Regen. 

12388. Es bindet Mancher eine Ruthe für feinen eignen, Dintern. 


- 








12389. 


12390. 
12391. 


12392. 


12393. 


12394. 


12395. 
12396. 


N 


(Nachleſe.) 591 


Ein Schuſter, der ſchlechte Stiefel macht, kommt in die 
Hoͤlle. 


Sonntagsbeſchaͤftigung macht Montagsarbeit. 


Es iſt zu ſpät, ſagt der Wolf, da war er mit dem Sterz 
im Eis angefroren. 


Es iſt der meiſte Sreit um Ja und Nein, Mein und 
Dein. 


Vornehmer Wind 
Vorne Locken, hinten Grind. 


Beßer im Vogelgeſang 

Denn im Eiſengeklang. 

Dem ärgſten Zimmermann das beſte Beil. 

Du muſt lange zürnen ehe du einem ein Bein abzürnſt. 


Ende. 





— — — — 


Be. 2 


-